Rheil chronik hein. noforte. 50 fre ll K lia. Samstag den 27. August. N 101. Enthäl: die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Miedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Umtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 41. sub. 1. Bekanntmachung, den Abschluß einer Consularconventlon zwischen Hessen und Italien betreffend. Friedberg den 22. August 1870. Betreffend: Die Musterung, Abschätzung und Aushebung der bei eintretender Mobilmachung erforderlichen Pferde. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Friedberg den 24. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Es stehen noch viele mit Erledigung unserer Verfügung vom 6. d. M., Oberhessischer Anzeiger Nr. 93, zurück. Wir erinnern hier— mit an die umgehende Einsendung der geforderten Verzeichnisse bei Meidung von Wartboten. Bu Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 10. 4 d. J. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Belheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: Mittwoch den 14. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1831 geboren sind; Donnerstag den 18. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1852 geboren sindz Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Dian nt ch u ma Großherzogliche Trapp. n g. Samstag den 17. September d. J. fün diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1833 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach§. 20 der Militär-Ersatz⸗Instruction im Groß⸗ herzogthum gestellungspflichtig sind. Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in dem Locale der„Polytechnischen Schule“ dahier. Darmstadt den 20. August 1870. PrüfungsCommission für einjährig Freiwillige Gerlach. Srecker. * Heinrich Hammer von Gambach ist zum Polizeidiener dasiger Gemeinde ernannt und verpflichtet worden. Die Feldstrasen vom III. Quartal 1870 können an den be Bekanntmachung. Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir für den Landgertchtsbezirk Butzbach: Samstag den 3. September d. J., V slimmten Zahltagen Dilenstag und Donnerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. ormittags von 9—11 Uhr, im Gasthause des Herrn Joutz. Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im Interesse ibrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 15. September d. J. die Mahnung erfolgt. Friedberg den 22. August 1870. Friedberg den 24. August 1870. Bekanntmachung. Mit den Steuern pro September J. J. werden auch die Tilgungsrenten erboben. Groß herzogliches Rentamt Friedberg Lin deck. Großherzogliche Distrietseinnehmerei Friedberg Keim. Kriegs nachrichten. Offieielle militärische Nachrichten. Bar⸗le⸗Duc, 24. August, 9 Uhr Abends. Chalons ist vom Feinde geräumt, unsere Spitzen darüber hinaus. Die Armee setzt den Weitermarsch fort, Berlin, 25. August, Nachmittags. Der „Staatsanzeiger“ meldet: Das k. Hauptquartier st von Pont à Mousson nach Bar le Due ver— legt. Dem Marschall Bazaine sind Corps der ersten und zweiten Armee gegenüber geblieben; der andere Theil des deutschen Heeres tritt ent— chlossen den Vormarsch auf Paris an. Karlsruhe, 24. Aug., Vormittags. Unter dem Feuer der Feldgeschütze und der Batterien n Kehl hat sich die Infanterie in vergangener Nacht auf 1000 Schritt von der Festung Straß— vurg eingenistet und den Bahnhof ohne Verlust genommen.(Es wird dieß der Bahnhof an der Vorte d'Austerlitz sein; der Straßburger Bahn— vof ist innerhalb der Festungswerke gelegen.) Karlsruhe, 25. Aug. Gestern fand bei Straßburg den ganzen Tag über ein Artillerie- ampf statt, der sich Abends und Nachts bis heute Norgen 5 Uhr noch steigerte. Derselbe hatte uten Erfolg. Die rechte Seite der Citadelle ist ibgebrannt. In der Stadt sind Feuersbrünste wahrnehmbar. Von den Mörserbatterieen ist eine um Schweigen gebracht. Unsererseits ist kein Zerlust, dagegen ist Kehl neuerdings stark beschä— digt; es sind abermals 20 Häuser abgebrannt, andere bedeutend beschädigt. Ueber die Betheiligung der hessischen Armee— Diviston in der am 18. stattgebabten Schlacht bei Gravelotte werden nachstehende Detaile gemeldet: Die Hessen kamen Morgens gegen 7 Uhr in das Feuer und standen theilweise über 10 Stunden in demselben. Die Franzosen hatten treffliche durch Feldbefestigungswerke und die Natur sehr feste Stellungen ein, deren Wegnahme speziell unserem 3. Infanterie-Regiment, den Jägern und der Artillerie, die dem Feind durch wohl ange— brachtes Feuer enormen Schaden zugefügt, leider große Verluste gebracht. Das erste Infanterie— Regiment wurde von den Franzosen stundenlang sehr stark mit Granaten beworfen, die jedoch, da das Regiment hinter einem Bahndamm Deckung gefunden, bis auf 2 oder 3 keinen Schaden ver— ursachten. Die Franzosen schossen mit dem Chassepot auf 1500—1600 Schritte und so kommt es, daß mancher Mann verwundet wurde, der noch keinen Schuß gethan. Der Lärm, den die Mitrailleusen verursacht, war mitunter ein wahrhaft betäubender. — Weitere bezügliche Details entnehmen wir der„Wormser Ztg.“:„19. Aug., Abends 5 Uhr. Wir(Hessen) hatten vorgestern nach unserm abend— lichen Waldgefecht bei Gorce unweit der Mosel auf dem Schlachtfelde campirt, rückten Morgens in Schlachtordnung vor, bis wir beim herrlichsten Wetter um 12 Uhr einen solchen Hagel von Granaten bekamen, daß es wie Wolken über uns zog. Das Granatfeuer dauerte bis beinahe 9 Uhr und richtete große Verluste an. Schon um 4 Uhr hatten wir einen Wald besetzt in dem noch eben die Hälfte der dort Gebliebenen liegt. Abend Sturm auf die Höhen und Sieg. Rings herum brennen fünf Ortschaften— es war ein furchtbarer Kampf.“ —„20. Aug. Wir bleiben vorerst auf dem Schlachtfelde zur Cernirung der nach Metz ge— worfenen französischen Armee in Hüttenlagern liegen,— wahrscheinlich bis der Kronprinz in Paris den Frieden dictirt. Die Schlacht von vorgestern wurde von beiden Armeen in ganzer Stärke geschlagen und heißt„die Schlacht bei Verneville.“— Nach weiteren Berichten desselben Blattes aus dem„Bivouak bei Hebonville“ beträgt der Verlust des 1. Regiments außer den bereits bekannten Officieren, 242 Mann todt oder verwundet und 127 Mann vermißt(wohl zum größten Theil ebenfalls todt und verwundet). Die Leute haben sich gut gehalten. Die Ver- theidigung war eine außerordentlich hartnäckige. Unser(J.) Regiment stand Anfangs nahezu 2 Stunden im tollsten Granatfeuer und verlor da— bei viele Leute. Major v. Röder wurden zwei Pferde unter dem Leibe erschossen, die meisten be— rittenen Officiere verloren ihre Pferde. Um ½9 Uhr endigte die Schlacht, die mit colossalen Verlusten von beiden Seiten geschlagen wurde. Wir bivouakirten die Nacht unter Leichen auf dem Schlachtfelde, auf dem es grauenhaft aus- sieht. Von Franzosen weit und breit nichts mehr zu sehen.