Uhein forte. a N lia. elan: 8 kr. l. e Bilder 27 Narelter N Uale men. 1870. 114. Oberhes Dienstag den 27. September. er zeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. 1 Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnements Einladung. Mit dem 1. October beginnt ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. 4 Das Abonnement beträgt bei den Poststelen vierteljährlich 38 kr., mit Bestellgeld 47 kr.— plare geliefert werden können. Bei der Verlags Expe dition kostet das Blatt für die Monate Oetober, November und Dezember 30 kr. Auswärtige Abonnenten sind gebeten ihre Bestellungen bei den Poststellen oder Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Exem⸗ Die Expedition. Betreffend: Krieg mit Frankreich. Amtlicher Theil. Friedberg den 24. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen Ihrem Berichte unfehlbar binnen 8 Tagen darüber entgegen, ob und welche Alterthümer, Kunst⸗ und Werthgegenstände zu Ende des vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts aus Ihren Gemeinden von den Franzosen nach Frankreich weggeführt worden sind. Da die Ortschroniken theilweise vielleicht Nachrichten darüber enthalten, so wollen Sie sich deshalb vorher mit den Pfarramtern benehmen. Dear a d Friedberg den 20. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der israel. Religionsgemeinden. Sie erhalten mit nächster Post die von Ihnen bestellte Anzahl von Exemplaren des 3 Abdrucks der Synagogenordnung und deauftragen wir Sie, den Rechnern sofort Anweisun Bindernagel ch Schimpff dahier einzusenden. Assenheim 48 Stück 1 fl. 16 kr., Beienheim 10 Stück 15 kr., 9 zu ertheilen, den unten beigefügten Ko A preis portofrei an die Buchdruckerei von 390 1 Bbustadt 4 Stück 6 kr., Butzbach 1 Stück 2 kr., Fauerbach v. d. H. 5 Stück 8 kr., Friedberg 100 Stück 2 fl. 40 kr., Gambach 1 Stück 2 kr., Mönzenberg 2 Stück 3 kr., Bad⸗Nauheim 15 Stück 26 kr., Nieder-Florstadt 1 Stück 2 kr., Nieder⸗Weisel 18 Stück 29 kr., Ostheim 1 Stück 2 kr., Steinfurth 1 Stück 2 kr. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Tia p p. * 4 Georg Wilhelm Dauernheim zu Ober⸗Florstadt ist als Bürgermeister der Bürgermeisterei Ober-Florstadt ernannt und n seinen Dienst eingewiesen worden. Be kannt m a ch u un Die Feldstrafen der 4. Pertode 1870 können an den bestimmten Zahltagen, Dienstag und Donnerssag, Morgens von 8— 12 und Mittags von 2—5 Uhr, un das, unterzeichnete Rentamt bezablt werden. Zormittags von 8 bis 10 Uhr, bet Herrn Gaftwirth Joutz daselbst. Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereten dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 5. October die Mahnung erfolgt. Friedberg den 24. September 1870. * Als besonderen Erhebungstag für den Landgerichtsbezirk Butzbach bestimmen wir Montag den 3. October, Großberzogliches Rentamt Friedberg Lündeck. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Ecrouves(Dorf bei Toul), 23. Sept., „ Uhr 35 Min. Nachm. Toul gen om⸗ v. Krens ki. Ecrouves, 24. Sept. Durch Cap itulation Touls sind 109 Offiziere, 2240 Mann, 120 Pferde, 1 Mobilgarden⸗Adler, 197 Bronce geschütze, harunter 48 gezogene, 3000 Gewehre, 3000 Säbel, 500 Kürasse, sehr bedeutende Munitions- Ausrüstungsvorräthe, 143,025 Tagesportionen, 41,949 Tagesrationen in unsere Hände gefallen. v. Krenski. Ferrieres, 23. Sept. Vor Paris nichts Neues.— Die Pariser Journale vom 22. Sept. testehen über den Kampf am 19. Sept. ein, daß ner französische Linien- Divisionen daran Theil senommen haben, in voller Flucht zurückgegangen ind und die Panique bis in die innere Stadt lineintrugen. Sie rühmen gleichzeitig die Mobil- turde, welche Nichts gethan hat, auf Kosten der künie, welche sie mit Schmähungen überhäufen. — Soeben melo et der Großherzog von Mecklen⸗ lurg: Toul hat sich heute 5½½ Uhr nach acht- fündiger Beschießung mit den Bedingungen der Capitulation von Sedan ergeben. v. Pobbielsky. Ferrieres, 23. Sept. Vorgestern ließ sich zon den besetzten Höhen vor Paris beobachten, daß in den Straßen der Stadt starkes Kanonen⸗ und Gewehrfeuer stattfand. Wer die kämpfenden Parteien oder Truppentheile waren, ist bis jetzt noch nicht zu ermitteln gewesen. Mittelhaus bergen, 21. Sept. Gestern wurde Lunette Nr. 53 von preußischer Artillerie (schlesisches Regiment Nr. 6) unter Lieutenant Schubert und Sergeant Werner genommen und in diesem Werke drei Geschütze vernagelt. Es handelt sich jetzt darum, dorthin deutsche Geschütze zu bringen und von dem genannten Werke aus die so glänzend begonnene Eroberung fortzusetzen. Mundolsheim, 22. Sept. Nr. 52 ist behauptet und mit stebenpfündigen Mötsern armirt worden. Sechs feindliche Zwölf⸗ pfünder find erbeutet. In der Lunette 53 ist ebenfalls eine Mörserbatterie errschtet und das Couronnement mit acht Sechspfündern besetzt worden. Der Verlust der vergongenen Nacht be- läuft sich auf 1 Offizier 7 Mann an Todten, 14 Offiziere 30 Mann an Verwundeten. Die Festung Toul, der Schwerpunkt der Bahn von Naneh nach Chalons, wurde am 23. genom- men. Das Bombardement derselben war seit dem 10. d. ein sast ununterbrochenes. Nachdem die Wirkungen der anfangs herbeigeschafften fran⸗ zösischen glatten Geschütze wenig befriedigend ge⸗ wesen, war schwerstes preußisches Belagerungs⸗ Die Lunette geschütz herbeigeschafft worden. Im Durchschnitt fielen laut„St.- Anz.“ in der Minute etwa acht Schuß. Die dadurch entstandenen Brände wur⸗ den von der Besatzung gut gelöscht, und wurde das Bombardement, meist mit Granaten, exwidert. Der Commandant von Toul, ein Major Hack, hatte auf Entsatz durch 5000 Mobilgarden von Lancres aus gehofft.— Die zur Umgehung Touls von Frouard aus angelegte Verbindungsbahn war ihrer Vollendung nahe. Der Fall von Toul wird von weittragendem Einfluß auf die Belagerung von Paris sein. Zwar nicht der Besitz der kleinen Festung Toul ist von besonderem Werth, wohl aber die Oeffnung der Eisenbahn, deren Unterbrechung bei Toul unsere Armee bisher schwer empfinden mußte. Waren doch bis jetzt deren Proviantcolonnen bis nach Chalons bin auf die Chaussee angewiesen und würde namentlich die Wegschaffung der Ver⸗ wundeten, die noch der Angriff auf Paris kosten wird, sehn erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gewesen sein. Dem ist jetzt mit der Einnahme von Toul abgeholfen und unsere Locomotiven können ununterbrochen bis in das Lager unserer Truppen vor Paris Proviant, Munition, Be⸗ lagerungsgeschütz, Ersatzmannschaft und all die einem großen Heere nöthigen Utensilien führen, um mit den Kranken, Verwundeten und Gesan- genen beladen, die schnellste Verbindung mit Deutschland zu sichern. Auch hinter Toul war allerdings die französische Ostbahn an einzelnen Stellen unterbrochen; aber diese Demolirungen sind sofort durch unsere Pioniere und Feldeisen⸗ bahnabtheilung ausgebessert und beseitigt, die zer⸗ störten Brücken durch hölzerne Nothbrücken ersetzt worden. Jetzt ist die Bahn von Weißenburg über Nanzig, Toul, bis Meaux frei und in Remilly hofft man die um Metz herum gebaute Bahn am 24. eröffnen zu können, so daß dann auch von Saarbrücken bis zur Armee vor Paris die Locomotive ohne Unterbrechung fahren kann. Meaux. Favre's Ansinnen, auch in den occupirten Landestheilen zur Constituante wählen lassen zu dürfen, wurde preußischerseits zurück- gewiesen.— Die Preußen besetzten St. Cloud. Das Hauptquartier des Obercommandos der Maas Armee(Kronprinz von Sachsen) befand sich am 22. Sept. nach telegraphischen Nachrichten des„Dresdn. Journals“ in Grand ⸗Tremblay (2 Meilen nordöstlich von Paris). Pont à Mousson, 20. Sept. Die„Köln. Zig.