E 5 2 12 4 2 I 127 e 14 1 Donnerstag den 2. Februar. M 14. berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 30. Jan. Der Kaiserin und Königin in Berlin. Die Uebergabe aller Forts hat incl. St. Denis im Laufe des gestrigen Tages ohne alle Widersetzlichkeiten und Störung stattgefunden. Von unsern Belagerungs⸗Batterien sah ich die preußische Fahne auf Issy flattern. Heute Schnee und Thauwetter. Eben rückte das fünfte Jägerbataillon ein, das seit dem 19. September auf Vor⸗ Grenze posten stand und doch excellent aussah. Es verlor beim letzten Ausfalle 5 Offiziere und 80 Mann. Wilhelm. Versailles, 30. Jan. Vor Paris nahm am 30. die Durchführung der Convention un- gestört ihren Fortgang. Bei Blois verbrannte Oberst v. Below am 28. die Brücke, da der Feind auf dem linken Ufer der Loire gegen die Stadt vordrang. Letzterer zog am 29. wie er in südlicher Richtung ab.— Das 2. Corps nahm am 28. bei Nozeroy einen feindlichen Wagen⸗ transport. Die 4. Reserve⸗Division war am 28. bis Passavant vorgedrungen und hatte wieder 200 Gefangene gemacht. Die Bourbaki'schen Corps befanden sich zwischen den Colonnen des Generals v. Manteuffel und der Schweizergrenze. (Nozeroy im Dep. Jura, Arr. Poligny; Passa⸗ vant im Dep. Doubs, Arr. Baume.) v. Podbielsky. Arbois, 30. Jam. Die Avantgarde der Südarmee(14. Division) erreichte gestern Nachmittags die abziehende Armee eine Meile westlich Pontarlier an der Schweizer Die Dörfer Sambacourt und Chaffois mit Sturm genommen, gegen 3000 Gefangene und 6 Geschütze genommen. Graf Wartensleben. An den Großherzog K. H. ist folgendes Telegramm gelangt: Blois, 29. Januar, Vormittags 10 Uhr 20 Minuten. Der Großherzogliche Lieutenant Karl Ferd. Becker aus Offenbach wurde am 28. Januar 1871 in dem Gefechte bei Viennes durch einen Schuß in die rechte Seite schwer verwundet und ist in feind⸗ liche Gesangenschaft gerathen. Daudistel, Major. München. Telegraphische Nachricht an das Kertegsministerium. Chatenay, 29. Januar, Vormittags. Vom 28. an einundzwanzigtägiger Waffenstillstand mit Ausnahme Belforts und Bourbaki'scher Armee. Besatzung Paris kriegs- gesangen mit Ausnahme Nationalgarden. Sämmt⸗ liche Forts werden von deutschen Truppen besetzt; Montrouge und Vanvres vom 2., Charenton vom 1. bayerischen Corps. Die Stadt zahlt Millionen Francs. (Der hier wiederholt mitgetheilten Nachricht bezüglich des Ausschlusses Belforts und der Bour⸗ bakischen Armet von dem Waffenstillstande ge- schah in den Depeschen aus dem kaiserlichen Haupt- quartier bis jetzt keine Erwähnung.) Karlsruhe, 30. Jan. Die„Karlsruber Zig.“ brachte folgendes Telegramm:„Basel, 30. Jan. Der badische Polizei-Commissär am Dar mstadt. 200 Bahnhof in Basel an das Ministerium des Innern in Karlsruhe. Bourbaki'sche Armee sammt Ka— nonen ist bei Pruntrut und Neuenburg in die Schweiz eingerückt. Selbstmordversuch Bour- baki's bestätigt.“ — Vom 31. meldet indessen dasselbe Blatt: Das gestern mitgetheilte Telegramm des badischen Polizei-Commissärs im Baseler Bahnhof, welches den Uebertritt der Bourbaki'schen Armee meldete, beruhte, wie nähere Erkundigungen ergeben haben, nur auf einem in Basel verbreiteten Gerücht. Nach einem heute Vormittag 11 Uhr eingetroffenen weiteren Telegramme desselben Beamten hat sich jenes Gerücht nicht bestätigt. Dresden, 29. Jan. Sächsisches Armee⸗ corps besetzte heute Vormittag 10 Uhr Romain⸗ ville, Noissy, Rosnp, Nogent. — Der König hat weiter die nachstehenden Meldungen erhalten:„Margency, Sonntag, 29. Jan., Abends ¼7 Uhr. Diesen Nachmittag 4 Uhr an der Spitze der 14. Brigade in St. Denis eingerückt. wurden, soweit Meldungen eingegangen, Zwischenfälle von unsern Truppen besetzt. prinz Albert.“ Stuttgart, 30. Jan. Der„St.- Anz.“ meldet: Die würtembergische Division besetzte gestern die Redouten von Gravelle und Fraisanderie. Breslau, 29. Jan. General Tümpling telegraphirt Morgens an stellvertretendes General⸗ commando: Waffenstillstand abgeschlossen. 6. Corps besetzt Forts Jury und Bicsctre. Aus Versailles, 27. Jan., wird noch telegraphirt: Die französischen Truppen treffen zu Hunderten bei den sächsischen Vorposten ein, ohne Kron⸗ Desertion anbietend. Versailles, 29. Jan. Das gesammte Frankreich soll die Constituante wählen. Ein Theil der Pariser Regierungsmitglieder reist morgen nach Bordeaux ab. Versailles, 30. Jau. Ueber den Haupt- inhalt der Capitulation der Forts von Paris wird Folgendes mitgetheilt: Der Waffenstillstand tritt bei Paris sofort ein, in den Departements beginnt derselbe in 3 Tagen und läuft am 19. Februar ab. Eine Demarcationslinie ist festgesetzt, dieselbe durchschneidet die Departements Calvados und Orne, sie läßt in deutscher Occupation die De— partements Sarthe, Indreset-Loire, Loir⸗et-Cher, Loret, Nonne und was davon nordöstlich, außer den Departements Pas de Calais und Nord. Die Entscheidung über den Beginn des Waffen— stillstandes in den Departements Cote d'Or, Doubs und Jura, sowie bei Belfort bleibt vorbehalten; bis dahin nehmen die dortigen Kriegsoperationen, einschließlich der Belagerung von Belfort, ihren Fortgang. Die Seekräfte sind in den Waffen- stillstand mit einbegriffen mit dem Meridian von Dünkirchen als Demarcationslinie. Die zwischen dem Abschluß des Waffenstillstandes und dem Benachrichtigungstermin gemachten Gefangenen und Prisen werden