— Am 16. hatte dasselbe Regiment ein sehr hitziges Gefecht im Bois St. Arnould bei Gorce. Das Regiment griff den linken Flügel der im Treffen bei Gorce gestandenen französischen Armee in der Flanke an, unterstützt durch das 2. Regiment. Der Erfolg war, daß die fran⸗ zösische Armee ihre sebr hartnäckige Position ver⸗ ließ. General Goeben sagte für die erfolgreiche Unterstützung seinen Dank. Das Regiment ver- lor dabei etwa 100 Mann. Aus Saarbrücken theilt ein glaubwürdiger Mann, welcher als Mitglied des Sanitätscorps der großen Schlacht bei Metz vom 18. d. bei⸗ gewohnt hat, mit, daß diese Schlacht eine wahrhaft mörderische war, mit der die bisherigen gar nicht zu vergleichen seien. Von dem gegenseitigen Kugel— regen könne man sich keinen Begriff machen. Die Leichen der Franzosen lagen wie gemäht in gleich— sam reihenweisen Schichten auf dem Schlachtfeld. Am heftigsten wüthete der Kampf an der Chaussee von Metz nach Verdun, wo die Franzosen auch den hartnäckigsten Widerstand leisteten, da es sich an jener Stelle für sie darum handelte, das Centrum der deutschen Truppen zu durchbrechen, um die Verbindung mit Paris zu gewinnen. Um 9 Uhr Abends war die Schlacht, wie bekannt, zu unseren Gunsten entschieden, während der nach— trägliche durch die Verfolgung des Feindes be— dingte Kampf bis gegen 11 oder 12 Uhr sich hinzog. In Gravelotte, in dessen Nähe bekanntlich die Schlacht stattfand und in allen umliegenden Dörfern und Gehöften waren Barrikaden errichtet und die Häuser in allen Stockwerken mit Schieß- löchern versehen. In Metz war die Garnison bereits am 15. auf halbe Rationen gesetzt, man sagte, sie sei für 10,000 Mann auf 30 Tage verproviantirt. In Metz befinden sich jetzt 54,000 bürgerliche Ein- wohner, eine Armee von etwa 100,000 Mann, vielleicht 20. bis 30,000 Verwundete, zwischen 20 bis 30,000 Armeepferde, dazu noch die länd— liche Bevölkerung, die sich in großen Schaaren in die Stadt geflüchtet hat. Diese Menge kann sich kaum einige Tage aus den aufgespeicherten Vorräthen ernähren und da jede Zufuhr von Außen abgeschnitten, ein Entsatz aber nicht zu hoffen ist, so bleibt dem Marschall Bazaine nichts übrig, als mit soviel Truppen, als er durchbringen kann, sich durchzuschlagen oder, wenn dies nicht gelingt, in wenigen Tagen sich zu ergeben. Wir können daher stündlich den wichtigsten Nachrichten entgegen sehen. — Wie berichtet wird, hat sich auch das 4. Armee-Corps der Armee des Kronprinzen an— geschlossen. Dieser hat also jetzt 4 preußische Corps bei sich, somit 100 Bataillone; dazu 58 bayerische und 15 würtembergische Bataillone gerechnet, muß er jetzt mit reichlich 200,000 Mann an der Maas stehen, ist also stark genug, um sowohl jedem Angriff Mae Mahons begegnen, als auch diesen selbst aufsuchen zu können. — Daß die Verluste der Franzosen in der Schlacht von Rezonville am 18. August ganz enorm gewesen sein müssen, geht schon aus der Aussage eines neutralen Arztes hervor, der Metz an dem genannten Tage Abends 6 Uhr, also wenige Stunden vor der vollständigen Cernirung der Festung, verlassen hat. Derselbe versicheit, daß bis zu gedachter Stunde schon mehr als 12,000 verwundete Franzosen in Metz eingebracht gewesen und wegen Mangel an Räumlichkeit auf der Esplanade und auf andern Plätzen niedergelegt worden seien; auch herrsche in Metz vollständiger Mangel an Verbandzeug, Charpie ꝛc., um eine Masse Verwundeter auch nur einigermaßen pflegen zu können. Karlsruhe. Die Franzosen haben bekannt— lich die völlerrechtswidrige Art der Kriegsführung, deren sie sich zuerst bei Saarbrücken schuldig machten, bei Kehl wiederholt, indem sie auch diese unbe— festigte und offene Stadt in Brand schossen, ob— gleich die deutschen Batterien auf dem diesseitigen Ufer so angelegt sind, daß die Stadt Kehl ganz außerhalb der Schußzlinie liegt. Wenngleich die glorreichen Erfolge der deutschen Waffen die Mög— lichkeit bieten, den unglücklichen Opfern der von dem Feinde beliebten barbarischen Kriegführung gerechten Ersatz zu verschaffen, so hat sich dennoch der Commandirende des Belagerungscorps, General- lieutenant v. Werder, veranlaßt gesehen, einen Brief an den Commandanten von Straßburg zu schreiben, in welchem es heißt:„Euer Hochwohl⸗ geboren haben gegen all und jedes Völkerrecht die unbefestigte und offene Stadt Kehl ohne vor⸗ hergegangene Benachrichtigung in Brand geschossen. Eine solche Kriegführung, die unter ceivilistrten Nationen unerhört ist, muß mich veranlassen, Sie für die Folgen dieses Actes persönlich verantwort— lich zu machen. Außerdem lasse ich den verursachten Schaden abschätzen und durch Contribution im Elsaß Ersatz suchen.“ Auf General v. Werder's Schreiben antwortete General Uhrich sehr höflich, es thue ihm leid, einen Vorwand zu Beschwerden gegeben zu haben. Er habe auf Kehl aber feuern lassen, weil er diesen Ort als Festung ansehe, da dort eine Batterie stehe. Dies ist bekanntlich durchaus unrichtig, wie General v. Werder's Depesche ausdrücklich feststellt. General Uhrich schreibt seine Depeschen französisch, General v. Werder aber in deutscher Sprache. Man schreibt dem französischen General die Absicht zu, nach dem Rückzug der Franzosen den Münster zu- sammenzuschießen, um den Deutschen diese Barbarei in die Schuhe schieben zu können. Kehl, 24. August. Gestern Abend um 11 Uhr hat eine furchtbare Kanonade auf Straßburg begonnen. In der dunkeln Regennacht blitzte mehrere Stunden lang das Feuer von den Geschützen auf und Schlag auf Schlag folgte der Kanonendonner. Gegen 5 Uhr Morgens hörte man nur noch selten Schüsse fallen. Von der Süd armee, 21. Aug. Die Belagerung von Metz wird in diesen Tagen ihren Anfang nehmen. Die Vorbereitungen dazu werden in großartigem Maßstabe getroffen. Ein Deserteur von den Zuaven, ursprünglich ein Deutscher, der aber schon seit 15 Jahren in französischen Diensten steht, meinte, in Metz herrsche ein solch surchtbares Elend, und es lägen an 20,000 Verwundete aus allen Schlachten daselbst zusammengedrängt, daß sehr bald Epldemieen da⸗ selbst ausbrechen müßten; dazu sind über 80,000 Mann französischer Truppen jetzt auf engen Raum daselbst zusammengedrängt, und wenn die Festung auch für 20,000 Mann auf 3 Monate vollständig verproviantirt sein soll, so reichen die Nahrungs- mittel doch für alle diese vielen Soldaten, Blessirten und auch für die Civil⸗Bevölkerung nicht aus und der Hunger wird schon bald seine Wirkung dort thun. Es sollen ganz entsetzliche Zustände in Metz herrschen. Wenn nun erst unsere schweren Geschütze mit dazwischen feuern, so soll und muß sich die Stadt bald ergeben. Hessen. Darmstadt. Nach der„Main⸗ Zeitung“ passirte hier ein Extrazug der Main⸗ Neckar-Bahn vorüber, auf welchem sich unter anderm ein Militärwagen mit der Aufschrift befand„Generalgouverneur von Lothringen.