Arttgeiftt, — lt, ualutt twysth en üder Löb. Friedrich der der Pei. — 2 Atsagung. Att. unsertr e egerteter, n, t. N. u en t ten sagen n i seider 1 Kr'gtfüditen 7. derts rr Donnerstag den 31. März. N 39. Oberhes ischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Miedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Auf den wöchentlich dreimal erscheinenden„Oberhessischen Anzeiger“ kaun man für das zweite Quartal l. J. bei allen Poststellen für 38 kr., mit Bestellgeld für 47 kr. abonniren. Expedition kostet das Blatt für das zweite Quartal 30 kr. Bei der Verlags⸗ Nr. 9. sub 1. Friedberg am 28. März 1870. zu diesem Zwecke. * 1 2 5. een Meidung Abholung erinnern. Amtlicher Theil. sub 2. Gesetz, die Aufbebung der Betreffend: Fltegenwedelhandel und das Mitnebmen von Eindern und Frauenspersonen auf Reisen Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Die Errichtung von Kreiskassen betr.— 5 Regalitätsabgabe von Bergwerken auf Elsenfteine und Braun- kohlen beir.— sub 3. Bekanntmachung, die Abgabe gestempelter Streifbänder durch die Post betr. Großberzogliches Krelsamt Friedberg A Friedberg am 28. Marz 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Noch wenige von Ihnen haben unserer Verfügung vom 10. d. M. entsprochen, weshalb wir an die umgehende Erledigung hiermit T n A de Die verehrlichen Herren sondere Abdrücke gefertigt worden find, von welchen zeichnete Calculatur bezogen werden können. . über die Sterbfälle für die Folge stete Classe und 2 bei Herrn Gastwirth Joutz zu Butzbach. 15. April die Mahnung erfolgt. 12 zriedberg den 28. März 1870 1 Aerzte und Civilstands Beamten des Greßherzogthums werden, zu Folge höberen Auftrags, hiermit benachrichtigt, daß von den von Großberzoglichem Ministersum des Innern in Beztebung auf die Bezeichnung der Todes ursachen erlassenen Vorschriften nedst Schema be— Zaugleich werden Aerzte und Cioilstands⸗ Beamten hiermit ergebenst ersucht, gefällig darauf bedacht zu sein, daß den Todeszeugnissen und Registern von Großberzoglichem Ministerium des Innern zur Benutzung vorgeschriebenen era neee Die Feldstrafen von der erften Periode 1870 können an den bestimmten Zabltagen Dienstag und Donnerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. Ale besonderen Erbebungstag bestiimmen wir für den Landgerichtsbezirk Butzbach Samstag den 2. April d. J., Vormittags von 9—11 uhr, gefügt werde. Exemplare durch die unter⸗ „stertum des Nummer, entsprechend dem Darmstadt, 24. a ch un Verzeichnisse der Todesursachen, sogleich bei ihren bezüglichen Einträgen dei⸗ Diejenigen Druckerelen, welche sich mit der Anfertigung der Todesschein⸗ Formulare besassen, wollen den letzteren in Parenthese folgenden Zusatz geben: „(Angabe von Classe und Nummer des durch Groß herzogliches Mini⸗ Innern eingeführten Verzeichnisses der Todesursachen)“ Muster von Todesscheinen der in Rede flebenden Art köngen durch die E. Bekker'sche Hofbuchdruckeret dabier bezogen werden. Marz 1870. Calculatut Großhberzoglicher Centralstelle für die Landes slatifpik. 8 8 Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeigereien dleses im Interesse ibrer Ortgangebörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem Großhberzogliches Rertamt Frierberg einde c Sessen. Darmstadt. Der zwischen Preußen und Hessen abgeschlossene Jurisdictions- vertrag unterscheidet sich in 7 Artikeln von dem badischen Vertrage; er enthält einen Artikel mehr, saacher dahin geht, daß in den Beziehungen der hessischen Gerichte nördlich und südlich des Mains unter einander es bei den bestehenden Rechten so— weit sein Bewenden haben soll, als durch dasselbe die Gewährung ver Rechtshülfe, insbesondere die Berpflichtung zur Auslieferung im weiteren Um⸗ fange als durch den gegenwärtigen Vertrag be⸗ Jründet wird. Während der badische Vertrag 1 am 1. Mai 1870 in Kraft tritt, ist dies C — „ ö 1 ei dem hessischen erst am 1. Januar 1871 der all. Dem Vertrage ist ein Schlußprotokoll bei- gesügt, in welchem u. A. auch die Erklärung ent⸗ halten ist, daß die gegenseitige kostenfreie Besor- ung gerichtlicher Zustellungen in Kraft bleibt. — Steuer ⸗Controleur Lautenschläger ist zum Steuer-Commissär des Steuer-Commissariats öchst ervannt worden. — Die Ausschüsse erster Kammer werden zu nsang des kommenden Monats ihre Arbeiten ieder aufnehmen, nach deren voraus sichtlich bal⸗ igen Erledigung das hohe Haus seine Plenar- ftzung beginnt. — Der bisher mit der Führung des „Bataillone 4. Landwehr⸗Regiments beauftragte Major v. Wachter ist unter Stellung zur Dis- sosstion mit der gesetzlichen Penston zum Bezirks Hommendeur des genannten Landwehr-Bataillons rnannt worden. Mainz. Vor einigen Tagen fand dahler 1 1 U selben einen tödtlichen Schuß in die linke Seite erhielt, so daß er schon nach einer Stunde starb. — Prinz und Prinzessin Ludwig mit Familie sind zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalt von Darmstadt hier angekommen und ist ihnen das Großh. Palais von dem Großherzoge zur Ver- fügung gestellt worden. Preußen. Berlin. Durch eine k. Ver⸗ ordnung wird der Zollvereins-Bundesrath, zum 4 April einberufen. — Nach dem Rechenschaftsbericht der Deut— schen Genossenschaftsbank Sörgel, Parisius und Comp., gestiftet von Schulze-Delitzsch und Ge; nossen, soll die seit Jahren beabsichtigte Comman— dite in Frankfurt a. M., nachdem die sübddeutschen Genossenschaften 150,000 Thlr. gezeichnet haben, nunmehr mit einem Kapital von 300,000 Thlrn. in's Leben gerufen werden. Das Aetiencapital der Genossenschaftsbank beträgt jetzt 500,000 Thlr. und hat pro 1869 7 Prozent an Zinsen und Dividende geliesert; es soll jetzt um ein Drittel vergrößert werden. Frankfurt. Die Schweitzerianer aus Frank- furt hatten auf verflossenen Sonntag eine Volks- versammlung zur Besprechung der„socialen Frage“ nach Höchst a. M. einberufen. Da sie merkten, daß sie die Majorität nicht hatten, wollten die Einberufer nicht zur Eröffnung der Versammlung schreiten. Als sie endlich dazu gedrängt wurden, bestieg ein Schweitzerianer die Tribüne und sagte: „Ich erössne hiermit die Versammlung und schließe auf dem Großen Bruche ein Pistolenduell zwischensie!