zurückgegeben. Die Wahlen für eine Nationalversammlung, welche sich über den Krieg oder die Friedensbedingungen zu er— klären haben soll, werden stattfindenz als ihr Versammlungsort ist Bordeaux bestimmt. Sämmt-⸗ liche Forts von Paris werden sofort übergeben, die Enceinte wird desarmirt, die Linie, die See— truppen und die Mobilgarden sind kriegsgefangen, außer 12,000 Mann für den inneren Sicherheits- dienst. Die Kriegsgefangenen bleiben während des Waffenstillstandes innerhalb der Thore der Die Forts der Ost- und Nordfront Stadt, ihre Waffen werden ausgeliefert. Die Nationalgarde und die Gendarmerie behalten ihre Waffen für den Sscherheitsdienst. Alle Franctireur-Corps sind aufzulösen. Deulscher Seits ist den französischen Commissarien die Ver⸗ proviantirung von Paris möglichst zu erleichtern. Zum Verlassen von Paris ist die Erlaubniß Seitens der französischen Behörden und das Visa der deutschen Behörden nöthig. Die Gemeinde von Paris zahlt als städtische Contribution den Betrag von 200 Millionen Francs innerhalb 14 Tagen. Oeffentliche Werthe dürfen während der Dauer des Waffenstillstandes nicht entfernt werden. Alle deutschen Kriegsgefangenen sollen sofort gegen eine entsprechende Anzahl französischer Gefangener ausgewechselt werden; deßgleichen die Schiffs⸗ capitäne und andere beiderseitige Gefangene vom Civil. Aus Versailles vom 29. Jauuar wird gemeldet: Die Eisendbahn von Orleans nach Nemours und von Orleans nach Alengon, ebenso die Flüsse Seine und Marne und die südweftlichen Straßen wurden den Pariser Behörden behufs Verproviantirung geöffnet. Versailles, 31. Jan. Aus Paris wird unterm Gestrigen hierher gemeldet: Die Central⸗ regierung in Paris hat auf telegraphischem Wege nach Bordeaux an die außerhalb Paris befindliche Delegation der Regierung die Erklärung gelangen lassen, daß deren Mandat erloschen sei und vom 29. d. ab alle ihre Beschlüsse nur dann Rechts⸗ verbindlichkeit hätten, wenn sie im Einvernehmen mit der Centralregierung gefaßt seien. Aus Versailles, 30. Jan., wird nach London gemeldet:„Die Noth in Paris ist sehr groß, die Herbeischaffung von Lebensmitteln wegen der Sprengungen an den Eisenbahnlinien durch die Franzosen sehr erschwert. Die deutsche Armee versieht einstweilen aus den eignen Vorräthen die Stadt mit dem Nothwendigsten.“ ö— Nach einer Versailler Mittheilung der Köln. Ztg.“ hätte der Kaiser-König Wilhelm sich persönlich„mit eherner Festigkeit“ für den Triumpheinzug in Paris ausgesprochen; diese Ansicht mußte indeß vor politischen Rücksichten zurücktreten. Genau dasselbe berichtet eit anderer Officiöser in der„Augsb. Allg. Ztg.“ und der „Nationalzeitung“. — Zusolge Nachrichten aus Versailles werden die während des Krieges getroffenen Anordnungen über den Fremdenverkehr, insbesondere über die Legitimation Fremder und die Ausstellung von Legitimationspapieren auch während des Waffen- stillstands aus militärischen Rücksichten mit aller Strenge festgehalten. — Die französische Regierung hates sich an- gelegen sein lassen, sofort für die Zufuhr des noth⸗ wendigen Proviants nach der Hauptstadt zu sorgen; sie veranlaßte schleunige Versendung des in Eng— land aufgespeicherten Getreides und Viebes nach Dieppe, von wo dasselbe mit der Eisenbahn nach St. Denis versandt wird; auf der andern Seite ist die Oeffnung der Eisenbahnlinie Alengon- Orleans dazu bestimmt, die in Rennes gelegent- lich des Entsatzversuches durch General Chanzy aufgespeicherten Getreidelager nach Paris zu über⸗ führen; die in Bourges concentrirten Vorräaͤthe endlich sollen mittels der Bahn Orleans-Nemours nach Vincennes gebracht werden. Die deutschen Behörden unterstützen natürlich diese Bemühungen der provisorischen Regierung. Da aber die Cer- nirung aufrecht erhalten bleibt, bedarf es zum Passiren der deulschen Linten eines doppelten Visa's d e 2 55 8 —.— D * e . ... der französischen und der deutschen Behörden. Ueber die Art der Waffenablieferung ist Specielles noch nicht bekannt. Wahrscheinlich legten die Besatzungs⸗ truppen der Forts ihre Waffen in denselben nieder, während die in der Stadt befindlichen Truppen ihre Gewehre ausliefern dürften. Die Desar⸗ mirung der Enceinte beraubt endlich Paris des letzten Mittels des Widerstandes. Sollte daher, was kaum glaublich, der Wafsfenstillstand, ohne den Abschluß des Friedens zu bringen, verlaufen, so steht einer Besetzung auch der Stadt Paris nichts im Wege, da von den Forts und der gleich- falls besetzten Stadt St. Denis aus die französische Hauptstadt in concentrisches Feuer genommen und in einen Schutthaufen verwandelt werden kann. — Die Berufung der Constituante nach Bor- deaux, welche eine Executivcommisston der pro— visorischen Regierung bestätigen wird, bereitet hauptsächlich die Friedenspräliminarien vor, deren Aanahme wahrscheinlich ist. — Die französischen Verluste in dem letzten Ausfalle werden auf 9— 10,000 Mann an Todten, Verwundeten und Gefangenen geschätzt. Ueber 2000 französische Leichen wurden zwischen den Linien aufgelesen. Zwei Generale find verwundet. Ducrot liegt in kritischem Zustande zu Vincennes darnieder und man bezweifelt sein Wiederaufkommen. — Der Rückzug der französischen Armee aus Le Mans war mit der Eile der Verzweiflung vor sich gegangen; bis kurz vor dem Einmarsch unserer Truppen war vom Bahnhof Zug um Zug