“ In den Coupes saßen eine Anzahl höherer preußischer Offiziere und unter ihnen dem Vernehmen nach der neuernannte General⸗ gouverneur von Lothringen v. Bonin. — Erfreulicherweise bestätigt es sich nicht, daß, wie gemeldet, Oberst Zwenger seiner Wunde erlegen sei. Nach einem hier einge⸗ troffenen Schreiben von dessen Brigade-Com— mandeur befindet sich der betreffende Offizier, der nicht schwer verwundet ist, auf dem Wege der Besserung. Büdingen. Von hier wird als verbürgte erfreuliche Thatsache gemeldet, daß eine unter den ca. 200 Tunnelarbeitern zu Effolderbach und Büdingen(Südtyroler, Venetianer und Piemon- tesen) dieser Tage veranstaltete Sammlung zu Gunsten unserer Verwundeten ꝛc. die ansehnliche Summe von fl. 1000(tausend Gulden) einbrachte. Mainz. Am Abend des 23. und 24. kamen abermals zwei bedeutende Transporte Verwundeter aus den Kämpfen bei Metz hier durch, um über Frankfurt weiter geführt zu werden. Bei dem ersten Transporte befanden sich gegen 400 französische Gefangene mit 53 Offizieren, darunter der General Plompin und mehrere Stabsoffiziere. Man brachte diese in einen Gasthof, jene auf die Citadelle. Die Verwundeten waren der Mehrzahl nach Preußen, die Uebrigen Franzosen, Sachsen und Hessen. kommt nochmals in einem Artikel auf die ab— solute Mißachtung der Genfer Convention Seitens der Franzosen zurück, sowie auf deren völkerrechtswidriges Verhalten gegen Parla— mentäre. Der Artikel schließt mit den Worten: „Um der Ehre der deutschen Heere, um des deutschen Volkes Willen, rufen wir Europa zum Zeugen dieser barbarischen Kriegsführung auf! Unseren Feinden ist in Algerien, China und Mexico die Kenntniß und Beachtung der Forde— rungen gesitteter Völker abhanden gekommen.“ — Der bei Wörth erbeutete französische Adler ist hier eingetroffen und durch einen Offizier und einen Unteroffizier vom hessichen Füsilier⸗Regiment Nr. 80 nach dem königlichen Schlosse gebracht worden. Ein zahlreiches Publikum hatte den Wagen, in welchem sich beide, der Unteroffizier die Stange mit dem Adler haltend, befanden, und welchem 2 Schutz leute voraufritten, umringt und geleitete den— selben unter stürmischen Hurrahrufen durch das Brandenburger Thor die Linden entlang. Der Offizier sowohl, wie der Unteroffizier waren reich bekränzt. Elberfeld. Die„Elberf. Ztg.“ meldet: „Ein Unterbeamter der bergisch-märkischen Eisenbahn, der sich mit seiner Familie mit knapper Noth ernährt, hat am vergangenen Sonntag drei Verwundete aufgenommen. Er hat denselben seine Betten zur Verfügung ge— stellt und selbst mit Frau und Kindern auf Stroh seine Lagerstätte aufgeschlagen. Er wurde zu dieser edlen That bewogen, weil bei der späten Ankunft der Verwundeten am Sonn— tag Abend sich keine Lagerstätte für die drei armen Verwundeten fand, welche er für an— gemessen hielt.“ Würtemberg. Stuttgart. Die Nach⸗ richt von der Capitulation Pfalzburgs ist un⸗ bestätigt geblieben. Dieselbe ging dem Kriegs— ministerium durch eine in Saarburg aufgegebene Depesche eines Postdirektors zu, und der „Würtemb. Staatsanz.“ sagt, es sei ihm„bis zur Stunde“ eine officielle Bestätigung der Capitulation noch nicht zugekommen. Oesterreich. Wien. Die„Abendpost“ dementirt die Nachricht, der österreichische Gesandte am russischen Hofe begebe sich in diplomatischer Sendung nach Berlin und werde auch in das deutsche Hauptquartier gehen. Eine Reise des Grafen Chotek sei weder beschlossen, noch in Aus- sicht genommen. Dasselbe Blatt dementirt wieder⸗ holt die Gerüchte von Rüstungen. — 22. Aug. Die„N. fr. Pr.“ bringt die Trauerkunde von dem gestern nach kurzem Leiden erfolgten Hingange des aus den vierziger Jahren bekannten deutschen Patrioten und Führers der republikanischen Partei in Baden Gustab Struve. Derselbe war am 11. October 1805 zu Lievland geboren, studirte in Deutschland die Rechte, schlug anfangs die diplomatische Laufbahn ein, ging jedoch bald wieder davon ab, und ließ sich in Mannheim als Advokat nieder, wo er sich weniger mit Prozessen als mit Politik, Naturphilosophie und namentlich auch mit Phrenologie beschäftigte. Seine hervorragende Betheiligung bei den poli⸗ tischen Ereignisse der Jahre 1846—1849 darf als bekannt angenommen werden. Frankreich. Paris, 24. August. Gesetz⸗ gebender Körper. Die Regierung bringt einen Gesetzentwurs ein, wonach alle ehemaligen Soldaten zwischen dem 25. und 35. Jahre, verheirathet oder nicht, ferner alle ehemaligen Offiziere bis zum 60., alle tauglichen Generale bis zum 70. Jahre einberufen werden. Die Dringlichkeit wird angenommen. Die Jnitiativ⸗ Commisston schlägt die Verwerfung des Antrags Ferry, betreffs Aufhebung des Waffengesetzes vor. Preußen. Berlin. Der„Staatsanz.“ igen ella in d doch theil. daß, lasse die G erklaͤ rin E lich! hat. des edit Neuß trage werd, ——— e getheil eig d größten lee 0 1 * 0 1 A2 Palikao kündigt an, daß die Regierung gestern 40,000 Gewehre in England angekauft habe.(11!) Ablieferungstermin in 3 und 8 Tagen. Pelletan schlägt vor, aus allen mit Jagdscheinen versehenen Jägern Freicorps zu bilden. Der Minister des Innern erklärt, die Bildung von Freicorps sei gestattet. Die mit Erlaubnißscheinen des Kriegs- ministers versehenen Freicorps seien als Soldaten zu behandeln. Thiers schlägt Namens der Com- mission vor, den Antrag Keratry's zu verwerfen, da ein Einverständniß mit der Regierung nicht zu erzielen sei. Der Kriegsminister erklärt, um seine Versöhnlichktit zu beweisen und der Kammer hierdurch einen Beweis seines Vertrauens zu geben, wolle er mit der Ernennung von drei Deputirten zu Mitgliedern des Verthtidigungs- Comites ein- verstanden sein. Keratry vertheidigt seinen Antrag. Duvernois antwortet. Jules Favre sagt darauf: Die Unglücksfälle des Landes rühren von der verhängnißvollen Leitung her, welcher es unter⸗ worfen war. Die Kammer muß sich darüber aus- sprechen, ob das Land für die Aufrechterhaltung der Dynastie kämpfen soll.(Widerspruch, Tumult.) Buffet sagt, es gebe jetzt nur eine Frage, um die es sich handle, nämlich die, den Fremden zu ver— jagen.