eim Jaben an 00 dertigt, Nr 0187 iender ut“ er. 0 wossen„ 5 . 8 Schimpf. hei 0 in. 9 nn unftttb Bf Mende ½8 I 1 0. ade Nuglitber un Dettetlun. jenheil ger Markt Mergert präcis II. inrich Waas 1 Merwaaln Hedtt, Tachgloden Ketter u. dergl⸗ agen did in tent u fastest. —— 7* „Jhuus terhandschub⸗ Backe. serdan! Zud Fertsch eöflach 18 Winbeim, * tts. 2 N stidtut It NI 1 * et Pol. 0 4000 Gefangene gemacht. il Aeitöbttg. ix. s. Hoffmann, 1 0 2**ä“.C 2 2 1 Dienstag den 29. Uovember. M141. Oberhessischer? Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — ——. Betreffend: Maßregeln gegen die Rinderpest. Amtlicher Theil. Friedberg am 25. November 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach einer Mittheilung der Polizeibehörde zu Mainz wird nur solches Vieh, mit alleiniger Ausnahme von Pferden, in die Stadt Mainz eingelassen, bezuglich dessen Ursprungs⸗ und Gesundheitsscheine beim Eintreiben vorgezeigt werden können, auch wenn das Vieh aus Gegenden kömmt, in denen die Rinderpest nicht herrscht. Indem wir Sie Diese An⸗ Bekanntmachung. ordnung ist mit Rücksicht darauf getreffen, daß in einzelnen Gegenden, wie Rheinpreußen, die Seuche noch nicht erloschen ist. hiervon benachrichtigen, geben wir Ihnen auf, die Viehbesitzer Ihrer Gemeinden hiernach zu verständigen und auf decen Verlangen solche Bescheinigungen auszustellen. Trapp. Die Forststrafen vom IV. Quartal 1870 und die Felbstrafen der V. Periode 1870 können an den bestimmten Zahltagen W0delieg und Donnerstag“ Morgens von 812 und Mittags von 2—5 Uhr an das unterzeichnete Nentamt bezahlt werden. vir Samstag den 3. Dezember Vormittags von 9—11 Uhr bei Herrn Gastwirth Joutz zu Butzbach. Als besonderen Erhebungstag für den Landgeri tsbezirk Butzbach bestimmen Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeisteresen dieses im Intexesse ihrer Orteangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 15. Dezember die Mabnung erfolgt. Friedberg den 26. November 1870. Groß herzogliches Rentamt Friedberg Lin deck. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Baugy, 24. Nov. Die Belagerung von Tbionville hat vorgestern begonnen; aus der Jestung wird aus 76 Geschützen geschossen, die Stadt brennt seit vorgestern Nachmittag. Die Uvantgarde der Cavalerie⸗Diviston Graf Gröben, unter Oberst v. Lüderitz, hat gestern Nachmittag ei le Quksnel ein glückliches Gefecht gegen ranzösische Mobilgarden aus Amiens bestanden, velche in wilder Flucht zurückgetrieben wurden. Graf Wartensleben. Versailles, 24. Nov. Der Großherzog on Mecklenburg setzt heute seinen Vormarsch sort. Recognoscirungs-Gefechte haben bei Neu— rille, Bois-Commun und Mezieres statt⸗ tefunden. v. Podbielsky. Metz, 24. November. Soeben hat Thionville capitulirt. Die Uebergabe tcfolgt morgen um 11 Uhr früh. v. Kameke. Dep. Moselle, Hayange, Arrondissement und bei Thionville, 25. Nov. Heute Morgen 4 1 che um 11 Uhr ist Thionville von unseren Truppen hesetzt worden. 200 Geschütze genommen und Diesseitiger Verlust kährend des Bombardements gering. v. Kameke. * Versailles, 25. Nov. Am 24. November urtrieb Oberst v. Lüderitz halbwegs zwischen ye(füdöstlich von Amiens) und Amiens Mobil- hurden, welche mit Zurücklassung ihres Gepäcks, gigen Brap(Arr. Peronne, westlich von Amiens) niflohen. Eine spätere Recognoscirung desselben mit 2 Compagnien, 4 Escadrons und 2 Geschützen sieß bei Mezieres(zwischen Montdidier und St. Quentin) auf sechs feindliche Bataillone mit Artillerie und brachte denselben nicht unbedeutende Verluste bei. Diesseitiger Verlust gering. v. Podbielsky. Versailles, 26. Nov. Am 23. November varf General v. Treskow den Feind aus seinen bositionen vor Belfort und schlug demnächst einen Ausfall ab. meldet Versailles. Dem„Schw. M.“ nen vom 24. Nov.: Gestern sprach man einmal vieder von Waffenstillstands- Verhandlungen, Paris o ernstlich gesonnen sein, auf Grund des status uo ohne gleichzeitige Verproviantirung, einen bis 12 tägigen Waffenstillstand abzuschließen. Während dieser Frist will die provisorische Re- gierung die Generalräthe zusammenberufen, um über die Geschicke Frankreichs ihre Stimme ab- zugeben; von der Einberufung einer Konstituante will man Abstand nehmen, weil die dazuzerfor⸗ derlichen Wahlen tinen zu großen Zeitraum in Anspruch nehmen dürften. Alle Anzeigen lassen entschieden auf eine Kapitulation von Paris in den ersten Tagen des Dezember schließen.— Die Forts haben seit 8 Tagen fast keinen Schuß ab⸗ gefeuert, und Trochu scheint noch immer mit einem Ausfalle zu zögern. Hier ist es sehr gut bekannt, daß die Linientruppen nicht mehr zum Vorgehen zu bewegen sind. Die französischen Vorposten fraternisiren mit unseren Soldaten in auffallender Weise. Wenn auch in Paris Mitrailleusen und Kanonen zahlreich vorhanden, so kann man die- selben nicht zu einem Ausfall verwenden, aus dem einfachen Grunde, weil die Pferde, für die kein Hafer, Futter ic. mehr vorhanden ist, unter der Last der schweren Geschütze zu Boden fallen. Die provisorische Regierung in Paris setzt alle Hebel in Bewegung, um den traurigen Zustand, in welchem die Hauptstadt sich befindet, mit Redens- arten und völkerrechtlich unerhörten Maßregeln zu übertünchen. So ist es keinem Staatsangehörigen einer fremden Nationalität, die Gesandten Wash— burne, Kern ꝛc. mit einbegriffen, mehr gestattet, Paris zu verlassen, keiner darf die französischen Vorposten passiren. — Der„Staatsanz.