an e 1870. Donnerslag den 27. October. N 127. berhessischer Anzeiger. * ing r-. n 0 4 188;;*. eig Enthält die amllichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienslag, Donnerstag und Samstag. Nu*— des Setze. 2 2 Une Amtlicher Theil. S— 2 22 1 rei f Aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte sind zu publieiren: In. Nr. 49. Edikt die Verfassung der evangelischen Kirche des Großherzogthums Hessen betreffend. W 1 Frledberg am 24. October 1870. 0% Großherzogliches Kreisamt Friedberg ann it d 2* 5 ine Im. 5 1 3 enz; 2. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Sertmtrtehre 2 Nr. 40. Nr. 573. Freundschafts⸗, Handels⸗ und Schlfffahrtsvertrag zwischen Seiner Majesfät dem König von Preußen im Namen des Norddeutschen Bundes n nt, M und des Zollvereins und den vereinigten Staaten von Mexiko. Vom 28. August 1869.— Nr. 574. Consulbestellung betr. Wut de un Nr. 41. Nr. 575. Allerhöchster Erlaß vom 2. October 1870 wegen Abänderung des Allerhöchsten Erlasses vom 24. Juli 1870 betr. die in Gemäßbeit des ö Wesetzes vom 21. Juli 1870 zur Deckung des außerordentlichen Geldbedarfs der Militär⸗ und Marine⸗Verwallung aufzunehmende Anleihe. 1. September 1868.— Nr. 577. Consulbestellung betr. Schweinen und Schasoleh, sowle die Aufhebung elnschlleßlich. Bom 13. October 1870.— 1h. Nr. 42. Nr. 576. Poffvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und den Niederlanden. Vom der Bette Nt. 43. Nr. 578. Verordnung, bett. die Aufhebung des Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Rindvleh, —— dees Verbots der Ausfuhr und Durchfuhr von Steinkohlen und Koaks für die Grenze südlich von Malmedy bis Saarbrücken lee Nr. 579. Consulbestellung betr. Betreffend: Kriegsfuhren. Friedberg am 25 October 1870. da n 3 9 N 5 7 7. 1 195 A * n Das Großherzogl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. tadelmam Wir sehen unfehlbar binnen drei Tagen Ihrem Berichte über c. über das Fallen der nicht zurückgekehrten oder Uebergabe von benen folgende Punkte entgegen: Ersatz⸗ Pferden? 1 1) ob und in welchem Betrage sind aus den Gemeindekassen Bejahenden Falls sind dieselben zu erheben und mit Ihrem Berichte Anzeig. vereits baare Vorlagen an die Kriegsfuhren⸗Eigenthümer oder für einzusenden. g 4) Wann sind insbesondere die Fuhrer derjenigen Kriegsfuhren dieselben geleistet worden? 2 2) an welchem Tage und zu welcher Stunde sind die Kriegs- zurückgekehrt, welche gänzlich weggenommen, oder von welchen die 1 fuhren abgegangen, an welchen zurückgekehrt? Gespannthiere beide gefallen sind? * 3) sind die Kriegsfuhrleute im Besitze von Bescheinigungen von Die Antworten wollen Sie nach obiger Eintheilung einrichten. e„ nn. Militär- oder Civilbehörden: Möglichste Beschleunigung ist anempfohlen. 1 2. über Anmeldung und Entlassung? Trapp. dier- Autnit b. über die Wegnahme von Gespannen? Eberhard, a deslant Al Kriegsnachrichten. gestüm vor, trieben die aufgestellten Vorposten durch von ihnen occupirten Stellungen vor Metz und Officielle militärische Nachrichten. Kintzheim, 23. Okt. Vergangene Nacht ist die erste Parallele gegen die südwestliche Front von Schlettstadt auf 500 bis 700 Schritte ausgehoben worden. Diesseits stehen 32 Geschütze im Feuer. Verlust nur 3 Mann. Aus Versailles telegraphirt der würtem⸗ bergische Kriegsminister v. Suckow unterm 23. Okt. mach Stuttgart:„Vorgestern fand ein Ausfall von wrei französischen Bataillonen mit Artillerie und Mitrailleusen über die Marne bei Joinville gegen die würtembergischen Vorposten bei Champigny (Joinville und Champiguy östlich von Paris, vor wem Bois de Vincennes) statt. Derselbe wurde wom 3. Jägerbataillon und Theilen des 7. Re; giments tapfer zurückgeschlagen. Diesseitiger Ver⸗ lust 5 Todte, 30 Verwundete, darunter keine Offiziere.“ Kintzheim, 24. Okt. Schlettstadt hat heute capitulirt. 2400 Gefangene gemacht und 120 Geschütze genommen. Schmeling. Karlsruhe, 25. Okt. Ein Extrablatt der „Karlsr. Ztg.“ bringt folgendes Telegramm an S. K. H. den Großherzog von Baden:„Epinal, 25. Okt. Am 22. d. siegreiche Gefechte am Ognon⸗ Fluß bei Voray, Etuz, Cussey, Auxon, Geneuille. Der Feind wurde mit starken Ver⸗ llusten überall geworfen. Im Gefecht waren Bataillone des 1. 3., 4. und 5. badischen Re- igiments und 3 Batterien. Diesseitiger Verlust 1 setwa 7 Todte und 38 Verwundete. An unver- wundeten Gefangenen 2 Stabsoffiziere, 11 Ober⸗ z offiziere und gegen 200 Mann. Haltung der Truppen vortrefflich. Divisionsstab⸗Hauptquartier heute den 23. in Etuz. v. Beyer, Generallieutenant. Aus Versailles wird der„A. A Itg.“ über den Ausfall der Pariser Besatzung am 15. d. geschrieben: Wie sie es bis jetzt immer gemacht ihr mörderisches Feuer zurück, stutzten aber, sowie sie selbst ins Feuer der deutschen Colonnen ge- riethen, und liefen nach kurzem Widerstand in regelloser Flucht davon. Was sie diesmal ganz besonders schnell zum Weichen brachte, war das Feuer der baierischen Mitrailleusen, mit denen die Franzosen hier zum erstenmal Bekanntschaft machten. Diese Geschütze haben sich in ihrer Wirkung den entsprechenden französischen weit überlegen gezeigt, denn während die letzteren ihre Kugeln schnur⸗ gerade vor sich hinsenden, erzielen die der Bapern durch fächerartige Verstreuung ihrer Kugeln einen Kartätschenschuß von verheerender Wirkung. Durch eine einzige Salve haben die Franzosen einen Verlust erlitten, der auf mindestens 300 Mann an Todten und Verwundeten zu veranschlagen ist, während die Bayern leider auch über 100 Mann verloren haben. — Ununterbrochen gehen durch Meaux, Ville⸗ neuve und Versailles schwere Belagerungsgeschütze. Seit dem Fall von Soissons wird zum Transport derselben eine neue Linie offen. Allein die Her⸗ schaffung der Geschütze hat seine natürlichen Schwierigkeiten und kann nicht so rasch geschehen, wie man in Deutschland sich vorzustellen scheint, wo theilweise über die Langsamkeit der Operation vor Paris förmlich Beschwerde erhoben wird. Man sei an Ort und Stelle und man urtheilt ganz anders. In dem Moltke'schen Plan ist Langsamkeit nur Vorsicht und Gründlichkeit. Jede Ueberstürzung würde gerade jetzt auf das Aller ⸗ empfindlichste sich bemerkbar machen. — Die deutschen Heere in Frankreich um⸗ stehen in zwei großen Massen die beiden größten Waffenplätze des Landes und haben ihre Ab- theilungen nach allen Seiten, insbesondere aber nach dem Süden vorgeschoben, wo ste einerseits Tours und Bourges und andererseits Besangon und Lyon, die letzten Zufluchtsstätten eines ver⸗ zweiselten und aussichtslosen Widerstandes, be— drohen. Die deutschen Truppen können in jenen Paris ruhig abwarten, bis der im Süden sich organistrende Widerstand sich selbst aufzehrt, und zwar um so mehr, als die muthmaßliche Dauer der Vertheidigung von Metz nur nach wenigen Tagen und jene von Paris nach wenigen Wochen zu zählen sein dürfte. Haben diese beiden Orte capitulirt, oder sind sie einmal erobert, dann ist auch Frankreich bis an die Loire und Rhone im deutschen Besitze. In diesem Landstriche befinden sich aber die Geschützgießereien von Straßburg, Douai und Bourges, die Waffenfabriken von Mutzig, Klingenthal, Charleville und Maubeuge, die Pulvermühlen von Metz, Esquerdes, Le Bouchet, St. Ponce u. s. w., di: Arsenale von Straßburg, Metz, La Fere, Rennes, Douai, Paris, Lille u. s. w. Von wo will man dann die Mittel zum ferneren Widerstande nehmen, wenn diese Orte, deren großer Theil bereits jetzt in deutschem Besitz sich befindet, und mit ihnen die großen Hülfsmittel des an Schlachtvieh und Früchten so reichen Nordens für Frankreich ganz verloren gehen? — Der„Köln. Ztg.