en Tork. Dienstag den 7. Februar. M 16. berhessischer Anzeiger. authält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzbtatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für Februar und März kann man bei der Post mit 32 kr. 540%. abonniren. Bei der Verlags-Expedition werden nur halbjährige i Abonnements(resp. für 5 Monate) angenommen. So weit der Vorrath reicht, werden die Rummern vom Monat Januar gratis nachgeliefert. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. g Nr. 4. Nr, 607. Vetordnung, delrff. die, Wahlen zum Reichstag und die Einberufung desselben. Vom 23. Januar 1871.— Nr. 608. Verordnung, betreff. ze Einberufung des Bundesraths des deutschen Reichs. Vom 23. Januar 1871.— Nr. 609. Bererdnung wegen Aufhebung der Verordnungen vom 18. Jult 1870. irtff. die Aufbringung und Wegnahme franzöffischer Dandelsschiffe. Vom 19. Januar 1871. telreffend: Den Ausbruch der Blatternkrankbeit. Friedberg den 4. Februar 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg in Großherzogliche Polizeiverwaltung in Bad-Nauheim, den Großherzoglichen Polizeicommissär zu Wickstadt und die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir lassen nachstebend auch den Art. 327 des Strafgesetzbuchs des norddeutschen Bundes vom 31. Mai 1870, unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 26. v. M.(in Nr. 12 des Oberhessischen Anzeigers von 1871) im Abdrucke folgen und weisen Sie an, den- den in Ihren Dienstbezirken bekannt machen zu lassen. Zuwiderhandlungen müssen sofort zur Anzeige kommen Trapp. Art. 327. Wer die Abspercungs⸗ oder Aufsichts⸗ Maßregeln oder Einfuhr⸗ wird mit Gesängnith bis zu 2 Jahren destraft.— Ist in Folge dieser Verletzung tetbote, welche von der zuständigen Behörde zur Verhütung des Einführens oder[ein Meusch von der ansteckenden Krankbeit ergriffen worden, so tritt Gefängniß⸗ Ferbreilens einer ansteckenden Krankheit angeordnet worden find, wissentlich verletzt, strafe von 3 Monaten bis zu 3 Jahten ein. detreffend: Die Generalversammlung des landwirtbschaftlichen Bezirksvereins des Kreises Friedberg. Einladung. Die General-Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirks— Herr Dr. Uloth zu Bad Nauheim hat die Freundlichkeit gehabt, Vereins des Kreises Friedberg für 1870 findet die Erstattung eines Vortrags in dieser Versammlung Freitag den 10. 1. M., Vormittags 9 Ubr,„über eine neue Methode, den Stärkemeblgehalt der Kar— auf dem Ratbhause in Friedberg statt und werden bierzu alle Mit⸗ toffel zu bestimmen,“ ieder des Vereins und sonstige Freunde der Laudwirthschaft ein- zuzusagen, worauf ich noch besonders aufmerksam mache. seladen. 5 Friedberg den 4. Februar 1871. Zur Verhandlung kommt: die Verwendung der verfügbaren gereinsmittel in 1871, Vorlage der Vereins- Rechnung für 1869, Der Direktor des laudwirthschaftlichen Bezirksvereins ahl der Ausschußmitglieder des Bezirlsvereins, Berathung wegen des Kreises Friedberg lenderung des 5. 4, pos. 1 der Statuten des Bezirksvereins, Mit⸗ Tas. — Heilung über verschiedene Gegenstände. 100 aim eee . Einladung 5 zu einer außexrordentlichen Generalvetsammlung des Mathildenstifts Die Mitglieder des Vereins, namentlich die Herren Bürger— 3 uf dem Rathhause zu Friedberg auf meister des Kreises werden zu recht zahlreicher Betheiligung hiermit Freitag den 10. Februar, Mittags 2 Uhr. eingeladen. Zur Verhandlung kommt: die Verwilligung weiterer Mittel zur Friedberg den 4. Februar 1871. Unterstützung bedürfliger Familien der einberufenen Reservisten, Land— Der Präsident des Mathüldenstifts des Kreises Friedderg 0 610 Wehrmänner un? Soldaten, auch der Kranken und Verwundeten. Trapp. 1 An die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir empfehlen Ihnen vorstehende Einladung nicht außer Beachtung zu lassen und ssch selbst zur Verhandlung einzufinden. furt Friedberg den 4. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg a 5. U 7. 2* 10 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. 4 Heilgehülfe Heinrich Weil von Reichelsheim, Kreis Friedberg, ist als Leichenbeschauer für diese Gemeinde ernaunt und ver— „ flichtet worden. Jaclil 4 Kriegsnachrichten. General Hann v. Wephern hat gestern nach] dieser Lage zu befreien, mußten mißglücken. Nach Officielle mititärische Nachrichten. leichtem Gefechte Dijon genommen. auswärtigen Nachrichten sol der Uebertritt der Heß, Pontarlier, 2. Febr. Die französische Graf Wartensleben. feindlichen Armee in der Starke von ungefähr 77077 e a 1 N** 3 i 76575 Mann auf Schweizer Gebiet bereits er— ö Uimee wurde am 30., 31. und 1. in mitunter Versailles, 3. Febr., Nachts. General folgt senn. Garibaldi, welcher sich gleichzeitig in bartnäckigen Arrieregardegefechten besonders bel v. Manteuffel hat durch die Operationen der an in de. ea Cluse zwischen Pontarlier und der Grenze letzten Tage die ihm gegenüber stehende feindliche Dien. Gesahr desand, umzingelt 3 e en, 5 1 a 8 den, ist diesem Schicksale nur durch eiligen Rück- toustärdig in das Grenzgebirge zurückgedrängt. Armee in die Grenzgebirge gedrängt und derart Ka 009 aue zersucht batte se fielen in die Hände der Südarmee 2 Adler, umstellt, daß derselben nur die Wahl zwischen der unf 1 85 N ne 0 15 5 12 0 0 2 9 Geschütze unt Mitrailleusen, 2 Generale, gegen Capitulation und dem Uebertritte auf schweizerisches un 1 Netalenen* NN N f f* a* vention zu hemmen. Dijon wurde am(. Febr. 5,000 Gefangene, viele hundert Proviantwagen Gebiet blieb. Die Versuche der feindlichen Ge ch leichtem Gefechte vo tren Truppen besetzt ant zahlreiches Material an Wassen. Eigener nerale, sich durch die unbegründete Berufung auf Rach le em Gefechte von unseren Trup N serlust etwa 600 Mann todt und verwundet. die zu Versaslles abgeschlossene Convention aus v. Podbielskp. Versailles, 5. Febr. Der Kaiserin und Königin in Berlin. Wegen der letzten entscheidenden Kämpfe, des erzwungenen Uebertritts des 80,000 Mann starken feind⸗ lichen Corps auf Schweizergebiet, sowie für die vollzogene Besetzung aller Jorts um Paris soll Viktoria geschossen werden. Wilhelm. Während des Waffenstillstandes, werden Offi⸗ cielle militärische Nachrichten nur bei außergewöhn- lichen militärischen Ereiguissen veröffentlicht werden. Aus Versailles wird vom 3. Februar gemeldet: Die Regierungs⸗Delegation zu Bordeaux hat in einem Wahlausschreiben vom 31. Januar zahlreiche Klassen der Bevölkerung, alle ebemaligen Minister, Staatsräthe, Senatoren, Präfekten und früheren offiziellen Candidaten, von der Wählbar— keit ausgeschlossen. In den Verhandlungen zwischen dem Grafen Bismarck und Jules Favre wurde der Wahlfreiheit eine besondere Bedeutung bei— gelegt und hat diese in dem Artikel 2 der Con- vention ihren formellen Ausdruck gefunden; die willkürlich von Bordeaux aufgestellten Beschrän⸗ kungen der Wahlfreiheit werden deßhalb deutscher Seits als vertragswidrig nicht anerkannt werden können, und wird das Pariser Wabldekret vom 28. Januar als den stattgehabten Unterhandlungen allein entsprechend anzusehen sein. — Die Londoner und Bordeauxer Nachrichten über die deutschen Friedensbedingungen sind, was Lothringen, Pondichery und die 20 Kriegsschiffe betrifft, aus der Luft gegriffen; Elsaß und Metz werden nicht herausgegeben werden. An Contri⸗ bution wurden von Thiers zu Anfang November vier Milliarden gefordert, dieselben werden seit— dem nach angestellter Rechnung auf das Doppelte aufgelaufen sein. Versailles. Jules Favre verweigerte, nach der Times, für die Corferenz einen Stellvertreter zu ernennen, oder Hrn. Tissot zu beauftragen, an seiner Stelle zu handeln. Garibaldi hat, wie man erzählt, gebeten, mit in den Waffenstillstand einbezogen zu werden. Einige Correspondenzen sind aus Paris heraus, andere binein gelangt. Die Verproviantirung geht fort; es herischt noch immer zroße Noth. Die Behörden geben keine Pässe zum Ueberschreiten der Vorpostenlinie. — Nach einem Versailler Telegramm der „Köln. Ztg.“ vom 2. d. wäre Jules Favre bis jetzt auf das Anerbieten Bismarck's, gegen Ueber— gabe von Belfort auch den Waffenstillstand auf die drei Ostdepartements auszudehnen, noch nicht eingegangen. Versailles. Graf Bismarck hat außer dem gegenüber dem Gambetta'schen Wahldekret vom 31. Januar erlassenen Protest, dessen Wort- laut gleichzeitig von Bordeaux gemeldet wurde, auch eine längere Note ähnlichen Inhalts gleichzeitig an Jules Favre gerichtet, welcher dieselbe durch die Zusage der Aufhebung jener Beschränkungen der Wahlfreiheit am J. d. beantwortet hat. — In einer Correspondenz der„Köln. Ztg.