* Samstag den 4. Februar. M15. * berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Jutelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. abonniren. 9 Für Februar und März kann man bei der Post mit 32 kr. Bei der Verlags-Expedition werden nur halbjährige Abonnements(resp. für 5 Monate) angenommen. So weit der Vorrath reicht, werden die Rummern vom Monat Januar gratis nachgeliefert. 1 Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 31. Jan. Die Avantgarde der 14. Diviston erreichte am 29. Januar die Queue der französischen Armee und warf sie unter Erstürmung der Dörfer Sombacourt und Chaffois auf Pontarlier zurück. Der Feind verlor 6 Ge— schütze und etwa 3000 Gefangene. Im Norden und Westen Frankreichs ist die Durchführung des Waffenstillstandes im Gange. v. Podbielsky. Darmstadt. Die„Darmst. Zig.“ meldet: Der Großherzog empfing folgendes Telegramm über das Gefecht dei Blois(Faubourg Vienne): den dente ab Arirgslitder en n det, Orleans, 31. Jan. Im Gefechte bei Blois uftigen Laub“ am 28. Jan. vom 2. Jägerbataillon Lieutenant n ta ag. Becker schwer verwundet und gefangen, 7 Mann 11. I verwundet, 48 vermißt, dabei auch Verwundete. Ludwig, Prinz von Hessen.“ Bern, 1. Febr., Vorm.(Officiell.) 5 Der Uebertritt der Bourbaki'schen U Armee auf schweizerisches Gebiet ist ert polstücher erfolgt. „ ting. Versailles, 1. Febr. Der Kaiserin⸗ Königin in Berlin. Die Bourbaki'sche Armee eu, ist gegen 80,000 Mann stark bei Pon⸗ Sr,— tarlier per Convention in die neutrale Schweiz „ emen übergetreten. Das ist also die vierte fran⸗ te, zösische Armee, die zum Weiterkampf unfähig n gemacht ist. Wilhelm. Atedurlen Versailles, 2. Febr. General v. Man- teuffel meldet: Die Trophäen im Gefechte der gung 14. Division bei Chaffois und Sombacourt am 2 29. bestehen in 10 Geschützen und 7 Mitrailleusen. essen 2 Gener le, 46 Offiziere und etwa 4000 Mann * wurden gefangen. Am 30. nahm die siebente 5 Brigade mit ganz geringem Verlust Frasne, machte etwa 2000 Gefangene und erbeutete 2 Adler. Beim weiteren Vormarsch auf Pontarlier fand man die Straße mit Waffen bedeckt. Der dortigen französischen Armee ist jeder Ausweg auf franzö⸗ 2 sisches Gebiet versperrt. v. Podbielskv. Versailles, 30. Jan. Der Mont Valerien wurde vom 46. Regiment gestern Mittag um 3 1 Uhr besetzt, die Franzosen verließen denselben en bereits gegen 9 Uhr. ek— 31. Jan. Paris ist ruhig. Graf Bie- marck überläßt in zuvorkommender Weise der französischen Regierung die Telegraphenlettungen selbst zu chiffrirten Depeschen nach Bordeaux. Versailles, 31. Jan., Abends. Gestern langte hier bereits ein Bahnzug aus Paris an, um die Briefpost zu vermitteln. Der Kaiser be— suchte heute den Grafen Bismarck, der unwohl sst. Herr Jules Favre und einige andere Per— sonen kamen heute wieder hierher und kehrten dann Abends nach Paris zurück. Herr Odo Russell wurde benachrichtigt, er möge nicht um die Erlaubniß nachsuchen, nach Paris zu gehen, da die Erlaubniß dazu nicht gegeben werden sonne. Die Brobdstoffe sollten nach französischer 10. Februar reichen. Da sich aber herausstellte, daß diese französischen Berechnungen nicht zu— treffend sind, so wird leicht große Noth entstehen, der man unmittelbar nicht wird steuern können. Auf Befehl des Kaisers sind 3 Mill. Rationen sofort in die Stadt gesandt worden. Wie man behauptet, hörte man am 29. Gewehrfeuer in Belleville und Villette und schließt man daraus, es seien daselbst Unruhen ausgebrochen. — Am Nachmittage des 29. telegraphirte der Berichterstatter des„Daily Telegraph“ Folgendes von Paris:„Die Besetzung der Forts durch die deutschen Truppen begann heute Morgen. Der Mont Valerien wurde am verwichenen Abend von den preußischen Pionieren occupirt, um die Minen auszuräumen. Die schweren Geschütze werden sofort in die Forts transportirt, da die Enceinte stark armirt ist und die Sieger kein sonderliches Vertrauen in die wetterwendische Be— völkerung der Hauptstadt setzen, bis die allgemeine Entwaffnung bewerkstelligt ist. Eine starke Streit- macht an Infanterie und Artillerie ist vorgeschoben worden, un die nöthigen Operationsarbeiten zu decken. Heute Morgen schon wurde von der französischen Feldartillerie, welche außerhalb der Enceinte und zwischen den Forts placirt war, Besitz ergriffen. Die Nationalgarde bleibt unter den Waffen. Alle Forts des äußeren Kreises wurden um 11 Uhr heute Morgen von den Franzosen geraͤumt und von den Preußen besetzt. Die Franzosen liefern ihre Waffen, Fahnen und ihre Feldartillerie ab. Alle diese Trophäen sollen innerhalb 14 Tagen in Sevran angesammelt werden. Die französischen Truppen dürfen un⸗ bewaffnet nach Paris zurückkehren. Die Geschütze in sämmtlichen Forts werden ebenfalls den Preußen ausgeliefert. Dagegen werden die Kanonen der Enceinte einfach demontirt, und nur die Lafetten gehen in den Besitz des Siegers über, während die Geschützrohre den Bestegten verbleiben. Zwischen der Enceinte und den Forts wird eine Demar— cationslinie gezogen. Die franzöfische Position wird nur bis an die Enceinte reichen, während die Linien der Deutschen 500 Schritte außerhalb der Enceinte sich hinziehen, wobei an einzelnen Punkten allerdings gewisse Abweichungen nöthig werden. Das Fort von Vincennes bleibt in den Händen der Franzosen.(Hier ist das innere Fort das sog. Schloß von Vincennes gemeint.) Paris ist im militärischen Sinne noch immer ein⸗ geschlossen, doch werden drei Eisenbahnlinien wieder hergestellt, um hinreichende Lebensmittel für den täglichen Verbrauch der Einwohnerschaft zuzuführen. Bourbaki's Armee und die Festung Belfort sind nicht in die Stipulationen des Waffenstillstandes miteinbegriffen. Die preußische Demarcationslinie außerhalb und südlich von Paris bildet die Loire.“ — Der Versailler Offiziöse der„Köln. Ztg.“ berichtet, daß der Mont Valerien vom 5. preußi- schen Armeecorps(58. Regiment, 5. Jägerbataillon und Corps- Artillerie), das im Westen bei St. Cloud, Sevres, Garches und Bougival die Cer— nirung hatte, besetzt worden ist, wie von eng— lischen Blättern schon gemeldet. Die Vertrags- urkunde, referirt er weiter, umfasse 12„elegant Angabe bis zum 4., das Pferdefleisch bis zum] geschriebene Folioseiten“. Als Anerkennung der Vertheidigung werde der unter den Waffen ver⸗ bleibenden Division des General Vinoy eines der kleineren Forts eingeräumt, doch sei er nicht sicher, ob dieser Punkt wirklich im Vertrags instrument in dieser Weise berührt sei. Es ist allerpings berichtet, daß eine Liniendiviston(12,000 Männ) die Waffen behält; von der Besetzung eines Forts ist indeß noch nichts gemeldet, es müßte denn das innere Fort von Vincennes ge⸗ meint sein, das aber überhaupt nicht in Betracht kam. Englischen Blättern wird aus Versailles gemeldet, daß die Aufregung der Pariser Bevöl⸗ kerung nachläßt, und nur die Vorstadt Belleville noch eine Ausnahme macht. — Wie die„Wes.⸗Ztg.