Dienstag den 25. October. * 5 Mye 1870. Groß, L Neichenben lache! hosen ven n Frier — die, 21— gal c 40 bind I üer 2 ngen 2 koßt⸗ 5 NK 1 2012 it a * 8 „5 110 20“ 576 ie Nontmedy aufgehoben worden. Sberhess cher Anzei Enthält de amtlichen Erlasse für den Kreis ase Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Zetreffend: Die Vornahme der Feuerpisitation für das Jabr 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Frievberg un die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bruchenbrücken, Ilbenstadt, Langenhain, Münzenberg, Nieder-Florstadt, Nieden bach, Dorn ⸗Assenheim, Friedberg am 21. October 1870. FJauerbach b. Fr., Friedberg, Gambach, öllstadt, Ober⸗Florstadt, Ober⸗Mörlen, Ober⸗ Rosbach, Ober⸗Wöllstadt, Ostheim, Rockenberg, Staden, Steinfurth und Trais-Münzenberg. An die sofortige Frledspung unserer Verfügung vom 22. Juni d. J., zei Ordnungsstrafe erinnert. Oberhessischer Anzeiger Nr. 74, werden Sie hiermit 2 Kriegsnachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 20. Okt. In der Nacht vom 9. zum 20. alarmirte vor Paris der Feind durch eftige Kanonade aus den Forts und wiederholte Zorstöße von Infanterie die preußischen Vorposten un der Gegend von Chevilly ohne diesseitige Ver⸗ uste. Am 17. wurde durch ein Detachement der Raas⸗Armee Montdidier besetzt, wobei 4 Offiziere und 178 Mobilgarden in Gefangenschaft fielen. um 11. ist das Etappen Commando in Stenay südwestlich von Sedan) durch einen Ausfall von v. Podbielsky. Un Ihre Majestät die Königin August a in Homburg. Versailles, 21. Okt. Ich komme soeben non einem kleinen Gefechte bei La Malmaison. 2 Bataillone vom Mont⸗Valerien mit 40 Heschützen machten einen Ausfall und wurden ach Z stündigem Gefechte zurückgeworfen. Wir nahen von dem Marly⸗Viadukt dem Gefechte zu. Banz Versailles wurde alarmirt. Wilhelm. Versailles, 21. Okt., 1 Uhr Mittags. Französischer Ausfall mit bedeutenden Kräften zom Mont⸗Valerien aus, wobei etwa 40 Feld ⸗Geschütze durch die vorderen Abtheilungen er 9. und 10. Inft.⸗Divistion, sowie des 1. Harde ⸗Landwehr⸗ Regiments, zuletzt unterstützt urch. Artillerie ⸗Feuer des 4. Corps, vom rechten Seineufer unter den Augen Sr. Majestät des Königs siegreich zurückgeschlagen wurden. Bis atzt constatirt; Ueber 100 Gefangene und 2 Feld⸗ eschütze in unseren Händen. Diesseitiger Verlust kerhältnißmäßig gering. Wenn über dieses Gefecht, wie nicht zu sezweifeln, ein neuer französischer Siegesbericht rscheint, so wird dies der beste Beweis für die außer- erdenmtliche Genügsamkeit unserer Gegner sein. f v. Podbielsky. Ein Telegramm des Generallieutenants von Zlumenthal behandelt dasselbe Gefecht und fügt Ainzu, daß die 2 Geschütze durch das 50. Infanterie⸗ Regiment erobert wurden. Reims, 21. Okt. In Soissons sind in . Hefangenschaft gerathen: 99 Offiziere, 4633 Mann. Irbeutet wurden: 128 Geschütze, 70,000 Granaten, 000 Centner Pulver, eine Kriegskasse von 2,000 Francs, ein reich ausgestattetes Magazin ür eine Division auf 3 Monate, sehr viel Be⸗ leidungs⸗ Gegenstände c. v. Krenski. Wersailles. General Wittich hat am 1. d. Chartres besetzt. Vor Paris hat sich der feind nach seinem gestern abgeschlagenen Angriff öllig ruhig verhalten. Vor Metz treffen täglich si ranzösische Ueberläuser in größerer Zahl bei enseren Vorposten ein. Versailles, 22. Okt. Gestern erfolgte ein Derselbe wurde in wenigen Stunden von unsern Truppen zurückgeschlagen. Trotz der eiligsten Flucht des Feindes konnten 2 Geschütze und über 100 Gefangene abgeschnitten werden. Unser Verlust, welcher hauptsächlich durch das Einschlagen einer Granate in ein Bataillon herbeigeführt wurde, ist verhältnißmäßig gering. Hauptquartier Bersailles. Der„W. Ztg.