“ meldet J. v. Wickede: Ein höherer nordamerikanischer Offizier, der vor einigen Tagen bei Gelegenheit eines zweistündigen Waffenstillstndes aus Paris kam und jetzt in Versailles weilt, entwirft ein sehr düsteres Ge⸗ mälde von den dort herrschenden Zuständen. Aller Verkehr und Handel und Wandel im Innern der Stadt soll gänzlich aufgehört haben und die meisten Läden und Magazine sind geschlossen. In den Straßen hat man vielfach Barrikaden errichtet und besonders der Faubourg St. Antoine soll stark damit versehen sein, da viele Pariser der thörichten Ansicht sind, wir würden uns auf einen Straßenkampf im Innern ihrer Stadt ein⸗ lassen und das Blut unserer deutschen Soldaten opfern, um dort Barrikaden zu stürmen und Schüsse aus den Fenstern zu erhalten. In dem Kampfe, den wir gegen Parjs jetzt führen, wird nur die schwere Artillerie eine Hauptrolle spielen; 9 haben, drangen die Ausfallenden zuerst mit Un⸗ wollen die kampflustigen Pariser jedoch aus ihrer Stadt heraus kommen und uns im freien Felde selbst aussuchen, dann freilich haben auch unsere Infanteristen, Cavalleristen und Feldbatterien ein so kräftiges Wörtlein mitzusprechen, daß ihnen die Lust eines zweiten Besuches wahrlich sehr bald vergehen soll. Die Boulevards in Paris sollen jetzt mit Viehheerden und den Sachen der dorthin geflüchteten Landbewohner der Umgegend förmlich bedeckt sein, so daß der Verkehr oft stockt. Wer jetzt eigentlich die Regierung in der Stadt führt, weiß Niemand. Jeder befiehlt und Keiner gehorcht mehr, als er Lust hat. Dieser Nordamerikaner, ein sehr ruhiger und besonnener Mann, kann die anarchischen Zustände und die Furcht und den Schrecken fast aller besitzenden Einwohner in Paris gar nicht lebhaft genug schildern und be⸗ hauptet, daß weit über die Hälfte der Bevölkerung, die überhaupt noch etwas zu verlieren hat, nichts sehnlicher als den baldigen Einmarsch der Preußen nunmehr wünsche. Von Rouen wird telegraphirt, die Preußen hätten Vernon am 22. vom anderen Seineufer aus bombardirt, da sie den Strom wegen der zerstörten Brücke nicht passiren konnten. Bei Vernon(Dep. Eure, Arr. Evreux) geht eine Brücke von 22 Bogen über die Seine; die Stadt liegt am linken Ufer zwischen dem Strome und der von Mantes nach Rouen führenden Eisenbahn. Nauzig. Was strenge Maßregeln vermögen, haben die in Folge der Attentate auf Gendarmen in Flavigny und Vezelise ergangenen Drohungen bewiesen. Nachdem die Ermordung des einen Gendarmen mit hoher Geldbuße gesühnt war, hat die Ankündigung der Einäscherung der beiden Gemeinden für den Fall der Nichtauslieferung der 6 gefangenen Gendarmen das Resultat gehabt, daß diese letzteren, welche beinahe schon bis Lyon transportirt waren, am 16. d. hierher wohl- behalten zurückgekehrt sind. Aus Lille wird gemeldet, daß die Kriegs- Anleihe von 15 Millionen, welche für die vier Nord⸗Departements ausgeschrieben worden ist, fast Niemand unterzeichnet. Der General-Commissär hat einen dringenden Aufruf erlassen, jedoch ohne Erfolg. — Ueber den Ueberfall in Ablis gibt der Brief eines Husaren der Rathenauer Garnison, welchen das am letzteren Orte erscheinende„Kreis- blatt für das Westhavelland“ mittheilt, folgendes Nähere: Rambouillet den 9. October. Hier auf dem Kasernenhofe liegend, ergreife ich den Bleistift, um einige Worte an Euch zu richten. Das Ereigniß des gestrigen Tages ist zu schreck⸗ lich, als daß ich Euch es nicht beschreiben sollte. Wie Ihr bereits erfahren haben werdet, wurde in der Nacht vom 7. zum 8. October die vierte Escadron des schleswig⸗holsteinischen Husaren⸗ Regiments Nr. 16 im Cantonnement auf Vor⸗ posten von Mobilgarden überfallen und bis auf 48 Mann und 12 Pferde vollständig niedergemacht. Der Ueberfall geschah Morgens halb 4 Uhr, die vor der Escadron liegende bayerische Feldwache in der Stärke von 60 Mann wurde zurück⸗ gedrängt. Die Stadt Namens Ablis wurde von drei Seiten mit einem Male angegriffen, die drei Ställe, welche die Husaren inne hatten, sofort umzingelt und schon beim Satteln der Pferde wurden Mannschaften und Pferde zusammengehauen, da sämmtliche Schüsse blindlings durch Luken und stark besetzte Stallthüren gegeben wurden. Die Husaren vertheidigten sich durch Schießen mit dem Carabiner so gut es ging und sie nur konnten; doch endlich die Nutzlosigkeit aller Gegenwehr ein⸗ sehend, flüchteten sie einzeln, auch mehrere zu⸗ sammen über Mauern kletternd nach dem nahen Gehölz und entkamen auf diese Weise diese 48 Mann. Die Officiere, welche ihre Pferde in. einem etwas abseits liegenden Stalle hatten, haben sich gerettet, nur ist der Rittmeister verwundet. — Wir wurden, als diese Nachricht bei uns ein⸗ traf, allarmirt, und sofort rückte die Brigade nebst Artillerie und einer Compagnie bayerischer Jäger nach dem 2½ Meilen entfernten Städtchen. Dort wurde der Befehl zum Plündern und Demoliren gegeben, alle Lebensmittel und Fourage heraus⸗ geschafft, ebenso Vieh, und dann von unseren Husaren jedes einzelne Haus, auch die in der Umgebung befindlichen Geböfte, Holzgamben und Heu- und Strohschober in Brand gesteckt, und ist also die ziemlich hübsche Stadt von 6000 Ein⸗ wohnern in einen Aschenhaufen verwandelt.— Den Weibern, Kindern und Greisen wurde eine halbe Stunde vor dem Inbrandstecken dies er⸗ öffnet, damit sie noch Zeit hatten abzuziehen. Männer wurden nicht verschont, sondern erbarmungs⸗ los erschossen oder niedergehauen. Bis spät in die Nacht hinein schlug die hohe Lohe gen Himmel. Es war dies ein Tag, wie er nur selten in der Weltgeschichte verzeichnet steht, und wird gewiß die Welt darüber schreien. Doch gerechte Strafe war es, denn wisset, die noch lebendigen Husaren mußten sich gegen Mauern stellen, wurden erschossen und dann auf Wagen geladen, damit diese Bande sich die auf jede preußische Leiche ausgesetzten 50 Thaler Prämie konnte auszahlen lassen. Nur zwei versteckte todte Husaren wurden aufgefunden, sonst waren sämmtliche Husaren, Pferde und Gepäck auf Wagen fortgeschafft. Ja, es ist schrecklich und vermag die Feder diese That nicht zu be⸗ schreiben. Vor Metz, 18. Okt. Der„Kreuz Ztg.“ schreibt man: Die letzten Tage der Blokade von Metz nahen hoffentlich heran. In Metz soll län- gere Zeit schon Mangel herrschen, Hungersnoth bei der ärmeren Bevölkerung. Eine berittene Cavalerie gibt es in der Festung nicht mehr, von den Geschützen auf jede Batterie nur noch zwei bespannt. Seit Wochen ißt die Besatzung Pferde⸗ fleisch und Reis, und statt des Salzes Salpeter. So sagen wenigstens alle jetzt zahlreich einlaufen⸗ den Deserteure aus. Gestern hatten sich bei unseren Vorposten 24 der verschiedensten Waffen eingefunden; die Armen stürzten mit wahrem Heiß⸗ hunger über das ihnen von unseren Branden- burgern dargebotene Essen her. Aber trotz der ausgebrochenen Noth erwartet man noch einen letzten Versuch des Durchbruchs. Wir sind heute schon seit 6 Uhr früh in Bereitschaft zum Empfang; doch umsonst. — Der„Weser⸗Zeitung“ schreibt man aus dem Lager vor Metz, 20. d.:„An Erscheinungen, welche einer Krisis vorangehen, hat es auch gestern nicht gefehlt. Aus Metz sind Glockentöne und laute Rufe zu unseren Vorposten gedrungen. Unsere Observatorien haben eigenthümliche Vor⸗ gänge und Bewegungen im feindlichen Lager vor Metz wahrgenommen, welche als unzweideutige Vorzeschen einer beginnenden Auflösung betrachtet werden können. Die Mannschaften sind mehrfach zu Hunderten in unregelmäßigen Gruppen und anscheinend ohne Waffen zusammengetreten. Daß die Krisis bevorstehend ist, wird immer mehr un⸗ zweifelhaft, wie viel Zeit aber bis zum wirklichen Eintritt derselben noch vergehen wird, läßt sich noch nicht genau vorhersagen; denn so lange als irgend thunlich, wird Marschall Bazaine die Ent⸗ scheidung hinauszurücken suchen. Alle Capitulations⸗ vorschläge von seiner Seite, welche etwas Anderes als unbedingte Unterwerfung anstreben, werden aber unzweifelhaft zurückgewiesen werden.