8 1870. Dioonnerstag den 28. Juli. N 88. un. Oberhessischer Anzeiger. . Enthäl: de amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. l Friedberger Intelligenzblalt Erscheint jeden Dienstag, Donnerstaß und Samflag. 0* At u Rut und .— Stine Königliche Hoheit der Großherzog haben nachstehenden Tageebefehl an die Soldaten erlassen. Die erhabenen Worte unseres Regenten en de finden gewiß allgemeinen Wiederhall in den der gerechter Sache ergebenen Herzen aller Hessen und werden die für Deutschlands Ehre begeistert in Wied den Krieg gezogenen Soldaten zu erhöhtem Muthe und freudiger Kampfeslust anfeuern. 89 25 Tages befehl. as gala Friedberg den 23. Juli 1870. n Soldaten! Der Drang der Ereignisse hat es Mir nicht mehr erlaubt, Euch Alle vor dem bevorstehenden Kampfe noch ein— en u mal zu sehen und Euch zu danken für die freudige Hingebung an unsere gerechte Sache. e SehimpIf Meine heißesten Wünsche begleiten Euch! Sedenket des Ruhmes, der zu allen Zeiten der herrlichste Schmuck der hessischen Ann Fahnen war; zeigt Euch würdig der hohen Aufgabe, die Ihr unter der Führung des erhabenen Bundesfeldherrn zu lösen berufen seid und der Sieg wird Euch nicht fehlen. Vorwärts denn mik Gott für Ehre und Vaterland! Ludwig. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc· sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. 4 Nr. 27. Nr. 531. Verordnung, die Aufbringung und Wegnahme französischer Dandelsschiffe. Vom 18. Jult 1870.— Nr. 532. Aufforderung des Kanzlers des Norddeutschen Bundes an alle in dem franzöfischen Heere dienenden Norddeutschen zur ungesäumten Rückkehr. Nr. 28. Nr. 533. Verordnung, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchsuhr von Hafer über die Grenze von Memel bis Saarbrücken, beide Orte ein— in seht dilltzn eben der Pei. 33 U 0 k. heschlossen, und von Getreide und Hülscnfrüchten, von Mühlenfabrikaten aus Getreide und Pülsenfrüchten und von Riadvteb, Schwemen und Schaafvieh über die Grenze N don Nordhorn bis Saarbrücken beide Orte eingeschlossen. Vom 20. Juli 1870.— Nr. 534. Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Bevollmächtigten zum Ide Zundesrath des Norddeutschen Bundee. Vom 18. Juli 1870.— Nr. 535. Consular⸗Ernennung betreffend. * 4 Betreffend: unterffützung bedürftiger Familien von zum Diensse einbeorderter Reserve- und Landwehrmannschaften. Friedberg den 26. Juli 1870. 1 Das Großherzogl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. rd Jou Sie wollen längstens innerhalb 3 Tagen hierher berichten: Gleichzeitig beauftragen wir Sie durch geeignete Bedeutung der . 1 welche Reservisten und Landwehrmänner aus Ihren Gemeinden zum Betreffenden dahin wirken zu wollen, daß Anmeldungen wegen Gewährung 1.— Kriegsdienst einbeordert worden sind und sich gestellt haben, einer Unterstützung aus der Kreiskasse nicht bei uns sondern bei Ihnen n Oudb e 2) wie alt ein Jeder ist und wie viel Militärdienstjahre er hat, erfolgen. Es ist vies im Hinblick darauf, daß bei ans erfolgte Anmel⸗ i Einbersa in 3) welche der Cinberufenen verheirathet oder Wittwer sind, ob und dungen doch immer erst den Ortsbehörden zur Begutachtung übersendet 4 Fes. Singet wie viel Kinder ein jeder hat unter Angabe des Alters der letzteren,, werden müßten, im Interesse der Bedürftigen selbst gelegen, da hierdurch 225 4) in welchen Vermögensverhältnissen ein Jeder steht, etwa nöthige Hülfe nur um so rascher aus den Mitteln der Kreiskasse 0 0 5) ob der Einberufene Eltern oder Geschwister zurückgelassen hat als gewährt werden kann. Es versteht sich von selbst, daß Sie bei Ihnen Duran m deren seitheriger alleiniger Ernährer er angesehen war, vorgetragene Anmeldungen um Unterstützungen schleunigst unter genauer g 6) ob die zurückgelassene Familie einer Unterstützung aus der Kreiskasse] Darlegung der Verhältnisse uns vorlegen werden. bis zur Rückkehr des Einberufenen und in welchem ungefähren Be— T Fa pep. trage bedürftig ist. Betreffend: Die Bedürfnssse der Landsudenschaft der Provinz Oberhessen. Friedberg den 26. Juli 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die israelitischen Vorstände des Kreises. Unter Mittheilung des in Abdruck nachstehenden Berzeichnisses über die Beiträge der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Friedberg beauftragen wir Sie, den betreffenden Rechnern Ausgabedeerekur zu ertheilen und dieselben anzuweisen, die Beträge in den bestimmten Zielen an den Rechner der Landjudenschaft N. Heß zu Gießen pünktlich abzuliefern. Tera pip. A. 3 um Rabbiu at Gleßen. 9) Friedberg 93 fl. 31 kr.— 10) ee 0 fl. 8 4005 11) Florfladt 5 Sia 3— irch Göns und 8.— Birkensee 8 fl. 6 ke.— 12) Butzbach 12 fl. 14 kr.— 13) Fauerbach v. d. H. 9 el ene 2 fl. 40 kr.— 14) Hoch⸗Weisel 1 fl. 24 kr.— 15) Langenhain 28 kr.— 16) Nieder⸗ 5 g— Weisel 8 fl. 24 kr.— 17) Osibeim 57 kr.— 18) Steinfurt 1 fl. 4 kr.