0 2 bundlung r Egarren. ——ů—Ü—ba 2 Haug Fertsch. 1871. Samstag den 1. Juli. M 76. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — Abonnements⸗ Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. ein neues Abonnement auf den„Oberhessis chen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Das Abonnement beträgt bei der Verlagsexpedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel⸗ jährlich 47 kr., mit Bringerlohn. Der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. 3 brechung eintritt. Den verehrlichen Abonnenten ausdrücklich Abbestellung erfolgt Bestellungen beliebe man baldige st zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗ in hiesiger Stadt werden wir den Anzeiger auch für das zweite Halbjabr zusenden, wenn nicht Die Expedition. Betreffend: Das Landgestüt, Amtlicher Theil. insbesondere die Bedeckung der Stuten durch dte Landgestütsbeschäler für 1871. Friedberg am 28. Juni 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Der sofortigen Einsendung der Verzeichnisse über die bedeckten Stuten, oder Bericht, daß solche nicht bedeckt worden sind, sehen wir entgegen. J. B. v. Kr: Haas, Kreis-Assessor. 2 Aer, Perden gts baatt crtter, I0 Eis 0 Atgultösen ret 1 Tocht, 1 Dandütte 7 1 Flite, artcnascht Deutsches Reich. Darmstast, 28. Juni. Die 2. Kammer nahm heute nach längerer Pause ihre Arbeiten wieder auf. Aus den geschäftlichen Mittheilungen ist vorzugsweise die Vorlage der Militärconvention zu erwähnen. Hallwachs und Fink interpelliren, ob die Regierung nicht geneigt sei, die Unterhal⸗ tung der Gräber der gefallenen deutschen Sol daten auf Staatskosten zu übernehmen, resp. dem Hülfs verein die dafür bereits verausgabten Kosten zu ersetzen. Ein weiterer Antrag von Hallwachs befürwortet vorschußweise Auszahlung der auf unseren Antheil entfallenden Entschädigung für die in ihren Erwerbs⸗Verhältnissen durch den krieg geschädigten Militär-Personen durch den Staat. Dernburg richtet eine gleiche Interpellation en die Regierung und beantragt gleichzeitig Aus- zahlung der Gehalte der Schulamts-Aspiranten, velche während des Krieges zu den Fahnen ein- berufen worden, resp. Uebernahme der Stellver- sretungskosten auf die Staatskasse. Auf der Tages rdnung steht zunächst die Berathung über das Einführungsgesetz zum Reichsgesetz über den Unter⸗ sützungswohnsitz. Kritzler erklärt sich dagegen, daß der Armenverband für den unentgeltlichen Schulunterricht aufzukommen habe, was von Hallwachs unter Hinweis darauf bekämpft wird, daß seither die Gemeinde schon eintretenden Falls ur das Schulgeld aufzukommen hatte. Nach lurzer Debatte wird der Entwurf der Regierung aigenommen, wonach der Armenverband(Ge— neinde) diese Verpflichtung nicht hat. Wichtig ein Zusatz des Abg. Dumont zu Art. 3 Nach diesem Zusatz sind die Vorsteher der milden Stif— ungen, bei einer Strafe von 1 bis 30 fl. für jede Zuwiderhandlung, verpflichtet, den Vorstehern ar Ortsarmendeputationen über den Betrag der zen ihnen an einzelne Personen vertheilten Unter- lützungen Auskunft zu geben. Hierdurch will der Antragsteller die Armenpflege in den Händen der Gemeinden centralisiren und eine gleichförmige Unterstützung aller Ortsarmen ermöglichen. Der uwähnte Zusatz wurde gegen 12 Stimmen ange— iommen. Die Vorlage wegen Erbauung einer Hrücke zwischen Hanau und Klein- Steinheim resp. Etweiterung der daselbst zu erbauenden Eisenbahn— beice für ewöhnliches Fuhrwerk gibt zu keiner Debatte Anlaß und ersolgt die Verwilligung der angeforderten 130,000 Thaler mit Einstimmigkeit. — Ebenso genehmigt die Kammer ohne weitere Dienste in den Ruhestand versetzt, den geheimen Verhandlung auf entsprechende Vorlage der Re- Obersteuerrath Ewald zum Director der aus der gierung, daß im Auslande ansässige Handwerker und Fabrikanten, welche im Großherzogthum Ar- Vereinigung der bisherigen Obersteuer- Direction und der Ober⸗Zoll- Direction vom 1. Juli an beiten ihres Gewerbs, zu dessen Betrieb sie an gebildeten Obersteuer⸗Direttion, mit dem Amtstitel ihrem Wohnort die Berechtigung erlangt haben, werbsanlage im Großherzogthum zu errichten, der Gewerbsteuer Entrichtung freigelassen werden, als Obersteuer⸗Director ernannt. auf Bestellung ausführen, ohne jedoch eine Ge⸗ „Friedberg. Die Kreis- Unterstützungs⸗ von Commisston bat beschlossen, denjenigen Angehörigen von im Kriege Gefallenen oder in Folge des Krieges sofern in dem Staate, in welchem sie wohnen, die Gestorbenen, welche bedürftig sind und seither aus Reciprocität gewährt wird. der Kreiskasse unterstützt wurden, aus Anlaß der — 29. Juni. 2. Kammer. Eine Antwort Rückkehr unserer siegreichen Truppen eine einmalige der Regierung auf eine Interpellation des Abg. außerordentliche Unterstützung von je 50 fl. aus Heß wegen Wiederbesetzung des Lehrstuhls der der Kreiskasse neben der gewöhnlichen, noch drei Ingenieurwissenschaft an der Landesuniversität be- Jahre fortlaufenden Unterstützung zu bewilligen. sagt, daß derselbe nicht wieder besetzt werden wird. Berlin. Ein kaiserlicher Erlaß vom 20. d. Zunächst bewilligt die Kammer, daß verschiedene verfügt die Auflösung der Truppenverbände der berrits früher bewilligte, aber nicht zur Verwen- zweiten und dritten Armee. Sämmtliche auf fran⸗ dung gelangte Bauten in das Rechnungswesen der Finanzperiode 1869/71 aufgenommen werden sollen. Auf eine Anfrage Wernher's erklärt das Ministerium, daß die Verhandlungen mit Preußen wegen der Rheincorrettion zwischen Geisenheim und ingen noch nicht vollständig abgeschlossen sind, daß aber für etwaige Mehrkosten gegen das früher verein— barte Project Preußen aufzukommen haben werde. Sodann wird zur Berathung des Gesetzes, das Cassationsverfahren in Handelssachen in Rheinhessen betr., geschritten. — Nachdem im Großherzogthum Hessen vor einigen Wochen die letzten noch nicht verbüßten Strafurtheile wider den deutschkatholischen Prediger Czerski aufgehoben worden sind, ist auch Johannes Ronge jüngst in den Genuß der Amnestie ge— treten, indem sämmtliche Straferkenntnisse aus den mehrfachen Preßprozessen, in die Ronge wegen Beleidigung des Mainzer Bischofs, Hrn. v. Ketteler, verwickelt war und die zusammen einige Jahre Haft und mehrere Hundert Gulden Strafgelder ausmachten, nunmehr niedergeschlagen sind. — Die kürzlich stattgehabte Vertheilung von Sanitätskreuzen erfährt, da man die Namen Vieler, welche sich Verdienste um die freiwillige Kranken- pflege erworben, vermißte, an vielen Orten des Großherzogthums eine mannigfache Kritik, die nicht immer eine günstige