abgelassen worden, um nur die Mannschaften fortzubringen, nicht aber den Train, die Muni⸗ tions⸗ und Proviantwagen, die Offiziersequipage. Dieselbe war beim Einrücken der Unsrigen noch in den Straßen der Stadt aufgefahren und eben zum Abgang fertig, als die Schüsse in der Vor⸗ stadt die Ankunft der Preußen verkündeten. Nun brach unter dieser Colonne eine Panik aus, welche dieselbe vollstäudig uns in die Hände litferte. Jeder Wagen wollte in rasender Eile vorwärts, dadurch verfuhren und verwickelten sie sich zu einem unentwirrbaren Knäuel, die Fahrer hieben auf die Pferde los, die Gäule bäumten sich, ein Wagen wollte den andern in Grund und Boden fahren, wüstes Geschrei erfüllte die Straßen, so suchte sich die Colonne fortzuwälzen, bis die An— kunft der Unsrigen ihr Halt gebot, und als dies in dem tobenden Lärm der verzweifelten Ueber— stürzung nicht beachtet wurde, einige Kugeln Still— stand in diese Massen brachten und so den ganzen Train aufhielten und als Beute uns überlieferten. Am Tage des Einzuges unserer Truppen und noch in den folgenden, bedeckten die Wagen des Trains die Straßen in und zumeist außerhalb der Stadt, die Pferde hatten sich von den Wagen losgemacht und irrten herrenlos umher, auf dem Schnee lagen Bürsten, Briefschaften, Dienstpapiere, Stiefel, Uniformstücke, Mitrailleusen, Cartouchen, ganze Kisten und Fässer mit Zwieback in buntesltem Durcheinander umher, die Munitionswagen waren geöffnet und die Granaten jedem der da kam, preisgegeben. Noch größer und für unsere augen- blicklichen Zwecke dienlicher stellten sich die Vor⸗ räthe auf dem Bahnhöfe heraus. Dieselben waren auf Güterwagen verpackt, und schienen eben im Abgange begriffen zu sein als unsere Soldaten die schützende Hand darauf legten. Da waren ganze Wagenladungen mit Stroh und Heu, Hafer, Mehl, Kaffee, Zucker, Reis, Cognac, Wein, mit Schuhen und Uniformen, daß unsern Armee- Intendanten wohl das Herz im Leibe lachen konnte. Damit nicht genug, auch noch 200 Eisenbahnwagen und 6 Locomotiven waren unser. Le Mans war in dieser Beziehung, ein zweites Saargemünd. — An der Herstellung der gesprengten Mosel⸗ brücke bei Toul wird Tag und Nacht gearbeitet. Die Brücke ist eine Meile vor Toul bei Fontenay, wo die Bahn von Nancy aus westwärts zunächst auf dem rechten Ufer der Mosel laufend, auf das linke Ufer übergeht. — Einem ausführlichen Berichte über die Kämpfe bei Belfort⸗Montbeliard unter die Vogesen hinein nach Belfort zurück, nahm rings um diese Festung seine Stellungen in einem gewaltigen Halbkreise ein, um hier festen Fußes den Anprall der dreifach stärkeren feindlichen Heer⸗ schaaren zu erwarten. Jeder einzelne Soldat wußte, worauf es ankam. Jeder wußte, daß Belfort entsetzt, die deutschen Gauen von den Horden des Feindes ernstlich bedroht waren, wenn es Bourbaki gelang, an irgend einem Punkte den Wall zu durchbrechen, welchen das 14. Corps um Belfort gezogen hatte. Vom Obercommando wurden, der Situation entsprechend, die gemessen⸗ sten Befehle gegeben, daß jede Truppenabtheilung bis zum letzten Manne in ihrer Stellung aus- harren müsse. Der Feind zog immer noch Ver- stärkungen von Besangon heran und ließ uns tinige Tage Zeit, unsere Stellungen zwischen Montbeliard und Herieourt mit leichten Befestigungen zu versehen. Das feste Schloß von Montbeliard wurde außerdem mit schwerem Geschütz armirt. Am 15. und 16. Januar stürmten die vier Corps der Franzosen ununterbrochen vom frühen Mergen bis zum späten Abend gegen unsere Positlonen von Delle bis Hericourt an. Unserer starken Artillerie, welche sich in vortrefflichen Aufstellungen befand, wurde vorzüglich die Aufgabe zu Theil, diese Angriffe zurückzuweisen und den Franzmännern zu zeigen, wie unbezwinglich deutsche Truppen in einer guten Defensivstellung sind. Es entwickelte sich da eine Kanonade, wie sie wohl selten gehört worden ist. Die Franzosen hatten gleichfalls eine zahlreiche gute Artillerie, sie brachten auch viele Mitrailleusenbatterien in das Feuer, vermochten aber gegen unsere Artillerie in ihren dominirenden Stellungen nicht aufzukommen. Die angreifenden feindlichen Regimenter wurden von unseren Gra- naten und Kartätschen geradezu zermalmt. In dieser Weise gelang es uns, während der zwei Tage alle unsere Positionen glänzend zu behaupten. Für uns war und blieb der Kampf hauptsächlich ein Artilleriekampf, die Infanterie, welche hinter den Batterien in geschützten Stellungen lag, kam nur an wenigen Punkten zur Verwendung, litt aber schwer durch die entsetzliche Kälte. Der Feind muß enorme Verluste gehabt haben, da seine Schaaren in zahlreichen Fällen tollkühn genug gegen unsere Batterien und gegen die in gedeckten Stellungen liegende Infanterie anstürmten. Dazu konnten die feindlichen Verwundeten, weil sie in unserer Feuerlinie lagen, zum größten Theil nicht fortgeschafft werden. Viele dieser Unglücklichen werden bei der furchtbaren Kälte erfroren sein. Gestern und heute schwieg die feindliche Artillerie. Die Franzosen arbeiteten nur noch mit ihren leichten Mitrailleusen-Batterien auf den Bergen umher, richteten damit indessen absolnt nichts aus. Hier und da machte auch die feindliche Infanterie noch einen Vorstoß, sie bemächtigte sich sogar in der Nacht vom 17. zum 18. d. M. durch Ueber- raschung eines Theiles des Fleckens Hericourt, wurde aber