“ aus Versailles finden wir die Notiz, daß die 21. Division bereits aus dem Belagerungsring vor Paris gezogen und nach dem Süden commandirt ist. — Ein Versailler Telegramm bestätigt den Tod des Generals Due rot. — Das Schloß Meudon— so wird der „Kreuzzeitung“ vom 30. Januar aus Versailles gemeldet— ist heute abgebrannt. Der Brand entstand plötzlich, und da das Schloß nicht mit Truppen belegt ist, unbemerkt. Man hat bis jetzt keine andere Erklärung dafür, als daß eine der letzten französischen Granaten beim Crepiren ver⸗ borgen liegendes Holzwerk entzündet und die Gluth so lange fortgeschweelt hat, bis sie heute plötzlich in helle Flammen ausbrach. — In Paris befinden sich, nach der massen⸗ haften Ausweisung, imaet noch 1700 Deutsche, welche durch den nordamerikanischen Gesandten, Mr. Washburne, in der anerkennenswerthesten Weise unterstützt worden sind. — Vom 4. Februar an werden wieder alle Züge zwischen Nancy und Eper naß fahrplanmäßig verkehren, da die gesprengle Brücke bei Pontenay wieder hergestellt ist. — Die bayerische Feldeisenbahnabtheilung hat mit Hülfe der 2. preuß. Feldeisenbahnabtheilung die Bahnstrecken Chartres-Le Mans und Le Mans ⸗Conlie wieder hergestellt und vor einigen Tagen wurde mit Hülfe von fünf in Le Mans vorgefundenen Locomotiven zwischen Versailles und Le Mans ein regelmäßiger Betriebs dienst eröffnet. (— Die Franzosen baben für gut befunden diejenigen unserer in Dijon zurückgelassenen Ver- wundeten, von denen sie annahmen, daß sie min⸗ destens in den drei nächsten Monaten unfähig sein würden, zu entlassen. Eine Anzahl dieser, etwa 34, darunter mehrere Offiziere, sind durch die Schweiz nach Basel gekommen, von wo sie ein badischer Lazarethzug nach Karlsruhe abgeholt hat. — Aus Garibaldi's Räumung von Dijon ist so viel klar, daß dieselbe sich auch auf die Räumung des Departements Cote d'Or erstreckt. Er ist auf Macan zurückgegangen; wahrscheinlich war ihm der Weg nach Autun durch General v. Kettler's Division schon verlegt. Das süd— östliche Ausweichen gegen Dole ist natürlich Rück- zugsmanöver; bei längerem Verweilen hätten der angeblich 50,000 Mann starken Armee das 7. 7 2. Corps den Garaus gemacht. Im Departement Saone et Loire ist Garibaldi jetzt in Sicherheit. Bourbaki soll nach dem bonapartistischen„Gaulois“ in Genf seiner Wunde erlegen sein. — Nach dem Feldpostbriefe eines höheren Ossiziers vor Belfort, 27.(welcher der„Wes. Ztg.“ vorgelegen), is dem Belagerungscorps der Sturm auf die Forts Basses und Hautes Perches, dem Schlüssel der Festung, mit vielen Opfern mißlungen. Bern. Bis ietzt sind ungefähr 45,000 Fran- zosen in vollständig abgerissenem Zustand über⸗ getreten. Der Bundesrath verlangt von der franzöfischen Regierung Zusendung von Kleidungs⸗ stücken.— Die Anzahl der überkretenden Mann- schaften der Ostarmee ist nsch ungewiß, da die Deutschen fortwährend angreifen. 450 wurden nach Thun transportirt. Bern. Nach der zwischen dem schweizerischen General Herzog und dem Commandeur der bisher unter Bourbaki gestandenen französischen Armee abgeschlosenen Convention bat das übertretende Heer beim Eiumarsch seine Waffen, Ausrüstung und Munition abzugeben. Waffen, Ausrüstung und Munition werden nach dem Friedensschluß und der deflnitiven Bereinigung der Kosten, welche der Schweiz durch den Aufenthalt der französischen Truppen erwachsen, an Frankreich zurückerstattet. Die nänliche Bestimmung gilt hinsichtlich des Materials und der Munition der Artillerie; Pferde, Waffen und Effekten der Offiziere werden diesen zur Verfügung gelassen; hinsichtlich der Truppenpferde werden weitere Verfügungen vor⸗ behalten. Die Fuhrwerke für Lebensmittel und Gepäck kehren mit den Fuhrleuten sogleich nach Abgabe ihrer Ladung auf französisches Gebiet zurück Die Kriegskassen und Postfuhrwerke wer ⸗ den mit ihrem ganzen Inhalt der schweizerischen Eidgenossenschaft übergeben, welche dafür Rechen ⸗ schaft geben wird. Das Kriegsmaterial wird sich auf etwa 80,000 Gewehre, 100 Kanonen und Mitrailleusen, sowie wenigstens 5000 Pferde be— laufen.— Der Bundesrath hat sofort das Militärdepartement angewiesen, Einkäufe von Reis und Getreide zu machen, sowie das De— partement des Janern, eine ärztliche Untersuchung der Gefangenen vornehmen zu lassen, um einer Einschleppung gefährlicher Krankheiten vorzu⸗ beugen. Diese Maßregel wird freilich ihre Schwierigkeiten haben. Zur Unterbringung der Gefangenen dienen in erster Linie die eidgenössi— schen Kasernen; da dieselben aber nur für 8400 Mann Platz gewähren, so hat der Bunvesrath heute sofoct beschlossen, die Juternirten wie folgt in die Cantone zu verlheilen: nach Zürich 11,000 Mann, Bern 20,000, Luzern 5000, Uri 400, Schwyz 1000, Obwalden 400, Nidwalden 300, Glarus 1000, Zug 700, Freiburg 4000, Solo- leihen. betta an die Präfekten * thurn 3000, Baselstadt 1500, Baselland 1500, Schaffhausen 1200, Appenzell J. Rh. 200, Appenzell A. Rh. 1500, St. Gallen 7000, Grau- bünden 1000, Aargau 8800, Thurgau 3900, Waadt 8000, Wallis 1000, Neuenburg 1000, Geuf 1500, im Ganzen 84,900. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog- liche Regierungsblatt Nr. 4 enthält folgende Ver⸗ ordnung:„Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen ꝛc. ꝛc. ver- ordnen auf Grund der Bestimmungen im§. 14. des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 und im Art. 12 der Verfassung des Deutschen Reichs, im Namen des Reichs, was folgt: §. 1. Die Wahlen zum Reichstage sind im ganzen Reiche am 3. März d. J. vorzunehmen. §. 2. Der Reichstag wird berufen, am 9. März d. J. in Berlin zusammenzutreten. Urkundlich ꝛc. — S. K. H. der Großherzog hat am 21. Januar den Generalsekretär der landwirthschaft— lichen Vereine, Oeconomierath Dr. Aug. Adolph Krämer, auf sein Nachsuchen aus seinem Dienste mit Wirkung vom 1. Mai 1871 an entlassen; den ordentlichen Professor an der polptechnischen Schule, Dr. Philipp Fischer, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner geschwächten Ge⸗ sundheit in den Ruhestand versetzt. — Der Bütgermeister und der Gemeinderath haben an den deutschen Kaiser eine Adresse er— lassen, durch welche sie demselben als dem be— währten Führer der deutschen Nation, der Deutsch⸗ land vor dem drohenden Einfall des übermüthigen Feindes geschützt und mitten in den Stürmen der Schlachten das deutsche Reich wieder ins Leben gerufen habe, ihre Huldigung darbringen. Gleichzeitig wurde dem Großherzog eine Dank— adresse übergeben, in welcher constatirt wird, daß das einmüthige Zusammenwirken der deutschen Fürsten die Einigung Deutschlands ermöglicht habe. Mainz. Im Laufs des Januar starben in den verschiedenen Lazarethen 200 kriegsgefangene Franzosen und 23 deutsche Soldaten. Die Pocken haben unter dem Militär und bei der Civilbe— völkerung bedeutend abgenommen; nur Lungen- krankheiten und Typhus grassiren besonders unter den Franzosen.— Der größte Theil der wegen Chassepotsdiebstähle Inhaftirten ist einstweilen auf freien Fuß gesetzt. Preußen. Berlin, 3. Febr. Abgeord⸗ netenhaus. Der Antrag der Abgeordneten Lasker und Miquel, die Regierung aufzufordern, mit Rücksicht auf die bereits ausgeschriebenen Reichs- tagswahlen dahin zu wirken, daß der in einigen Gegenden Deutschlands, besonders in Preußen, noch bestehende Kriegszustand zum Schutze der Wahlfreiheit aufgehoben werde, soll durch Schluß berathung erledigt werden. — Der„Staatsanzeiger“ schreibt: Nachdem die Eisenbahubrücke bei Fontenoy hergestellt ist, werden vom 4. Februar an wieder alle Züge zwischen Epernay und Nancy gehen. — Die Nachricht, daß das Haus Roth⸗ schild in Paris die Zahlung der der Stadt auferlegten Kriegscontribution von 200 Mill. Francs übernommen hat, bestätigt sich. Der Chef des hiesigen Hauses Bleichroͤder har sich bereits nach Versailles begeben, um diese Finanzoperation zu regeln. Baden. Karlsruhe. Der hiesige Ge— meinderath hat beschlossen, dem General v. Werder aus Dankbarkeit für seine heldenmüthige Ver— theidigung der Lisainelinie, wodurch namentlich Baden von drohender Gefahr befreit wurde, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Karlsruhe zu ver⸗ Die Anzeige an den General ist tele— graphisch erfolgt, auch bereits Antwort von dem- selben eingetroffen. Was die Sammlungen behufs Widmung einer Ehrengabe für den General be— trifft, so wünscht man vielfach, daß die betreffen⸗ den Comites wenigslens in Süddeutschland sich über ein gemeinsames Handeln in dieser Angelegen- heit verständigen möchten. Frankreich. Bordeaux. Die von Gam⸗ erlassene Proklamation — 1 1 11 * 1 7e ind im ——— 29. Nit Fee ug Arch tg Dient * eatlastn; decechnischen * Aadgsuchen Dach