“ — Was die Entfernung des Generals von Steinmetz vom Commando der ersten Armee an⸗ betrifft, so gibt ein vor Metz campirender Corre⸗ spondent der„Daily News“ darüber einiges Nähere„aus unbezweifelbar guter Quelle.“ Nach Angabe dieses Gewährsmannes hatte bei Aus⸗ bruch des Krieges der König in seiner hohen Achtung vor der großen militärischen Begabung des Generals gegen die Ansicht des Kriegsrathes ihn zu seinem Commando befördert, weil er ein⸗ mal den oft gehörten Einwurf, daß der hohe Adel stets bevorzugt werde, in Norddeutschland entwaffnen, und in Süddeutschland der Beschwerde zuvorkommen wollte, daß man den Prinzen des Königl. Hauses allen Kriegsruhm aufspare. Die Sache ging gut bis zu den Schlachten vor Metz im August, wo General v. Steinmetz auf eigene Verantwortung und ohne Grund gegen die be⸗ stimmten Befehle des Oberbefehlshabers auf der Südseite statt nördlich von Metz über die Mosel ging. Hätte er dem Befehle gemäß den Ueber⸗ gang nördlich veranstaltet, so wären die wieder⸗ holten von schweren Verlusten begleiteten Angriffe des 7. und 8. Armeecorps gegen die französischen Positionen bei Moscou und St. Hubert unnöthig gewesen, und man hätte statt derselben wahrschein⸗ lich nur einen leichten und wahrscheinlich erfolg⸗ reichen Angriff unter jedenfalls viel geringeren Verlusten von den Höhen des Bois ⸗de⸗Saulntz herab gemacht. Auf alle Fälle hätten im letzteren Falle die Deutschen den Vortheil eines höheren Terrains gegen die tiefer liegenden Positionen der Franzosen gehabt, und Bazaine's Rückzug nach Metz am Morgen des 19. wäre unmöglich gewor⸗ den. In Folge dieser Angelegenheit sprach der König persönlich dem General v. Steinmetz sein Mißfallen aus, und befahl ihm, in Zukunft seine Meldungen nicht an das große Hauptquartier der gesammten Armee, sondern an den Prinzen Friedrich Karl gelangen zu lassen. Darauf wurde der General, der ohnehin schon gewöhnlich nicht von der sanftesten Gemüthsverfassung war, merkbar zornmüthig und ungemüthlich, und er gab sich dabei solche Mühe, diese Eigenschaften in seinem persönlichen und dienstlichen Verkehr mit dem Prinzen hervorzukehren, daß zuletzt die Beziehungen der beiden Führer zum offenbaren Scandal wurden, ernstlich die Ruhe der dienstlichen Atmosphäre trübten und drohten der Disciplin der betreffenden Heere zum Schaden zu gereichen. Das führte denn schließlich die Entfernung des Generals herbei, aber nicht auf Veranlassung des Prinzen, sondern auf Moltke's Verwendung. 5 — Nach Berichten badischer Zeitungen ist das 4. badische Infanterie⸗Regiment bereits am 21. d. in Vesoul einmarschirt. Seitdem ist eine regel⸗ mäßige Feldpostverbindung über Epinal nach Vesoul eingeleitet, die aber bei der Unsicherheit in den Vogesenwäldern stets einer starken Bedeckung bedarf. — General Uhrich hat, nachdem ihm von gewissen Seiten der Vorwurf des Verraths gemacht war, in einem südfranzösischen Blatte stolz und bündig wie ein Ehrenmann dagegen Verwahrung eingelegt. Vom Kriegsrath ist die Capitulation einstimmig beschlossen worden, nachdem Theile der Festungswerke und die Citadelle selbst durch die vom General anerkannten ganz unerhörten Leistungen der deutschen Artillerie in Trümmer geschossen waren. Unersetzlich war auch der Verlust von 35,000 Granatzündern, die im Arsenal ver⸗ brannten. Zugleich deutet der General an, daß die Ausrüstung der Festung bei Beginn des Kriegs in seltsamster Weise vernachlässigt war. Hessen. Darmstadt. Am 24. d. sind Minister v. Dalwigk und der hessische Gesandte Hofmann aus Berlin, welcher zu diesem Zwecke gestern in Darmstadt eingetroffen ist, in das königl. Hauptquartier nach Versailles abgereist, um den dortigen Ministerconferenzen beizuwohnen. — Wie man hört, steht aus Anlaß der gegen ⸗ wärtig zu Versailles stattfindenden Ministereon⸗ ferenzen eine baldige Berufung der Kammern, welche auch aus finanziellen Gründen, insbesondere behufs Verwilligung der zur Fortsetzung des Krieges erforderlichen Mittel, nothwendig werden dürfte, bevor. Dieselbe dürfte nach der Rücklehr Hrn. v. Dalwigk's aus Versailles erfolgen. — Am 11. d. M. befanden sich in den Laza⸗ rethen des Großherzogthums 2389 Kranke und Verwundete. Am 1. Okt. waren es 2717 und sind bis zum 10. Okt. 1113 Mann theils evacuirt, theils als geheilt entlasen worden. Der Zugang in diesen 10 Tagen betrug 785 Mann. Mecklenburg. Schwerin. Aus Reims vom 21. Okt. wird hierher gemeldet: Der Kaiser von Rußland sandte an den Großherzog von Mecklenburg folgendes Telegramm:„Ich bitte Dich, das Kreuz des St. Georgenordens dritter Klasse anzunehmen, das Du so wohl verdient hast. Gott gebe, daß der Krieg durch einen dauernden Frieden bald beendigt werde.“ Hamburg, 24. Okt. Vor den Beobach⸗ tungsstationen an der Elbmündung sind seit vier Tagen keine feindlichen oder verdächtigen Schiffe in Sicht gewesen. lichen Consei Frage Anssch dageg. Entrüf leine d die G zu lass haben Franze vor de haben für di Mobi zeigen nicht zosen, Krieg große so we milita noch el und E den über auf e neiden Schw Franz Miliz Römer waren. handel mehr nit du DSeord Jagen i ba⸗ tn an 21. b. 1 futt tegtl 520 ach Besoul morndeit iu du Sedtchung bebe 26d. if du dehr * Nunsterter 0 dannen „ before 1 1 7 2*˙ Sachsen Dresden. Das„Dresdner Journal“ meldet, daß der Staatsminister v. Friesen in Folge einer Einladung in das k. Hauptquartier nach Versailles abreist. Hesterreich. Wien. Die„Abendpost“ enthält solgendes Telegramm: Tours, 24. Okt. Die hiesige Regierungsdelegation hat die englischer Seits gemachten Vorschläge wegen des Waffen⸗ stillstandes im Princip angenommen. Thiers ist bestimmt, nach vorgängiger Verabredung mit der Centralregierung in Paris in Verhandlungen mit dem Grafen Bismarck einzutreten. Frankreich. Tours, 24. October. Die Regierung veröffentlicht folgendes Telegramm: Lille, 23. October. Der Feind räumte gestern St. Quentin. Amiens wurde nicht angegriffen. — Die Regierung läßt die Wege und Stadt verbarrikadiren. Der Belagerungszustand ist für Tours und das ganze Departement Indre und Loire erklärt.— Nach der„France“ vom Sonnabend wohnte Thiers einem im erzbischöf— lichen Palais abgehaltenen großen Regierungs- Conseil bei. Dasselbe war in Bezug auf die Frage der Wahl der Constituante getheilter Ansicht. Die Majorität war dafür, Gambetta dagegen. — Die„France“ bringt folgenden Schrei der Entrüstung und patriotischen Zornes:„Wir sind keine Franzosen mehr, denn unsere Soldaten nehmen die Gewohnheit an, sich zu Gefangenen machen zu lassen, unsere Armeen capituliren, unsere Generale haben zu siegen verlernt. Wir sind nicht mehr Franzosen, denn zu Paris weicht ein Regiment vor dem Feinde, ohne eine Patrone verschossen zu haben, zu Orleans laufen unsere Soldaten, die für die ersten der Welt galten, davon, nur die Mobilgarden und die Freiwilligen des Westens zeigen gute Haltung und geben ein Beispiel, welches micht befolgt wird. Wir sind nicht mehr Fran- zosen, denn unsere Offiziere studiren nicht mehr den Krieg und folglich verstehen sie nichts davon. Diese große Kunst des Krieges, worin es unsere Väter so weit gebracht hatten, baben sie vergessen. Unser militärisches Ansehen ist verloren. Wir sind nur noch ein Volk von Schwätzern, von Genußmenschen und Schönrednern, welche im Theater und auf ben öffentlichen Plätzen Demonstrationen machen, über Regierungsformen verhandeln, eifersüchtig muf einander, uns gegenseitig überwachend, be⸗ meidend; uns theilend, wenn der Feind uns das Schwert an die Kehle setzt. Wir sind nicht mehr Franzosen, nicht mehr, wie die Griechen zur Zeit Philipp's Griechen waren, nicht mehr, wie die Nömer zur Zeit der Völkerwanderung Römer waren. Die neuen Macedonier werden uns be⸗ handeln wie Philipp und Alexander die Athenienser behandelten, oder vielmehr, wie Alarich die Römer und die Türken Constantinopel. Sie werden nicht mur die Einheit Deutschlands schaffen, sondern Europa unterjochen, ohne uns, trotz uns und gegen uns.