“ meldet aus Versailles, 19. Nov.:„Der Großherzog von Mecklenburg hatte gleichzeitig mit der Nachricht von dem Siege bei Dreux(17.) gemeldet, daß die seinem Ober- commando unterstellte Heeresabtheilung(1. baye-⸗ risches Corps, 22. Division, 17. Divpision) auf der ganzen Linie im Vorrücken gegen das Fluß- gebiet der Sarthe hin begriffen sei. Die Ein- nahme von Chateauneuf, beinahe 3 Mellen süd— westlich von Dreux, hat auf's Neue gezeigt, daß die Truppen, durch die der Feind die Loire-Armee verstärkt hatte, eines ernsten Widerstandes nicht fähig sind. Die französischen Verluste sind un- gefähr fünfmal so groß wie die deutschen. Wäh- rend die Franzosen etwa 300 Todte und Ver- wundete, nebst 150— 200 Gefangenen zurückließen, betrug die Einbuße auf unserer Seite 100 Manu. Für die Behauptung von Chartres und die Sicher- heit der großen Straße von Chartres auf Ram- bouillet, die in die südliche Cernirungslinie von Paris ausläuft, ist der gegenwärtige Vormarsch der deutschen Truppen von großem Einfluß. So glücklich auch der erste Vormarsch der deutschen Truppen gegen Orleans und die Eurelinie von Statten gegangen, so hatte sich doch herausgestellt, daß die Streitkräfte, die für die Occupation dieser Landestheile des mittleren Frankreichs im Augenblick disponibel waren, nicht überall hinreichten, um dem Guerillakrieg, den die Einwohner, durch kleinere Soldatentrupps aus den südlichen Departements verstärkt, hier von Anfang an unterhalten hatten, ein Ende zu machen. Namentlich auf dem Wege von Chartres nach Maintenon waren die preuß. Cavaleriepatrouillen fortwährend versteckten Anfällen ausgesetzt. Viele Dörfer, aus denen auf vereinzelte Patrouillen geschossen wurde, haben auf dieser Strecke nieder— gebrannt werden müssen....“ — Die Eisenbahnverbindung der Pariser Cer— nirungsarmee mit Deutschland ist durch die Vol— lendung der Pacisibahn um den Tunnel bei Nanteuil wieder um eine Tagereise abgekürzt wor- den. Seit dem 23. November fahren die Züge direct bis Lagny. — Der„A. A. Z.“ wird aue Versailles ge- meldet, daß es in Parts an Pulver fehle und daß eine Commission von Chemikern beauftragt sei, künstlichen Salpeter zu beschaffen. — Berichte aus Versailles, vom 21. d., melden: Ueber Paris schwebt jetzt fortwährend ein sixirter Ballon. Die Pariser Post-Ballons gehen jetzt immer Nachts über Versailles hinweg. — Nach Privatnachrichten wurde am 19. d. M. bei Paris ein Ballon heruntergeschossen, in welchem u. A. ein französischer General sich be— funden haben soll. Verschiedene Proclamattonen und eine zahlreiche Correspondenz flel dabei in unsere Hände. — Aus Versailles eingelangte Berichte vom 22. d. M. melden: Die Pariser Forts ver— halten sich seit drei Tagen sehr schweigsam. — Odo Russell hatte eine zweistündige Unter— redung mit dem Grafen Bismarck. Mittags war der Erstere beim Könige zur Tafel geladen, hatte aber wegen Unwohlseins absagen lassen.— Die Kartoffelsucher kommen jetzt schon zu Tausenden aus Paris heraus, so daß auf sie geschossen wer— den muß und sie in die Stadt zurückgetrieben werden.— Fürst Lynar ist, dem Vernehmen nach, mit eigenhändigen Briefen des Königs nach München abgereist.— Hier ist sehr schlechtes Wetter. Metz. Ueber die schon gemeldete Exploston im Fort Plapperville erfährt man, daß eine Ab- theilung des 7. westfälischen Festungs Artillerie- Regiments mit dem Sortiren der in großer Masse nzeiger. dort aufbewahrten französischen Patronen- und Pulvervorräthe beschäftigt war. Plötzlich gerieth ein Theil dieses Pulvers in Brand, die Soldaten wollten zur Thür der Casematte heraussteigen, konnten diese aber nicht so schnell öffnen, die Explosion erfolgte, ein Theil der Casemakte flog in die Luft und an 70 Artilleristen wurden theils getödtet, oder größtentheils sehr schwer verwundet. Ob die Bosheit eines Franzosen, wie das vor— eilige Gerücht behauptet, oder— was wahr · scheinlicher ist, irgend ein unglücklicher Zufall diese Explosion veranlaßt hat, muß die Untersuchung eigen. l etz Es ist von Versailles der Befehl er ⸗ theilt, die etwaigen Lücken in der Befestigung der Außenwerke von Metz sofort auszufüllen und die Festung binsichtlich ihres Vertheidigungs⸗ und Armirungssystems ganz als eine preußische Festung ersten Ranges zu behandeln. Höhere Ingenieure und Artillerie-Offiziere sind zu ditsem Zweck jetzt schon aus verschiedenen preußischen Festungen hier eingetroffen. Man betrachtet dieß als sicheres Zeichen, daß man preußischerseits fest entschlossen ist, diesen ungemein wichtigen Waffenplatz niemals wieder an Frankreich abzutreten, sondern, ebenso wie Mainz, zu einer deutschen Bundesfestung ersten Ranges zu machen. Zwei jetzt in Preußen neu- formirte Jägerbataillone haben die bezeichnende Benennung„1. und 2. lothringisches Jägerbataillon“ erhalten— ebenfalls ein sicheres Zeichen, daß Deutschlothringen nicht wieder zurückgegeben wer⸗ den soll.— Aus Sanitätsrücksichten ist die An- ordnung getroffen, daß die verwundeten und er⸗ krankten französischen Kriegsgefangenen, welche sich hier befinden, nach ihrer Genesung erst dann in deutschen Befangenen-Depots Aufnahme erhalten, wenn sie eine Quarantaine durchgemacht haben. Durch genaue Ermittelungen ist übrigens festgestellt, daß in den hiesigen Lazarethen Fälle von Flecken⸗ typhus nicht vorgekommen sind. Der hiesige Typhus hat eine mildere Form. Dagegen wurden in diesen Lazarethen 220 Pockenkranke vorgefunden. — Mit der Capitulation von Thionville ist eine der wenigen französischen Festungen, welche noch die Straßen von Deutschland zu den ope— rirenden Armeen sperrten, in unsere Hände ge— fallen. Thionville, eine Stadt von 9000 Ein- wohnern, ist nach Vauben'schem System befestigt, hat aber keine Außenforts und konnte daher den von den naheliegenden Höhen von Grisberg und Vermerang aus feuernden weittragenden preußischen Belagerungsgeschützen nicht lönger als kaum 4 Tage widerstehen. Es wird jetzt möglich sein, die Straße von Trier nach Metz und die Eisen— bahn von Thionville nach Puttlingen zu benützen und so die überbürdete Eisenbahn Saarbrücken⸗ Metz einigermaßen zu entlasten. Von der luxemburgischen Gränze schreibt man dem„Fr. J.