(Beifall.) Der Schluß der Discussion wird hierauf mit 210 gegen 55 Stimmen be— schlossen. Der Antrag Keratry wird mit 206 gegen 41 Stimmen verworfen. Gambetta ver- langt Nachrichten über den Kampf am 18. d., sowie über die Position und die Streitkräfte der Preußen. Der Minister des Innern, Chevreau, erwiedert, Bazaine sei zu sehr beschäftigt, er habe noch keinen Bericht geschickt. Der Minister fügt hinzu, daß kein Telegramm vorliege, welches heute irgend ein Engagement signalisire. Der Minister erklätt weiter: Preußische Plänkler sind wirklich in den Departements Marne und Aube signalisirt, doch kann er in dieser Hinsicht keine nähere Mit- theilung machen. Der Minister bemerkt schließlich, daß, wenn die französischen Truppen Chalons ver— lassen sollten, dies zu dem Zwecke geschehen würde, die allgemeine Vertheidigung des Landes zu sichern. Großbritannien. London. Die„Times“ erklärt, daß ein Briefwechsel zwischen der Kaise— win Eugenie und der Königin Victoria bezüg⸗ lich der Friedens vermittlung nicht stattgefunden shat. Die angeblichen Meinungsäußerungen des englischen Cabinets bezüglich der Friedens⸗ chedingungen seien unwahr; die angebliche Aeußerung Gladstones, England müsse Sorge tragen, daß der Exoberer nicht allzu mächtig werde, sei ebenfalls unwahr. Frankfurt. Hiesige Blätter bringen nachstehend Mittheilungen: Von einem Augenzeugen wird uns mit⸗ getheilt, daß bei einem der letzten Gesangenen-Transporte in Turcos⸗Offizier von seinen braunen Collegen mit der größten Aufmerksamkeit behandelt worden sei, es habe Hiese aber weniger dem militärischen Rang, als vielmehr zer hohen Geburt des braunen Herrn gegolten, welcher er Abkömmling(Sohn oder Enkel) eines großen Wüsten⸗ chelks sein soll. Der braune Prinz hatte eine sehr feine Uniform und einen mächtigen Brillantring am Finger, ber bisher noch nicht die Bekanntschaft eines Hemdes emacht; er soll direct von Afrika in das franzbsische Deer eingereiht und gefangen worden sein.— Am 23. Abends ging ein Extrazug von hier nach dem Kriegs— Tauplatz. Derselbe beförderte eine große Anzahl Mitglieder ses hiesigen Sanitätscorps, noch eine große Masse Ver— andzeug, Instrumente und 150 Betten. Eine weitere gestimmung des Zuges ist, auf dem Schlachtfelde selbst ie Verwundeten aufzunehmen und sie nach Anlegung es Verbandes direct nach Frankfurt zu führen, woselbst e in Pflege genommen werden. Es ging auf dem geckar-⸗Bahnhof bunt zu. Ein vollständiges Sprach- und Dialectengewirr herrschte dort allenthalben: hier hörte man ranzösisch, dort Hochdeutsch, nebenan gutes Frankfurter Deutsch, dann wieder Englisch, auch etwas Otientalisch. zug auf Zug dampfte theils mit verwundeten Deuischen Sachsen 31 Waggons, Bayern 4 Waggons, Preußen 20 Waggons), theils mit Franzosen(16 Waggons) in den wäre und mindestens die vorhandenen Laternen Bahnbof. Der größte Theil fubr die Nacht wieder fort. Die Franzosen und etwa 120 Preußen blieben jedoch hier in der Güterhalle über Nacht. Gegen Morgen kamen 400 unverwundet gefangene Franzosen mit 53 Osstzieren auf dem Weg nach Magdeburg vorbei. Alle Verwundete, welche die Strapatzen der Weiterreise nicht vertragen konnten, kamen in das biesige Lazareth. Düsseldorf. Zur Charakteristik französischer leicht verwundeter Gefangenen wird der„Köln. Z.“ Folgendes mitgetheilt:„Nachdem am Donnerstag ein Transport von ca. 40 gefangenen, leicht verwundeten Soldaten aller Waffengattungen mit größter Sorgfalt in der Caserne des niederrheinischen Füsillerregiments Nr. 39 zu Düssel⸗ dorf verbunden war, wurde sämmtlichen Gefangenen eine kräftige Suppe verabfolgt. Vor der Weiterbeförderung nach Magdeburg meldete mir der betreffende Revier-Inspector, daß im Speisesaale 17 Löffel verschwunden seien. Sofort forderte ich von den eben in Reih und Glied angettetenen Franzosen nachdrücklich die gestohlenen Löffel zurück, erhielt dieselden aber erst ausgeliefert, als ich drohte, sämmtliche Mannschasten visittren und die Diebe erschießen zu lassen. Die neu verzinnten Löffel waren möglichers Weise für silberne gehalten worden. Marcard, Major a. D.“ Friedberg. Seit zwei Tagen ist der Bahnverkehr wieder ein sehr belebter geworden, indem einerseits wiederholt starke Transporte Ver- wundeter, die vom Kriegsschauplatze kommen, und andererseits große Massen dorthin gehender Ersatz— mannschaften hier durchpassiren Auch diesen sind nach Möglichkeit Erfrischungen verabreicht, bier⸗ durch aber die hierzu noch vorhanden gewesenen Vorräthe fast ganz aufgebraucht worden, so daß unseren Landgemeinden in Nähe und Ferne wieder Gelegenheit geboten ist, ihre bewährte Opferwillig- keit aufs Neue zu bethätigen, und die zur Er— quickung der vorbeiziehenden Vaterlandsvertheidiger im hiesigen Bahnhose errichteten Anstalten mit frischen Vorräthen zu versehen. Aber auch unsere Bahnverwaltung dürfte diesen Anstalten etwas förderlicher entgegen kommen, als geschieht; nament— lich wäre höchst nöthig, daß bei diesem übeln Wetter die Beleuchtung im Bahnhof eine bessere auch angezündet und deren Zahl noch vermehrt würde, indem bei Nacht der Weg bis an den Viadukt ein wahrhaft halsbrechender ist.— Hier wird am unrechten Ort gespart! — 9 9331 Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Seit gestern kommen wieder Militärzüge von Norden, hauptsächlich aber Verwundete vom Kriegsschauplatze retour. Züge oft mit 700 bis 1000 Mann. Die Leute müssen hier verbunden, gespeist und getränkt werden. Un— sere Vorräthe sind dadurch rascher alle gewor— den, als wir dachten und wir müssen deßhalb bitten uns schleunigst wieder mit Vorräthen zu versehen. Brod, Eier, Fleisch, Wein, das sind die Sachen, die wir für Verwundete nöthig haben; Brod, Kaffee, Branntwein, Apfelwein brauchen wir fuͤr die nach Frankreich gehenden Truppen. Kartoffeln bitten wir vorerst nicht zu schicken, da sich dieselben noch nicht gut aufheben lassen. (Wir werden uns später erlauben einen Aufruf wegen Zusendung von Kartoffeln an die darbenden Gemeinden auf dem Kriegsschau— platze zu erlassen.) Gewiß gibt Jeder gerne, wenn er bedenkt, daß auch er einen Sohn, Bruder, Berwandten oder Freund bei den Verwundeten baben kann. Die Spenden werden wie seither im Bahnhöfe von Mitgliedern des Comités gerne in Empfang ge— nommen.— Friedberg den 26. August 1870. Das Comité fuͤr die Erfrischung der durchpassirenden Krieger. Aufruf. Es ist bereits Mangel an Binden, Com⸗ pressen und Charpie eingetreten, bitten des— halb dringend um schleunigste Hülfe von Allen, denen es möglich ist. Friedberg den 26. August 1870. Das Comite für verwundete und erkrankte Soldaten. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten sind weiter ein— gegangen und werden dankbar quittirt: kr. durch Herrn Pfarrer Fuchs aus der Gemeinde Langenhaln und Ziegenberg als 2. Sendung 38 15 von Herrn Oeconom Buff in Nieder-⸗Wöllstabt 1 10 von Herrn E. Schneider gesammelt in einer Gesellschaft in Sodel 8 von Herrn J. H. in F. 15— aus der Turnhalle: von C. 25— von Herrn Pachter Alles in Florstadt 1 10 von Herrn Dr. H. 3 30 Ungenannt 10— Ungenannt— gefunden von E. Rühl— 26 von Herrn Fst. H. 3 30 von Herten Decan Blumhof in Melbach vom zweiten Sonntag Kirchengpfer 10 44 ¼— durch Herrn Regierungsrith Trapp von einigen Missionsfreunden in Gambach 5 von Elisabetha Döringer aus dem Pfarrhause in Södel 1 von Elise Br. in Frankfurt 6 von St. zur Anschaffung von Wein 5 durch Herrn Pfarrer Urich in Beienheim aus dem zweiten Abendsgottesdienste 6 durch Herrn Pfarrer Müller aus den Wochen⸗ beiträgen in Nieder-Rosbach monatliche Beiträge von Friedberg 7 aus der Collecte Friedbergs 2 82 f 185 50% bereits bescheinigte Beträge 2907 39 zusammen 3093 29½ An Materialien gingen ein: aus dem Institut Werner 8 Paar neue Unterhosen, Charpie, 1 Flasche Wein, durch Herrn Bürgermeister Keil in Melbach 9 Säcke Kartoffeln, 2 Körbe Gelberüben, 1 Korb Zwiebeln, 1 Korb Würsing und Kohlraben, 1 Korb Bohnen, Dörrobst, 1 Topf Birn⸗ saft, durch Frau Decan Blumhof in Melbach weitere Sen⸗ dung 36 Hemden, 9 Betttücher, 15 Paar Strümpfe, 3 Ueberzüge, 5 Armschlingen, 4 Taschentücher, 1 Unterjäckchen, von Herrn Pachter Hill in Fauerbach 2 Betttücher, 4 Hem⸗ den, 2 Säcke Kartoffeln und Döoͤrrobst, durch Herrn Bür⸗ germeister Schultheiß in Steinfurth circa 700 Eier, 15 Pfund Butter, von Herrn Korndörfer in Ossenheimer Wäldchen 20 Maaß Wein, durch Herrn Pfarrer Müller in Nieder-Rosbach dritte Sendung 17 Hemden, 4 Hand⸗ tücher, 3 Spreusäckchen 1½ Betttuch, 27 Compressen, 11 Binden, 2 ũ Pfund Charpie, 5 Pfund getrocknete Mira⸗ bellen. Viele und manigfaltige Gaben von den Bewohnern Friedbergs. Indem wir hierfür unsern Dank aussprechen, bitten wir zugleich um fernere Liebesgaben, namentlich um Wein, Seife, Siearinlichter, Cigarren, Zucker, ungebrannten Kaffee und sonstige haltbare Lebensmittel. Abgabe täglich von 2 bis 4 Uhr im Frohsinnslocale im Hertlein'schen Hause. Außer dieser Zeit können von auswärligen Gebern Gaben an den Rechner des Vereins abgegeben werden. Friedberg den 25. August 1870. Für das Comits: J. Huber, Rechner. Ueber alle Gegenstände, die gegen Zahlung in das Lazareth Turnhalle geliefert werden, müssen die Rechnungen woͤchentlich längstens jeden Samstag Mittag 2 bis 4 Uhr in unserem Magazin, Frohsinn's Lokal, Härtlein'schen Hause, eine Stiege hoch, abgegeben werden. Für die Verwaltung Er mu s.“ 050 Der Unterzeichnete bat sich selt dem 14. d. M. ahter als practischer Arzt niedergelassen. Relchelsbeim i d. W., 17. August 1870 Dr. med. Ludwig Schäfer. 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Vergebung von Arbeiten. 2078 Die zur Regulirung der Usa in der Gemarkung Nieder Mörlen, hier des linken Ufers von Profil Za bis 133(Länge 53 Klafter) erforderlichen Arbeiten voranschlagt 1) Herstellung des Bettes und Dammes nebst dessen Befestigung mit Rasen und Flechtwerken 209 fl. 36 kr.; 2) Derstellung von circa 23[◻JKlafter Rollpflafster 3) Lieferung von 2 Cubik⸗Klafter Vruch⸗ steinen aus dem Bruch beim Keller 67 fl.— kr., sollen bis Montag den 29. Auguft J. J., Nachmittags 2 Uhr, an den Wenigstnehmenden in dem Locale der unterzeichneten Bürgermeisterei öffentlich unter den vor der Verstelgerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen vergeben werden. Nierder-Mörlen den 24. August 1870. Groß herzogliche W 2 Nieder⸗Mörlen ö b s. 41 fl. 24 fr.; Kriegsnummern der Gartenlaube. Die Nr. 34 bringt folgende Beiträge: Die Thurm— schwalbe Erzählung von Levin Schückin.(Forts)— Im Lager unserer Heere. Von A. von Corvin. dorf.— Der Schutz unserer deutschen Küsten. Erster Brief.— Die Pferdeaus hebung in Düsseldorf. Nach der Natur aufgenommen von Chr. Sell in Düssel Von M. Merkwürdige Prophezeihung vom Welt- kriege und Weltuntergange 1870. Aus einem alten Klosterarchive des Pater Josephus. Preis 4 kr. Des alten Pfarrers zu Ueustadt Prophe- zeihung auf das Jahr 1870 und das Ende der Napoldconischen Herrschaft. Preis 4 kr. Vorrätbig bei Bindernagel& Schimpff in Frledberg und Nauheim. Illustrirte Kriegschronik Nr. 4.— Preis 9 kr. Die Wacht am Uhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zwethändig Preis 11 kr., vierhändig Preis 14 kr. 5 1 Bel Bindernagel& Schimpff in Frtevberg 0 und Nauheim ist zu haben: J 100 1 Wacht am Rhein! Germania. 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. Preis 21 kr. Für Pianoforte allein 18 kr. Neu e st e Frankfurter Latern. Preis: 6 kr. Lehrerconferenz. ection Ockstadt. 2077 Donnerstag den 1. September. Kische Obergährhest, 2068 für deren Güte garantirt wird per Schoppen 12 k., bel G. Philippi. 2073 Von vielen Seiten wurde der Wunsch ausge: sprochen unsere Herren Geistlichen zu bitten, die seslt Ausbruch des Krieges gehaltenen Predigten, die für jeden guten Deutschen erhebend, ermuthigend und so sehr trofl⸗ reich find, im Druck erscheinen zu lassen. Gleichzeitig wurde der Wuypsch geäußert, wem moglich, den Werktags abzuhaltenden Gottesdtenst anstatt Vormittags auf spat Nachmittags etwa von 6 bis 7 Uht zu verlegen, damit die durch ihren Beruf abgehaltenen Männer sich mehr betheiligen können. Mehrere Bürger. 1267 Nach der Composition des Kgl. Geh. Hof⸗ rathes und Professors der Mediein Dr. Harleß gefertigt, haben sich die Stollwer ck'schen Brust⸗ Bonbons seit 30 Jahren heilend und erleichternd bei Husten, Heiserkeit, Luftröhren-, Kehlkopf und chronischen Lungencatarrhen be⸗ währt. 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Gottesdienst in der Burgkirche Vormittags: Herr Candidat Völsing. Nachmittags: fällt aus. Katholische Gemeinde. Samstag um 5 Uhr Nachmittags Beichte. 12. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags: 8 Uhr Hochamt und Predigt. N Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Andacht. Beginn des Gottesdienstes an den Wochen tagen Mol- gens 6½ Uhr. — Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpß, * 65 W 5 0 kenn für * unit Rhein dronik Later. fladt tube: gähches et SSt 8. Pbilippi 1 en gd ttuf adgthalltntt! 1 tte Bürger. ere g - Hunleul, 4 0 1 3 J m ae. n de Gossen 1 Suben e — ä——— Ertra-Geilage. Hberhe sischer Anze ige r. 101. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben folgenden Tagesbefehl an die im Felde stehenden hessischen Truppen erlassen Tages befehl. Friedberg den 25. August 1870. Soldaten! Euer ruhmwücdiges Verhalten in den siegreichen Schlachten am 16. und 18. August hat die allgemeine Aner- kennung Eurer Führer gefunden und den Namen der hessischen Truppen mit neuen Ehren bedeckt. haben den Sieg mit ihrem Blute erkauft. für die Ihr zu kämpfen berufen seid. Möge die Erinnerung an sie Euch zu neuen Thaten aneifern Viele unserer wackeren Kameraden — würdig der großen Sache, Ich danke Euch für Cure Tapferkeit und opferwillige Hingebung und bin überzeugt, daß auch fernerhin Eure Leistungen sich ebenbürtig denen der bewährten Truppen unserer deutschen Mitstreiter anreihen werden, Gott segne unsere Waffen! Ludwig. Mundolsheim, 26. Aug., 9 Uhr Morgens. Seit dem 23. Abends wird die Stadt und Festung Straßburg von Kehl mit Belagerungsgeschützen beschossen und zwar von der Südfronte des Nachts mit Feld— artillerie, von der Nordfronte seit dem 24. früh mit Belagerungsgeschützen. Die Vor— posten stehen 5— 800 Schritte von der FJestung. Der Schaden in Straßburg ist bedeutend. Kleinere Pulvermagazine sind in die Luft geflogen. Die Citadelle, die Ma— gazine und eine große Anzahl Gebäude stehen in Flammen. Die Verluste diesseits sind sehr gering. v. Werder. Kriegs nachrichten. Darmstadt. Der„Darmst. Ztg.