“ 0 Paris, 24. Oct. Thiers wird morgen hier erwartet und sich voraussichtlich am Nach⸗ mittag nach Versallles begeben. In Paris herrschen die Blattern. Brust⸗ entzuͤndungen sollen auch äußerst häufig sein, was kein Erstaunen erregen kann, wenn man bedenkt, daß jede Nacht ein Drittel der waffen— fähigen Leute der Hauptstadt, die meistens an ein Wohlleben gewohnt sind, in freier Luft auf den Wällen zubringen müssen. Dabei erreichen die Preise der Lebensmittel eine enorme Höhe; das Pfund gesalzene Butter kostet 18 Fr., das Pfund Wurst 8 und das Pfund Pferdefleisch 2 Fr. In den Faubourgs herrscht schon furcht— bares Elend, obgleich die Privatmildthätigkeit viel thut. — Nachrichten aus dem Departement du Nord melden, daß die Arbeiterkrisis immer be— denklicher wird. In Ascg feiern sämmtliche Fabriken, mit Ausnahme von zweien. Alle Fremden, welche im Departement sich aufhalten und das Alter von 50 Jahren noch nicht er— reicht haben, werden eingezogen, die Wider— strebenden ausgewiesen. Die Waffenvorräthe sind unzureichend und werden daher Gewehre mit Steinschloß vertheilt. Belgien. Brüssel. Eine Correspondenz der„Indep. belge!“ aus Tours vom 20. meldet, daß ein Theil der ehemaligen Mit— glieder des gesetzgebenden Körpers bei Gam— betta Schritte gethan habe, um denselben zu bestimmen, auf den ihm angebotenen Waffen⸗ stillstand einzugehen und so endlich zur Con⸗ stituirung einer regelmäßigen Regierung zu gelangen. Die Ex-Deputirten, welche diesen Schritt gethan, gehören der Linken und dem linken Centrum an, und an ihrer Spitze steht der bekannte Republikaner Grevy, Batonnier des Advocatenstandes von Paris, welcher ener— gisch die Berufung der Nationalversammlung verlangte, damit durch dieselbe eine Regierung geschaffen werde, mit welcher Preußen unter— handeln könne. Großbritannien. London. Dem Ver⸗ nehmen nach hat die französische Regierung mit hiesigen Häusern eine sechsprozentige An— leihe im Betrage von 250 Millionen zum Emissionscourse von 85, rückzahlbar in 34 Jahren, abgeschlossen. Dieselbe wird in Stücken von 20, 100 und 1000 Pfund ausgegeben. Die letzte Einzahlung erfolgt am 1. Februar. Italien. Florenz. Garibaldi dementirt, daß er, als er seine Dienste Frankreich anbot, zu gleicher Zeit den Aufstand in Nizza befördert habe. Er versichert einem Freund, daß Beides zu verschiedener Zeit geschehen sei. Die fran⸗ zösische Regierung soll dem General versprochen haben, daß nach beendigtem Krieg in Nizza ein neues Plebiscit stattfinden würde. Rußland. Petersburg. Das„Jour⸗ nal de St. Petersbourg“ sagt die Friedens⸗ frage dürfe nicht mit der Frage über die Waffenruhe vermengt werden. Gegenwärtig liegt nur die letztere vor, Behufs Zusammen— tritt der Versammlung, welche die Friedens⸗ frage prüfen müsse. 1 Mit einem dieser Tage eingetroffenen Kranken⸗ Zuge von 976 Mann hat die Zahl der Mainz passirten Kranken und Verwundeten die Summe von 50,000 über⸗ schritten und beläuft sich jetzt auf 50,200. Nicht allein diese 50,000 fanden je nach Bedürfniß ärztliche Hülfe und Verpflegung und wurden mit den nöthigen Bekleidungs⸗ stücken versehen, sondern außerdem erhielten noch circa 18,000 gesunde Soldaten, Pariser Ausgewiesene ꝛc. Ver⸗ pflegung, wie ferner deren Wünsche in Bezug auf Kleider auf's Beste erfüllt wurden. Leipzig. Das hiesige Tagblatt sagt in einem Artikel über das Kringscontingent det Leipziger akademischen Jugend, daß die Universität Leipzig im Ganzen eine halbe Compagnie auf den Kriegsfuß gestellt hat, 128 Mann. Theologen wurden nur zwei eingezogen, Juristen 82, Mediciner 11. Aus ben verschiedenen Fächern der philo⸗ sophischen Facultät waren 33 in die Feldarmee einzustellen. Bon diesen 33 studirten bis dahin 2 Philosophie, andere 2 Pädagogik, 3 Landwirthschaft, je 4 Chemie, Mathematik, Naturwissenschaften und Pharmgcie, endlich 14 Philologie. Paris. Auf großen grünen Maueranschlägen ist die Ankündigung von der projectirten Bildung von 10 Weiber⸗ Bataillonen zu lesen, welche den Titel„Amazonen der Seine“ führen werden und sich zwar auch mit der ersten Pflege der Verwundeten beschäftigen, aber auch neben den Männern auf den Wällen und hinter den Barrikaden kämpfen werden. Dazu gedenken sie fich mit leichten Flin⸗ ten, die etwa 600 Fuß tragen, zu bewehren, und sich in folgendes Kostüm zu setzen: schwarze Hosen mit Orange⸗ streifen, wollene Blousen, schwarzes Käppi an Orangeband, Patronen-Tasche mit Schultergürtel. Das Werbe⸗Bureau ist in der Rue Turbido; jedes Bataillon wird 8 Compag⸗ nien à 140 Weiber zählen und sofort gedrillt werden. Jede Kriegslustige muß übrigens von ihrem Mann, Vater, Bruder oder einem Nationalgardisten präsentirt werden, damit kein schlechtes Gesindel in die Amazonenlegion kommt. Für die äußerste Nothwehr werden sie sich mit einem Gummifingerhut bewaffnen, der in einem Stachel Blau⸗ säure enthält, um jeden etwa zudringlich werdenden Preußen auf der Stelle tödten zu können. 1 Kostensteie Jen dungen an Angehörige der Großh. hess. Division! Unsere 8. Expedition ging heute von hier weg, dieselbe bestand aus 1700. Collis. Der Abgaug der 9. Expedition erfolgt den 2. November. Zusendungen für uns richtet man gefälligst an unser Mitglied, Herrn Blumenthal hier. Umfang und Gewicht der Collis nach Belieben der Absender. Vermögende Zusender sind ge⸗ beten, die Poststücke zu frankiren! Darmstadt 26. October 1870. Comité zur Versorgung der Hessischen Feldtruppen. Pfänder-Vetsteigetung zu Friedberg. 2466 Montag den 31. October d. J., Vormittags Uhr anfangend, sollen im biefigen Rathbause die bis zu diesem Termin die Verfallzeit erreicht habenden und micht ausgelösten oder renovirten Pfänder der hlesigen Pfand und Lethanstalt, bestehend in: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weißzeug, Manns, und Frauenkleidern, goldenen und silbernen Taschenuhren sowie sonstigen Begenständen, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung Hersteigert werden. N Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Auslösung und Renovation der Pfänder nur an den hierzu bestimmten Tagen Dienstag, Donnerstag und Samflag stattfinden ann und daß das Pfandhaus vom 27. October d. J. an bie nach beendigter Versteigerung geschlossen bleibt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Friedberg werden ersucht, dieß im Interesse ihrer Ge⸗ meindeangehörsgen ortsüblich bekannt machen zu lassen. Friedberg am 14. October 1870. 0 Großherzogliche Sa e, Friedberg Steinhäuser, Beigeordneter. licht wird. Bekanntmachung. 2543 Nach angestellten Ermittelungen ist der Schmied Friedrich Heck zu Dörnigheim überschuldet. Zum Guteversuch behufs Abwendung des förmlichen Con- curses ist Termin auf den 22. November d. J., Vormittags 9-10 Uhr, in das Local des unterzeichneten Gerichts— Schloß⸗ straße Nr. 26— anberaumt, wozu die Gläubiger des ꝛc. Heck mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die nicht erscheinenden als dem Beschluß der Mehrheit bei⸗ tretend augesehen werden, und ein etwaiger Vergleichs ⸗ bescheid nur durch Anschlag im Gerichtslocal veröffent⸗ Danau am 22. October 1870. Königliches Amtsgericht Abtheilung II. Cö st er. vdt. Stönkel. Tüchtige Reisende 2526 finden jederzeit lohnende und dauernde Beschäf⸗ tigung bei Wimmer, Firma: Frz. Cramer Buchhandlung in Darmstadt. Aepfelwein⸗Fässer, 2522 2, 3, 4 Ohm e eee — 1 Frankfurt a. M., Langstraße Nr. 19. Ein gesitteter Zunge, 2543 welcher die Schuhmacher peofession erlernen will, kann mit oder ohne Lehrgeld sofort eintreten bei Frledberg. Heinr. Wilh. Kautz. Wo Männer, wie 2541 Professor J. Moscheles— Hofcapellmeister Julius Rietz— Hofcapellmeister Karl Krebs die ehrendsten Urtbeile über die schöͤnßen Walzer: „Jugendträume“ von O. Hübner⸗-Trams— „Burschentänze“ von Jobannes Schondorf— „Frühltingsreigen“ von Julius Lammers, abgeben, da darf man verfichert sein, daß diese Piocen auch wirkliche Cabinetsftücke find.