“: Die französischen Deserteure, die in der ersten Zeit nach der Uebergabe von Metz schaarenweise in Luxemburg zusammenströmten, werden noch immerwährend von dort über Belgien nach dem nördlichen Frankreich und insbesondere nach der Festung Lille dirigirt. Dicht am Bahnhofe ist in einer von einem Fran⸗ zosen betriebenen Restauration ein Bureau in optima forma eröffnet, wo die Durchbrenner mit Geld und mit Pässen ausgerüstet und nach Frank- reich zurückgeschickt werden, um neuerdings gegen Deutschland zu kämpfen. Noch fortwährend kom⸗ men Nachzügler an und die Zahl der auf diese Weise beförderten Gemeinen, Unteroffiziere und Offiziere aller Art kann man ohne Uebertreibung auf 2000 angeben. Und dies Alles geschieht unter den Augen der luxemburgischen Regierung, man könnte sagen, mit ihrer offenen Zustimmung. Es fragt sich, ob die deutschen Regierungen diese Ansicht über die Rechte und Pflichten der Neutra: lität theilen und wie lange sie einer solchen Ver⸗ letzung des Völkerrechts noch müßig zuschauen werden. Straßburg. Die Commandantur hat an die Mairie folgendes Schreiben erlassen:„Herr Maire! In der Stadt darf kein Placat ohne meine Erlaubniß angeschlagen werden. Gleich⸗ wohl ist dies geschehen, und zwar Lügen über angebliche Erfolge französischer Waffen. Das Verbot ist bekannt. Wenn daher der Thäter nicht ermittelt und mir vorgeführt wird, so mache ich den Eigenthümer oder Verwalter des Hauses, an dessen Mauern sich dergleichen Anschläge vorfinden, dafür verantwortlich. Es haben bereits in diesem Sinne Verhaftungen stattgefunden, und behalte ich mir das Maß der Bestrafung, deßgleichen die Ausweisung aus der Festung oder das Stellen vor ein Kriegsgericht vor. Ich stelle anheim, der Bürgerschaft von Straßburg diesen Beschluß be⸗ kannt zu machen. Der Gouverneur: von Ollech, Generallieutenant.“ — Dieser Tage ist eine Anzahl von auf— gegriffenen Franctireurs in schwarzer Blouse unter militärischer Bewachung von hier nach Deutsch⸗— land abgeführt worden. Vom Oberrhein. Die Einführung der deutschen Verwaltung in Mühlhausen schreitet rasch vorwärts. Der Civilcommissär hat sein Büregu im Stadthause aufgeschlagen. Der Unterpräfekt wird nächstens in Function treten. Der Präfekt des Oberrheins war am Montag in Mühlhausen und wurde der Handelskammer vorgestellt. Die Landwehrleute haben bis auf ein kleines Deta— chement die Stadt verlassen und das 67. preußische Linienregiment ist schon Samstag abmarschirt. Mittheilungen, welche sich auf unsere badische Felddivision beziehen, constatiren den schon vorher signalisirten Vormarsch des Werder'schen Corps von Dijon und Vesoul aus. Man wird bei diesem Corps stets den Charakter desselben als eines Streifcorps zue Säuberung der von ihm berührten Gegenden im Auge behalten müssen, wonach die Richtung seiner Operationen wesentlich von den Umständen abhängt. Pruntrut, 25. Nov. Vor Belfort hat gestern eine anhaltende Kanonade von den Forts Justice, Miatte und Percher behufs der Verhin— derung der Besetzung des Berges Salbert statt— gefunden. Aus Olten in der Schweiz wird gemeldet, daß sich dort das Material der französischen Ost— bahn immer mehr häuft. Bis jetzt sind 100 Locomotiven dort angekommen. Ueber welch ge— waltiges Material die Ostbahn verfügt, geht aus der Nummernzahl der Locomotiven und Waggons hervor; so finden sich Locomotiven mit der Nummer 600 und mehr und Waggons mit der Ziffer 90,000. a Hessen Darmstadt. Den am 5. Dec. zusammentretenden Landständen wird der neue Bundesvertrag vorgelegt werden. Preußen. Berlin, 25. Nov., Abends 9 Uhr. Soeben ist der Vertrag über den Beitritt Würtembergs zum Deutschen Bunde unterzeichnet worden. — 26. Nov. Reichstag. Nachdem der Präsi⸗ dent der verstorbenen Mitglieder des Reichstages, besonders Twesten's, gedacht, wurde die Berathung über die Creditvorlage aufgenommen. Minister Camphausen erklärte, die Rechenschaftsablegung über die Verwendung der Geldmittel werde um- fassend dem nächsten Reichstag abgelegt werden. Im Laufe der Debatte sprach Bebel unter ener⸗ gischem Widerspruch des Hauses und wiederholtem Einschreiten des Präsidenten gegen die Creditbe⸗ willigung und überhaupt gegen die Fortsetzung des Krieges. Nachdem Lasker, Reichensperger, Braun und Löwe für die Anleihe, Liebknecht gegen dieselbe gesprochen, wurde die allgemeine Debatte geschlossen und der Antrag Bebel, Liebkaecht auf Ablehnung der Anleihe abgelehnt; dafür stimmten nur Bebel— Liebknecht, Schweizer und Hasenelever. Die Vor⸗ lage wurde in erster und zweiter Lesung an⸗ genommen. — Die Fortschrittspartei beschloß folgende Interpellation im Reichstage einzubringen: 1) War der Kriegszustand proclamirt und wo? Waren gleichzeitig die einschlägigen Verfassungsbestim⸗ mungen suspendirt oder nicht?— 2) Ist der Bundeskanzler bereit, darüber dem Reichstag sofort Bericht zu erstatten?