“ entnehmen wir folgenden Artikel: Wie bereits erwähnt, war es der Großherzoglichen Diviston vergönnt, so— wohl am 16. d., bei dem großartigen strategischen Zug des Prinzen Friedrich Carl, wodurch Mar— schall Bazaine in seiner Rückzugslinie überholt und von der übrigen französischen Armee abge— schnitten wurde, Verwendung zu finden, als auch bei der Entscheidungsschlacht am 18. d. eine ebenso schwierige als wichtige Position einzunehmen und, wenn auch mit schweren Opfern, ruhmvollst zu behaupten. Ueber beide Tage können wir nach— stehendes Nähere berichten: Am 15. d. hatte die Diviston von Dorf und Schloß Mercy⸗le-Haut, beide von ihren Bewohnern verlassen und beinahe gäuzlich zerstört, die Festung Metz zu beobachten. Obgleich nicht viel mehr als eine Stunde von der Festung entfernt, wurde die Division durch keinen Schuß belästigt. Um 6 Uhr Abends kam der Befehl ein, nach dem etwa 1½ Wegstunden südlich gelegenen Cherisey zu marschiren und daselbst für die Nacht Bivouak zu beziehen. Der Divisions-Commandeur, Prinz Ludwig, fand für die Nacht ein Unterkommen im Schlosse daselbst. Nachdem der Prinz am Morgen des 16. zum Corpscommandanten General von Manstein berufen, gab er bei seiner Rückkehr Befehl zur Ueberschreitung der Seille, indem er den einen Theil der Division über Pournoys la- Grasse und Verny, den andern über Pommerieux nach den beiden von unsern Pionnieren bei Coin und Sillegny geschlagenen Brücken dirigirte. Von hier aus marschirte die Division nordöstlich über Fey nach der Mosel und erreichte dieselbe bei Corny. Schon in der Nähe von Fey war Kanonen— donner vernehmbar, der sich bei Corny bedeutend verstärkte. Nachdem die Truppen etwas gerastet, wurde Befehl zur Ueberschreitung der Mosel gegeben.„Haltet Euch brav! Macht dem alten Namen Ehre!“ rief der Prinz seinen Leuten zu. Und munter eilten die Truppen vorwärts, trotz Hitze und trotz des bellenden Magens, der bei der kurzen Rast leer ausgegangen war. Auf dem jenseitigen Ufer angelangt, wandte man sich nach dem wenige Minuten südwärts gelegenen Noveant, geschickt, als Befehl zum Vormarsch kam. ö ziebenden Chaussee Gore zu erreichen. In Gorte stieß man bereits auf die ersten preußischen Ver— wundeten aus dem Kampfe des Tages. Vor dem Städtchen wurde der Division die Aufgabe, den Feind in seiner linken Flanke anzugreifen. Die Colonnen bogen rechts von der Chaussee in den Wald ab, den man nur von kleiner Ausdehnung glaubte, der jedoch 17½ Stunden lang sich hinzog (bois des Ognons). Die Vorhut wurde durch das 1. Infanterie-Regiment und eine Batterie gebildet, hierauf folgte der Stab und nach ihm die übrige Division. Den Batterien Hofmann und Frank war es noch vergönnt, bei Gorce in das Gefecht mit bestem Erfolge einzugreifen. Hauptmann Hofmann erhielt hier, wie am 18. das Pferd unter dem Leibe erschossen. Beiden Batterien wurde am folgenden Tage von den Waffenbrüdern das größte Lob gespendet. Die Infanterie zog inzwischen auf schmaler Schneise durch den Wald, an dessen Ausgang sie mit einem Kugelregen überschüttet wurde, ohne die durch Bäume gedeckten Franzosen zu sehen. General v. Manstein befand sich selbst mit dem Prinzen bei der Vorhut. Die Truppen gingen mit Hurrah voran, ohne jedoch auf den Feind zu stoßen. Er war, wie am folgenden Tage sich zeigte, durch eine breite Schlucht von uns getrennt. Da es inzwischen dunkel geworden, befahl General von Manstein, das Gefecht abzubrechen. Wir zählten 6 Todte und 40 Verwundete, meistens vom 1. und 2. Infanterie- Regiment, darunter den Lieu- tenant Kraus, dem die rechte Hand durchschossen war. Wir behielten den Wald besetzt und bivoua— kirten auf einem freien Platze. Weit und breit war nichts zu haben; einen Brunnen hatte ein Offizier aus dem Stabe des Prinzen entdeckt; nur den lechzenden Verwundeten konnte Wasser gereicht werden. Die Nacht war schön, doch bitter kalt; kein Feuer brannte, und auch den Offizieren ging, da Bagage und Handpferde zurückgeblieben, jede Bequemlichkeit ab. Am 17. früh um 5 Uhr erfolgte der Auf— bruch. Wieder ging es auf schmalem Pfad vor— wärts durch den Wald. Der Weg führte bald über das Schlachtfeld des vorigen Tages; hunderte von Todten, Freund und Feind, deckten die Wahl— statt. getragen. Wiederholt sah man unsere Prinzen einem Schmachtenden sich nähern, um ihm die Feldflasche zu reichen. Lange Heersäulen der preußischen Brüder zogen an uns vorüber; stumm war der Gruß; und doch wie beredt waren die gewechselten Blicke! welcher Erust beherrschte jeden, welche Entschlossenheit, welcher Siegesmuth erglänzte aus aller Augen! Bei Flavigny südlich der Straße von Rezonville nach Mars-la-Tour, zunächst Vionville, bezogen wir Bivouaks. Am 18. war die Division bereits um 5 Uhr Morgens zum Abmarsch bereit, der um 7 Uhr erfolgte. Nach 8 Uhr standen wir bei Cautre, einem Gehöfte an der Straße von Gravelotte nach Doncourt, etwa in der Mitte zwischen beiden Orten. Eben hatten wir uns zum Abkochen an— Das um in Eilmärschen auf der im Thal nordwestlich Wasser, was wir mühsam zusammengeschleppt, Verwundete wurden immer noch hinweg mußte ausgeschüttet werden. Die Cavalerie ging zur Aufklärung des Terrains der Division weit voraus. Um 12 Uhr batten wir, zwei Stunden nordöstlich, hinter dem Walde bei Amanvillers in der Gefechtslinie Stellung genommen. Unser IX. Corps bildete den linken Flügel des Centrums; nördlich stauden uns zunächst die preußischen Gar den und zu äußerst das XII.