— B. 3 um Rabbin ate Friedberg 10) Weckesheim mit Melbach, Södel, Beienheim und Wölfersbeim 7 fl. 4 kr.— 40 Assenhelm 6 fl. 7 kr.— 5) Bönstadt 6 fl. 51 ke.— 6) Bruchenbtücken 20) Gambach 3 fl. 52 kr.— 21) Griedel mit Rockenberg 5 fl. 26 kr.— 22) Münzen⸗ fl. 361 kr.— 7) Fauerbach b. Fr. 15 kr.— 8) Nieder⸗Wöllstabt 13 fl. 53 kr.—] berg 7 fl. 21 kr. Einladung. Freitag den 29. Juli d. J., Nachmittags 2 Uhr, findet die 5) Unterstützung der Familien von Soldaten im Felde, sowie des Ain latutenmäßige Generalversammlung des Mathildenstifts auf dem Frauenkrankenunterstützungsvereins noch für 1870. 27 60. RNathhause dahier statt. Zur Verhandlung kommen: 6) Verzinsung der Einlagen. 4 0 1) Rechnungsablage. 7) Ergänzung des Vorstandes. a a N 0 e 12 Definitive Verwilligung der vorgesehenen Beträge für die In— Die Mitglieder des Vereins namentlich die Herren Bürgermeister 0 uur dens N dustrieschulen für 1870. des Kreises werden zu recht zahlreicher Betheiligung hiermit eingeladen. 26100 3) Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung für Friedberg den 24. Juli 1870. 8 Won verwahrloste Kinder im Kreise Friedberg. Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg gene! 4) Festsetzung dee Voranschlags fur 1871. 5 Ter a pi p. g, c, 17 N00 g a 7 16, Hessen. Darmstadt. Die„Darmst. sich ins Hauptqartier zu begeben gedenke, eine Mainz-Frankfurt, über Oberlahnstein nut Ehren⸗ ee e, geitg.“ bemerkt zu der durch die Blätter gehenden Reise desselben nach dem Rhein beabsichtigt ge- breitstein-Deutz, endlich durch die Rheinbrücke 4 5510 Nachricht über die Bestimmung von Ems zum wesen. Sollte dies nicht der Fall sein, so mit der linksrheinischen 3 verbunden ist.— — Hauptquartier des Bundesfeldherrn een Ems allerdings fur den einstweiligen Seitens der obersten Postbehörde ist die Vor— ee ir fi F ˖ Si ˖' ˖. daß die Beförderung der l Bir können vorerst nicht übersehen, ob diese Sitz des Hauptquartiers nicht ungeeignet, da kehrung getroffen, da uU 3 Nachricht identisch ist mit der uns aus sehr guter es zwischen Coblenz und Mainz fast unmittel- Correspondenz, so weit es sich thun laßt, mit 1 Duelle aus Berlin gewordenen Mittheilung, bar am Rheine gelegen, durch die Lahnbahns der gewohnten Puͤnktlichkeit erfolge, und es sei noch vor dem 29. Juli, wo der König mit Cassel, durch die nassauische Bahn mit einstweilen nicht zu benutzende Strecken durch Benutzung anderer, wenn auch weniger naher, erfolge.— Nicht allein die Mehrzahl unserer Polytechniker sind in die Armee eingetreten, auch einer der Lehrer der Anstalt nimmt an dem Kriege Theil. Herr Professor Thiel ist kürzlich als Freiwilliger in ein preußisches Ulanenregiment eingetreten. — Die auch in diesem Blatte gebrachte Nachricht über die Besetzung militärischer Com- mandostellen bei der hessischen Division wird dahin vervollständigt resp. berichtigt, daß dem Obersten v. Lyncker die Führung der ersten Großh. Brigade übertragen worden sei. „Friedberg. Des Großherzogs K. H. reiste am Montag Morgen 4 Uhr nach Darm— stadt, um die von dort ausrückenden Truppen, welche auf dem Exereierplatze aufgestellt waren, vor dem Abmarsche noch zu inspiciren. Nach— mittags 2 Uhr traf derselbe dahier wieder ein und wird, wie man vernimmt, seinen Aufent— halt auch ferner in unserer Stadt nehmen. * Friedberg. Das Oberconsistorium hat unterm 25. d. folgende Verfügung erlassen: Des Großherzogs Königliche Hoheit haben unter dem heutigen anzuordnen geruht, daß künftigen Mitt⸗ woch den 27. d. M., wie in den preußischen Landen, so auch in allen evangelischen Orten des Großherzogthums im Hinblick auf den bevor— stehenden Krieg ein allgemeiner Bettag stattfindet, wovon wir im Auftrage Großherzoglichen Mini— steriums des Innern die evangelischen Geistlichen der Gemeinden hiermit in Kenntniß setzen, mit dem Gebete zu Gott, daß Er das gemeinsame deutsche Vaterland in seine gnädige Obhut nehme. — Bei der Kürze der Zeit und dem durch die Truppentransporte unterbrochenen regelmäßigen Postverkehre konnte diese Verordnung bedauerlicher Weise nicht in allen Orten des Landes so recht- zeitig bekannt werden, um derselben überall nach- kommen zu können. H. Wetterau. Auch in unsern Landge— meinden ist die hier und da so lange geschlum— merte Vaterlandsliebe erwacht.„Gott schütze unser liebes deutsches Vaterland!“ hört man jetzt von Leuten aussprechen, deren Gedanken sonst nur bei den friedlichen Landbauarbeiten waren. Hülfsvereine zur Unterstützung ver— wundeter Krieger bilden sich und reichlich kommt man ihnen mit Gaben aller Art entgegen. So ließ das Hülfs-Comité zu Bönstadt letzten Sonntag einen Aufruf an die Bewohner da— selbst ergehen und schon am Mittag saßen etwa 40 bis 50 erwachsene Mädchen, um das reich— lich gespendete Leinen für Verbandsachen zu verarbeiten, während die ganze Schuljugend Charpie zupfte. Junge Burschen sammelten Geldunterstützungen und konnte schon am Abend über 70 fl. verfügt werden. Eine große Summe für eine kleine Gemeinde in solch' armer Zeit und wahrlich es ist mancher Schweiß— kreuzer dabei. Ehre den edlen Gebern! Möge der Segen Gottes auf jedem Pfennige ruhen und unserm lieben Vaterlande zu Gute kommen. Preußen. Berlin. Wie im französischen Lager, so wird auch preußischer Seits die Zu— lassung fremdländischer Offiziere abgelehnt. — Die„Berl. B.