“ erfährt, ist ein Theil des 13. Armetcorps(die mecklenburger Brigade, Regimenter Nr. 89 und 90, sowie das Garde— Bataillon und das 2. mecklenburger Dragoner⸗ Regiment) und der Großherzog von Mecklenburg mit seinem Stabe am 25. in Rouen eingetroffen. Die übrigen Regimenter der 17. Division wurden in den nächsten Tagen erwartet. Das 1. han⸗ seatische Infanterie-Regiment Nr. 75 war am 25. in Bernay(etwa 8 Meilen füdwestlich von Rouen). — Ein noch in Alengen erlassener Corps⸗ befehl des Großherzogs von Mecklenburg dom 17. Jau. lautet nach der„Kreuzzeitung“:„Das 13. Armeccorps mit der ihm zugetheilten 4. Ca- valeriediviston und 12. Cavaleriebrigade hat in zwölf Tagen ohne Ruhetag den Feind vor sich hergetrieben, mindestens zwei feindliche Divisionen zertrümmert, über 6000 Gefangene gemacht und ein reiches Kriegs material erbeutet. Tiefer Schnee, Glatteis, ein überaus schwieriges, seit Monaten für einen zähen Widerstand vorbereitetes Terrain erschwerten die Operationen. Mit der am heutigen Tage erfolgten Einnahme von Alengon ist ein Abschnitt in den Operationen erreicht. Ich be— nutze mit Freude diese Gelepenheit, an alle Truppen theile meine vollste Anerkennung für ihre Aus- dauer, Tapferkeit und Mannszucht auszusprechen, Sollten erneute Anforderungen an uns gestellt werden, so bin ich gewiß, daß wir sie wie bisher erfüllen und den Feind, dem wir noch nie einen Zoll breit gewichen sind, schlagen werden, wo er uns entgegentritt. Der commandirende General (gez.) Friedrich Franz.“ — Der Correspondent der„Daily News“ in Laval knüpft an die Nachricht, daß Chanzy mit der Reorganisation seiner Armee beschäftigt sei, einige interessante Bemerkungen über deren Zu- sammensetzung.„Ein großer Theil derselben“, so sagt er,„bestand aus dem Abschaum der Städte und Landbezirke des Westens. Viele von den Leuten waren nicht allein unausgewachsen, sondern geradezu verkrüppelt; in schrecklich zugerichteten Uniformen, mit Holzschuben an den Füßen, Schlaf- mützen, Taschentüchern, Cylinderhüten ohne Krämpe und selbst mit Lumpen als Kopfbedeckung und de— waffnet mit Gewehren der verschiedensten Muster, die alle ein Stück Seil als Tragriemen hatten. Chanzp selbst scheint sich aus dem Fehlschlagen seiner Misston nur wenig zu machen; man kann ihn regelmäßig an der table d'hete in einem der ersten Hotels von Laval sehen, wo er mit voll⸗ ständiger Nonchalance den Vorsitz führt, und gar nicht aussieht wie ein Mann, dem das Herz blutet.“ — Nach Berichten aus Valenciennes vom 27. Januar hatte die Nachricht von den Unter- handlungen in Versailles große Befriedigung er- regt, zumal man hoffte, daß nun die gefürchtete Maßregel betreffs der Ueberschwemmung des Nord- Departements unterbleiben werde. Die Vor- arbeiten für die Ueberschwemmungen sind bereits getroffen worden. Man hatte mit dem Bau eines Dammes bei den Schleusen von Mortagne begonnen. Diese Arbeiten waren bestimmt, die Schelde und die Sensee aus ihren Ufern heraus- treten zu lassen und Valenciennes und Cand auf 12—15 Kilometer im Umkreise unter Wasser zu setzen! — Aus einem Feldpostbrief, den die„D. Z.“ veröffentlicht, geht hervor, daß Briare bei Orleans so recht ein„verlorener Posten“ war, den, 20 Stunden von letzterer Stadt entfernt, das De— tachement des Generals Rantzau längere Zeit zu halten hatte und auch einer überlegenen Truppen⸗ macht gegenüber hielt. Seine strategische Wichtig- keit erhält der genannte Ort durch den Umstand, daß er in Folge der Kreuzung von Eisenbahn— linien, ein Straßenknetenpunkt von Bedeutung ist. Die Leibschwadron des 2. Reiterregiments unter Major v. d. Hoop, hatte eine feindliche Tirailleurlinie zu durchreiten, wobei sie 9g Mann verlor, darunter ihren Commandeur. Im Uebrigen hatte nur noch das 2. Jufanterie- Regiment den mäßigen Verlust von 19 Mann zu beklagen, während das Detachement noch circa 100 Ge— fangene machte und nicht einen einzigen Wagen einbüßte. Dasselbe hatte, 2000 Mann stark, circa 8000 Mann feindliche Truppen gegen sich. — Nach in Darmstadt eingelaufenen Feldpostbriefen vom 26. und 27. v. M. hatte am 24. ein hessisches Detachement unter der Führung von Major Gerlach etwa 6 bis 7 Stunden suͤdlich von Orleans ein glückliches Gefecht bestanden. Das Detachement bestand aus 2 Compagnien des 1. Jägerbataillons, einer Escadron des 1. Reiterregiments und 2 Geschützen. Der Feind war beträchtlich stärker, wurde aber zur Flucht genöthigt; er ließ 8 Todte auf dem Gefechtsfeld zurück. Am 25. ging eine weitere Jäger-Compagnie unter Hauptmann Balser noch südlicher vor, stieß aber nirgends auf Feinde. — Vor einiger Zeit verlautete von Schritten, welche Prinz Napoleon bei General Changarnier gethan habe, um denselben zu bestimmen, sich an die Spitze einer Bewegung zur Wiederherstellung des Kaiserreichs zu stellen, und von der entischie⸗ denen Weigerung des greisen Generals, auf diesen Plan einzugehen. Changarnier selbst berichtet nun hierüber Folgendes:„... Ich erschrack nicht wenig, als ich diese dicke und große Person (den Prinzen) in meinen kleinen ärmlichen Salon eintreten sah; allein meine militärische Kaltblütig⸗ keit verließ mich nicht. Ohne ihn auch nur ein- zuladen, Platz zu nehmen, fragte ich ihn, wie ich zu der Ehre seines Besuches komme. Nach langen Complimenten und Schmeichelworten über meine Wichtigkeit und Beredtsamkeit, die ich nicht zu beschreiben vermag, sagte er:„Sie allein können Frankreich retten und dem Kriege ein Ende machen. Die Kaiserin ist ein dummes Thier (une brute). Werden Sie Frankreichs Regent und führen Sie den jungen kaiserlichen Prinzen. Ich bürge Ihnen für die Zustimmung des Königs von Preußen und Bismarck's. Vereinigen Sie sich an der Grenze mit 150,000 unserer Gefan⸗ genen, welche von Generalen nach Ihrem Willen commandirt werden sollen. Wenn Sie die pro- visorische Regierung und einige fünfzig andere Unruhestifter erschießen lassen werden, wird die Ordnung für immer hergestellt sein. Falls Sie einstimmen, wird sogleich ein Unterhändler an Herrn Bismarck abgeschickt werden.“„Prinz,“ antwortete ich,„ich will keine Romane mehr machen, am allerwenigsten so lächerliche.“ Darauf wies ich ihm die Thür und er entfernte sich.“ — Zußverlässiger Nachricht zufolge, sagt der „Staatsanz.“, sind die Arbeiten zur interimistischen r Wiederherstellung der durch Franktireurs gespreng⸗ ten Brücke bei Fontenay im Zuge der occupirten Eisenbahn Nanzig-Langny(Paris) so weit vorgeschritten, daß auf einem Geleise schon am 31. Januar Postzüge darüber geschoben wer⸗ den konnten und die vollständige Fahrbarkeit auf beiden Geleisen zum 4. Febr. zu erwarten steht. — Von der Festung Bitsch fehlt uns jede Nachricht und Niemand will etwas von dem letzthin im„Niederrheinischen Kurier“ gemel— deten Ausfall erfahren haben, so daß es eben nicht sehr unwahrscheinlich klingt, daß der ganze Ausfall ins Reich der Fabel gehört. — Von dem Schloß Montbeliard, von welchem Bourbaki meldet, nicht in dessen Besitze gewesen zu sein, erhält die„R. A. Z.