— Preis pro Opus (4 Bogen stark) nur 12½ Sgr. Zu beziehen von Robert Apitzsch in Leipzig und durch alle Buch- und Mufikalien handlungen. Einen Ochsen, 2528 reine Berner Race, hat zu verkaufen Wohnbach. Georg Weckmann v. Bienen ⸗Versteigerung 2536 Montag den 31. October, Vormittags 10 Uhr, läßt Friedrich Kriegek Wittwe zu Gettenau elf Bienenstöcke mit Bienen einer öffentlichen Versteigerung aussetzen, wozu Kaufliebbaber eingeladen werden. Kasseler Loose de Bod. Peter Döll. —.— r —— Pferde⸗, Fohlen, Rindvieh, Schweine⸗ und Krämermarkt zu Ortenberg. 2535 Die Bestimmung von§. 46 der Bundes instruction dd. 26, Mai 1869 noͤthigt uns, den im Kalender auf den 30. October, 1. und 2. November d. J. angezeigten Vieh und Krämermarkt zu verlegen, und haben wir auf Nachsuchen vieler Geschäftstreibenden und in Zustimmung Großherzoglichen Kreisamts Nidda zunmehr die Abhaltung des Marktes, in derselben Weise wie seither, auf den e 28., 29. und 30. November d. J. findet die Verloosung der Krämerstände statt bestimmt. Montag den 28. k. M., Mittags 12 Uhr, und werden deßfallsige Anmeldungen von Morgens 8 bis 11 Uhr entgegengenommen. Ortenberg den 22. October 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Ortenberg Roth. Frankfurt a. M. Ausstellung im ehemaligen Bundes ⸗Palais einer vollständigen Mitrailleuse und Kriegstrophäen aus dem gegenwärtigen Krieg zum Besten der Verwundeten und Nothleidenden am Kriegsschauplatz. Eintrittspreise: 2538 Donnerstag, 27. October à Person 1 fl.— kr. Freitag und Samstag, 28. und 29. October„„—„ 30„ Sonntag, 30. October 5 r Montag und Dienstag, 31. October und 1. November„ e e Mittwoch, 2. November 5„ ohne der Wohlthätigkeit Schranken zu setzen. Die Ausstellung ist geöffnet von Morgens 9 Uhr bis 4 Uhr Nachmittags. Frauksurier gauptvtrtin für Verwundete und Nothleidende am Kritgsschauplazz Dampfsäge- Etablissement. 2540 Die Eröffnung meines neuen Dampfsäge Werkes in Oberfranken(Bayern) beehre ich mich hierdurch ergebenst anzuzeigen und empfehle dasselbe besonders den Herren Holz⸗ händlern und Bau Unternehmern bei Bedarf in allen vorkommenden Sorten Bord, Diel, Sparren und Bauholz Dimensionen. Gefl. Aufträge bitte an mein Haus in Frankfurt a. M. zu richten. Ed. Lejeune. Foulards, Nechnungen mit Geschäfts⸗Firma per Buch 32 kr., in größeren 420 seldene Umknüpftücher und Halsbinden bei Ba blllarr, agen 1 9 K. Friedrich neben der Poßt in Friedbreg. In der Gemerbschule zu Illtdberz 2542 beginnt der Unterricht für das Winterhalbjaß am 1. November. Wer sich zur Theilnahme melden will, kann sich Sonntag den 30. d. M. zwischen 1 und 3 Uhr im städtsschen Schulhause einfinden. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden Friedberg den 25. October 1870. Der Vorstand. Glace-Handschune e Ein Pfuhlfaß, 2537 fast noch neu, ift zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl. Todes ⸗ Anzeige. 2539 Statt jeder besonderen Anzeige machen wir Freunden und Belannten hierdurch die traurige Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen ge⸗ fallen hat unsere innigfigeltebte Gattin und Mutter Elisabetha Nixiue, geb. Baumann, beute Nachmittag halb 6 Uhr nach längerem Krankenlager in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stilles Beileid bitten Der trauernde Gatte und Kinder. Bingen den 22. October 1870. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 26. October. Kort! 9 fl. 20 kr.; Eerste 8 fl.— kr.; H Frankfurt, 24. October.(200 Zollpfund.) Waizem 13½—14½; Korn 105%; Gerste—; Hafer 9½—10½ Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 29½; Branntwein(500% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß 31 ½ Grünberg, 22. Oclober. Paizen 13 fl. 56 tr. Korn 10 fl. 26 kr.; Gerste 7 fl. 20 kr.; Hafer 5 fl. 10 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— ff, — kr.; Saamen 18 fl. 50 kr.; Kartoffeln 2 fl. 42 kr. 8 21. October. Waizen 13 fl. 2 kr.; Korn 10 fl. 25 fr.; Gerste 7 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 57 kr 1 4 fl.— kr.; Roggenstroh per 100 Gebund Ssraeclitischer Gottesdienst in Friedben Freitag Abbe 5 Uh 10 0 Samstag Morgens 8½ Ubr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 3 Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Provision Bindernagel& Schimpff. 2 Den An-& Derkauf von Skaatspapieren besorgt gegen billige S. Hirschhorn in Friedberg. 3 An- und Verkauf Coupons eic bdsorgt bülügst Coupons etc. besorgt billigst J. A. Nauheim in Friedberg. Bei den mit» bezeichneten Effecten versteht sich der Cours pro Stück in 52½ fl. Frankfurter Börse. Nach dem Coursblatt der vereinigten Frankfurter Zeitungen. schweiger Loose in Thlr.) bei allen übrigen Effecten in 0%. 25. October 1870. f (Kurhessische und Braun- Bank- und Creditaetien. f— 5 Anlehens- Loose. Preussen 4½% cons. Anleihe 91/ P. 4%»Dermst. Credit à fl. 250 325 P. 17½0, jor. à Thlr. 1000—— e Adlon e e, u. 30% Frankfurter Bank à fl. 500 129 P. e 5 5 5 2 50,»Oesterr. Creditanstalt à fl. 1600 245 4 ½¼ à 5 b. 11 deszische Thür. 30 1 Frankfurt 2½0 8 5 79½ P. Oesterr. Nationalb. à fl 600 6 kr. tgl. 687 G. een Thlr. 20 17 b 9 0 9* 1 40%* 3 5 5 Eisenbahn-Aetien. 4% Bayer. Pr.-L. à Thlr. 100 1 b ** EI„ 0 3 7 3½0 2¹ 170 N 17 40% Badische 55 104½ b. Kurhessen 40. 3 5 0 40%% e un. 5 21 Hadische fl. 35 6d 57%8 8½ b Bayern 50% 1 5* 3% Oberhess. à fl. 350 Vollbez. 66/8 b. 1. 0 50 1 4% bee. ble. gig s. 3/% Obemeseische 680% Einz.] 6685 b. 12 8 ee 5 44 v. J 40— 5 5*. Würtemb. 42¼%% Obligationen 91 5 Prloritäts- Obligationen. Meininger fl. 7. Loose 5/9 b. KN 40% 85 ö 0 50% Elisab.-Coupons 1. S. 1. Em. 27 ¼ b Oesterr. n. 250 von 1839 191½ 6. ene%% 80% b. 0„ 2. 40 6 Weta f neee ü Baden 50% 8 98¼½ b. eee a e,„5% n. 500 von 1860 75% 6% 6 b. „ 4½% Opl. Thlr. 3 405] 92 6. 60% Gest. Südb. Bonds per 1874 98 P eee, 1 er 8 6 0. 5%„„ Prioritäten 55 5„erat n 100 v. 1858 h. Wi 16 b. l 20/9. v. b. 30% 5„„ b a 5 or. Hessen 50% Obugationen i G. 30% 5 Staats- Bahn 56% b 1858155 in e a 1 5 70 i b. msterdam fl. 1 100% b. 5 3½0% 1 87½ G. 8 Preuss. Kassensch. 144¼— 45 Augsburg fl. 100 100 B. Sachsen 50% Oblig. Thlr. à 105 100 P. 99¾ 5 Preuss. Friedrichsd'or 9 57½—58½ Berlin Thlr. 60 104%/ b. Oesterreich 4½0% Silberrente 558/16 b.— Pistolen 9 43 G. u. fehl. Bremen Thlr. 50 Lsd. 97 B. 7 4½¼0% Papierrente 47 8. 2 Holl. fl. 10 Stücke 9 54— 56 Cöln Thlr. 60 104 b. 9 4½6% 4 47 C.* Ducaten 5 34-36 Hamburg M. B. 100 88 b. Russland 5% Obl. 1. Lst. à fl 12—— 5„ al maree 5 35-37 Leipzig Thlr. 60 104% G. Schweden 4½j% Obl. in Thalern 87½ G 2 20 Franes-Stüeke 9.28 ½—29½ London Lst. 10 118% b. * 4½0% Obl. i. L. 2 fl. 124— 2 Engl. Sovereigns 11 53—57 Paris Frs. 200—— N.-Amer. 60% Bonds 1882 v. 62 95½ b 8 Russ. Imperlales 9 45—47 Wien fl. in österr. Währung 96¼½ ½ b. 2 60% Bonds 185 v. 651 94½ b Dollars in Gold 226—27 Disconto—— a 34 S. Lindheimer Söhne An- und Verkauf aller Werthpapiere unter Zusicherung reeller Bedienung.— Auskunft über Verlaosungen, Coupons-Zahlungen u. s. w. wird gerne ertheilt. in Frenkfurt a. M. Zeil 29. (Hierzu eine Beilage.) * 126 Lärgan Artus abgten ane ant Kundtt. .— Sen 1. k.; 7 bett 5 J. Nl bn bet 100 Gas i Antdle OGeilage. scher Anzeiger. M 127. Hessen. Darmstadt. Das Großberzogliche Regierungsblatt Nr. 50 enthält: I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern: S. K. H. der Großherzog haben als Beitrag zum Bau einer kath. Kirche zu Friedberg die Summe von 300 fl. Allergnädigst zu schenken geruht. II. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Justiz, die Vergrößerung des Familien⸗Fideicommisses der Herrn Grafen zu Stolberg-Roßla⸗Ortenberg betreffend. III. Bekanntmachung Großherzogl. Kreisamts Gießen, Kriegskosten, insbesondere diejenigen der Stadt Lich aus 1866 betreffend. IV. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Vilbel, die Niederschlagung des letzten Ziels der Umlage 3. Klasse der Gemeinde Groß-Narben, im Kreise Vübel, betr. V. Bekanntmachung, die Vertheilung der Preise in dem philosophischen Seminar zu Gießen betr. Folgenden ordent⸗ lichen Mitgliedern des philosophischen Seminars auf der Landes⸗Universität zu Gießen sind für ihre Leistungen während des Wintersemesters 1869/70 und des Sommer- Semesters 1870 Preise zuerkannt und ertheilt worden, nämlich: 1) der erste Preis dem Stud. phil. Carl Schwabe aus Friedberg; 2) der zweite Preis dem Stud. phil. Ernst Rettig aus König; 3) der dritte Preis dem Stud. phil. Carl Germann aus Heimersheim; 4) der vierte Preis dem Stud. phil. Friedrich Klink aus Darmstadt. VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Okt. den Saalwärter Ludwig Wenz zum Hofzimmerwärter zu ernennen;— am 5. Okt. den Finanz⸗Aspiranten, Geometer 1. Klasse Euler aus Miitel⸗Gründau zum Distriktseinnehmer der Distrikls⸗ einnehmerei Büdingen II.— den Finanz-Aspiranten Schmidt aus Darmstadt zum Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Nieder⸗Flörsheim— und den Finanz⸗ Aspiranten Fresenius aus Friedberg zum Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Romrod— zu ernennen: ferner den Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Romrod Dieter in gleicher Diensteigenschaft in die Distriktsein⸗ nehmerei Richen— und den Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Büdingen II. Schmidt in gleicher Diensteigenschaft in die Distriktseinnehmerei Alsfeld— zu versetzen und letzterem zugleich die Stelle eines Rendanten des Nebenzollamts 1. Klasse Alsfeld zu übertragen. VII. Charakterertheilung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Okt. dem Photographen Ludwig Schmidk in Friedberg den Charakter als Hof⸗ photograph zu ertheilen. VIII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find: 1) die evangelische Pfarrstelle zu Lehrbach, im Dekanate Kirtorf, mit einem Gehalte von 662 fl. 3 kr., dem Königlich Bayerischen Kammerherrn Freiherrn Maximilian von Günderrode zu Frankfurt a. M. steht das Präsentations⸗ recht zu dieser Stelle zu; 2) die zweite evangelische Pfarr⸗ stelle zu Grünberg, im Dekanate Grünberg, mit einem Gehalt von 603 fl. 25 kr.; 3) die erste evang. Schulstelle zu Dienheim, im Kreise Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalt von 480 fl. nebst einer Vergütung von 20 fl. für Heizung des Schullokals. Preußen. Berlin. Die„Kreuzzeitung“ bemerkt zu den Verhandlungen des Generals Boper mit dem Grafen Bismarck, daß der Marschall Bazaine dieselben nicht nur in voller Unabhängig— keit von der Pariser provisorischen Regierung, sondern auch im Gegensatz und im Widerspruch zu derselben geführt hat. — 24. Okt. Die„Norddeutsche Allg. Ztg.“ constatirt, daß der erste Eindruck, welchen die Nachricht von den durch England eingeleiteten Schritten wegen Waffenruhe hervorgebracht habe, ein Mißbehagen gewesen sei, hervorgerufen durch den Gedanken, die Einmischung des Auslandes sei minde— stens sehr überflüssig in dem Augenblicke, wo als Früchte der blutigen und mühevollen Arbeiten der letzten Wochen uns Paris und Metz bald zufallen müssen. Uebrigens aber möge man sich beruhigen: wo Schwert und Feder so einträchtig zusammen wirken, werde die Eine dem Anderen sicher nicht hinder- lich sein. N — Der Ober Berghauptmann und Ministerial— Direktor Krug von Nidda ist, wie gemeldet wird, aus dem Saarbrücker Bergwerk-Revier zurück gekehrt. Er hat dort, nach einer Mittheilung der „B. B.⸗Ztg.“, alle Anordnungen getroffen, daß in kürzester Frist die sämmtlichen staatlichen Kohlen- werke jenes Reviers wieder in vollen Betrieb kommen. Es hat der Export dieser Kohlen nach Frankreich bereite wieder in einem sehr ausge— dehnten Maße bego nen, so daß die Einwirkungen des Krieges auf diesem Gebiete als ziemlich über- wunden erscheinen. Erfurt. Unter militärischer Escorte ist ein Staatsgefangener, dem Vernehmen nach der Maire von Argenteuil bei Paris, auf hiesigem Bahnbofe eingetroffen und früh 2 Uhr weiter transportirt worden, um in der Festung Neiße internirt zu werden. Derselbe soll einen Trupp Franctireurs angeführt haben und hierbei gefangen genommen sein. Köln. Die„Kölnische Zeitung“ meldet: Oberst Stoffel, der frühere französische Militär— bevollmächtigte in Berlin, nach Sedan Kriegs— gefangener auf Ehrenwoct, ist entflohen, angeblich nach Paris. Bayern. München. Sicherem Vernehmen nach wurde dem General v. d. Tann für den Sieg bei Orleans vom König von Preußen das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Frankreich. Tours, 23. Okt. Es ver⸗ lautet, das englische Cabinet habe in Tours und Berlin unterm 21. Okt. einen Waffenstillstand behufs Einleitung von Friedensverhandlungen vor- geschlagen. Eingetroffene Depeschen aus Wien, London und Brüssel drücken die Hoffnung aus, daß diese Verhandlungen zu einem befriedigenden Resultat führen werden.— Die Regierung hat Depeschen an die auswärtigen Agenten versendet, in welchen sie denselben anzeigt, daß der von englischer Seite am 21. d. vorgeschlagene Waffen- stilltand hoffentlich die beste Aussicht auf Erfolg habe. Bezüglich der Einberufung der Constituante haben ernste Berathungen stattgefunden.— Die Regierung veröffentlicht folgende Telegramme: Evreux, 22. Okt. Heute beschoß der Feind längere Zeit Vernon(Dep. Eure, Arrond. Evreux) und zogen dann wieder ab.— Besangon, 22. Okt. Heute lebhaftes anhaltendes Gefecht zwischen Voray und Cussay(beide Orte im Dep. Haute Saone, etwa 2 Meilen nördlich von Besangon). Näheres fehlt noch.(S. Depesche von Karlsruhe.) In Tours fährt man fort erlogene Sieges botschaften in die Welt zu senden, wie folgende Depesche des Ministeriums zeigt: Neufchateau, 21. Okt., Abends. Bei einem Ausfalle warf Bazaine mit 80,000 Mann 26 Bataillone und 2 Cavalerie-Regimenter nieder und zerstörte Forges, Eglise und Ars, welche der Feind beschützte; 195 Wagen mit Lebensmitteln und Munition wurden erbeutet. Die Belagerungsarmee wurde mehrere Male erneuert, da Bazaine sie durch falsche Ausfälle äußerst ermüdet, der alle zwei Stunden zum Angriff blasen und schießen läßt und so den Feind zwingt, aufzustehen und zu wachen, während unsere Soldaten, welchen die Ab— sichten Bazaine's bekannt sind, ausruhen. Die preu— ßischen Offiziere gestehen zu, daß der Typhus, Bazaine und die Schlaflosigkeit drei große Feinde sind. Tours. General Aurelles de Paladine, der an Stelle von La Motterouge zum Oberbefehls— haber der Loire-Armee ernannt ist, hat, nach der Tours ⸗Correspondenz, folgenden Tagesbefehl an seine Truppen erlassen:„Ich verlange von Euch vor Allem die Disciplin und die Beharrlichkeit. Ich bin übrigens vollständig entschlossen, jeden Soldat, der vor dem Feind wanken sollte, über die Klinge springen zu lassen, und wenn zufällig ich selbst nicht meine Pflicht thun sollte, so gebiete ich Euch, mich zu füsiliren“.— Auch General Cambriels hat einen ähnlichen Befehl an die Soldaten der Ostarmee(Vogesen) gerichtet, worin folgende Stelle vorkommt:„Die Disciplin macht die Stärke des Feindes aus; der Mangel an Disciplin macht unsere Schwäche und war großentheils Schuld an unserem Unglück.