ist. — Se. K. Hoh. der Großherzog hat den Obersteuer-Director Dr. Hügel auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen zösischem Boden befindlichen deutschen Truppen treten in einen Truppenverband unter der Be⸗ nennung„Occupationsarmee in Frankreich“. Zum Oberbefehlshaber derselben ist General v. Man- teuffel ernannt. — 27. Juni. Fürst Bismarck wird seine Abreise nach Varzin noch bis Anfang der nächsten Woche binausschieben müssen, da eine Reihe wichtiger Angelegenheiten, sei es für Erledigung oder zur Einleitung noch seine persönliche Mit wirkung in Anspruch nimmt. — In Folge der günstigen Lage der preußi⸗ schen Finanzen und im Zusammenhange mit dem Aufschwunge, den die Reichsfinanzen genommen haben, ist eine Aufbesserung der Beamtengehalte in der preußischen Monarchie in umfassendem Maße und für die Beamten sämmtlicher Ressorts und aller Stufen in Aussicht genommen worden, und wird der Landtag bereits in seiner nächsten Session bei der Berathung des Etats sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen haben. — Die activen Armeen der großen europäischen Continentalmächte, Rußlands, Frankreichs, Italiens und des deutschen Reiches werden in Zukunft eine wahrhaft furchtbare Macht darstellen. Vor 1866 verfügten die genannten fünf Mächte zusammen über kaum anderthalb Millionen Feldsoldaten, und zwar kamen davon auf Preußen 350,000 Mann, auf Oesterreich 350,000, auf Frankreich 300,000, auf Rußland 300,000, die es außer- halb seiner Grenzen verwenden konnte, und auf 2 Italien 200,000 Mann. In wenigen Jahren aber schon wird Frankreich eine reguläre Feld ⸗ armee von mindestens 500,000 Mann wieder ausgerüstet haben, die aus 30 Divistonen besteht, von denen jede Division allein an Infanterie 13,000 Mann in 4 Regimentern à 3 Bataillonen und 1 Jägerbataillon stark sein wird.— Ruß- land verfügt nach dem neuesten Organisationsplan über 47 Infanterie- Divistonen mit 188 Regi- mentern und 40 Jägerbataillonen; es wird davon schon in 5 Jahren immerhin mindestens 32 Di— vistionen zur Operation im Felde verwenden können, jede Division etwa 16,000 Mann stark, also in runder Summe eine halbe Million.— Italien hat gegenwärtig die Durchführung einer Heeres⸗ organisation beschlossen, welche es der Regierung Victor Emanuel's ermöglichen wird, im Falle eines Krieges 400,000 Mann an seinen Grenzen zu concentriren.— Oesterreich hat, es läßt sich das nicht verkennen, seit dem Jahre 1866, zumal in der letzten Zeit, außerordentliche Anstrengungen gemacht, um in weit kürzerer Frist als früher eine zahlreiche und schlagfertige Armee im Felde auf ⸗ zustellen; seine Landwehren werden allerdings, auch in späterer Zeit, niemals den Vergleich mit den deutschen aushalten können, es fehlt ihnen besonders gegenwärtig auch an allem nöthigen Kriegsmaterial dazu— immerhin aber darf man mit Sicherheit behaupten, daß die österreichisch— ungarische Monarchie schon in den nächsten drei Jahren im Stande ist, mit 400,000 Mann activ auftreten zu können.— Dazu kommt das deutsche Reich mit seiner weit über eine halbe Million zählenden Armee, von der unter allen Umständen 800,000 Mann außerhalb der Grenzen Deutsch⸗ lands verwendet werden können. — Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, betreffend die Kündigung der fünfjährigen§proc. Schatzanwei— sungen des norddeutschen Bundes erster Emission im Betrage von 51 Millionen Thaler. Die Ein— lösung erfolgt gegen Zahlung des Nennwerthes vom 1. Januar 1872 ab. Die Verzinsung hört von diesem Tage ab auf. — Am Freitag reist der Kaiser Morgens 8½ Uhr per Extrazug über Magdeburg, Braun- schweig zunächst nach Hannover und trifft Nach; mittags 2 Uhr daselbst ein. Am Samstag früh 8½ Uhr ist die Besichtigung der Truppen und der Vorbeimarsch derselben am Ständegarten. Um 11 Uhr Vormittags erfolgt die Abreise über Kassel, Gießen und Wetzlar nach Bad Ems zu einer mehrwöchentlichen Kur. Der Kaiser wird in Ems noch mit dem Kaiser von Rußland zusammen⸗ treffen, welcher am 3. Juli von dort abzureisen gedenkt. — Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein, welcher während des Feldzuges die damals dem 9. Armee⸗Corps zugetheilte Großh. hessische Di⸗ vision befehligte, ist zum Chef des 1. hess. Inf.⸗ Regts. Nr. 81 ernannt. Das zum preußischen 11. Armee⸗Corps gehörige Regiment stand vor dem Kriege in Mainz und erhält nach der neuen Friedens⸗Dislocation Frankfurt a. M. und Hanau zu Garnisonsorten. — Die„Bresl. Ztg.“ meldet in Betreff von Arbeiterunruhen, welche in Königshütte stattge⸗ habt, Folgendes: Der Strike und die Tumulte haben eine erhöhte Ausdehnung angenommen. Nach der Demolirung der Berginspection ver⸗ wüsteten die Horden das Stadtgefängniß und requirirten Bier, Schnaps und Cigarren in der nächsten Restauration. Einzelne Rotten versuchten Requisitionen in den Vorstädten und begannen zu plündern, namentlich bei den Juden. Am Abend trasen 60 Ulanen aus Gleiwitz ein und säuberten bis 10 Uhr den Platz. 7 Anführer wurden ge— tödtet, 20 verwundet. Heute traf ein Bataillon des 10. Regté. hier ein. 60 Personen, darunter die Rädelsführer, wurden verhaftet. Die Königs- hütte bat wegen Kohlenmangel den Waljzbettieb eingestellt. Der Oberpräsident ist dortselbst ein⸗ getroffen und wurde der Belagerungszustand pro⸗ clamirt. Frankfurt. Die ersten kgl. sächs. Truppen sind auf ihrem Rückmarsche aus Frankreich am 28. d. dahier eingetroffen. Nach einem Rasttage werden dieselben per Bahn über Hanau nach der Heimath befördert. Bis zum 9. Juli werden täglich sächsische Truppen unsere Stadt passiren. München. Die Nachricht, daß die Do— tationssumme für die bayerischen Generale dem König Ludwig zu freier Verfägung überlassen werden solle, wird in Münchener unterrichteten Kreisen bestätigt. Dotirt werden natürlich die Corpsgenerale v. d. Tann und Hartmann, der Kriegsminister Frhr. v. Pranckh und vielleicht der an der Loire schwerverwundete Divisionär Stephan. Stuttgart. Der Einzug der Truppen in die festlich geschmückte Stadt hat am 29. Juni unter großem Enthusiasmus und bei günstigem Wetter stattgefunden. Der Fremdenzufluß war enorm. Straßburg. Die Entschädigungen für die zerstörten Häuser werden seit dem 21. d. ausbe · zahlt, bis jetzt schon etwa 375,000 Fes., wie ein Mitglied der Commission dem„Niederrh. Kur.“ mittheilt. In etwa 14 Tagen hofft man die Verificationen der 1400 Eingaben zu vollenden. — Die„Str. Zig.