9 5 irüdgesetzt: inen. —— ˖˙ 2 —— verein. eit auf dem 4 kwigermaßen * pra ben. — itlület, 1870. Jienstag den 31. Mai. 64. Oberhessischer Anzeiger. „ Serardgenss 44% Setze 42 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. B. l rat if d 5 Rare n e Betreffend: Die Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehes in den Gemeinden des Kreises Friedberg. Unter Bezugnahme auf die in Nr. 60 des Oberhessischen Anzeigers veröffentlichte Uebersicht über den Zustand des Faselviehes bringen wir hiermit zur Kenntniß, daß unter 13 durch einen Druckfehler der von Tobias Fenchel gehaltene Faselochse: Sehr gut, Haltung vorzüglich statt„brauchbar, Haltung schlecht“, und der bei Friedrich Müll nicht Müller eingestellte Faselochse: Brauchbar, Haltung schlecht statt„brauchbar, Haltung gut und rein“ bezeichnet worden ist. Friedberg am 27. Mai 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg ap Die Vieh ⸗Preisvertheilungen des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen zu Grünberg und Nidda in 1870 betr. Die diesjährigen Vieb⸗Preisvertheilungen sollen zu Grünberg am 4. Juli und zu Nidda am 14. Juli abgehalten werden; es werden auf jeder derselben 500 fl. zu Preisen und Wegvergütungen zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten: 1. Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen, und zwar: a) solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden sind, von 15 bis 25 fl.; b) solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens 1 Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl.— Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeisterei-Bescheinigung nachgewiesen ist, daß sie bis zum Alter von 2½ Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen unter sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten. 2. Zur Zucht taugliche, im Besitz von Privaten befindliche 1—2jährige Bullen, und zwar: a) wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuhe gezüchtet worden sind, von 15 bis 25 fl.; d) wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl.— 3. Die besten im Besitze von Gemeinden oder Gemeinde-Bullenhaltern befindlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10 bis 15 fl., welche den Bullen⸗ haltern zu Gute kommen sollen. 4. Rinder von 2 bis 3[Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar: a) solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15 bis 25 fl., und b) solche, die vom Bewerber angekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl.— Das schönste Nind erhält außerdem ein Halsband mit Glocke.— 5. Ausgezeichnet schöne Schafböcke bis zu 10 fl.— Bezüglich dieser muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben werden; auch wird bei der Prämiirung Rücksicht darauf genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmeer— vieh sind, und bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvieh der Vorzug ge— geben werden.— 6. Zuchtschweine reiner englischer oder englischer Bastard-Racen jeden Geschlechtes und mindestens ½ Jahr alt, die aus dem Bewerber eigenthümlich gehöriger Zuchtsau gezogen sind, von 5 bis 10 fl.— 1 3 Es kann nur wirklich preiswürdiges Vieh prämürt werden. Eigenthümer von solchem, denen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie zwei Stunden und wefter hergekommen sind, eine Wegentschädigung von 24 kr. für einen Bullen, und von 12 ke, für ein Fohlen, ein Rind, einen Bock oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wegentfernung.— Die Musterung des Viehes beginnt Vormittags 8 Uhr.— Alle Bewerber haben Bescheinigungen(auf stempelfreiem Papier) darüber bei⸗ zubringen, daß das zur Preiswerbung vorgeführte Thier den in der pos. 1 bis 6 inel. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können. Die Preisbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Oberhessen frei und an keinen Bezirk gebunden.— Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen. Sämmtliches vorgesührte Rindvieh wird durch die betr. Experten in 3 Ab⸗ theilungen aufgestellt werden; diese sind I. Schweizer, Englische und größere Niederungsschläge, II. Vogelsberger Vieh, und III. Kreuzungsvieh. Die einer Abtheilung angehörigen Thiere concurtiren unter sich um Prämien, und es bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel auf die einzelnen Abtheilungen je nach dem Maaße der Beschickung und der Zahl der preiswürdigen Thiere zu vertheilen; ein erster Preis aber soll in jede Abtheilung fallen, insofern ein wirklich preiswürdiges Thier in derselben vorgeführt ist; die Abtheilung, in die die Glocke mit Halsband entfällt, wird bei Vertheilung der Preise zuerst vorgeführt.— Die Experten werden vom Ausschusse des Provinzial⸗Vereins ernannt, und zwar drei für Prämiirung von Fohlen, Schafböcken und Schweinen, drei für die von Bullen und drei für die von Rindern.— In der Regel sollen zu Prämien für Fohlen, Schafböcke und Schweine 150 fl., für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Experten nach dem Maaße der Beschickung der einzelnen Abtheilungen ge⸗ slattet, und Ueberschüsse aus einer Kategorie können in die anderen übertragen werden. Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er zugleich die Vereins-Miiglieder, sowie alle Freunde der Land wirthschaft zu zahl⸗ reicher Theilnahme an dieser Preis vertheilung ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöht werden, wenn, unabhängig von der Preisvertheilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landwirthschaftlichen Industrie zur Anficht ausgestellt würden.— Laubach am 22. März 1870. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen Otto, Graf zu Solms Laubach. Versteigerung von Zuchtebern englischer Race. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß gelegentlich der zu Grünberg am 4. und zu Nidda am 14. Juli d. J. abzuhaltenden Vieh-Preisvertheilungen eine Anzahl Zuchteber englischer Racen verschiedenen Alters an Gemeinden und auch Private, welche der Provinz Oberhessen angehoͤren, für Rechnung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen unter den bei der Versteigerung noch näher bekannt zu machenden Bedingungen zur öffentlichen Versteigerung gebracht werden sollen. Laubach am 24. Mai 1870. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen Otto, Graf zu Solms-Laubach. n Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ liche Regierungsblatt Nr. 19 enthält: I. Gesetz, die Wahl des Gemeinderaths und des Be— zirksraths betressend. Die Bestimmungen desselben lauten: Art. 1. An die Stelle der Personalsteuer, deren Ent— richtung nach Artikel 9 des Gesetzes vom 8. Januar 1852, die Bildung des Ortsvorstandes und die Wahl des Ge— meinderaths betr., Voraussetzung der Stimmberechtigung bei Ortsvorstandswahlen ist, tritt die Einkommensteuer. Diejenigen activen Militärpersonen und diejenigen In⸗ validen mit Invalidenpension, welche gesetzlich Einkommen⸗ steuer nicht zu enstichten haben, sind unter den sonstigen Voraussetzungen stimmberechtigt. Die nach Art. 4, Nummer 1 des Gesetzes vom 21. Juni 1869, die Ein- führung einer allgemeinen Elnkommensteuer belressend, beslehende Befreiung von der Einkommensteuer schließt die Stimmberechtigung bei Ortsvorstandswahlen nicht aus. Art. 2. Außer den Ortsbürgern sind unter den sonstigen 4 gesetzlichen Voraussetzungen der Summberechtigung alle 2 anderen Einwohner stimmberechtigt, welche in den Städten Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms und Bingen ein Einkommenstenercapital von wenigstens 75 fl., in anderen Gemeinden ein solches von wenigstens 40 fl. haben. Art. 3. In die nach Art. 24 des Gesetzes vom 8. Januar 1852 aufzustellende Liste aller Stimmfähigen ist statt der Personalsteuer nunmehr die Einkommensteuer einzutragen. Art. 4. Die im Artikel 6 des Gesetzes vom 10. Febr. 1853, die Einrichtung der Bezirksräthe betreffend, enthaltene Hinweisung auf das Gesez vom 8. Januar 1852 bezieht sich sortan auch auf die in gegenwärtigem Gesetze enthaltenen Aenderungen des Gesetzes vom 8. Januar 1852. Art. 5. Gegenwärtiges Gesetz tritt von dem Tage seines Erscheinens im Regicrungsblatte an in Wirksamkeit. II. Bekanntmachung Großh. Commisston für Post⸗ Angelegenheiten, die Personenpostcourse(hier die Personen⸗ gelösätze) Friedberg ⸗Schlitz und Friedberg Scholten betr. III. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zum Friedhosverbande zu Dalsheim gehörigen Israeltten betressend. IV. Uebersicht der für das Jahr 1870 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den üfraeliti⸗ schen Religionsgemeinden des Kreises Dieburg. V. Uebersicht der für das Jahr 1870 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israe⸗ litischen Religionsgemeinden des Kreises Heppenheim. VI. Bekanntmachung Großh. Brandversicherungs⸗ Commission, die Aufbringung des Bedürfnisses der Großh. Landes-Brandversicherungs-Anstalt für 1869 betr. Der Großh. Brandversicherungskasse sind in 1869 folgende Ausgaben entstanden: a) an Brandentschädigungen und Abschätzungskosten aus 1869: in der Provinz 3 1 7 42,139 fl. 29½ kr., Starkenburg 106,949 fl. 385/ kr., Rheinhessen 138,354 fl. 57½ kr., zusammen 287,444 fl. 55% kr.; d) an dergleichen nachträglich aus 1868 803 fl. 30 kr.; o) an Verwaltungskosten 5827 fl. 13 ke.; d) an Gebühren der Steuercommissäre 7613 fl. 42¼ kr.; e) an Unter- und Ober⸗Erhebgebühren ca. 12510 fl., zusammen 314,198 fl. 31 kr. Sodann sind noch 7904 fl., welche bei Repartjhion des Bedürfnisses für 1868 zurückgestellt worden, zu decken und zur Ansammlung eines Reserve⸗ fonds behufs Ausgleich in ungünstigeren Jahren 21,777 fl. aufzubringen, gibt im Ganzen 348.879 fl. 31 ke. Zur Besireitung dieses Gesammt⸗-Bedürfnisses sollen, mit Ge⸗ nehmigung Gr. Ministeriums des Innern vom 28. April 1870, zu Nr. M. d. J. 4394, auf je Einhundert Gulden Brandversicherungskapttal Sechs Kreuzer(6 ke.) Beitrag repartirt und in Einem Ziele, in den zehn ersten Tagen des Monats August l. J., von den beitragspflichtigen Gedäude⸗Besitzern erhoben werden. Preußen. Berlin. Die Commission, welche der deutsche Handelstag zu einer Berathung über eine den Interessen des Handelsstandes ent- sprechende Regelung des Bankwesens im Gebiete des deutschen Zollvereins niedergesetzt hat, ist dieser Tage zusammengetreten und hat auch eine Sitzung abgehalten. Die Mehrzahl der Spre- chenden erklärte sich für die Schaffung eines nord · deutschen Central⸗ Bank- Institutes, daneben aber für völlige Bankfreiheit, d. b. also im Wesent⸗ lichen für die englischen Einrichtungen. — Am 26. Mai wurde der Reichstag vom König persönlich mit im Wesentlichen folgender Thronrede geschlossen: „Geehrte Herren vom Reichstage des norddeutschen Bundes! Dem ersten ordentlichen Reichstage des Bundes war die Aufgabe gestellt, die wesemlichsten Bestimmungen der Verfassungsukunde in Gestalt organischer Gesetze in dem polilischen und bürgerlichen Leben des Volkes zur Geltung zu bringen. Sie haben die Lösung dieser Auf- gabe dergestalt gefördert, daß es Ihnen wie mir zur Genugthuung gereichen wird, einen Rückb!? auf die Er⸗ folge Ihrer Thätigkeit zu werfen. Norddentschland ver— dankt derselben die Verwirkichung der wichtigsten Con⸗ sequenzen des gemeinsamen Indigenates, der Feeiheit der Niederlessung, des Erwerbes von Grundbesitz und des Betriebes der Gewerbe, der Regelung der Bedingungen für den Erwerb und Verluft der Bundesangehörigkeit und der Staatsangehörigkeit, die Beseitigung der mehrfachen Besteuerung desselben Einkommens, die Aufhebung der polizeilichen Beschränkungen der Eheschlleßung und die Beseitigung der Abhängigkeit ftaatsbürgerlicher Rechte von confessionellen Unterschieden. Die Führung der Bundes⸗ flagge, der Schutz der deutschen Schifffahrt durch Gesandt⸗ schaften und Consulate des Bundes, die Wirksamkeit der Consuln, die den Organen des Bundes zustehenden Be⸗ sugnisse im Interesse des Civilstandes der Bundesangehörig— keit sind unter Ihrer Mitwirkung durch Gesetz und Ver⸗ trag geregelt worden. Durch die Abschaffung der Elbzölle und die Regelung der Flößerei wurde die langerstrebte Freiheit der deutschen Ströme verwirklicht. Die Reihe der Verträge, durch welche die internationalen Beziehungen des Bundespostwesens auf der Grundlage der Reform geordnet sind, hat durch die von Ihnen genehmigten Verträge mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika wichtige Ergänzungen erfahren. Die Organi⸗ sation des Bundesheeres ist abgeschlossen und die Bundes ⸗ keiegsmarine ist in einer Entwicklung begriffen, welche diesem Zweige der nationalen Wehrkeast eine entsprechende Bedeutung verheißt. Der Bundeshaushalt ist auf fester Grundlage geordnet, die dem Bunde vorbehaltene Besteuerung von Verbrauchsgegenständen ist einheitlich geregelt, und durch die Stempelabgabe von Wechseln ist eine im In— teresse der Verkehrsfteiheit liegende Bundessteuer geschaffen. Die Herstellung der Bundesverfassung ist in einem Maße gefördert worden, welches wir kaum in so nahe Aussicht zu nehmen wagten, das Gesetz über die Rechtshülfe und die auf diesem Gesetze beruhenden Verträge mit Baden und Hessen haben, der ihrem Abschlusse nahen gemein⸗ samen Prozeßordnung vorgreifend, die Schranken beseitigt, welche die Landesgränzen der Wirksamkeit gerichtlicher Enischeidung entgegensetzten. Die Aufhebung der Zins— beschränkungen, der Schuldhaft und des Lohnarrestes hat in wichtigen Beziehungen des volkswirthschaftlichen Ver⸗ kehrs gleiches Recht geschaffen. Das Handelsgesetzbuch und die Wechselordnung sind zu Bundesgesetzen erhoben worden und beide, ebenso wie die von Ihnen beschlossenen Gesetze über die Actiengesellschaflen und über das Urheberrecht an geistigen Erzeugnissen unter den Schutz eines obersten Bundesgerichtshofes gestellt worden Die erste Stelle in dieser Reihe wichtiger Gesetze nimmt aber das gestern von Ihnen und vom Bundesrath genehmigte Straf⸗ gesetzbuch ein. Die Vereinbarung dieses Gesetzes konnte nut gelingen, wenn von Ihnen wie von den ver⸗ bündeten Regierungen der Vollendung eines großen na— tionalen Werkes Opfer an Ueberzeugungen gebracht wur— den, welche um so schwerer, aber auch um so fruchtbarer woren, je tiefer die Fragen, um deren Lösung es sich bandelte, das Rechtsbewußtsein ergriffen. Geehrte Herren! Ich darf die Ueberzeugung kundgeben, daß die Befriedigung, mit welcher wir in diesem Saale die reichhaltigen Ergeb⸗ nisse gemeinsamer Thätigkeit überblicken, im ganzen deut⸗ schen Lande und außerhalb der Gränzen desselben getheilt wird. Die großen Erfolge geben dem deutschen Volke die Bürgschaft det Erfüllung der Hoffnungen, welche sich an die Schöpfung des Bundes knüpfen. Dieselben Er⸗ folge, gewonnen durch treue und angestrengte Arbeit auf dem Gebiete der Wohlfahrt und der Bildung, der Freiheit und der Ordnung im eignen Lande, gewähren auch dem Auslande die Gewißheit, daß der norbdeulsche Bund in der Entwicklung seiner iuneren Einrichtungen und seiner ausbildet, welcher die Achtung und das Vertrauen der Völker, wie der Regierungen des Auslandes zur Seite stehen. die Weltstellung gewinnen deutung, ihre Stärke und berufen und befähigen, so wird Deutschland den Antheil nicht vergessen, den dieser Reichstag an und für den ich Ihnen, geehrte Herren, wiederholt meinen Dank ausspreche.“ Wenn wir der deuischen Nation mit Gottes Hülfe „zu der ihre geschichtliche Be⸗ ihre friedsertige Gesittung sie dem Werke hat — Schon wieder ist von einem Projekt zur Erzielung erhöhter Staatseinnahmen die Rede. Einem Gerüchte zufolge, dessen Bestätigung ab⸗ zuwarten ist, von dem aber sowohl die 3 wie die„B.- u. H..“ Notiz nehmen, soll die Idee von Neuem angeregt sein, die Zahl der Loose der preußischen Klassen Lotterie und dem entsprechend auch die der Gewinne zu erhöhen. Sollte der Plan verwirklicht werden, so müßte im nächsten Staatshaushalts-Etat die Neuerung enthalten sein, welche dann der Zustimmung beider Häuser des Landtags bedürfte. — Wie die„N. Z.