“ folgende Notizen: Dasselbe sollte unter allen Verhältnissen gehalten werden und war mit zwei Compagnien Landwehr(Gumbinnen) besetzt, mit sechs Ge— schützen armirt, deren Bedienung theils aus Preußen, theils aus Badenern bestand, und auf einige Wochen verproviantirt. Die Franzosen hatten zwar die Stadt besetzt, jedoch wehte am Schloßthurme die preußische Fahne. früb erschien ein französischer Geniehauptmann als Parlamentär und forderte zur Uebergabe auf. Demselben wurde der Bescheid, daß das Schloß noch die Stadt beherrsche und sich die Besatzung bis zum letzten Mann halten würde. Auf dessen Erwiderung, daß sein General vor der Citadelle mit 40 Geschützen das Schloß in Brand schießen würde, wurde demselben geantwortet, wir erwar— teten den Angriff. Französische Batterien standen bereits gefechtsbereit, jedoch wurden sofort durch einen 12Pfünder zwei Geschütze derselben demon- tirt. Jetzt wurde das Schloß mit Shrapnel- und Granatfeuer und aus den umliegenden Häusern mit Chassepotkugeln überschüttet. Selbst Bürger betheiligten sich hierbei. Ein Wehrmann wurde durch ein Infanterie-Sprenggeschoß schwer verwundet. Kauoniere und Wehrleute wetteiferten unter schweren Verlusten am 16. und 17. im tollsten Kugelregen in ihrer Arbeit und die Ge— schütze brachten durch die umsichtige Leitung des Lieutenant Sauer manche Batterie zum Schweigen, ganze Colonnen wurden fortgemäht. Als am 18. bekannt wurde, daß Bourbaki in fluchtartigem Rückzuge sci, wurde dieses der Besatzung durch den Commandanten des Schlosses, Major von Olszewski, unter einem Hoch auf Se. Majestät den König mitgetheilt. Die Stadt mußte für ihre Mitbetheiligung am Straßenkampfe eine Con- tribution von 50,000 Fr. zahlen. — Die Bourbaki'sche Armee hat dem sicheren Untergang durch die deutsche Umgarnung den ge— fahrlosen Uebertritt in die Schweiz bei Pontarlier vorgezogen, nachdem sie noch einen partiellen An⸗ prall des pommer'schen Armeecorps zu bestehen hatte. Auf dieser Seite wäre also die Waffenstillstandsfrage auf natürliche Weise erledigt, die vielen Tausende armer Opfer gerettet, wir von einer zweiten Auflage der Hurden von Sedan befreit. Die beiderseitige Wohlthat ist einleuchtend und die neutrale Schweiz erwirbt sich unsere Daukbarkeit. Ein Anderes ist es mit Garibaldi. Bekanntlich sind drei Departe⸗ ments der späteren Festsetzung des Waffenstillstan⸗ des vorbehalten: Cote d'Or, Doubs und Jura. Das erstere kommt jetzt allein noch in Frage; hier, bei Dijon, ist immer noch Widerstand möglich, denn General Cremer und Garibaldi sind ja in der Meinung, sie seien Sieger gegen ein ganzes preußisches Armeecorps. obwohl wir authentische deutsche Nachrichten bis heute noch nicht von dort besitzen, doch das Eine klar, daß sich höchstens eine Division der Pommern unter General Kettler mit den Garibaldianern herumgeschlagen hat und zwar zur Deckung des Fransecki'schen Flankenmarsches nach Süden und zur täuschenden Festhaltung Garibaldi's bei Dijon. Dies ist vollständig gelungen. General Manteuffel wird jetzt wohl sofort in Eilmärschen nach Dijon abrücken und die drei Corps werden ihr Um- gehungsmanöver wiederholen, falls es Garibaldi nicht für gerathen halten sollte, sich noch recht⸗ zeitig nach dem Süden zurückzuziehen. Am 16. Nun ist aber, VStraßburg. Am 30. Jan. wurden vor dem Steinthore aus Anlaß der Capitulation von Paris 101 Kanonenschuß gelöst. — Das Departement Niederrhein, welches bisher in die vier Arrondissements Strasburg, Schlettstadt, Weißenburg und Zabern getheilt war, zerfällt, wie der„Allg. Ztg.“ berichtet wird, nach der nun durchgeführten neuen Ein— theilung in die sieben„Kreise“: Erstein(66,000 Einwohner,) Hagenau(75,000 Einwohner), Molsheim(69,000 Einw.), Schlettstadt(79,000 Einw.), Straßburg(75,000 Einw.), Weißen⸗ burg(64,000 Einw.) und Zabern(89,000 Einwohner.) Die Stadt Straßburg ist der Präfectur uumittelbar untergeordnet. Aus Baden. hat es sich bei der Katastrophe der französischen Ostarmee nur um eine kurze Spanne Zeit ge— handelt. Der Uebertritt derselben ist bei Pontarlier über Verrieres erfolgt. Das 24. Corps soll noch südlich den Weg nach Lyon über Mouthe ge— wonnen haben und der deutschen Umschlingung entkommen sein. Dies ist möglicherweise die alte Meldung. Wir bezweifeln es auch nach der gegenwärtigen Beschaffenheit der Wege im Jura, die wir kennen, und vermuthen, daß die vorläufig auf circa 80,000 angegebene Zahl der Ueberge— tretenen sich noch beträchtlich vermehren werde. In Montbeliard herrscht großes Elend. Der General Tresckow hat deshalb Unterstützung aus Deutschland verlangt. Karlsruhe, 31. Jan. Heute Mittag trafen zwei in den Gefechten vor Belfort eroberte fran— zösische Fahnen hier ein, wurden von einem Detachement Militär am Bahnhof in Empfang genommen und dann unker Trommelschlag nach dem Schlosse gebracht. Die in Dijon von uns zurückgelassenen Verwundeten sind, soweit sie trans- portabel waren, über Lyon nach Marseille und Nizza geschafft worden. Es waren jedenfalls die⸗ selben, die man in Lyon für„Gefangene aus den Gefechten am Doubs“ ausgab. Bern. Der Platzcommandant von Morteau bei Pontarlier hat um die Erlaubniß nachgesucht, 300 Kranke über schweizerisches Gebiet nach Lyon transportiren zu dürfen. Das schweizerische Mili⸗ tärdepartement soll dem Ansuchen entsprochen haben. Bern. Ein Telegramm des„Bund“ aus Pruntrut meldet: Belfort wird ununterbrochen be— schossen. Das 24. französische Armeetorps ist südwärts entkommen. Der Rest der Bourbaki'schen Armee ist abgeschnitten und gegen die Schweizer⸗ grenze gedrängt. 2 Bern. Der Vundesrath forderte den Canton Bern auf, Vorkehrungen zur Aufnahme allfällig übertretender französischer Corps zu treffen. Das Militärdepartement wurde gleichzeitig aufgefordert, Brodvorräthe bereit zu halten. Für den Fall, daß ein Uebertritt nicht erfolgen sollte, ist das Militär departement ermächtigt worden, der im höchsten Grade nothleidenden Bevölkerung von Pontarlier, Morteau und Umgegend 1000 Ctr. Mehl und 500 Ctr. Reis zu übersenden. Bern, 1. Febr. Nach amtlicher Mittheilung hat heute früh der General der Eidgenossenschaft, Herzog, ein Uebereinkommen wegen des Uebertritts der französischen Armee bei Le Verrieres abge— schlossen. 3000 Mann sind schon bei Ste. Croix. übergetreten. Die Gesammtzahl dürste 80,000 sein. Die Vertheilung auf die Cantone erfolgt nach Verhältniß der Bevölkerungszahl. Die fran⸗ zösische Artillerie kommt heute noch bis Verrieres. Hessen.) Mainz. Die hiesige Schloß⸗ caserne wird zur Aufnahme von 400 kriegsge- fangenen Offizieren hergerichtet!— Am 1. Febr. ist die erste Post nach Paris von hier abgelassen worden. Auch der früher so schwunghaft von hier betriebene Handel mit feineren Fleischwaaren hat wieder mit einigen colossalen Extra-Trans-⸗ porten begonnen. Extrazüge mit Schlachtvieh und Mehl werden eben formirt und ist kaum zu be⸗ zweiseln, daß dergleichen Zufuhren nach Frank- reich, welches seinen Mundbedarf immer zum Theil von Deutschland bezog, in der nächsten Zeit in Folge des erhöhten Begehrs eine erheb⸗ Wie vorauszusehen gewesen, 10 den dag mastu ert fran; des tina — das Recht, liche Steigerung der ohnehin schon hohen Preise der Lebensmittel herbeiführen werden. Früher hatte jeder deutsche Soldat jeden französischen Offizier, welcher laͤnger als 10 Uhr Abends sich auf der Straße oder in einem Wirthshause aufhielt, zu arretiren und zur Wache zu bringen. Seit einigen Tagen hat sich dies geändert. Soldat außer der Wache das Recht, einen fran zöͤsischen Offizier zu arretiren; auch müssen für die Folge die Soldaten jeden in Uniform befind- lichen feindlichen Offizier grüßen. Frankfurt. Die Main- Necker-Bahn hat nunmehr, nachdem sie im vergangenen Jahte umfassende Versuche machte, eine große Anzahl Wagen dritter Classe heizbar gemacht. Die dazu