“ veröffentlicht einen aller- höchsten Gnadenerlaß vom 24. Juni, durch welchen denjenigen Einwohnern Elsaß-Lothringens, die bis zum 24. d. wegen politischer oder militärischer Handlungen rechtskräftig verurtheilt wurden, sofern mit letzteren nicht gemeine Vergehen oder Ver— brechen verbunden waren, die noch rückständige Strafe erlassen und die Ausübung der bürger— lichen Ehrenrechte wieder verliehen wird, auch die rückständigen Kosten niedergeschlagen werden.— Der Präfect des Niederrheins erinnert daran, daß das Reichsgesetz über die Entschädigungen den Elsaß Lothringern nur als Reichsangehörigen und nur aus Liberalität Kriegsentschädigungen gewährt; eine Verpflichtung dazu sei nicht vor— handen. — Aus Mülhausen meldet man der„Str. Ztg.“:„Da es schon zu häufigen Klagen Ver— anlassung gegeben, daß junge Fabrikarbeiter ihren Wochenlohn, statt ihn ihren Angehörigen zu Gute kommen zu lassen, in der Nacht vom Samstag zum Sonntag bei Wein, Spiel und Tanz mit lüderlichen Frauenzimmern verpraßten, sah sich die Polizei veranlaßt, diesem Treiben ein Ende zu machen, und veranstaltete am verflossenen Samstag zur Nacht eine Razzia, die nicht erfolglos war. Ausland. Frankreich. Paris, 28. Juni. In Betreff der Subscription auf die Anleihe wird gemeldet, daß viele Personen gestern in Paris nicht subscribiren konnten. Mehrere Journale be haupten, die Zeichnungen hätten die Höhe von 4 Milliarden erreicht; in Frankreich allein seien 2 Milliarden gezeichnet worden. Die Majorität der Budgetcommission hat den Antrag in Betreff der Einkommenstener verworfen. Soeben wird eine Bekanntmachung des Finanzministeriums an- geschlagen, welche erklärt, daß die Subscription auf die Anleihe geschlossen ist. — Die polytechnische Schule in Paris soll eingehen, die Kriegsschule von St. Cyr allein als Militärschule bestehen bleiben. Wie es heißt, soll die Festung Besangon geschleift werden. Die Re⸗ gierung hat bis jetzt 47 Kriegsschiffe außer Dienst gesetzt und 12000 Matrosen entlassen. Ein in Paris wohnender Engländer, Privatmann, soll auf die neue Anleihe ein Capital von 30 Mil- lionen, ca. 1½ Million Rente gezeichnet haben. — Man versichert, die Zeichnungen auf die neue Anleihe überstiegen 5 Milliarden. Die Stadt Metz hat sich an der Zeichnung mit 20 Millionen betheiligt. — Nach officiellen Angaben über den Erfolg der Anleihe haben gezeichnet: Deutschland, Ruß- land, Oesterreich, Belgien, zusammen fast 1 Milliarde. — Das schöne Wetter begünstigte die für den 29. Juni anberaumte Abhaltung der Revue. Eine ungeheuere Menschenmenge hatte sich eingefunden. Versailles, 28. Juni. In der National- versammlung theilte Pouyer-Quertier das Resultat der Zeichnungen auf die neue Anleihe mit. Er erklärte, es seien gestern in weniger als sechs Stunden 4 Milliarden 500 Millionen Francs ge⸗ zeichnet worden. Paris habe 2 Milliarden 500 Millionen, die Provinz mehr als eine halbe Milliarde gezeichnet; im Ausland seien circa eine Milliarde suberibirt worden; einige Resultate seien bis jetzt noch nicht bekannt. Der Finanzminister fügt hinzu, diese Lage erlaube Frankreich, seinen Verpflichtungen Deutschland gegenüber nachzukommen und be⸗ schleunige die Befreiung der occupirten Provinzen. Frankreich brauche die festgesetzten Zahlungster⸗ mine nicht abzuwarten.— In derselben Sitzung sagt Audiffret⸗Pasquier, indem er über die Lage der Commission spricht, welche die im Kriege ge— machten Ankäufe zu untersuchen hat, daß mehr als 84,000 Actienhefte vorliegen. Man habe gesehen, wie ein hoher Beamter das Zutrauen des Landes getärscht habe. In dem Berichte werden als be sonders schlimme Beispiele die in Newyork von dem französischen Consul gemachten Ankäufe her— vorgehoben. g — In Toulon werden noch immer Truppen nach Algerlen eingeschifft. Die Regierung soll die Absicht haben, alle Gefangenen, welche sie bei dem letzten Aufstand in Algerien gemacht, nach Cochin-⸗China zu deportiren. Unter denselben sind viele arabische Häuptlinge Spanien. Die spanische Ministerkrisis ist noch nicht entschieden. Der König wollte die Demission der Minister nicht annehmen, da sie nicht durch eine parlamentarische Niederlage mo⸗ tivirt erscheine. Die Minister beschlossen jedoch in einem am Montag gehaltenen Rathe, noch einmal ihre Demission einzureichen, weil Tags zuvor neue aufregende Scenen in der Depu⸗ tirtenkammer vorgekommen waren. Italien. Florenz. Der König ist nach Neapel und Rom abgereist. Die Behörden und die Gemeindevertretung befanden sich am Bahnhofe. Die zahlreich versammelte Volksmenge rief:„Es lebe der König! Es lebe Italien!“ In Neapel wurde der König mit großem Entbustasmus empfangen. Türkei. Die Pforte sieht sich durch die Anarchie in Tunis, wie durch die Zerwürfnisse des dortigen Herrschers veranlaßt, zu ernsten Maß⸗ regeln zu schreiten. Die türkische Panzerflotte hat Befehl, sich sofort vor Tunis zu legen, und nimmt einen Pforten⸗Commissär an Bord, der mit un⸗ umschränktet Vollmacht zur Untersuchung der dor⸗ tigen Zustände und zur Verfügung derjenigen Maßregeln versehen ist, welche an Ort und Stelle zur Sicherstellung sowohl der Autorität des Großherrn als der friedlichen Beziehungen zu den fremden Mächten geboten erscheinen möchten. N In Nieder⸗Mörlen soll eine junge Frau von einer gewöhnlichen Mücke gestochen worden sein. Der Arm schwoll an und in 2 Tagen war die Arme eine Leiche. Frankfurt. In der am 3. Juli stattfindenden Sitzung des landwirtihschaftlichen Monats⸗Clubs wird die Frage der Vertretung der landwirthschaftlichen Interessen deim Bundesrathe einen Gegenstand der Besprechung bilden. Darmstadt. Falsches Großh. Hess. Papiergeld. Es sind in neuerer Zeit in Stuttgart und in der Umgegend Falsifikate des Großh. Hessischen Staatspapiergeldes vom 1. Juli 1865, und zwar in Scheinen 3 10 fl., im Ver⸗ kehr vorgekommen, welche auf photographischem Wege her⸗ gestellt und auf welche die verschiedenen Farbentöne nach⸗ träglich aufgetragen worden sind. Die bis jetzt präsentirten Scheine sind eine photographische Nachbildung des echten Scheines Lit. E Nr. 179607 à 10 fl., welcher auf der Rückseite den Namen des Controlbeamten„Schloßer“ zeigt. Am leichiesten wird die Unechtheit dieser Scheine, auch ohne Vergleichung mit einem echten Scheine, an der violettgrauen Farbe und daran erkannt, daß dort die auf die Photographie aufgetragenen Druckfarben, namentlich aber die blaue Farbe auf der Werthbezeichnung„10“ ohne alle Schwierigkeit abgewaschen werden können. Heidelberg. Die reiche, 3000 Bände umfassende Büchersammlung Friedrich Christoph Schlosser's wurde von ihrem jetzigen Besitzer der hiesigen Universitätsbib⸗ liothek zum Geschenk