“ hört, protestiren Mecklen⸗ burg und Sachsen im Bundesrathe gegen das Gesetz zum Schutz der Autoreurechte, wie dasselbe vom Reichstage festgestellt worden ist, weil die Bestellung des Bundesoberhandelsgerichts zu Leipzig als höchste Instanz für die Nachdruckprozesse eine Abänderung der Bundesverfassung involvire, welche nur mit 2 Majorität beschlossen werden dürfe. — Es soll unter den vorbereiteten Reformen in dem Postressort die„Befreiung“ der Post— beamten vom Zwange des Uniformtragens in Aussicht genommen sein. Auch ist von der Ein⸗ führung von Sommerferien für diese postbedienstete Beamtenklasse die Rede. Frankfurt. Seit langer Zeit ist Frankfurt wieder einmal der Schauplatz einer diplomatischen Conferenz gewesen, zu welcher Preußen, Bayern, Württemberg, Baden und Großherzogthum Hessen Bevollmächtigte gesendet haben. Es handelte sich um die Regelung von Verhältnissen und gegen- seitigen Ansprüchen, welche aus dem Deputations- hauptschluß wegen Säcularistrung und der spätern Aufhebung des Johanniter-Ordens herrührten. Bayern. Kempten. Vom hiesigen Be— zirksgericht wurde der Beneficiat Metz von Unter- thingau wegen zweier Vergehen des Mißbrauchs des Erziehungs- und Aussichtsrechts zu wider- natürlicher Wollust nebst fünf Vergehen unzüchtiger Handlungen zu 2 Jahren Gefängniß und den Straffolgen verurtheilt, auch der geistlichen Be⸗ hörde anheimgestellt, denselben seiner priesterlichen Funetionen zu entheben. Würtemberg. Am 31. Mai findet in Ravensburg eine Versammlung von Taubstummen⸗ lehrern statt, zu welcher sich Theilnehmer ditses Faches aus Baden, Bayern, Hessen, Frankfurt a. M. und der Schweiz angemeldet haben. Baden. Konstanz. gemeine Wahlrecht auszuüben. Oesterreich. Wien. schreiben überreicht. war auf den 28. festgesetzt. zweifellos. Schweiz, 12. Sept. d. J. zu Zürich eröffnet werden. comites über die Liga. zu studiren. vertragemäßigen nationalen Verbindung mit Süddeutsch⸗ land, die deutsche Volkskraft nicht zur Gefährdung, son⸗ dern zu einer starken Stütze des allgemeinen Friedens Herr Bürgermeister Stromayer hat am 24. d. mit dem Erscheinen des neuen Gemeindegesetzes bei Großh. Bezirks- amte seine Stelle niedergelegt, um seinen Mit⸗ bürgern alsbald Gelegenheit zu geben, das all— Der Herzog von Gramont ist am 24. Mai hier eingetroffen, hat unmittelbar nach seiner Ankunft eine lange Unter⸗ redung mit dem Grafen Beust gehabt und am 25. d. Mittags dem Kaiser sein Abrufungs⸗ Seine Rückreise nach Paris Die Ernennung Banneville's zu seinem Nachfolger in Wien ist Der vierte Congreß der Inter— nationalen Friedens- und Freiheitsliga wird am Als Programm ist aufgestellt: 1) Bericht des Central- 2) Bericht der Com- mission, welche zufolge der zweiten Resolution des Lausanner Congresses beauftragt worden ist, die orientalische Frage mit Einschluß der polnischen 3) Welches sind die praktischen Mittel, die Abschaffung dex stehenden Heere zu beschleunigen? 4) Welches sind die ökonomischen und moralischen Mittel, jedweden Antagonismus zwischen den Bürgern aufzuheben? 5) Welches sollen die Grundlagen und praktischen Bedingungen eines auf der Vernunft und der Wissenschaft welcher allen Individuen basirten Unterrichts sein, 6 Entwicklung ihrer Fähig⸗ beiderlei Geschlechts die keiten sichert? f Frankreich. Paris. Salmon, der Vater von Victor Noir(der vom Prinzen Peter Bona⸗ parte erschossen wurde), ist am 13 Mai gestorben. Seine Familie ließ ihn in aller Stille begraben. Seine Partei hatte es ihm nämlich sehr verübelt, daß er die 25,000 Franken Schadenersatz, welche ihm das Gericht zusprach, angenommen hatte. Kein einziges der radicalen Blätter erwähnte seines Todes. Salmon war bertits krank, als sein Sohn vom Prinzen erschossen wurde; dessen Tod war auf den Verlauf seiner Krankheit aber ohne Einfluß geblieben — Der„Progres de Lyon“ veröffentlicht folgenden unglaublichen Tagesbefehl, welchen der Oberst des 61. Linienregiments am Tage nach dem Plebiscit erlassen hat:„Der Oberst ist weit entfernt, dem Regiment wegen seines gestrigen Votums Complimente zu machen; er hätte nicht geglaubt, daß in dem 61. Regiment so viel schlechte Soldaten sein könnten. Die Schamröthe steigt ihm ins Gesicht, wenn er die 297 ver⸗ neinenden Vota des Regiments mit den 41 ver- neinenden des 86., seines Kameraden in der Brigade, vergleicht. Er will noch glauben, daß viele, namentlich von den jungen Soldaten, nur aus sehr naiver Schwäche und Leichtgläubigkeit so dumm(stupidement) gehandelt haben. Jetzt müssen wir Alle vom Ersten bis zum Letzten unsern Theil an der Verantwortlichkeit übernehmen und wir werden wahrscheinlich bald die Folgen davon zu tragen haben. Das Regiment hat nur ein Mittel, den auf seine bisher makellose Nummer in einem Augenblick der Schwäche geworfenen Schandfleck wieder auszuwaschen, daß es nämlich eintretenden Falles seine Festigkeit, Hingebung und Fahnentreue verdoppelt. Diese Bemerkungen sollen dreimal beim Appell verlesen werden. Heute sollen sich alle Offiziere beim Appell einfinden und die Compagnie Commandanten sollen nach der Verlesung den Mannschaften die ganze Schmach (indignité) ihies Verhaltens begreiflich machen.“ — Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein dem Geiste der neuen Verfassung entsprechend, in folgender Form promulgirt werden sollen:„Wir (Vorname des Kaisers), durch die Gnade Gottes und den Volkswillen Kaiser der Franzosen, für Gegenwart und Zukunft Gruß(A tout présents et à venir salut). Wir haben vorgeschlagen, die Kammern haben angenommen, wir haben sanetionirt und sanctioniren, promulgirt und pro⸗ mulgiren, was folgt:(Text des Gesetzes.) Ge genwärtiges Gesetz von dem Senat und dem gesetzgebenden Körper verhandelt, berathen und angenommen, soll als Staatsgesetz zur Ausführung gebracht werden. Wir befehlen und ordnen an. daß Gegenwärtiges mit dem Staatssiegel versehen und in die Gesetzsammlung eingerückt, ferner den Gerichtshöfen und Verwaltungsbehörden mitgetheilt werde, auf daß sie es in ihr Register eintragen, beobachten und zur Beobachtung bringen; unser Justiz« und Cultusminister ist beauftragt, diese Publication zu überwachen.