verwendeten Oesen sind Füllen von der Firma Heß dahier, die 1 zu diesem Zwecke ganz besonders geeignet erweisen. Ein solcher Ofen wird in Frankfurt gefüllt und geheizt und bedarf bis zur Rückkehr nach Frankfurt, also in vollen 15 Stunden, keiner weiteten Nachfüllung und Wartung mehr. Frankfurt. Nachdem am 31. Januar Nachmittags ein Dreodener Lazarethzug bier durchgekommen, traf Nachts drei Uhr ein württembergischer ein, welcher einige unfteiwillig mitgekommene Darmstäbdter, Sanitiätsdienst verrichtende Soldaten mitbrachte, die den in Darmstadt in Bewegung gesetzten Zug nicht rechtzeitig verlassen hatten. Da der deutschen Verwundetenpflege jetzt einige dreißig solcher praktischen Züge zur Disposition sieven, theils von den Regierungen, theis von Eisenbahnen, theils von Städten bergerichtet, so dürfte von jetzt ab, besonders wenn die Kämpfe ihr Ende gefunden haben, nur noch in ihnen der Massentransport stattfinden. Frankfurt. Unter den Ankömmlingen, welche der Krieg uns brachte, war ein interessanter Deserteur, von zwei Kameraden bewacht. In Friedenszeiten im Auslande, halte er versäumt, sich zu rechter Zeit zu stellen. Da kam plötzlich der Krieg; sein Vaterland will er vertheidigen, er eilt herbei und ititt, um nicht durch langen Arrest daran verhindert zu werden, an fremdem Ort unter falschem Namen in ein Regiment. So machte er den ganzen Krieg dis vor einigen Tagen mit, wo die Sache enideckt wurde. Darmstadt. Dem Vernehmen nach, so meldet die „Hess. B.“, wird der füngste Prinz des Großherzoglichen Dauses am 2. d. die Taufe empfangen und Kaiser Wilbelm Pathenstelle vertreten. S. Gr. H. Prinz Lud⸗ wig wird hier erwartet, um der Feierlichkeit beizuwohnen. Oarmstadt. Vor einigen Tagen passirte hier ein deklagenswerthes Opfer der barbarischen französischen Kriegsführung durch. Es war ein Unteroffizier von der⸗ jenigen Abtheilung der sächsischen Artillerie, welche seinerzeit Nachts in Etrepagny von französischen Mobilgarden und Franctircurs überfallen wurde. Demselben war eine Es hat von nun an kein, explostele französische Flintenkugel durch den Backen in den Mund gedrungen, dieselbe hatte sich hier entzündet und grauenhafte Verletzungen verursacht, unter anderen Zunge und Zähne sast gänzlich weggerissen. Trotz dieser schweren Wunden ist nes der ärztlichen Kunst gelungen, den unglücklichen Soldat am Leben zu erhalten, indeß die Sprache hat er beinahe vollftändig verloren und sie wird ihm wohl schwerlich wiedergegeben werden können. Mainz. Die Hausuntersuchungen nach französischen Waffen und Armaturgegenständen kommen noch tagtäglich in Mainz und auf den vorzugsweise an der Bahustrecke liegenden Ortschaften vor. Die Resultate sind nicht so ergiebig, als dies bei Anfang der Nachsuchungen der Fall war. Die Besitzer von Chassepots scheinen vorsichtiger zu sein und verstecken, oder, wie dies in Weisenau vorgekom— men, werfen, um sich nicht zu compromittiten, ihren Vor⸗ rah in den Rhein. Crefeld. Zwei riesige Ballons, unzweifelhaft aus der Welistadt Paris, wurden am 25. Jan. hoch oben in den Lüften, von Westen nach Osten über unsere Stadt ziehend, bemerkt, einer gegen Mittag, woran die Gondel fehlte, der andere einige Stunden später. Berlin. Ein wohl seltener Fall der Flucht ereignete sich am Dienstag Nachmittag auf der Berlin-Potsdam- Magdeburger Bahn. Von einem aus Coblenz zur Deter⸗ nirung nach schlefischen Festungen bestimmten Kriegsge— fangenentransport sprang dei der Station Großkreutz, als der Zug sich in Fahrt befand, ein Soldat aus dem Waßgon hinab in den zur Seite des Schienenstranges befindlichen Böschungsgraben, blieb unversehrt und suchte von bier aus das Weite. Sein Fortkommen war jedoch nut von kurzer Dauer, schon an demselben Abend erfoltte seine Festnahme in Wuflerwitz. Luzern. Dic in Metz sabticirten und duch die Kriege⸗ 8 verbälmisse bisher in Pont ⸗a⸗Mousson zurückgehaltenen Schienen für die Rigibahn sind glücklich angekommen. Brüssel. Die„Independance belge⸗ gibt folgende Liste von Extegenten, welche zur Zeit sich noch am Leben befinden: Prinz Gustav Wasa von Schweden, Graf von Chambord, Herzog Karl von Braunschweig, Geaf von Paris, Herzog Rodert von Parma, Großherzog Ferdinand von Toscana, Herzog Franz von Modena, Franz II. von Neapel, die Wittwe des Königs Otto von Griechenland, Herzog Adolph von Nassau, König Georg von Hannover, Kurfürst von Hessen, Kaiserin Charlotte von Mexiko, Isabella von Spanien und Napoleon III. London. Eine Riesenkanone ist kürzlich im Kriegs— arsenal zu Wool wich fertig geworden, welche zwar nicht ganz so schwer ist, wie das große Krupp'sche Geschütz, aber ein noch slärkeres Caliber bat. Dieselbe wiegt 35 Tonnen 7 Ceutner(das Ktrupp'sche Geschütz wiegt 40 Tonnen) und wirft ein Geschoß von 700 Pfund SGe⸗ wicht, während die gewöhnliche Pulverladung 120 Pfund, die Probeladung 250 Pfund beträgt. Das Krupp'sche Geschütz wiegt 600 Pfund. Das neue Kiesengeschütz welches im Stande sein soll, Eisenblatten von 15 Zoll Dicke zu durchdringen, hat 2500 Sterl. gekostet. Verloosung. Wiesbaden, 1. Febr. Bei der heute stattgehabten Ziehung der nassauischen 25 fl. Loose wurden bis jetzt gezogen: Nr. 98517 60274 25598 100454 97281 103726 80943 89339 100426 102594 und 93729 je 60 fl., Nr. 86456 100 fl., Nr. 36525 200 fl., Nr. 19719 78572 und 78552 je 400 fl., Nr. 103753 2000 fl., Nr. 89913 4000 fl. In der am 31. Januar stattgefundenen Ziehung der Stadt Venediger Frs. 30 Loose wurden folgende Haupt⸗ treffer gezogen: Serie 7504 Nr. 5 25,000 Ls., Serie 4454 Nr. 12 1000 Ls Wien, 1. Febr. In der heute erfolgten Serten⸗ ziehung der 1860er Staats-Anlehens⸗Loose wurden folgende Serien gezogen: 523 547 572 752 849 951 975 1612 2010 2402 2561 2587 2605 2677 3431 4080 4196 4330 5069 5179 5188 5321 5664 5788 5790 5935 6115 6229 6580 6990 7054 8130 8221 9144 9545 9557 9714 11062 11065 11116 11178 11836 12239 12330 12467 12625 12878 13339 13383 13453 13670 14201 14407 15200 15521 16944 17616 18214 18397 18763 18791 19077 19124 19363 19492. Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten im hiesigen Bahnhofe. Achtzehnte Liste det Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) An Naturalien: Von Friedberg 3 Laib Brod — Soldaten), 18 Flaschen Rothwein, 300 Cigarren, Pfund Kaffee und Cichorien; von Schzell 117 Laib Brod, 13 Pfund Wurst und Fleisch, 105 Eier, 12 Pfund Kaffce, 9 Pfund Butter, Dörrobst, Käse, Brödchen, Honig, Stroh und Tabak; von Dornassenheim 48 Laib Brod, 2 Pfund Wurst und 27 Eter; von Bingenheim 75 Laib Brod, 3 Pfund Dörrobst und 1 Topf Honig; von Reichels⸗ heim 77 Laib Brod, 99 Pfund Wurst und Fleisch, 28 Eier, 10 Pfund Kaffee, 6 Pfund Butter, 500 Cigarren, 3 Schoppen Branntwein, Dörrobst, Acpfel, Honig und Kotb Gemüse. b) An Geld: Kirchenrath Görtz und Familie in Florstadt 7 fl. 30 kr., Kirchenopfer von Ostbeim durch Pfartet Walloth 6 fl. 16 kr., Gemeinde Echzell 12 fl., Gemeinde Bingenbeim 10 fl. 16 kr., Gemeinde Reichels⸗ heim 15 fl. 12 kr., Hüljsverein in Assenheim 25 fl., Pfarrer Bornagius in Fauerbach 1 fl., Z. Grödel Wittwe bier 1 fl., Ossenheimer Wäldchen 17 kr., Büchsengeld 22 kr, Gemeinde Dornassenbeim 5 fl. 13 kr., zusammen 84 fl. 6 kr., dazu von voriger Liste 241 fl. 23 k., im Ganzen 325 f. 2 kr. Unter bestem Dank für die reichen Gaben bittet um weitere gülige Spenden Friedberg den 3. Jebruar 1871. Das Comits. Jaselochs⸗ Verkauf. 