gemacht. Wiesbaden. Redaction der„Deutschen Badezeitung“ eingegangenen Kurlisten beträgt die Zahl der Kurgäste in Baden-Baden bis zum 15. Juni 9314 Personen, Karlsbad bis zum 11. Juni 6932 Pers., Franzensbad bis zum 14. Juni 1616 Personen, Homburg bis zum 15, Juni 4478 Per⸗ sonen, Kissingen bis zum 12. Juni 2299 Pers., Kösen bis zum 11. Juni 487 Personen, Nauheim bis zum 23. Juni 1463 Personen, Neuenahr bis zum 4. Juni 399 Pers., Pyrmont bis zum 9. Juni 985 Pers., Ragaz⸗ Pfäffers bis zum 13. Juni 252 Pers., Reichenhall bis zum 10. Juni 764 Personen, Reinerz bis zum 11. Juni 237 Pers., Schandau bis zum 7. Juni 200 Personen, Nach den bis Mitte Juni bei der —— kommer Freilag welche die Na. Nachri⸗ deren bestäli; Jahre! Batail Mitgl. mittirt listische anlass. kafcher Beit drücklich schrieber Fri , nach denselben sind dultisg il vollte die data, da fie edtrlage no · dlesen jedoch Netht, noch peil Tage Pon der Depr- i 0 „ ne „ dee* 9 2 2 zus 51 1 J 1 1 9 bet 1 10 0 **„ 1 3 an 1¹4 106 n * 5. 9 Schlangenbad bis zum 2. Juni 143 Pers., Schwalbach 1 Zahl der bei der Polizei angemeldeten, während der Ein— bis zum 10. Juni 595 Pers., Teplitz⸗Schönau bis zum 10. Juni 9877 Pers., Warmbrunn bis zum 13. Juni 461 Pers., Wiesbaden bis zum 10. Juni 11,622 Pers., Wildbad dis zum 9. Juni 1602 Personen. Wien. Die Stadt Tachau in Böhmen ist durch einen Wolkenbruch, in Folge dessen die Beraunka über⸗ trat, überschwemmt. Fünfzehn Personen sind verunglückt und über 60 Häuser fortgerissen. Sämmtliches Vieh ist ertrunken. Die umliegenden Gärten und Felder sind voll⸗ ständig verwüstet, die Brücken spurlos verschwunden. Tachau, im Bezirke von Pilsen, hat 3000 Einwohner. Berlin. Nach amtlichen Mittheilungen betrug die zugsfeier zu Berlin anwesenden Fremden gegen 650,000 Personen. Rechnet man nun hierzu die große Zahl von Fremden, welche sich auch nur einen Tag bei biesigen ver— wandten oder befreundeten Familien aufhielten, und deß— halb gar nicht erst poltzeilich angemeldet wurden, ferner die große Zahl von Personen, welche factisch ohne Unter⸗ kommen waren— in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag sah man Tausende von Personen mit Reisetaschen ꝛc., welche auf den Bänken unter den Linden ausruheten, oder die Nacht über durch die via triumphalis promenirten— und endlich die sehr große Zahl solcher Fremden, welche am Morgen des Einzugstages mit den zahlreichen Extra zügrn hier eintrafen, um am Abend wieder abzureisen, so wird die Annahme, daß über eine Million Fremde während des Festes bier verweilten, vollkommen gerechtfertigt sein. Bremen. Der Bremische„Kurier“ schreibt:„Die Nachricht der„Liberte“, daß Assy, eines der hervorragen- deren Mit lieder der Commune, ein geborener Bremer sei, bestätigt sich. Derselbe ist der Sohn des vor mehreren Jahren hier verstorbenen Aßmann, Tambour des zweiten Bataillons der Bremer Bürgerwehr. Im Jahre 1852 als Mitglied des sogenannten„Todtenbundes? stark compro⸗ mittirt, floh er nach Frankreich, woselbst er als socia⸗ listischer Agitator namentlich durch die von ihm auf Ver⸗ anlassung von Rouher, wie einige Pariser Blätter behaupten,! angezettelten Arbeiter-Unruhen in Creuzot sich bekannt machte.“ London. Der„Times“ zufolge sind die Arbeiten der Commission zur Prüfung der Kohlenlager im Vereinigten Königreich sast vollendet. Aus dem Resultat ihrer Unter⸗ suchungen soll sich erweisen lassen, daß genug billig zu Tage zu schaffende Kohlen vorhanden seien, um auf 800 bis 1000 Jahre den stets wachsenden Ansprüchen zu genügen. Literarisches. Wir unterlassen nicht, die Berliner Mobezeitung „Victoria“(Preis vierteljährlich 20 Sgr.), welche schon in so vielen Jahrgängen den Beifall des Publikums sich zu bewahren wußte und welche sich auch in diesem Quartal durch die Gediegenheit und Vielseitigkeit ihres Inhalts auszeichnet, unseren verehrten Leserinnen nochmals angelegentlichst zu empfehlen. Die Illustrationen, wie sammtliche Musterzeichnungen sind von verschledenem Werthe und werden den Damen aller Stände gute Dienste leisten; die prachtvollen colorirten Modekupfer liesern den Beweis, daß wir auch hierin Paris den Rang abgelaufen haben. Zugleich bietet das mit der Modezeikung vereinte Unterbaltungsblatt Aufsätze, die sich über jede gewöhnliche Literatur novellistischer Gattung erheben, außerdem noch dadurch, daß sie moralisch belehrend sind und nach Ver⸗ edelung des Herzens und Bildung des Geistes der Lese— rinnen streben. (Eingesandt.) Zur Garnisonsfrage! Etwas zum Rechnen. 1) Im bisher norddeutschen, nunmehr Reichsheere werden die Kosten für den Mann, Offizier wie Soloat, durchschnittlich zu 225 Thaler jährlich gerechnet, wie viel Gulden wird dies in einem Jahre bei einer Garnison von 600 Mann betragen? 2) Angenommen, diese Summe werde von der Mann- schaft unverkürzt(was aber nicht der Fall, indem in Wirklichkeit die Kosten für Kasernen, Lazarethe, Exercier⸗ platz ꝛc. ꝛc. abgehen) an dem Garnssonsorte verzehrt, verbraucht, mit einem Worte, baar ausgegeben und in Umlauf gesetzt, wie viel wird, wenn man im Durchschnitt 10 Procent Geschäftsnutzen rechnet, in erster Hand an dieser Summe verdient? 3) Dieser Verdienst wird wieder ausgegeben, er geht in die zweite Hand, diese verdient davon ebenfalls 10 Procent, so geht es weiter zur dritten, vierten ꝛc. 2c. Hand; Jeder verdient seine 10 Procent an dem Verdlenste des Vorher⸗ gehenden; wie viel wird hiernach als Verbienst auf die zweite, britte ꝛc. 1c. Hand kommen, bis berselbe weniger als einen Gulden macht und nicht mehr zu rechnen ist, und wie hoch wird sich die Summe bes gesammten Ver⸗ dienstes bis zum Verschwinden belaufen? 4) Wenn diese Summe als Einkommen versteuert wird, das Steuerkapital zu 10 Procent dieses Einkom⸗ mens angenommen, und 20 Procent des Steuerkapitals als Communalumlage erhoben werden, wie viel wird dieselbe ertragen? 5) Wenn in einem Garnisonsorte diese Umlage jäbr⸗ lich erhoben wird, um damit die Zinsen für ein zu mili⸗ lärischen Zwecken(Kasernen ꝛc. ꝛc.) hinzugebendes Kapital zu becken, wie hoch wird sich dieses Kapital, zu 5 Procent verzinslich, belaufen? Der Wetterauer Zweigverein der Gustap- Adolf-Stiflung beabsichtigt, Sonntag den 9. Juli Nachmittags 2 Uhr in der Gemeinde Reichelsheim sein Jahresfest zu feiern. Herr Decan Strack von Großen-Buseck wird die Festpredigt halten. Alle Freunde des Vereins werden zur Theilnahme an diesem Feste freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Brod- Lieferung. 