“ g — Die norddeutsche Thronrede wird in den Blättern günstig beurtheilt. mit Vergnügen von den friedlichen Erklärungen des Königs Wilhelm Act, und der„Temps“ und der„Moniteur“ gestehen, daß der König allen Grund habe, sich zu den von der ersien Legislatur des norddeutschen Reichstages erzielten Resultaten Glück zu wünschen. Dagegen sind„Avenir national“ und„Pays“ gegen sie. — Nach der letzten Statistik sind vom 15. bis 21. Mai in Paris 1239 Sterbefälle vor⸗ gekommen, darunter wieder 195 durch die Blattern. Man forscht nach neuen Mitteln gegen die Seuche, da die Impfungen und Wiederimpfungen nicht in allen Fällen schützen und die Zahl der Kranken sich bis jetzt nicht vermindert hat. Spauien. Madrid. Der Gesetzentwurf für dit Königswahl ist von dem damit beauf⸗ tragten Ausschusse fertig ausgearbeitet und wird kaiserliches Dekret, dem zufolge die Gesetze fortan, Die„Patrie“ nimmt wohl bald zur Berathung in den Cortes kommen.“ — z tinem flucht zu Ministe Ite uths⸗ schwadei An von ein auf Can unter d etwa? waukie von de schlagen Vereini verletzu bande Pöbel neral in M. worde Fr. much“ wieber Ftankfus beodacht mehrtäg wärligk ins geb namen! die Se Horizon ber Lust 1b von fürchten In Bezu — ö 1851 Dall leitodg Tage nach N veit an an zum Letztes tit übernehun d die Folgen tnt bat nur tlest Nummer worsenen gew 8 A ts nänlit Hingebun st Bemerkurgn Haut treten. nt Sbnad lich machen.“ eftnilich ei Piittzt forlat, Auprechend, 1 Po al. Lissabon. Ein Manifest des Marschalls Saldanha wird angekündigt, welches erklärt, daß die portugiesische Bewegung in keinem Zusammenhang mit der Idee der iberischen Union stehe. Die portugiesische Presse beschuldigt Spanien, die Bewegung angestiftet zu haben. Man wußte in der politischen Welt, daß Marschall Saldanha demnächst die Regierung wieder übernehmen sollte. Das Ministerium Loule hatte, um dies zu verhindern, Vorkehrungen zu der sofortigen Verhaftung des Marschalls getroffen, der dann an Bord eines Kriegsschiffes gebracht werden sollte. Der Capilän vieses Schiffes sollte, nachdem er in See gegangen, ihm ein versiegeltes Schreiben überreichen, in welchem ihm eine Mission in's Ausland angetragen wurde. Wenn der Marschall diese abgelehnt hätte, so sollte er in einer entfernten Colonie internirt werden. Diese Entwürfe des Ministeriums kamen zur Kenntniß des Marschalls Saldanha und hätten ihn bestimmt, zu einem militärischen Pronuneiamiento seine Zu— flucht zu nehmen, welches seinen Eintritt in das Minislerium nur um einige Tage beschleunigt hat. Italien. Genua. In Folge eines Minister- raths⸗Beschlusses ist eine Verstärkung des Ge— schwaders vor Caprera von hier abgegangen. Amerika. Veischiedene Kabeldepeschen reden von einem Angriff, den die Fenier wieder einmal auf Canada unternommen haben. Die Expedition, unter der Anführung des Generals O' Neil und etwa 2000 Mann stark, beabsichtigte von Mil- waukie aus Westcanada anzugreifen, wurde aber von den englischen Truppen in die Flucht ge— schlagen. O' Neil wurde auf der Flucht vom Vereinigten⸗Staaten⸗Marschall wegen Neutralitäts- verletzung verhaftet. Die Fenier sind entmuthigt. — Die sich am Frontrivere befindlichen Fenier— banden bestehen größtentheils aus dem unorganisirten Pöbel aus der Nachbarschaft von Malones, Ge— neral Nade ist mit 300 Mann V.⸗St.⸗Infanterie in Malone angekommen. Es sind Befehle ertheilt worden, die Waffenvorräthe der Fenier zu confisciren. Friedberg. Der schon so vielfach diskutirte„Höhen— rauch“ oder„Heerrauch“ hat im Laufe der letzten Woche wieder so ziemlich ganz Nocddeuischland überzogen. In Frankfurt, Leipzig, Würzburg, Coburg ꝛc. wurde er beobachtet, und in Bremen„wurde unter dem Einfluß mehrtägigen Heerrauchs von seltener Stärke und Wider— wärtigkeit beschlossen, einen Verein gegen das Moorbrennen ins Leben zu rufen.“ Hier in Friedberg machte er sich namentlich am Mittwoch bemerklich. Gegen Abend stand die Sonne wie eine blutrothe Scheibe am westlichen Horizont, und um 10 Uhr war bei empfindlicher Kälte der Luft der fatale Höhenrauchgeruch so intensiv, als wenn er von einer nihen Btandstätte käme. Die Laudleute fürchten diesen norddeutschen Gast, dem viel Schlimmes in Bezug auf seine vergiftende Einwirkung auf Obst- und Getreideblüthe nachgesagt wird, wie das Feuer, und es wäre eine dankenswerthe Aufgabe z. B. für den nord⸗ deutschen Reichstag, eine Meni e Feststellung des Ursprungs und der Schädlichkeit des Höhenrauchs zu ver⸗ anlassen und eventuell gegen das Moorbrennen völkerrecht⸗ lich einzuschreiten. Frankfurt. Louise Mühlbach ist am 5. Mai mit ihrer Tochter Thea von Cairo abgereist, um über Konstan— tinopel nach Berlin zurückzukehren. Vor ihrer Abreise besichtigte sie noch die Ruinen von Memphis, Sakkarah und das Grabmal des Ti, wozu ihr Seitens des Vice— königs ein Dampfer zur Verfügung gestellt worden, In Hassenbach(Unterfranken) wurde ein an Krämpfen leidender Knabe vom Districtsschulinspektor Gaß in Alters⸗ bausen und dem Pfarrer in Arnshausen als vom Teufel besessen erklärt und so lange mit Hokuspokus mißhandelt, bis er an Körper und Geist fast vernichtet war. In⸗ spector Gaß hat einen Arzt, welcher behauptete, daß es lediglich Krämpfe seien, für einen Ketzer erklärt. Wien. Biererzeugung der Wiener-Brauereien vom 1. Januar 1869 bis 1. Januar 1870. Klein⸗Schwechat 650,460, St. Marx 402,400, Liesing 368,200, Brunn 246,000, Hütteldorf 221,004. Ottakring 198,015, Nusdorf 174.200, Schellenhof 137450, Simmering 117,300, Währing 99,600, Fünfhaus 95.200, Lichtenthal 83,150, Gaudenzdorf 76,780, Döbling 76,080, Grinzing 64,395, Neudorf 60,300, Hernals 45,200, Leopoldsdorf 39,600, Perchtolsdorf 28,700, Margarethen 26,800, Kloster Neuburg 6,060, Gablitz 5,580, Fischamend 3,180, Him⸗ berg 840, Summa 3,126,434 Eimer österreichisch. Für diese 3,126,434 Eimer wurden Steuer bezahlt 4,233,448 fl. 34 ke. ö. W. Ein Eimer Oesterreichisch 30 Maaß Darmstädtisch.