270 Donnerstag den 9. d. M., Vormtttags 10 Ubr, soll ein der biesigen Gemeinde gehöriger, 3½ Jahr alter, zur Zucht noch tauglicher Faselochse dei Gast⸗ witth G. Pöres an den Meistbietenden versteigert werden. Heuchelbeim den 2. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Peuchelheim Gatze rt. Arbeits-⸗Versteigerung 253 Freitag den 10. Februar, Nachmittogs 1 Uhr, ollen zu Ober⸗Florstadt nachstebhende Ardetten on die Wenigstnahmenden verßeilgert werden: fl. kr. 1) Zertigung eines eisernen Tores en die Schulhofraithe, veranschlagt zu 70— 2) Unterhaltung der Ottsstraßen und Vici nalwege 3. Brechen von 150 Kbm. Steinen 150— b. Fahren derselben 75— o. Zerschlagen berselben 240— 3) Ausräumung von 1500 f. M. Gräben im Feld— 4) Fertigung eines nenen Actenschranks 2. Schrelnerarbeit 26 20 b. Schlosserarbelt 3 44 e. Weißbinderardelt 3— rledberg den 27. Januar 1871. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider. Arbeits-Versteigerung. 254 Freitag den 10. Februar. Vormitiags 11 Uhr, oll auf dem Rathhaus zu Staden das Brechen, Fahren, Zerschlagen und Messen von 50 Kom. Unter- saltungsfitinen auf dem Weg nach Ober- Florstadt an ie Wensafinehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 1. Februar 1871. Der Bezirks⸗Bauausseher Schneider. Ein Pferd, 258 7 Zahre alt, ven anerkannter Güte, mit und obne Wagen und Oeschirr, verkaufe ich unter günssigen Be— ngungen. L. H. Strauß. 55 Von böchdder Wichtigkeit für Augenkranke durch das in seiner außerordentlichen Heilkraft unerreichbare seit 1822 in allen Welttheilen bekannt und berühmt gewordene echte Dr. White's Augen⸗ wasser von Traugott Ehrhardt in, Großbrettenbach in Thüngen(worauf beim Ankauf ganz besonders zu achten ist) find schon Tausende von den verschieden⸗ sten Augenkrankheiten geheilt gestärkt und sicher vor Erblinden geschützt worden, und erfreut sich deshalb eines allgemeinen Weltruhmes, welches auch die täglich einlaufsenden Loberhebungen und Atteste beweisen. ODasoselde ist concessionirt, von dohen Medizinalstellen geprüft und begutachtet, als bestes Augen Heil- und Stärkungsmittel empfohlen und à Flacon 10 Sgr. zu bezieden durch Jos. Hoffmann u in Friedberg. Versteigerung. 266 Freitag den 10. Februar d. J. läßt der Unter zeichnete im Schloß hof zu Ziegenberg nachßehende Mo bilien öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigern; Ein leichtes Cbaischen, 2 Doppelflinten, 1 Büchse, 1 Sopha, Kommode, Schränke, Tische. Sessel, Stühle, etliche Wagen Polz, Bilder, Rehgeweihe, Krüge, Flaschen und Küchengeräathe. Anfang 10 Uhr. Malbach den 2. Februar 1871. 256 Mehrere hundert Ceutner Dickwurz sind abzugeben bei 4 Melbach. H. J. Halm. Halm. Ein Mädchen, 257 ifrael. Confession, das kochen und einer Haus- haltung vorstehen kann, wind gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Eintiltt sofort. Von wem“? sagt die Expedition d. Bl. F. Frey. Tapetenhandlung. 272 Bolfländig assortirtes Lager von Tapeten zu den bill* Preiseu* 2 C. Horn. Ein reinliches Dienstmädchen, 260 gesttzten Allers, in allen Dausarbeiten*. welches sogleich eintreten kann, wird in Dienst gesuch Bad- Nauheim, Fürstenstraße 333(. Stock. 268 Gute auserlesege Kartoffeln sucht in größeren Partien zu kausen h. Zingler in Bonn a. RNöein. —Durchsichtige Glycerinseife! 120 auerkanntdestes Mitte! zur ine der Haut, empfiehlt in Stücken zu 4. 6. 9. 12. 18 kr. Wilb. Fertich. Ein braves Dienslmädchen 249 wird in eine Hausbaltung dei gutem Lohn auf Petrtlag gesucht. Näheres det der Expedition d. Bl. Schwarze seidene Halstücher, 81 45 farbige Umknöpftücher und Foulards bei K. ri neden der Pot in Irierderg. Gele oer 15805 am 2. Februar 1871. Preussische Kassenscheine.. fl. 1 44¼—45½ Preuss Friedrichsd'or„ 9 58—59 Pistolen*„ 9 46—48 Holländische f. 10 Stücke. 39 54—56 Ducaten 3 e * al marco.„ 5 308 40 20 Franes-Stücke.„ 9 30—31 Englische Sovereigus,„ 11 5559 Russ, Imperiales 8„ 9 17—49 Behne en„„ 2 N28 Für Land und Ackerwirthe. 1. Engl. Futterrüben-Samen. chönsten und ertragreichsten von allen jetzt bekannten gutterrüben, werden 1 bis 3 Fuß im Umfange groß, und 5, ja 10 bis 15 Pfund schwer, ohne Bearbeitung, denn sie verlangen weder das Hacken noch das Däufen. Die erste Aussaat geschieht, sobald es die Witterung erlaubt, Ausgangs März oder im April. Die zwette Aussaat im Juni, Juli, auch noch Anfangs August und dann auf solchem Acker, wo man schon eine Vorfrucht abgeerntet bat, z. B. Grünfutter, Frühkartoffeln, Raps, Lein und Roggen. In 14 Wochen, sind die Rüden vollftändig ausgewachsen, und werden die ersigebauten dis zum Anfang des Winters verfüttert, dagegen die zuletzt gebauten zum Winterbedarf aufbewahrt, da dieselben bis im hohen Frühjahr ihre Nahr⸗ daftigtett und Dauerhaftigkeit behalten. Das Pfund Samen von der großen Sorte kostet 2 Thlr., Mittelsorte 1 Tül. Unter ½ Pfund wird nicht abgegeben. Aussaat pro Morgen ½ Pfunb. 0 8** 2. Bokharascher Riesen-Honig-KAlee. Dieser Klee ist so recht berufen, Futterarmuth mit einem Male abzuhelfen; denn er wächst und gedeibt nicht allein auf gutem, sondern auf jedem leichten Boden, sogar auf solchem, wo weißer Klee nicht mebr fortkommt. Er wird, sobald offenes Wetter eintritt, gesäct und gibt im ersten Jahre 3—4 Schnitt, und im zweiten Jahre 5—6 Schultt. Man kann denselben unter Gerste und Hafer säen. Mit letzterem zusammen geschnitten, gibt er ein berrliches Futter für Pferde, auch ist der Klee seines großen Futterreichthums wegen ganz be⸗ sonders für Milchkube und Schafvteb zu empfehlen. Vollsaat pro Morgen 12 Pfd. mit Gemenge 6 Pfd. Das Pfd. Samen ächte Originalsaat kostet 1 Thlr. Unter Pfd. wird nicht abgegeben. 3. Schottischer Riesen- Turnips-Runkel-Rüben-Samen. Diese Rüben werden im tief durchgeackerten, kräftigen Boden 18—22 Pfd. schwer, haben gelbes Fleisch und große saftreilche Blätter. Da der Samen doppelt gereinigt ist, so beträgt die Aussaat pro Morgen nur 3 Pfd. Das Pfd. kostet 10 Sgr. Eine Kulturanweisung wird jedem Auftrag beigegeben. Es offerirt diese Samen: Ferdinand Bieck in Schwedt a. O. Frankirte Aufträge werden mit umgehender Poft expedirt, und wo der Betrag nicht beigefügt, wird solcher per Postvorschuß entnommen. Regenschirme, 261 Dtiese Rüben, die s 71 äußerst billig, bei K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. Vorschuß- und Credit-Verein zu Friedberg. de (Eingetragene Genossenschaft.) 0 9— N Lahrer Ausweis pro Januar 1871. 0 N Hinkende Einnahme. 3 Kasse⸗Bestand pro 1. Jan. 1871 fl. 1907. 46 Vote 8905 5 1277. 5 5 für epositen 7 413. 45 Inkasso⸗Wechsel„ 1364. 3 8 1871 Conto⸗Corrente„ 30300. 15 ist erschienen Spar⸗Einlagen„ Sd33. 40 f und Darlehen„ 2500.— 0 ben bei Stamm⸗Antheile, Monatsbeiträge„ 66.— N zu haben bei Reservefonds, Beitritt 2 6— Fallen Buch- Mobilien und Utensilien, Spar- n händlern Einlage⸗Bücher. 2. 18 8 1 Wechsel⸗Zinsen 5 nd 85. 2 1 15 75 5 Depositen-Zinsen 4 57. 11 4.— 80 0 Wechsel⸗Spesen 8 1548 A. 2—— 2960 Agio⸗Gewinn auf Sorten— Zu Friedberg bei Bindernagel& Schimpff. fl. 52857. 19 f— 8 — 2. Ausgabe. 88 3 Wechsel fl. 7836.