Gt Ernnattratb at Nereßt tr· 4 den bi⸗ Deulsch · Aernitbigen g dtint Dank ⸗ unt wird, daß det dtuschen mizlicht habe. 1 farben in egtgHaνον,ů Dit Pocken u Cuilde⸗ im Wigan tete unitt det wegen Atrcilt 41 *. Abgterd⸗ kater 1208 Keichs · den Dole, welches der enthält noch folgende, in dem schon mitgetheilten Telegramme nicht befindliche Stelle: Es ist um jeden Preis nothwendig, daß der Waffenstillstand für uns nutzbar gemacht wird und wir können dies thun. Kurz, es ist nothwendig, bis zu den Wahlen Alles zu unserem Vortheile zu wenden. Was Frankreich bedarf, ist eine Na⸗ tionalversammlung, die den Krieg will und entschlossen sein muß, ihn um jeden Preis weiter zu führen. — Jules Simon und Lavertujon sind am 1. Febr. in Bordeaux eingetroffen. — Die Regierung veröffentlicht eine Depesche des Generals Clinchamps vom 30. Jan., welche desagt: Auf meine Anfrage bezüglich des Waffen- nillstandes hat General v. Manteuffel noch nicht offiziell geantwortet. Nach cinem durch einen Parlamentär bei Frasne überbrachten Schreiben des preußischen Generals scheint derselbe den Waffenstillstand für die Ostarmee nicht anerkennen zu wollen. Eine weitere Depesche Clinchamps dom 1. Febr. meldet: Manteuffel beharrt bei seiner Ansicht bezüglich des Waffenstillstandes und hat ine von mir verlangte 36 stündige Waffenruhe zur Aufklärung der Sachlage abgeschlagen. Da rotz meiner Protestation der Feind die Operation yortsetzt, sogar den Rückzug nach der Schweiz abzuschneiden droht und die Armee sowie das Kriegsmaterial dadurch verloren ware, habe ich zothgedrungen die Schweizergrenze überschreiten nüssen. Das Kriegsmaterial ist bertits über⸗ zegangen. General Billot deckt mit drei Divi— zonen des 18. Corps den Rückzug. — Die Regierung erhielt von General Nazare zus Bourges und von General Lopsel aus Havre fine Depesche, worin dieselben nochmals Auf— lärung über den Waffenstillstand verlangen, der Ar Frankreich verletzend und nachtheilig sei. Die Zenerale verlangen nochmals bestimmten Befehl. — Laut Mittheilung der Regierung ist Dijon zon den Preußen besetzt worden.— In Marseille lerrscht, eingegangenen Berichten zufolge, Bestürzung, och ist die Stadt ruhig. Die Proclamationen ter Präfektur und der Munjcipalilät brachte eine tute Wirkung hervor. Die Journale empfeblen ünsfimmig, die Ordnung zu bewahren und De⸗ donstrationen zu unterlassen. — Im Theater hat eine große Versammlung sattgefunden, in welcher eint Anzahl der hervor— ugenden Mitglieder der republikansschen Partei lehufs Bildung eines Wohlfahrtsausschusses ge⸗ pählt wurden, darunter auch Louis Blanc, Viclor tugo, Gambetta, Rochefort, Esquiros, Dupdrtal ud Schölcher. 4 Auf Verlangen Jules Simon's werden noch Mitglieder der Pariser Regierung(wahrscheinlich derry und Picard) in Bordeaux eintreffen, wo de wachsende Erregung der Gemüther dae Schlimmste befürchten läßt. , Gambetta läßt an die Zeitungen folgende Pittheilungen über die letzten Operationen der Dstarmee bezüglich des Abschlusses des Waffen- tüustandes ergehen, welche der Delegation mit- theilt wurden: Während die Oßarmte den Rück⸗ ig bewerkstelligte, begann Garibaldi, dessen Armee af 50,000 angewachsen war, die nöthige Diversion n Rücken der Feinde nach Dole und den Wald nach Chaux. Wenn diese Bewegung ebenso glück- Ih zu Ende geführt worden wäre, als sie be⸗ knnen wurde, so würden die preußischen Streit— ltiste zwischen zwei Feuer gekommen sein.(7) Ju wem Augenblicke stellte die Ostarmee ihre Be- digungen ein und Garibaldi mußte 3 Kilometer Feind fast völlig geräumt sotte, stille halten. In den zwei folgenden Tagen, vihrend die französischen Generale mit dem Feinde sarlamentirten, um das anscheinend vorhandene Nißverständniß zu beseitigen, setzte der Feind linen Vormarsch fort, schickte ansehnliche Ver- serkungen gegen Garibaldi, besetzte alle Positionen und machte es der französischen Armee unmöglich, eu früheren Plan zu verfolgen. Als der wahre Lortlaut der Convention bekannt wurde, war baribaldi genöthigt, Dijon zu räumen und sich af Macon zurückzuziehen; die Ostarmee aber war ef wungen, auf schweizerisches Gebiet überzutreten, ausgenommen das 24. Corps, welches als linker Flügel sich der feindlichen Verfolgung zu entziehen vermochte. — Gambetta läßt folgende Mittheilung veroͤffentlichen: Ich empfange aus Versailles vom 3, d. das folgende Telegramm:„An Herrn Gambetta in Bordeaux. Im Namen der durch die Waffenstillstandsconvention fest— gesetzten Wahlfreiheit protestire ich gegen die unter Ihrem Namen getroffenen Bestimmungen, welche zahlreiche Classen französischer Bürger von dem Rechte, in die Constituante gewählt zu werden, ausschließen. Wahlen, welche unter einem Systeme willkürlicher Unterdrückung er— folgen, werden nicht diejenigen Rechte erlangen können, welche die Waffenstillstandsconvention frei Gewählten zuerkennt. gez. Bismarck.“ Zu dem Telegramm macht Gambetta folgenden Zusatz:„Wir sagen, daß Preußen zur Be⸗ friedigung seines Ehrgeizes auf eine Versamm— lung rechnete, in welche, Dank der Kürze der Fristen, sowie der materiellen Schwierigkeiten jeder Art, Complicen und Begünstiger abge— setzter, mit Preußen verbündeter Dynastien hätten eintreten konnen. Das von der Dele— gation der Regierung in Bordeaux unter dem 31. v. M. erlassene Ausschließungsdecret ver— eitelt diese Hoffnungen. Der Anspruch des preußischen Ministers, sich in die Zusammen— setzung einer französischen Volksvertretung ein— mischen zu können, ist die glänzendste Recht— fertiguug der Seitens der Regierung der Republik ergriffenen Maßregeln. Die Lehre wird nicht verloren sein für Diejenigen, welche ein Gefühl für die nationale Ehre haben.“ Unterzeichnet ist die vorstehende Mittheilung von Gambetta. — Die„Patrie« vom 30. v. M. meldet: Die Regierung hat die Präfecten beauftragt, die Stimmung der Bevölkerung in den Provinzen bezuͤglich der Fortsetzung des Krieges zu er— forschen und darüber zu berichten. Seitens der letzteren sei hierauf die Antwort erfolgt, daß die Bevölkerung selbst in den südlichen Departements durch den Krieg erschöpft sei und den Frieden herbeisehne. Aus Calais wird vom 2. d. gemeldet: Das Eintreffen der Eisenbahnzüge mit Lebens- mitteln ist sehr erschwert. Der erste Eisenbahnzug mit Mehl kann erst morgen nach Paris abgehen. Der Mangel an Brod macht sich daselbst äußerst fühldar.— Aus Lille eingelangte Berichte melden, daß die Stimmung dort zum Frieden geneigt sei. — Das„Siecle“ meldet:„Die Ankunft von Waffen erfolgt im Hafen von Bordeaux ohne Unterbrechung. Gestern(28. Januar) schifften „Avon“ und„Lafayette“ für Auftrag der Ver- theidigungs- Commission ihre sast ganz aus Ge— wehren, Patronen und Mitrailleusen bestehenden Ladungen aus. Heute traf der Dampfer„Con- cordia“ mit unermeßlichem Artillerie-Material ein. Zwei andere Schiffe laufen mit Ladungen der— selben Art in den Fluß ein. Der amerikanische Dampfer„Concordia“ brachte von Newyork 1250 Kisten Gewehre, 1707 Kisten Patronen, 3495 Kisten Kriegsmunition, 166 Kisten mit Artillerie— sachen, 181 Kisten Kanonen, 249 Pulverkarren, 79 Laffetten zu Kanonen, 1047 Räder, 542 Kisten mit Pferdegeschirr und 593 andere Kisten, sowie mehrere Kisten mit Hacken.“ Belgien. Brüssel. Personen, welche direct von Paris dahier eintrafen, erklärten, daß in Paris eine unheimliche Ruhe herrsche. Es mangle dort an den nöthigsten Eßwaaren. Gebrüder Rothschild strecken die vereinbarte Gemeindetontribution von 200 Millionen Francs vor. — Reisende, welche Paris am 1. Februar verlassen haben, schildern die Ruhe in der Stadt Große Schwierigkeiten bereitet die Vertheilung von Lebensmitteln. Bis jetzt verlangten 25,000 Per— sonen Paris zu verlassen.— Nach einer Depesche des„Gaulois“ aus Genf vom 2. Februar ist General Bourbaki gestorben. — Der hier eingetroffene franz.„Moniteur“ vom 30. Januar enthält ein Deeret der Regierung, durch welches 13 obrigkeitliche Personen ihrer Stellung enthoben werden, weil dieselben bei den Staatsstreich von 1851 mitgewirkt haben. Großbritannien. London. Aus Ver- sailles gebt folgende telegraphische Meldung vom heutigen Datum ein:„Von Seiten der Generale Faidherbe und d'Achiet wurden in Betreff der Ausführung der Convention vom 28. Januar Schwierigkeiten erhoben, indem sie erklärten, keine Demarcationslinie anzuerkennen, und sich weigerten, die Räumung der auf der deutschen Seite liegenden Stellungen zu vollziehen, nachdem die deutschen Besatzungen ihre Stallungen auf der andern Seite bereits am 30. Januar geräumt hatten. Die deutschen Commandirenden erklärten hierauf, daß, wenn nicht bis zu einer bestimmten Frist die Räu- mung der betreffenden Positionen ausgeführt wäre, sie zum Angriff schreiten würden. Die Parsset Regierung, von diesen Differenzen benachrichtigt, wies ihre Generale telegraphisch an, sich sofort zu fügen.