⸗Z.“ meldet:„Das Gerücht, daß noch in diesem Augenblick von Seiten Frank- reichs die Vermittelung Rußlands in Anspruch genommen sei, tritt in einer so bestimmten Weise auf, daß wir als Gerücht dasselbe wenigstens er⸗ wähnen wollen.“— Aus London ist, wie dasselbe Blatt meldet, an französische Handelshäuser die Nachricht gelangt, daß die französische Regierung dem englischen Cabinet die Blokade der Häfen von Bremen, Hamburg, Stettin, Danzig und Königsberg mit dem Bemerken notificirt habe, daß die Blokade in kürzester Frist vollzogen werden würde. — Fürst Lichnowsky hat der„C. S.“ zufolge am Donnerstag im Reichstage eine Subscription eröffnet, deren Ertrag für denjenigen Soldaten bestimmt war, welcher die erste französische Fahne eroberte. Der Fürst zeichnete 10 Frdsd'or. und schon nach Verlauf einer halben Stunde konnten 149 Frdsd'or. in der Kasse des Reichstages de⸗ ponirt werden. — Die Generalcommandos unserer Armee sind jetzt festgestellt: Das Gardecorps befehligt der General der Cavallerie Prinz August von Würt⸗ temberg, das 1. Armeecorps der General Frhr. v. Manteuffel, das 2. Fransecki, das 3. Alvens⸗ leben II., das 4. Alvensleben I., das 5. Kirch⸗ bach, das 6. Tümpling, das 7. Zastrow, das 8. Goeben, das 9. Manstein, das 10. Voigts⸗Rhetz, das 11. Bose, das 12.(sächsische) der Kronprinz von Sachsen. Als Generalstabs-Chefs der Operations- Armeen werden genannt: bei dem Kronprinzen Blumenthal, bei dem Prinzen Friedrich Karl der Oberst v. Stiehle, beim General von Steinmetz der Generalmajor v. Sperling. Der bisherige Commandeur der 21. Division, General v. Boyen, ist als Generaladjutant in die unmittel- bare Nähe des Königs gerufen worden. — Der König erläßt folgende öffentliche An⸗ sprache: Aus allen Stämmen des deutschen Vater⸗ landes, aus allen Kreisen des deutschen Volkes, selbst von jenseits des Meeres, sind mir aus An- laß des bevorstehenden Kampfes für die Ehre und Unabhängigkeit Deutschlands von Gemeinden, Corporationen, Vereinen und Privatpersonen so zahlreiche Kundgebungen der Hingebung und Opferfreudigkeit für das gemeinsame Vaterland zugegangen, daß es mir cin unabweisliches Be- dürfniß ist, diesen Einklang deutschen Geistes öffentlich zu bezeugen und dem Ausdrucke meines königlichen Dankes die Versicherung hinzuzufügen, daß ich dem deutschen Volke Treue um Treue entgegenbringe und unwandelbar halten werde. Die Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande, die einmüthige Erhebung der deutschen Stämme und ihrer Fürsten, hat alle Unterschiede und Gegensätze in sich geschlossen, und versöhnt und einig, wie kaum jemals zuvor, darf Deutschland in seiner Einmüthigkeit wie in seinem Recht die Bürgschaft finden, daß der Krieg ihm einen dauernden Frieden bringen und aus der blutigen Saat eine von Gott gesegnete Ernte deutscher Freiheit und Einig— keit sprießen wird. Berlin, den 25. Juli 1870. Wilhelm. — Eine bei den in's Feld ziehenden Truppen neu eingeführte Einrichtung besteht darin, daß jeder Mann eine unter den Kleidern zu tragende, um den Hals zu hängende, mit einer Nummer versehene Marke erhält, damit auf diese Weise die Namen der Gefallenen aus den Stammrollen der Regimenter leichter ermittelt werden können. Man nennt dies Abzeichen das Todtenglöckchen. — Die norddeutsche Bundesarmee soll in dem bevorstehenden Kriege nur Eine Cocarde tragen und zwar die schwarz roth weiße mit Ablegung der besondern Landescocarden. Magdeburg. Der„Voss. Ztg.“ geht von hier Folgendes zu: Derjenige tapfere Krieger, welcher die erste französische Fahne oder Standarte erobert, erhält Einhundert Thaler von Frau In- tendanturrath Neumann in Magdeburg. Köln. Die Truppen, welche Köln passiren, sind alle guten Muthes und haben ihren Humor nicht eingebüßt. So kamen vor einigen Tagen die Ersatztruppen des„Augusta⸗Regimentes“, ein schönes Häuflein Westphalen aus Dortmund und Umgegend, eine Fahne an der Spitze, auf welcher man las:„Eilgut nach Paris“, Parodie auf das geflügelte Kaiserwort:„in Königsberg erst werde der Friede geschlossen!“ — Die Festung Köln-Deutz ist bereits in den Belagerungszustand erklärt. — In sämmtlichen Kölner Blättern zeigt der dortige Apotheker J. B. Becker an, daß die Frauen und Kinder der eingezogenen Landwehr männer und Reservisten Kölns auf Bescheinigung des Arztes die nöthigen Medicamente in seiner Apotheke unentgeltlich erhalten. — Das„Fr. J.