“ Mit diesem Manöver waren jedoch die An⸗ zwei preußischen Offizieren statt, wobei einer der- wesenden, da zu einer Volksversammlung eingeladen war, nicht einverstanden. Das Schließen der Versammlung wurde nicht angenommen und zur Bildung eines Burcaux unter dem Vorsitz von F. Ellner und Welker geschritten. Die Schweitzeria- ner, die am Platze blieben, mußten sich unter das Eisenacher Programm beugen und erleben, daß die Versammlung einen anderen als den von ihnen gewünschten Verlauf nahm. Würtemberg. Stuttgart. Der„Staats- anzeiger“ enthält eine Kundgebung des Ministe⸗ riums, in welchem als Bestandtheile des neuen Etats des Kriegsministeriums angekündigt werden: Beschränkungen des Formationsstandes der Linie, Verminderung des Bedarfs an Rekruten, das niedrigste zulässige Maß der Präsenzzeit und Er⸗ leichterungen in den Controlvorschristen. Die be⸗ schränkte Wiedereinführung der Stellvertretung set noch Gegenstand der Erwägung. Die Regierung, heißt es in der Kundgebung weiter, nimmt es als ihr constitutionelles Recht in Anspruch, daß ihre Vorlagen in versassungsmäßiger Weise ge⸗ prüft werden, sie werde alsdann jeder Erörterung Rede stehen. Die Regierung verwahrt sich gegen den unbegründeten Verdacht, daß Einflüsse von Seiten der preußischen Regierung stattgehabt hätten. Die Regierung sei eben so entschlossen, die Selbst- fländigkeit Würtembergs zu wahren, als Willens, den Aufreizungen zum Vertragsbruch entgegen- zutreten. 0 Baden Manndeim. In der Versamm⸗ lung des großen Bürgerausschusses wurde aber r— 1 1 — rr——....—ñ———— 1 mals die gesetzlich erforderliche Zahl Stimmen für die beantragte Einführung der einheitlichen Vollsschule nicht erreicht. 58 der anwesenden Mitglieder des großen Ausschusses haben sich für die einheitliche Volksschule, 41 dagegen ausgesprochen. 62 Stimmen waren erforderlich, um die einheit liche Schule zu beschließen. Karlsruhe. Die erste Kammer genehmigte heute einstimmig den Bau folgender Eisenbahnen: 1) im Wutachthale, 2) von Neckargemünd nach Eberbach, 3) von Mannheim nach Rosengarten (Worms); ferner nahm die Kammer den Gesetz⸗ vorschlag, betreffend die Abkürzung des Abgeord⸗ netenmandats(auf 4 Jahre) einstimmig an. — Die Abgeordnetenkammer nahm die Militär- strafgerichtsordnung einstimmig an. Dieselbe führt unter Anderem Mündlichkeit und Oeffentlichkeit des Verfahrens ein. Oesterreich. Wien. Die„N. fr. Pr.“ versichert, der Ueberschuß, welcher von der cis⸗ leithanischen Finanzverwaltung im vorigen Jahr erzielt worden sei, betrage reichlich 10 Millionen Gulden. Der Finanzminister werde deßhalb die Herabsetzung des Zeitungsstempels auf die Hälste beantragen. Frankreich. Paris. Im Senat legte der Justizminister Ollivier das Senatsconsult vor, welches die gesetzgebende Gewalt zwischen dem Senat und der Deputirtenkammer theilt und ver⸗ schiedene Artikel der Verfassung, namentlich die Artikel 33 und 57, aufhebt. Die Senatoren werden darnach vom Souverain ernannt. Ihre Zahl kann vermehrt werden; über das Budget bat ausschließlich der gesetzgebende Körper zu be⸗ schließen. Ollivier sagte: Ihre Wahlbefugniß wird eine Verminderung erleiden, aber Sie werden dem Lande dieses Opfer bringen und damit dem Kaiser behüflich sein, Frankreich die Freiheit wieder zu geben.(Beifall.) — Wie aus guter Quelle versichert wird, soll Frankreich auf seiner Forderung, einen Special⸗ gesandten zum Concile abzusenden, nicht bestehen. — In Paris wurde die Freisprechung des Prinzen erst mit Erstaunen, dann fast allgemein mit Unwillen aufgenommen; doch kam es nirgends, auch nicht an dem Bahnhof, auf welchem die Hauptmitwirkenden des Processes von Tours ein- trafen, zu einer öffentlichen Kundgebung. Die radicalen Blätter stellen das Verdict von Tours bitter als einen Triumph für ihre Sache dar. So sagt Louis Ulbach in der„Cloche“:„Wir wagten nicht, ein so schönes Resultat auch nur zu träumen. Nicht wir werden eine Klage, eine Recrimination, noch weniger einen Racheruf ver⸗ nehmen lassen. In dem Augenblicke, da das Kaiserreich erlischt, belohnt nichts besser unsere langjährige Resignation, stärkt nichts unsere Hoff⸗ nungen mehr, als diese einem Mörder, der Bonaparte heißt, feierlich zuerkannte Straflosigkeit.“ Der „Rappel“ sagt:„Der Prinz Peter Bonaparte ist freigesprochen. Wenn die republikanischen Blätter allein es meldeten, so würde man natürlich glauben, daß sie das Kaiserreich verläumden. Aber man braucht nur die Regierungsorgane zu lesen und man wird sehen, daß das Kaiserreich die Sache eingesteht. Die Bürger haben also jetzt nur Eines zu thun: Revolver zu kaufen, sich vor dem Prinzen in Acht zu nehmen und sich selbst zu beschützen.