1694 Montag den 3. Juli l. J., Vormittags 10 Ubr, wird die Lieferung des Brodbedarfs pro III. Quartal 1871 für die hier stationirte Stammmannschaft des 2. Bataillons 2. Landwehr ⸗ Regiments, sowie für das gegenwärtig bier flationirte Commando des 2. Infanterte⸗ Regiments auf dem Soumissionswege in Accord ge— geben. Die Angebote, welche auf ganze oder halbe Bogen nledergeschrieben sein müssen, sind verfsegelt in das vor dem Bezicksbüreau aufgehängte Soumisslons⸗ käftchen einzulegen. Die Bedingungen liegen auf dem Bezirksbüreau zur Einsicht offen. Bemerkt wird aus drücklich, daß Soumissionen welche von Mehreren unter schrieben find, keine Berücksichtigung finden. Friedberg den 30. Junt 1871. Bag, Major und Bezirks ⸗Commandeur. Noggenkleie, Weizenkleie, Weizenschalen, 1690 billig bei Jacob Stern, nächst der Burg. 1639 Abzugshalber ist bei dem Unterzeichneten eine vollständige Färbecei, bestehend in eiger neuen, gut construirten Mange, 2 großen Kippen einer Warmkippe, 3 Kesseln, einigen Hundert guten Formen und allen dazu gehörigen kleinen Untenfllien, aus der Hand zu derkaufen. Gleichzeitig werden die Kunden, deren Farb⸗ waaren bel der Filiale Lich oder dahier liegen, gebeten, solche späteflens bis Ende Juli d. J. einzulösen, widrigen⸗ falls die nicht eingelösten Waaren öffentlich meiftbietend dersteigert werden müßten. Kloster Arnsburg bet Lich den 24. Juni 1871. Georg Bruder. 1056 Der Verkauf der — ö 5 Sparkochherde neuester Construktion, aus der Fabrik von Ph. Roeder in Darmstadt, ist uns für den Kreis Frtedberg übertragen worden und halten wir uns bei Bedarf destens empfohlen. Frledberg. 2 David Grödel Söhne. cKaehrlingsgesuch. 1473 Ein mit tbchtigen Schulkenntnissen versebenet lunger Mensch aus guter Fomilie kann in eine hiesige pandlung als Lehrling eintreten. Näheres bei der Expedition d. Bl. Krippen, Tröge und Gossensteine 976 aus s. g. Lungsteln(Dolerit) empfiehlt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim, 1680 Soeben erschlen und ist bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg zu baben: Mnusikalischer Hausschah. 15,000 Exemplare verkauft. Concordia. Anthologie elassischer Volkslieder für Pianoforte und Gesang. 4 Bände à 12 Lieferungen à 18 Kreuzer. Diese Sammlung, deren Adsatz für ihre Gediegen— beit bürgt, entbält über 1200 unserer berrlichen Volks— lieder und bietet allen Freunden volksthümlicher Mufik eine willkommene Gabe. Leipzig, 1871. 2½ Ohm Aepfelwein 1682 mit Faß hat zu verkaufen Moritz Sehäfer. 1667 Meine durch den Feldzug unterbrochene Praxis nehme ich mit dem Heutigen wieder auf und bin in meiner Wohnung, im Hause des Herrn W. L. Vogt in der Haingasst dahier, wie früher. Morgens vor 9 Uhr, am sichersten zu Hause anzutreffen. Reichelsheim bei Friedberg am 27. Juni 1871. Dr. med. vet. G. Schäfer, prakt. Thlerarzt. Ein Logis, welches sogleich bezogen werden kann, hat zu 1666 vermiethen Magnus in der Vorfladt. 1434 Ein zu: 5 7 findet verläßfiger Bäckergeselle gegen guten Lohn danernde Beschäftigung auf dem Lande. Wo? sagt die Exp. d. Bl. 1520 Mein mit den schönsten und neuesten Mustern wohl assortirtes Tapeten⸗Lager bringe ich zu reellen Preisen in empfehlende Erinnerung Georg Groß. 1686 Ein gut erhaltenes Clavier, von 6 Oeckaven, ist umzugshalber zu verkaufen. srankirte Anfragen sagt die Expedition wo? Futtermehl, per Centner mit Sack zu fl. 4. 50 kr., bei Jacob Stern, Auf 1691 Uegenschirme 45 in Seide, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billigen Preisen bei K. Friedrich, neben der Poft. Ein braver Junge va dend Lebte 1672 Wilhelm Reuß, Metzger. 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Von Gustav ä e Na daten, und ar sch, w hal, d die klei dem Le und B. ungerte mehr d den Be. in der Land Verleh hälmnif J mann auf iht macht, in Der Di ihm m Elegan, sowie g auch de genehm schöner Dorf, hübsche lesse ül zose sei in abg Tags etwa u mahlze menden eingeno⸗ gegen a Abends gattung Es soll währent Pariset Verhältt und Hu getrieben das Lebe, kaun zu unser G Frau, UI Hunger ruhe und — 1 5 — ung. Tertten iu den pern. eegrsg burg 5 tract, aden . 14⁰³ 10 une Setle f m thlen Seilage. Skizzen über Leben und Sitten in Frankreich. Nachstehende Mittheilungen eines hess. Sol daten, der die Kämpfe der hess. Division um Metz und an der Loire bis zu Ende mitgemacht und sich, wie es scheint, überall aufmerksam umgeschaut hat, dürften bei dem großen Interesse, das auch die kleinsten Züge von dem Thun und Treiben in dem Lande für uns haben, das unsere Söhne und Brüder siegreich durchzogen zur Abwehr eines ungerechten Angriffs auf das Vaterland, um so mehr der Veröffentlichung werth erscheinen, als den Berichterstattern in den größeren Zeitschriften in der Regel weniger Gelegenheit sich darbot, Land und Leute durch längeren unmittelbaren Verkehr auch in den einfachsten dörflichen Ver- hältnissen kennen zu lernen. Im Allgemeinen bat das, was unser Gewährs⸗ mann von dem Leben in Frankreich beobachtet hat, auf ihn den Eindruck größerer Wohlhabenheit ge— macht, als sie durchschnittlich in Stadt und Land in Deutschland anzutreffen ist. Die Städte und Städtchen zeichnen sich nach ihm meist durch Schönheit der freien Plätze, Eleganz der Straßen und öffentlichen Gebäude, sowie großen Comfort in der inneren Einrichtung auch der gewöhnlichsten Bürgershäuser aus. An⸗ genehm überrasche namentlich die große Anzahl schöner, theilweise prachtvoller Kirchen. Jedes Dorf, auch das ärmlichste, habe eine freundliche, hübsche Kirche. Auch die Lebensweise der Leute lesse überall auf Wohlstand schließen. Der Fran⸗ zose sei z. B. auch unter ärmlicheren Umständen in abgelegenen Dorfschaften gewöhnt, zweimal des Tags Fleisch zu essen. Bei der Zubereitung der etwa um 4 Uhr Nachmittags stattfindenden Haupt- nahlzeit werde zugleich für Fleisch auf den kom⸗ nenden Tag zum Frühstück gesorgt, das um 9 Uhr eingenommen werde. Von Kaffee wisse man da- gegen auf dem Lande nichts; Thee werde häufig Abends genommen. In Bezug auf die Fleisch⸗ gattung sei man freilich nicht immer wählerisch. Es soll damit nicht an die Pariser Küchenzettel während der Belagerung erinnert werden. Die Hariser Ragouts sollen ja unter gewöhnlichen Verhältnissen zuweilen bedenklichen Ursprungs sein, ind Hunger hat schon zu ärgeren Abscheulichkeiten getrieben. Ueberdies wird mit Recht betont, daß das Leben in Paris nicht immer als Maßstab dienen aun zur Beurtheilung der Provinzen. Aber unser Gewährsmann hat z. B. in Blois eine Frau, von der nicht anzunehmen war, daß sie der punger dazu trieb, eine