“ meldet vom Kriegeschau⸗ platz: Es deutet Mancherlei darauf hin, daß der⸗ jenige Theil der feindlichen Armee, welcher laut officleller preußischer Angabe in der Stärke einer Division bei Forbach concentrirt ist, noch immer im Zustand der Sammlung, höchst ungenügend equipirt und sogar durch Mangel an Lebensmitteln desorganisirt ist. Die Absicht scheint auch nicht zu sein, bei Saarbrücken die Gränze wirklich zu forciren, sondern vorläufig nur durch einiges Ge⸗ plänkel dort abzulenken und die Preußen zurück⸗ zuschrecken. orientirt aussehende Notiz der„Neuen fr. Presse“ bemerkt, daß die Pfalz, sowie die an dieselbe an⸗ gränzenden Gebietstheile Preußens der Schauplatz der ersten Gefechte, ja vielleicht der ersten bedeu⸗ tenden Schlacht sein werden.„Da die Neutralität Luxemburgs und Belgiens von beiden kriegführen⸗ den Parteien anerkannt wird“, heißt es da,„da der Weg von Saarbrücken das Nahethal hinab oder über den Hundsrück und durch die Eifel, um an den Niederrhein zu gelangen, für ein großes Heer fast unüberwindliche Schwierigkeiten bietet und dasselbe auf Schritt und Tritt der Gefahr aussetzen würde, in diesen engen Thälern und Schluchten von viel unbedeutenderen Heerhaufen die empfindlichsten Verluste zu erleiden, so scheint nur dieser Eine angegebene Weg übrig zu bleiben. Die preußische Armee hat dabei jedenfalls den großen Vortheil, das stark befestigte Mainz als festen Stützpunct im Rücken zu haben.“ Saarbrücken. Die„hiesige Ztg.“ berichtet unterm 23. d.: Heute Morgen in aller Frühe versuchte der Feind, in der ungefähren Stärke eines Bataillons, sich in den Besitz der Brücke bei Wehrden zu setzen, was ihm jedoch nicht ge⸗— lang, indem der Commandant der Festung Saar- louis ein Infanterie-Bataillon und eine Abtheilung Ulanen dorthin entsandt hatte, um den Feind würdig zu empfangen. Derselbe mußte sich un⸗ verrichteter Sache wieder zurückziehen. Gegen 7 Uhr wollten die Franzosen, welche Gersweiler Schanzenberge bemächtigen, vermuthlich in der Absicht, dadurch die Eisenbahnverbindung mit Saarlouis ꝛc. um so leichter unterberchen zu können. Die Füsiliere vom 40 Infanterie-Regiment ver- hinderten den Feind daran, der sich nach lebhaftem Kugelwechsel in seine frühere Stellungen zurück⸗ zog. Ob er Verluste gehabt, ist noch unbekannt. — Am 24. d. nahm eine Compagnie unserer Infanterie das Zollhaus Schrecklingen nebst der Zollkasse. Die Douaniers wurden theilweise ge⸗ tödtet, theilweise gefangen. Unsererseits 1 Offizier verwundet. Fünf französische Deserteure haben sich bei unseren Vorposten gemeldet. — Einige 30 Mann vom 7. Ulanenregiment rückten am 24. d. früh über die Gränze und unterbrachen die Verbindungsbahn von Saargemünd nach Hagenau dadurch, daß sie einen Viadukt in die Luft sprengten und vielfach die Schienen aufrissen. — Ein weiterer Fall von Interesse ist die von der„Frankf. Ztg.“ einem Privatbriefe ent⸗ nommene Nachricht, daß bei Hagenbach in der Pfalz, eine halbe Stunde von der französischen Gränze, ein kleines Vorpostengefecht zwischen Turkos und den Unserigen stattgefunden hat. Die Turkos wurden über die Gränze zurückgejagt. — Die zwei von den Franzosen vor einigen Tagen mit fortgeschleppten Gränzbeamten wurden mit noch einer Anzahl anderer Civilisten mit ver⸗ bundenen Augen durch die französische Vorposten⸗ kette geführt, und sind wieder auf deutschem Gebiet eingetroffen. Bayern. Der erste Präsident der Kammer der Reichsräthe, Generalmajor à la suite Franz Schenk Frhr. v. Stauffenberg, hat dem Kriegs- ministerium 500 fl. für diejenige bayerische Heeres⸗ abtheilung zur Verfügung gestellt, welche die erste feindliche Kanone nehmen wird. — Der einzige Bruder des Königs, Prinz Otto, welcher zur Heilung eines hartnäckigen Rheumatismus in Italien verweilte, ist hierher zurückgekehrt, um sich die Erlaubniß, am Kriege Theil zu nehmen, vom Könige zu erbitten. Am Kriege werden nun folgende bayerische Prinzen Theil nehmen: Prinz Otto, der Bruder des Königs; Prinz Luitpold, der Onkel des Königs; die Prinzen Ludwig, Leopold und Arnulf, die Söhne des Vorigen(Vettern des Königs) und der Herzog Emanuel, der Bruder der Kaiserin von Oesterreich, aus der herzoglich bayerischen Familie. ürtemberg. Dem Bischof v. Hefelt wurde in Reutlingen auf seiner Durchreise von Wahrscheinlich ist es, wie auch eine stark besetzt hielten, sich der Eisenbahnbrücke am Schw süd enthu Hiesige del behufs Un bifudlichen dausend F. Fran ines Engl „Die Grü 60000 X 0 Zusage de Jebella, Sohnes ar Falsers in an den S. loscht wer! andern G obwohl sie Details 9. war längs nagelneu, die bloß Leute in — 2 „Sietle“ Garde Morgen! Grenadier Miillerie 2 reich wer von 185 Amerika der Dek Ktiegsmir Arbeiten, Bertheidit Tagen al und Silbe lalb die Distontot Tullerin. eu große denen bien * Gefahr 1 71 Maler und n Seerhausen o scheint 9 3 ausend Franes sind bereits gezeichnet. 8 berichlt 9 aller Früh ren Stärk J det Brüt dech nicht 9 seßung Saas, 7 Abtheilun: 4 den Fein pte sich us⸗ den. 