“ Bon mehreren Seiten wird behauptet, daß die Geschworenen ihr Verdict mit 18 gegen 18 Stimmen gesprochen haben; bekanntlich entscheidet Stimmengleichheit zu Gunsten des Angeklagten. Der„Patrie“ wird versichert, daß in Folge einer Verfügung des Kaisers der Prinz Peter Bonaparte und seine Familie auf unbestimmte Zeit ihren Aufenthalt im Auslande nehmen werden. Die „Presse“ spricht von einem förmlichen Verbannungs⸗ Decret. Tours. Depeschen vom 27. ds. melden: Heute hat die Verhandlung gegen den Prinzen Peter Bonaparte ihr Ende erreicht. Der Prä⸗ sident schloß um 1 Uhr 40 Min. sein Resume, um 2 Uhr 40 Min. hatte die Jury ihre Be⸗ rathung beendigt. Das Verdiet verneint alle Schuldfragen. Der Prinz wurde freigesprochen und seiner Haft entlassen. Im Civilprozeß wurde der Prinz zur Zahlung der für die Familie Noir aus dem Verfahren entstandenen Kosten, sowie zu einem Schadenersatz von 25,000 Frs. nebst Zinsen verurtheilt. Tours. Die weitern Verhandlungen im Prozesse Bonaparte nahmen am 25. um 11½½ Uhr ihren Anfang. Advokat Floquet nimmt sein Plaidoyer wieder auf. Er spricht zuerst von dem Schmerze der Eltern des Ermor⸗ deten, die denselben mit stiller Ergebung ertragen und bringt dann einen Brief von Noirs Vater zur Verlesung. Floquet verlangt eine gesetzliche und ehrliche Gerechtigkeit. Ich werde beweisen, sagte er, daß der Angeklagte einen Mord begangen hat, den nichts rechtfertigt, und ich denke, meine Aufgabe wird eine leichte sein. Gegen den An⸗ geklagten rufe ich nur ein Prinzip an, das große Prinzip der Gleichheit. Man proklamirt die Gleichheit Aller vor dem Gesetze mit lauter Stimme. Wenn sie im vorlie⸗ genden Falle beobachtet worden wäre, so würde ich keine große Mühe haben, Ihnen die Wahrheit darzuthun. Glauben Sie, daß es einem Privatmann gestattet worden wäre, nach dem Verbrechen Freunde zu sich kommen zu lassen, um mit ihnen ein Vertheidigungssystem auszu⸗ arbeiten? Prüfen Sie, meine Herren, wie der Prozeß ein⸗ geleitet worden ist. Ansangs macht man gar keine Con⸗ statirungen. Der Commissär stattet Seiner Hoheit einen Besuch ab. Um sechs Uhr Abends wird endlich der Prinz nach der Conciergerie gebracht, wo er volle Freiheit und Muse hat, alle Welt zu empfangen. Für ihn war das eine stets geöffnete Wohnung, in ber er sich von Amts⸗ personen umgeben sah, die gegen ihn procediren sollten. Man hal gesagt, man muß um jeden Preis den gehässigen Charakler fernhalten, den die Thatsachen an sich darboten. Und dann überließ man sich herolsch⸗komischen Anstren⸗ gungen, um dahin zu gelangen, eine Provocirung zu etabliren. In seinem Vergleiche zwischen den drei bei der Sache betheiligten Personen, dem ermordeten Victor Noir, Herrn de Fonvielle und dem Prinzen Peter Bonaparte zieht Herr Floquet sehr scharf gegen Letzteren zu Felde. Was hat man gegen Victor Noir gesagt? Man hat ihm nur ein etwas lebhaftes Wesen vorwerfen können. Was Herrn de Fonvielle betrifft, so ist er ein eisriger, aber red⸗ licher Mann, den ich achte und brüderlich liebe. Man hat versucht einen Makel auf seine Ehre zu werfen; man wird dazu nicht gelangen. Gehen wir zum Prinzen über. Sehen wir, welche der drei Persönlichkeiten in dieser trau⸗ rigen Scene die heftigste ist. Der Angeklagte! Aber er ist bereits zu einer Geldbuße von 200 Frs. verurtheilt worden, weil er dem Herrn Gastin, einem Volks-Reprä⸗ sentanten, eine Ohrfeige gegeben hat. Er war nicht ehrerbietiger gegen das Barreau im Jahre 1849 als im Jahre 1870.(Der Prinz unterbricht und sagt einige un⸗ verständliche Worte.) Herr Floquet fährt fort: Im Jahre 1831 ist der Prinz wegen Mordes von der päpstlichen Jusliz zum Tode derurtheilt worden. Er ist ein Aben⸗ teurer. In Kanino finden wir ihn wieder, wo er Händel mit der Gendarmerie hat.(Der Prinz unterbricht von Neuem: Es ist also ein gegen mich angelegtes Complott, um mich aus meiner Ruhe zu bringen. Der Präsident: Nun denn! vereiteln Sie das Complott durch ihre Ruhe.) Herr Floquet weist nach, daß der Angeklagte sich nicht im Zustande legitimer Vertheidigung befunden habe. Er hebt hervor, daß er auf Denjenigen geschossen habe, der seinem eigenen Geständniß gemäß keine Pistole hatte. Der Angeklagte, der sehr aufgeregt scheint, spricht einige Wor te aus, die der Präsident unterbricht. Herr Floquet fährt fort und verlangt von der Jury, den Angeklagten des Mordes schuldig zu erklären, denn die Geschichte mit der Ohrfeige könne nicht zugegeben werden.— In der Nach⸗ miilagssitzung erhielt der zweite Vertreter der Familie Noir, Laurier, das Wort. Er weist auf die merkwür⸗ digen und widerspruchsvollen Aussagen der Entlastungs⸗ zeugen hin und kritisirt das eingehaltene Verfahren. Er schilbert das gutmüthige Wesen des Ermordeten und zieht eine Parallele zwischen ihm und Peter Bonaparte.„Wo dieser gewesen ist,“ sagt er,„in Rom, in Albanien hat er Blulspuren hinterlassen, er war in Afrika ungefügiger Soldat, ohrfeigt in Paris einen Greis. Noir betriit dieses von Pistolen strotzende Haus. Er geht hinauf. Man schießt. Niemand rührt sich. Und das geht bei einem Bonaparte vor sich. Wir befinden uns wohl im 16. Jahr⸗ hundert. Das ist kein Bonaparte, sondern ein Borgia.