Katze mit einer Gemüths—⸗ muhe und Gewandtheit abthun und zubereiten sehen, die deutlich verrieth, daß dies nicht zum ersten Mal von ihr geschah. Sonst ist die Kochkunst auf dem Lande einfach genug. Alles, Fleisch wie Gemüse, kommt in Einen Topf. Ist der Mischmasch gar, so werden die festeren Bestandtheile mit dem Löffel herausgefsischt, die zurückbleibende Brühe gilt als Suppe. Wohnung und Kleidung der Dorfbewohner ist noch sehr primitiver Art. In der Champagne sieht man nur Strohdächer. Sonst sind die häuser auch mit Ziegeln gedeckt, dafür ist aber die innere Einrichtung desto einfacher. Ein Vor— Hatz erscheint als überflüssiger Luxus; die Haus- blüre führt unmittelbar in den Wohnraum. Der koden desselben ist geplättet oder gestampft, die Pände sind kahl, das Kamin dient zugleich als beerd. Einen Hauptbestandtheil der Kleidung elden überall die Blouse, die Zipfelmütze und die bolzschuhe. Im Norden schon selten, verschwinden die Lederschuhe im Süden absolut. Selbst Psarrer und Schullehrer gehen mit Holzschuhen in die kirche; auf dem Tanzboden ziehen die Mädchen ie Holzschuhe aus und walzen in Gummischuhen. Die schwarzäugigen französischen Dorfschönen beben unsern Erzähler nicht sonderlich bezaubert. Es finde sich, meint er, bei ihnen vielfach Ueberfluß h Mangel an Reinlichkeit und jener im Haus- a Syerhessischer Amzeiger. M 76. wesen waltenden emsigen Thätigkeit, welche die deutsche Jungfrau so schön kleidet. Selbst die verheiratheten Frauen(bei einigermaßen vorge— rückten Jahren meist häßlich) verhielten sich auf. fallend unthätig innerhalb der vier Wände. Das Kochen besorgten vorberrschend die Männer. Desto mehr beschäftigten sich die Frauen mit Rauchen und Schnupfen. Sogar 15jährige Mädchen bieten oder verlangen eine Prise, und die deutschen Sol— daten haben im Quartier ihre Tabaksvorräthe gewöhnlich sorgfältig versteckt gehalten, damit sie ihnen nicht von weiblichen Fingern wegstibitzt wurden. Die landwirthschaftlichen Geräthe und Mani— pulationen fanden unsere Landsleute einer ratio— nellen Wirthschaft vielfach wenig entsprechend. So sahen sie nur(oft schwer beladene) zweiräderige Karren, vor denen dann 3—4 Pferde gespannt waren, immer eins vor dem andern. Die Pflüge sind hoch und ungeschlacht', und die mit ihnen umgerissenen Furchen werden über zwei Fuß breit genommen. Natürlich, daß zu ihrer Bewältigung gleichfalls mehrere Thiere gehören, die auch hier dor einander herlaufen. Aehnlich ist's beim Eggen, wobei die Egge hinten unregiert über den vorge⸗ nommenen Strich geht, vornen hingegen zwei und mehr Leute die Thiere führen. In grellem Abstich zu solchem Verfahren sind überall Dreschmaschinen im Gebrauch, während hinwiederum die bei uns nur noch aus dem Mährchen vom„Dornröschen“ bekannte Spindel beim Spinnen wie vor Olim's Zeiten auf dem Boden tanzt. Nach unsern deutschen Anschauungen möchte Manches von dem Mitge- theilten der oben erwähnten Ansicht bezüglich franz. Wohlhabenheit widersprechen. Dem gegenüber hält unser Gewährsmann an seiner Meinung fest. Das Aussehen der Leute, ihr behäbiges Auftreten zeige überall etwas von der Wahrheit des Sprüch⸗ worts:„Er lebt wie Gott in Frankreich.— Daß solche Zustände, wle sie übrigens nur dem frucht⸗ baren Boden und dem milden Himmelsstrich zu verdanken sind, den Anforderungen an wirkliche Kulturzustände nicht entsprechen, und die zerrütten⸗ den Folgen des von Frankreich frevelhaft herauf— beschworenen und durch fortgesetztes Wüthen in den eigenen Eingeweiden wabnsinnig vermehrten Unglücks auch da Vieles ungünstiger gestalten werden, sei nur beiläufig bemerkt. Merkwürdig fiel den geschulten deutschen Sol- daten der Mangel an Schulbildung beim Volke auf. Wollte man ein Quartierbillet auf der Straße gelesen haben, so hatte es oft große Noth, bis man Jemanden auftrieb, der lesen konnte. Ja vitle Maire's in den Dörfern befaßten sich nicht mit dieser langweiligen Kunst. Schulhäuser fanden sich zwar meist, wie je bekanntlich in den letzten Jahrzehnten Manches in dieser Hinsicht geschehen ist; so lange aber in Frankreich der Schulzwang, dieser segensreichste unter allem Zwang, nicht ein- geführt sein wird, ist damit doch nur den Mäusen gepfiffen. Was helfen Schulen, wenn sie nicht besucht werden? Möglich übrigens, daß ihr jetziges Schicksal den Franzosen auch über diesen Punkt die Augen öffnet.— Im Uebrigen erschienen auch unserm Be— obachter die Franzosen als ein sanguinisches, leicht zum Guten, wie zum Schlimmen fortzureißendes Völkchen. Rubige Erwägung und leidenschafts⸗ lose Beurtheilung der Verhältnisse sind nicht ihre Sache: der Augenblick beherrscht sie und reißt sie fort über die Grenzen hinaus, die ein besonnenes Urtheil sonst sich steckt. Von kindischer, wahn— witziger Wuth gegen die Deutschen könnte unser Mann viel erzählen, wenn wir nicht bereits über— genug wüßten. Ist doch der Krankenzug, der ihn, ebenfalle krank, nach der Heimath brachte, von der wuthheulenden Menge in den Haltestellen wiederholt mit Steinwürfen empfangen worden! Dagegen darf nicht verschwiegen werden, daß auch er manch' menschenfreundliches Herz gefunden. So war z. B. die Frau auf einer Meierei, wo er im Quartier lag, um ihn, den an Rheumatismus und Brustkatarrh Erkrankten, in rührender Weise besorgt. Seinen Wein machte sie immer selbst heiß, und nie durfte er ihn ohne Zucker trinken. Mann und Frau wetteiferten bei seinem Abschied mit einander, ihn für die Reise noch zu versorgen. Wein, Eier, Schinken, ja selbst Geld steckten sie ihm zu. Förmlich beladen und dankbaren Herzens schied er von den guten Seelen.— Den Mangel an sittlichem Ernst bei dem fran⸗ zösischen Volk fühlte selbst unser einfacher Soldat heraus. Mit Entrüstung spricht er davon, daß in der Stadt Orleans auf Neujahr Bälle und Tanzmusiken abgehalten wurden. In dem sieg⸗ reichen, dem Gemetzel fernen Deutschland schwieg die Fiedel, man beschästigte sich mit der Pflege der Verwundeten und Kranken, und dort Angesichts der brennenden Städte und Dörfer, der zersprengten oder kriegsgefangenen französischen Heere, inmitten des hoffnungslosen Kampfes und nicht fern von dem in den letzten Zügen ringenden Paris, dort tanzte man! Die Gartenlaube. Nr. 26. Inbalt: Ein Held der Feder. Erzählung von E. Werner.(ortsetzurg.)— Die Krankheiten des Hauptbaares und ihre ärztliche Bebandlung Von Stabs⸗ arzt Dr. J. Pincus, Docent an der Untversttät zu Berlin. II.— Dret Tage in einem Kartbäuserkloster. Von Dr. Maga in Constanz.