“ wird unterm 15. Okt. geschrieben: Die Conferenz, welche der aus Metz hier eingetroffene französische General(Boyer) mit dem Grafen Bismarck gestern hatte, währte von 11 Uhr Vor⸗ mittags bis 3 Uhr Nachmittags. Obgleich der Inhalt des Gesprächs bis jetzt nicht bekannt ge⸗ worden, scheint dasselbe noch kein definitives Re- sultat erzeugt zu haben, da der französische General heute noch hier anwesend ist. Man glaubt aber allgemein, daß der General die womöglichst gün⸗ stigsten Bedingungen für eine Capitulation von Metz erlangen will. Sollte die Uebergabe von Metz in den nächsten Tagen erfolgen, so würde uns außer zahlreicher Munition die Armee Ba⸗ zaine's, in Stärke von 80,000 Mann, zufallen, mit deren Gefangennahme fast die ganze reguläre Truppe des großen Frankreichs sich in unseren Händen befinden dürfte. Man glaubt hier von Tag zu Tag weniger an ein Bombardement von Paris. Unsere Truppen rücken im Süden bedeu⸗ tend vor und binnen ganz Kurzem dürfte wohl der Sitz der Hälfte der provisorischen Regierung, Tours, in unseren Händen sein. Vor Paris. Das Ausfallgefecht der Fran⸗ zosen am 14. d. hat nach dem„Fr. J.“ größere Dimenstonen gehabt, als der offizielle Bericht er⸗ kennen läßt. Die Franzosen fielen des Morgens kurz nach 8 Uhr aus, vertrieben die bayerischen Vorposten und auch das Hauptcorps derselben. In dem Städtchen Baing kam das Gefecht zum Stehen. Während eines erbitterten Straßen- kampfes griffen die Reservetruppen der Bayern in den Kampf ein, doch gelang es erst Nachmittags gegen 4 Uhr, die Franzosen zurückzuwerfen. Erst spät dee die bayerischen Jäger ihre Vorpostenstellung wieder einzunehmen. Der Verlust soll auf beiden Seiten circa 2— 3000 Mann betragen. Die 5, bayerischen Jäger ver⸗ loren allein 120 Mann. Vor Verdun, 15. Okt. Heute dritter Be⸗ schießungstag der Festung. Von 8—11 Uhr arbeiten wieder alle Batterien, daß es donnert und kracht. Der Feind schießt im allgemeinen schlecht; einer Batterie hat er jedoch, wie der „Elbf. Ztg.“ geschrieben wird, großen Schaden angerichtet; er hat nämlich zwei Geschützen in die Mündung geschossen, so daß die Rohre geplatzt sind und fast sämmtliche Bedienungsmannschaften tobt oder verwundet sind. Um dreiviertel 12 Uhr heute wird ein Parlamentär die Festung nochmals zur Uebergabe auffordern, jedoch wahrscheinlich Ausfall aus Paris in der Richtung auf Versailles. ohne Erfolg, da der Commandant, General Baron Guerin, den Auftrag hat, Schuß zu halten. 0 Sedan, 19. Okt. Der„Times“ wird von hier telegraphirt: Gestern Nachmittag explodirte ein Munitionswagen in der Nähe des Schlosses von Sedan. Die Explosion wurde meilenweit in der Umgeburg gehört und hatte eine furchtbare Verwirrung zur Folge. Alle Stadtthore wurden geschlossen, die Zugbrücke aufgezogen. Drei bayerische Soldaten sind bei der Exploston getödtet, mehrere Pferde verwundet. Das Unglück soll durch einen rauchenden Soldaten verschuldet sein. — Der„Schw. M.