“ Er wird vom Präsidenten unterbrochen. Laurier sähet fort: Er nehme nur die Waffen in die Hand, welche ihm der Angeklagte in die Hand gebe. Wer habe die Zeugen Rochesoct's Handlanger genannt und durch diesen Schimpf provocirt, und der Beleidigung ein Verbrechen folgen lassen? Der Angeklagte, dessen unbezähmbare Natur und gewaltsame ordnungswidrige Leibenschaften sogar der Prä⸗ sident nicht verdecken kann, sondern selbst konstatirt. Die Aussagen der Entlastungszeugen seien nichts als Altweiber⸗ geschwätz; insbesondere gelte dies von der Aussage des Zeugen Morel, eines Charlatans, ber sich mit der Fabri⸗ kation von Haarfärbemitteln beschäftigt. Der sieht die Spur einer ungeheueren Ohrfeige; dann kommt Dr. Pinel und sieht beinahe gar nichts; dann kommt Hr v. Cassag⸗ nac und sieht wieder ungeheure Spuren, und heute ist die Ohrfeige gar zu einem Faustschlag geworden. Nicht minder sind die Zeugen, welche von Fonvielle gehört haben wollen, daß der Prinz eine Ohrfeige erhalten häte, voller Widersprüche. Um so beredter sprechen dagegen die stummen Zeugen, der Paletot Fonvielle“s, die Handschuhe und der Hut Viclor Noir's: Sie rufen Peter Bonaparte zu: Du bist es, der Victor Noir ermordet hat! Angeklag⸗ ter(mit erstickter Stimme): Das lügen Ste. Laurier schließt mit den Worten: Ich weiß nicht, wie ber Aus⸗ spruch der Geschworenen lauten wird, aber das Urtheil des Volkes über den Mörder und sein Opfer ist gefallen. Victor Noir lebt als Märtyrer in den Herzen seiner Mit⸗ bürger fort. Ein anderes, nicht minder heiliges Verdict wurde über seinen Gegner verhängt; ihm, dem Mörder, wurde die Unsterblichkeit der Infamie zu Theil. Diese Worte begleitete der Redner mit einer auf den Angeklagten hinweisenden Bewegung. Der Prinz erhebt sich und kuft Herrn Laurier mit unbeschreiblicher Wulh die Worte zu: Embryo eines Demagogen. Der Präsibent weist Laurier zurecht; seine Auslassung wird von den zahlreich anwesen⸗ den Freunden des Angeklagten mit Bravo's begleitet. Floquet wendet sich nach diesen hin und ruft:„Stille! Ihr Corsen!“ Die Sitzung wird in unbeschreiblicher Auf⸗ regung geschlossen. 75 — Der Sitzungssaal war am 26. wo möglich noch dichter gefüllt, als an den vorangegangenen Tagen. Man vernimmt, daß Ulric de Fonvielle soeben in der Rue Royale, als er an der Gendarmerie vorüberging, um sich nach dem Justizgebäude zu begeben, verhaftet und nach der Strafanstalt abgeführt worden ist, wo er die ihm zu⸗ erkannte zehntägige Freiheitsstrafe abbüßen soll. Der Präsident ertheilt dem General ⸗Procurator das Wort. Dieser wendet sich zunächst an die Geschworenen und er⸗ mahnt dieselben ein Verdict der Gerechtigkeit zu sprechen, auf welches die öffentliche Meinung mit Spannung warte. Er spricht von der Zusammensetzung des Gerichtshofs, gegen die man Protesse erhoben habe, dessen Mitglieder jedoch als auf dem höchsten Gipfel ihrer Laufbahn ange⸗ langte richterliche Beamte volles Vertrauen verdienten und tadelt dann die gegen den Angeklagten während der Ver⸗ handlungen erhobenen heftigen Angriffe. Redner schildert nun die Widersprüche der von beiden Seiten gegebenen Schilderungen des tragischen Ereignisses und findet fur die Version des Prinzen viel Wahrscheinlichkeit, gleichwohl tönne diese aber seine Schuldbarkeit nicht umstoßen und deßhalb müsse bie Verurtheilung des Angeklagten verlangt werden. Redner sagt: Der Mord ist entschuldbar, wenn er provocirt worden ist. Die Strafe ist dann eine unend⸗ lich mildere; aber Staaflosigkeit kann nicht zugestanden werden, wenn die Thatsachen sich, wie hier, dem Richter aufdrängen. Denn daß der Angeklagte sich in dem Zu: stande der Nothwehr, der berechtigten Vertheidigung, be⸗ funden hätte, kann nicht aufrecht erhalten werden. Der Angeklagte(erhebt sich): Es lag aber ein Angriff gegen mein Leben vor.(Bewegung.) Der General⸗Procurator fährt, ohne auf die Unterbrechung zu achten, fort: No ih⸗ wehr hätte vorgelegen, wenn der Prinz die Pistole Fon⸗ vielle's in dem Augenblick vor sich gesehen hätte, da er den ersten Schuß löste, welcher Victor Noir tödtete. Aber Fonvielle hatte seine Waffe nicht in der Hand, als er bei dem Prinzen eintrat, und er hatte offenbar nicht die Ab⸗ sicht, sich ihrer ehne weitere Veranlassung zu bedienen, da er sie sonst jedenfalls zuvor geladen hätte. Der Angeklagte hat gefehlt gegen Das, was er sich selbst, was er seinem Namen und was er dem Staate schuldig war. Und nun, meine Herren Geschwornen, sprechen Sie nach der Wahr⸗ heit Ihr Verdict. Erkennen Sie, wenn Sie unsere Auf⸗ fassung theilen, an, daß eine Provocation vorlag; aber gehen Sie nicht weiter, denn sonst würden Sie die von dem Angeklagten begangene Handlung für eine unschuldige erklären, und das ist sie nicht. Sie können den Ange⸗ klagten nicht von der Verantworklichkeit befreien, die auf ihm lastet. Diese Verantwortlichkelt hat er nur sich selbst zuzuschreiben. Urtheilen Sie, ohne die drohenden Rufe der Einen oder die Sympathien der Andern anzuhören; sprechen Sie Ihr Verdict nach Ihrem Gewissen, im Namen des Landes, welches Sie vertreken, und, ich darf es wohl sagen, Angesichts der Geschichte.