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Hier⸗ nach soll Fürst Latour d' Auvergne, der am 21. hier eingetroffen, ein Handschreiden Napoleons III. überreichen, worin dieser den Kaiser von Oester— reich auffordern soll, in Gemeinschaft mit Frank⸗ reich gegen die Südstaaten zu handeln, sobald dieselben den Prager Frieden verletzen. Schweiz. Basel. Die bhiesigen Deutschen ind enthusiasmirt für die vaterländische Sache. Hiesige deutsche Professoren haben einen Aufruf behufs Unterstützung Angeböriger der im Felde befindlichen deutschen Soldaten vorbereitet. Einige Frankreich. Paris. In dem Briefe eines Engländers aus Frankreich heißt es u. A: „Die Gründe für die Kriegserklärung sind a) die 54,000 Jons der französischen Armee,) die Zusage der Kaiserin Eugenie an die Exkönigin Isabella, keine andere Candidatur als die ihres Sohnes aufkommen zu lassen, c) eine Schuld des staisers im Betrage von 100 Millionen Franes un den Staatsschatz, die im Kriegswirrwarr ge— öscht werden soll. Forschen Sie nach keinen indern Gründen. Die obigen sind erschöpfend, abwohl sich an sie noch eine Unzahl schmutziger Details hangen.“ Von den Gründen à und b war längst überall die Rede, Grund e aber ist tagelneu, doch ist der Schreiber keiner von denen, die bloß wiederholen, was sich mißvergnügte Leute in den Kaffe's erzählen. — Am 22. d. Morgens fuhren, wie das „Siecle“ meldet, die letzten Abtheilungen der Barde nach der Gränze ab. Am Mittwoch Morgen hatte die Garde mit Ausrücken begonnen. Brenadiere, Jäger, Zuaven, Voltigeure, Cavallerie, Artillerie und Gendarmen, Alle sind befördert. — Das„Journal offiziell“ versichert, Frank- eich werde die Regeln der Seerechts-Deklaration von 1856 genau beobachten, und sie auch auf Amerika und Spanien aus dehnen, obwohl dieselben der Deklaration nicht beigetreten sind. Der Kriegsminister hat den sofortigen Beginn der Arbeiten, um die Befestigungen von Paris in Bertheidigungszustand zu setzen, angeordnet. — Preußen hat, so heißt es, in den letzten Tagen aus der Bank von Belgien alles Gold und Silber bezogen, das zu entnehmen war, weß⸗ zalb die Bank von Frankreich durch eine fernere en schützende Vorsorge getroffen hat. — Die Explosion bei Sprengung der Kehler Brücke war eine furchtbare. Die Brückenthürme sind gleichfalls zerstört. Trümmer wurden bis auf das französische Ufer geschleudert. — Die Kaiserin Eugenie ist in Cherbourg zewesen und wird sich nach Naney und Metz be- zeben und ebenfalls der Rheinarmee ihren Besuch abstatten. — Die österreichische Regierung hat dem Tuilerin-Cabinet officiell ihre Neutralität angezeigt. — Die Truppenmacht der Rheinarmee wird von Einigen auf 350,000 Mann, von Anderen auf 450,000 Mann bereits jetzt geschätzt. Strenges Heheimniß bedeckt die Operationspläne. General Douay ist nicht todt. Es hat eine Verwechslung cattgefunden. — Man versichert, daß der Kaiser zu einigen Generalen, welche sich um das Ergebniß des Krieges Sorge machten, gesagt hätte:„Meine Herren, ich werde den Frieden in Königsberg unterzeichner.“— Am 20. und 21. Abends gab is in Lyon mehrfache Friedens-Demonstrationen. Handen durchzogen die Stadt mit den Rufen: „Vive la paix! Vive la république! Vive la brusse! A bas Napoleon III.!“ Sie wurden ton einer rothen Fahne angeführt, sangen das 6a ira und die Carmagnole und warfen mit Steinen nach den Fenstern der Jesuitenanstalt. Das Publikum intervenirte und brachte 29 Indi- viduen auf den nächsten Polizeiposten. Die An- stifter dieser Kundgebungen wären nach dem„Con- stitutionnel“ Mitglieder der Internationale gewesen. — In Paris ist gegen eine Anzahl Mitglieder der Internationale, weil sie öffentlich zu Gunsten des Friedens demonstrirt hatten, gerichtliche Ver⸗ folgung eingeleit worden. — In St. Avold sollen, wenn die Angabe des„Rappel“-Correspondenten richtig ist, 25,000 Mann stehen, nicht ganz ein Armeecorps. Es sind die Truppen von Chalons. Das ganze Städtchen ist in Vertheidigungszustand gesetzt, sogar in der Mauer des Stadthauses sind Schieß- scharten eingeschlagen. Die Armee, heißt es, erwarte von Tag zu Tag den Befehl zum Auf— btuch.— Zucker, Zucker! schreibt dann Lockroh aus Metz, das ist, was hier fehlt; die Einwohner riefen nur nach Zucker. In Forbach fehlt aber Alles; Fleisch, Gemüse, trinkbares Wasser; Saar— gemünd ist mit Scorbut bedroht. Wo die Preußen sind, darum kümmere sich kein Mensch. Man glaube, daß sie defensiv bleiben wollten. — Von einem Augenzeugen wird der„Mittelrh. Ztg.“ mitgetheilt, daß die ersten algierischen Truppen am Donnerstag Nacht in Mühlh usen eingetroffen sind. Sie zogen durch einen mit bengalischen Flammen erleuchteten Triumphbogen ein und wurden von der Bevölkerung enthustastisch empfangen.„Sie brüllten wie die Löwen.