“ meldet: Das vor Paris stehende 1. württembergische Infanterieregiment hat eine Tageslöhnung(zwischen 400— 500 fl.) als Beitrag zur Invalidenstiftung dem Zweigverein zu Stuttgart aus bezahlen lassen. — König Wilhelm hat dem Großherzog von Mecklenburg für die Einnahme von Soissons das eiserne Kreuz erster Classe verliehen. — Der Telegraph hat mit seiner Nachricht von der Beschießung Dijon's eine Ente auf⸗ fliegen lassen. Das betreffende Telegramm sollte lauten:„Tours, 19. Okt. Nach einer Depesche an das Kriegsministerium aus Chateaudun fielen am 18. Abends die ersten Haubitzen in diese Stadt; nach einer solchen aus Dijon von 9. Uhr 50 Minuten Morgens ist Besoul vom Feind be⸗ setzt worden.“ — Ueber die Aufhebung des Etappen-Com⸗ mando's zu Stenay durch Besatzungstruppen aus Montmedy verlautet Folgendes: In Damoillers und Stenay waren bisher je 2 Compagnien des 65. Linienregiments und in letzterem Orte ferner noch eine Compagnie Landwehr(Wesel). Am vorigen Sonntag zogen die Compagnien vom 65. Regiment gegen Verdun und es wurde von Sedan aus eine Compagnie Landwehr(Brühl) als Ersatz dafür nach Stenay geschickt. Dienstag früh gegen 5 Uhr erschienen bei dichtem Nebel daselbst 800 Franzosen, holen eirea 140 Wehrleute aus den Betten, nehmen den dortigen Etappen-Major nebst Adjutanten gefangenz um 7 Uhr war die ganze Gesellschaft auf dem Marsche nach Mont- medy. Am nämlichen Tage marschirten mehrere Comgagnien Linie, Cavalerie und Artillerie über Stenay nach Verdun. Als dieselben in Stena anlangten, und dies geschah nicht lange nach dem stattgehabten Ueberfall, war weit und breit nichts von dem Raubgesindel zu entdecken. Bis heute ist eine Aufklärung darüber, wie dieses Unter— nehmen gelingen konnte, noch nicht erfolgt. — Die Berliner„B. Z.“ will wissen, daß bei einer Fortsetzung der Belagerung von Metz jetzt deutscherseits die ernste Absicht obwalte, sich des Forts St. Eloy um jeden Preis zu bemäch⸗ tigen, was bei den dasselbe umgebenden Höhen und der Entlegenheit desselben von der Stadt am Ende keinen zu großen Schwierigkeiten unterliegen, und womit das Moselthal nach dieser Richtung (linkes Moselufer, Straße nach Thionville), zu— sich bis zum letzten gleich ferneren feindlichen uuesfel Heuer ge⸗ sperrt sein würde. Aus Thionville, 18. Okt., meldet die „Trier. Ztg.“:„Gestern machten die Franzosen einen Ausfall aus der Festung, wurden aber schnell von uns dahin zurückgeworfen. Wir hatten 15 Verwundete, der Feind Verwundete und, wie es schien, mehrere Todte, die er indeß alle mit zurück⸗ nahm, weßbalb die Zahl derselden nicht anzugeben ist. So lange wir kein schweres Geschütz hier haben, müssen wir uns auf die enge Einschließung der schwachen französischen Garnison beschränken.“ — Die„Köln. Ztg.“ berichtet, daß man über das Resultat der Verhandlungen des Ad⸗ jutanten Bazaine's im Hauptquartier die selt⸗ samsten Gerüchte höre. Nach glaubwürdiger Ver⸗ sicherung soll der General Boyer das naive An- gebot gemacht haben, Bazaine wolle sich mit der Feldarmee, welche auf Metz zurückgedrängt und dort eingeschlossen worden, ergeben, dagegen sollte der Commandant der Festung mit deren ursprüng⸗ licher Besatzung in der Festung bleiben und sie weiter vertheidigen. Das würde also bedeuten, Deutschlands ohnehin schon so große Gefangenen⸗ Depots würden um 80,000 Mann bereichert und 15,000 Mann könnten mit einiger Bequemlichkeit sich noch eine Zeit lang in Metz behaupten. Natürlich hat man dieses Anerbieten abgelehnt, und man erblickt darin einen Vorläufer der bal⸗ digen unausbleiblichen Capitulirung. Courcelles, 18. Okt. Ein Correspondent des„Fr. J.