— Der Versheidiger des Prinzen, Herr Leroux, erhält nun das Wort. In seinem Plaidoyer, das er mit schwacher Stimme fast ganz ab⸗ liest, sucht er die ganze Vergangenheit des Prinzen rein zu waschen und ist bemäht, denselben als in dem Zustande der Nothwehr befindlich darzustellen; offenbar habe der Prinz, als ihm Noir den Faustschlag gab, gesehen, wie Fonvielle die Pistole aus der Tasche zog, und erst dann von seiner Waffe Gebrauch gemacht. Alle übrigen Einzel⸗ heiten scheinen ihm in so großes Dunkel gehüllt, daß un⸗ möglich auf sie eine Anklage gegründet werden könne. Er verlangt daher die Freisprechung des Angeklagten. Es folgt der zweite Vertheidiger des Prinzen, Hr. Demange, welcher in lebhafterer und eindringlicherer Sprache das System des ersten Vertbeibigers ausführt. Er erinnert daran, daß Fonvielle am Grabe Noirs geschworen habe, ihn zu rächen; diese Thatsache genüge, seiner Aussage jede Bewelskraft zu nehmen. Er schließt:„Mögen die 200,000 Geschwornen, von welchen man gesprochen hat, Bonaparte einen Ehrlosen nennen; Sie, die Sie ganz Frankreich vertreten, Sie werden es aussprechen, daß Peter Bona⸗ parte sich niemals gegen die Ehre vergangen hat.“(Bei⸗ fall von Seiten der Freunde Bonaparte's, Zischen von den Bänken der Journalisten und Anwälte.) Die Sitzung wird aufgehoben. — Die Schlußsitzung des Gerichtshofes fand Sonntag N Der Prästdent Glandaz resumirt die den 27. d. statt. Verhandlungen und legt um 1½ Uhr den Geschwornen folgende Fragen vor: 1) Ist der Prinz Peter Bonaparte schuldig, am 10. Januar in Auteuil einen beabsichtigten Todischlag an der Person von Victor Salmon Noir be⸗ gangen zu haben? 2) War ber genannte Todischlag von dem weiter unten specisteirten Todtschlagsversuche begleitet? 3) Ist der Prinz Peter Bonaparte von Seiten Victor Noir's durch Thällichkeiten dazu provocirt worden, diefen Tobtschlag zu begehen? 4) Hat derselbe Prinz einen Todtschlagsversuch gegen Hrn. v. Fonvielle begangen, ein Tobtschlagsversuch, der nur in Folge von Urständen, dle nicht von seinem Willen abhingen, wirkungslos bsieb? 5) War dieser Versuch von dem oben specifteirten Todt⸗ 1 pin auch pelche daf harren, heiten. nöthig t Justitutio dat zu 9 ist: die birgerlich borgen, 1— Frank schlanlen, — f 0 354 Die . J, fold nachverzeie werden 1 Sc Pe. N 15 in 2 Nropffe Dnaße. Fehende! Berßelger dag unde. 1 dn Wanda lu, 0 zktu u sprechen, Sdannung wart. der Genchiedose, deen Nitglieder Laufdabn ange⸗ derdienen und Wastend der Ver⸗ ö Kent schildert Scan gegebenen ct ant finbel füt Slant, glechwodl unsteßen und atklagten verlangt cugculbtat, wenn baun dine unend⸗ nicht zugtstanden het, dem Richter i in dem Zu⸗ Berthrikigung, be⸗ An werten. Det : Ptotutatot Sun, sott: Noth⸗ dir Distelt Fon⸗ den batte, be er beit tötet. Aber t Hand, alt et bei Ader nicht die Ab⸗ 5 In bedienen, ba . Der Angeklagte J n er feinem wat. Und nun, bach det Nabr⸗ Sur unsert Auf⸗ den retlag; abet . Su dit von aucn den 2 u besteirn,. 2 u u seh fel t dtehenden Ruft enn atzuböcen; Namen de nt unschuldige 1 e begleitet? 6) r 8 2 Sauce, 10 Nee 1 10 Min Or v. onvielle gegen ihn ausgeübt hätte, 2** Um 1% 1 der Prinz Peter Bonaparte zu 1 die provocirt erathungszimmer geleitet; um 3 Uhr weniger 5 Min. rscheint sie wieder im Gexichtssaale, gleich darauf nimmt auch der hohe Gerichtshof wieder Platz. Nachdem der Präsident das Publikum zur Ruhe vermahnt hat, erklärt der Chef der Geschwornen mit lauter Stimme: Auf meine Ehre und mein Gewissen, vor Gott und vor den Menschen ist der Spruch der Jury: In Bezug auf die erste Frage: Nein. In Bezug auf die vierte Frage: Nein. Der Prä⸗ ident spricht hierauf die Freisprechung des Prinzen aus. Der Ptinz wird sodann zu Wiedererstattung der Gerichts, kosten an die Familie Noir und zu 25,000 Fr. Schaden⸗ erfatz an bieselbe verurtheilt. AItalien. Florenz. In der Deputirten- kammer erklärte der Minister des Aeußern, Vis conti⸗Venosta, bei der Debatte über das Budget des Ministeriums für Auswärtiges: Das Cabinet wird auch künftig bei der Politik der Enthaltung, 255 dasselbe gegenüber Rom beobachtet hat, ver- arren. Italien läßt den Bischöfen alle Frei⸗ eiten. Die bestehenden Gesetze werden, wenn es nöthig sein sollte, zum Schutze der nationalen dee genügen. Italien hat kein Concor— at zu vertheidigen. Das Prinzip der Regierung st: die Trennung der Kirche vom Staat. Die bürgerliche Gesellschaft hat vom Concil nichts zu besorgen, sie kann nicht rückwärts schreiten. 133 4 Frankfurt. Am Samstag Abend warde von einem schlanken, gut gekleideten Manne mit einem Bart ein Übr wird die hohe Jury nach ihrem 15jähriger Junge aus Niedereschbach auf der Graͤnze zwischen Preungesheim und Bonames räuberisch ange⸗ fallen. Der Slrauchdieb packte den Jungen an der Brust und sagte:„Wir gehen ganz einig auseinander, aber dein Geld mußt du mir geben!“ Der Bube, welcher einen Stock trug, schlug dem Dieb in der Verzweiflung in die Augen, so daß dieser ausschrie und los ließ, worauf der Junge sich auf das Siationsgebäude flüchtete.— Auch am Sonntag Abend um 10 Uhr wurde ein hlesiger, in der Uhlandstraße wohnender Bürger am Uebergang der Promenade auf die Langstraße von drei Strolchen an⸗ gefallen. Er setzie sich tapfer zur Wehre, zog ein Messer und verwundete einen, wobei die Klinge abbrach. Auf den Ruf des einen Strolches:„Ich bin gestochen!