“ Hoffentlich werden die deutschen Truppen ihnen bald den Spaß verderben. — Die Nachricht, daß sich der französische Gesandte bei den vereinigten Stagten von Nord- amerika, Herr Prevost Peradol, erschossen habe, wird bestätigt. Man bringt diese That mit den gegenwärtigen Ereignissen in Frankreich in Ver— bindung. Metz. Marschall Leboeuf wird noch immer erwartet; die Armee fängt an ungeduldig zu werden. Für Alle ist diese zögernde Taktik ein tiefes Geheimniß; viele wollen hierin noch eine Friedenshoffnung erblicken, aber sie werden ent' täuscht werden; der Krieg wird in ungeheurem und furchtbarem Maßstabe geführt werden. Metz beginnt Mangel an Lebensmitteln zu füblen; selt' samerweise ist es der Artikel Zucker, welcher zuerst ausgegangen ist, da die Züge keine Waaren mehr, sondern nur noch Soldaten bringen, für welche überdies Alles zu beliebigen Preisen aufgekauft wird. Dänemark. Kopenhagen. Das„Dag— bladet“ meldet, daß bei Harbore(jütische West⸗ küste) zahlreiche Dampfer gesehen wurden. Man hält dieselben für die französische Flotte. Großbritannien. London. Die„Times“ theilt jetzt den Text des Offensiv- und Defensiv- tractates mit, welchen Frankreich während des Luxemburger Streites Preußen angetragen und kürzlich abermals als Friedenspreis antragen ließ. Frankreich gestattet danach den Beitritt Süddeutsch- lands zum norddeutschen Bunde, wogegen Preußen ihm zur Erwerbung Luxemburgs und eventuell zur Eroberung Belgiens gegen jede andere Macht beisteht. Preußen hat beide Mal dieses Allianz— Anerbieten abgelehnt. Die Enthüllungen der „Times“ über die Absichten Frankreichs in Betreff Belgiens rufen hier einen wahren Sturm der Entrüstung wach, dem alle Blätter, mit Ausnahme der französisch gesinnten„Morning⸗Post“, energisch Ausdruck geben. Italien. Florenz. Die„Gagetta ufficiale“ schreibt:„Die Notificirung des Krieges zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bunde und den süddeutschen Staaten andererseits ist er- folgt. Der Kriegszustand zwischen den mit der italienischen Regierung im Frieden befindlichen Mächten legt Jedermann die Verpflichtung auf, die bestehenden Neutralitätsgesetze gewissenhaft zu beobachten. Die Verletzung derselben wird bestraft.“ Mailand. Am 22. d. hat hier eine Kund— gebung stattgefunden, wobei die Rufe erschollen: „Preußen hoch!“„Die Neutralität hoch!“„Nieder mit Napoleon!“ Zu einer ähnlichen Kundgebung kam es in Padua für Preußen und die Republik. Nufiland. Petersburg. Das amtliche Blatt sagt: Die katserliche Regierung hat die möglichsten Anstrengungen gemacht, um dem Aus- bruche des Krieges vorzubeugen. Leider hat die Schnelligkeit der gefaßten Entschlüsse die Be⸗ strebungen, den Frieden zu erhalten, vereitelt; der Kaiser ist entschlossen, beiden Kriegsmächten gegen- über Neutralität zu beobachten, so lange die In⸗ teressen Rußlands durch die Eventualitäten des Krieges unberührt bleiben. Die russische Regierung sichert jedem Streben, welches darauf gerichtet ist, die Gränze der Kriegsoperationen einzuschränken und die Dauer des Krieges zu verkürzen, ihre Unterstützung zu. J Französische Phrasen und was sie wirklich bedeuten. Der Kaiser Napoleon hat eine Proclamation erlassen, in welcher er erklärt, er komme nicht um die Unabhängigkeit Deutschlande zu bedrohen, sondern um der deutschen Bevölkerung das Recht wiederzugeben, daß sie über ihr Geschick selbst be— stimmen könne. Es ist wirklich merkwürdig, wie die französische Politik Deutschland gegenüber durch einen Zeitraum von über 300 Jahren sich selbst gleich geblieben ist, von den französischen Königen zur Reformationszeit an bis zu Napoleon III. im 19. Jahrbundert. Die französische Politik war Deutschland gegenüber immer aggressiv, immer verderblich, immer von den schönsten Phrasen be— gleitet. Der französische König Heinrich II. im 16. Jahrhundert erhob die Waffen gegen den deutschen Kaiser als„Rächer der deutschen Frei ⸗ beit“ d. h. um die Unabhängigkeit der deutschen Reichsfürsten zu vertheidigen gegen ihren Kaiser. Für diese Mühwaltung belohnte er sich dadurch, daß er die 3 Bisthümer Metz, Toul und Verdun vom deutschen Reich abriß und französisch machte, obgleich er feierlich in einem an die deutsche Nation gerichteten Manifest vorher„bei Gott dem Allmächtigen“ bezeugt hatte, daß er„aus diesem mühsamen Vorhaben keinen andern Nutzen oder Gewinn suche.“ Ludwig XIII., der katholische König, kämpfte im 30jährigen Kriege gegen das katholische Oesterreich für die deutschen Protestanten. Dafür nahm Frankreich beim Friedensschluß das Elsaß. Ludwig XIV., dieser berühmte Eroberer, ließ sich durch seine Reunionskammern das Besitz— recht auf eine große Anzahl deutscher Städte und Landschaften zusprechen. Als Vollstrecker des Rechtes ließ er dann seine Soldaten marschieren und die betreffenden Städte und Landschaften wegnehmen, darunter das schöne und als Festung so wichtige Straßburg. Um das pfälzische Erbrecht zur Gel tung zu bringen, ließ er durch seine Mordbrenner (Melac ꝛc.) die Pfalz verwüsten, so entsetzlich, daß selbst der schreckliche Melac erklärte:„ich glaube, der Teufel ist Präsident im Kriegs rath zu Paris.