“ — Bier eingetroffenen Meldungen zufolge soll Graf Bismarck die Einstellung der Feindseligkeiten in den drei südlichen Departements und die Her— stellung der Demarcationslinie bis zur Schweizer Grenze von der Uebergabe Belfort's, unter freiem Abzug der Besatzung, abhängig gemacht haben. — Die„Times“ meldet aus Versailles vom 2. Februar, Jules Favre werde nicht zur Confe⸗ renz kommen und auch keinen Substituten absenden. Das Hauptquartier des Feldmarschalls Prinz Friedrich Karl ist nach Tours verlegt. — Der Umstand, daß die Nachricht von ein⸗ geleiteten Unterhandlungen zwischen Paris und dem kaiserlichen Hauptquartier in Versailles von engl. Blättern zuerst gebracht wurde, wird dadurch erklärt, daß Jules Favre zunächst dem englischen Diplomaten Odo Russel Mittheilung gemacht habe von dem Entschluß nach Versailles zu kommen, weil Paris genöthigt sei zu capituliren, wenn es nicht verhungern wolle. Er schilderte die Lage von Paris als eine furchtbare und theilte u. A. Odo Russel mit, daß während der drei Tage, welche seiner Ankunft in Versailles vorausgegangen seien, 3500— 4000 Personen(die Verwundeten nicht mit einbegriffen) in Paris gestorben seien. Odo Russel habe in Folge dessen bezügliche Nach⸗ richten nach London gelangen lassen, ehe noch Graf Bismarck von den Absichten Jules Favre's genau unterrichtet gewesen sei. Türkei. Konstantinopel. Die Pforte bat die an der bosnischen Grenze concenttirten Regimenter nach Konstantinopel abberufen. Frankfurt. Dieser Tage traf ein Brief aus dem Reichskanzleramt zu Versailles bei einer hiesigen Familie ein und enthielt derselbe eine Sammlung von 20 Stück Briefmarken von per Luftballon beförderten Briefen. Das Räthsel löste sich bald. Als die Eltern an ihre beiden in Versailles stehenden Soͤhne schrieben, legte der Bruder derselben ein Briefchen an den Reichskanzler bei. Die Brüder besorgten die Einlage ganz pünktlich und Graf Bismarck gewährte die Bitte. In dem Schreiben heißt es, daß die Marken von solchen Briefen seien, welche unter ganz besonderen Umständen den Deutschen in dle Hände gefallen seien. Darmstadt. Da die kriegsgefangene pariser Armee nicht, wie ursprünglich erwartet, nach Deutschland ge⸗ bracht wird, so ist der Bau des Lagers auf dem Exer⸗ eiexplatz sistirt worden und man bereits mit dem Abtragen der seither erbauten Baracken beschäftigt. Darmstadt. Die„H. V.“ melden: Dieser Tage wollte ein junger, in Darmstadt internirter, franzoͤsischer Offizier auf dem großen Woog Schlittschuh laufen. Ein Mitglied der dort anwesenden hoffnungsvollen Jugend warf demselben unter dem Rufe:„Paris caput“ einen brennenden Feuerwerkskörper zwischen die Beine. Dabei verlor aber der Kleine das Gleichgewicht und stürzte so heftig auf einen am Ufer befindlichen harten Gegenstand, daß er betäubt war und heftig am Kopfe blutete. Sofort hob ihn der franzoͤsische Offizier auf, trocknete ihm das Blut ab, holte einen Wagen und brachte ihn darin zu seinen Eltern in die Stadt zurück. Der menschenfreundliche Offizier ist der Lieutenant du Quesnoy 1. franz. Husaren⸗ Reglment. Friedberg. Oer hiesige Musikeerein wird nächsten Sonntag Abend im Hötel Trapp ein Concert zum Besten der im deutschen Kriege Verwundeten veranstalten. Wie wir bören, haben einige auswärtige Rünstler ihre Betbeiligung zugesagt, so daß ein genuß— reicher und Abwechslung bietender Abend zu erwarten sieht. Möge man uns recht bald durch die Mittheilung des Programms erfreuen und boffen wir auf eine, dem edlen Zwecke entsprechende zahlreiche Betheiligung des Publikums. * 3 Hofraithe⸗Versteigerung. J., Vormittags 275 Montag den 13. Februar d. die Hoftaithe des 11 ubr, soll in biesigem Rathhause Ludwig Schackai dahier, Flur. Nr. Klftr. 2. 400. 6.9. Hofraithe in der Stadt, auf freiwtülgen Antrag nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 4. Februar 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Bekanntmachung. 276 Abraham Kaufmann von Nieder⸗Weisel hat seinem Sohne Isaak Kaufmann Procura ertheilt, was mit dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß sich derselbe schon seit einigen Jahren in dem Handels⸗ geschäft seines Vaters befindet. Butzbach den 1. Februar 1871. Großberzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer. Holz ⸗Versteigerung in den Domanialwaldungen der Ober förster ei Eichelsdorf. 278 Es werden versteigert im Difriet Alterberg: 1) Montag den 13. Februar. A. Brennholz. Holzart Scheldholz Prügelbolz Stockbolz Reis holz Ste ck e n. Buchen 70 I. Cl. 44½ 32 144 „ 36 II. Cl.——— Eichen 15 1. Cl. 3½ 11 6 „ 53 II. Cl.——— Nadelholz— 55½— 52 Aspen— 7 0— 5 2 B. Bau- ꝛc. Holz. 9 Eichenstämme von 11— 29 Zoll Durchmesser und 10—29 Fuß Länge mit 636 Cubilfuß. 46 Nadelstämme von 5½— 19 Zoll Durchmesser und 10—60 Fuß Länge mit 1354 Cubilfuß. 8 Buchenstämme von 24½—31 Zoll Durchmesser und 5— 25 Fuß Länge mit 439 Cudbikfuß. Die Nadelprügel find meist in Schichten von 10— 20 Fuß dänge aufgearbeitet. Bei den Buchen finden sich mebre starke Hacklötze. Das Eichenscheidholz J. Classe ist meist für Glaser und Käfer geeignet. 2) Dienstag den 14. Februar. Holzart Scheidpolz Prügelbolz Stockholz Reis holz S t e cken. Buchen 67 I. Cl. 38 25½ 66 * 34½ II. Cl.—. 8 Aspen, VBorwuch!——— Die Versteigerung beginnt an beiden Tagen Morgens präcis 9½ Uht. Zusammenkunft im Holzschlag am ersten Tag bel den ersten Polznummern, am zweiten Tag auf der Fünfeichenschneiße. Eichelsdorf am 29. Januar 1871. Hroßpegeelc, Oberförsterei Elchelsdorf 55 Holzoersteigerung. 280 Montag den 13. Februar l. J., werden in den Freiherrlich von Franckenstein'schen Walddistrieten Mörler-⸗Unter, am Forsigarten ꝛc. versteigert: Scheidholz Sr Stockholz Reisbolz I Wellen. Buchen— 2⁰ 33 2200 Eichen, Birken 15½ 91 41 4200 Aspen, Erlen 1 73 46 2200 Kiefern— 21— 162⁵ 412 Kiefern⸗Baumfützen. Dienstag den 14. Februar, werden im Distriet Mörler⸗Unter welter versteigert: 394 Eiche ⸗Stämme von 5½.—11 Zoll mittlerem Durch⸗ messer, 20—45 Zoll Länge und 4865 Cubikfuß. 91 Birkeu⸗ und Buchen⸗Stämme mit 744 Cubikfuß. 3 Kiefern⸗Stämme mit 50 Cubikfuß. 1 Linden⸗Stamm mit 159 Cubtkfuß. 9 Erlen⸗Stämme mit 74 Cubikfuß. 175 Eichen⸗Staugen mit 719 Cublkfuh. 57 Bürken⸗ und Buachen⸗Stangen mit 205 Cubikfuß. Ein großer Theil des Stammholzes und das Stangen⸗ holz ist zu Wagnerholz sehr geeignet Zusammenkunft an beiden Versteigerungstagen Morgens 9 Uhr im District Mörler⸗Unter zunächst den Schießmauern. Credit bis 1. September 1871. Ockstadt den 4. Februar 1871. Der Freiherrlich v. Ftanckenstein'sche Oberförster Rumpf. Holz ⸗Versteigerung. 279 Donnerstag den 9. d. Mis. sollen im hiesigen Gemeindewalde Diftrict Matzenplacken nachstehende Holz⸗ sortimente verstelgert werden: 2046 Birken Wellen, 19401 Weichholz Wellen, 213 Dorn⸗Wellen, 1491 Gebund Ginstern. Zablungstermin bis zum 1. Juli l. J. Der Aufang ist präcis Morgens 9 Uhr. Ober⸗Mörlen am 4. Februar 1871. Großherzogliche 1 Ober⸗Mörlen Je e. von F. J. R OSS Ebeminçes, Grabdenkmälern zc. Das Marmor⸗Geschäft a c hin Mainz 273 empfiehlt sich in Anfertigung von Marmor Arbeiten aller Art, namentlich auch von Vergebung von Bauarbeiten. 281 Die zur Unterhaltung des neuen Badhauses zu Bad⸗Naubeim für das Jahr 1871 vorgesehenen nach · flehend verzeichneten Arbeiten sollen auf dem Submissions⸗ wege vergeben werden. Dieselbe 155 veranschlagt: Maurerarbeit 59 fl.— kr. Zimmerarbeit 30„— Schreinerarbett 800„ 19„ Schlosserarbeit 95„— Weiß binderarbelt 772„ 19„ Mechanikerarbeit 25„—„ Voranschlag und Accordbedingungen liegen auf unter⸗ zeichnetem Kreisbauamt zur Elnsicht offen. Die Offerten, welche die Abgebote nach Procenten der Voranschlagssummen enthalten müssen, sind spätestens bis Mittwoch den 15. Februar, Vormittags 10 Uhr daselbst verschlossen und mit der Aufschrift „Submission zur Uebernahme der„Arbeiten am neuen Badhaus zu Bad⸗Nauheim“ abzugeben. Frledberg den 5. Februar 1871. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Re u 5. Die Spar- und Leihkasse zu Lich betreffend. 