— Im Fort Montrouge. Von H. Mii Abbuldung: Fort Montrouge am 14. Febr. 1871. Nach der Natur aufgenommen von unserem Feldmaler F. W. Heine.— Erinnerungen aus dem heiligen Kriege. Nr. 7. In franzöfisccen Quartieren. IV. Von G. Dorn. Mit Illuflrason: Deulsche Einquartterung im französischen Pfarthause, Nach seinem Oelge⸗ mälde für die Gartenlaube auf Holz gezeichnet von F. Ortlieb in München.— Die Wiege eines Königs. Von d. P. Mit Abbildung; Das Geburtshaus Fried⸗ rich Wilbelm's des Drltten in Potsdam. Nach der Nalur aufgenommen.— Blätter und Blühen: Zabnoperation unter Schwierigketten. Von F. W. Reuß in London.— Die Rüge des Illußrations⸗Diebfsahls. — Germania-Gruß den detmkebrenden Siegern. Wit Abbildung: Germania im Stegeskranze. Für die Leipziger Friedensfeste modellirt von L. Albrecht. 2 58 5 2 82 5. 5 35 S 8 r 88 —— Die soeben erschtenene Rummer 89 2 E 2 314 2 2 2 8 enthält: 8 S8. 188 Der Münzthurm. Ein vaterländischer Roman von Georg Hutl.(Fortsetzung.) Wit Ilustratton von F. Weiß Andress Schlüter in seiner Weikstatt.— Jag-⸗ geles Jäckle. Mit dem Bude von A. Luben: Die ver⸗ paßte Jacke.— Aus der Welt der Börse. III. Hausse und Baisse.— Aus unsern neuen Provinzen. 1. Aus Metz. Mit Illustration von P. Lüdere; dallsplelende Mädchen in Metz.— 2. Ein Idpll aus dem Elsaß. Von Karl Stieler. Mit Illustration von Th. Pixis: in's Heu im Elsaß.— Am Familtentische: Ein Feind in der Luft.— Die Göibe-Inschrifst auf dem Straß⸗ burger Münster. Zu Beslellungen empfehlen sich Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Von böchsler Wichtigkeit für N Augenkranke durch das in seiner außerordentlichen Heilkraft unetreichbare, seit 1822 in allen Weltthellen bekannt und berühmt gewordene echte Dr. White's Augen⸗ wasser von Traugott Ebrbardt in Großbreitenbach in Thüringen(worauf deim Ankauf ganz besonders zu achten ist) find schon Tausende von den verschieden⸗ sten Augenkrankheiten geheilt, gestärkt und sicher vor Erblinden geschützt worden, und erfreut sich deshalb eines allgemeinen Weltruhmes, welches auch die täglich einlaufenden Loberhebungen und Atteste deweisen. Oasselbe ist concessionirt, von hohen Mediztnalstellen geprüft und begutachtet, als bestes Augen ⸗Heil⸗ und Stärkungsmittel empfohlen und à Flacon 10 Sgr. zu bezteben durch Jos. Hoffmann in Friedberg. Hofraithe-Versteigerung. 1618 Montag den 3. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in blesigem Ralbhause die zum Nachlasse der Leopold Bucheckers Wittwe dahier gehörenden Immodillen, als: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 1. 49. 25,6. Hofraithe in der Stadt, 1. 50. 37.8. Grabgarten daselbst, öffentlich meinbtetend erbabtheilungsbalder verfteigert werden. Friedberg den 22. Juni 1871. Groß herzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouc ar. Hofraithe- und Güter⸗Versteigerung. 1619 Dienssag den 4. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause die zum Nachlasse des Bürgers und Glasermeisters Ludwig Schulze ge⸗ hörenden Immobilien, nämlich: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 2. 366. 13½. Hofraitbe in der Stadt, 2. 78. 121. Grabgarten Liebfrauengärten. Gemarkung Fauerbach b. Fr. Pag. Nr. Ruthen. 0 59. 26. 65. Acker an der Leimenkaute, 55 4%, desgleichen daselbst, erbabtheilungshalder öffentlich meistbietend verfeigert werden. Friedberg den 22. Juni 1871. Großberzogliches Ortsgericht Frledderg. re Mobiliar⸗Versteigerung. 1620 Mittwoch den 5. Jult d. J., Vormittags 9 Uhr aufangend, sollen in der Behausung des verstorbenen Glasermeisters Ludwig Schulze dahier verschiedene Modilien, als: Commode, Tische, Stühle, Schränke, Bettfiellen, Glas und Porzellan, Weißzeug, Bettwerk, Manns⸗ und Frauenkleider, Küchengeräthe, verschledenes Glaserhandwerksgeschirr, 1 Bleizug, 1 Parihie Goldleisten und sonstige Hausgerälthschaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verstetgert werden. Friedberg den 22. Juni 1871. Groß berzogliches Ortsgericht Friedberg. Foucar. Steinkohlen⸗Lieferung für die Garnisonverwaltung Butzbach. 1638 Die Lieferung von 1500 Centner Sieinkohlen und 8 Stecken Kiesern⸗ Scheitholz wird Donnerstag den 13. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, im Soumissions⸗ weg vergeben. Die Lieferungsbedingungen können auf unserem Büreau, Zimmer Nr. 4 der Reitercaserne, in den Nachmittagsstunden eingesehen werden. Butzbach den 20. Juni 1871. Gtoßherzogliche Garnisonsverwaltung Butzbach. Bauer, Stabsgquartiermeister. Bekanntmachung. 1662 Montag den 3. Juli l. J, Vormittags 11 Uhr, wird im Gemeindehaus zu Fauerbach b. Fr. die zur Herstellung der Usa am Mühlgraben auf der Krhweide zu Fauerbach erforderliche Steinlteserung zu Rollpflaster, 6,5 Klafter, veranschlagt zu 273 fl., Grundarbeit mit An⸗ jertigung des Rollpflaffers, veranschlagt zu 107 fl. 48 kr., öffentlich an den Wenignehmenden versteigert. Voran⸗ schlag und Bedingungungen liegen auf Großberzoglicher Bürgermeisteret Fauerbach b. F. zur Einficht offen. Fauerbach b.. den 24. Juni 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Jauerbach b. F. Fel fr i. Aufforderung. 1604 Herr Dr. med. M. Fresenius, früher in Nieder⸗ Wöllstadt jetzt in Darmstadt, hat mir Generalvoll macht zur Einziehung seiner sämmtlichen Ausstände ertheilt. Die Schuldner meines Auftraggebers kommen ihren resp. Verbindlichleiten indeß in so ungenügender Weise nach, daß ich mich veranlaßt sehen muß, dieselben hier- mit unter dem Anfügen an Zahlung zu erinnern, daß bei länger fortgesetzter Säumniß das gerichtliche Ver⸗ fabren gegen sie unausbleiblich sein wird. Sriedberg den 21. Juni 1871 f Ed. Trapp IV. Hofgerichtsadvocat. Bekannt match un g 1692 Die auf Montag den 3. Juli d. J. anberaumte Versteigerung und Verpachtung der Güter der Elisabetha Mühling von Friedverg bleibt vorerst ausgesetzt. Friedberg den 29. Inni 1871. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg. ue aer. Zu Ausflattung von Plumenbecten 1347 empfiehlt die Grafliche G r Assen 30 erinerei zu Assenheim verschiedene Topfpflanzen 12 Stüs fl. 1., bn Sommerflor 100 Stück 24 kr., erner alle Sorten Gemüse- und Selleri 100 Stück 16 bis 20 kr. ee Nr. 2 55 Original-Mähmaschinen Singer Manufacturing Cie. in New Tork. Lit.. Jeue Famillen- Nähmaschinen. fl. 79. Nr. 2 Maschinen für Schneiden mit Roltfuss f. Schuhmacher fl. 105. fl. 100. 