sofort wieder von den Badensern mit Kolben und Bajonnet hinausgejagt. Recognosti⸗ rungen von unserer Seite ergaben, daß sich die feindliche Hauptmacht im vollen Abzuge auf Besangon befand. Die schwachen Vorstöße am 17. und 18. sollten nur dazu dienen, den Rückzug zu maskiren und uns von zu eiliger Verfolgung abzuhalten. Das 14. Corps darf stolz darauf sein, daß es diese Gefahr allein, nur auf seine eigenen schwachen Kräfte angewiesen, beschworen hat. Jeder unserer Soldaten hat vierzehn Tage lang mindestens drei Franzosen in Schach gehalten; wir hatten, wie wir jetzt wissen, mit vier Corps und außerdem mit den Schaaren Garibaldi's, mindestens mit einet Armee von 100 120,000 Mann zu thun. Unser verehrter Führer, der General v. Werder, hat allen seinen Untergebenen als Muster ver Ausdauer und Unverza gtheit vor— angeleuchtet. Basel, 29. Jan. Bourbaki suchte sich durch einen Pistolenschuß das Leben zu nehmen, hat sich aber nur eine schwere Verwundung beigebracht. Bern, 29. Jan. Es bestätigt sich, daß die erste französische Armee unter dem Befehl von General Werder entnehmen wir Folgendes: Bis Clinchamps ihren Rückzug auf Lyon über Pon— zum 12. d. zog sich das Corps Werder weiter in tarlier und Mouthe längs unserer Grenze zu be— * ö werkstelligen sucht. Ein noch ziemlich gut organi⸗ sirtes Corps von 12,000 Mann ist schon in der Nähe von Mouthe angekommen; der Rest der Armee in der Zahl von etwa 100,000 Mann ist in einem beklagenswerthen Zustand. In Pontarlier befindet sich das ganze 24. Corps mit mehr als 100 Kanonen. Bern, 30. Jan., Abends. Laut offizieller Mittheilung ist hierselbst bis zur Stunde von einem Uebertritt französischer Truppen nicht das Mindeste bekannt. Hessen. Mainz. Einige von den bei der Sprengung der Touler Brücke betheiligten Franc⸗ tireurs find hier eingebracht worden. Material zur sofortigen Herstellung der Brücke ist in einem Extrazug von hier abgegangen.— Zu den Armeen vor Paris sind wieder bedeutende Infanterie⸗ Munitionssendungen abgegangen, während der Südarmee über 100 schwere neue Belagerungs- geschütze(1865er Spandauer Production) zu⸗ geführt wurden. Preußen. Berlin. Der Staatsan- zeiger schreibt: Der König nahm die Adresse des Abgeordnetenhauses mit lebhafter Genug— thuung entgegen und beantwortete dieselbe mit einer warmen Ansprache.— Auf Befehl des Königs wird nicht jetzt, sondern nach dem Friedensschlusse Victoria geschossen werden.— Ein Erlaß des Handelsministers anläßlich der wiederholt vorgekommenen Unglücksfälle auf den Eisenbahnen spricht die Erwartung aus, daß die Eisenbahnbeamten trotz der gegenwärtig größeren Inanspruchnahme die noͤthige Auf⸗ merksamkeit bewahren werden, und fuͤgt hinzu, jede Unachtsamkeit werde nach der ganzen Strenge des Gesetzes unnachsichtlich bestraft werden. *— Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht den Wortlaut der Ehrenwort⸗Erklärungen der beiden französischen Generale Barral und Cremer, woraus er dieselben der Ehrlosigkeit zeiht, der Kriegsgefangenschaft sich entzogen zu haben. — Der„Schw. Merk.“ läßt sich von hier schreiben:„Die Bonapartisten arbeiten für Berufung der früheren kaiserlichen Kammer. General Fleury, aus der Schweiz kommend, besprach sich in Brüssel mit Parteimitgliedern.“ E Die Commission, welche in Berlin zu⸗ sammengetreten ist, um Vorschläge für das auf Kaiser und Reich bezügliche Ceremoniell auszuarbeiten, hat, nach dem„Nürnb. Corrsp.“ sich zu dem Antrag geeinigt, die deutsche Fahne vierfarbig zu machen und dabei folgende Ordnung festzuhalten: Schwarz, Silber, Roth, Gold. Es hängt nur von der Zustimmung des Kaisers ab, ob diese Farben als Reichsfarben erklärt werden. Oesterreich. Wien. Die in Sachen des Hietzinger Hofes ofstciöse„Correspondenz Schweitzer“ kann nach verläßlicher Information erklären, daß König Georg von Hannover der Maßregel der französischen Regierung der Nationalvertheidigung, wonach in Algier aus dorthin geflüchteten Han⸗ noveranern eine Infanterie- Compagnie unter der Bezeichnung„Hanno ver'sche Hülfstruppen“ ge- bildet werden soll, durchaus fremd und in keiner Beziehung irgendwie dabei betheiligt ist. Frankreich. Bordeaux, 29. Jan. Die Regierung bringt folgende Depesche Favre's, d. d. Versailles, 28 Jan., 11½ Uhr Abends, zur Kenntniß der Präfecten und Generale: Wir unterzeichnen heute einen Vertrag mit Bismarck. Ein Waffenstillstand auf 21 Tage ist abgeschlossen, die Nationalversammlung für den 15. Februar nach Bordeaux einberufen. Bringen Sie diese Mittheilung zur Kenntniß Frankreichs. Lassen Sie den Waffenstillstand vollstrecken. Schreiben Sie Wahlen für den 8. Februar aus. Ein Mit- glied der Regierung reist sofort nach Bordeaux ab. Diese Depesche wurde in Bordeaux öffentlich angeschlagen und war mit na ustehenden Worten eingeleitet:„Die Regierungsdelegation in Bordeaux, welche bisher über die Versailler Verhandlungen nur durch die auswärtige Presse Kenntniß erhielt, r—————-— S — aus die Asresse ter Genug⸗ de mit Besch des nach dem werden. flich der fade auf tung aus, gtuwärtig dige Auf⸗ fügt diuzu, varta! und Ferlesqgkeit entzogen b ven dier deiten für Kaner. kennen, iglictern.“ Berlis zu⸗ r für das Scrtnenitl 5 Corrsp. cht Fadne . Ordnung t Gold. et Kaisers den etllätt Iangtl der Adetigeng, ttt ben „ welrt tt r* „i iat Wohlfahrtsausschusses, dessen Mitglieder Gambetta diese Beschlüsse mit. * welches sie zur Kenntniß des Landes bringt.