283 Zu der alljährlich abzuhaltenden Haupt Versamm lung werden hiermit alle Mitglieder und die Rechte der Muglieder besitzende Gläubiger dec dlesigen Spar- und Leibkasse auf Mittwoch den l. März l. J., Morgens 10 Uhr, in ven Nathhaussaal biesiger Stadt mit dem Bemerken eingeladen, daß Anträge von Seiten der Mitglieder oder Gläubiger in dieser Daupt Versammlung nur dann Be⸗ rücksichtigung finden können, wenn solche längstens bis zum 20. l. Mis. bei dem Unterzeichneten schriftlich ein⸗ gereicht worden sind. Lich am 4. Februar 1871. Namens des Aufsichts⸗Ausschusses der Spar⸗ und Leihkasse zu Lich 0 l V v. 7 2 Ein Pferd, 258 7 Jahre alt, von anerkannter Güte, mit urd ohne Wagen und Geschter, verkaufe ich unier günfligen Be⸗ dingungen. L. H. Strauß. 256 Mehrere hundert Centner 9 Dick wurz find abzugeben bei Melbach. H. J. Hahn. Ein Mädchen, 257 israel. Confession, das kochen und einer Haus⸗ haltung vorstehen kann, wird gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Eintritt sofort. Von wem? sagt die Expedition d. Bl. Eine Wäsche fabrik 8 Wollwaareu⸗Handlung 250 in Frankfurt a. M., welche Samstags geschlossen ist, sucht ber oder zu Ostern einen befähigten Lehrling, Isr., aus guter Famtlie. Bel entsprechenden Vorkennt⸗ nissen jährliche Vecgütung und wird eine praktische gute Ausbildung zugesichert. Näheres sub Chiffre Z 801 durch die Annoncen⸗Expedition von Rudolf Mosse, Zeil 45 Frankfurt a. M. 274 Der„Fußtritt an die Dentschen“ oder Eilgut nach Paris. Wit vielem Andern zu lesen in der ernten und beiteren Kriegschronik des Laubfroschkalenders für 1871. Prets 12 kr. Zu haben bet allen Buchhändlern und Buchbindern. In Friedberg bei Binder nagel& Schimpff. Ein Schreinergesell 277 und ein Lehrling können sogleich in Arbeit treten bei arl Schmidt in Asseuheim. Eine Chaise 8 sieht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Siegesfeier. 247 Transparente mit den Bildnissen des Kaisers, Blemorck's und Moltke'e ꝛc. ꝛc., sowie farbige Ballons und Stocklaternen empfiehlt g H. Blensdorf, Hof⸗Tapezier, Ein junger Lehrer 284 findet zu Ostern an einer größeren Anstalt eine Stellung. Anerbieten mit einer Abschrift der Zeugnisse sind zu adressiren an: errn F. L. Eichelmann, Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Frankfurt a. M., Ta unusstraße 15. Tapetenhandlung. 272 Vollständig assortirtes Lager von Tapeten zu den bill/asten Preiseu empfiehlt C. Horn. Bad⸗ Nauheim. Ein reinliches Dienstmädchen, 260 gesetzten Alters, in allen Dausarbelten erfabren, welches sogleich eintreten kann, wird in Dienst gesucht Bad Nauheim, Fürstenstraße 333, 1. Stock. Ein Einsteher 286 sucht mit einem Militärpflichtigen einen Einstands⸗ vertrag abzuschliehen. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition d. Bl. Zu verkaufen drei Fichten 176 zu einem billigen Preis und zwar zwei 8 106 Cubikfuß und eine von 71 Cubikfuß, alle eignen sich hauptsächlich zu Durchzügen. Nähere Auskunft eribelt Johannes Schneider. Langenhain bei Butzbach. 12 Todesanzeige. 282 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere unvergeßliche Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Elisabetha Buchecker, geb. Jung, nach längerem Leiden in ihrem 82. Lebensjahr heute Morgen um 3 Uhr in ein besseres Jeuseits abzurufen. Die Beerdigung findet Dienstag, Nachmittag um 3 Uhr, fslatt. Um Rille Thellnahme bitten Die trauernden dinterbliebenen. Friedberg den 5. Februar 1871. ——————— Todesanzeige und Dank. 285 Freunden und Bekannten hiermit die An⸗ zeige, daß unser lieber Gatte und Vater Wilhelm Krauch Freitag den 3. Februar nach längerem Leiden gestorben it. Zugleich sagen wir denfenigen, welche den Verstor⸗ benen zu seiner letzten Ruhestätte geleitelen. unsern tiefgefühlten Dank. Die Hinterbliebenen. Nauheimer Cbausseebaus im Febr. 1871. Kirchenbuchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Ge taufte: Dem Staflons. Assistenten bei der Main⸗ Weser⸗Bahn Heinrich Ludwig Schenk eine Tochter, Bertha Marie Auguste, geb. den 24. Dez. 1870. 29. Jan. Dem hiesigen Bürger und Bäckermeister e Rumpf ein Sohn, Hermann Jakob, geb. den d. Jan. 29. Jan. Dem biesigen Bürger und Sattlermeister Gottfried Mörschardt eine Tochter, Margarethe Wil⸗ belmine, geb. den 8. Jan. 29. Jan. Dem hiesigen Bürger und Schuhmacher⸗ meister Leonhard Füller eine geb. den 13. Jan. 30. Jan. Bürger und Schuh machermelster, 49 J., alt, gest. den 28. Jan. 4. Febr. hlesigen Bürgers und Schuhmachermeisters Georg Kautz, 4 M. 17 T. alt, gest. den 3. Febr. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Mittwoch den 8. Februar, Abends 5 Uhr, in der Burgkirche: Betäunde mit Ansprache von Herrn Pfarrer Köhler. 29. Jan. Beerdigte: Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. in Bad⸗ Nauheim. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Ce Meine Beilage.) Tochter, Regina Marla, Johann Heinrich Oberländer II., hiesiger 5 M. 12 7. Marse Katharine Kautz, Töchterchen des — — —]«s]ęͤ., aten Libere chneider, bete. —— de. 1 geclalen ant unt: * a: Italt A abrtesen. Naur 1 lud s enden tre 5 4 Beilage. 15 Douerhessischer Anzeiger. M16. —— — Kriegs nachrichten. Aus Bersaflles wird vom 2. Februar gemelret:„Um die Zufuhr der Lebensmittel für Paris zu erleichtern, wurden die Commandirenden sofort nach Abschluß des Waffenstillstandes an- gewiesen, die Wiederherstelung der Eisenbahn⸗ linien möglichst zu fördern, es feblt indeß überall an Betriebsmaterial. Die deutschen Armeen ver⸗ sehen die Hauptstadt mit den nothwendigsßen Lebensmitteln. Die Beförderung von offenen Briefen nach Paris ist zugestanden worden, auch wurde eine selegraphische Verbindung zur Ueber mittelung amtlicher Depeschen eingerichtet. — Die Nachrichten aus dem Norden Frank- reichs machen es wahrscheinlich, daß dort die Friedenspartei immer mehr erstarkt. In Lille und im Norddepartement überhaupt haben dit wieder holten Niederlagen Faidberbe's die Bewohner vollständig ernüchtert und im Westen scheint es nicht anders zu sein. So schrelbt der„Times““ Correspondent bei der Armee des Großherzogs von Meckleuburg unter dem 26. Januar aus Rouen:„Unter all' den Leuten, die ich in Or⸗ leang, in Chartres, in Lemans, Alenzon und fetzt in Rouen gesprochen habe, unter allen Landleuten und Gutsbesitzern in den eroberten Landestheilen fand ich auch nicht einen Einzigen, der gesagt hätte, er oder seine Mitbürger seien für di: Fort- letzung des Krieges oder es liege noch irgend eine Wege des Sieges für Frankreich vor.“ — Ueber den Einmarsch der preußlschen Truppen in St. Denis giebt der bei dem Klon⸗ priazen von Sachsen befindliche Spezialcorrespon⸗ dent der„Daily News“ folgenden Bericht:„Am 29. Januar in aller Frühe ritt Major v. Welcke nach St. Denis, um mit dem Commandanten die Uebergabe der umliegenden Forts zu arran⸗ giren, Um 10 Übe Morgens brachen der Kron⸗ prinz von Sachsen und sein Stab nach St. Denis auf. Als wir die kleine Kirche in dem Dorfe pasfirten, hörten wir die französische Garnison ingen. In dem Vorpostendorfe La Barre wurde Halt gemacht. Welcke war noch nicht zurück- gekehrt; der Commandant, hieß es, sei starrköpfig und das Benehmen der französischen Truppen drohend. Inzwischen wurde in einem halbzerschossenen Hause ein kaltes Frühstück eingenommen. Der Major kehrte zurück, aber nicht mit der Kunde, daß Alles geregelt sei. In Begleitung eines Lieuteuants begab er sich nach St. Denis zurück. Wäbrend- dem hatte sich eine starke Truppenabtheilung in Marsch gesetzt. Das Kaiser Franz-Regiment, das 26. Jufanterie Regiment und vier Felodbatterien des 4. Armee Corps kamen auf einem Platze zwischen St. Deuts und Engbien an und machten vort Halt. Vorher halten sich zwei Compagnien Festungsartillerie und eine Ingenieurabtheilung in das Fort begeben, erstere um die Geschütze und Magazine zu übernehmen, letztere um die Minen zu entladen. Endlich kam die Meldung, daß St. Denis von den französischen Truppen geräumt, die Nationalgarde entwaffnet sei, und die Einwohnerschaft Vernunft angenommen habe. Die Kapelle des 26. Regiments begann den Pariser Einzugsmarsch zu spielen und, den Kron⸗ prinzen mit selnem Stabe an det Spitze, marschirte die Jufanterie die Hauptstraße entlang, deren Passage durch Barrikaden und den Schutt ent⸗ sadener Minen sehr versperrt war. Bis zum Place d' Armes sind die Häuser fast alle zertrüm ⸗ mert. Die ganze Stadt ist ein Rufnenhaufen. Die Trottoirs waren mit Cipilisten, Männern, Frauen und Kindern angefülll, die aber nicht sehr zusgehungert aussahen. Es herrschte ein selt— amtes unfranzösisches Schweigen; hier und da sah man eine gerunzelte Stirn oder hörte ein zacre zwischen den Zähnen murmeln. Etwa in die Mille der Straße angelangt, erhielt ein Peleton Hardelürassiere Befehl, an die Spitze der Truppen du reiten. Als diese prächtigen Rester im vollen Dalopp vorsprengten, llesen dit Frauen und Kinder mit dem Rufe„die Ulanen! die Ulanen!