“ Ludwig XV. ergriff die Waffen, um die Ansprüche des Stanislaus Lescinsky auf den polni⸗ schen Thron zu vertheidigen. Dafür mußte ihn das deutsche Reich bezahlen durch die Abtretung von Lothringen. Derselbe Ludwig XV. stritt für das Recht Karls VII. gegen Oesterreich im österreichischen Erbfolgekrieg, für das europäische Gleichgewicht gegen Preußen im 7jährigen Krieg, und Deutschland lieferte die Schlachtfelder, be⸗ zahlte Contributionen und ward schmählich miß⸗ handelt. Nach Ausbruch der französischen Revolution erklärten die Umsturzmänner, das französische Volk ergreife nicht die Waffen, um Eroberungen zu machen, der Krieg gelte nicht den Nationen, son— dern ihren ungerechten Fürsten, gleichgesinnte Völker würden sie als Brüder ansehen. Wir Deutsche aber ernährten und kleideten ihre ausgehungerten und zerlumpten Soldaten, wir stillten die Habgier ihrer Commissäre und Generale und traten ihnen endlich das ganze linke Rheinufer ab. Der Kaiser Napoleon I., der, so lange er herrschte, Kriege führte und einen Staat nach dem andern nieder- warf, zertrümmerte auch das deutsche Reich, ver- schenkte deutsche Länder an seine Verwandten und Generale, schlug die deutsche Nordseeküste zu Frank- reich und stiftete den Rheinbund. Seine Räubereien, seine Tyrannei und Grausamkeit, seine menschen⸗ mörderischen Kriege sind in so frischem Andenken, daß wir nicht nöthig haben, das weiter auszu- führen. Aber an schönen Worten hat es ihm nie gefehlt. So erklärte er bei Stiftung des Rhein- bundes: Nie wolle er sich einen Theil der Sou⸗ veränetät anmaßen, welche vormals der deutsche Kaiser über die Reichsstaaten geübt habe; die innern Angelegenheiten jedes Staates seien ihm fremd; der Bund habe nur die Absicht, den Frie⸗ den der Fürsten unter einander zu erhalten; der Bundesbeschüßer wolle seine Macht nicht gebrauchen, die Rechte der Landeshoheit einzuschränken, son⸗ dern ihnen deren Vollgenuß zu sichern. Nun kommt Napoleon III., der große Civili⸗ sator Mexiko's, den nur die Grobheit der Nord- amerikaner daxan hinderte, seine Mission in Mexiko zu erfüllen, der uneigennützige Befreier Italiens, der die beiden italienischen Provinzen Nizza und Savoyen nur deßhalb annectirte, weil sie es schlechterdings haben wollten, und überzieht uns ganz ohne allen Anlaß mit Krieg. Seine Politik uns gegenüber ist ganz dieselbe wie die Politik seines Onkels, wie die der Republik, wie die der allerchristlichsten Könige, ebenso aggressiv, ebenso verderblich. Sie ist aber auch ebenso phrasenhaft. Er kommt nicht, um die Selbstständigkeit Deutsch⸗ lands anzutasten, er kommt, um der deutschen Bevölkerung ihr Selbstbestimmungsrecht wiederzu— geben. Sollte wohl in Deutschland ein Mensch] den gebührenden Ausdruck zu verleihen im Be⸗ sich finden, der ihm das glaubt? Die Darmstädter Zeitung meinte neulich, wer das glauben könne, müsse ein Gimpel sein. Wir finden diesen Aus- druck nicht ganz zutreffend. Man kann nicht sagen, ein solcher Mensch sei zu dumm, um die Geschichte zu begreifen. Man muß vielmehr sagen: er ist schlecht genug, sein Vaterland zu verrathen. Ihm gebührt nicht der Name Gimpel, nein Verräther. Ernst im Scherz. (Eingesandt.) Aus allen Gauen unseres deutschen Vater⸗ landes, von dem Fuße der Alpen, wie von den Gestaden des fernen Nordmeeres, erschallt die Kunde, daß eine Million deutscher Männer, voran der greise königliche Held aus Preußen— land, in Anerkennung der Verdienste, welche die gegenwärtigen französischen Machthaber durch ihr frevelhaftes Entzünden der Krieges— fackel um die schnelle und— hoffentlich gründ⸗ liche Herstellung der deutschen Einigkeit sich erworben haben, den Dankesgefühlen des deut— Imperator an der Seine dem moralischen Ge⸗ wichte einer solchen großartigen Manifestation nicht werde widerstehen können, vielmehr sich werde herbeilassen muͤssen, diese Massendeputation Verlangen nach Beendigung des Krieges durch bereitwilliges Eingehen auf ihre Forderungen und sofortige Unterzeichnung des„dritten pariser Friedens“ entgegen zu kommen, wenn er nicht etwa Wie sollte, dem Zusammen⸗ treffen mit besagter Deputation durch einen Dauerlauf, nach England oder Amerika, aus dem Wege zu gehen.— Zur Beachtung! sam gemacht, ihre kleineren Kinder aus dem Bahnhofe fern- und von dem aufsichtslosen die fortwährenden Militärzüge unvermeidlichen Bekannt 1980 Mit den Steuern für August l. J. Friedberg am 26. Juli 1870. 5 Großhe Oeffentliche Aufforderung. 