(Carl Burck. Brauerei Liesing.) Wien. Seit einigen Tagen treibt sich hier eine Dame umher, welche sich für die Schriststellerin Frau Marlit, Verfasserin der„Gold-Else“,„RNeichsgräsin Gisela“ ꝛc. ausgibt, angeblich auf der Reise durch Verlust ihres Taschenduches in Geldverlegenheit gekommen ist und sich nun an in Künstlerktreisen bekannte Persönlichkeiten wen- dete, um diesem Uebelstande abzuhelfen. Die Betrügerin vertieth sich dadurch, daß sie in Wahl der Fremdwörter wenig kritisch war. Aus Denham, einem Dörschen bei Urxbridge in Buckinghamshire, wird eine haarsträubende Gräuelthat ge— meldet: Eine Familie von sieben Personen ist ermordet worden. Die Blutscene spielte höchst wahrscheinlich am 21. d. Abends in der Wohnung und Werkstätte des Wagenbauers Marshall. Da dieselden bis Montag Abend verschlossen blieben, öffnete die Polizei die Thüre, und man fand Marspall's Frau, Mutter, Schwester und drei seiner Kinder, Alle im Neglige, ermordet. Als man bei weiterem Nachsuchen in die Werkstatt vordrang, sah man die Leiche Marshall's in seinen Arbeitskleidern ermordet daliegen, und da in der Nähe seiner Leiche kein schweres Instrument vorgefunden wurde, wiewohl der Tod in allen Fällen durch ein solches hervorgebracht worden sein mußte — alle 7 Leichen batten den Schädel zerschmetlert— er⸗ wies sich der anfänglich gehegte Verdacht, er habe sich nach Ermordung seiner Familie selber das Leben genommen, als durchaus grundlos. In einem Schranke fand man endlich einen Hammer und eine Axt, die mit Blut befleckt waren und mit denen das Verbrechen muthmaßlich be⸗ gingen wurde. Wahrscheinlich hat man es mit einem ganz gemeinen Raubmord zu thun. Zwei Uhren und ein Anzug wurden in dem Unglückshause vermißt, während der Mörder seine eigenen Schuhe zurückließ. Schon ist ein Bursche verhaftet worden, der der siebenfachen Mord— that dringend verdächtig ist, der— wenigstens einer Zeugenaussage gemäß— den Anzug des Ermordeten am monatlichen Haft entlassen worden war. Leibe und eine der vermißten Uhren zum Pfandleiher getragen hatte. Es ist dies ein schon mehrfach bestraftes Subjekt, welches erst seit wenigen Tagen aus einer mehr⸗ Die Polizei ist der Ansicht, der Mörder habe den Familienvater zuerst umgebracht, und dann die übrigen Familienglieder, wie sie der Reihe nach aus ihren Betten auf die Hülferufe herbeieilten. Das Zinßer'sche Mädcheninstitut hat dieser Tage seine Prüfungen und den Fesiactus abge⸗ halten und damit aufs neue an den Tag gelegt, wie vor⸗ trefflich es seine Aufgabe zu lösen versteht. Außer dem Vorsteher, der uns schon lange als ein lüchtiger, gewissen ⸗ hafter und unermüdlich thätiger Lehrer belannt ist, wirken erprobte Kräfte an dieser Anstalt, und die Namen eines Herrn Störger oder eines Herrn Klein bürgen schon ge— nugsam dafür, daß dasselbe nur Tüchtiges leisten kann. Vor allem aber müssen wir Herrn Zinßer unsere volle Anerkennung für seine Actusrede aussprechen, in welcher er die Grundsätze darlegt, welche bei der Leitung von Mädcheninstituten gelten müssen. In richtiger Erkenntniß der Dinge hebt er zuvörderst das sittigende Element des religiösen Unterrichtes hervor, als die Grundlage, auf welcher sich das Tiefinnige und das unbewußt Schöne und Edle in der Seele des Weibes aufbaut. Sodann zeigt er die große Bedeutung des geschichtlichen Unterrichtes gerade für das weibliche Geschlech!(dazu des literatur⸗ geschichtlichen Unterrichts), worin es mit den Idealen der Menschheit bekannt gemacht wird. Hierdurch wird der Geschichtsunterricht eine Stütze des religißsen, in dem dieser an herrlichen Erscheinungen nachweist, was jener als erziehend will und vorbereitet. Ebenso steht der natur⸗ wissenschaftliche Unterricht dem religiösen erweiternd zur Seite, indem er zur Demuth, zur Zufriedenheit, zum Ahnen der ewig waltenden Gesetze führt, ohne daß darum seine practische Bedeutung für das Haus außer Acht ge⸗ lassen wird. Gerade diese Seite ist von nicht zu verken⸗ nender Wichtigkeit, da bisher unsere Frauen hierin eine beschämende Unwissenheit zum Schaden des ihrer Obhut anvertrauten Hauswesens besaßen. Ebenso dient der Gesang⸗ und Zeichenunterricht recht eigentlich zur Enk⸗ wickelung des Sinnes für das Schöne, der bei dem weib⸗ lichen Geschlecht in so reicher Anlage vorhanden, aber meist unverantwortlich vernachlässigt wurde. In der Be⸗ urtheilung dieser letzten beiden Gegenstände zeigte Herr Zinßer ganz besonders sein richtiges Verständniß der Sache, indem er von allem das nichtige Streben nach prunkvollen Leistungen verurtheilt, das, schon überall verwerflich, bei dem weiblichen Geschlechte geradezu frevelhaft genannt werden muß. Daran schließt sich seine Beurtheilung des Unterrichtes in fremden Sprachen, die wir nur durchaus billigen können. Es gibt nichts Lächerlicheres und Arm⸗ seligeres als das sogenannte Parliren unserer jungen Mädchen; und der baare, schale Schwindel, den so viele, ja fast die meisten Mädcheninstitute(doch auch Knaben⸗ instiiute), hervorgerufen und großgezogen durch den Un⸗ verstand und die Aeußerlichkeit unserer Zeit, zu treiben sich genöthigt sehen, selbst wenn ihre Leiter ein besseres Verständniß haben sollten, wird in der weitaus größeren Anzahl von Fällen widerlich. Herr Zinßer weiß auf der andern Seite aber den Nutzen des Betreibens fremder Sprachen wohl zu würdigen, den dasselbe auch für unsere Frauen hat, aber er verweist es in die richtigen Schran⸗ ken.