“ meldet:„Der Marschall Bazaine hat vor⸗ gestern einen Parlamentär gesandt und um ver- schiedene Zeitungen gebeten, da er seit vierzehn Tagen von jeglichem Verkehr abgeschnitten sei und gar nicht mehr wisse, wie es in der Welt zugehe. Es sind ihm darauf alle englischen, belgischen und deutschen Zeitungen, die nur im Hauptquartier aufzutreiben waren, zugesandt worden. Gestern hat nun Bazaine ein Schreiben gesandt, in welchem er erklärte, daß er unter gewissen Bedingungen zu einer Capitulation bereit sein werde, und ist ein Offizier mit diesem Schreiben in das könig- liche Hauptquartier gesandt worden. Es sollen unter der eingeschlossenen Besatzung von Metz die Ruhr und der Typhus seht arg haufen und auh die Indisciplin so einzureißen beginnen, daß be⸗ sonders Letzteres den Marschall Bazaine zu dem Entschlusse bringen mag, auf eine Capitulakion einzugehen, worin ihm freier Abzug mit allen Ehren und Waffen gegen das Versprechen, inner⸗ halb drei Monaten die Waffen nicht zu gebrauchen, gestattet wird.“ N — Die Beschießung von Bitsch nimmt nach der „Karlsr. Ztg.“ ihren regelmäßigen Fortgang. Die Stadt hat durch Brände stark gelitten. Auch in der darüber liegenden eigentlichen Festung haben die wenigen Gebäude, die sich dort befinden, schon öfters gebrannt. Der erbetene Abzug der Be— völkerung wurde nicht bewilligt. Von einer Er⸗ stürmung des Felsennestes kann seiner natürlichen Lage wegen keine Rede sein. — Nach Berichten aus Sevres ist das Verlangen der dortigen Bevölkerung nach einer preußischen Garnison dadurch entstanden, daß Anhänger der rothen Republik sich der Ver— waltung der Stadt bemächtigt hatten und wan gegen die Herrschaft derselben Schutz bei den preußischen Truppen suchte. Von Metz aus versuchte am 16. d. M. ein französisches Corps einen Ausfall gegen die Stellung längs der Chaussee nach Straßburg. Das Anfangs nur mit Jufanterie, dann auch mit Artillerie geführte Gefecht dauerte nur einige Stunden, dann wurde es, theils in Folge der späten Abendstunde, theils durch ein starkes Unwetter, abgebrochen, nachdem die diesseitigen Truppen die Abhänge des von uns genommenen Plateaus, sowie das Schloß Mercy le haut besetzt hatten. a — Einen sehr schwierigen Dienst scheint nach den vorliegenden Nachrichten das Cernirungs⸗ torps von Thionvills versehen zu müssen. Tags über umstreisen Cavalerie⸗ Patrouillen den Platz, um denselben von jedem Verkehr mit Außen abzu⸗ schneiden; Nachts versieht die Infanterie den Vorpostendienst, der um so austrengender, als kaum 24 Stunden ohne Ausfall der Besatzung vergehen, welche durch Franctireurs, unter denen selbst Weiber sich befinden, von außer⸗ halb unterstuͤtzt wird. — Die Amtsslegel der deutschen Behörden in Nanzig enthalten nach der„R. W. 3.“ nicht die Preußischen Wappen, soudern den Reichs⸗ adler, ein Beweis, wie das citirte Blatt meint, sür die Gemeinschaftlichkeit des Besitzes zwischen allen deutschen Ländern; auch J geben die Verwaltungsmaßnahmen bestimmte Andeutungen dafür, daß Elsaß und Lothringen als reichs⸗ unmittelbare Territorien fortverwaltet werden sollen. — Die Franclireurs tragen meistens bürgerliche Kleidung, statt des Gurtes einen Strick um den Leib, woran der Säbel befestigt ist. Das Ge⸗ wehr ist kein Chaffepot, sondern ein einfaches Percussionsgewehr, das an Stelle des Leder- riemens gleichfalls mit einem Steick versehen ist. Die Leute sollen jedoch mit außerordentlicher Sicherheit schießen und unseren Vorposten bereits manchen empfindlichen Verlust zugefügt haben. Dover, 22. Sept. Drei französische Schiffe vom ehemaligen Ostsee-Geschwader kreuzen zwischen Dünkirchen und Boulogne. Vor Straßburg sind zwei Luftballons angekommen, aber bis jetzt noch nicht gestiegen. Einen derselben dirigirt Prof. Maler aus Berlin, den audern ein amerikanischer Ingenieur. Es sind sog. ballons captifs, welche, am Tau von einigen Hundert Soldaten gehalten, aufsteigen. Ein preußischer Marincossizier ist vor Straßburg angekommen, um die Arbeiten zu leiten, welche bestimmt sind, das Wasser aus den Gräben zu bringen. Bis jetzt sollen sehr schöne Ergebnisse in dieser Beziehung erzielt worden sein, — Man kennt jetzt die Verluste des Belage- rungscorps vor Straßburg in dem Zeitraum vom 1. bis 10. Sept. Sie sind nicht unbeträchtlich. Die preußischen Truppen verloren an Todten: 1 Stabsoffizier(Oberstlieutenant v. Gayl vom Ingenieurstab), 2 Offiziere(darunter Ingenieur- hauptmann Herzberg von Köln), 23 Unteroffiziere und Mannschaften; an Verwundeten: 6 Offiziere, 151 Unteroffiziere und Mannschaften; an Ver- mißten: 1 Offizier(Lieutenant Versen, verwundet und gefangen) und 3 Mann. Die badischen Truppen verloren an Todten: 2 Offiziere, 10 Mann; an Verwundeten; 1 Offizier, 00 Mann; an Vermißten: 7. Zusammen 38 Todte, 225 Verwundete, 11 Vermißte, insgesammt 274 Mann. In dem Zeitraum vom 20. August bis zum 1. September war der Gesammiverlust 136 Das größte Contingent stellte der 2. September, welcher in den Trancheen, bei einem Vorposten⸗ und Ausfallsgefecht, und in der Parallele seine Opfer forderte. Seit zwei Tagen werden deut- scherseits die größeren Auswanderungen von Straßburgern nicht mehr genehmigt. Es erschien nicht mehr zuträglich, dem Commandanten die Mittel längeren Widerstandes selbst zu vermehren. Aus Baden, 23. Sept. Vor einigen Tagen sind mit anderen Batterien baperischer Artillerie auch 2 Batterien der neuen Mitrailleusen („Kartätschen⸗Mühlen“ nennt sie das Polk) durch Karlruhe gekommen. Die Vorrichtung, mittelst welcher geladen und abgefeuert wird, ist ebenso exact wie sinnreich. Diese Artillerie ging zum Heer vor Paris.— Die in Frankreich immer noch verbreiteten Lügentelegramme und Sieges ⸗ depeschen stammen aus dem jetzt in Tours ctablirten Correspondenzbureau von Hapas. Basel, 21. Sept, Von Mühlbausen wird sorben gemeldet: Gestern Nachmittag 3 Uhr sind hier einigt Tausend Mann französischer Truppen, Linie, Mobilgarden und Franctireuxs, nebst einer Feldbatterie eingetroffen und haben eine starke Abtheilung nach Colmar vorgeschoben. Frankfurt. Mehrere Migleder des hiesigen Sanltäts vereins, welche Lazarethgegenstände zu den 34 ern vor Straßburg brachen, waren bei 0 Erssürmung des Werkes 53, an welcher die gegen. Nach ihren Schilderungen sind die Stra pazen, welche die Belagerer auszustehen babz ganz außerordentlich. Alle 24 Stunden ist Dien in den Trancheen, wo es sich zu decken gilt, denn kaum läßt sich eine Mütze blicken, so schießen die Belagerten darauf, jedoch meist ohne viel zu schaden. Das 34. Regiment hat bis jetzt 180 Mann an Kranken, Verwundeten und Tobten verloren. Schwerin, 24. Sept. Nach einem Lele⸗ gramm des Großherzogs sind dei der Einnahme Touls diesseits sast feine Verwundete. „Compagnie des 34. Regiments theilnahm, zul Hessen. K. Friedberg. Nachdem bereits vor mehreren Wochen von Seiten des Königs und des Kronprinzen v. Preußen die Anregung zur Gründung einer deutschen Nationalstiftung für e des Krieges von 1870 und die nothleidenden Familien der in diesem Kriege Gefallenen aus⸗ gegangen, auch von Berlin aus weitere vorberei⸗ tende Schritte in dieser Richtung geschehen sind, so hat der Vorstand des Hülfsvereins im Groß⸗ herzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde, laut einer in der„Darmst. Ztg.“ veröffentlichten Bekannt ⸗ machung den Beschluß gefaßt sich als Landesverein jener deutschen Stiftung zu constituiren und hat zur geschäftlichen Behandlung dieser Sache eine besondere Abtheilung niedergesetzt, in welcher alle zu Darmstadt bestehende Vereine oder Comite's verwandter Richtung vertreten sind. In Folge davon hat das hiesige Local-Comite des gedachten Vereins, in Betracht, daß nach F. 1, Ziff. 3 der Vereinsstatuten die Fürsorge für die Invaliden ausdrücklich zu den Aufgaben des Vereins gehört, vorläufig beschlossen sich dem demnächstigen Landes- verein als Zweigverein einzuordnen und, so bald von der Centralstelle weitere Anregung erfolgt, die Sache in die Hand zu nehmen. Da es sich nicht blos um ein menschenfreundliches Werk han⸗ delt, denn es wird viele Noth zu lindern geben, sondern auch um die Erfüllung einer nationalen Ehrenpflicht, so ist zu erwarten, daß die Sache auch in unserer Stadt und Gegend lebhafte Be⸗ theiligung finden wird. Vorerst nimmt die Für⸗ sorge für die Verwundeten und die im Feld stehenden Soldaten noch so sehr die Hülfsthätig⸗ keit in Anspruch, daß es wahrscheinlich für an— gemessen erachtet werden wird, weitere Schritte in der Sache der Invalidenunterstützung noch einige Zeit aufzuschieben. Es wird aber dem Publikum von Interesse sein zu erfahren, daß bereits das Nöthige eingeleitet ist, um im gegebenen Augenblick alsbald kräftig in der Sache vorzugehen. Preußen. Kassel. Wiener Blätter ent ⸗ halten die bis jetzt von keiner Seite bestätigte Nach⸗ richt von einem Selbstmordversuche Napoleons, den er am 18. d. nach Empfang mehrerer Depeschen aus Hastings und Brüssel unternommen habe. Den Bemühungen zweier Aerzte sei es nach ein⸗ stündiger Anstrengung gelungen, den in eine tiefe Ohnmacht verfallenen Kaiser wieder zu sich zu bringen. Das Ereigniß werde möglichst geheim zu hakten gesucht, in Kassel aber spreche man allgemein davon. Frankreich. Tours, 24. Sept., Abends. Die Wahlen sind vertagt, da Preußen entschlossen ist, den Krieg fortzusetzen.