“ in die zerschossenen Häuser. Auf dem Platze vor der Kaserne ließ der Kronprinz die 14. Brigade des 4. Armee Corps— welche die Garnison von St. Denis bilden wird— bei sich vorbeidefiltren, wobei dit Regimentskapelle den„Patiser Marsch“ und„Ich bin ein Preuße“ spielten. Elne Menge Franzosen wohnten dem militärischen Schauspiele bei, und ich konnte hören, wie sie einer dem andern mit traurigen Mienen ihre Bemerkungen über die physische und soldatische Haltung der deutschen Truppen zu erkennen gaben.“ — Aus Bordeaux vom 30. Januar wird gemeldet, daß der General Bourbaki, dessen Wunde tödtlich ist, nach der Schweiz transportirt worden sei. Nach anderer Quelle ist er bereits in Lyon angekommen und wäre Hoffnung auf seine Heilung— Bern, 2. Febr. Manteuffel ist gegen die Schweizer Grenze nachgerückt. Die Franzosen verweigerten anfänglich die Ablieserung der Waffen. Gestern Abend sind 25,000 Mann, 180 Kanonen, 4000 Pferde und eine Masse von Armecfuhrwerk üdergetreten. Nruenburg ist, mit Flüchtigen und Verwundeten angefüllt. Dieselben sind in den Kirchen untergebracht. Bern, 2. Februar. Der„Bund“ meldet: „Gestern Nachmittag erfolgte bei Fort de Joux Seitens der Preußen ein neuer Angriff, um den Franzosen den Rückzug abzuschneiden. Bourbaki und Garibaldi befinden sich laut Aussage von Reisenden in Lpon.“ Die Waffenstillstandsconventlon. Zwischen dem Herzen Grasen v. Bismarck, Kanzler des deuischen Bundes, handelt im Namen Sr. Majestät des Kaisers von Deutschland, König von Preußen, und Herrn J. Favre, Minsster der auswärtigen Angetegenheilen der Regierung für die Nationalverißeidigung, beide mit regel- mäßigen Vollmachten versehen, sind folgende Uebertin⸗ künfte fesigestell worden: Art. I. Ein allgemeiner Waffenstillgand auf der ganzen Linie der in Ausführung begriffenen militärischen Ope⸗ rallonen zwischen den deutschen und den ftranzössischen Armeen wird für Parie gleich heute, für die Departe⸗ mente binnen drei Tagen deginnen. Der Waffenstilland wird 21 Tage, von heute an, dauern, so daß, vorbehalt⸗ lich des Falles der Erneuerung desselben, der Wassenstill⸗ stand überall am 19. Februar, um Mittag, beendigt sein wird. Die kriegfühtenden Heete werden ihre gegensettigen Stellungen bepalten, welche durch eine Scheidelinie ge⸗ trennt sein werden. Diese Linie wird von Pont. l' Cveque, an den Küsten des Calvadosdepartemento, ausgehen sich nach Lignieres, im Noroosten des Mayennedepartements, wenden, indem sie zwischen Briouze und Fromentel durch⸗ geht und das Mayennedeparlement in Lignieres berührt; sie wird sich läugs der Grenze, die dieses Departement von demjenigen der Orne und der Sarthe trennt, bis zum Noreen von Morannes hinziehen und sich dergestalt weitet ausdehnen, daß die Departements der Sarthe, von Indreet Lolte, LoirKCher, Loire, Vonne bie zum Puncte, wo, ösllich von Qnare les⸗Tompes, die Departemente der Cole⸗d'Ot, der Niegre und der Ponne sich berühren, unter deutscher Occupation bleiben. Von diesem Puncte wird die Richtung der Linie einer Verständigung anheimgestellt bleiben, welche statifinden wird, sodald die contrahirenden Tyeile übet die jetzige Lage der militärsschen Operationen, die in den Departements der Code⸗d' Or, des Doubs und der Juta in Auoführung sind, unterrichtet sein werden. Jedenfalls wird sie durch das aus diesen drei Departe⸗ ments zusammengesetzte Gebien gehen, indem sie die mörd lich diesem Gebiete gelegenen Departements unter deut; scher die südlich getegenen Depaxsements unter sranzöstsche Occapation beläßtl. Die Departement vom Nord und Pas-de-Calais, die Festungen Givet und Langres mit dem sie umgebenden Terrain auf eine Strecke von 10 Kilo metet und die Halbinsel von Havre big zu einer von Elretat gegen Saint Romain bin zu zlebenden Linie werden außerhalb der deulschen Occupation bleiben. Die beiden kriegführenden Heere und ihre beiderseltigen Vorposlen werben sich auf eine Entfernung von wenizstens 10 Kilometer bon den Linen halten, die zur Trennung ihrer Stellungen 2 sind. Eine jede der beiden Armeen behält sich as Recht vor, ihre Autorität auf dem von ihr besetzlen Gebieie gufrechtzuhalten und alle Mittel, welche ihre Commandanlen zu diesem Vehuse für nolhwendig erachten, anzuwenden. Tex Waffenstillstand ist gleichfalls auf die Seekräfte beider Länder anwendbar, mit Aunahme des Meridiaus von Dünkirchen als Scheidelinie; westlich von heulscher Linte wird die stanzösische Flotte sich baltenz die deulschen Krlegsschisse, die sich in den westlichen Ge⸗ wässern befinden, werden sich, sobald sie benachrichtigt werden ktönnteu, nach dem Osien derselben zurückziehen. Die Prisen, die nach dem Abschlusse und vor ber Mit⸗ theilung des Waffenflillstandes gemacht würden, werben zurückerstattet werden, ebenso wie die Gefangenen, welche beiderseits in Gefechten, die in der angegebenen Zwischen⸗ zeit staltfänden, gemacht werden könnten. Die militärischen Operationen auf dem Terrain der Departements des Doubs, des Jura und der Cote-d'or, sowie die Belagerung von Belfort werden, abgesehen vom Waffenstillstande, sortdauern, bis man sich über die Scheidelinje geeinigt hat, deren Richtung durch die drei erwähnten Departe⸗ ments einer weiteren Verftändigung vorbehalten worden ist. Act. 2. Der so vereinbarte Waffenstillftand hat zum Zwecke, der Regierung der nationalen Vertheidigung zu gestatten, eine frei gewählte Versammlung einzuberufen, welche sich über die 30e aussprechen wird, ob der Krieg fortgesetzt werden soll, oder unter welchen Bedingungen det Friede geschlossen werden soll. Die Versammlung wird in der Stadt Bordeaux zusammenireten. Von Sei⸗ len det Befehlshabet der deulschen Heere werden alle Ex⸗ leichterungen gewährt werden für die Wahl und den Zu⸗ sammentrilt der Deputirten, welche die Versammlung bilden werden. Art. 3. Es wird sofort Seitens der franzssischen Milstärbehoͤrde die Uebergabe aller Forts, welche den äußeren Vertheldigungsting von Paris bilden, sowie alles Kriegsmatertals an die deutsche Armee erfolgen. Die Gemeinden und Häuser, welche außerhalb dieses Kreises oder zwischen den Forts liegen, werden von den deutschen Truppen bis zu einer Linie besetzt werden können, welche durch die Milucr⸗Commissäre zu ziehen ist. Das Terrain, welches zwischen dieser Linie und der befestigten Enceinte der Stadt Paris liegt, wird den bewaffneten Heeren beider Par⸗ teien untersagt. Die Art der Uebergabe der Forts und die Zichung der erwähnten Linie werden den Gegenstand eines der gegenwärtigen Convention anzuhängenden Protocolls bilden. Art. 4. Während der Dauer des Waffenstillstandes wird die deutsche Armee die Stadt Patis nicht betreten. Art. 5. Die Enceinte wird desarmirt, die Laffetten der Kanonen werden in diejenigen Forts gebracht, welche noch von einem Commissär der deulschen Armee zu be⸗ slimmen sind. Art. 6. Die Garnisonstruppen(Linie, Gardemobile und Marinetruppen) der Forte und von Paris werden kriegsgefangen, mit Ausnabme einer Diviston von 12,000 Mann, welche die Milttärbehörde in Paris für den inneren Dienst behalten wird. Die kriegsgefangenen Truppen werden ihre Wassen niederlegen, die an den bestimmten Punklen zusammengetragen und laut Reglement durch Commissäre nach üblichem Gebrauche übergeben werden; diese Truppen werden im Innern der Stadt bleiben, deren Enceinie sie während des Waffenstillstandes nicht über⸗ schreiten dürsen. Die französischen Behörden haben die Verpflichtung, darüber zu wachen, daß jedes zur Armee oder Modbilgarde gehörige Indibiduum im Innern der Stadt consignict bleibt. Die Officiere der gefangenen Truppen werden auf einer den deutschen Behörden zu übergebenden Liste verzeichnet. Beim Aufhören des Waffen⸗ stillstandes haben sich alle Militärangehörige, welche zu der in Paris consignirten Armee gehöken, als Kriegsge⸗ sangeue der deutschen Armee zu stellen, wenn der Friede bis dahin nicht abgeschlossen ist. Die gefangenen Offlciere werden ihre Wassen behalten. Art. 7. Die Nationalgarde wird ihre Waffen behalten; sie wird mit der Bewachung von Paris und mit der Auf- rechthaltung der Ordnung beauftragt werden. Ebenso wird es mit der Gendarmerie und den dieser gleichgestellten Truppen gehalten, welche im Dienste der Gemeinde stehen (wie garde républicaine, Douanters und Pompiero); die Gesammtsumme dieser Kategorie wird nicht mehr als 3500 Mann betragen. Alle Franctireurs-Corpo werden durch cine Verordnung der franzͤͤsischen Regierung aufgel dst, Art 8. Sofort nach der Signatur dieses und noch vor Besetzung der Foris wird der Oberbesehlsbaber der deutschen Heere alle Erleichterungen den Commissären ge⸗ währen, welche die