— SS Depositen 5 150, 2 8 Inkasso⸗Wechsel 1349.— 232 Conto⸗Corrente„ 31401. 53 S S 5 Spar⸗Einlagen„3188. 34 8 Darlehen„ 1090.— S2 Mobilien und Utensilien 5 4. 23 S 2 Wechsel⸗Zinsen 5 2. 222 Darlehen⸗Zinsen„ 1 8. 19 9 Spar⸗Einlage⸗Zinsen 5 973. 27— 23 8 Conto⸗Corrent⸗Zinsen 2 22. 26 8 8— Unkosten 9 9. 15 3 Kasse⸗Bestand pro 1. Febr. 1871„ 4994. 39 288 5 fl. 52857. 19 5 2 a 35 8 Eingang. Ausgang. 2 fl. 31249. 11 Wechsel in Conto⸗Corrent fl. 32049. 9 8 „ 2443. 18 Wechsel zum Incasso„ 3346. 19 5 — Der Vorstand 2 263 Hecht. Ermus. Weis. Das Flacon Pastillen, in welchem die Salze aus 7 N einem Litre Rakoczy enthalten, koßet 30 kr.— Nur 262 Eine bedeutende Bäckerei nebst allein ächt in Friedberg bet Hofapotheker C. Görtz. Wirthschaft in einem lebhaften Städt⸗ Kgl. Baier. Mineralwasser⸗Versendung. 5 hat auf längere Jahre im Auf—⸗* rag zu verpachten K 1 Kl Zreob Sten raunkohlenklem, Acht der Burg. 15 als 0 0 zum Vermischen mit Stein⸗ — 2 ohlen, verkauft billig Ein Logis Die Ziegelei am Bahnhof zu Bad Nauheim. 265 gleicher Erde hat zu vermtelhen 237 i a 22 Bei dem Unterzeichneten ist ein fast neues, sehr Ludwig Hoffmann. wenig gespieltes 1 Ein möblirtes Zimmer zu verkaufen zu Enn W 179 hat zu vermiethen E. Müller Laubach den 28. Jauuar 1871. a in der usagasse. Klipstein, Districts⸗Einnehmer. (Hierzu 255 Der soeben erschienene neueste Armeebefehl an die kaiserlich deutschen Truppen, erlassen vom Originalspion des luftigen Laubfrosch⸗ kalenders, befiehlt jedem Soldaten sich zum Andenken 11 Kriegsthaten, Kriegsanekdoten, Scherz⸗ und Spottlieder, in der bis letzt vollständigsten Weise und mit prächtigen Illustrationen bringt. Derselbe ist durch alle Buchbandlungen und Buchbinder, in Friedderg bei Bindernagel& Schimpff um 12 kr. zu haben. 1 iussische Fardinen! 264 in Fässel von circa 10 Pfd. Jubalt, à fl. 1. 54 kr., bei Wilbdelm Fertsch. Verloren. 269 Am 26. Januar, Abends, wurde zwischen Butzbach und Eberftadt ein gehäkelter Teppich mit buntem Unter⸗ futter verloren. Der Finder wird gebeten denselben gegen eine Belohnung an Herrn Gastwirth Joutz in Butzbach abzugeben. Straußische Bäckerei. 259 Erste Sorte Brod Js kr. Zweite 16 kr. „„ Einige ächte 20 Harzer Canarienvögel, Roller mit Flötentönen, find zu verkaufen, Vorstadt 148 in Friedberg. Zugelaufen. 267 Ein langbaariger, mittelgroßer Hund, schwarz und welh, iß mir am 2. Februar zugelaufen. Der Eigen⸗ thümer desselben kann ihn gegen Erstattung der Inserat⸗ gebühren und des Futtergeldes bei mir in Empfang nehmen. Bruchenbrücken. Heinrich Lang III. Ein Lehrling 217 kann eirtreten bei Christoph Ritzel, Friedberg. Hof⸗ Schmied. Wohnungs veränderung. 271 Indem ich mich einem geehrten Publikum bestens empfoblen halte, zeige ich hlermit an, daß sich meine Wohnung fetzt im Hinterhause des Herrn Hof-Apotheker Görtz befindet. J. M. Steitz, Herrenkleidermacher. Siegesfeier. 247 Transparente mit den Bildnissen des Kaisers, Bismorck's und Moltke's ꝛc. ꝛc., sowie farbige Ballons und Stocklaternen empsiehlt H. Blensdorf, Hof Tapezier, in Bad Nauheim. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangeli sche Gemeinde. Sonntag Septuagesi mä. Pfarramtswoche Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Wahl. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Seminarlehrer Stamm. Nachmittags: Herr Candidat Suppes. Katholische Gemtinde. Samstag um 3 Uhr Nachmittags Beichte. Sonntag Septuagesima. Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Predigt. Nachmittags: ½'2 Uhr Christenlehre und Andacht. Am 5., 6. und 7. Februar wird das dritte Gebets⸗ triduum abgehalten. Bei der Schlußfeter desselben, Dienstag den 7. Februar, Abends 5 Uhr, wird Se. Hochwürden Herr Beneficiat Philippi aus Gerns⸗ heim die Predigt halten. Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Mor⸗ gens 7¼ Uhr. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Unterhaltungs Blatt Nr. 5 und eine Beilage.) an das ruhmreiche Jahr 1870 den lustigen Laub⸗ froschkalender 1871 anzuschaffen, weil derselbe alle wn uvögel, „n Bettdatt 18 dant, ei %. Der Eiter n dt Just un u Ff Lang 1 ing ooh Ritzel, „Sent. lung eln denn , det e den 1 pe, Apefckh „ teitz, ettt ses. ek. zu tet Keen ˖ artet Helles de Tapehtt, be 1 197. ä— fitdbelg n. a 2605 a. Nett 1 tr 9 . Ge! kit ar Beilage. Preußen. Berlin. Die„Spener'sche Zeitung“ schreibt:„In unterrichteten Kreisen wird destätigt, daß in den Vorbesprechungen zwischen Jules Favre und dem Grafen Bismarck eine Verständigung über die Grundlagen der künftigen Friedensrerhandlungen erzielt worden ist.“ 1. Februar. spondenz“ schreibt: des Waffenstillstandes in Versailles verweilen, seine Gegenwart sowobl mit Rücksicht auf die weiteren Operatienen im Süden als im Hinblick auf die ferneren Verhandlungen erforderlich ist. Durch die geschlossene Uebertinkunft ist die Hauptstadt Frankreichs, ist die Pariser Regierung in ihrem eigenen dringendsten Interesse zum Verbündeten Deutschlands gemacht, um den Krieg nicht von Neuem ausbrechen zu lassen, sondern den Waffen- stillstand zur Sicherung des wirklichen Friedens zu benutzen. — In der Entschädigungsfrage der aus Frank- reich verwiesenen Deutschen hat, der„Voss. Ztg.“ zufolge, das Bundeskanzler-Amt an die betreffenden Petenten von Düsseldorf und Umgegend einen Be- scheid erlassen, in welchem es heißt:„Was die angemeldeten Entschädigunge forderungen betrifft, so läßt sich zwar noch nicht überseben, in wie weit Ansprüche dieser Art bei dem Friedensschluß Berücksichtigung finden können. Den Bittstellenden bleibt jedoch überlassen, ihre Liquidationen durch Vermittelung der Reglerung zu Düsseldorf dem auswärtigen Amte zu überreichen.“ — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht ein Schreiben des Kaisers an den Kronprinzen, wo- durch demselben neben seinen jetzigen Titeln auch die Würde tines Kronprinzen des deutschen Reichs mit dem Prädikat„kaiserliche Hoheit“ verliehen wird. — Dasselbe Blatt bringt ferner eine Bekannt- machung des Gentral-Postamtes, wonach gewöhn⸗ liche offene Briefe gegen die vor dem Ausbruch des Kriegs bestandenen Taxen zur Beförderung nach Paris angenommen werden. Die Versendung verschlossener Briefe ist nicht zulässig. 