“ —„Etoile“ schreibt: Givet, 20. Okt. Das Bombardement von Mezieres hat heute Morgen um 3 Uhr begonnen. Mezieres ist die letzte Etappe, ehe man in Charlemont ankommt. Aus Lille, 22. Okt., wird telegraphisch ge— meldet: Die Preußen sind gestern Vormittag 10 Uhr nach einer halbstündigen Kanonade in St. Quentin eingerückt. Angesehene Bürger jener Stadt sind heute früh mit einem Extrazuge hier eingetrossen um sich bei der Bank die vom Feinde requirirte Summe von 2 Millionen zu beschaffen, und sind um 7 Uhr wieder zurückgekehrt. Die Eisenbahnverbindung mit Amiens ist unterbrochen; die Züge müssen bei der Station Albert anhalten. Belgien. Brüssel. Girardin hat am 18. d. ein offenes Sendschreiben an Bismarck ab⸗ gesandt, dessen Schlußstelle folgendermaßen lautet: „Machen Sie vor Paris wie 1866 vor Wien Halt, dieser Beweis von Mäßigung wird uns zu allererst veranlassen, Ihnen vorzuschlagen: 1) alle Bollwerke niederzureißen, weil sie die letzten Hinder⸗ nisse der europäischen Verbrüderung sind; 2) den Eintritt Frankreichs in das Netz des Zollvereins, diesen älteren Bruder des Freihandels. Unser Gold bringt Euch Reichthum, und die Erinnerung an die uns geschlagenen Wunden mag erbleichen durch gemeinsame Interessen und Bestrebungen. Entehren Sie nicht das Zeitalter Plee's und Cavour's, wenn es nur von Ihnen abhängt, einer seiner Größen zu werden.“ — 23. Okt. Die„Indeépendance belge“ ent— hält ein Londoner Telegramm vom heutigen Tage, welches besagt, daß nach einem am 21. d. ab⸗ gehaltenen Ministerrathe Lord Granville an die britischen Gesandtschaften in Tours, Berlin, Peters⸗ burg, Wien und Florenz die Weisung telegraphirte, darauf hinzuwirken, daß die Kriegführenden einen Wassenstillstand annehmen, damit die Constituante inzwischen einberufen werden könne. Wie das Telegramm wissen will, lauteten die eingetroffenen Anworten günstig. a — Der„Observer“ vom 23. Oktober sagt, General Boyer sei am Freitag in England an- gelangt und habe mit der Kaiserin Eugenie am Samstag conferirt. Großbritannien. London. Depeschen der„Daily News“ aus Saarbrücken vom 21. Okt. melden: Vorgestern herrschte ernste Unruhe in Metz wegen der Proclamirung der Republik; viele Sol⸗ daten desertiren, demoralistrt und halb verhungert. Italien. Florenz. Die„Opinione“ be⸗ merkt bei der Besprechung der Verhandlungen über den Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen Frankreich und Deutschland, Frankreich würde sich vielleicht fügen, die Friedenspräliminarien anzu⸗ nehmen unter den Bedingungen der Schleifung von Straßburg und Metz, sowie Zahlung einer Kriegsentschädigung von zwei Milliarden; Preußen bestehe aber auf der Abtretung des Elsasses und eines Theils von Lothringen. Türkei. Constantinopel. Dem Vernehmen nach findet zwischen der Türkei und Griechenland ein diplomatischer Meinungsaustausch statt, welcher ein Einverständniß darüber erzielt hat, sich gegen— seitig gegen jede Macht, die etwa im Orient erobernd auftreten sollte, zu unterstützen. Amerika. Newpork. Nach den officiellen Berichten wird voraussichtlich die diesjährige Baumwollernte nicht ergiebig sein. * Friedberg. Am Abend des 25. d. beobachtete man dahier eiwa von 6 bis 8½ Uhr ein sehr schönes Nordlicht, welches sich durch seine intensiv rothe Farbe auszeichnete, obgleich der Himmel mit Wolken überzogen war. Frankfurt. In den Lokalnachrichten der hiesigen Blätter liest man: Gestern und vorgestern kamen außer einigen hundert Franzosen etwa 800 Kranke und ver⸗ wundete deutsche Soldaten hier durch; einige der Letzteren mußten in die hiesigen Lazarethe verbracht werden. Die Armen waren seit zwei Tagen nicht verbunden worden und waren deren Wunden in einem sehr bedenklichen Zustande. Sämmtliche Soldaten kamen aus Ponta Mousson. Unter ihnen befanden sich auch einige bei den jüngsten Gefechten blessirte Frankfurter.— Durch Herrn Ph. Hertz auf dem Roßmarkt wurde im Auftrag eines ungenannten Wohlthäters dem Verein für die Pflege verwundeter und erkrankter Krieger im Felde eine elegante zweispännige Kalesche als Geschenk mit dem Ersuchen übergeben, solche zu verwerthen und den Erlös für die Wirksamkeit des Vereins zu verwenden. Die hochherzige Zuwendung wurde mit dem größten Dank angenommen.— Die Gefangnen⸗ züge aus Frankreich sind durch die neuerdings vorge— kommenen siegreichen Gefechte und Scharmützel wieder zahl reicher geworden, aber auch die Zuzüge von Ersatztruppen nach Frankreich dauern fort, unter andern sind dieser Tage fünf Ersatzbataillone Landwehr hier durchgekommen. Wie wir vernehmen, sollen dieser Tage die in Posen an der russischen Gränze aufgestellten Truppen ebenfalls nach Frankreich befördert werden. Man gibt die Zahl dieses Armee⸗Corps zwischen 30,000 und 40,000 Mann an.— Die Soldaten aus Ost⸗ und Westpreußen, Polen, scheinen den Krieg noch als eine Quelle zu Ersparnissen benutzen zu können, denn verflossenen Samstag kamen nicht weniger als 1500 Geldͤbriefe aus dem Feld in die östlichen Provinzen bestimmt, hier durch. Darmstadt. Ein hier weilendes aus Paris aus⸗ gewiesenes Ehepaar erhielt einen Ballonbrief aus Paris, wonach die zwei Brüder der Frau, einer geborenen Fran⸗ zösin, bei der Mobilgarde sind, von einem sehr angestreng⸗ ten Dienste schreiben und ganz Paris halb als Lazareth, balb als Caserne bezeichnen. Brod sei noch vorhanden, dagegen Milch kaum mehr zu haben und Fleisch werde nur mit 200 Grammen Rindfleisch und 100 Grammen Hammelfleisch an ihre Familien verabreicht. Sie hätten hierauf von Morgens 6 Uhr an vor dem betreffenden Laden zu warten. Nach der Zahl der belreffenden Fa; milienglieder kommt biernach auf den Kopf 80 Gramme ober, da 500 Gramme ein Pfund ausmachen, etwa 5 Loth Fleisch. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkcankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankend bescheinigt: fl. kr. Ungenannt 1— durch Herrn Regierungsrath Trapp aus den wöchentlichen Beiträgen der Gemeinde Weckes⸗ heim, gesammelt durch Herrn Bürgermeister Hilger von Herrn Pfarrer Breidenstein in Södel aus Fauerbach durch Herrn Pfarrer Heßler in Assenheim: 1) Kirchenopfer 12 44 2) Ertrag einer wöchentlichen Kindersamm⸗ lung in der Schule Assenheim von den monatlichen Spenden Friedbergs pro October 108 9 158 1 hierzu die letzte Bescheinigung 4475 10 4633 11 ½½ Unsere Ausgaben betragen bis heute 4297 fl. 46 kr. Hülfe thut noth. Wir bitten um fernere Liebesgaben. An Materialien: durch Herrn Bürgermeister Reitz in Södel 1 Sack Kartoffeln, Rüben und Kraut; von Herrn G. Werner in Oberroßbach 1 Sack Kartoffeln; von Frau Klaus in Bönstadt 1 Ratankuchen; von Herrn Gasthalter Philippi in Melbach/ Ohm Bier; durch Herrn Polizeldiener Rack gesammelt in der Gemeinde Schwalheim 50 Ceniner Kartoffeln; durch G. Hieronimue hier 17 Centner Kartoffeln; aus der Gemeinde Wölfers. heim 3 Säcke Aepfel; von Friedbergern: Kartoffeln und Gemüse ꝛc. Friedberg den 23. October 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. 2 4 Aufruf Angesichts der größtentheils mangelhaften Aus- stattung und Verpflegung der Krankentransporte hat die hessische Ludwigsbahn den anerkennens⸗ werthen Beschluß gefaßt, einen Lazaret h zug für 300 Kranke, bestehend in 25 Wagen nach amerikanischem System, mit Hängebetten, Küchen- wagen, Apotheke ꝛc. auszurüsten. Wir haben es unternommen, für diesen Zug das nöthige Dienst⸗ personal, Lebensmittel, Medicamente, Verbandzeug, Hemden, wollene Unterbeinkleider u. s. w. zu be⸗ schaffen. Die Kosten der Verproviantirung ꝛc. werden voraussichtlich sehr bedeutend sein. Wir wenden uns daher vertrauensvoll an den vielbe— währten Wohlthätigkeitssinn und den Patriotis- mus der Bewohner des Großherzogtbums mit der Bitte, uns zu dem guten Zwecke Spenden von Geld, sowie ven Hemden, wollene Unterkleider zukommen zu lassen. Gaben werden von den unterzeichneten Comitémitgliedern, sowie auf unserem Bureau(Gepäckhalle der hessischen Lud wigsbahn in Mainz) und von der Redaction dieses Blattes entgegengenommen. Mainz 20. October 1870. Das Unterstützungs-Comite für vom Kriege Uoth- leidende. F. Bittong(Vater). C. Deninger. Jacob Hensay. Eugen Krätzer. Josef Mayer. Dr. Noiré. F. A. Probst. Superint. Schmitt. Dompräb. Schneider. Einige Betrachtungen zu unseren pa triotischen Gaben für Straßburg, für unsere Soldaten ꝛc. Im