“ stürzten die beiden andern mit ihrem Kameraden in ber Richtung nach dem Allerheiligenthore sort. Darmstadt. Die kürzlich abgehaltene Generalver— sammlung der Actionäre der hiesigen Saalbaugesellschaft hat sich dafür entschieden, den Bau anstatt wie ursprünglich projeclirt in der Bleichstraße nun in dem ehemalig Ried— esel'schen Garten auszuführen. Das bereits arquirirte Grundstück in der Bleichstraße soll in Parzellen verkauft und der voraussichtlich zu erzielende Gewinn zu Gunsten des Unternehmens verwendet werden. St. Goarshausen. Vor Kurzem ereignete sich hier ein Fall, der glücklicherweise Weise nicht ost vorkommt. Vor ungefähr 14 Tagen wurde in hiesiger Kirche ein junger Mann, angeblich Croupier aus Wiesbaden, mit einer Person aus dem im hiesigen Amte gelegenen Orte Lierscheid getraut, und das junge Paar lebte in harmloser Stille in dem Geburtsorte der Frau. Am 22. d. mit dem letzten Zuze von Wiesbaden kommt nun eine junge Frau, die sich hier nach dem genannten Manne erkundigt und auf die Nachricht, daß derselbe verheirathet sei, sich zu dem Herrn Pfarrer begibt und sich dei demselben als die Fran des besagten Herrn legitimitt. Daraufhin begab man sich unter Zuziehung des Herrn Bürgermeisters in die Wohnung des b. aares welches in dem Augen⸗ blicke nach allen Anzeichen an nichts wenlger, als an eine so unangenehme Störung denken mochte, und nahm die Verhaftung des Mannes vor. Derselbe wurde geschlossen in das hlesige Gefänguiß abgeliefert. Bremen. Zur Warnung für Auswanderer bemerkt der Bericht des Bremer Auswandererbureaus:„Es ist davor zu warnen, wenn der Auswandererstrom besonders stark anzuschwellen pflegt, hierher zu kommen, ohne sich bereits dabeim einen Schiffsplatz gesichert zu haben, sofern man nicht in der Lage ist, nöthigen Falls einige Zeit hier auf eigene Kosten zu warten. Denn sehr leicht kann es nämlich in jenem Zeitraum sich ereignen, daß die Schiffe vollstänbig besetzt sind, d. h. nach ben bestehenden gesetz⸗ lichen Bestimmungen keine Personen mehr an Bord nehmen dürfen, damit sie nicht durch Ueberfüllung Gesundheit und Leben der Reisenden gefährden; alsdann muß die nächste Expedition von Auswandererschissen abgewartet werden, die bier bei Segelschissen wie bei Dampfern nur an sesten Tagen geschleht, bei jenen in längeren, bei diesen in kürzeren Zwischräumen.“ Schon bei der letzten Dampfer⸗ expedition hat sich die Berechtigung dieser Warnung heraus⸗ gestellt: über 100 Personen mußten zurückbleiben, welche auf gut Glück hierher gekommen waren, ohne sich die Ueberfahrt durch Verträge gesichert zu haben. Ohne von den Expedienten irgendwelchen Ersatz verlangen zu können, haben sie hier Zeit und Mittel zu vergeuden; gehen ihnen die letzteren aus, so kemmen sie in die schlimmste Lage, da sie trotz der Hülfsbereitwilligkeit unserer Behörden nur selten auf unmittelbare Geldunterstützung rechnen können. Berlin. In der„Keeuzztg.“ bittet ein Pastor um milde Beiträge für einen 67jährigen Veteranen, der bei Leipzig und Bellealliance mitgekämpft habe und jetzt Einen Thaler monatliche Unterstützung erhalte. Wem sollten da nicht die Dotationen von 1866 einfallen? 5 Holz- Versteigerung. 3554 Dienstag den 5. und Mittwoch den 6. April J. J., sollen in dem Gemeindewald zu Groß Karben ein Angriff gegen Kapital- 0 15 1 dachverzeichnete öffentlich werden: 1) 362 Eichen ⸗Baustämme von ca. 40000 Cubik⸗ Fuß Inhalt von vorzüglicher Qualität, D ea. 30 Stecken Eichen Sseitholz 1„ Stockholz, Die Zusammenkunft ist bei dem Brückchen auf der uhwelde Morgens um 9 Uhr, und kommt das Brenn- olz den 2. Tag zum Ausgebot. Groß⸗Karben den 24. März 1870. Groß berzogliche Bürgermeisterei Groß Karben Bär. Holz Versteigerung. 5 Montag den 4. April d. J., Vormittags 9 Uhr, Holzsortimente versteigert 1 1 f erden in dem Gräflich Leiningen'schen Walddlstrict Propffflümpfe“, neben der Dtebseiche, an der Hanauer Straße zwischen Ilbenstadt und Kalchen gelegen, nach⸗ fehende Holzsortimente öffentlich an den Melsibietenden bersteigert: 10 34 Stecken Buchen⸗Prügelholz, 2„Nichen⸗ N 3 1 Birken⸗ 1 29 2„ Kirchen-„ 12„ Buchen ⸗Stockbolz, 3 6) 13600 Stück Buchen Wellen, 117 600„ Eichen⸗„ Dien„ 1 0) 175„ Kirschen⸗ Gegen ordnungsmäßige Bürgschaft wird zur Bezahlung ee Sleigschillings Frist bis zum 30. September d. J. gegeben. Schloß Ilbenßadt aden 26. März 1870. a Gräflich Letningensche Rentei Biera u. Gesuch. 96 Dte hiesige Gemeinde sucht Kapltalien im Betrage dis zu 4000 fl. zu 4% Zinsen aufzunchmen. Diefenigen erten Kapttalisten, welche sich an dieser Kapital⸗ 1 ufnahme beibeiligen wollen, werden gebeten, hre An- meldungen unter Angabe des Betrags baldigst an die interzeichnete Stelle gelangen zu lassen. Ufphe am 26. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Utphe Bo cher. Bekanntmachung. 8903 Die Versteigerung der Arbeiten und Materlal⸗ fieserungen zum Frlerhof der teraclulschen Gemeinde Nleder⸗ Wöllsladt vom 25. d. M. hat die Ge⸗ gehmigung erhalten. Ftrledberg den 29. März 1870. Der Bezirks⸗Bauaufseher Schneider. Glyeerinseife, feinste Transparent, per Dutzend 48 kr.— 36 kr.— 26 kr. 2 Stuck 6 ke.— 4 kr.— 3 ke. 1 pftehlt Wu. Sturmfels, 0 0 N 0 Pof⸗ Apotheker. Steinklopferarbeiten. 894 Samstag den 2. April, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Rathhaus zu Fauerdach b. Fr. das Zer⸗ schlagen von 8 Cubik- Klafter Unterbhaltungssteinen auf die Vlelnalwege an die Wenigfinehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 29. März 1870. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider. Arbeits-Versteigerung. 903 Samstag den 2. April, Nachmittags 2½ Uhr, soll zu Fauerbach d. Fr. die Reparatur der Schäfer⸗ hülte, bestehend in: Weißbirderarbeit, veranschlagt zu 6 fl. Schreinerarbeit 1 an die Wenigfinehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 29. März 1870. Der Bezuks Bauaufseher Schneider. Arbeits⸗Versteigerung. 