“ schreibt: Gegenüber verschiedenen Gerüchten von einer Uebergabe von Metz theile ich Ihnen mit, daß man in militärischen Kreisen diese Illusion nicht nur nicht theilt, sondern sich auf einen langwierigen Winterfeldzug vorbereitet. So werden, außer wollenen Sachen, ca. 600 bis 1000 eiserne Oefen in Deutchland für das Metzer Cernirungstorps gekauft. Auffallend ist, was auch von anderer Seite gemeldet wird, daß die Lieferungsverträge für die deutschen Truppen in Frankreich noch keine Erneuerung erfahren haben, obgleich der Erneuerungstermin mit dem 20. d. M. abläuft. Sämmtliche Vorräthe der Lieferanten sind nach Epernay dirigirt. — Der„Weserzeitung“ berichtet man:„Aus Metz haben gefangene französische Soldaten be⸗ richtet, daß die Mobilgarde, mit Fortsetzung der Bertheidigung unzufrieden, revoltirend dem Mar- schall Bazaine vor das Quartier gerückt sei, um ihn zur Uebergabe des Platzes zu bewegen. De serteurs aus Metz haben hinzugefügt, daß der Marschall Bazaine zu seinem Schutze fünf Mitrailleusen vor seinem Palais habe auffahren lassen. Die Lage in Metz wird als nicht länger haltbar bezeichnet. Krankheiten und Proviant⸗ mangel drängen zur Uebergabe oder zum Verlassen des Platzes. Selbst Brod soll nicht mehr vor⸗ handen sein. Daß als Fleischspeise schon seit lange Pferdefleich ohne Salz gereicht wurde, ist bekannt.“ f — Die Mission des französischen Parlamentärs ist ohne Erfolg geblieben. Auf die Proposition, Metz zu übergeben und die gesammte französisch Armee mit Waffen und klingendem Spiele ab⸗ ziehen zu lassen, ist man nicht eingegangen. Bazaine wollte sich in diesem Falle verpflichten, mit seiner Armee innerhalb diei Monaten keine Waffen gegen Preußen zu führen. Der König hat dem Parlamentär erwidert, daß er nur eine Capitulatlon nach dem Schema von Sedan an- nehmen werde. — In den Schlachten bei Arten ach und Orleans haben die bayerischen Kugelspritzen ihre Wirksamkeit zum erstenmal dargethan und dem Feinde furchtbare Verluste zugezogen. Straßburg. Vom 20. d. ab erscheinen die bisher in Hagenau herausgekommenen„Amt⸗ lichen Nachrichten für das Generalgouvernement Elsaß“ in Straßburg unter dem Titel„Straß burger Zeitung.“ Das Blatt ist in großem Zeitungssormat auf schönem weißen Papier gedruckt und wird von nun an täglich erscheinen. Aus Altbreisach schreibt man dem„Bad. Beob.“: Am 15. d. in der Frühe um 5 Uhr kirch sollen zur Aufrechthaltung der Verbindung + breisach ein lebhaftes Kleingewehrfeuer. tärker und schwächer dauette es bis gegen 7 Ubr. Auf Erkundigungen hin erfuhren wir, daß in Markols⸗ heim eine Compagnie der Belagerer einquartiert war. Dies wurde den Belagerten bekannt. Am besagten Morgen nun umstellte der Feind massen⸗ haft den Ort, in der Absicht, die eingestellten Soldaten abzufangen; doch die wackeren Land- wehrmänner setzten sich gegen die bedeutende Ueber⸗ zahl zur Wehr. Bald kam Hülfe von Heiterheim und von der westlichen Seite Neubreisachs, und der Feind wurde unter Zurücklassung einer Anzahl von Gefangenen wieder in die Festung zurück- getrieben. Leider sollen die Unsrigen einen Ver⸗ lust von 14 Todten und 20 bis 30 Verwundeten erlitten haben. — Die Beschießung von Schlettstadt wird mit aller Macht fortgesetzt. Am 20. Oktober Mittags ½12 Uhr sah der Correspondent der „Karlsr. Ztg.