— Diese Schulfeierlichkeiten mußten auf den vorur⸗ theilsfreien Beobachter einen wohlthätigen Eindruck machen, und die Bewohner unserer Stadt können nur mit Ver⸗ trauen ihre Kinder diesem verständig geleiteten Institute übergeben. Bekannt e ee 1351 Aus Anlaß der in diesem Sommer in Cassel flaltfindenden Induflrle⸗Ausffellung wird die Gültig⸗ keitsdauer der Retourbillets nach Cassel während der Monate Juni, Jult und August d. J. auf 8 Tage ver⸗ längert. Cassel den 8. Mat 1870. Königliche Direction der Maln⸗Weser⸗Bahn. e ee e ee 1486 Freitag den 3. Jizni c., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Brodbedarfs pro 3. Quartal 1870 für die hiesige Garntson auf dem Soumissionswege in Accord gegeben. Die Bedingungen liegen auf dem Büreau der Garnison⸗Verwaltung Frledberg zur Einsicht offen. Frledberg den 28. Mai 1870. Lautenberger, Mafor und Bataillous⸗Commandeur. Faselochs⸗Versteigerung. 1483 Freitag den 3. k. M., Vormittags 10 Ubr, soll eln der Gemeinde Ossen heim gehörender, zum Schlachten geeigneter Faselochs meistbletend versteigert werden. Ossenheim den 28. Mat 1870. 5 Großherzogliche Bürgermeisterei Ossenbeim a u l. ain Braunkohlen⸗Verkauf. 1428 Auf den Fürstlichen Gruben zu Weckes heim, friß bis 31. März 1871 verbundene Creditperiode. Grube Weckesheim den 21. Mai 1870. Dorn ⸗Assenheim und Wölfersheim(önnen von jetzt ab wieder Braunkohlenklötze der neuen Aufbereitung, sowie auch Holzkohlen zu den seilberigen Preisen bezogen werden und beginnt gleichzeitig eine neue bis zum 31. Dezember d. J. laufende, mit einer Zahlungs- Fürstliche Bergverwaltung ber. 1498 Die in Nr. 51, Ins. 1194 des Oberhesfischen Immobilien wollen dieselben tbeils verpfänden, theile können sich aber über den Erwerb derselben nicht aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche an diese Friedberg am 25. April 1870. Oeffentliche Aufforderung. urkundlich ausweisen. Immobilien glauben bilden zu konnen, aufgefordert solche binnen drel Monaten so gewiß dahter geltend zu machen; als sonst die Veräußerungsurkunden obne Rückficht auf sie bestätigt, beziebungsweise die betreibenden Theile im Grundbuche nach Maßgabe des Art. Gesetzes vom 21. Februar 1852 als vermutbete Eigenthümer werden eingeschrieben werden. Anzeigers aufgeführten Besitzer der dort verzeichneten veräußern, theils ihren Erwerbtitel nachtragen lassen, Es werden deshalb Dritte, welche 29 des Großherzogliches Landgericht Friedberg N in Oeffentliche Aufforderung. 1484 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nach · laß der Peln eich Guck IV. Eheleute von Ober⸗ Mörlen find binnen einer zerflörtichen Frist von 14 Tagen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, dadier anzu⸗ melden, widrigenfalls sie bei ne des Nach: lasses nicht berücksichtigt werden können. en am 25. Mat 1870. Großherzogliches Landgericht Bad Naubelm Je d. Hüter ⸗Versteigerung. 1494 Donnerstag den 2. Junt d. J., Vormlttags 11 Uhr, soll im biesigen Ratbbause das zur Debitmasse der Firma Georg Wagners Wittwe dahter ge⸗ hörende Grundfück; 31 Klafter an der Schlockergasse, in Folge eines eingelegten Nachgebots nochmals öͤffent⸗ lich meistbietend versteigert und dem Letztbtetenden die Genebmigung alsbald erthellt werden. Friedberg am 30. Mai 1870. Schnittspahn, Londgerichts Assessor. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Wou car. Strohhüte, 1240 besonders eine schöne Auswahl in Herren: und Knabenhüten, empfiehlt zu sehr billigen Preisen K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. Avis für Metzgergesellen! 1581 Wie wir hören, bereiten die Metzgergesellen in Frankfurt a. M. auch eine „Arbeits⸗Einstellung“ vor, es wäre deshalb ein fruchtbares Feld für die arbeitslosen Metzger daselbst eröffnet. 5 Neue Krãme 8 nächst dem Römerberg. Schirme! Schirme! Schirme! 5 Neue Kräme 8 nächst dem Römerberg. — Beispiellos billig. 1421 Gefütterte und ungefütterte Sonnenschirme in schwerer Seide und Atlas, Entouseas in schwerer Seide, gute Alpaca⸗ und Janella⸗Sonnenschirme mit und ohne Futter, Alpaca⸗ u. Janella-Entouseas mit und ohne Futter, Bal'us de Mer für Herren und Damen, in bester Qualktät und mit den schönsten Stöcken werden seidne, Alpaca⸗ und Janella⸗Negenschirme = 30% unter dem Fabrikpreise zu festen Preisen, en gros& en detail verkauft in der Schirmfabrik 8 Neue Kräme mit den elegant. gute Stöcken, die an jedem Schirm bezeichnet find, 5 in Frankfurt a. M Epileptische Krämpfe(Fallsucht) hellt brieflich der Speeialarzt für Eptlepsie Doctor O. Killisch in Berlin, 6 jetzt: Louisenstraße 45.— Bereits über Hundert geheilt. Holzversteigerung in der Oberförsterei Ortenberg. 1492 Mittwoch den 15. und Donnerstag den 16. Juni kommen aus den Domanial⸗Walddistticten „Stein“ und Krombach“ Abth. 3 und 4 zur öffent⸗ lichen Versteigerung: Scheitholz. Prügelholz. Stockholzj. Reisholz. Holzart. S Buchen 740 294 ½ 609½ 1298 (bierv. 363 St. Stammr.) Eichen 29½ 14 52 43 Kiesern⸗Aspen 3— 34 43 Eichenstämme mit 5½— 26“ Durchmesser und 10—50“ Länge mit 1244 Cubikfuß, 23 Buchen⸗ und Hainbuchenstämme von 8—31“ Durch⸗ messer und 15—50“ Länge mit 2183 Cubikfuß, 14 Lärchenstämme von 5½— 8½“ Dürchmesser und 20507 Länge mit 171 Cubiksfuß, 3 Stecken Eichen⸗Werkscheitholz, 4 Echenstangen von 4—5“ Durchmesser u. 25307 Länge mit 25 Cub ikfuß 20 Lärchenstangen von 4½— 5“ Durchmesser und 25—40“ Länge mit 101 Cubikfuß. Das Holz in der Krombach kommt am 2. Tage gegen 3 Uhr Nachmittags zur Versteigerung. Freitag den 17. Juni aus dem Dtstricte „Klosterwald und„Groß Dreiersch.“ Scheitholz., ee Reisholz. 1 Holzart. 