— 3) Wie hat der Bundes⸗ kanzler die den Militärbefehlshabern nach dem Gesetz obliegende persönliche Verantwortlichkeit zur Geltung gebracht, wo dieselben ohne Suspendirung der Verfassungsbestimmungen die persönliche Frei⸗ heit, das Versammlungsrecht und die Preßfreiheit verletzt haben? — Der Staatsanzeiger enthält die Ernennung des bisherigen Zollvereins bevollmächtigten in Hanno⸗ ver, Großh. Hess. Obersteuer⸗Rath Fabricius zum Köngl. Geh. Finanzrath und vortragenden Rath im Finanzministerium. — Die„Spen. Ztg.“ meldet, daß dem Ver⸗ nehmen nach das preußische Cabinet schon in dem gegenwärtigen Stadium des von Rußland hervor— gerufenen Conflicts vertrauliche Schritte gethan hat, um nach beiden Seiten hin zum friedlichen Ausgang desselben seine guten Dienste anzubieten. Ueber die Grundlagen der Ausgleichsbemühungen liegen indeß noch keine Andeutungen vor. Hamburg. Der„Hamburgische Correspon— dent“ meldet aus Deal vom 24. d.: Das Ham- burger Schiff„Lord Brougham“ ist durch einen französischen Kreuzer genommen und hier zu Anker gebracht. Würtemberg Stuttgart. Der„Staats⸗ anzeiger“ schreibt aus Berlin, d. d. 25. Nov., Folgendes: Am 24. d. fand im Bundeskanzleramt der Zusammentritt zwischen den würtembergischen Bevollmächtigten und den, Bevollmächligten des norddeutschen Bundes, Badens und Hessens statt, bei welchem die den Eintritt Würtembergs in den deutschen Bund betreffenden Actenstücke festgestellt wurden. Die auf die vorläufig in Versailles vereinbarte Militärconvention bezughabenden Acten⸗ stücke waren am 24. d. Abends in Berlin noch nicht vollständig unterzeichnet. Die würtembergi⸗ schen Bevollmächtigten glauben, daß die Unter⸗ zeichnung des Ganzen am 26. d. stattfinden wird. — Der„Staatsanzeiger“ meldet amtlich vom 26. November. Nach der Seiner Majestät dem Könige von höchstihrem Bevollmächtigten gemach⸗ ten telegraphischen Anzeige wurden in Berlin gestern Abend 8 Uhr die Dokumente über den Eintritt Würtembergs in den deutschen Bund unterzeichnet. — Die Hauptstraßen der Stadt sind wegen der Unterzeichnung der Verträge geflaggt. Baden. Karlsruhe. Die„Karlstr. Ztg.“ meldet aus Versailles vom 26. d. Mts.: Heute wurde eine Militärconvention zwischen dem Nord⸗ deutschen Bunde und Baden unterzeichnet. Durch dieselbe wird im Sinne der allmählichen Herbei⸗ führung einer vollen Gemeinsamkeit der nationalen Wehrkräfte das badische Contingent unmittelbarer Bestandtheil der deutschen Bundes-, bzw. preußi⸗ schen Armee, unter dem Befehl Sr. Maj. des Königs von Preußen und unter der einheitlichen Leitung und Verwaltung durch das Bundes⸗, bzw. k. preußische Kriegsministerium. Oesterreich. Wien. Das dieser Tage erschienene Rothbuch enthält 44 Aktenstücke über die Stellung der Monarchie zu dem gegenwärtigen Kriege, 76 Aktenstücke über orientalische Angelegen⸗ heiten, 36 über Verhandlungen mit dem päpst⸗ lichen Stuhle und die rbmische Frage, sowie nach⸗ träglich drei über die russische Frage. In dem Resume des Rothbuches wird bezüglich des fran⸗ zösisch⸗preußischen Krieges hervorgehoben, daß die tiefer liegenden Ursachen dieses Confliktes sich diesmal stärker erwiesen, als alle vermittelnden Bemühungen. Die Regierung konnte in dem Entschlusse der Neutralität nicht schwanken, nach ihren nach allen Seiten erfolgreich gemachten Be— mühungen zur Herstellung der freundschaftlichen Beziehungen. Die Regierung ließ es bei dem französischen Gouvernement an Warnungen nicht fehlen und ließ letzteres nicht in Zweifel über die Neutralität der austro-ungarischen Regierung, wo⸗ durch diese mit den eingegangenen Verpflichtungen sich nicht in Widerspruch setzte. Das Rothbuch erwähnt sodann die Vereinbarung der neutralen Mächte wegen Nichtheraustretens aus der Neutra⸗ lität und Wahrnehmung der rechten Zeit, um durch wohlwollende und rücksichtsvolle Dazwischen⸗ kunft dem Sieger Mäßigung, dem Besiegten Er gebung in sein Schicksal anzurathen.— Bezüglich des letzten russischen Circulars fühlte sich die Re⸗ serun Bothe 93 iner portal a Zpeise f Icheilpe bperden en e raf scwalof — 10 1189. I usch unterw Abisttt n der gegeben wogene 1 wer Alen iich au nals f Ant d wustimn auf ih — —— waclior isches vie gel ens R. paldi hobene inte subver L676 d Correspoz, 1. Das han, A durch eing da dier zu Aal —* satt. Der„Staatz 1.. Noz, * Oendesfanzleram a Kuhπι,ieergischn F elnichlizien dit em Hessene fiat, Dit würkemberg, u, def die Une, d. fatsinden win. clett entlich ven! tt Najtftät den Unächtigten genac bunt in Ban kante über u dertschten Dun Du„Aatltt. 2g“ d M. Heut wicht den Nun Aaltztichntl. Du nablichtn Pt tit der naticzan a ent unmittelbar et. Z. das dieser 7 2* ib K 4 Anfüdt f den geßetpöfffh Uileche Argtlegg des van gerung verpflichtet, an die Würdigung dieses Jorganges mit dem entsprechenden Ernste und iner Ru 1 welche die Behandlung ener solchen Angelegenheit gebietet. Die Ant- vortnote des Grafen Beust auf die Circular⸗ Jepesche Gortschakoffs hebt hervor, daß kein zweifel zulässig sei über die gegenseitige Verbind⸗ lchkeit des Vertrages von 1856, der ganz oder teilweise nicht einseitig annullirt oder modifizirt gerden könne. Nur wegen der dem Kabinktte don St. Petersburg schuldigen Rücksicht geht raf Beust in die Prüfung der Argumente Gort— spakoffs ein. — der officiöse Correspondent der„Karlsr. ktg.