— Die Regierung hat eine Proclamation, aus Tours den 23. Sept. datirt, erlassen, welche besagt:„Jules Fapre wollte den Grafen Bismarck sehen, um die Absichten des Feindes kennen zu lernen. Wir wissen nun, was Preußsen beabsichtigt, es will den Krieg sortsetzen und Frankreich zu einer Macht zweiten Rauges herabdrücken; es will den Elsaß und Lothringen bis Metz kraft des Rechtes der Eroberung. Für die Gewätzrung eines Waffenstillstandes begehrt Preußen die Uebergabe Straßburgs, Touls 10 des Foris Mont Galerin, Paris wird sich ehe unter seinen Mauern begraben lassen; auf solche Forderungen kann nur durch die Fortsetzung des Kampfes geantwortet werden. Frankreich nimmt den 51 auf und rechnet auf seine Kinder.“ — Der General Cluseret, im Begriff, von Tours nach Lyon zu gehen, ist von der Regitrung daran verhindert worden. Palikad, von dem srrthümlich hieß, er sei zum Commandanten in von ernannt, befindet sich in Lüttich. Benedeist ist nach Brüssel gereist. Girardin wird in Tounz erwartet. f Aus Rouen, 22. Sept., wird telegraphirt⸗ Mantes(bei Paris) bombardirt und in Braud gesteckt. In Orleans und im Aube ⸗Departemen sind noch keine Deutschen. Die 2000 angeblich bel Monthléry geschlagenen Preußen seien, heißt 16, in Pithiviers, Malesherbes und Puiseauf, bereit sich zu ergeben.(9) 90 Großbritannien. Verbürgten Nachrichten zusolge hat Graf Bismarck dem französischen Mi⸗ publll Okense Legion tilen. stüd, er candide gerisse. saudlen Procla Verluf Todlen den 2. über de Bchauy segell, erhalte baldi nach komme seiner nister des Auswärtigen, Jules Favre, erklärt, er gehe auf die Friedensunterhandlungen und den Abschluß der Präliminarien mit der gegenwärtigen Regierung der nationalen Vertheidigung, sowie auf Ratificirung des Friedensschlusses durch eine sranzösische Constituante unter der Bedingung ein, daß den deutschen Armeen die Forts von Parie übergeben werden. In diesem Falle würde auch zon dem Einzuge und der Besetzung der fran⸗ ösischen Hauptstadt durch die deutschen Truppen Umgang genommen werden können. — Aus Hastings wird gemeldet: Kaiserin Eugenie nebst ihrem Sohne siedeln nach Chisel— vurst, dritthalb deutsche Meilen von London in ver Grafschaft Kent, über. Spanien Madrid.(Indep.) Die sepublikanischen Blätter veröffentlichen ein Manifest Orense's, welches die Bildung einer spanischen Legion befürwortet, um Frankreich zu Hülfe zu len. Ganz Spanien, heißt es in diesem Schrift- tück, erhebt sich gegen die Hohenzollern'sche Thron⸗ andidatur. Italien. Florenz, 23. Sept. Die Gazzeita uffiziale“ schreibt: Das Volk hat in Rom das Vappenschild des portugiesischen Gesandten, welches nit dem päpstlichen Wappen vereinigt war, herab- zerissen. General Cadorna gab sofort dem Ge⸗ andten befriedigende Erklärungen, erließ eine Jroclamation und warnte vor Unordnungen. Der Jerlust der päpstlichen Truppen besteht in wenig Todten und 55 Verwundeten. — Die Volksabstimmung über Rom ist auf en 2. Oktober festgesetzt.— Mazini's Brief iher das Ende seiner Mission ist erdichtet. Die Behauptung, Garibaldi sei nach Frankreich ge⸗ gelt, wird von Florentiner Blättern aufrecht halten. Andere Nachrichten besagen, daß Gari⸗ laldi erklärt habe, mit den italienischen Truppen ach Rom gehen zu wollen, nachdem ihm voll⸗ tmmen freigestellt worden war, nach Belieben von iner Jusel abzureisen.„ Genua. Fünfhundert Garibaldianer unter Najor Mazza, im Begriff nach Marseille abzugehen, Furden von den königlichen Truppen festgenommen. Mailand, 23. Sept. Thiers ist gestern 1bend hier eingetroffen und sofort nach Wien veitergereist. Amerika. Newyork, 20. Sept. Heute tchren mehrere Hundert Deutsche und Franzosen Unreichend ausgestattet zu ihren respectiven Armeen inch dem Continent ab. Die Regierung verbietet angeblich ferner ähnliche Aus stattungen und Ab⸗ sadung Freiwilliger als neutralitätswidrig. Washington, 21. Sept. Der Staats- vofoß zwang gestern 100 auf dem französischen Dampfer„Lafcyette“ eingeschisste französische Re⸗ buten zur Wiederausschiffung, nachdem der nord⸗ dmtsche Consul eidlich erklärte, daß Neutralitäts- bruch beabsichtigt sei. Die Abreise des genannten Dampfers wurde gestattet. Frankfurt. Donnerstag den 22 b., Abends kam eine uuzahl der in Darmstadt inkernirt gewesenen französischen Offtziere hier durch, welche nach Stettin dirigirt wurden. h. Darmstadt. Das Comite zur Versorgung der Hess. Faien sandte in den letzten drei Wochen an unsere wision: 1) allgemeine Liebesgaben: 14,000 Paar wollene Sümpfe, 4,000 Leibbinden, 1,000 wollene Hemden, Jacken ud Unterbosen, 40,000 Cigarren, 1,000 Pfund Tabaß; 0 Faß Branntwein ꝛc. 2) an Liebesgaben an einzelne Uressaten circa 4.000 Pakete. Im Augenblick, da man uus diese Notiz gibt, sehen wir in dem Expebi lonslocale lies Comiies(bei Maschinenfabrikant H. Blumenthal) bereite wieder 1000 eingelieferte Einzel-Pakste, die mit der 4. Sendung, am 26. d. abgehen. Darmstadt, 23. September. Seildem bas Comite zur Versorgung der Heff. Feldtruppen seine Wirk⸗ samkeit begann und es bekannt wurbe, daß durch dessen Vermittelung allwöchentlich eine Expedition an unsere Division abgeht und mit dieser Gelegenheit Pakete mit Liebesgaben an einzelne Militärpersonen ganz kostenfrei befördert werden, können wir die freudige Thatsache con⸗ statiren, daß bereits von einer großen Anzahl Orten und zwar aus Gemeindemitteln, den im Feld stehenden Ge— meindeangehörigen Liebesgaben zugesandt wurden. Diese Gaben bestehen in der Regel aus 1 wollenen Hemd, 2 Paar Strümpfen, Unterbeinkleidern, 50 Stück Cigarren, 1 Flasche Rum und 2 Pfund Chocolade. In den letzten Tagen erhielt das Comite zur Anschaffung allgemeiner Liebesgaben von den Gemeinden Nieder- und Ober⸗Wöll⸗ stadt mit Bruchenbrücken zusammen den Betrag von 500 fl., von der Gemeinde Griesheim bei Darmstadt 220 fl., von der kleinen Gemeinde Ehringshausen bei Homberg a. d. O. 125 fl.— Dank den Gebern!— Die Namen der Geber von zur allgemeinen Vertheilung bestimmten Gaben werden seiner Zeit veröffentlicht werben. Mainz. Dem nach der Schlacht von Gravelotte in Folge der in derselben erlittenen großen Verluste zurückgekehrten 67. Infanterie⸗-Regiment wurde von den Mainzer Bürgern in der neuen Anlage ein großes Fest gegeben. Das ganze Regiment war anwesend. Der Festrede folgte ein Hoch auf die deuische Armee und ihre Führer. Das Regiment dankte nach einer Rede seines Obersten durch ein kräftiges Hurrah auf die Stadt Mainz. Wiesbaden. Marschall Mac Mahon hat hier Woh⸗ nung miethen lassen und wird in einigen Tagen hier eintreffen. Aus Bayern melden verschiedene Blätter, daß dort der bekannte Musikdirector und Organist P. Dötsch aus Cöln Orgel⸗Concerte zum Besten hülfsbedürftiger Familien der im Felde stehenden Soldaten veranstaltet hatte und von oft bedeutenden Einnahmen an die Comite's keinen Heller abgeliefert und in nur geringen Fällen eine Kleinig⸗ keit gegeben(z. B. in Nürnberg, wo die St. Lorenzkirche überfüllt war, 25 fl.), welche zu der Einnahme in keinem Verhältniß stand. Von den Städten, in welchen er von seiner Einnahme gar nichts den resp. Unterstützungs⸗ Comite's hinterließ, werden Hersbruck, Straubing und Ansbach genannt. Der Presse liegt die Verpflichtung ob, durch Veröffentlichung von dergleichen Prellereien ihre Wiederholung zu verhindern.