3 Buchen 87/ 73 116½ 283 Eichen 5 20 21 77 Nadelholz— 2— 6 Aspen 5 14 — 6 112 Eichenstämme von 8— 20“ Duichmesser und 20—80/ Länge mit 4643 Cubikfuß, 7 Buchenstämme von 13— 25“ Durchmesser und 15-60 Länge mit 531 Cubikfuß, 22 Kiefernstämme von 6½— 12½“ Durchmesser und 12—85“ Länge mit 802 Cubikfuß. Das in den Districten„Stein“ u.„Groß Dreiersch“ zerstreut sitzende Polz wird bei den jeweiligen Haupt⸗ Versteigerungen mitversteigert und wollen sich Steig⸗ liebhaber, welche dasselbe einzusehen wünschen, an die betreffenden Forstwarte wenden. Die Zusammenkunft ist am 1. und 2. Tage an der Bingots⸗Wiese im Districte„Stein“, am dritten Tage im„Klosterwald“, jedesmal Vormittags 9 Uhr. Ortenberg am 27. Mat 1870. Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg Kuchenpapier 1485 bei Ph. Garde, Cigarren⸗ u. Schreibmaterialten⸗Geschäft. Einen Lehrling 1488 sucht H. Heidt, Spenglermeister in Friedberg. Neue Här inge 1496 bei J. A. Windecker. Mühlen-Versteigerung. 1482 Mittwoch den 8. Junt l. J., Vormittags 11 Uhr, wird auf hlesigem Rathhause die Hain naumühle bet Assenheim in der Wetterau mit circa 6 Morgen dazu gehörigem Gelände öffentlich meistbietend ver⸗ steigert. Dieselbe hat eine bedeutende Wasserkraft, liegt nur 1 Stunde von einer Eisenbahn⸗Station entfernt und wird dem Höchstbietenden, bei gebhörigem Nachweis seiner Solvenz, der Zuschlag und gerichtliche Genehmi⸗ gung ertheilt werden. Assenheim am 27. Mai 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Assenheim e st. Die Gartenlaube bringt in Nr. 22 folgende Beiträge: Aus eigner Kraft. Erzählung von W. v. Hillern, geb. Birch.(Fortsetzung.) — Leid und Freude in der Naturforschung. Vortrag, gebalten im Saale der Buchhändlerbörse zu Leipzig von Prof. C. Ludwig.— Zwischen Himmel u. Erde. Auch eine Romanfludie von Otto Günther.— Pavillon Nummer Zwölf. Von Ludwig Kalisch.— Ltteratur⸗ briefe an eine Dame. Von Rudolf Gottschall. V.— Aus deutschen Gerichtssälen. Nur ein Ballgespräch.— Blätter und Blüthen: Aus der Stadt des Concils. Mit zwei Illustrationen: Nach einer Concilsitzung. Originalzetchnung nach der Natur von Julius Jurp in Rom.— Armenische Kirchenfürsten auf dem Monte Pincto. Nach der Natur aufgenommen von Julius Jury in Rom. 1455 Ein wenig gebrauchter kupferner 8 Braukessel, 14 Ohm haltend, sowie Gäbr⸗ und Maischbütten, Malz⸗ dörre und kleine Bierfässer sind zu verkaufen. J. F. Dröll, Gaftwirth zum Adler in Langen. siische Obergährhese, 1475 per Schoppen 16 kr., für deren Güte garantirt wird, in der Brauerei zum steinernen Haus S. Philippi. 1400 Eine elegant gebaute, halb⸗ verdeckte Chaise, zum Ein- und Zweispännig⸗ Fahren, steht preiswürdig zu verkaufen in der land⸗ wirthschaftlichen Maschinen- und Geräthe⸗Werstätte von K. Häuser, in Fauerbach b. Fr. Ein braves Dienstmädchen, 1480 das sämmtliche Hausarbeiten versteht und gleich eintreten kann, wird gegen sehr hoben Lohn in Dtenst gesucht. Villa Reich. Bad N auh eim. eee eee Corseten& Crinolines 498 billig bet K. Friedrich neben der Poss. sJrische Obergahrhese 1487 bei C. Altmannsperger. 1493 Zu bevorstehenden Feiertagen empfehle: Leinstes Vorschußmehl, Beste ausgelassene Kochbutter, à 28 kr. per Pfund. Friedrich Hilbrecht Wittwe Wohnungsveränderung. 1491 Meine Wohnung befindet sich jetzt in dem neuen Hinterbau des Herrn Verwalter Sehrt. Frledberg im Mai 1870. J Wilh. Hoffmann, Schuhmachermeister. Annonce. 1495 Der dilligen Obergährhefe Offerte des Bier⸗ brauer G. Philippi hier gegenüber, halten es die Unterzeichneten für gemessen mitzutheilen, daß derselbe in der letzten Zeit nur circa 10 Ohm, sage 10 Ohm Obergährbter gebraut hat und möge sich Jeder sein Bestes daraus nehmen. Ein gebranntes Kind scheut's Feuer. Ph. Windecker. G. Steinhäuser. Erklärung. 1497 Da ich in Erfahrung gebracht habe, daß zwei hiesige Brauer die Güte meiner Hefe bei dem Publikum berabsetzen wollen, so erkläre ich hiermit wiederholt, daß ich für die Güte meiner Hefe garantire. G. Philippi. Todesanzeige. 1499 Dem Allmächtigen hat es gefallen unsere geliebte Mutter und Schwiegermutter Marie Netz, geb. Wagner, Montag den 30. Mai, Morgens 7 Uhr, nach langem schmerzlichen Krankenlager in ein besseres Leben abzurufen. Die Beerdigung findet Dienstag Abend präcis 7 Uhr statt. Die trauernden Hinterbliebenen. FFFFPVDVVbbbbTbTCTbTTbTbTbTTkTbTbTTee VCC 1489 Nach langem schmerzlichen Leiden starb gestern Nachmittag 4 Uhr unsere innigstgeliebte Mutter und Schwiegermutter 5 Frau Margarethe Mulch in ihrem kaum vollendeten 67. Lebensjahre. Indem wir Verwandten, Freunden und Be⸗ kannten diese schmerzliche Anzeige widmen, bitten wir um stille Theilnahme. 5 Friedberg, 30. Mai 1870. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag den 31. Mai- Nachmittags 6 Uhr statt. Brodpreise vom 1. bis 15. Juni. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1.— 13. Juni. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach. unverändert. Ausnahme preise für Bad Nauheim: Bei Gebr. Rosenthal, Samuel Rosenthal, Hirsch Löb und Wilp. Bieler Hammelskeil und Carre 20 kr.— Bei Samuel Rosenthal Kuhfleisch 17 kr.— Bei Hirsch Löb Kuhfleisch gem. 17 kr. Kirchen buchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Ge taufte: 22. Mai. Dem biesigen Bürger und Metzger meister Friedrich Wilhelm Heß ein Sohn Adam Jakob, geb. den 17. April. 22. Mai. Dem Ortsbürger zu Großen⸗Buseck und Gensdarmen dahter Johannes Lepper eine Tochter Wilhelmie Katharine, geb. den 24. April. Verantw. Red.: Hermann Schimpff Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. egogll und wird Entti allgen steuer die n. Gem zusal Betr i d zu E Geme ganzu Gem blatt verw zu bil unter und 8 wied