“ — 30. Jan. Das„Burtau Havas“ tele graphirt von hier:„Eine Volks versammlung fand im großen Theater statt. Dieselbe sprach sich gegen den Waffenstillstand aus, für das Verbleiben Gambetta's in der Regierung, für die Fortsetzung des Kampfes und die Zusammensetzung eines durch Acclamation in den vorzüglichsten Städten ge- wählt werden sollen. Eine Deputation theilte Vor der Präfectur fand eine Demonstration zu Ehren Gambetta's statt; derselbe ließ die Menge verständigen, daß er unwohl sei und nickt erscheinen könne. Die Stadt ist erregt, doch fand keine Ruhestörung statt.“— Ein Telegramm der Regierung in Paris vom 27. Januar beauftragt die hiesige Regierung, Vorkehrungen zu treffen, um aus den Hafenplätzen Lebensmittel, besonders Getreide und Mehl, nach Paris schaffen zu können. — 30. Jan. Einer Mittheilung der Regierung zufolge haben die Minister des Innern und des Krieges eine Depesche an Jules Favre nach Ver- sailles gerichtet, worin Letzterer ersucht wird, aus dem bislang von der Pariser Regierung betreffs der Capitulation beobachteten Schweigen heraus- zutreten und den Namen desjenigen Regierungs- mitgliedes zu bezeichnen, dessen bevorstehende An- kunft in Bordeaux angekündigt wurde. Jules Favre wird ferner ersucht, die Motive, welche die Verzögerung der bezüglichen Mittheilungen veran— laßt hätten, darzulegen, sowie genau detaillirte Mit- theilungen über die allgemeine Lage, insbesondere über das Schicksal der Stadt Paris zu machen. — 31. Jan. Das„Bureau Havas“ meldet: Die gestrige Depesche der Regierung über den Ab- schluß des Waffenstillstandes rief in mehreren Städten eine schmerzliche Erregung und große Bestürzung hervor. Es fanden Demonstrationen, welche die Fortsetzung des Krieges bis zum Aeußer⸗ sten verlangten, statt; in Livieux wurde der betr. Anschlag abgerissen.— Aus Lyon wird vom 29. gemeldet: Die Nachrichten aus Paris haben bier schmerzlich berührt. Die Municipalität wird eine aus Henon, Barodet und Vallur gebildete Dele— gation nach Bordeaux absenden.— Laut Nach- richten aus Dijon vom 29. fand in der Richtung gegen Gray und Pesmes ein Vorpostengefecht statt. — Favre telegrapbirt an den Präfetten des Norddepartements Bert:„Bringen Sie Proviant zusammen, Mebl, Fleisch, Getreide, Brennmateria— lien und schaffen Sie dieselben nach Dürlirchen. Schaffen Sie Lebensmittel nach Dieppe— die Eisenbahr dorthin ist im Gange. Gruß!“ Paris soll noch diese Woche wieder frisch verproviantirt werden. Die Regierung gibt den Handel frei, und es ist keine Requisition zu bꝛfürchten. — Vom 23. September bis Ende November gingen von Paris dreißig Luftballons, jeder durch- schnittlich mit zwei Passagieren, 200 oder 300 Kilogramm Briefen und ein Paar Tauben ab. Die größte Entfernung, welche diese Ballons durchliefen, mit Ausnahme dessen, der in Norwegen niederfitl, war ungefähr 200 Kilometres. Eine große Zahl der Tauben ist nicht zurückgekehrt und man weiß nicht, was aus der Hälfte dieser Ballons geworden ist. Paris, 22. Jan. Die„Indep. belge“ 8 meldet: Gestern Abend ging es in den Clubs sehr erregt zu; eine große Menschenmenge be— wegte sich auf der Straße du Temple nach dem Stadthause zu, aber man beschränkte sich darauf in dichten lebhaften Gruppen auf dem Stadthausplatze sich zu unterhalten. Heute ging es nicht mehr so friedlich zu. Eine An— zahl Nationalgarden von Belleville und Mont— martre erschienen mit ihren Waffen und mit Patronen auf dem Platze, auf dem Wege schon: „Nieder mit Trochu, die Commune! Massen— ausfall!“ rufend. Sie fanden unterwegs nur wenig Anhang. Auf dem Greveplatz begann ihr Führer, Dereure, zu unterhandeln; die Re— gierung war aber nicht anwesend, nur der Adjunkt Chandey und der Generalsecretär der Mairie, M. Mahias, waren zugegen. Bei der großen Erregung, in der sich die Massen befanden, dauerte die Ansammlung derselben fort; auch fielen Flintenschusse unter den Gruppen (in die Luft geschossen, wie die Agitatoren be— haupten). Die bretonischen Mobilen, welche die Wache am Stadthause bildeten, antworteten mit Gewehrschüssen und so fielen einzelne Leute, ein Nationalgardist wurde verwundet und mehrere Frauen und Kinder wurden verletzt. Sofort erfolgte der Befehl diesen traurigen Ruhestörungen ein Ziel zu setzen General Malleroff besetzte mit zwei soder drei Bataillonen Nationalgarde und einem Regiment republi— kanischer Garden den Platz und ließ ihn mit Gewalt räumen. Die Agitatoren mußten sich zurückziehen, sie schrien:„zu den Waffen“ und schäumten vor Rache, aber man achtete nicht auf sie. In Folge dessen herrscht eine gewisse Aufregung in Paris, wo man leider neuen Unordnungen entgegensehen muß; doch ist nicht zu fürchten, daß die Jusurrection siegen werde. Was diese Scenen des Bürgerkriegs noch viel herzzerreißender macht, ist, daß die Preußen, welche offenbar von denselben unter— richtet waren, das Bombardement gerade in diesem Augenblick verdoppelten. mation des Generals Thomas wurde darauf angeschlagen, welche die Nationalgarde auf— fordert, sofort gegen diese verbrecherischen Aufstandsversuche einzuschreiten. Der General theilte weiter den Bürgersoldaten mit, daß in der Nacht einige der Agitatoren sich nach Mazas begeben hatten, wo sie mehrere politische Verbrecher, unter