“ schreibt: Dem Vernehmen nach gibt die ussische Rückäußerung, welche nach London bereits iterwegs und in Wien für Ende dieser Woche p isirt ist, dem Gedanken Ausdruck, daß Rußland der Sache selbst und aus den bereits kund— gebenen Erwägungen auf seinem reiflich er⸗ hogenen Entschluß zu beharren nicht umhin könne; e werde sich der Weg finden, sich desfalls mit alen Interessenten des Pariser Vertrags freund lch auseinander zu setzen, als es, wie es noch- nals förmlich und feierlich wiederhole, nicht ent— ssent die Absicht habe, an denjenigen Vertrags- bstimmungen zu rütteln, welche nicht die Rüchsicht af ihre Würde und die Pflicht der Selbstachtung ür jede große Regierung unerträglich machen müsse. Prag. Die Polizei entdeckte in der Re- daction der„Correspondance Slave“ ein franzö⸗ ssches Werbe⸗Bureau und verhaftete sechs Tschechen, de gerade während der Anwesenheit der Polizei s Redactions⸗Bureau traten, um sich für Gari⸗ hildi anwerben zu lassen.— Das hier aufge- hobene Garibaldi'sche Werbebureau ist die Filiale enes Wiener, von der französischen Gesandtschaft übventionirten Central⸗Werbebureau's. Pest. Eine im Unterhause eingebrachte Vor- lge der Regierung beziffert den bei Ausbruch des teutsch⸗französischen Krieges behufs Completirung des Heeres gemachten Aufwand auf 19 Millionen. — Mehrere verfassungstreue, der Linken des Ab- ordnetenhauses angehörende Mitglieder inter— hellirten den Grafen Beust, welche Schritte er in der russisch-türkischen Frage gethan habe, um Desterreich den Frieden zu erhalten. Graf Beust übermittelte Vorlagen der Regierung. Frankreich. Tours. Die Regierung lüßt einen Bericht über das Gefecht bei Chatillon Arbreiten. Darnach war es in der That ein nächtlicher Ueberfall, den die Garibaldianer aus— führt haben. Von Saulieu wurden nach Autun 167 Gefangene, darunter 11 Offiziere, 62 Pferde, 4 Munitions- und Proviantwagen und 1 Post⸗ nägelchen mit der ganzen Correspondenz verbracht. die Gefangenen gehörten angeblich dem 6. Corps (11. Division) an. Unter den Gefallenen soll sch ein Infanterieoberst und der als Platzmajor u Chatillon fungirende preußische Oberst befinden. — Gegenüber der Depesche des Großherzogs n Mecklenburg, wonach dieser bei Dreux die stanzösische Loirearmee geschlagen haben wollte, ann die„Correspondance de Tours“, ohne die thwendige Discretion zu verletzen, constatiren, duß die französische Loirearmee seit der Wieder anahme von Orleans ihre Cantonnements nicht urlassen habe und unmöglich nach dem 15 Meilen utfernten Dreux abgerückt sein könne. Die bei Dreux, das übrigens eine offene Stadt ist, zurück⸗ agangenen Mobilgarden seien National- und Nobilgarden des Westens. — Aus Tours kommt folgende Depesche des Ninisteriums: Evreux, 22. Nov. Die National- gurde von Evreux und der Nachbarschaft, unter— sützt von der Landbevölkerung, welche die Preußen uckt, hat alle ihre Stellungen behalten. Die stunzösischen Truppen haben gegen Vernon die Offensive ergriffen und einen ungeheuren Proviant- Tansport dem Feinde, welcher von Pach nach Nantes ging, weggenommen. Die Bedeckungs- vannschaft, 1500 Mann stark, ergriff nach einem leichten Gefechte die Flucht. Das Eurethal ist i. Im Osten ist das Oignonthal gleichfalls rei und scheint die Bewegung des Feindes gegen kyon aufgegeben zu sein. des Volkes von Neuem belebte. — Aus Pariser Ballonbriefen vom 20. d. ist die Ursache zu ersehen, welche die Hoffnungen Picard's Organ, der„Electeur libre“ meldet nämlich unter Reserve, daß am Mittwoch den 17. d. die europäischen Mächte eine Collectivnote in Versailles überreicht hätten. Havre. Ein Börsenanschlag meldet, daß die gesammte Flotten ⸗Division des Admiral Peuhoet in Cherbourg nach gefahrvoller stürmischer Fahrt in der Nordsee mit 7 Schiffsprisen nach Cherbourg zurückgekehrt sei. Nur die„Guyenne“ mußte wegen Havarie in Dünkirchen zurückbleiben. Nach Aufnahme von Kohlen und Lebensmitteln wird die gesammte Flotten-Division zur Ablösung der Flotten-Diviston Gueydon's in die Nordsee zurück fahren, wo eventuell eine Ueberwinterung statlfludet. Havre, 26. Nov. Nordwestwärts von Le Mans sind Theile der deutschen Armee vorge— drungen, die uns seit 40 Stunden aller Verbin- dungen auf den südlichen Landwegen berauben. Wahrscheinlich wird schon in den nächsten Tagen über Cherbourg die nothwendige Communication mit dem Sitze der Regierung auf dem Seewege her— gestellt sein. Ob Le Mans etwa schon im Besitze des Feindes sich befindet, ist hierorts nicht bekannt. Belgien. Brüssel. Louvain und Ulric de Fonvielle sind mittelst Luftballon aus Paris in Belgien eingetroffen. Nach den neuesten Berichten soll die Stimmung dort noch sehr san— guinisch sein. — Der aus Paris mit dem Luftballon hier eingetroffene Arthur v. Fonvielle hat die Donners— tags-Nummer des„Temps“ mitgebracht, in dessen Situationsartikel versichert wird, daß die Stadt mit Ausnahme von Fleisch und Oel reichlich bis zum Januar mit allen Lebensmitteln versehen ist.(2) — Hier eingegangenen Nachrichten zufolge hätte Gambetta im Lager von Conlie(Departement Sarthe) einen Besuch abgestattet.— Die Armee des Großherzogs von Mecklenburg steht nur noch 30 Kilometer von Le Mans.