1912 Forderungen und Ansprüche feglicher Art an den Nachlaß des verlebten Georg Heinrich Storck II. von Ober- Rosbach sind binnen 4 Wochen bei unter⸗ zeichnetem Gericht geltend zu machen, widrigenfalls solche dei der Erbvertheilung obne Berücksfichtigung bleiben. Friedberg den 5. Juli 1870. Gr oßherzogliches Landgericht Friedberg Rei tz. machung. werden auch die Brandkassenbeiträge erhoben. rzogliche Distrikts-Einnehmerei Friedberg Keim. dem 1. Juni besteht Oberhessische Eisenbahnen. 1974 Am 29. Juli a. e. wird die Strecke Grünberg-Alsfeld der Fuldaer⸗ Linie dem Belrted übergeben und tritt von diesem Tage an der nachstehende Fahrtenplan in Kraft, wogegen der für die Strecke Gießen⸗Grünberg selt Warnung. 1976 Ich warne hiermit Jedermann, meiner Frau irgend ewas zu borgen, indem ich durchaus für nichts nde Fahrplan biermit aufgehoben wird. Gemischte Züge mitt eemischte Zuge mit f] baste; d Personenbeförderung 58 Bersepanhes irg Bönstadt den 24. Jult 1870 511 Stationen. 1. 2. u. 3. Classe. 8 Stationen, r e o, Heinrich Höll. II. IV. VI. 14 HI f B ick G I N Vorm. Nacht. Nach m. S PVorm.] Vorm. Nachm. 8 a er 6 E E en Gießen ab 85⁰ 12⁰ 75⁵⁰ Alsfeld ab 420 758420 1981 werden mit einem Wochenlohn von fl. 3. bis 1.31[Groß ⸗Buseck r 811 102 Zell⸗Rom rod 1 4⁴⁰ 8s 44% ff fl. 6., nebst freier Station sofort gesucht 1.86 Reiskirchen„ 8²⁰ 236 Ehringshausen„ 504 848 504 Frankfurt a. M., Meldebüreau Graubengasse 16. 3,11 Grünbera„ 933 215 8⁴³ 2,96 Burggemünden 1 5¹ 857 517 1117 3.87 An der Mücke„ 947 255 8557 3,72 Nieder ⸗Obmen„ 331 91 5531 4,33 Nieder⸗Ohmen„ 956 28 906 4,18 An der Mücke 112130 920 540 5,09 Burggemünden e 25 9²² 4.94 Grünberg 4 556 940 556 Todes- Anzeige und Danksagung. 5.68 Ehrings bansen„102 3086 93 6,19 Reiskirchen 67 1001 617 ächt! 0 7.03 Zell⸗Romrod„ 1049 33 9589 673 Groß Buseck„ 627 1018s 627 dragon 228 90 Mine aalen 805 Alsfeld an] 1106 350 1016 8,05 Gießen an 64s 103. 645 i Jakob Heinrich Linckmann Gießen den 23. Juli 1870. Der Verwaltungsrath. im 7. Jahte seines Lebens zu sich zu rufen. In⸗ dem wir diese Trauernachricht Freunden und N. unter Direction von G. Schumann. 1939, Täglich große Vorstellungen in dem neu erbauten Circus auf dem Alleeplatz in Friedberg. Anfang 8 Uhr Abends bei Gasbeleuchtung. Preise der Plätze: Erster Platz 36 kr., zweiter Platz 24 kr., vritter Platz 12 kr. ersten Platz à 6 fl. sind zu haben in der Um gütigen Zuspruch bittet ganz ergebenst Dutzendbillet auf den Bindernagel& Schimpff. Bekannten widmen, sagen wir zugleich für die bei der Beerdigung bewiesene Theilnahme unseren tiefgefühlten Dank.* Frledberg den 27. Jult 1870. Chr. Linckmann und 2 Frucht preise. Per Maltet. l Friedberg, 27. Juli. Waizen 13 fl. 45(u. Kor 9 fl. 20 kr.; Gerste 7fl. 40 kr. 3 Hafer 7 fl. 20 kr. Frankfurt, 26. Juli. Watzen 13 fl. 30 kr.; Kor! 9 fl. 40 kr.; Gerste— fl.— kr.;— Hafer 15 fl. 45 kr. Grünberg, 23. Juli. Walzen 14 fl 40 kt.; Kort 10 fl. 35 kr.; Gerste 8 fl. 42 kr.; Hafer 7fl. 10 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen 12 fl. 20 kü.; Wicken— fl. k.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln 6 fl.— ke. Mainz, 22. Juli. Waizen 14 fl. 12 kr.; Korn (ar Buchhandlung von (. Schumann. 1979 Wir übernehmen für Gemeinden gegen Stroh zu reellen Preisen. L. H. Fouragelieferung. J fl. 35 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 7 fl. 48 kr.; Kartoffeln 9 fl. 30 kr.; Roggenstrob per 100 Gebund 26— 30 fl. Geld- Cours. feste Accorde Lieferungen für Hafer, Heu und Haferreffe 1970 werden reparirt und find neue vorrätbig bei Glaser Baumann in Gettenau. Magensalz, 1252 bekennt als Bullrichs Untversal⸗Reinigungssalz, gegen, Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in /, ½, Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. — 72 22 Strauß. Gebrüder Löb. Frankfurt am 26. Juli 1870, 0 Preussische Kassenscheine 11. 1 42½—43½ 4 Preuss. Friedrichsd'or„ 9 56—10 ö U mhker n& Kleie, Pistolen 3„ 9 44 angeb. 0.„ Dophelre en.„ 1978 bees Mischfutter, bei IKonandische f. 10 Stücke„ 9 88700 L. H. Strauß. Ducaten 1 Sn t 4 10 4 al marco. 3 598984 22 124 2 a 20 Francs- Stücke„ 9 18—22 Ein militärfreier Mann Englische Soyereigns.„ 11 40 angeb. 0 U Russ. Imperiales„ D 40 1975 wozu auch diesenigen gehören, welche in den Dollars in Gold„ 22575. Jahren 1865 und 1866 sich frei geloost haben und nicht einberufen wurden, wird als Einsteher gesucht. Durch die Exped. d. Bl. ist das Nähere zu erfahren. Verantw. Red.: Hermann Schimpff Druck und Perlag von Bindernagel& Schimpf griffe sind, und steht zu hoffen, daß der welsche in Paris zu empfangen und ihrem gerechten Sämmtliche Eltern werden darauf aufmerk- Herumlaufen abzuhalten, indem bei dem durch schen Volkes mit den Spitzen ihrer Bajonette Gedränge sehr leicht ein Unglück entstehen kann. Belresfer Jnidbeig dem ven stiedbe bedeuten ö Belresse 0 5 Oroßherz. a Gaftbause 15, Auguf Hef dahier versamn Augenb! Zwecke von Bu sammlau 1) dem wundcter 2) dem 1870 50 eins in Lokale ere stütung v Reservist 1 Friedttn den lauf Jahren sonds en zu den ob Beifall 0 das von auch von die über nachgeah