5 — Die französische Nationalversammlung wird nach dem einer republikanischen Mehrheit günstigen Wahlgesetz vom 15. März 1849 nach Departements, keineswegs nach Arrondissements gewählt. — Ein Berliner Telegramm der„Times“ präcisirt die Friedensbedingungen wic folgt: Ab- tretung von Elsaß und Lothringen(mit Belfort und Metz), der Colonie Pondichery, Auslieferung von 20 Kriegsschiffen und Zahlung von 10 Milliarden. ö Kassel. Die Nachricht von der Berufung einer französischen Constituante hat, wie ein ex presses Telegramm der„Independance“ aus Kassel besagt, in Wilhelmshöhe eine tiefe Ver- stimmung hervorgtrufen. Bayern. München, 1. Februar. Tas eben erschienene Gesetzblatt des Königreichs ent⸗ hält eine von sämmtlichen Ministern unterzeichnete Declaration des Königs, durch welche den deut- schen Bundes- Verträgen gesetzliche Kraft und Geltung ertheilt und verfügt wird, daß diese Verträge sofort ihrem ganzen Inhalte nach zum Vollzug gebracht werden. Oesterreich. Pest. Die Reichsrathsdele⸗ gation beendet die Berathung des außerordent⸗ lichen Kriegsbudgets. Graf Beust wies neuerdings die Atußerung Rechbauers zurück, er hätte Krieg geführt, wenn die Rüstungen vollständiger gewesen wären. Solche Aeußerungen seien geeignet, das gute Einvernehmen zu stören. Nachdem sich ein günstiges Verbältniß zum Nachbarreiche ent- wickelt habe, müsse es das Bestreben der Regierung sein, diese guten Beziehungen zu erhalten und zu besestigen. Man müsse aber darauf bedacht sein, daß ein Freund den andern nicht nur nicht fürchte, sondern auch achte. Frankreich. Bordeaux, 31. Januar. Gambetta sandte an die Präfecten ein Telegramm, Der Kaiser wird auch während werde er wo weiter zu verfolgenden Politik kund thun. (Ar Telegramm fordert der Oberhessischer Anzeiger. in welchem er seinen Entschluß ausspricht, bis zur Ankunft des Regierungsmitgliedes aus Paris den Status quo aufrecht zu erhalten. Die An- kunft dieses Mitgliedes sei nahe bevorstehend, da dasselbe wahrscheinlich in der Nacht vom 30. auf den 31. abgereist sei. Die„Provinzial- Corre- die betreffenden Mittheilungen Sobald er(Gambetta) erhalten habe, bezüglich der Schließ- lich fordert Gambetta auf, im Vertrauen zu be— harren. In einem weiteren, gestern Mittag ab- Minister die Präfecten auf, in der Einübung der mobllisirten Nationalgarden in ihren respettiven Departements sortzufahren, da jede Unterbrechung in dieser Hin- sicht ein schwerer Fehler in der Zeit der Waffen⸗ ruhe sein würde, welche für die Vertheidigung des Landes unverzüglich nutzbar zu machen die schmerzlichen Verhältnisse gebieterisch verlangten. Die Blokade ist für die ganze Küste aufgehoben worden. — Das„Burtau Havas“ meldet:„Dem Vernehmen nach wird der erste Act der Consti⸗ tante die Wahl eines Conseilpräsidenten sein, dem die Bildung eines neuen Cabinets oblaͤge. Man nennt als Candidaten Jules Favre, Gam⸗ betta, Thiers, Picard und Grevp. Für die ersten Drei herrscht größere Wahrscheinlichkeit.“ Aus Bordeaux meldet eine Depesche: Die Beschlüsse der Pariser Regierung wurden gestern Abend(30.) angeschlagen. In vielen Städten erregte sie schmerzliche Erregung und große Be- stürzung. In mehreren Städten wurden Demon trationen im Sinne des Widerstandes bis zum Ueußersten gemacht. In Listeux riß das Volk den Anschlagzettel herunter. In Lyon soll die Municipalbebörde euischlossen sein, den Widerstand zu unterstützen. — 31. Jan. Eine Proclamation Gambetta's an die Präfecten glaubt nicht, daß im Betreff der Friedensfrage in Versailles Abmachungen getroffen seien. Die Besezung der Pariser Forte scheine seine Entschließungen anzudeuten, daß die Hauptstadt als befestigte Stadt sich ergeben habe. Gambetta erklärt, er werde die bisherige Politik aufrecht erhalten und den Krieg bis zum äußersten Widerstand, selbst bis zur vollständigen Erschöpfung fortsetzen. Alle Energie müsse aufgeboten werden, um den Muth der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Die Dauer des Wasfsenstillstandes müsse angewandt werden, um die drei Armeen durch Leute, Munition und Lebensmittel zu verstärken.— Ein Deecret der Regierung ordnet die Bildung von 16 neuen Marschregimentern, 5 neuen Chasseurregimentern und einem zweiten Tirailleurregiment an. — Im großen Theater fand eine öffentliche Versammlung statt, in welcher ein Delegirter des Ministers des Innern ein Dekret bezüglich der zu wählenden Constituante mittheilte. Hiernach sind von der Candidatur folgende Personen aus- geschlossen: 10 Mitglieder der Familien, welche seit 1789 in Frankreich regiert haben, 20 frühere Minister und 30 ehemalige Regierungscandidaten. Die Versammlung ernannte einen Sicherheits- ausschuß, welcher die Reglerung unterstützen soll. — Das Journal„Le Liberal“ von Douai meldet in einer seiner letzten Nummern, daß die Proklamation Gambetta's an die Präfekten vom 31. Jan. betreffs Fortführung des Kampfes in Folge eines Irrthums durch Anschlag veröffent— licht worden ist, da das Schriftstück nur eine vertrauliche Mittheilung an die Präfekten gewesen sei Lille. Einer Mittheilung des„Memorial de Lille“ aus Bordeaux vom 31. Jan. zufolge, meldet ein Telegramm des Ministers des Innern au die Praͤfecten, daß der Municipalrath zu Bordeaux am 31. Jan. einstimmig eine Erklärung angenommen habe, welche sich gegen jeden dit Ehre Frankreichs schädigenden Friedensschluß aus- spricht und die Delegation der Regierung zu Bordeaux auffordert, einer solchen Eventualität M15. gegenüber auf ihrem Posten zu verbleiben, und, wenn nöthig, den Krieg fortzusetzen. Diese Er- Erklärung wurde sofort der Abtheilung der Re- gierung in Bordeaux unterbreitet.—„Echo de Lille“ constatirt, daß in den nördlichen Theilen Frankreichs, welche an der Vertheidigung sich so hervorragend betheiligt hätten, der Waffenstillstand zu keinerlei Demonftrationen Anlaß gab. Frank- reich müsse sochen, sich in Zukunft zu moralischen Siegen zu erheben. „Echo du Nord“ schreibt anläßlich der Protestation der Municipalität von Bordeaux: Die Municipalräthe greifen mit derartigen Auf⸗ reizungen zum Widerstande in die Competenz der zukünftigen konstituirenden Versammlung, welche allein das Recht hat über Krieg und Frieden zu entscheiden, ein. Das Platt tonstatirt seine Sympathien für den Frieden. Belgien Brüssel. Wie hier verlantet, hat die Pariser Regierung bei Abschluß des Waffenstillstandes auch die Verpflichtung über⸗ nommen, die in den Grundzügen aufgestellten Friedenspräliminarien vor der nach Bordeaux einberufenen Constitnante zu vertreten. Großbritannien. London. Die„Times“ bringt folgende Depesche aus Bersailles vom 30. d.: Das Organ der Pariser Regierung ver⸗ öffentlicht den Wortlaut der Capitulationsbe⸗ dingungen. Jules Favre hat die preußischen Behörden ersucht, das Betreten der Stadt zu er⸗ schweren. Die Postverbindung mit Paris wurde wieder eröffnet. Die Preußen haben Vieh-Trans⸗ porte in die Stadt geschickt. — Demselben Blatte wird aus Versailles vom 31. Jan, telegraphirt: Die französtsche Re⸗ gierung bat sich bei Berechnung des noch vor ⸗ dandenen Proviants um acht Tage verrechnet, die Noth wird deßhalb wahrscheinlich erheblich ge⸗ steigert werden, zumal die Wiederherstellung des Eisenbahnverkehrs mit Parts mindestens eint Woche dauert. Eine Depesche der„Daily News“ aus Margency vom 8. Jan. Abends sagt, daß die preußische Vorpostenkette bereits 500 Ellen über die Forts hinaus gerückt ist. Spanien. Der Madrider„Imparciale“ sagt:„Es scheint, daß die Reglerung die fran⸗ zöstsche Fregatte„Hermione“ ersucht hat, die spanischen Gewässer zu verlassen; dieselbe fährt indeß fort im ausgedehntesten Maße zu kreuzen.“ Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten find vom 1 dis 31. Januar eingegangen und werden dankbar be⸗ scheinig!: fl. kr. durch Herrn Regierungsrath Trapp aus det Gemeindekasse Oder-Wöͤllstadt durch Herrn Pfarrer Müller Kirchenopfer aus Nieder-Roßbach 5 von Herrn J. Feiling für Knochen für Spiülig von Herrn Pfarrer Bornagius in Fauerbach Kirchenopfer in der Burgkirche von Herrn Apotheker Görtz N a durch Herrn Pfarrer Breidenstein Kirchenopfer aus Söͤdel f durch Herrn Decan Blumhof Kirchenopfer aus Melbach a von Herrn Pfarrer Becker in Leldhecken aus der Gemeinde Ostheim von Frau Z. Grddel 8 durch Herrn Römich in der Philippi'schen Wirth⸗ schast für Gedichte des Herrn Tönges von Herrn Wilh. Lenz Bauernheim von Herrn Freitag 1 10 vom früheren Bürgermeister 515 Werner und ö seinem abwesenden Sohne onrad in Münster 4 30 von Herrn Dr. Heidt 1 45 von den monatlichen Gebern hiesiger Stadt 117 8 An Materialien: Von Frau Decan Buchbold in Ossenbeim 1 Sack Kartoffeln, 1 Mahne Aepfel und 12 Pfund Oörrobst. iebberg, 31. Januar 1871. 