Anderen Flourens, befreiten. Auch Herr Milliere wurde befreit. Es scheint, daß es bei Mazas zu gar keinem Widerstand kam; vielmehr ließ sich die Wache in Mazas durch eine falsche Patrouille überraschen, welche man nicht einmal nach der Losung gefragt hatte. Flourens begab sich mit seinen An- hängern nach der Mairie des 20. Arrondisse— ments, wo er, nach einer officiellen Kundgebung, ein Stückfaß Wein und zweitausend Rationen Brod weggenommen hat. Die Bevölkerung zeigt sich diesen Versuchen, Unruhen zu stiften, feindlich gesinnt. Gegen Abend konnte man einige der zusammenberufenen Bataillone wieder entlassen. Aber an verschiedenen Stellen schlug man noch Allarm und trotz des Regens bil— deten sich immer neue sehr aufgeregte Gruppen. Lille, 30. Jan. In Folge der gemessensten Weisungen der Regierung von Bordeaux sollen alle unterbrochenen Eisenbahnrouten des Landes so schnell als möglich mit Aufbietung aller Kräfte hergestellt werden. Man hofft, bis Freitag schon direct bis Creil fahren zu können. Lyon, 26. Jan. Der„Indep. belge“ gehen von hier aus Berichte über die Gefechte bei Dijon zu, denen wir folgendes Thatsäch— liche entnehmen. Cremer führte das Ober— commando; eine Brigade stand an den Aus— gaͤngen des Sichelgebirges, eine andere bei Valsucan, eine dritte bei Dijon; die Gesammt— macht der hier stehenden französischen Truppen wird auf 45—50 Mann geschätzt. Die Gefechte fanden theils längs der Straße von Gray nach Dijon, theils auf der Westseite von Dijon längs der Straße von Chatillon statt, die aus dem Seinethal in das Thal der Ouche führt. Am 23. Jan. erschien hier plötzlich eine preu— ßische Colonne, aus Infanterie, Artillerie und Cavalerie zusammengesetzt. Es gelang ihr bis nach Pouilly vorzudringen und dieses Gehöfte einen Augenblick zu besetzen. Doch die schnell von Dijon herangezogene 4. und 5. Brigade der Vogesenarmee gebot den Fortschritten der Deutschen Halt. In einem heftigen Wald— gefecht fiel hier die Fahne des 61. Regiments in die Hände der Garibaldianer, welche nament— lich eine starke Artillerie in Verwendung brachten und mehrfach Attaquen mit dem Bajounet machten. Andern Tags erhielten die Deutschen von Mirabeau und Is-sur-Tille her Ver— stärkungen; die Kämpfe beschränkten sich jedoch auf eine heftige Kanonade und der erwartete Angriff auf die Stadt Dijon blieb aus. Man Eine Procla- weiß, daß folgende preußische Truppenabthei⸗ lungen ins Gefecht eingriffen: das 61., 21. 49. und 2. Infanterie⸗Regiment., das 11. Dra⸗ goner⸗-Regiment und 24 Geschütze. Allgemein wird die Tapferkeit der Garibaldianer belobt, mehrere ihrer Führer sind verwundet, darunter der Brigade-Geueral Bossek. Belgien. Brüssel. Die nordfranzösischen Zeitungen verlangen, daß vor der Berufung einer Abgeordnetenkammer eine Abstimmung des Volks über die Fortsetzung des Kriegs oder den Ab- schluß des Friedens stattfinde. An der Abstim— mung könnte Deutschland auch dit ostfranzösischen Departements gewiß ohne Gefahr Theil nehmen lassen, da sie gerade am Härtesten den Drangsalen des Kriegee ausgesetzt gewesen seien. — Die„Etoile Belge“ sagt: Die Preußen sind am 25. d. in Abbeville eingerückt, baben 300,000 Fr. Contribution der Stadt auferlegt und bedeutende Requisitionen angestellt. — Der„Nord“ erhielt auf Privatwegen die Nachricht aus Versailles, daß Jules Simon nach Bordeaux reist. Ebenso meldet der„Nord“ unter Reserve, ein Pariser General(Ducrot?) habe sich vergiftet. Großbritannien. London. Sämmt⸗ liche Blätter begrüßen den Waffenkillstand und glauben, daß das Ende des Krieges gekommen ist. Die„Times“ sagt:„Die gegenwärtige Mäßigung Deutschlands gegen die gänzlich unter⸗ drückten Feinde ist ein gutes Vorzeichen für die weiteren Unterhandlungen. Frankreich hälte in seiner äußersten Noth freigiebigere Bedingungen niemals erwarten können. Frankreich wird die Bedingungen des Siegers annehmen, und der Letztere hat selbst ein Interesse daran, dit Be⸗ dingungen möglichst erträglich einzurichten.“— Die französische Botschaft fordert officiell zur Be⸗ förderung aller disponiblen Vorrälhe an Korn, Mehl und Kohlen nach Dieppe auf, wo die fran— zösische Regiecung Vorbereitungen zum Ankauf träfe. » Friedberg. Die Freude über die Nachricht der Capitulation von Paris und die sich daran knüpfende Hoffnung auf einen nun bald zu erwartenden Frieden kam auch in unserer Stadt alsbald zum Ausdruck durch Glockengeläute, Victoriaschießen, kräftiges Hoch⸗ und Hutrahrusen und reichen Fahnenschmuck der Häuser, nach⸗ dem endlich am Sonntag Nachmittag der Telegraph die schon seit zwei Tagen mit steigender Ungeduld erwartete officielle Bestätigung des weltgeschichtlichen Ereignisses ge⸗ beacht haue. Am Abend wogte die Bevölkerung i! freudig erregter Stimmung der Breitenstraße entlang auf und ad, in welcher viele Häuser illuminirt und mehrete mii Transparanten der Germania geschmückt waren; auch vengalische Beleuchtung und Feuerwerk jehlte nicht. Großer Jubel herrschie bis spät in die Nacht und aus den um⸗ liegenden Orten vernahm man noch bis gegen Mitternacht Freudenschüsse, durch welche die frohe Funde sich rasch weiter verbreitete bis in die entlegeneren Ortschaften der Welterau.