(Dieser musikalische Ueberall⸗ undnirgends scheint an einem bösen„organistischen?“ Fehler, dem der Gedächtnißschwäche zu leiden, wenigstens was den Geldpunkt anbelangt. Von hier verduftete der routinirte Virtuos vor einigen Monaten, die Zahlung der Druckkosten seiner Concertzettel— wahrscheinlich doch auch nur ver⸗ gessend. D. Red.) Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankbar quittirt: fl. kr. durch Herrn Regierungsrath Trapp, Kirchenopfer aus Gambach durch Herrn Pfarrer Tcöster 38 16 durch Herrn Korndörfer in Ossenheimex Wäldchen von der Musik der Herren Gebr. Schneider zur Feier der Kirchweihe 33 17 von E. L. 1 10 don A. R. 3 30 von D.— 30 Ungenannt 1— von Herrn Freiherrn v. Franckenstein in Ockstadt monatlicher Beitrag 30— durch Hrn. Pfarrei Walloth in Ostheim Kirchenopfen 8 durch Herrn Lehrer Schindel aus den wöchent⸗ lichen Beiträgen der Schmkinder in Beienheim 2 30 gus den Collecsen Friedberg's 2— Eirchenopfer aus der Burgkirche 47 11 Spectekll zur Sendung der vorigen Woche an unsere Truppen: von 10 Frau Major Jäger von 2 Rn Steinhäuser 5 von Polizeidiener Fourier in Södel durch Aus⸗— spielung eines Bildes 11— Abditionsfehler—— 194 42½ hierzu die letzte Bescheinigung 4119 20 7¹ 4308 2½ surth 2. gestrickte wollene Leibbinden, 2 ditto von Flanell, 4 Paar wollene Strümpfe; von Frau Christian Leonhard in Sieinsurtb 4 Flanell⸗Leibbinden; von Herrn Lehrer Nagel in Ossenbeim 18½ Kuchen, 1 Flasche Han; von Fr. Keller in Ossenheim 3 Kuchen, 1 Kanne Milch, burch Frau Regierungsrath Trapp und durch Frau Oberpfarrer Fleeberger in Münzenberg 28 Hemden, 38 Halsbinden, 79 Binden, 576 Compressen, 6 Netze, 24 Gittercharpie, 6 Handtücher, 4 ◻U Tücher; von Herrn Eichhorn in Ilben⸗ slabt Verbandzeuge; von Herrn Pachter Heil in Dorheim 11 Paar wollene Strümpfe; von Nieder- Florstadt (3. Lieferung; 3 Hemden, 2 Betttücher, 123 Compressen 1 Korb Charpie; von Herrn Pfarrer Buchhold in Ossen⸗ heim 10 Flaschen Ungarn Wein; von Frau Oberpfarrer Kleeberger in Münzenberg! Säckchen Dörrobst, 1 Säckchen Gerste; durch Herrn Bürgermeister Reitz aus der Ge⸗ meinde Södel für 12 Soldaten daselbst 12 wollene Hem⸗ den, 12 wollene Leibbinden, 12 Unterhosen, 24 Paar Socken, welche bereits mit unserer vorwöchentlichen Sen⸗ dung an ihre Adressen abgegangen sind; desgleichen vom Comité Wölfersheim für 19 Soldaten baselbst angeblich 38 Paar Strümpfe, 19 wollene Hemden; aus der Ge⸗ meinde Gambach 1 Kiste mit angeblich 17 Packeten F leider ꝛc. an deren Soldaten; desgleichen aus Griedel 2 istchen, 1 Pack; aus Butzbach 2 Kifschen, Kleidungsftücke 2c.; desgleichen durch Herrn Bürgermeister Keil in Melbach 4 Packete wollene Kleider an die Solbaten aus Mel bach; desgleichen aus der Gemeinde Wohnbach 1 Ballen mit 12 Packeten Kleider; durch Herrn Peter Fadum von Herrn Wolf Leopold in Gettenau Verschiebenes; von Bahnwärter Herrn Wallendorf in Bruchenbrücken 2 Paar wollene Strümpfe; von Fräulein Seitz in Ockstadt 4 Binden, 3 Nachthauben, Charpie, 1 Päckchen Comptessen, 1 Arm⸗ binde; durch Herrn Lehrer Schindel Charpie von den Schulkindern in Beienheim; vou Herrn Pachter Pill in Fauerbach 1 Malter Kaktoffeln, 1 Korb Gelberüben; von verschiedenen Bewohnern Friedbergs wollene Jacken, wollene Strümpfe, Unterhosen, wollene Hemden, Anisetle, Magen⸗ bitter, Schweizer⸗Absinth für die Soldaten im Felde und bereits auch abgegangen. Die von unsetem ertin ange⸗ kaufte und an das Comité in Darmstadt zur Weiter be⸗ förderung abgegangenen Gegenstände bestehen in: 88 Paar wollenen Sümpfen, 33 Unierhosen, 53 wollenen Leib⸗ binden, 34 wollenen Jacken, 32 wollenen Hemden, 70 leinenen und baumwollenen Hemden(aus unserem Depot) sowie Victualien. Die vielen Packete von den Ange⸗ hörigen der Soldaten gingen gleichzeitig am Donnerstag und Samstag mit Gemeldeiem ab. Wen es interessirt Friedbergs Geber und Gaben, welche wir aus allzuviel erforderlichem Raume im Oberhessischen Anzeiger nicht speciell anführten, zu erfahren, dem steht das Casse⸗ und Tagebuch des Rechners zu jeder Zeit zur Einsicht offen. Mit unseren gesegneten Siegen sollte unsete Opfer⸗ willigkeit gleichen Schritt hallen. 0 Friedberg den 25. September 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Eilfte Liste der Gaben aus hie siger Steht und Mingegend: a) an Naturalien: 1½ Maaß Rum, 3 Maaß Branntwein(von Reichelsbeim), 35 Flaschen Wein(15 von Reichelsheim), Milch, Gelst, 11 Pfund Kaffee, Fleisch, Butter,(von Ossenheim und Reichelsheim), 1120 Gier (von Reichelsheim), 57 Pfund Dörtobsi, 238 Wecke. d) an Geld; im Hölel Ttapp gesammelt 17 fl. 15 kr., 2 kleineren a aus hiesiger Stadt und Umgegend owie aus der zm Bahgofe augt brachen Pöchte 10 fl. 28 kr. Eilfte Liste im Ganzen 27 10 49 fr., dazu von 1— Liste 1540 fl. 18 kr., zusammen 1868 fl. 1 kr. Indem wir den Gebern unsern besten Dank sagen, müssen wir leider die Mitteilung machen, daß unsere Vorräthe vollständig erschöpft find. Da nun in den nächsten Tagen wieder mehrete große Züge angesagt sind und die Züge mit Verwundeten don Frankfurt aus eden⸗ falls jeden Tag kommen, so richten wir nochmals ag ne 28 die freundlichste Bite uns mißt aben möglichst rasch unter die Ar ien ll Besonders erwünscht wären en pouecß Brod, Eier, Butter und Geld. Friedberg den 25. 9 1870. Das Comits Materialien: von Frau Conrad Schudt in Stein⸗ für die Erfrischung der dürchpasstrenden Krieger, dersteigerung eines Ziegenbocks, 5 Donnerstag den 29. d. M., Votmistags 10 Ubr, em Gemeindehaus dahier ein der Gemeinde gehöriger zugenbock öffentuch versteigert werden. Ober-Wöllfadt dm 24. September 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Wöllstadt Feuerbach. O bst⸗ Ver fefge rung. 26 Mitwoch am 28. September, Mittags 1 Ubr, d das Obst am Bucgberg öffentlich an den Merit henden versteigert. Anfang am dicken Thurm. Friedberg den 25. September 1870. Großherzogliches Rentamt Friedberg Linded. Güter⸗Versteigerung. 2080 Mittwoch den 12. October d. J., Vormittags 11 Uhr, soll im plesigen Rathhause das Grundstück emarkung Friedderg. Nr. Klftr. 11, 145. 76, Acker im Lachenfeld, eig meistbistend verfeigert werden. Irlederg am 27. August 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fou car. lur. neben der Post . Obst⸗ Versteigerung. 2909 Donnerstag den 29. d. M., Mittags 12 Ubr, soll das hiesige Gemeinde Obff, deslehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen. öffentlich versteigert werden. Dorheim den 23. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Dorbeim Re u 9. Gef u e ee 2253 wird für einen größeren städtischey Dausbalt eine tüchtige gesunde Köchin im Alter von eiwa 3040 Jah ter gegen guten Lohn. Gute Zeugnisfe find unerkäfltch. France, Offerten sind zu zicten an Aräusein Kasten in Herrenkragen„en K. Friedrich in Friedberg. Bad Naubeilm. . —— Soeben ist Zwei Predigten aus der Kriegszeit, erschienen: gehalten 3 1 Friedberg von Dr. K. Köhler, Professor und Pfarrer. Preis 9 kr. 11 Der ganze Ertrag ist zum Besten der deutschen Invalidenstiftung für 1870 bestimmt. Zu haben bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim. Fässer⸗Versteigerung. 2324 Die auf Montag den 26. d. M. ausgeschriebene Fässer-⸗Versteigerung findet Mittwoch den 28. d. M., Vormittags 1 Friedberg, 26. September 1870. Bekanntmachung. 2311 Mit Rücksicht auf die an verschiedenen Orten der Großherzoglich Hessischen Provinz Oberhessen ausgebrochene Rinderpest wird der auf den 29. September er. fallende Michaelis⸗ markt in hiesiger Stadt nicht abgehalten. Homburg v. d. H., 24. September 1870. Bürgermeister- Amt A. Schleußner. Mobiliar ⸗Versteigerung. 