Jahre 1681 schickte Ludwig XIV., König von Frankreich, einen General mit einem Heere nach Straßburg, um die Unterwerfung dieser bis dahin deutschen freien Reichsstadt zu fordern. Damals bestand Deutschland aus mehreren Hundert Vaterländchen mit, wie ein Abgeordneter des Zoll- Parlamentes sagte, vielen Hausschlüsseln dazu. Einigkeit und Gemeinsamkeit waren nicht weit her und dennoch zu weit von Straßburg entfernt. Der deutsche Kaiser führte mit den Türken Krieg. Wenn zu jener Zeit die Elsässer, insoweit sie noch deutsch waren, Deutschland und Frankreich, hüben und drüben, mit einander verglichen, so kam ihr deutscher Patriotismus in einige Ver⸗ legenheit. Darum thaten die Straßburger, was Ludwig XIV. verlangte, sie unterwarfen sich, und dieses geschah am 30. September 1681. Damit war es diesem„groß“ genannten Räuber König noch nicht genug: er machte aus der Pfalz einen„wüsten Gürtel zerstörter Städte“ Ein Obermordbrenner, so muß man die da— maligen französischen Generäle nennen, befahl den Bürgern von Speier, binnen 24 Stunden nach Frankreich überzuziehen, weil ihre Stadt den anderen Tag ein Aschen- und Schutthaufen sein müsse. Gerade so ging es in Mannheim, Heidel- berg, Worms ꝛc. Die Unmenschen mordeten nicht allein die Lebenden, auch die Leichen gruben sie aus, ihrer Raub und Zerstörungslust wegen. Für alle diese Gräuelthaten galt nur die Ent⸗ schuldigung:„der König will es“ und„das macht uns Vergnügen“. Was geschah unter Napoleon I.? Wir wissen es alle von unsern Vätern und Großvätern wie der Erbfeind seinen Raubzug durch unser Vater⸗ land gemacht, wie er die Besiegten mit dem Hufe seiner Rosse zertreten, wie er in mörderischem Spiele die deutschen Stämme gegeneinander gehetzt, wie er hundert Tausende deutscher Söhne hin⸗ geschlachtet hat. O, wie furchtbar und wie lange haben unsere Vorfahren leiden müssen! Viele, viele Familien waren verarmt. In einem Nach- bardorfe hatte ein Regiment Franzosen, das nur 1 Tag dort gelegen, von allem vorhandenen genießbaren Vieh nur ein elendes Huhn übrig gelassen, welches in einem Holzstoße verborgen geblieben war. In einem anderen Nachbardorfe lebt noch ein älterer Mann, der zusehen mußte, wie sein Vater von den Franzosen auf eine Bank geworfen und gezüchtigt wurde, weil er nicht im Stande gewesen, ein gewisses Mahl zu liefern. Außer solchen erzählbaren Vorgängen gab es auch noch viele unerzählbare, welche nur angedeutet werden können durch Hinweisung auf die bekannten Schandthaten bei Saarbrücken, nach Lulus Feuer- taufe, gleich am Anfange des gegenwärtigen Krieges. Wie hätte es diesmal werden sollen, wenn nicht so fest und treu die Wacht am Rhein gestanden! Ja, wie hätte es werden sollen? so fragten wir, als wir die Bestien aus den Wüsten und Bergen Afrika's unter den gefangenen Fran- zosen an unserer Stadt vorüberziehen sahen. Es wäre schlimmer geworden, als zu unserer Väter Zeit. Französische Söldlinge, welche weder Zucht noch Sitte haben, und thierische Afrikaner, im eigenen Lande, zu Hause, verabscheut, hätten dem Feindeslande alle denkbaren Gräuel und Schande angethan und wie die Mordbrenner Ludwigs XIV. Scham und Trauer verhöhnt mit den Worten: „Car tel est notre plaisir.“ Ein einfacher Landwirth, um eine Gabe an— gesprochen, beurtheilte die Verhältnisse so sehr einfach und so sehr richtig, indem er sagte:„Nicht nur Hab' und Gut, sondern auch Ehre und Familienglück hätten wir verloren.“ Ja, wollen wir hier bestätigen und weiter fragen, was hätte aus unserem Vaterlande werden sollen? Mit Einigkeit, Macht und Größe wäre es vorbei ge wesen; Deutschland hätte auf's Neue eine Zeit der tiefsten Erniedrigung erleben müssen. Jener Landmann dachte indessen nicht nur an das Gertttete, sondern auch an die Retter, indem er Josef Sichel. Georg Thomas. Dr. Wenzel. sagte: Darum wollen wir alle Kriegsnoth lindern und recht viel geben und denken, daß alle unsere, auch die größten Leistungen zu gering sind, vaß wir zu wenig geben. f Ganz anders lauten dagegen die Aeußerungen, 1 welche bei der begonnenen Sammlung für Straß⸗ burg geschehen, z. B.:„Ich ö die Verwundeten und für die Soldaten, ich habe einen Verwundeten in Privatpflege gehabt, ich werde der Invalidenstiftung beitreten, aber damit glaube ich meinem Theil ein Genüge gethan zu haben; zu dem wissen wir ja noch gar nicht be⸗ stimmt, ob Straßburg wirklich zu Deutschland kommt, und die Straßburger sind so sehr anti⸗ deutsch gesinnt, daß ich ihnen nichts geben mag.“ Jeres„Genügen“ hat der oben eitirte Land⸗ mann so treffend widerlegt, daß nichts hinzuzufügen bleibt. In Bezug auf das Verhalten der Straß burger aber mögen hier die Worte angeführt werden, welche Präsident Kühlwetter in einer Rede am 18. Oktober zu Straßburg gesprochen hat:„Wollten sie(die Elsässer und Straßburger) so leichten Herzens mit einer rühmlichen Ver⸗ gangenheit brechen, ohne Schmerz so manche fest⸗ geknüpften Bande zerreißen: das wäre nicht deutscher Sinn, sondern wälsche Leicht ⸗ fertigkeit.“ Ganz gewiß werden die Straß burger mit der Zeit ächte und rechte Deutsche wieder werden. Wir aber wollen inzwischen, wie in jener Rede weiter gesagt wurde, die Herzen gewinnen helfen und wollen des bekannten Sprich⸗ wortes gedenken, das bei Gründung neuer Freund- schaftsverhältnisse allgemeine Anwendung findet, nämlich: Geschenke gewinnen die Herzen Mit⸗ bürger! O, sagt nicht, wie es wohl auch geschieht: die Straßburger sollen erst kommen und recht schön bitten. Sagt das nicht! denn das wäre ja gebettelt und durch Betteln können keine moralische Eroberungen gemacht werden, wie sie Deutschland in Straßburg-Elsaß machen soll. Was das Deutschwerden Straßburgs anbelangt, so betrachten die Franzosen dieses allerdings als eine Demüthigung; allein wäre es nicht eint viel größere Demüthigung für Deutschland, wenn Straßburg nicht wieder deutsch würde? Und wer verdient eine Demüthigung, Frankreich oder Deutschland? Lassen wir in dieser Hinsicht getrosten Muthes diejenigen Männer sorgen, welchen Deutsch⸗ land nach der Erfahrung vertrauen kann. Wir wollen aber einen Augenblick jene unpatriotische Unterstellung gelten lassen, um den darin liegenden Einwand zu widerlegen, und wollen sagen: wenn Straßburg von Deutschland an die Franzosen wieder überantwortet würde, dann bildeten unsere Gaben für Straßburg den Beweis, daß das deutsche Volk keine Freude, sondern Mitgefühl hat für die Leiden und Zerstörungen eines Krieges, namentlich des gegen⸗ wärtigen, Deutschland aufgedrungenen Krieges. Dieser Beioeis humanen Sinnes, ein Ruhm Deutschlanvs, wäre er nicht auch eines Beitrages werth? 5 Nein, jene und ähnliche Bemerkungen, welche sich für jede Werkthätigkeit leicht finden und mit dem theilnahmevollsten Gesicht aussprechen lassen, sind nur ein Aushängeschild für verschlossene Herzen und Geldbeutel. Wer mag so denken und handeln! Da gefällt uns viel besser Das, was der einsache Landwirth gedacht und gesagt hat: Wenn wir auch viel, sehr viel geben, so geben wir immer noch zu wenig. Friedberg, den 22. Okt. 1870. N. — Danksagung. Sonniag den 25. Sepiember d. J. veranstalteten Hert Dr. Bode jun. und unser Kurgast Herr Dr,. Mayer aus Mainz zum Besten det Verwundeten zu Bad⸗Nauheim im Saale des Hotel Iburg vor ausverkauftem Hause eine musikalisch⸗tbealralische Abend-Unterhaltung, und floß unserer Vereinskasse am 18. d. M. als finanzielles Er- gebniß derselben die Summe von 212 fl. 12 kr. zu. Win sagen den Herren Unternehmern und allen Herren und Damen, welche bei den sehr gelungenen Aufführungen mitwirkten, im Namen unseres Vereins besonders öffent⸗ lichen Dank. a Bad⸗Nauheim am 22. October 1870. Der Vorstand des Hülfsvereins. Der Vorsitzende Der Schriftführer Schul Dr. Siebert. gebe Beiträge für e Bette Betre darun Darlt Falle Jonbe Fette 1225 Ait Leutper rmzaähr.