— Hoffen wir, daß der eingetretenen Wafsen⸗ ruhe der ersehnte Friede dals folgen werde, welcher wie dem neuen deutschen Reiche zum Ruhme, so dem deutschen 2 zum Segen gereichen möge. Deulschland über Alles! Frankfurt. Aus verschiedenen norddeutschen Festungen sind etwa 80 Kriegsgefangene, meistens Elsäasser, nach der Heimath beurlaubt worden. Sie haben sich diese Ver— günstigung durch die Verpfändung ihres Grundvoesitzes verschafft, das sosort dem Staate als Eigenthum verfällt, wenn sie in der Heimath oder auf seanzösischem Boden überhaupt etdas Strasbares gegen Dcutschtand und seine Heere unternehmen. Darmstadt. Das bier auf dem Marienplatze zune Gedächtmisse an die Rheinbundsfeldzüge errichtete Veteranen Monument wird auf dem Friedhose aufgestellt und an seiner Stelle wahrscheinlich ein Monument für die in diesem Kriege gefallenen Hessen erbaut werden.— Die neulich gemeldete Nachricht, zwischen bier und Aschaffen⸗ burg sei ein aus einem Eisendahnzug flüchtender franzoͤsi⸗ scher Offizier von der Bewachungsmaunschast erschossen worden, beruht auf einer Erfindung. Es ist überhaupt noch kein derartiger Fall bier vorgekommen. Darmstadt. Die hier internirten Franzosen, wenigstens die gemeinen Soldaten, nahmen die Nachricht von dem Fall von Paris mit großer Freude auf und fralernisirten dteselben in den Wirthschaften mit den Deutschen, da, wie sie meinten, der Krieg jetzt beendet und sie bald wieder in ihr Vaterland zurückkehren könnten. Kassel. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag bat der Zusammenstoß eines Güterzuges miteinem Personen⸗ zug auf der Magdeburg-Halbersiädter Bahn bei Blomberg saltgesunden. Todt auf der Unglücksstatte blieb der Maschinenführer, ein Hekzer ist schwer verwundet, einige Zugsbeamte utrugen leichte Verletzungen davonz von den Passagieren sind nur einige wenige sehr leicht verletzt. —̃—— 8— .— 5—* 0 — Lieferung für das Landeszuchthaus. 210 Mittwoch den 8. Februar l. J., Vormittage 10 Ubr, wird dabier die Lieferung von 80 Stecken Buchen⸗ Scheitholz I. Classe, in Ausgeboten von je 5 Stecken, öffentlich versteigert. Marienschloß den 25. Januar 1871. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗Directlon Seriba. Hofraithe- und Güter-Versteigerung. 240 Freitag den 3. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen im biesigen Rathhause die zum Nachlasse der Friedrich Wilhelm Zobel's Wittwe dabier gehörenden Immobilien, nämlich: Flur. Nr. Klftr. 2 271. 15.7. Hofralthe in der Stadt, 2. 80. 41. Grabgarten, Liebfrauengärten, 2. 83. 42. desgl. daselbst, 26. 64. 22. Gewann im Ried, auf freiwilligen Antrag der Erben nochmals öffentlich meisibtetend versteigert und bei entsprechenden Geboten kann den Letztbietenden alsbald die Genehmigung er⸗ theilt werden. Friedberg den 30. Januar 1871. Groß herzogliches Ortsgericht Friedberg E Bierlteferung für das Großherzog⸗ liche Reserve-Lazareth Butzbach. 242 Kommenden Samstag den 4. Februar 1871, Vor⸗ mittags 10 Ubr, wird die rubricirte Lieferung auf dem Soumissionswege vergeben. Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Lazareth⸗ Bürtan, Zimmer Nr. 4 im Neubau der Reitercaserne, in den Mistagsstunden von 2 bis 5 Ubr zur Einficht offen. Butzbach den 29. Januar 1871. Großherzogliche Reserve⸗Lazareih Commission Butzbach v. Schaurotb, Rittmeifler. Holz ⸗Versteigerung. 241 Montag den 6. Februar d. J., Morgens 9 Uhr, werden in den Distrikten Langsee, Tiefsee und deide des Erbstädter Domanlalwaldes versteigert: 116 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 11* Eichen⸗ 1 11 2 Buchen ⸗Prügelbolz, 14⅝%„ Eichen⸗ 7 4 12 Kiefern 4 59* Buchen⸗Stockholz, 9 2 Eichen 5 1— Klefern⸗ 8 1875 Wellen Buchen⸗Astreisholz, 60 Eich en⸗ 5 v. Kiefern?„ 1165„ Buchen ⸗Durchforftungsreis holz, 500 5 Etchen⸗ 4 700„ Fichten⸗ 6 190.5 As pen⸗ 5 Die Fichtenwellen find 10“ lang und können denselben noch Bobnenstecken ꝛc. ꝛc. sortirt werden. Anfang der Verfteigerung im Disteikt Tiessee. peldenbergen am 27. Januar 1871. Großherzogliche Oberförsteret Altenstadt Jochem, Verwalter. 0 7 Holz⸗Versteigerung. 244 Dlenstag den 7. Februar, Morgens 9 Uhr an⸗ fangend, sollen in dem Gräflichen Forstrevier Wickstadt, Distrikt Haardt, folgende Holzsortimente öffentlich ver⸗ steigert werden: 28 Stecken Buchen⸗Scheitbolz, 66„* Eichen⸗ aus 11 Buchen Prügelholz, 48„ Eichen⸗ 1 20„ Buchen⸗Stockholz, 90 Eichen⸗ 25 50%% Buchen⸗Reisholz, 190. Eichen⸗„ 200 Stück dioerse Nadelholzstangen. Zusammenkunft am Eingang im Holzschlag, auf dem Fußpfad von Wickstadt nach Florstadt. Wlckstadt den 30. Januar 1871. Gräfliche Oberförsteret Assenheim Schal las. Jaselochs ⸗Versteigerung. 246 Nächsten Freitag den 3. k. M., des Vormittags um 10 Uhr, wird auf hiesigem Rathhause ein gemein⸗ heitlicher Faselochse versteigert. Nieder⸗Wöllstadt den 31. Januar 1871. Großherzogliche e Nieder⸗Wöllstadt 300 Gulden 243 Ausleihen bereit. Ober⸗Wöllstadt am 27. Januar 1871. Der Kirchenvorstand. Ein Wohnhaus 230 liegen in der Kirchenkasse zu Ober⸗Wöllstadt zum auf der Breitenstraße iß unter sehr vorthellhaften Linderungsmittel ärztlich empfohlen. Durch den Gebrauch Ihrer beobachtete ich bei anderen Katarrhleidenden. von Stimmberechtigten anerkannt wird. gedenk sein. Vor Fälschung 99 für sowie Lungen, Lebern, Herz, Silzen, Därme ze. Saalgasse 13, Brust⸗, Katarrh und Lungen ⸗Leidenden 12 20 find die schleimlösenden Johann Hoff'schen Brust⸗Malz⸗Bonbons als bestes Heil- und Brust⸗Malzbonbons, die bin ich schon