52 Um vor Täuschung zu schützen, wird jeder Original-Maschine ein Ursprungs⸗Certisicat beigegeben, welches in New-Pork ausgestellt ist, die Nummer der Maschine enthält und meine Unterschrift trägt. Zur größeren Bequemlichkeit des Publikums habe dem Herrn M. Mainz in Friedberg eine Niederlage meiner Maschinen übergeben und können solche zu obigen Preisen und unter vollständiger Garantie von demselben bezogen werden. a G. Neidlinger. General-Agent der Singer Manufacturing Cie., Zeil 37, Frankfurt a. NI. Arbeits-Vergebung. 1678 Montag den 3. Jui, Vormittags um 9 Ubr, sollen auf dem Berathungszimmer der hlesigen israel. Religionsgemeinde versch edene Maurer-, Weißbinder⸗ und Spenglerarbeiten an den Wenigstfordernden ver⸗ geben werden. Friedberg den 29. Juni 1871. Grödel, Vorsteher. Holz ⸗Versteigerung. 1677 Mittwoch den 5. Jult l. J., Morgens 10 Uhr anfangend, werden in dem Nieder-Weiseler Gemeinde; waid, Distrikt Langscheid auf dem bintersten Kopf, nach- verzeichnete Polzsortimente einer öffentlichen Versteige⸗ rung ausgesetzt werden: 1) 1677 Stück Schäfholz⸗Stangen von 1635 Cubikfuß, 2) 4585 Eichen Schälretsholz Wellen. Die Zusammenkunft iß auf dem hintersten Kopf. Nieder ⸗Weisel den 28. Juni 1871. Hroßherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Weisel. Reuter. Bekanntmachung. 1681 Nach 8. 3 des Gesetzes, betreffend die Inhaber⸗ papiere mit Prämien, vom 8. Juni 1871(Reichsgesetzblatt Seite 210) bedürfen ausländische Inhaberpapiere mit Prämien, um vom 15. Juli 1871 ab im inländischen Verkehre noch zulässig zu sein, einer Abstempelung. Die bezeichneten Papiere sind zum Zwecke der Abstempelung bei einer der errichteten Abstempelungsstellen, unter anderen bei der Ober⸗Post-Kasse in Darm⸗ stadt, vom 26. d. Mts. ab, jedoch so zeitig einzureichen, daß sie spätestens am 15. Juli 1871 in die Hände der Behörde gelangen. Die zu den abzustempelnden Papieren gehörigen Zins- coupons und Talons sind nicht mit einzureichen. Werden sie dennoch beigefügt, so geschieht dies auf Gefahr des Einsenders. Den abzustempelnden Papieren ist ein Ver— zeichniß derselben in doppelter Ausfertigung beizufügen, welches folgende Angaben über die eingereichten Papiere enthalten muß: 1) Bezeichnung der Anleihe, zu welcher sie gehören, 2) Nominalwerth der Apoints, 3) Anzahl und 4) Gesammtnominalwerth der eingereichten Schuldver⸗ schreibungen jeder Gaitung. Dem Antragsteller bleibt überlassen, außerdem Serie und Nummer der Schuldverschreibung anzugeben. Für die Einzeichnung des Betrages der für die Apoints jeder Gattung zu entrichtenden Stempelgebühr ist in diesem Verzeichniß ein Raum offen zu lassen. Unter beiden Exemplaren des Verzeichnisses hat der Antragsteller seinen Vor⸗ und Zunamen, Stand und Wohn⸗ ort genau anzugeben und nöthigen Falls auch seine Wohnung zu bezeichnen. Die Einreichung kann entweder durch un⸗ mittelbare Ueberreichung in dem Bureau der Behörde, oder durch Uebersendung per Post geschehen. Im letzteren Falle gilt, wenn die Zahl der eingegangenen Schuldverschreibungen jeder Gattung mit dem Verzeichnisse nicht übereinstimmt, oder den Vorschriften in sonstiger Beziehung nicht genügt ist, der Antrag auf Abstempelung als nicht gestellt, und die Schuldverschreibungen werden ohne Weiteres mit der Post unter der Werthangabe, welche der Einsender bei der Uebersendung declarirt bat, unfrankirt zurückgesandt. Sendungen von ausländischen Juhaberpapieren mit Prämien, welche aus dem Gebiete des vormaligen Nord— deutschen Bundes oder aus Süshessen bei der Ober-Post⸗ Kasse in Darmstadt zc. mit dem Antrage auf Abstempelung rechtzeitig eingehen, genießen, mit Ausschluß der Stadi— postsendungen, Freiheit von Porto und Assecuranzgebühr, wenn sie äußerlich mit dem Vormerk„Inhaberpapiere mi: Prämien zur Abstempelung“ versehen sind. Sofern je— doch die Abstempelung wegen Ungeeignetheit der Papiere oder Unvollständigkeit des Antrags nicht erfolgen kann, wird das Porto und die Assecuranz-Gebühr bei unfrankirter Rücksendung durch Postvorschuß, nachträglich eingezogen. Bei ber Fesistellung der für die Abstempelung zu ent— richtenden Gebühr werden 375 Franken oder Livre, l 150 Gulden Oefterreichische Währung, 143 Gulden Conventionsmünze, 175 Gulden Niederländisch, 100 Rubel Silber Russischer Währung dem Werthe von 100 Tyalern gleich geachtet. Hiernach beträgt für Inhaberpapiere mit Prämien, deren Nominal⸗ werth einen der vorstehend bezeichneten Beträge nicht über⸗ steigt, die Stempelgebühr 5 Groschen oder 17½ Kreuzer für jede Schuldverschreibung, für Inhaberpapiere mit Prämien von böherem Nominalwerthe 10 Groschen oder 35 Kreuzer für jede Schuldverschreibung. Die eingereichten Papiere werden nach erfolgter Ab⸗ stempelung dem Antragsteller gegen Erlegung der Stem⸗ pelgebühr zurückgegeben. Sind die Papiere durch Post⸗ sendung zur Abstempelung eingereicht, so erfolgt, sofern der Einsender nicht die Abholung vorbehalten hat, auch die Rücksendung durch die Post, und wird die Stempel⸗ gebühr bei Rücksendung der Papiere im Wege des Post⸗ vorschusses eingezogen. 3 Inhaber von ausländischen Inhaberpapieren mit Prämien. welche aus enischuldbaren Gründen die Einreichungsfrist versäumt haben, können nachträglich zur Abstempelung ihrer Papiere, sosern dieselbe bis zum 15. Juli I. Jahres zulässig gewesen sein würde, zugelassen werden, wenn sie bis einschließlich den 31. Dezember l. J. einen dahin gehenden Antrag bei der obersten Landesfinanzbehörde des Staates, in welchem sie ihren Wobnsitz haben, einreichen. Darmstadt, den 24. Juni 1871. 1 4 Der Ober⸗Post⸗ Director Vahl. Veersteigerung. 1688 Freitag den 7. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden dahier folgende Lazareihgegenstände gegen baare Zahlung versteigert: 47 Federkissen, 8 Federpfühie, 1 Roßhaarmatratze, 2 Seegrasmatraßen, 26 Dutzend Hemden, 26 2 Betttücher, 38 7 Handtücher, 13 0 Kopfkissenäberzüge, 18 0 Hals⸗ und Taschentücher, 19 Stück Deckdettüderzüge, 26„ Servietten, 9 77 Tischtücher, 16„ Unterbosen, 15„ Jacken, 3 Dutzend Küchenschürzen, 7„ Strümpfe, 7 Säcke Lumpen, 50 Pfund Seife, 3 Dutzend Eßkümpfe, 5„ Teller, 240 Pfund Dsrrobst, 50 Reis, 59 Flaschen Wein, 1 Tragbahre, 3 Tische, 2 Lebnstüble, 30 Fußschemel, 4 Dutzend Gläser, 30 Flaschen, und andere Küchen⸗ und Hausgeräthe. Kloppeybe im den 29. Juni 1871. Großherzogliche Reserve-Lazareth⸗Commissior: Freih. d. Leonbardi. Landmann. Dr. Hauser. Dr. Momberger. Stahl. Durchsichtige Glycerinseife! 120 anerkannt destes Mittel zur Verschönerung det Haut, empfiehlt in Stücken zu 4. 6. 9. 10. 12. 18 ke. i Wilb. Fertsch. Glacé- Handschuhe del K. Friedrich neben der Post. * Betreff 28. Jui die An 9 won Be end, Ange, rn spri lungen. eidung sirect an In sestimmt kopfzahf er von Lehreffe D. er Bei bet die