franzöoͤsische Regierung sowohl in die Departements wie in das Ausland senden wird, um die neue Verproviautlrung vorzubereiten und nach det Stadt alle Waaren, welche dahin bestiimmt sind, heranführen zu lassen. Art. 9. Nach der Uebergade der Forts und nach der Entwaffnung der Ringmauer und der Besatung, welche in den Artikeln 5 und 6 ausbedungen sind, bewerkstelligt sich die Verproviantirung von Paris frei durch den Transport auf den Eisenbahnen und zu Wasser. Die zu dleser Ver⸗ proviantirung bestimmten Vorräthe dürfen nicht aus den von den deutschen Truppen besetzten Gebieten bezogen werden, und die französische Regierung macht sich anbeischig, dieselben außerhalb der die Sellungen der deutschen Armten umgebenden Demarcationslinie anzuschaffen, es sei denn, der Befehlshaber dieser Letzteren würde zum Gegentheil ermächtigen. Art. 10. Jede Person, welche die Stadt Paris ver⸗ lassen will, soll mii regelmäßigen Erlaubnißscheinen ver⸗ sehen sein, die von der französischen Militärbehoͤrde aus⸗ gefertigt und bei den deutschen Vorposten visirt werden müssen. Diese Permissionen und Visas werden von Rechsowegen den Candidaten für die Deputlrten der Provinz und den Deputirten der Natlonalversammlung bewilligt werden. Die Circulation der Personen, welche A r —— — ——ũ̃— e . ͤ ere Range stehen. die besagte Ermächtigung erbalten haben, wird nur zwischen 8 Uhr Morgens und 6 Uhr Abends erlaubt fein. Urt. 11. Die Stadt Paris wird als Munteipalkrieg steuer 200 Millionen Franken bezahlen. Diese ist vor dem 15. Tage des Waffenstillstandes zu enkkichten. Eine gemischte deutsch⸗ sranzösische Commission wird die Weise destimmen, wie dieses Geld bezahlt werden soll. Art. 12. Während der Dauer des Waffenstillstandes darf nichts von den öffentlichen Werthpapierxen wegge⸗ nommen werden, die als Pfand für die Erhebung der Kriegssteuern dienen können. Art. 13. Während des Waffeustillftandes dürfen keine Waffen, keine Munition oder zu ihrer Herstellung dienende Stoffe in die Stadt Paris eingeführt werden. Art. 14. Es wird unmittelbar zum Auctausche aller Kriegsgefangenen geschritten werden, welche seit Beginn des Krieges durch die französische Armee gemacht worden sind. Deshalb werden die französischen Behörden in kürzester Zeit die Namens verzeichnisse der deutschen Kriegs⸗ gefangenen an die deutschen Militärbehöͤrden in Amleus, Mans, Orleans und Vesoul überliefern. Die deutschen Kriegsgefangenen werden an die am nächsten gelegenen Gränzorte abgeführt. An denselben Orten werden die deutschen Behoͤrden in moͤglichst kurzer Zeit eine ent⸗ sprechende Anzahl franzssischer Kriegsgesangenen an die französischen Militärbehoͤrden ausliefern, die in demselben Dieser Ausklausch erstreckt sich auch auf die bürgerlichen Gefangenen, wle die deulschen Handels ⸗ schiffs⸗Capitäne und die franzzsichen Civilbeamten, die in Deutschland internirt worden sind. Art. 15. Ein Briespostdienst für offene Briefe wird zwlschen Paris und den Departements durch Vermittlung des Generalquartiers in Versailles hergestellt. Zur Beglaubigung des Obigen haben die Unterzeich⸗ neten das gegenwärtige Uebereinkommen mit ihren Unter⸗ schristen und ihren Amtssiegeln versehen. Geschehen zu Versailles, 28. Januar 1871. Bismarck, J. Favre. Zusatz zur Uebereinkunft vom 28. Jannar 1871. Art. 1. Nr. 1—4 enthält die Betimmungen über die Demarkationslinie vor Paris, die sich für die deulschen Truppen auf 500 Metres vor den Fronten der 3 hinzieht. Für die Franzosen ist die Enceinte diese nie. Art. 2. Durchgang durch die Gränzlinie. Die Personen, welchen die Erlaubniß gegeben wurde, die deutschen Vot⸗ posten zu überschreiten, können dies blos auf folgenden Straßen bewerkstelligen: Straße nach Calais, Lille, Metz Straßburg(Thor von Fontenap,) Basel, Antibes, Toulouse und Straße Nr. 189, endlich über die Seinebrücken, die⸗ jenige von Sevres mit inbegriffen, deren Wiederaufbau Zeslattet ist. Art. 3. Uebergabe der Forts und der Schanzen. Diese Uebergabe geschieht am 29. Januar von 10 Uhr Morgens an, und zwar auf folgende Weise: Die ftan⸗ zösischen Truppen werden aus den Forts und neutralisirten Strecken abziehen; in jedem Fort bleiben blos der Com⸗ mandant, der Gene- und Artillerieausseher und der Thor⸗ schließer. Sobald ein Fort geräumt sein wird, kommt ein französischer Stabsoffizier zu den deutschen Vorposten, um die etwa über das Fort gewünschten Ausschlüsse zu geben, sowie den dahin führenden Weg anzuzeigen. Nach Be— sitzergreifung jedes einzelnen Forts und nachdem die nöthigen Aufschlüsse gegeben worden sind, wird der Platz⸗ Commandant, der Genie⸗ und Artillerieaufseher wie der Thorschreiber sich nach Paris zur Garnison des Forts begeben. Art. 4. Uebergabe der Waffen und des Kriegsmaterials. Die Gewehre, Feldgeschütze, Fahnen und das gesammte Kriegsmaterial werden an die deutschen Behörden inner⸗ halb vierzehn Tagen, von der Unterschrift gegenwärtiger Uebereinkunft an gerechnet, überliefert, und durch Ver⸗ mittelung der französischen Behörden in Sevran zusammen⸗ gebracht. Ein Inventar über die Waffengegenstände und das Kriegs material wird vor dem 4. Februar den deutschen Behörden durch die franzoͤsischen Behörden zugestellt werden. Die Lafetten der Kanonen auf den Wällen müssen vor obigem Zeitpunkt ebenfalls weggeschafft werden. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 3 enthält: I. Edikt vom 8. Dez. 1870, die provtsorische Organi⸗ salion der Kirchenvorstände evang. Confesston betr. II. Verordnung, das bet der Wahl der provisorischen Kirchenvorstände evang. Confesston einzuhaltende Ver⸗ fahren betreffend. III. Bekauntmachung, das Verhältniß des alten Schlitzer Holzmaßes zu dem Melermaßt betreffend. g IV. Bekannimachung, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächinissen betreffend. Im Laufe des vierten Quartals 1870 find von des Großherzogs K. H. nach⸗ stehende Stiftungen und Vermächtnisse bestäugt und hier⸗ auf die belreffenden Behörden zu deren Annahme ermächtigt worden: 1) Das Vermächtniß bes zu Gernsheim verstor⸗ benen Andreas Gutjahr II. an die Gemeinde Gernsheim, im Kreise Bensheim, im Betrag von 200 fl. zu Gunsten der dasigen Ortsarmen;— 2) die Vermächmisse des Groß⸗ herzoglichen Geheimen Oberstubienraths, Stadtpfarrers und Ehren⸗Domcapitulars Dr. Lüft zu Darmstadt an die katholische Kirche daselbst, bestehend in einer Altareinrich⸗ tung im Werth von 70 fl. und einem Geldbetrag von 300 fl. zur Abhaltung eines Jahrgedächinisses und Unter⸗ hallung des Grabes;— 3) die Schenkungen an das Mathilben⸗Landkrankenhaus zu Darmstadt: a. von der Mathilden⸗Stistung für die Provinz Starkenburg im Be⸗ umme ibeilung. trag von 100 fl.; p. von der Sparkasse zu Zwingenber im Betrag von 100 fl.; o. von dem Draberger Span kasse⸗Verein im Betrag von 100 fl. d. von ber Sparkasse zu Groß⸗Gerau im Betrag von 200 fl.; 4) das Ver⸗ mächtniß der Magdalena Henkiette Wüstenseld von Fried⸗ berg an die evangelische Kirche daselbst im 11 von 300 fl.;— 5) die Schenkung der Katharina Modesta Krieger zu Offenbach an die französisch⸗reformirte Kirche daselbst im Betrage von 900 fl.;— 6) die Stiftung eines Ungenannten an die Domkirche zu Mainz im Be⸗ trag von 150 fl. für die Abhaltung eines Universariums; — 7) die Schenkung eines Ungenannten an die Dom⸗ pfarrsabrik zu Mainz zur Stiftung eines Anniversariums für Dr. Johannes Caspar Anton Dillenius im Beirag von 150 fl.;— 8) die Schenkung des Breuberger Spar⸗ kasse⸗Vereins an das Matlhllden⸗Landkrankenhaus zu Darmstadt im Betrag von 100 fl.;— 9) das Vermächt⸗ niß der Witiwe des Friedrich Engel zu Trebur, Anna Elisabetha geb. Hill, im Betrag von 1000 fl. zu Gunsten der Ortsarmen;— 10) die Stiftung des Sohnes des Löw Bodeuheimer zu Biblis an die katholische Kirche da⸗ selbst, im Dekanate Bensheim, im Betrag von 100 fl., wovon die Zinsen an die Ortsarmen vertheilt werden sollen;— 11) das Vermächtniß des Renfiers Christian Schmidt zu 8900 an den Central⸗Armenfonds daselbst im Betrage von 100 fl.;— 12) die Schenkung der Familie Johann Kleisinger II. zu Gau⸗Algesheim an die katholische Kirche daselbst, im Dekanate Ober⸗Ingelheim, im Betrag von 100 fl., wovon 60 fl. als Stiftungskapital für ein Seelenamt und 40 fl. als Armenkapftal behandelt werden sollen;— 13) das Vetmächiniß des Reniners Heinrich Appsfel zu Darmstadt und dessen gleichfalls verstorbenen Ehefrau Charlotte, geb. Schecter, an den Hauptverein der Guslav⸗ Adolf⸗ Stlitung im Großherzogthum Hessen im Betrag von 400 fl.,— 14) das Vermächtniß der Katha⸗ rina Möbs zu Mainz an die dasige katholische Kirche zu St. Emmeran behufs Abhaltung eines fährlichen Seelen⸗ amtes im Betrag von 150 fl.;— 15) die Schenkungen des Löb Oestreich von Babenhausen und des Wayer Sewald von Frankfurt a. M. an die israelitische Reli⸗ gionsgemeinde zu Babenhausen, im Kreise Dieburg, die Schenkung des Etsteren bestehend in einer Königlich Bayerischen Staats obligation zu 4½ pCt. über 100 fl., die Schenkung des Letzteren bestehend in einer Großher⸗ zoglich Hessischen Staatsobligation zu 4½ pCt. über 100 fl.,— 16) die Stistung des katholischen Pfarrers Simon zu Gundersheim, im Dekanate Worms, an die kathelische Kirche daselbst im Betrag von 110 fl. behufs Abhaltung eines jährlichen Seelenamtes mil Almosenver⸗ In Folge Allerhöchsten Auftrages werden diese Stiftungen zum ehrenden Andenken der Stifter dankend zur öffentlichen Kenniniß gebracht. V. Bekanntmachung, die Prüfung der Aerzte, Zahn⸗ ärzte, Thierärzte und Apotheker detreffend. Die Anmel⸗ dungen zu diesen Prüsungen haben bei dem Großherzog⸗ lichen Kanzler der Landes⸗Universikät zu erfolgen. VI. Zusammenstellung der Ergebnisse der Staats- schulden⸗Tilgungskasse⸗Rechnung für 1867. VII. Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 24. Sept. dem Oberfinanz⸗ rath und Fiscalanwalt für die Provinz Rheinhessen, Betz, das Ritterkreuz 1. Classe des Philipps⸗Ordens,— am 8. Okt. dem Hauplrechnungs-Revisor Schwarze, bei der Hessischen Ludwigs⸗Elsenbahn-Gesellschaft, das Ritlerkreuz 2. Classe desselben Ordens,— am 12. Okt. dem Bürger⸗ meister Kratz zu Dudenhofen das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für Verdienste“,— am 24. October dem Direktor des evangelischen Schullehrer Seminars zu Friedberg, Steinberger, das Ritterkreuz 1. Classe des Philipps-Ordens,— am 10. Nov. dem kafhol. Pfarrer Schroth zu Hechtsheim, aus A laß seines fünfzig jährigen Priester⸗Jubiläums das Ritterkreuz 2. Classe des Ludewigs⸗ Ordens,— den Bürgermeistern Ronthaler zu Langd und Jacobi zu Rodheim das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für langjährige treue Dienste“— und am 8. Dez. dem Bürgermetster Hofmeher I., zu Schwanheim, das Ritterkreuz 2. Classe des Philipps-Ordens— zu verleihen. VIII. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Januar dem stud. Juris Ludwig Strecker zu Darm ⸗ stadt die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von St. Maj. dem König von Preußen verliehenen eisernen Kreuzes 2. Classe am weißen schwarzgeränderten Bande,— am 14. Jan. dem evangel. Pfarrer Heß zu Hartershausen die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von Bayern verliehenen Ritterkreuzes 2. Classe des Militärverdienss⸗ ordens— und an demselben Tage dem Carl Frhrn. von Schenck zu Schweinsberg auf Nieder⸗Ofleiden die Exlaub⸗ niß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem König von Praußen verliehenen eisernen Kreuzes 2. Classe— zu ertheilen. IX. Namens veränderung. S. K. H. ber Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. Januar der Anna Margaretha Grosch zu Gießen zu gestatten, daß dieselbe künftig statt des bishe rigen den Namen Dampfmann führe. X. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Dez. den Invaliden Georg Scharmann aud Ulrichstein zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Alzey— und am 22. Dezember den zweiten Brückengelderheber bei der Brückengelderhebung zu Kastel, Hartmann, zum ersten Brückengelderheber daselbst— zu ernennen;— an demselben Tage den von dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Fürstenau auf die erste evang. Pfarr⸗ stelle zu Michelstabt, präsentirten zweiten evang. Pfarrer Wagzner baselbst für diese Stelle zu bestätigen— und dem Schullehrer Schenk zu Egelsbach bienbritte evang. Schul⸗ stelle zu Ofthosen zu übertragen;— am 28. Dez. den don dem Herrn Grafen zu Erbach ⸗Fürstenau auf die zweite evang. Mäbchenschulstelle zu Beerfelden, präsenlirten Schullehrer an der dritten Knabenschule daselbst;— am 31. Dez. den Bergbau⸗Aspiranten Tecklenburg aus Erbach im Rheingau zum Bergmeister des Bergamts Dorheim zu ernennen;— am 11. Jau. dem evang. Pfarrer Hainer zu Billertshausen die evang. Pfarrstelle zu Langenhain und am 14. Jan. dem Schulamtsaspiransen Lenhard aus Petterwell die evangelische Schulstelle zu Friesenheim zu übertragen. Am 15. Dez. wurde der Pfarrer Franz Sickinger zu Bensheim zum Dekan bes kath. Dekanate Bensheim ernannt. 17 J ö XI, Versetzungen in den Ruhestand. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst getruht: am 10. Dez. den Stadtgerichtsassessor v. Biegeleben zu Darmstadt bis zur Wiederherstellung seinet Gesundheit,— am 22. Dez. den Oberrechnungs⸗Revisor Seederer bei der 2. Justistcatur⸗ Abtheilung der Ober⸗Rechnungskammer auf fein Nach⸗ suchen,— am 28. Dez. den Buchhalter und Controleux Michel bei der Hauptssaatskasse auf Nachsuchen bie zur Wiederhecstellung seiner Gesundheit,— am 31. Dez. den Cantor Schwabe an der Siadikirche zu Gießen,— am 7. Jan. den Distriktseinnehmer, Rendant Scharmann zu Bensheim auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste,— und am 12. Jan. den N Bormuth— in den Rubestand zu versetzen. II. Diensintlassung! S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Januar den Lehrer Walloth an der Realschule zu Alzey auf sein Nachsuchen von seiner Diensistelle zu enklassen. 5 a XIII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find: die evang. Pfarrstelle zu Walldorf, im Dekanate Groß⸗Getau, mit einem Gehalt von 822 fl. 1 ke.— der Gemeindt Walldorf steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zuz — die fünfte evang. Schulstelle q Erbach, im Kreise Erbach, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl.;— dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Erbach steht das Präsentatious⸗ recht zu dieser Stelle zu;— die erste evang. Pfarrstelle zu Schotten, im Dekanate Schotten, mit einem Gehalt von 1600 fl.; den Freiherrn Riedesel zu Eisenbach fehl das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die Distrikts⸗ einnehmerei Bensheint, wofür eine Dienstcaution von 4000 fl. erfordert wird. Concurrenzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden. 5 24 14 XIV. Gestorben: am 7. Dez. der Dekan und ersie evang. Pfarrer Kühn zu Schotten;— am 15. Dez. der Pedell Berhold zu Gießen. 1* 1 K — Das 2. Infanterie Regiment und das 1. Reiter ⸗ Regiment hatten bei nachverzeichneten Patrouillen Gefechten die beibemerkten Verluste! Bei einer Recognoscirung nach Gien am 24. Januar. Musk. Karl Kaufmann, von der 2. Comp., Euborf, Zer⸗ schmetterung der großen und kleinen Zehe am l. Fuß; liegt im Lazareth zu Ouzouer sur Loire.. Pionnier⸗Compagnie. bei Chauvigny am 26. Januar: e Pionnier Ludwig Lang, Hirschhorn, schw. verw., Schuß d. d. l. Oberschenkel; liegt im Privatlazareth zu Ville aux Cleres. 1135 5 1. Reiter⸗ Regiment. Beim Patroulllengefecht bei Dhuizon am 27. Januar: Gardechev. Karl Lang, von der Leibschw., Alfeld, vermißt. „Victoria, illustrirte Muster⸗ und Modenzeitung.“ (Victortia⸗Verlag in Berlin, Preis 1 fl. 12 kr. pro Quartal). Ueber die schon mehrfach in unserem Blatte besprochene Zeitschrft können wir nur unser früher ge⸗ fälltes günstiges Urtheil wiederholen. Unsere verehrten Leserinnen können wir also nur auf's Neue darauf auf⸗ merksam machen, daß sie schwerlich ein gleich praktisches, lehrreiches und unterhaltendes Blatt finden dürften. Allen. Anforderungen an Toilettenfragen, die besonders beim Beginn der neuen Jahreszett für die Damen von Wichtigkeit sind, wird im ausgedehntesten Maße Genüge geleistet. Und doch erleidet darüber die Maunigfaltitzkeit der Muster zu den verschiedensten Handarbeiten nicht den geringsten Eintrag.(Deutsche Volkszeltung.) Verloosun gen. Augsburger Loose. Am 1. Febr. gezogene Serien: 85 754 919 1033 1053 1252 12951382 1791 1944 2013 2018 2055 2122 2131. N ür die Lazarethe zu Pud-Mauheim sind bei hiesigem Hülfsverein weiter eingegangen und wer⸗ den dankbar bescheinigt: 0 fl. Lc. dutch Herrn Pfarter Ebel Collectengelder von 3 Steinsurt e er 105 durch denselben desgleichen von Wisselsheim 110 von den Mitgliedern des Hülfsvereins dahier die 1m 5, Monatliche Ex hebung Den 371011347518 durch Herrn Decan Buchhold Kirchencollecte von der Gemeinde Ossenheim eee durch denselben von der Gemeinde Bauernheim f von Herrn Decan Buchhold Ossenheim von Georg Jehner I. Schwalbeim Vergillung für Kriegsfuhren resp. Wagen er An Raluralien: von der Gemelude Sieinsürt 15 Stück Hemden; von Herrn Baton de Blaine 12 Flaschen Wein. 5 g 11 Bab⸗ Nauheim den 26. Januar 18711. Der Vereinsrechnern Der Lazaxethmeisler Grünewald. Wasme tte. 3— lie„„ r. 1