905 Samstag den 2. April, Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Büreau des Gtoßberzoglichen Bürgermeisters zu Wisselsheim für 75 fl. Chaussirarbeit einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Gambach am 29. Malz 1870. Schneider, Bezirks Bauaufseber. 200 Gulden liegen in der hiefigen Kirchenkasse zum Ausleiben 892 bereit. Bönstadt am 28. März 1870. Der Kirchenvorstand. N Ein uberlassiger Auecht alsbaldigen Eintritt gesucht. Lohn fl. 130. Näheres bei der Exped. d. Bl. Zwei schöne Logis 884 find zu vermtethen und können soglelch bezogen werten bet ärtner Heß. Brodpreise vom 1. bis 18. April. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg: ½ Waizen, ½ Korn./ Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 48 15 kr.] Zweite Sorte 48 13 tr. 1 9 2, 6½„ 5 e 3%* 2 n 2½ Loth Milchwaaren kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr Für Bad⸗ Nauheim: Kasseler Brod 4 8 15½ kr. 8* 29. L* *„* 77/1„ Erste Sorte 4 14 fr. Zwalte Sorte 4 6 12 ti. ** 2* 7 1** 2* 6— ** 1* 3½*** 1* 3* Für Butz bach: Erste Sorte 4 r 14 kr. Zweite Sorte 4 12 tr. ** 2** 10* 8 6* 7„ 1* 3½ 67*** 3* Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1.— 18. April. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: Ochsenfleisch pr. 8 20 kr., Schweinefleisch pr. 8 18 kt., Kuhfleisch, gem. 17„ Kammstück 112 Rindfleisch, gem. 17„ Leber- u. Blutwurst 20 Hammelfleisch 14„Bratwurst* Keil und Carre—„ Schwartenmagen 24 Kalbfleisch 14„ Geräucherter Speck 32„ Keil und Carre—„ Dörrfleisch 24 Nierenfett 24„ Schinken 28 Hammelsfett 1 Schmalz, ausgel. 28„ Schmalz, unausgl. 28„ Ausnahmspreise: Schwartenmagen 28 kr. bei Py. Windecker. Bratwurst 24 kr. bei W. Heß, P. Engel Wittwe, H. Gerth, J. Ruppel, J. Walz, A. Engel, W. Reuß. Geräucherter Speck 30 kr. dei W. Heß, H. Gerih, J. Ruppel, A. Vogt Erben, J. Walz, Dörrfletsch 24 kr. bei W. Heß, H. Gerth, J. Ruppel, A. Vogt Erben, C. F. Walz, J. Walz.— 28 kr. bei J. Wind's Wittwe. Schmalz, ausgel. 30 kr. bei A. Walter, A. Vogt Erben, C. F. Walz,— 22 kr. bei H. Blum, N. Engel, Ph. Windecker, J. Wind's Willwe, L. Kreuter, W. Neuß; unausgel. 26 kr. dei W. Heß, P. Engel Witiwe, H. Gerth, J. Ruppel. A. Vogt Erben, A. Engel, W. Reuß.— Hammel⸗ fleisch 15 kr. bei J. Hanstein und W. Kreuter. 2 Für Bad⸗Nauheim: Ochsenfleisch pr. 3 20 kr., Schweinefleisch pr. J 18 k., Kuhfleisch, gem. 16„ Leber u. Blutwurst 24 „ ungem. 14„ Bratwurst* Hammelfleisch 16„ Schwartenmagen 28 Keil und Carre—„ Cervelatwurst 40„ Kalbfleisch 14„ Fleischwurst n Keil und Carre—„ Geräucherter Speck 32„ Nierensett 18„ Doörrfleisch— Hammelsfett 16„Schinken 90 Schaaffleisch„ Solperfleisch 5 Schmalz, ausgelassen 32 kr., unausgelassen 28 kr. Ansnahmspreise: Bei W. Bieler Hammelsfett 20 kr. — Bei Sam. Löb ung. Kuhfleisch 12 kr., Nierenfett 16 kr. Bei M. Rosenthal und S. Rosenthal Niecenfett 20 kr.— Bei D. Fritz Schweinefleisch 19 kr. — Bei H. Langodorf und H. Klinkerfuß Cervelat⸗ wurst 44 kr.— Bei Krauch(Chausseehaus) Dörr⸗ fleisch 24 kr., Solperfleisch 17 kr., Schinken 26 kr., Leber- und Blutwurst 20 kr., Schwartenmagen 24 kr., Cervelatwurst 44 kr., Fleischwurst 26 kr., Drat⸗ wurst 20 kr., Schmalz, ausgel. 28 kr., Schmalz, un⸗ ausgel. 26 kr. Für Butzbach: Ochsenfleisch pr. N 20 kr. Schweinefleisch pr. Z 18 kr. Kuhfleisch, gem., 14„ Leber- u. Blutwurst 20„ Rindfleisch, gem., 14„ Bratwurst 28 Hammellleisch 15„ Schwartenmagen 24„ Keil und Carre 17„ Geräucherter Speck 32„ Kal bfleisch 11„ Dörxfleisch 2 Schaaffleisch—„ Schinken 20 5 Nierensett 24„Schmalz, ausgel. 30„ Hammelssett 18„Schmalz, unausgel. 28„ Ausnahmspreise: Kalb fleisch 13 kr. bel G. C. Fischer G. W. Schneider.— Bei Jac. Kobelt Kalbdflelsch 14 kr., Hammeksleisch 16 kr., Schmalz, ausgel. 32 ke. — ———————— „ — ist meine Wirthschaft wieder eröffnet. Bad⸗ Nauheim. 906 Vom 1. April an 2 5 7. P. Kröll. Das Neueste in 5 Sonnen-& negenschirmen 833 empfiehlt zu reellen Preisen K. Friedrich neben der Post in Friedberg. Epileptische Krämpfe(Fallsucht) der Specialarzt für Epelepsie Doctor O. Killisch in Berlin,. etzt: Louisenffraße 45— Bereits über Hundert geheilt. n beilt brieflich 8 1 Arbeits⸗Versteigerung. 904 Samffag den 2. April d. J., Vormittags 10 Uhr, werden auf den Gemeindehause zu Oppershofen vachstehende Arbeiten zu fertigen und Materialien zu Aechter bahrischer, medizinischer Malzzucker, 566 anerkanntes bestes Mittel für Heiserkeit und Husten, Praktischer Unterricht in 8 Aitteddeutscher 901 Zu elner Versammlung am Sonntag den 3. April, Nachmittags 4 Uhr, im Saale des Gaflwirths Thomas in Assenhelm werden die Mitglieder, sowle Freunde des Gartenbaues hiermit eingeladen. Während der Fasten jeden Freitag gewässerten Laberdan. Im Anfertigen von Fraueuhleidern, 8g in und außer dem Hause, empfieblt sich Margaretha Brack, Kircgase der ein⸗ fachen und doppelten Buchführung Obst- und Gartenbau-Verein. J. A. Windecker. 910 für Kaufleute, Gewerbtreibende und Fabri⸗ kanten, um ibre Bücher vereinfacht, deutlich liefern einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt: 5 und übersichtlich zu führen.— Nebst Anweisung— 1) Maurerarbeit, lt. Koflenüberschlag 158 fl äiztlich ae Haupt⸗Depot bei zur Schnellrechnenkunst, zur richtigen Ausstellung von 2) Llefern von Kalk 80„ Wilh. Sturmfels, Hof⸗Apotheker Wechseln, Verträgen und Contrakten und An⸗ 3) Brechen von Mauersteinen in den Rocken⸗ FFEEFCCCCCCCCCCCCCCCCC00 leitung zur Einklagung der Buchschulden. berger Sandsteinbrüchen 1855 Von Wilh. Trempenau(Buchhalter). Betreff 10 e 7 Send 54„ 795 Junge Leute, welche die biesigen Bildungs⸗ Preis: 1 fl. 30 kr. 2 kiefern von Sand aus der Rockenberger Anstalten besuchen wollen, finden in meiner NB. D ines jed fmänni Sandgrube 36„ Familie unter tüchtiger Aufsicht, nebst Nachhülfe Geschä 1 e ich fü h 17 e 6) Aussetzen der Mauersteine und M in Schularbel Mufik 1 eschäfts i eine gute Buchführung, und hierzu . 