— General Cam— briels hat einen Brief an Gambetta gerichtet, in welchem er den ihm gemachten Vorwurf des Ver— rathes und militärischer Unfähigkeit zurückweist und vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden verlangt. — Die fälligen Briefe und Journale aus Tours, Poitiers und Nantes sind nicht angekommen, was auf eine Unterbrechung der Bahnlinie in der Gegend von Le Mans schließen läßt. — Ein per Ballonpost hierher gelangter Ar— meebefehl Trochu's vom 18. d. rügt in heftiger Weise die zwischen den deutschen und Pariser Truppen entstandenen freundschaftlichen Beziehungen, welche selbst von französischen Offizieren unter— halten würden, die er im Vertrauen auf ihren Eid bis nach St. Denis vorgeschoben habe. Trochu droht, im Falle sich ein solcher die französische Ehre befleckender Verkehr mit dem Feinde wieder— hole, würde er die ganze Strenge des Gesetzes walten lassen. — Belgischen Blättern wird telegraphirt: Nach zuverlässigen Nachrichten aus Versailles ist daselbst die Correspondenz zwischen dem Grafen Beust und dem Fürsten Metternich aufgefunden worden. Die— selbe ist so compromittirend für den Reichskanzler, daß man dessen Stellung für unhaltbar geworden ansieht. Großbritannien. London. Die„Times“ meldet, Graf Chaudordy sei doch in Versailles gewesen, seine Mission aber, welche die Einberufung der Constituante und den Abschluß eines Waffen⸗ stillsandes bezweckte, sei gescheitert. — Dasselbe Blatt schreibt vom 26.: Da die russische Antwort gestern zu spät für eine Berathung der Minister eingetroffen war, wurde die Eröffnung auf den nächsten Montag stattfindenden Minister— rath verschoben. Fürst Gortschakoff behauptet, die eingenommene Stellung rechtfertige sich durch die angegebenen Vertragsverletzungen anderer Contra— henten und durch den Zweifel, ob ein bloßes Ansuchen um Revision erfolgreich sei. Fürst Gortschakoff versichert abermals Rußlands Friedens- liebe.„Times“ und„Daily News“ erachten dem— nach den Weg für eine Verständigung für offen und hoffen eine friedliche Lösung. — Der„Observer“ bezeichnet die russische Antwortnote als in sehr versöhnlichem Geiste ge— halten. befriedigend, so sei das Aufgeben des früheren dictatorischen Tones ganz klarer Gewinn im In⸗ teresse des Friedens.— Odo Russel verbleibt vorerst wahrscheinlich in Versailles Sei ihr Inhalt auch noch nicht ganz Spanien. Nachrichten aus Spanien, die aus franzbsischen Quellen kommen, melden, daß in Madrid große Aufregung herrsche. Die Truppen sind in den Kasernen consignirt: es steht eine republikanische Insurrection bevor. In Arragonien herrscht dieselbe Aufregung, die von den Carlisten genährt wird. Barcelona ist sehr stark bewegt. Der dortige Generalkapitän telegraphirt an Prim: „Alles ist verloren, wenn nicht unverweilt Ver— stärkungen gesendet werden.“ Italien. Florenz. Die Regierung ver— hindert nicht blos den Uebertritt von Italienern nach Frankreich, sondern auch die Rückkehr der Garibaldianer von dort, sofern sie ohne Paß.— Der Herzog von Aosta zeigte nach Madrid tele— graphisch die Annahme der Krone an. Das spanische Geschwader mit der Krondeputation wird in Genua erwartet. Türkei. Konstantinopel. Die„Presse“ meldet:„La Turquie“ hofft zuversichtlich, die friedlichen Beziehungen Rußlands würden nicht unterbrochen werden; der Congreß könne Alles ruhig regeln.— Der norddeutsche Gesandte ver— sicherte, wie man demselben Journal telegraphirt, Deutschland hege gegen die Türkei die freund⸗ schaftlichsten Gesinnungen; man beginnt sich über die Haltung Preußens zu beruhigen. Rußland. Petersburg. Eine Privat⸗ depesche der„Berliner Börsen-Zeitung“ lautet: „Man betrachtet hier die Situation hinsichtlich der Pontusfrage als durchaus friedlich, da bereits die Gewißheit vorliegt, daß sowohl England und Oesterreich, als die Türkei zur Abstandnahme von allen Schritten entschlossen sind, welche eine krie⸗ gerische Wendung herbeiführen könnten.“ — Aus Südrußland, 11. November. Im Auftrage der Regierung werden überall Pelze für die Soldaten aufgekauft. Die Lieferanten, welche aufs bestimmteste an einen Winterfeldzug glauben, bezahlen für den Pelz zum Gebrauche des gemeinen Soldaten 5— 6 Silberrubel, des Offiziers 13—14 Rubel. 5 Asien. Ueber Bombay kommt die Kunde, daß die französischen Behörden sämmtliche deutsche Einwohner aus Saigon(einem im Besitze der Franzosen befindlichen Handelsplatze) ausgewiesen haben. » Friedberg. Auf höheren Befehl ist über die in Privaspflege befindlichen verwundeten und erkrankten Sol⸗ daten eine strengere Controle, als bisher geschehen, an⸗ geordnet worden. Dtieselben haben sich für die Folge an bestimmten Tagen bei den Landwehr-Commando's behufs ärztlicher Untersuchung zu stellen und sind von diesen, sobald sie als felddiensttauglich befunden werden, wleder zu ihren Regimentern zu verweisen. Die meisten der zur Visitation erscheinenden Reconvalescenten sollen sich noch als dienstuntauglich erweisen, manche, von den Kameraden so genannte,„Drückbrüder“ jedoch auch darunter befindlich sein, die indeß unnachsichtlich zum Dienste herangezogen werden. Am 1. Dezember wird wieder ein größerer Transport dienstsähiger Mannschaft zu den im Felde stehenden Regimentern von Darmstadt abgehen. D. Friedberg. Für manche Leser dieses Blattes dürfte folgende Notiz nicht ohne Interesse sein: Am Sonn⸗ tag den 20. Nov., Morgens zwischen 9 bis 10 Uher, ge⸗ wahrte Einsender auf dem Wege von Nauheim nach Fried⸗ berg zu oft wiederholten Malen, während leichte Nebel die Sonne etwas verschleierten, mit bloßem Auge einen bedeutenden Sonnenfleck von mindestens 0,5“ mittlerem Durchmesser nach links, unten spitz zulaufend in etwa J Radiuslänge Abstand vom Miitelpunkte und im Winkel circa 300. Offenbach. Vor einigen Nächten hatten die hier in der alten Caserne befindlichen gefangenen Franzosen unter sich selbst einen ungeheuren Streit, der von 10 bis 2 Uyr dauerte und wobei viele Verwundungen vorgekommen. Von jetzt an wird man diesen Leuten, die hier sehr human behandelt werden, die bisherige Freiheit etwas beschränken. Vor einigen Tagen hatte Einer derselben einem hessischen Unteroffizier einen heftigen Fußtrilt in den Unterleib versetzt, während zwei andere sich gegen hiesige Offiziere Gemeinheiten erlaubten. Wiesbaden. Die in den letzten acht Tagen vor⸗ gefallenen Ungehörigkeiten franzoͤsischer Soldaten, und namentlich eine am Sonntag Nacht zwischen Bäckerburschen und Franzosen stattgehabte heftige Prügelei, hatten zur Folge, daß jeder französische Soldat, der nach 9 Uhr von der Patrouille auf der Straße oder in einem Wirthshause angetroffen wird, arretirt werden soll.