2310 Donnerstag den 29. September 1870, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen auf Antrag in der Wohnung der Schreiner Peter Wolf II. Wittwe nachfolgende Gegen⸗ stände einer öffentlichen Versteigerung meistdietend aus⸗ gesetzt werden, als: 1) 3 Hobelbänke in bestem Zustande, 2) 8 Sätze Eisen, als: Stech⸗, Loch⸗ und Hohleisen, 3) 1 Nuth, Gralh⸗ und Keblhobel, 4) Blatt-, Bank. und Zabnhobel, 5) sonstiges verschtedenes Werkzeug, Schraubzwingen, Sägen, Schraubknecht, alle Arten von Modellen, Fournirpresse, Keiizwingen u. a. m., 6) 1 Drebbank, 7) 225[I Fuß 3 Zoll stark Kiefernholz, 190 Cubit⸗ fuß 2 Zoll stark Kiefernholz, 25 Cubikfuß 3 Zoll stark Kirschbaumholz, 28 Cubikfuß Nußbaumholz, sowie 28 Cubikfuß desgleichen Wurzelabschnitte, Doppeldielen und noch verschtedenes Eichenholz 8) sämmtliches Haus- und Küchengeräthe, 9) Weißzeng und Bettwerk. Oppershofen am 23. September 1870. Großherzogliches 838 Oppershofen Sulzbach, ältester Ortsgerichtsmann. Bekanntmachung. 2306 Die am 1. l. M. fällig gewesenen Holzgelder find binnen 10 Tagen, von heute an, zu bezahlen, gegen⸗ salls das gerichtliche Verfahren eingeleitet werden wird. Wickstadt den 20. September 1870. Gräfliche Forflkasse daselbst. Beachtungswerth. ds 2312 Dr. Kireshoffer in Kappel(Schweiz) besitzt vortreffliche Mutel gegen nächtliches Bettnässen, beten Peuulener, s Kriegs-Nummern des Omnibus. Illustrationen in: No. 41. Eroberung der ersten Kanone. Abreise der zur Fahne eilenden Deutschen aus f London. Norddeutsche Flette. Flucht der Bewohner von Forbach. Preis pro Nummer 3½ Kr., Viertel jährlich 46 kr. 2284 Ein geräumiges Wohnhaus nebst Stallung ꝛc., auf das Bequemste ein- gerichtet, in guter Lage, neben Herrn Hof, Tapezier Blensdorf in Bad⸗ Nauheim ist zu vermiethen oder aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei Herrn L. H. Strauß in Friedberg. erst 1 Uhr, statt. 74 2 Ph. Dan. Kümmich. 2* 2 2 E 2 25 8 85 25 „ Die Nr. 52, die neueste 2 2 828 Kriegsnummer, enthält: 85 885* Der Stürmer von Gravelotte. Mit Porträt des General von Franseckp.— Der Marsch nach Hause.(Schluß.) Erzäblung von W. Raabe.— Der Sohn der Wittwe. Gedicht von Georg Hesektel.— Skizzen vom Ktiegs⸗ schauplatz. Von unserem Berichterstatter Georg Hiltl. IV. Eine Nachtfahrt von Sulz nach Wörth.— Von Sedan nach Wllhelmsböhe. Vier Tage aus dem Leben eines Katsers. Mit neun Illustrationen nach dem Leben. — Im Padkwagen zwischen Nauch und Pont⸗à⸗Mousson. Von unserem Berichterflatter Dr. dans Blum.— Am Famittentische: Deutsche Fürsten im Felde Zu dem Bilde unsers Spectalartisten F. Katser.— Aus allerhand Briefen. 1 Verwundetenpflege in Speyer. II. Feld ⸗ postbriefe. III. Kutschke und Napolium.— Zu unserer Verluftliste. 3 Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen sich Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim. Neuer Jahrgang und neues Kriegsquartal Daheim. Beste Zeit zum Abonnement. E 2 e Vierteljährlich 18 Sgr Wöchentlich 1 Nummer uzgeltzg nf lenuppoch en ub jauvgpug end pain 2314 Durch alle Buchhandlungen und Postämter für 18 Sgr. vierteljährlich die reichsten interessan⸗ testen Berichte und Bilder unserer Berichterftatter und Specialarußen: Georg Hiltl, Hans Blum, Max v. Schlägel, Maler Wilh. Friedrich, Emil Hünten u. A. Feinst blauer Vitriol 2269 dilligst bei Ph. Dan Kümmich. 2297 Eine Fraukfurter Producten-Handlung en gros sucht für das Comptoir einen mit den nöthigen Schulkenntnissen versebenen Lehrling. Bei entsprechenden Fähigkeiten wird jetzt schon Gehalt bewilligt, und iss Auesicht auf elne spätere sichere Stel⸗ lung geboten. Frankiite schriftiiche Anzragen sub Chiffre U. T. 801 befördert die Annoncen Expedition von Haasenstein& Vogler in Fraukfürt a. M. Für Soldaten im Felde 2266 empfehle den Angehörigen als bequemstes gund befles Nahrungsmittel Fleisch⸗ Extract und Condensirte Milch. Wilh. Sturmfels, Hof⸗ Apotheke zum Mohren. 2321 Ich zeige ergebenst an, daß ich in hie, siger Stadt als praktischer Arzt und Geburts, helfer mich niedergelassen habe. fis Gleichzeitig bemerke ich, daß ich, wie schon seither, die Praxis des Großherzoglichen Stabs, arztes Dr. Steinhäußer bis zu dessen Ruch, kehr fort versehe. Im f 4 Meine Wohnung befindet sich in dem Haust meines verstorbenen Collegen Dr. Hermann Trapp, woselbst ich täglich Morgens vor und Mittags von 2 bis 3 Uhr zu sprechen bin, Friedberg, im September 1870. f Dr. Wagner. 8 Eine große Sendung neuer Carricaturen ist soeben angekommen. 1 Ftiedbeeg und Nauheim 8 1% Bindernagel& Schimpff. 2319 Von allen hierorts und in der Umgegend gehal⸗ tenen Frankfurter Blättern verdient die„Frankfurter Presse“, früher Tageblatt und Handelscourter— ein entschleden nationale Gesinnung vertretendes Organ— die wirksamste Verbreitung. Sie entspricht den Anfsor⸗ derungen unserer Zeit und bringt alle Nachrichten 110 und in verständlicher Weise. Die Course und neueslen Handelsberichte für das Handels ⸗Geschäfte treibende Publikum finden sich in jeder Nummer. Es wird wöchent, lich 13 mal ausgegeben und ist das dilligste fast aller Frankfurter Blätter. Insbesondere ist es allen nationalen Bestrebungen huldigenden Männern bestens zu empfehlen. — Ein antinationales Surrogat, wie die übrigen Frank furter Blätter, enthält es nicht. Mehrere Abonnenten in Friedberg. 2323 Eine Mutter an elne Chaisenachse ist am Samstag vom Haag bis an das Pulverhaus verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine Belohnung an Joh. Horn dahler abzugeben. Das Marmor-Geschäft von J. F. Rossbacch f in Mainz 4 2318 empflehlt sich in Anfertigung von 2 Arbelten aller Art, namentlich auch von Chem Grabdenkmälern ꝛc. 217 Nachbeschriebene der Elilse Brie l gesötige Grundstücke f Gemarkung Friedberg Flur. Nr.[] Klftr. ö f 13. 65. 123. Acker im Großgalgenfeld und 13. 245. 245. Acker daselbst 1 werden durch den Unterzeichneten alsbald aus der Hand verpachtet. e e Friedberg den 26. September 1870. Innen f C. Heidt. 9 Ein Pferd, 2322 8 Jahre alt, Rappe, hat zu veikaufen 1 1 Heinrich Horn. Kirchen buchsauszüg t. Evangelische Gemeinde eee een 24. Sept. Dem hiesigen Bürger und Diener an Schullehrerseminar Georg Briel eine Tochter Julsan, geb, den 18. August. e „24. Sept. Dem hiesigen Bürger, Oemeinderath Lackfabrilanten Friedrich Roßdach eine Tochter Frie Zulte Loulse, geb, zwischen dem 11. und 12. September, Nachts 12 Uhr. 1 0 Beerdigte:. en 20. Sept. or. Hermann Trapp, dt her, alt 42 Jahre 6 Monate 23 Tage, F den 18. Sepl. 21. Sept. Jof. Müller, Sergeant im- I. Groß, herzoglichen Jäger⸗ Bataillon, alt 32 Jahre 7 Monat 283 Tage, T den 19. Sept. 9115 5139 23. Sept. Erust Phil pp Weckerling, Stud.— Sohn des hles. Bürgers, Kirchen wie Schulvorste und Glasermeisters Heinrich Weckerling, alt 20 Jab 7 Monate 20 Tage, 7 den 21. Sept. 7 Kirchliche Anzeigen für Feber; FCvangelische Gemeind. Mittwoch den 28. September, Nachmittags 5 Uhr in der Burgkirche 1 Betlunde mit Ansprache von Perrn Pfarrer Schwab. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. + 0 * bei 100% . he Nagler angebaut Bahre Weiseng 400 fl. ber twig Helena daselbsß, 100 fl. z des Pf Kirche“ Vetrag gedächtn Johanne an die L — 0) d Milet vt bach in Muth an das sehend Consert des be gleichfa im Be Confess des Fre Gemahl feld in d von 200 fur die f ische Kirchen⸗ meinden mächtnl Kreise 0 VScdimpf er Enztgend g de„Frankfan artistcgarttr ttendes Orea pr den d At Nacrickten g guest and Tttr Leihe tren t. Eis vnd wit u dtzie fal b et alen aal tete zu tit t die Uerigen zun n rte dien Thekecht fen rt: hn Nen n gebeten, en ti daher d 0 shach ben Natz den Cdemin⸗ . dritte ddetg dee at — 110 lt f 1 85 6. Hebt rd, 1 2 laufen rich Horn 1 W — ao A 7 age. are , Oberhessischer Amzei 114. iger. ———————— Hessen. Darmstadt. Das Großberzoglicht Kegierungsblaft Nr. 45 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums es Innern, die Bestätigung von Stiftungen und Ver⸗ nächtnissen betreffend. f Im Laufe des zweiten Quartals 1870 sind von des droßherzogs Königlicher Hoheit nachstehende Stiftungen und Vermächtnisse bestätigt und hierauf die betreffenden Zehörden zu deren Annahme ermächtigt worden; 1) das Zermächtniß der Bilhildis Therese Martel zu Gunsten et Genossenschaft der Schul- und Krankenschwestern zu nthen im Betrage von 3850 fl.;— 2) das Vermächt⸗ üß des katholischen Pfarrers Paul Joseph Schmitz zu Nainz an die dasige Kirche zu St. Peter behufs alljähr⸗ cher Abhaltung von drei heiligen Messen im Betrag von 50 fl.;— das Vermächtniß des Pfarrers Schmitz zu St. Peter in Mainz an die katholische Kirche zu Ocken⸗ eim, im Dekanate Bingen, im Betrag von 800 fl. zum wecke der inneren Einrichtung des an die vierzehn zothhelfer-Capelle auf dem Jacobsberge zu Ockenheim gebauten Hauses;— 4) das Vermächtniß der Wittwe Sarbaxa Schott zu Mainz an die katholische Kirche zu Deisenau, im Dekanate Nieder-Olm, im Betrag von 00 fl. zu Gunsten der Armen und für die Unterhaltung et ewigen Ampel!