(königlich sächsische) Corps, südlich das VIII., VII. und II. Corps. In der Reserve auf der Pariser Straße das III. und X. Corps. Der Feind batte auf den gegen— überliegenden, im Halbkreis sich hinziehenden Höhen in drei Etagen Stellung genommen und seine günstige Position durch Schützengräben verstärkt. Den Garden und Sachsen war die Aufgabe ge— worden, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen; wir hatten das Centrum zu halten. Dem beftigsten Kreuzfeuer der feindlichen Artillerie war diese Stel— lung ausgesetzt. Das erste Infanterie-Regiment machte eine Vorwärtsbewegung, um zum Bajonnet⸗ angriff gegen den Feind überzugehen. An der neuen, noch unvollendeten Bahnlinie Metz-Verdun angelangt, glaubte es im Schutze des steilen Bahn⸗ dammes einen Augenblick rasten zu können, als es plötzlich von den gegenüberliegenden Höhen aus durch den Feind in der Flanke beschossen wurde und schwere Verluste erlitt. Doch das Regiment ging über den Damm vorwärts und besetzte noch ein jenseits gelegenes Haus. Unsere brave Artil⸗ lerie hatte an einer Waldecke Posto gefaßt und ließ keinen Gruß des Feindes unerwiedert, wobei sie des besten Erfolges sich rühmen konnte. Furcht- bar war der Kanonendonner. 3695 Schuß wur- den allein von den hessischen Batterien gethan. Weit vorgeschoben stand unsere reitende Batterie; ihr Chef, Hauptmann v. Schäffer, ward verwundet und aus dem Gefecht getragen; Ober- Lieutenant v. Grolman übernimmt das Commando und schickt den Lieutenant Draudt nach rückwärts, um Deckung durch Infanterie zu verlangen. Als der Lieutenant zurückkehrt, liegt v. Grolman mit zerschmettertem Schädel am Boden. 4 Geschütze sind demontirt und nur noch 8 Mann unversehrt, mit denen der Lieutenant die beiden übrigen Geschütze aus dem Gefechte zurückführt. In der 5. Batterie bat Lieutenant Kehrer drei Contustonen an einem Bein; da fällt der Chef, Hauptmann Ronstadt.„Der Lieutenant arbeitet sich wieder mühsam aufs Pferd und führt noch 6 Stunden lang das Commando. Und von jeder Batterie ließe sich Rühmliches be— richten. Alle Offiziere der Artillerie sollen zu Orvensdecorationen vorgeschlagen sein. Endlich ist es dem linken Flügel gelungen, den Feind zu um gehen. Die Garden greifen um 5, die Sachsen um 6 Uhr in das Gefecht ein. Allgemeiner Vor- marsch. Die Franzosen werden auf allen Puncten zurückgedrängt.— Um 8 ½ Uhr endet der beiße Tag bei Metz, in welchem die hessische Dipision seit 12 Uhr im Feuer gestanden. Des Abends wurde in der Nähe des Schlachtfeldes Bivouak bezogen. Auf allen Bauernhöfen rückwärts webt die Fahne mit dem rothen Kreuz in weißem Felde. Alles liegt voll von Verwundeten. Unermüdlich sind die Aerzte in Hülfeleistung, nachdem sie schon während des Tags manchen Blessirten inmitten der feindlichen Kugeln verbunden. Doch mancher Land brachten durch die Hervorrufung dieses treue Kamerad sollte nicht mehr die Sonne des Krieges! N folgenden Morgens begrüßen und hauchte in dern Altbreisach, 25. Aug. Diesen Vormittag Nacht die fromme Kriegerseele aus. In der Nähe haben zwei bis drei Bataillone französische In⸗ des Waldes wurden sie zur Rube gebettet, und fanterie die Festung Neubreisach verlassen, um ein heiliger Schauer überkam die Gesundgebliebenen, nordwärts zu marschiren. r der Choralgesang ins aden beg 1 G lan beet 9 2 2 wie es vielleicht noch ohne Beispiel dasteht. a Denn e be hl de U. 18 fe ene def lest, fe een lien feier i eee erlitten. Am 21. wurde die Division in die Reserve Gelegenheit haben; sie werden, wie biiichet wird, gestellt und batte bei St. Marie, unweit Coinville, mit Sprenggeschosfen von einer bis dahin unbe: auf der Straße nach Briey, Bivouak bezogen. kannten Füllung überschüttet werden, gegen welche Ein Tagesbefehl des Armeecommandanten lautet: die Bomben und Granaten älteren Datums als „Ich spreche dem Corps meine volle Anerkennung barmlose Knallbonbons gelten können.“ aus. Ihm ward eine schwere de zu 1 es bat sie mit Ehren gelöst. Einem überlegenen? einde 7 n gegenüber hat das Corps lange Stunden im Kampfe Hessen. Friedberg, 27. Aug. Gestern gestanden. Sein zähes Aushalten, sein energisches Abend traf von Gießen die betrübende Nachricht Vorgehen im letzten Moment der Schlacht haben d, daß der dort befindliche, schwer verwundete zum Sieg entscheidend beigetragen. Dem helden- Oberlieutenant Kißner vom 2. Juf.-Regt. seinen müthigen Verhalten der Artillerie, welcher an dem Wunden erlegen ist.— Als ein schöner Beweis Erfolg des Tages ein hervorragender Theil ge— von Treue und Anhänglichkeit an die Person bührt, zolle ich meine vollste besondere Anerkennung. unseres geliebten Landesfürsten wird uns mitge- Verneville den v. Manstein. getheilt, daß das 2. Inf.⸗Rgt. am 25. d. aus So bal sich der Zuruf des Fübrers beim dem Vivouak Piervillers ein Gratulations- 1 8 5 5 Telegramm an S. K. H. den Großherzog ein⸗ Uebergang über die Mosel auf's vollste bewahr⸗ 2. 5 1 heitet, und die Hessen haben die alte Tapferkeit sandte.— Nachträglich haben wir noch zuzufügen, 5 z f daß eine Gratulations-Depesche der ganzen Division, auf's b bewährt. Jeder stand b so ferner durch Störungen des Telegraphen verspätet, heute auf seinem Posten ein, als er die Söhne seines ch b 90 il In N„e Fürstenhauses, die Prinzen Ludwig und Wilhelm, 110 135 w 1 5 Sab Guce alle Strapazen mit den Truppen gemeinsam tragen 0 r 7 ron 11 5 D 5 une — und vieles, fast alles wurde entbehrt, selbst Wee deen 0 ain ein 8 f i bracht, wo ihn die pflegenden das Wasser fehlte während drei Tagen— und Privatwohnung rerachg f sich— 1 5 anerschrocken Mee seh. Hände der herbeigeeilten Mutter und Schwester Wiederholt kamen Verwundungen in der Nähe erwarteten.—. Ein Theil den Ersatzmannschaften der Prinzen vor. unserer hessischen Division ist gestern in voll⸗ Zweibrücken, 24. Aug. Gestern Morgen kommenster Ausrüstung nach dem Kriegsschauplatze a 5 i abmarschirt. um 4 Uhr hat die Beschießung von Bitsch l. 2 durch die bayerischen Truppen begonnen. Fünf Gießen. Ein Correspondent der„Köln. Verwundete, worunter Lieutenant Beck von Nürn- Ztg. berichtet, daß deutsche Truppen in den berg, sind bereits hier eingetroffen. lothringischen Orten Falkenberg und Remilly Karlsruhe, 25. Aug. Ein amtlicher Bericht stark gehaust und sogar ein wenig geplündert der„Karlsr. Ztg.“ lautet:„Von dem Belagerungs⸗ haben.„Es waren— schreibt der Correspondent corps vor Straßburg bören wir, daß gestern 5 das Großherzoglich Hessische 2. Jufanterie⸗ während des ganzen Tages ein Artilleriekampf Pegimez und vielleicht auch das 12, preußische stattfand, der sich gegen Abend steigerte und während Linten⸗Regiment durchgekommen.