“ rn 2668 Einwendungen gegen das von der Wittwe des eter Wolf II. ven Oppersbofen mit den läubigern ihres verstorbenen Ehemanns unterm 3. d. M. abgeschlossene Arrangement find von den unbekannten Gläubigern desselben sogewiß unter Geltendmachung ihrer Forderungen innerhalb 4 Wochen vorzubringen, als sonst dasselbe bestätlgt und vollzogen werden wird. Butzbach den 5. November 1870. Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer, Königer, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Faselochs-Versteigerung. 2779 Donnerstag den 1. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, soll im biesigen Faselstall ein dem vereinigten Armenfonds dahier zustebender fetter und zum Schlachten sehr geeigneter Faselochse in Folge eines eingelegten Nachgebols nochmals öffentlich meistbietend verfteigert werden. 2 Friedberg am 25. November 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg J. B. 9 Be: Stein ba 1 f er, Beigeordneter. Oeffentliche Bekanntmachung. Betreffend: Das Schuldenwesen des Bierbrauers Karl Preußer zu Friedberg. 2787 Die Majorität der gerichtsbekannten Gläubiger des Rubricaten hat sich mit diesem arrangirt. Unter Gestattung der Aeteneinsicht auf dem Actuariate des unterzeichneten Gerichts werden die etwaigen unbekannten Gläubiger hiermit aufgefordert, binnen einer unerftreck⸗ lichen Frist von sechs Wochen, vom Datum dieser Be⸗ kanntmachung an, ibre Forderungen anzuzeigen und beziehungsweise ihre Einwendungen gegen dieses Arran⸗ gement geltend zu machen, widrigenfalls sie als dem Arrangement beitretend angesehen werden und solchem die gerichtliche Beflätiaung ertheilt wird. Friedberg den 25. November 1870. 5 Landgericht Friedberg e i tz. Schafpferch⸗Versteigerung. 2790 Donnerstag den 1. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen im hiesigen Rathhause 5 bis 10 Schaf⸗ pferche, welche den 2. Dezember ihren Anfang nehmen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 28. November 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg B. d. B.: Stein hä 1 6 er 8 Beigeordneter. Wein d s t g. 2284 Donnerstag den 1. Dezember J. J., Vormittags 11 Uhr, werden dem Georg Bopp dahbier in dessen Behausung 1 Mutterschwein mit 8 Fetkeln, zwei Fohlen und 1 zweispänniger Wagen öffentlich meistbietend ver⸗ steigert. Assenheim am 26. November 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg eee Assenheim e st. Holz ⸗Versteigerung. 2785 Donnerstag den 1. Dezember 1870, Morgens 10 Uhr anfangend, werden im Nieder⸗Weiseler Gemeindewald in verschtedenen Distrielen nachbezeichnete Holzsortimenteleiner öffentlichen Versteigerung ausgesetzt: 3 Stecken Birken⸗, Eichen⸗ u. Kiefern. Scheitholz, 288 Eichen⸗ und Kiefern⸗Prügelholz, . Stockholz, 1680 Stück Reisholz⸗Wellen, 1½ Stecken Eichen⸗Werkschichten, 1 Stück Eichen ⸗Bauholz, 367 Stück Kiefern ⸗Stangenholz, Nieder⸗Weisel den 26. November 1870. Großherzogliche n Nieder⸗Welsel eu ter. Arbeits ⸗Versteigerung. 2789 Donnerstag den 1. Dezember l. J., Nachmittags 3 Uhr, soll zu Ostheim die Lieferung und Fertigung eines Pumpenstockes von Eichenholz, veranschlagt zu 20 fl., bel Gastwirth Hildebrandt versteigert werden. Butzbach am 26. November 1070. Der Bezirks⸗Bauaufseher Buer k. Emser Pastillen, 2489 aus den Salzen der König⸗Wilhelms⸗Felsen⸗ quellen bereitet, ärztlich empfohlen gegen Magen⸗ beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Aulftoßen und Verdauungsschwächr, Preis der plom“ bitten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf Lager in Friedberg bet Hof⸗Apotheker C. Görtz. Die Administration der Felsenquellen. Alle Sorten 2729 Formularien und Stempelpapiere bel Louis Weis den Apotheken gegenüber. Mobiliar⸗Versteigerung. 2782 Donnerstag den 8. Dezember d. J., Vormittags 9 Ubr anfangend, sollen aus der Nachlassenschaft der Fräulein Kuch auf der Dögelmühle bei Groß⸗Karben folgende Gegenstände versteigert werden: 1) Gold sund Silbersachen, 2) einige vollständige Betten mit Bettstellen, 3) größere Posten Weißzeug, als: Hemden, Hand⸗ tücher, Betttücher, Tischtücher, Servietten ꝛc. ꝛc., 4) Möbel, ats: 1 Sopha, 1 Kleiderschrank, 1 Küchen⸗ schrank mit Glasaussatz, 2 Kommoden, größere und kleinere Tische, ꝛc. ꝛc. 5) Porzellan, Messer und Gabeln, Blechsachen, Zinn, Waschseil und sonstige Sachen, 6) Kleidungsstücke, als: Kleider, Unterröcke, 1 Tuch · mantel, wollene und baumwollene Strümpfe, Sonnen- und Regenschirme und außerdem noch viele sonstige Gegenstände. Groß⸗Karben den 24. November 1870. Großherzogliches Ortsgericht Groß⸗Karben Bäer, Vorsteher. Zu vermiethen. 2707 In meinem Hause, Hauptstraße Nr. 277, find mehrere Logis zu vermiethen und gleich zu beziehen. Das Parterre⸗Logis, welches sich zu jedem Geschästs betrieb eignet, mit Hofraum, Pferde⸗Stallung, Scheuer und Gärtchen ist bis 1. Januar 1871 beziehbar. Bad Nauheim, im November 1870. Jacob Heß Wiltwe. Erklärung. 