— 5) die Schenkung der Wittwe elena Hepp zu Bretzenheim an die katholische Kirche aselbst, im Dekanate Nieder-Olm, im Betrag von 0 fl. zur Stiftung einer Caplanei;— 6) die Schenkung 2s Pfätrers Georg Lulai zu Offstein an die katholische kirche zu Guntersblum, im Dekanate Oppenheim, im betrag von 100 fl. für die Abhaltung eines Jahres- dächtnisses;— 7) das Vermächtniß der Wittwe des zohannes Islaub zu Holzhausen, Ursula, geb. Vilioth, in die Landes⸗Waisenhaus-⸗Anstalt im Betrag von 200 fl.; — 8) die Schenkung der Erben des verstorbenen Samuel Frier von Offenbach an die Armen der Kreisstadt Offen⸗ lach im Betrag von 100 fl.— 9) die Schenkung des Wufikinstituts⸗Vorstehers Philipp Schmitt zu Darmstadt A das Mathilden⸗Landkrankenhaus zu Darmstadt, be⸗ hend in dem Reinertrag eines von ihm veranstalteten toncertes im Betrag von 200 fl.;— 10) die Schenkung u verstorbenen Kreisraths Seitz und dessen nunmehr beichfalls verstorbenen Ehegattin Anng, geb. Schmidt, in Betrag von 150 fl., zu Gunsten der Armen aller (onfessionen der Kreisstadt Vilbel;— 11) die Stiftung dis Freiherrn Philipp Wambolt von Umstadt und seiner bemahlin Josephine, geb. Gräfin von Boineburg⸗Lengs⸗ d in die katholische Kirche zu Darmstadt im Betrag wn 200 fl. für die Abhaltung eines Jahrgedächtnisses fer die verstorbene Gräfin Maximiliane Lon Oyen;— n:) die Schenkung des Bonifacius⸗Vereins an die katho⸗ liche Kirche zu Darmstadt im Betrag von 100 fl. zu rchen⸗ und Schulzwecken für die Katholiken der Ge⸗ inden Eberstadt und Pfungstadt;— 13) das Ver⸗ nächtniß der Michael Stenner 1. Eheleute zu Biblis, im breise Bensheim, a. an die katholische Kirche zu Biblis u, Betrag von 240 fl. zur Stiftung von vier Seelen⸗ äntern, b. an den Armenfonds zu Biblis im Betrag von 10 fl.;— 14) die Schenkung der Eheleute Johann d Christina Uebinger zu Ludwigshöhe an die katholische kurche daselbst, Pfarrki Guntersblum, im Dekanate Tcpenheim, im Betrag von 120 fl. behufs Abhaltung beier Seelenämter alljährlich nach deren Ableben;— 1 die Schenkung der Wittwe des Johann Becker III. aim Obettshausen, Anna Marla geb. Becker, an die kath. erche zu Obertshausen im Dekanate Seligenstat, im Betrag im 100 fl. für Unterhaltung, des ewigen Lichtes;— ) die Schenkung der Kreis⸗Schmid⸗Stiftung zu Scheer, n Königteich Würtemberg, als Universalerbin des zu Meßen verstorbenen ordentlichen Professors in der philo— enhischen Fakultät der Landes⸗Untversität Dr. Leopold ihmid, an die Bibliothek der Landes: Universität, be⸗ hend in den theologischen und philosophischen Werken is der Bibliothek des Professors Schmid im Werthe um 582 fl. 56 kr., unter der Benennung:„Schmid⸗ Fiftung“;— 17) die Schenkung des Beigeordneten Aepfel zu Darmstadt in Verbindung mit einer Anzahl emer Freunde an die Stadtkapelle zu Darmstadt, be⸗ chend in zwei Abendmahlskannen, zwel Kelchen, einer Hestienkapfel, zwei Hostienteller, Patene, einer Taufkanne, aer Taufschüssel und zwei Altarleuchter im Gesammt⸗ onth von 350 fl.z— 18) das, Vermächtniß des ver⸗ Aürbenen Oberappellations- und Cassationsgerichtsraths ssebs und seinet verstorbenen Ehefrau Agnes, geb. Seola, die katholische Kirche zu Darmstadt, im Decanate Durmstadt im Betrage von 5144 fl. 49% kr. behufs Aähaltung einer jährlichen Seelenmesse und Ueberweisung en 2% bdieser Summe alljährlich an das barmherzige Schwesse rnhaus zu Darmstabdt?— 19) die Schenkung tes Ungenannten an die Ludwigs⸗ und Mathilden⸗ londesstiftung im Betrag von 567 Thaler;— 20) die Senkung der Wittwe des pensionirten Grenzaufsehers Ssbastian Heußenröder zu Crainfeld an die evang, Kirche helbst, im Decanate Lauterbach, im Betrag von 100 fl, won die Zinsen alljährlich an die Ortsarmen zu ver⸗ alen find;— 21) das Vermächtniß der Josepha ochmidt von Wiesbaden an den katholischen Klrchenfonds 1 e im Dekanate Bingen, im Betrag von 00 fl. für pie Abhaltung einer söhrlichen Seelenmesse „Der vierzehn Nothhelfer-Kapells zu Ockenheim;— 22) die Schenkung der Anna Marie Jung von den Buttenstaͤdter Höhen an die katholische Kirche zu Helden ⸗ bergen, im Betrag von 150 fl. für die Abhaltung von zwei Seelenämtern und zum Ankauf von Wachskerzen;— 23) die Schenkung des Joh. Spanter zu Abenheim an die katholische Kirche daselbst im Decanate Osthofen, im Betrag von 120 fl. für die Abhaltung von zwei jähr⸗ lichen Seelenämtern;— 24) die Schenkung der Martin Eckstein's Wittwe zu Vadenrod an die Gemeinde Vaden⸗ rod, im Kreise Alsfeld, im Betrage von 100 zur Reparatur der Kirche daselbst;— 25) das Vermächt⸗ niß der zu Gonsenheim verstorbenen Elisabeth Späth an die katholische Kirche daselbst, im Decanate Nieder-Olm, im Betrag von 200 fl. mit, der Bestimmung daß 50 fl. zum Besten des Kirchenbaues und 150 fl. zur Abhaltung eines jährlichen Seelenamtes verwendet werden sollen;— 26) das Vermächtniß des Fürsten Basil Ghyka aus Jassy im Betrag von 100 fl. an die Gemeinde Bad⸗ Nauheim, im Kreise Friedberg, zu Gunsten ihrer Armen; — 27) die Schenkung der Ehefrau des Dr. Ludwig Bamberger von Mainz an das Hospital zu Alzei im Betrag von 1000 fl.— In Folge Allerhoͤchsten Auftrages werden diese Stiftungen zum ehrenden Andenken der Stifter dankend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. (Schluß folgt). — Am 22. wurden die seither in den un⸗ benutzten Localitäten der Reiter- und Artillerie— Kaserne untergebrachten gefangenen Franzosen, auf ergangene Verfügung des preußischen Kriegs- Ministeriums in die Infanteriekaserne übergeführt und die noch hier liegenden Hessen bei Bürgern einquartirt. — Wiederum ist einer unserer Offiziere in Folge seiner am 18. Aug. bei Metz empfangenen Wunde verschieden. Es ist dies der Artillerie. Hauptmann Adolph Freiherr v. Schäffer⸗Bernstein, Ritter des eisernen Kreuzes. Er starb am 23. d. zu Darmstadt. — Die„H. V.“ melden: Für die nächsten Tage werden nach amtlichen Mittheilungen wieder 60,000 Mann norddeuische Truppen unsere Stadt passiren. Dieselben sind bestimmt den Süden Frankreichs zu besetzen und dort die Bildung einer neuen französischen Armee zu verhindern und der gegenwärtigen französischen Regierung alle Ressourcen zu entziehen. Vor allen Dingen wird es sich um die Besetzung von Lyon handeln. Mainz. Vor einigen Tagen kamen 180 deutsche Gefangene hier an, die gegen eine gleiche Anzahl französischer Gefangenen ausgewechselt wurden. Die deutschen Gefangenen erzählen von sehr humaner Behandlung Seitens der Franzosen in Metz, und dasselbe werden die französischen Gefangenen von hier berichten können.— Die Kriegsbrücke an der Petersaue ist abgebrochen worden. Preußen.“ Berlin. Der„Stagtsanz.