“ Der„Gieß. der Nacht bis heute Morgen 5 Uhr mit sebr Anzeiger ist glücklicherweise in der Lage, großer Heftigkeit und nicht minder gutem Erfolg diese Anschuldigung, soweit sie das Groß. Hess. geführt wurde. Nach den von dem diesseitigen 2. Inf ⸗Reg. betrifft— auf das der Correspondent Ufer gemachten Beobachtungen ist die rechte Seite vorwiegend den Verdacht lenken möchte— so⸗ der Citadelle abgebrannt und das Arsenal vollends fort zu entkräften. Nach Aussage eines in ausgebrannt. In der Nacht waren an verschie⸗ Gießen eingetroffenen, verwundeten Officiers, denen Stellen bedeutende Feuersbrünste wahrnehm- des Compagniechefs H., hat unser 2. Infanterie⸗ bar. Von zwei feindlichen Mörserbatterien auf Regiment Falkenberg, das doch eben so ver⸗ der Sporeninsel wurde die südliche zum Schweigen wüstet sein soll wie Remilly, auf dem Marsche gebracht. Unsere Truppen haben keinen Verlust gar nicht berührt, und wurde auch Remilly weder an Personen noch an Material zu beklagen, von unseren Truppen in dem von dem Corre— wäbrend leider die Stadt Kehl, die übrigens ge⸗ spondenten geschilderten Zustaude angetroffen, räumt ist, aus Neue sehr stark beschädigt wurde. wie dies auf Befehl der Offfeiere, zur Nach⸗ Es sind etwa 20 Häuser weiter abgebrannt und achtung für andere nachrückende Regimenter, zahlreiche andere Gebäude stark beschädigt.“ an die Thüren mehrerer Häuser angeschrieben Kehl, 25. Aug Die ganze Nacht hindurch worden sei. donnerte das Bombardement, und zwar in Preußen. Berlin. Der„Staatsanzeiger“ einer so raschen Folge, daß man im Durchschnitt zeigt an, daß am 24. eine Postadministrativ⸗ 10 Schüsse auf die Minute rechnen konnte. Der bebörde in Nancy in Wirksamkeit getreten ist, Blitz, der jeden Schuß am nächtlichen Firmament deren Einrichtung den Bundes⸗Oberpostdirektionen anzeigte, wies genau die Gegend, von wo gefeuert sentspricht.— Der„Staatsanzeiger“ schließt einen würde, gleichwie der Schall die größere oder Artikel über die gemeinschaftlichen Kämpfe der geringere Entfernung der Batterie. Bald zuckte preußischen, baßerischen, würtembergischen und es im Norden, bald im Süden, im Westen, bald badischen Truppen mit den Worten: Es muß die an mehreren Orten zugleich; es war ein schauerlich⸗ Hoffnung Platz greifen, daß das Blut unserer erhabenes Bild, um so beengender jedoch für den Helden das festeste Band deutscher Einheit bilden Zuschauer, als die Stadt seit Nachmittags ununter⸗ werde.— Während die Südarmer ihren Vor- brochen brannte; ebenso Kehl; ja man sah oft- marsch fortsetzt, wird eine neue Armee gebildet, mals, wie einzelne Kugeln zündeten. Dazwischen die der Kronprinz von Sachsen führen wird, und sah man die Lichtstreifen der Bomben, und wie außerdem sind noch weitere Formationen in Aus- eine Mine entzündet wurde. Vom Kirchthum zu sicht, so daß die Armee des Kronprinzen durch Kork, der am Morgen des 25. d. von uns be- diese ihr nachzusendenden Verstärkungen ihre Ope⸗ stiegen wurde, nahmen wir wenigstens die Beru; rationen mit vollem Nachdruck siegreich durchzu⸗ higung mit, daß die Pyramide des schönen Münsters führen im Stande ist. noch ganz verschont blieb. Der Zustand in der— Hier wurden 33 Millionen auf die bayerische belagerten Stadt muß ein gräßlicher sein; Gott] Anleihe gezeichnet. gebe, daß er bald ein Ende nehme, sei es durch Frankreich. Paris, 25. August. Die Uebergabe, sei es durch Erstürmung. Fluch aber Regierung veröffentlicht Folgendes: Preußische Denen, welche solches Elend über Stadt und Cavallerie besetzte Doulevant. 160 Cavaleristen trafen gestern in Chalons ein und verließen das⸗ selbe Abends, ostwärts gebend. sind im Arrondissement Langres gesehen worden. schirendes Armeecorps zurück. Die Preußen rücken auf Varennes los. Die Bevölkerung der Um⸗ gegend von Stenay ist entschlossen, sich kräftig gegen die heranrückenden Preußen zu vertheidigen. — 25. August. Gesetzgebender Körper. Ein Antrag Ferry's auf Abschaffung des Gesetzes vom Jahre 1834 über die Fabrikation von worfen. Gambetta beantragt, die Kammer möge sich morgen als geheimes Comité con— durch die Proclamation Trochu's dargestellt erfolgt die Constituirung sofort. Belgien. Brüssel. Repräsentantenkammer. Minister Graf d'Anethan erklärt auf eine Inter- pellation Dumortiers, es sei unrichtig, daß die belgische Grenze Seitens der Kriegführenden ver⸗ letzt sei. Keine fremde Abtheilung habe belgischen Boden betreten, es habe also auch kein bewaffneter Zusammenstoß stattgefunden. Von deutscher Seite habe man nachgesucht, den deutschen und fran⸗ zösischen Verwundeten die Passage durch Belgien zu gestatten, da die Anhäufung derselben in Saar- brücken Krankheiten hervorrufen könnte. Die belgische Regierung habe erwiedert, daß sie darin keine Neutralitäts verletzung sehe, aber vorher die französische Regierung um ihre Ansicht befragen wolle. Von Paris sei geantwortet, daß die fran⸗ zösische Regierung eine derartige Erlaubniß als Neutralitätsverletzung ansehe. In Folge dessen habe die belgische Regierung die Aulorisation versagt und kein Zug mit Verwundeten habe Belgien passirt. Nach dem Siege bei Metz. Donnerbrausend tönts in Deutschlands Gauen: Auf ihr Brüder! Auf zum heil'gen Krieg! Wollt ihr nicht des Elends Größe schauen, Alle Gräuel nach des Feindes Sieg! Seht, voran schickt er die Mörderbanden. Brüllend wie die Bestien, Höllenbrut, Nahen sie den schönen deutschen Landen, Zu vernichten Ehre, Gut und Blut! Wie ein Blitzstrahl aus des Himmels Hohen Zündete das große Mahnungswort. Mächtig, einig, wie noch nie gesehen, Schnell erstand der deutsche Männerhort. Jede Rücksicht schwand wie jede Schranke. Fort zum Siege, fort zum deutschen Rhein! Voll Begeist'rung war nur Ein Gedanke: Ein'ges Deutschland, frei wirst du bald sein. Wie die Löwen kämpfend, in den Schlachten Immer vorwärts dringt die tapfre Schaar; Und ob tausend Feuerschlünde krachten, Ob Verstümmlung— Tod die Loosung war, Eins nur gilt: den Lorbeer zu erreichen, Hinzuschmettern den verweg'nen Feind. Muthig stürmend über Brüderleichen, Nimmer wankend siegen sie vereint! Und des Feindes Heere, wie vernichtet Rückwärts ziehen sie die blut'ge Bahn. Schlachtenlenker, du hast sie gerichtet, Schwer bestraft den frevelvollen Wahn! Du warst mit im wilden Schlachtgetümmel, Unsern Kämpfern nah' in der Gefahr! Dank dir, heißen Dank! o Gott im Himmel! Unter Thränen bringen wir ihn dar. Still vertrau'n wir der Entscheidungsstunde, Die bald laut durch Deutschlands Gaue tönt. Mit dem Rechte ist der Sieg im Bunde, Treu und Wahrheit werden sieggekrönt. Wills uns doch voll ernster Rührung mahnen: Heilig wie der Kampf ist unser Ruhm, Mit uns sind die Geister unsrer Ahnen, Heldengeister aus Elistum. Nehmet hin die innigsten Beweise Ihr Gefall'nen, unsrer Ehrfurcht Zoll! Unvergeßlich schlummert sanft und leise, Ach die Seele neigt sich wehmuthsvoll! Und wenn einst im heitern Lichtes-Glanze Wieder blüht des Friedens wonn'ge Zeit; Jeder Dank ist dann ein Blatt im Kranze, Den die Nachwelt Euerm Namen weiht, Friedberg, 25. August 1870. Ph.. — 26. Aug. Das„Journal officiel“ meldet: Feindliche Plänkler erschienen in Brienne. Ulauen Dieselben zogen sich euf ein nach Chalons mar⸗ Waffen wird mit 184 gegen 61 Stimmen ver⸗ stituiren, um über die Situation, wie dieselbe sei, zu berathen. Auf den Antrag Keratry's