von meinem Lungenlelden wieder bergestellt worden. Dr. Sporer, Protomedicus und K. K. Ich babe in meinen Vorlesungen auf den von Ihnen macht und meine Verwunderung geäußert, daß nicht schon vorlängst ein Fabricat wie das Ihrige erzeugt, indem der Nutzen der Malz Decocts in alrophischen und zur Atrophie hinneigenden Zuständen Gern will ich daher, obwohl ein geschworener Feind aller markt⸗ schreierischen Anpreisungen, Ihres in diese Categorie nicht Dr. A. A. Feiteles, Preise der Jobann Hoff'schen Malzpräparate: exclusiv Glas, Malz⸗Gesundbelis⸗Cbocolade Nr. II. 1 Pulver für Kinder als Ersatz der Muttermilch 1½1 Schachtel 35 kr., ½ Bonbons in Carton 14 kr., Brust⸗Malz⸗Zucker 14 kr. per Paquet. Johann Hoff's Filiale in Cöln. Niederlagen bel Jos. Hoffmann in Friedberg und Dr. W. „— Das Verkaufslokal ganze Eingeraube, stärkend auf die Schleimhäute wirken, Aehnlich günstige Wirkungen Gubernalrath in Abazzia. präparirten Malzextract aufmerksam ge⸗ gehörenden Präparates auch in Zukunft ein⸗ Professor der Medizin in Olmütz. wird gewarnt. 1 Flasche Maszertract(Gesundbeitsbier) 18 kr. fl. 10 kr., Nr. I. 1 fl. 45 kr., Malz⸗Chocoladen⸗ Schachtel 18 kr., Brust⸗Malz⸗ Uloth in Bad Nauheim. aus der Königlichen Teldschlächterei am Grindborn befindet sich von heute ab Frankfurt a, M. Kapital⸗Gesuch. 245 Da durch Erbvertheilung der hbiesigen Gemeinde ein Kapital von 1500 fl. gekündigt worden ifl, so sucht man es wieder zu 4½% anderweitig aufzunehmen. Elwalge Liet haber können sich baldigst bei der unter⸗ zeichneten Stelle melden. Zilegenberg am 30. Januar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Langenhain Rumpf. Zu verkaufen drei Fichten 176 zu einem billigen Preis und zwar zwei à 106 Cublkfuß und eine von 71 Cubikfuß, alle eignen sich hauptsächlich zu Durchzügen. Auskunft ertbeut Johannes Schneider, Langenhain bei Butzbach. Siegesfeier. 247 Transparente mit den Bildnissen des Kaisers, Bismarck's und Moltke's ꝛc. ꝛc., sowie farbige Ballons und Stocklaternen empfiehlt H. Blensdorf, Hof ⸗Tapezier, in Bad ⸗Nauhelm. Ein braves Dieustmädchen 249 wird in eine Haushaltung bei gutem Lohn auf Pettitag gesucht. Näheres bet der Expedition d. Bl. Eine Wäschefabrik& Wollwaaren⸗Handlung 250 in Frankfurt a. M., welche Samstags geschlossen ist, sucht bei oder zu Ostern einen befähigten Lehrling, Isr., aus guter Famtlie. Bet entsprechenden Vorkennt; nissen jährliche Vergütung und wird eine praktische gute Ausbildung zugefichert. Näberes sub Chiffre Z. 801 durch die Annoncen⸗Expedition von Rudolf Mosse, Zeil 45 Frankfurt a. M. 237 Bei dem Unterzeichneten ist ein fast neues, sehr wenig gespieltes Clavier zu verkaufen zu dem Preis von 180 Gulden. Laubach den 28. Januar 1871. Klipstein, Districts⸗Einnehmer. Geld-(Cours. Frankfurt am 31. Januar 1871. Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. Preussische Kassenscheiue fl. 1 44%8— 45 ½½ Preuss, Friedrichsd'or„ e FFT„ 9 46—48 Holländische fl. 10 Stücke.„ 9 54—56 Ducaten 3„ 5 37-39 1 al marco.„ 5 38 40 20 Franes-Stücke.„ 9 29½—30½ Englische Sovereigns.„ 11 55—59 Russ. Imperiales F enen, en Dollars im-C˖ld: I„„ 2 27—28 Nähere Scherzhafte Kriegsanckdoten, Kriegslieder 251 von Kutschke, Lorcle und Anderen in ver⸗ schiedenen Mundarten find im lustigen Laub⸗ froschkalender für 1871 zu finden und dei allen Buch⸗ bändlern und Buchbindern zu haben in Friedberg del Binderuagel& Schimpff. Preis 12 kr. Foulards, 252 seldene Umknüpftücher, schwarze seidene Halstücher 0 und Halsbinden bet, K. Friedrich neben der Post in Friedbreg. Emser Pastillen, 147 aus den Salzen der König-Wilhelms⸗Jelsen⸗ quellen bereitet, ärztlich ö beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Auffsoßen und Verdauungsschwäche, Preis der plom⸗ birten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf Lager in Friedberg bei Hof⸗Apotheker E. Görtz. Die Administration der Felsenquellen. Die Admimistration der Telsenduellen. Todesanzeige und Danksagung. 248 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Anzeige, daß es dem Allmächtigen gefallen hat meinen gellebten Gatten Heinrich Oberländer nach schmerzlichem Kranksein Samstag, Nach⸗ mittags halb 4 Uhr, zu sich zu rufen. Zugleich sage ich Lllen, die denselben zur letzten Ruhestätte geleiteten, meinen innigsten Dank. Um stille Theilnahme blitet die trauernde Gattin Marie Oberländer, geb. Becker. Frledberg den 31. Januar 1871. CCC CC Vb Fruchtpreise. Per Malter. 0 Friedberg, 31. Januar. Waizen 14 fl. 40 tr.; Kor! 10 fl. 30 kr.; Gerste 9 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 20 kr. Frankfurt, 30. Januar.(200 Zollpfund.) Wafzen 14½—15½; Korn 11¾8; Gerste—3 Hafer 97—10½3; Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 31½; Branntwein(50% Tr. per 160 Vit.) ohne Faß 31. Grünberg, 28. Januar. Waizen 14 fl. 25 kr.; Korn 10 fl. 58 kr.; Gerste 7 fl. 46 kr.; Hafer 5 fl. 55 k.; Molter— fl.— kr.; Erbsen 12 fl. 45 kr.; Linfen— fl. — kr.; Saamen— fl.; Kartoffeln— fl.— lr. Mainz, 27. Januar. Waizen 13 fl. 29 kr.; Korn 11 fl. 36 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 4 fl. 30 tels Kartoffeln 5 fl. 30 kr.; Reogenstroh per 100 Gebund 45 fl. Asraelitischer Goltesdienst in Friedberg. Freitag 1 4% e Samstag Morgens 8½ Ubr. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. — empfohlen gegen Magen- EL B A. 2 1—