“ veröffentlicht zwei Erlasse des Grafen Bismarck an die Vertreter der Regierungen des nörddeut— schen Bundes bel mehreren neutralen Regierungen. Der erste Erlaß, datirt Reims, 13. Sept., legt die Nothwendigkeit dar, als Garantien gegen den nächsten Angriff der Franzosen eine bessere Bürg⸗ schaft als die des Wohlwollens, nämlich materielle Bürgschaften, zu gewinnen. Wir können die Forderungen für den Frieden lediglich darauf richten, Frankreich den Angriff auf die deutsche, namentlich auf die bisher schutzlose süddeutsche Gränze, dadurch zu erschweren, daß wir dlese Gränze und damit den Ausgangspunkt der fran⸗ zösischen Angriffe weiter zurücklegen und die Feslungen, mit denen Frankreich uns bedroht, als Bollwerke in die Gewalt Deutschlands zu bringen suchen. Der zweite Erlaß, datirt Meaux, 16. Sept., beleuchtet das erste Circularschreiben Jules Fapre's. Graf Bismarck betont, Deutschland sei fern davon, sich in die inneren Verhältnisse Frank- reichs einzumischen. Welche Regierung Frankreich sich geben wolle, sei gleichgültig; formell sei die Regierung des Kaisers Napoleon allein anerkannt. Unsere Friedensbedingungen sind davon unab- hängig. So lange Frankreich Straßburg und Metz bleibt, ist seine Offenstve stärker als unsere Desensive; in deutschem Besitz gewinnen Straß burg und Metz einen defensiven Charakter. Deutsch⸗ land sei niemals der Angreifer gewesen; Frankreich — dagegen werde jeden jetzt zu schließenden Frieden als einen Waffenstillstand ansehen und, um Rache für die jetzige Niederlage zu nehmen, wieder an⸗ greifen, sobald es sich stark genug fühlt. Von Deutschland ist keine Störung des europäischen Friedens zu besorgen. Da der Krieg uns auf⸗ gezwungen, so wollen wir zukünftige Sicherheit fl. als Preis unserer jetzigen Anstrengungen. — Nach der Auflösung der ersten Armee, welche bisher unter dem Oberbefehl des Generals v. Steinmetz gestanden, ist die Armee des Prinzen Friedrich Karl wieder auf dieselbe Stärke wie vor der Abtretung der drei unter den Oberbefehl des Kronprinzen von Sachsen gestellten Corps gebracht worden; sie umfaßt also sechs Armeecorps nebst der Landwehr-Division Kummer. Daß die Versetzung des Generals v. Steinmetz nach Posen durch Zerwürfnisse zwischen demselben und dem großen Generalstabe herbeigeführt worden, ist trotz der Erklärung in der Kreuzzeitung eine nicht zu bezweifelnde Thatsache. — Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt? Mögen die Franzosen den Wahn aufgeben, durch fortgesetzten Widerstand einen bessern Frieden zu erkaufen. Mit jedem neuen Opfer des Krieges mehrt sich der Unwillen Deutschlands, mehren sich die Ansprüche, die wir zu machen berechtigt sind.— Die„Kreuz⸗ zeitung“ veröffentlicht einen Brief des Herzogs von Mecklenburg, welcher die Thatsache feststellt, daß die Unteroffiziere von der Artillerie des Forts mit oder ohne Wissen des Comman⸗ danten die Pulverkammer in Laon angesteckt haben. — Der„Nat.⸗Ztg.“ wird aus Petersburg geschrieben:„Am 3. Sept. hat der Kaiser, als er in Moskau die Depeschen von dem Siege bei Sedan und der Gefangennahme Napoleon's erhalten, bei der Mahlzeit sein Glas auf, die Gesundheit seines königlichen Onkels geleert und es dann sofort nach alter deutscher Sitte von sich geschleudert, damit es in keines Andern Hand mehr gelange.“ — Zu der Geheimgeschichte vor dem Kriege und über die Gründe, die bei dem Ausbruch mitgewirkt haben, wird der„Köln 3.“ Fol⸗ gendes erzählt: Als die Nachricht von dem Verzicht des Prinzen von Hohenzollern auf die spanische Throncandidatur am 12. Juli nach Paris gelangte, war der Herzog von Gramont an der Börse stark à la baisse engagirt. Die Beilegung der Sache, für welche es nach seinem eigenen späteren Geständniß zwanzig Mittel gab, hätte dem französischen Minister des Auswärtigen einen schweren finanziellen Verlust bereitet. Man versichert das auch von noch höher stehenden Personen in der Umgebung des Kaisers, doch mag das auf sich beruhen. Von dem Herzog von Gramont, der früher Legitimist, dann Fussonist gewesen war und in der letzteren Eigenschaft auch dem Leichenbegängniß der Gemahlin Louis Philipps beigewohnt hatte, steht fest, daß mer tief ver— schuldet war und in den Dienst des Kaiserreichs zu treten durch seine Geldverlegenheiten ge— zwungen wurde. Daß das sogenannte Ministe— rium der ehrlichen Leute diesen Mann unter den bekannten friedens gefährlichen Umständen in seine Reihen aufnehmen konnte, wird zur Charakteristik jener Menschen für alle Zeit genügen. Hannover. In den letzten Tagen sind mehrere in Algier ansässig gewesene Deutsche hier- her zurückgekehrt, da Frankreich auch in seinen Colonten an der Spitze der Civilisation marschirt und auch dort die barbarische Ausweisung der Deutschen begonnen hat. Königsberg. Laut Corpsbefehl des Ge⸗ nerals v. Manteuffel haben die Generale des ersten Armee Corps auf die 18 diesem Armee⸗ ä—— 0 N N 0 0 0 ö N ö 9 0 6 f 9 6 N 9 g Corps überwiesenen eisernen Kreuze Verzicht ge⸗ leistet, um die Mannschaft nicht der Freude zug berauben, diese Auszeichnung zu erhalten. Indem General v. Manteuffel diese Entsagung anerkennt, erklärt er, er habe deßhalb keine Generale, Com⸗ mandeure und Ossiziere für das eiserne Kreuz vorgeschlagen, und er werde das ihm verliehene eiserne Kreuz im Namen sämmtlicher Offiziere des ersten Armee Corps tragen. N Bayern. München. In der Gegend von Coblenz hatten 12 in einem Coupee eines Eisenbahnzuges befindliche gefangene Tureos den zur Aussicht beigegebenen bapyerischen Soldaten gepackt und zum Fenster hinausgeworfen, auf⸗ fallender Weise erlitt dieser nicht die geringste Verletzung z auf der nächsten Station wurden die 12 Helden der Civilisation durch ein standrecht- liches summarisches Gerichts verfahren zum Tode verurtheilt und sofort erschossen.— Der Trans- port der bei Sedan gefangen genommenen Franzosen nach Deutschland ist nunmehr beendet. Von Nancy über Weißenburg wurden 39,500, über Saarbrücken 42,000 Mann befördert. — Von hier wird einem Hamburger Blatt telegraphirt, daß von preußischer Seite beabsichtigt werde, denjenigen französischen Departements, welche bereits oceupirt seien oder noch occupirt werden möchten, eine gemeinsame Interimsregierung zu geben, an deren Spitze der Großherzog von Mecklenburg treten soll, Oesterreich. Wien. Anläßlich des Ein⸗ zuges der italienischen Truppen in Rom illuminirte der italienische Consul in Triest. Das Volk sam⸗ melte sich vor seinem Hause und bewarf unter Hoch- rufen auf Italien und die Republik die Polizei und das Militär mit Steinen. Der Generalconsul stellte hierauf die Beleuchtung ein. Die Polizei räumte die Straßen. 1 24. Sept. Thiers ist gestern Abend hier angekommen. Derselbe hatte heute eine längere Conserenz mit dem Grafen Beust und setzte hierauf seine Reise fort. 0 f Frankreich!“ Paris. Die Blätter brin: gen solgende interessante Mittheilung:„Aus den, aufgefundenell Dolumenten geht hervor, daß Jerome David jährlich 35,000 Fres. aus der kaiserlichen Chatülle erhielt. Eine Quinung von Garnier de Cassagnac bescheiniht den Empfang von 20,000 Fres., à conto einet Summe von 170,000 Fres. Endlich fand sich eine Bescheini⸗ gung von Persigny über empfangene 400,000 Frcs. vor. Ich weiß nicht, ob diese Summen eln für allemal oder jährlich verausgabt wurden; keinen falls aber reichte die Civilliste zu allen diesen Vergeudungen hin: Das in der kaiserlichen Cha tulle fehlende Geld mußte daher vom Kriegs- miuisterium entnommen werden. Inmitten dieser Verschwendung hat Napoleon sich selbst nicht ver- gessen. Aus den Dolumenten, welche man bei dem Marschall Vaillant gefunden hat, geht hervor, daß das Privatvermögen des Kaisers sich auf 200 Millionen Francs beläuft.“ — Der spanische Gesandte Olozaga soll von Paris abberufen sein, weil er sich mit der pro⸗ visorischen Regierung offiziell statt offiziös ver⸗ ständigt, resp. sie anerkannt habe. Man nennt schon Martos, den ehemaligen Minister, einen viel weniger franzosensreundlichen Staatsmann, als seinen Nachfolger. g — Der Pariser Correspondent des„Standard“ berichtet in seinem letzten Briefe wie die Spionen⸗ riecherei von Tag zu Tag überhand nehme, bis Niemand mehr vor Vordächtigung und Belästigung sicher sei. Als Gegenstück der Verhaftung des Marschalls Vaillant meldet dieser Berichterstatter, daß selbst General Trochu in den Festungswerken⸗ festgenommen und mit Gewalt vor den Comman⸗ danten eines Forts geführt worden sei. Tours. Der französische Botschafter in Constantinopel, Vicomte de Laguerroniere, ist bei seiner Ankunst in Marseille verhaftet worden. — 23. Sept. Das Bureau Havas meldet: Die preußischen Truppen sind aus Dourdan (Dep. Seine und Oise, Arrond. Rambouillet) und Arpajon(Dep. Seine und Oise, Arrond. Cotcelles) wieder abgezogen und auf Limours (Dep. Seine und Oise, Arxond. Rambouillet, südwestlich von Paris) marschirt.