1„ J Für das Comité: J. Huber, Rechner. — 2 — 2— 3 0 2 c .—— —— — 5 777....——** — e ä.—— 0—— —— 41 und Ueberzüge, die Elle 9 und 10 kr. 200 Stück ¾ breite ächtfarbige Glanz⸗Möbel⸗Cattune und Cattune mit Borden, für Vorhänge, die Elle 9 kr. 300 Stück feinsie ¼ breite ächtfarbige Piqus⸗Cattune, in den schönsten Farben, die Elle 12 kr. 300 Stück der feinsten ¼ breiten ächtfarbigen Jaconets und Organdis, die Elle 12 kr. % ö breiten weißen Satin und Piqué, für Ueberzüge und Unterröcke, die Elle 12 kr. 500 Stück ¼ͤ breites ächtfarbiges Bettzeug, meistens türkischroth mit weiß, die Elle 15 kr. Schweren schwarzen Motreens, für Unterröcke, die Elle 22 kr. 1% breiten englischen Waterproofs, für Regenmäntel, in den schönsten Farben, die Elle 45 kr. 1% breiten schweren Bukskin, für Hosen, Westen Elle fl. 1 30 kr. / breite Fahnenstoffe, schwarz, roth, gelb, weth, die Elle 10 kr. Große Auswahl Fußteppichstoffe, die Elle 15 kr. 10% breiten weißen Mull für Kleider, die Elle 12 kr. Gute wollene Kleiderstoffe, Crols se, Popelines, Rips, Chins, Atlas, Mohaires, Grosgrains, die Elle von 15 kr. an. Glatten rothen wollenen Untertockstoff, die Elle 15 kr. W. Fuhrländer Nachfolger Vilbeler Straße Nr. 23 in Frankfurt a. M., dem Pfau gegenüber. 5 Großes Lager in den modernsten Kleiderstoffen. 500 Stück% ö8breite ächtfarbige Cattune, lila, rosa, gelb, braun, für Kleider Großes Ausstattungs⸗Geschäft. 500 Aa 15 schweres Leinen, für Hemden und Belttücher, die e r. 2½ Ellen breite grobe Leinen, für Betttücher, das Betttuch ohne Nath, vier Ellen lang, fl. 1. 44 kr. 3 Ellen breite grobe Leinen, für Betttücher, das Betttuch ohne Nath, vier Ellen lang, fl. 2. 24 kr. 200 Stück schwere rothe wollene Bettdecken, das Stück fl. 5. 30 kr. 200 Stück schwere weiße wollene Bettdecken, das Stück fl. 4. 500 Stück schwere graue Militärdecken, das Stück fl. 2. 30 kr. und fl. 3. Schwere weiße Piqusdecken, für zweischläfr. Belten, das Stück fl. 2. 30 kr. 2 Ellen breite, 2½ Ellen lange, leinene Tischtücher, das Stück 45 kr. 500 Otzd. weiße leinene Damentaschentücher, das Dtzd. fl. 2. 30 kr. 10% breiten, reich ramagirten Vorhangsmull mit Bogen, die Elle 15 kr. Große rothe Cachem ire Tischdecken, das Stück fl. 1. 45 kr. und fl. 2. Große rothe Cachemire⸗Commodedecken, das Stück fl. 1.— und fl. 1. 24 kr. Tischtücher, Handtücher, Servietten, Strobsackleinen, Zwillich, Barchend zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Lama, Flanell, Thibet. Cachemite, Alpa cca, Unterrockstoffe, in allen Farben und Qualitäten billigft. Schwarzen Orleans und Alpaccas, die Elle von 16 kr. an. Schweres Blau Gedrucktes, die Elle 12 kr. Muster der Arkitzel sende auf Verlangen franco. und ganze Anzüge, die — Sonntags ist mein Laden bis 6 Uhr Abends offen. 2 Bierlieferung für das Großherzog— liche Reserve⸗Lazareth Butzbach. 242 Kommenden Samstag den 4. Februar 1871, Vor- mittags 10 Ubr, wird die rubricirte Lieferung auf dem Soumissionswege vergeben. Die Lieserungsbedingungen liegen auf dem Lazareth⸗ Bürean, Zimmer Nr. 4 im Neubau der Reitercaserne, in den Mitlagsflunden von 2 dis 5 Uhr zur Einsicht offen. Butzbach den 29 Januar 1871. Groß herzogliche Reserve⸗Lazareth Commission Butzbach v. Schaurotb, Rittmeister. Holz ⸗Versteigerung. 241 Montag den 6. Februar d. J., Morgens 9 Uhr, werden in den Distrikten Langsee, Tiefsee und Heide des Erdbstädter Domantalwaldes versteigert: 116 Stecken Buchen ⸗Scheitholz, 11* Eichen⸗ 1 11 8 Buchen Prügelbolz, n 4— Kiefern 7 59 3 Buchen Stockholz, 9 1 Eichen* 1 6 Kiefern⸗ 5 1875 Wellen Buchen⸗Asttelsbolz, 630 Eichen⸗ 5 5 007 Kiefern!„ 1165„ Buchen⸗Durchforflungsreis holz, 1 Eichen⸗ 2 * Fichten⸗ 5 100 7 Aspen⸗ Die Fichtenwellen siud 10“ lang und können aus denselben noch Bobnenstecken ꝛc. ꝛc. sortirt werden. Anfang der Verfteigerung im Distetkt Tiessee. peldenbergen am 27. Januar 1871. Großherzogliche Oberförsteret Altenstadt Jochem, Verwalter. Holz⸗Versteigerung. 244 Dienstag den 7. Februar, Morgens 9 Ubr an⸗ fangend, sollen in dem Gräflichen Forstrevier Wickstadt, Distrikt Daardt, folgende Holzsortimente öffentlich ver⸗ steigert werden: 28 Stecken Buchen⸗Scheitbolz, 66 Eichen⸗ 1 Buchen Prügel holz, 81 Eichen⸗ 5 20„ Buchen⸗Stocholz, 8 Eichen⸗ 5 50„ Buchen⸗Reisholz, 0„ Eichen i 200 Stück riderse Nadel holzflangen. Zusammenkunft am Eingang im Holzschlag, auf dem Zußpfad von Wickstadt nach Florstadt. Wlekstadt den 30. Januar 1871. Gräfliche Obetfoͤrsterel Assenheim Schallas. Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschast. Directe Post⸗Dampfschifffahrt zwischen HAMBURG A NEW- TORK vermittelst der Post-Dampfschiffe Westphalia, Mittwoch, 8. Febr. Cimbria, Mittwoch, 1. März Silesia, Morgens. Miliwoch, 22. Febr. Holsatia, Mittwoch, 8. März. Passagepreise: Erste Cajüte Pr. Crt. Rthlr. 165, Zweite Cajüte Pr. Crt. Rthlr. 100, Zwischendeck Pr. Crt. Nibir. 38. Fracht L. 2.— pr. 40 bhamb. Cubiksuß mit 15% Primage, für ord. Güter nach Uebereinkunft. Briefporto von u. nach den Verein. Staaten 3 Sgr. Briese zu bezeichnen„per Hamburger Dampfschiff. Näheres bei dem Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Hamburg, sowie den alleinigen Generalagenten für das Großherzogthum Hessen 42 Carl Racké& Cie. in Mainz. f Friedberg bei Chr. Hecht. Morgens. Original-Nähmaschinen Singer Manufacturing Cie. in New- Tork. 5 Lit. A. Neue Familien-Nähmaschinen fl. 79. Nr. 2 Haschinen für Schneider fl. 100. Ir. 2„ mit Rolifuss f. Schuhmacher fl. 105. 52 Um vor Taäuschung zu schötzen, wird jeder Original⸗Maschine ein Ursprungs-Certisicat beigegeben, welches in New-Pork ausgestellt ist, die Nummer der Maschine enthält und meine Unterschrift trägt. Zur größeren Bequemlichkeit des Publikums habe dem Herrn M. Mainz in Friedberg eine Niederlage meiner Maschinen übergeben und können solche zu obigen Preisen und unter vollständiger Garantie von demselben bezogen werden. G. Neidlinger, General-Agent der Singer Manufacturing Cie., Zeil 37, Frankfurt u. M. Die Pr. Steffan'soe Augenheilanstalt in Frankfurt a. M. (Krögerstraße 8 und Sachsenhausen, Dreikönigstraße) Univpersal-Magenligueut 53 von Carl von Metternich in Mainz, in Flaschen zu 24 kr., 45 kr. und fl. 1. 24 kr. bei Ph. Dan. Kümmich. i Maschinengarn und Einschlagbaumwolle, 231 sowie alle Sorten Strickgarne, empfehlen billigt Geschwister Schloß. auf's Bequemste eingerichtet, nimmt jeder Zeit Augenkranke auf. Unbemtittelte zu ermäßigtem Preise und weamtgalfiecd Glacé- Handschuhe, Unterhosen und Zacken Militärhandschnhe,. de, Sonrad Peß, sowie Rauhleder- und Pil-d'Ecosse⸗Handschuhe 1 2 Bec van. Bu erkaufen drei Fichten Bepskuchen! zwei à 106 Cubikfuß und 15 eine von 71 Cudiffuß, 121 fets frisch von der Mühle bei Wilh. Fertsch 44 bei alle eignen sich hauptsächlich zu Durchzügen. Nähere Auskunft erthellt Johannes r kangenbaln bei Butzbach.