1 essen 0 un. Schularbeit und kusik unter billigen Be⸗ gibt dies Buch die beste Anwelsung und tst Allen, die daran e Ag und Aukabten ven Sie 10„ dingungen. Kost und Wohnung. mit Einrichtung, Führung und Abschlüssen der B ihrer nen zur Darmstadt den 20. März 1870. Handl abücher zu thr b ls ein M 1 Herstellung von Riesel⸗Kanälen, sowie Revisor Jaubitz Wutwe Fu ch e zu ihun haben, als ein Musters- erstellen dieser Kanäle 76„ f 0 5 e n 5 2 3 dach am 29. März 1870. a Magazinstraße Nr. 5. Vorräthig bei Binderuagel& Schimpff in ö Sonetde, T Ä e Bezirks⸗Bauaufseher. 5 1 Warnung Ju verkaufen 0 N 1 85 902 eine Partie verschiedenes, noch ganz gutes Bau⸗ 1 Valent .„ 908 Ich warne hiermit Jedermann meiner Frau Etwas holz, nebß zwei großen Wirthstischen, Ludwigs flraße 500. baume! . auf meinen Namen zu borgen, da ich Zahlung nicht leiffe[ 8 4 kung v 887 Erbsen zum Kochen, sowie zue Aussaat, Wicken Ober Rosbach. Liborius Ruhl. Fruchtprei se. 1 0 und sonflige Saatfrüchte, alles bester Qualität. Bei Ab⸗ Per Malter. he nahme größerer Quantitäten billiger. G e I el t Friedberg, 30. März. Waizen 10 fl. 50„ en Butzbach. Gabriel Rosenthal, 3 Kort 8 fl.— tr.; Gerste 7 fl.— kr.; Haser 4 fl. 45. dei de Grtedlerstraße„zum Erker.“ 897 für ein Manufacturwaaren⸗Geschäft ein Lehrling, Frankfurt, 28. März. Wafzen 11 fl. 35 ke.— C Zeraelte, zum alsbaldigen Eintritt. Näheres bei der] Kore fl.— tr.; Gerste— fl.—kr.;— Hafer 8 fl. 25 fr. Ein poll andi 15 0 ig Exped. d. Bl. Grünberg, 26. März. Waizen 11 fl 6 kr. He 1 0———(erz 8 fl. 25 r.; Gerste 6 fl. 40 kr. Hafer 5 fl. 15 k he de 909 mit allem Zubehör und separirtem Eingang ist in 25 bis 30 Causend Buchsbaumpflanzen 14 8 S f.,. K 1 ae e 5... meinem Hause zu 8 und jeder Zeit zu beziehen. 899 hat zu verkaufen 28 Zi ö e i . Gärtner in der Burg. Melbach. Wilhelm Keil. 715 7: ii „. Istaclitischer Gottesdienst in Friedberg. en Ein tüchtiger Rockarbeiter 15, f 5 35 Freitag Abends 59¾ Uhr. 5 J. Jun 900 findet dauernde Beschäftigong bei N Samsiag Morgen 8/ Uhr. busen a 5 Schneidermeister Rampe, 907 Aecht medieinischen Bairischen Malzzucker. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 1075 Usagasse. 0 C. Gör tz. Druck und Verlag von Bindernagel& Schi mp, 1 1 05 — i 0 0 1— 0 N 1 desorgt gegen billige S Air l. e in 2 Den An-& Verkauf von Staatspapieren ieee„ Hirschhorn in Kriedberz. 8 5 J die Eisde 33 i. von, Staatspapieren, 2* 2„ engebroc An- Ul Ver au Coupons etc. besorgt billigst J. 4. Nauheim 27 Friedberg. bie ———— Tr.. ̃ r.. 7 5 2— 7 c— ö 0 Frankfurter Börse.(Nach dem Syndicats-Coursblatt.) 29. März 1870. Sah 8 Nen S taatspapiere. Vollbz. Aetien, Priorit.& Obligat. Preussen 10% n 2 5 55 Baden 4½% Obligat. J 105 1% 0. J% Frankfurter Bank a fl. 500[127/ 0. 5 80 2 0 0. 52 G. 85 40, 0. 86½ G. 4% Darmstädter Bank à fl. 250[327 ½ P. 0 Frankfurt 3%% n 81¼ G. Gr. Hessen 4% Obligationen 9275 6. 30 U Oesterr. Nat.-Bank-Actien 695 2 9 Wa 407% Obst 75„ 43%/% 40. 875 6 P. 50 6 Oesterr. Cred.-A. Oest. W.% 278 77½ 78½ d. wt ei 40% 0 1 ionen 3791 G. Oesterreich 50% Einh. Staatsch. j. S. 58¾ P. ½ 6. 4½0,% Bayer. Ostbahn à fl. 200 120 P. 3 hn 4% Oplgst. 4 105 5 22 1 50%„ i. P. 50 ½ 6. 4½% Hess. Ludw.-Pr. Obl. i. fl. 947% P. J bade 5% Obligationen 70050 g„ 5%„%„ 7 50½½ 6. 5% Elisab.-B. Pr.-Obl. 1. Em. ½ 77 P. ½ b. und a nr 55/ b. u. G. Russlaud 5% Ob!. i. L. à fl 12 84 ¼% P. 8% G. 50% Elisab.-B. Pr.-Obl. 2. Em.% 75½ P. Ochs 0 4% 50 15 0 96½¼ P. Finnland 4½% O. i. R. à 105 83¼ P. 60% Oest. süd. Lom. E.-H. i. fr. 74/102½ F. 1 3 ein r 1 p. Schweden 4¼½% Obl. Thlr. à 105 88¼ P. 30 0 Oest. Süd. St. Lomb. E.-B. Pr. 50% P. e e 3% ee 5* 0. 5 4½0,% Obl. i. L, ͤ fl. 121 87½ G. 30% Oesteri. St.-Eis. Pr.-O bl. i. fr. 58% P. 9% G. 5 11 u N 5 5— A FP. 5 N.-Amer. 69% Bonds 1882r v. 62 95 ½½ b. 30% Liv. Pr.-Obl. Lit C., D.& 5/2„ 32/ P. 8* 2— 0—.— P. 858% G. 1 90% Ron s 1857 v. 65 94 P. 93% G. 5% Tose. Centr. E.-B. Pr.-Obl.„52 ½ P. 1 N 2 1 15. 5 3 58 G.* Amsterdam k. 8. 1005, G. 1 Freuss. Kassensch. 144%—45 ½ Besuche 5 4% Bad. 5 I., Thlr. 100 1000 3 2 Augsburg E 84 99/ 6. 8 Preuss. Friedriehsd'or„ 9 58½— 591% e eee 8 Berlin Tulr. k. S. 105% B S vistolen„ 9 4749 bor e. 1745% 6. 8 Bremen Thlr. k. 8 975 P.—„ Doppelte» 9 48—50 7 5„ 25.. S 0 Thlr. k. 8. 15 B. 7 Holl. fl. 10 Stücke„ 9 51—56 8 a 2 7 amburg M. B k. S. 8 ½ G. Ducaten„ 5 36—38 5 He 715 125 9 715 55 7 Leipzig Thlr. k. S. 105 B. 2„ al maro„ 537-39 2 ee een 18. N London Let. k. 8. 120 119% b. N 20 Franes-Stücke„ 9 30½—31½ 2* 101 1 7 80 93 2 München fl. k. 8. 998/% G. N 2 Engl. Sovereigns„ 11 55—59 2 2 100 5 0 3955 115½ b. v. 6. 5 Paris Fr. 200 k. S. 95½ 95 b. ö Russ. Imperiales„ 9 48—50 — Schved. Tl 5 1 0 0 58 197 b.— Wien 5. W. k. S. 95½ B. 95s% 6. 8 5 Franes Thaler 8 Thlr. 10-L. 12½ b. 2. Bankdisconto 3½½%% 6. Dollars in Gold„ 3 34 S. Lindheimer Söhne An- und Verkauf aller Werthpapiere unter Zusicherung reeller Bedienung. in Prenkfurt a, M. Zeil 29. Auskunft über Verlosungen, Coupons- Zahlungen u. 8s. w. wird gerne ertbeilt.