— Rach Be⸗ kichten aus Mühlhausen ist die Eisenbahverbin ⸗ dung bis Colmar wieder im Betriebe. Der Com- missar der Republik, Valentin, soll nach Straßburg gelangt sein. 10 — 24. Sept Die Regierung verbreitet fol- gende Version: Bismarck habe Favre gegenüber als Vorbedingung weiterer Verhandlungen die Uebergabe der Festungen des Elsaß und Loth⸗ ringens, sowie des Forts Mont Valerien gefordert. Die Regierung halte diese Bedingungen für un- annehmbar. Belgien. Brüssel. Repräsentantenkammer, Minister des Auswärtigen, Graf d'Anéthan, er- klärt, daß über die Beschuldigungen deutscher Journale, deutsche Verwundete und Flüchtlinge seien in Belgien ungebührlich behandelt worden, Untersuchungen eingeleitet sind, welche die Grund— losigleit dieser Beschuldigungen ergeben haben. Das Ergebniß der Untersuchungen sei der preußl⸗ schen und französischen Regierung mitgetheilt, welche die Fürsorge derselben gegen die Verwundeten aus“ gesprochen hätten. — Ueber die Zusammenkunft Jules Favre's mit Graf Bismarck wird bier bekannt, daß die beiden Diplomaten die Friedens- Präliminarien durchgesprochen und trotz starker Unterschiede zwischen Forderung und Zugeständniß doch die Möglichkeit einer Verständigung erkannt haben, allein über die Vorfrage der Competenz der pro— visorischen Regierung nicht einig geworden sind. Bismarck verwahrte sich gegen die Absicht der Ein- mischung in innere französische Fragen, doch be⸗ tonte er das Recht, die Legitimation und Voll- macht des Paciscenten zu prüfen. Er schlug vor, Senat und gesetzgebenden Körper einzuberufen, was Jules Favre für unmöglich erklärte. Bis ⸗ marck proponirte auch, die Nationalversammlung nach Tours zu berufen. Man glaubt, daß die Conferenz fortgesetzt wird. —„Indöpendance“ veröffentlicht die Antwort des Generals Wimpffen auf ein bezüglich der Uebergabe von Sedan veröffentlichtes Schreiben der Adjutanten Napolcon's. Dex General ver- sichert, der Kaiser habe dem ihm gemachten Vor- schlage, durch General Lebrun den Durchbruch in der Richtung auf Carignan zu versuchen, wo- bei der Kaiser durch sein Erscheinen in der Mitte der Truppen anfeuern sollte, nicht zugestimmt, der selbe habe ohne Wissen des Generals die weiße Fahne aufhissen und nicht herabnehmen lassen, trotz des Protestes des Generals. Großbritannien. London. Die„Si⸗ tuation“, das neue Organ Napoleon's, schreibt: „Der Kaiser redigirt ein Manifest an das fran- zösische Volk, das veröffentlicht werden soll, wenn der Kampf, der gegen den Willen des Kaisers begonnen, zu neuen Catastrophen führen sollte. Der Mann, der bei Sedan als Held sich benom⸗ men, habe sein letztes Wort noch nicht gesprochen; er werde nicht seine Pflicht verrathen, indem er seiner Rechte uneingedenk werde.“ Ju dem Blatt fordert Girardin auf, die Kammermitglieder nach Limoges zu senden. — Der„N. fr. Pr.“ wird von hier gemel⸗ det: Die vom englischen Cabinet vermittelte Zu- sammenkunft zwischen Jules Favre und Graf Bismarck ist von dem Letzteren unter der Reserve, daß er damit keiner Anerkennung präjudicirt, aber mit dem Zusatz angenommen worden, er sei bereit, Herrn Jules Favre den Inhalt eines Präliminar- Friedens mitzutheilen. Diese Mittheilung ist bereits ersolgt. Was davon verlautet, zeigt, daß die preußischen Forderungen hinter denen, die in der deutschen Presse erhoben werden, zurückbleiben; die von Preußen prätendirte neue Gränze zieht sich senkrecht längs der Mosel und den Vogesen. In London suchte Thiers für Frankreich eine An- leihe von 1200 Millionen Francs zu sschern, um Geld in Bexeitschaft zu haben, damit beim Frie- densschluß die Occupation sogleich ende. Aus Paris verlautet, daß die dortige Regierung keinen Frieden schließt, wenn Preußen aaf dem Einzuge seines Heeres in Paris beharrt. Mit dieser Be ⸗ beide der belgischen Regierung ihren Dank für] schränkung hat Jules Favre von seinen Collegen 0 sehr weitgehende Vollmachten. — Auf die Anfrage der englischer Regierung f hat der französische Marineminister an Lord Lyons erklärt, daß die französische Flotte auch in der Ostsee den Befehl zur Rückkehr erhalten habe; nähere Mittheilungen über die Ausführung des Befehles seien indeß noch abzuwarten. Italien. Florenz, 22. Sept. Offiziell. Der Gesammtverlust der italienischen Truppen bei der Besetzung Roms beträgt 21, Todte, darunter 3 Offiziere, und 117 Verwundete. Die Anzahl der von den italienischen Truppen gemachten Ge⸗ fangenen beziffert sich auf 4800 einheimische und 4500 fremde. Hierzu die vorher gemachsen Ge fangenen gerechnet, so beträgt die Gesammtzahl derselben 10,700.— In Folge von Unruhen in der leoniuischen Stadt forderte der Papst den General Cadorna auf, Truppen zur Aufrechthaltung der Ordnung in die leoninische Stadt zu senden. Cadorna leistete der Aufforderung Folge. e Die Ninderpest. Unter allen Seuchen, die unsern Rindvlehbe⸗ stand bedrohen, ist die Rinderpest die furchtbarste, und dies nicht allein wegen des unerbittlichen Hin⸗ raffens der davon befallenen Thiere, sondern da⸗ durch, weil sie/ wenn einmal in den Stall gedrungen, Tödtung des ganzen Bestandes nöthig macht. Ich will versuchen, durch practische Erklärung dem Viehbesitzer das zu erläutern, was er zum Schutze seines Stalles thun soll, erlaube mir aber vorher etwas Geschichte. 15 9* Die Rinderpest ist in den Steppen Asiens zu Hause und wird von dort durch den Handel mit den daselbst geborenen Rinderheerden in andere Länder verschleppt. Auf gleichen Wege kommt sie auch nach Deutschland, und so 4 dies Mal die der norddeulschen Armee nachge⸗ triebenen Ochsenheerden(ich beschuldige besonders die weißgrauen mit ten großen Hörnern) die Krankheit gebracht. Noch alle Kriegszüge nörd ⸗ licher Armeen gegen Frankreich haben uns die Rinderpest gebracht— 1792, 1813. n ueber das Wesen dieser Krankheit schreiben zu wollen, ist nicht, Zweck dieser Zeilen; es ge⸗ nüge dem Viehbesitzer zu wissen, daß der An⸗ UM Dienste Bette ö bringe mit de dieses der K und U nach d berg Groß ergan auch steckungsstoff, der sich dabei entwickelt, ein surcht⸗ bares Gift ist, vas er sich überall holen kal, wo die Krankheit herrscht. In Kleidern, Stiefeln, in Futter und Stroh, im Geschirr der Pferde, in Wagen oder Karren, überall hängt es sich an, kann stundenlang fortgetragen werden und stechl noch an; nur starke Räucherungen können es zer⸗ stören, und zwar nur solche, wie sie in den Hütten an verseuchten Orten ausgeübt werden, Fürchte dahet Niemand diese Hütten oder sucht sie zu umgehen, es stirbt Niemand an den paar Minuten Aufenthalt, und dann kann Jeder ohne Gefahr überall hingehen. ö 4 Folgendes wäre im Hause, resp. Stalle bi, sonders zu beherzigen. Die allergrößte Reinlich“ keit herrsche im Stalle; tägliches Ausmisten, Aus schwenken, Auslüften ist streng erforderlich.. Stalle selbst stellt man in elnem Feste u kalk auf, der mit Essig zu einem dicken Brei an⸗ gerührt ist; ein Stückchen Holz diene Jedem, der in den Stall kommt, zum Aufrühren! Auf 2 Stück Rindvieh genügt ein Viertel Pfund Chlor kalk, so behandelt, auf 3 Tage dann mache man es wieder frisch. Alle anderen Räucherun gel beißen sie wie sie wollen, sind nichts. Man lasse außer den Familien mitgliedern Niemand in seinen Stall, gehe aber auch in keinen andern! Steht etwas Fektes im Stall, und es kommt ein Metzger, führe man es heraus. 190 aber doch die Krankheit, in die Gemeinde,, merke man besonders: ob die Thiere noch mit dem früheren Appetit fressen und saufen, und sonders, ob das Milchvieh die gleiche Menge Milch gibt. Ich wiederhole: versagt das Pie Futter- und Getränk, Aufnahme N die Milch ab, dann macht Anzeige!!! n Alles andere ist Sache der und des Thierarztes. keine Nebensprürge) wacht Pollhetbehbrde (N 100 1 an di gerof zu bei b bestant Machu hinden Bette! ist in Oberh bestimn passire herstat erstere wiesen