2783 Indem ich den gegen die Frau Eli sabetha Herget von bier ausgesprochenen Verdacht, als ich kürzlich im Laden des Herrn Haustädt in Friedberg mein Geldtäschen vermißte, hiermit widerrufe, erkläre ich, daß dies von meiner Seite auf einem Irrthume be⸗ ruhte, indem sich das Täschchen in dem Keller des Sertba'schen Hauses in Friedberg gefunden hat. Ilbenstadt den 25, November 1870. Maria Bickel. 8 8 8 5 2 8 8 U E 1 m 25 9 22 S 8 8 1 2 8 S. 38 —— 8 . Die Nr. 9, die neueste 2 3 8 Kriegsnummer, enthält: 2 2 88 88 Einzug des Generals von Werder in Straßburg. Ori⸗ ginalzeichnung von Reinhold Braun.— Auf falscher Fährie. Eine Criminalgeschichte aus den Akten.— Französische Unarten. Von unserem Berichterstatter Dr. H. Blum. Eine Schwadron des 2. Garde⸗ Dragonerregiments von einer Attaque auf franzöfische Kürrafsiere zurückkehrend. Von unserem Speclalartisten H. Lüders.— Bilder aus Elsaß und Lothringen. I. Von Dr. Karl Stieler.— Eine Patrouille an der Kriegs⸗ babn von Röémilly. Mit Illustratlon von Emil Hünten. — Der Pariser Belagerungspark in Nanteuil. Von Max Allihn. Mit Illustration.— Amata.(Schluß.) Novelle von Hans Tharau. Am Familientische: Bilder von Straßburg. Zu dem Bilde: Straßburg und die Steinstraße. Von Faller. Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen sich: Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Aledizinische Glycerinseise, Glyeerinseife mit Photographien deutscher Heerführer 2637 bill gst Wilh. Sturmfels, Hof⸗ Apotheker. WEeine Chaise 2675 fleht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Kirchen buchsanuszügt. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 20. Nov. Ein unehelicher Sohn Karl Ludwig, geb. den 24. October. 20. Nov. Dem hiesigen Bürger und Scribenten Joyann Karl Ludwig Christian Ferber eine Tochter Johanna Rofina Philippine, geb. den 21. Oet 20. Nov. Dem dahier wohnenden Bürger zu Gotha und Schreiner Johann August Möller ein Sohn Lud⸗ wig Hermann, geb. den 29. October. 25. Nov. Dem Großherzoglichen Landgerichts⸗Assessor Gustav Martin Georg Theodor Hofmann eine Tochter Emile Emma Ida, geb. den 26. Oct. 25. Nov. Dem Lehrer am Großh. evang. Schul⸗ lehrerseminar Friedrich Schmidt ein Sohn Johannes Ferdinand Friedrich, geb. den 9. Nov. Kalender pro 1871. Illustrirter Familienkalender 14 kr. Hessischer Hausfreund 5 Gustav⸗ Adolf ⸗ Kalender 8„ Land⸗ Kalender A„ do. do. durchschossen 6„ bei Bindernagel& Schimpff. 0 Verloren 2788 wurde am 26. d. Mts. auf der Chaussee von Nieder⸗Mörlen nach Butzbach ein schwarzes Wagen, tuch, gezeichnet Joh. Jac. Schuch in Ilbenstadt. Der redliche Finder wird gebeten dasselbe gegen eine gute Belohnung an mich abzugeben. Joh. Jace Schuch in Albenstadt. Das Neueste in Kaputzen, Seelenwärmern, Kopftüchern, 2534 sowie sonstigen Winterartikel zu reellen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post. Ein reinliches braves Mädchen 2769 sucht Eva Grödel. Kriegsuummern der Gartenlaube. Die Nr. 48 bringt folgende Beiträge: Hermann. Novelle von C. Werner.(Forts.)— Wild⸗, Wald⸗ und Waldmannsbilder. Von Guido Hammer. Nr. 32. Un⸗ verhoffte Jagd. Mit Abbildung: Fliehende Hirsche Nach der Natur aufgenommen von Guido Hammer.— Eine Zillerthaler Sängerfamilie. Von Ludwig Steub. Das Präfecturgebäude in Versailles, augenblicklich Residenz des Königs von Preußen.— Aus den Tagen der Napoleonshöhe. Von S.— Auf Vorposten in Dorf und Schloß. Vor⸗ postenbilder von F. W. Heine. Mit zwei Abbildungen: Nasser Dienst im Dorfe Gagnp.— Trockner Die nst in Maison⸗ rouge, Schlosse des per⸗ zogs von Orleaus. Nach der Natur aufgenommen von unserem Feldmaler F. W. Helne.— Aus eigener Kraft. Von W. v. Hillern geb. Birch.(Fortsetzung.) — Blätter und Blüthen: Wer hat die Correspon⸗ denzkarten erfunden?—„Seht, wir Wilden find doch bessere Menschen!“— Waisen des Kriegs.— Notiz für Museen und Kunstsammler.— Ein Wink für Weib⸗ nachten. Mit zwei Illustrationen: Vor der Thür— „Bringst Du auch solche?“ Proben aus dem neu⸗ erschlenenen Weihnachtsbuche von Oscar Pletsch:„Auf dem Lande.“— Bismarck's Wohnung in Ver⸗ satlles, Rue de Provence Nr. 12. Nach der Natur aufgenommen von Altppi.— Kleiner Brteskasten. — Für die Verwundeten und die Frauen und Kinder unserer unbemittelten Wehrleute.— Als Weihnachts⸗ geschenk empfohlen! Danksagung. 2786 Wir fühlen uns verpflichtet dem Herrn Medizinal⸗ rath Dr. Ehrhardt in Bad Nauheim unsern innigsten Dank für die uns zu Theil gewordene ärztliche Behand ung und edle Menschenfreundlichkelt öffentlich hiermit auszusprechen. Den barmherzigen Damen, die uns liebevoll gepflegt, auch den freundlichen Wärtern, die uns bedient, unsern kunigsten Dank und Gottes Lohn. Mehrere Kranke aus der Hessischen Divifton im Lazarethsaal II. zu Bad Nauheim. J. B. M 5 5*. Dauksagung. 2791 Wir sagen Allen, welche uns während der Krank⸗ heit unserer geliebten Mutter und Großmutter Henriette Ziegler aus Dillenburg mit ihrem Beistande unterstützten, sowie Denzenigen, welche die Verstorbene zur letzten Ruhestätte geleitelen, unseren herzlichsten Dank. Friedberg. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Dorothea Knies. Kirchliche Anzeigen fur Friedberg. Evangelische Gemeinde. Mittwoch den 30. November, Abends 5 Uhr, in der Burglkirche: Betstunde mit Ansprache von Herrn Diakonus Meper. * Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 15 — Helrt Belte Wolselbe in besse