“ starken dg der Stadt, wo es an verschiedenen Stellen te. In Maria⸗ zwischen der Division Schmehling und dem Corps Werder 2000 Preußen stehen. Vor Neu-Breisach beschränkt man sich zunächst auf die Cernirung, die erst, wenn der Eisenbahnverkehr von Straß⸗ burg her, welcher durch Schlettstadt gesperrt ist, wieder eröffnet ist, in die förmliche Belagerung übergehen wird. Hessen. Darmstadt. Wie die»Frkf. Pr., meldet, wird auch der Ministerpräsident v. Dalwigk sich in das Hauptquartier des Königs von Preußen begeben. Mainz. Am 20. trafen dahier die ersten Gefangenen der Garnison von Soissons ein und gingen weiter nach Magdeburg. Die Leute waren zu einem großen Theil in offenen Güter- wagen untergebracht. Begeisterung für die gegen⸗ wärtige Herrschaft in Frankreich war an den Männern, von denen Viele in Deutschland bekannt schienen, nicht zu bemerken. Viele waren des Krieges mit„Preußland“ herzlich satt.— Der hiesige„Anzeiger“ berichtet:„Unter Escorte eines bayerischen Soldaten wurde am 19. d. ein fran⸗ zösischer katholischer Pfarrer als Gefangener ein⸗ gebracht. Derselbe soll beschuldigt sein, mehrere Brunnen im Elsaß vergiftet zu haben.“— In der Sitzung des Gemeinderaths vom 19. d. bean⸗ tragte der Bürgermeister 3000 fl. für Straßburg, 500 fl. für Kehl. Nach einer längeren Debatte wurden die 3500 fl. mit allen gegen zwei Stim⸗ men genehmigt. Preußen. Berlin. Vor Paris ist nun- mehr eine halbe Million Centner Munition, namentlich Wurfgeschosse, angehäuft.— Die „Börsenztg.“ sagt:„Nach hierher gelangten posi⸗ tiven Nachrichten ist die Aufstellung der Belage⸗ rungsgeschütze um Paris herum nunmehr so voll ständig zum Abschluß gekommen, daß man den Montag als Anfangstermin der Beschießung be⸗ stimmt in's Auge gefaßt bezeichnet.“ — Nach einer Zusammenstellung, welche im preußischen Kriegsministerium gemacht ist, beläuft sich die Anzahl der deutschen Soldaten, welche sich gegenwärtig auf französischem Boden befinden, auf 856,000, von denen auf Preußen und den nord⸗ deutschen Bund 740,000 ko. Insgesammt werden schon jetzt über ee a französischen Gebiets von den deutschen Truppen besetzt gehalten, a Köln. Die in dem Zeltlager auf der Wahner Haide befindlichen Turcos haben dasselbe am 19. d. verlassen und sind nach Wesel geschafft worden, um in den dortigen Casematten internirt zu werden. Interessant ist, daß seit einigen Tagen auf höheren Befehl die Gefangenen aus Elsaß und Lothringen, die bisher unter den übrigen zerstreut waren, zu einer besonderen Compagnie vereinigt und zusammen gelagert worden sind. Hannover. Nach der„Ztg. für Nordd.“ ist Rudolf v. Bennigsen telegraphisch nach Ver- sailles berufen und abgereist, man meint zu den Verhandlungen über die deutsche Frage. Würtemberg. Stuttgart. Die zweite * verlängerung einstimmig und den auf dulce 1 0„ Kriegstredits gegen 3 Stimmen an Hierauf gaben die Volkspartei und die Groß. deutschen die deutsche Frage betreffende, motivirte Abstimmungen ab. Die Erstere lehnt tritt in den Norddeutschen Bund überhaupt die Letztere, falls die Verfassung des norddeutschen Bundes nicht wesentlich modisicirt werde.— In einer am Nachmittage stattgehabten Sitzung gab Minister Scheuerlen eine Erklärung ab, in welcher die Regierung sich über ihre Stellung und ihr Ziel in der deutschen Frage ausspricht, über welche gegenwärtig Verhandlungen der Re⸗ gierungen stattfänden. Die angestrebte bundes⸗ staatliche Neugestaltung Deutschlands mache eine Aenderung der Landesverfassung nöthig; es müsst der Bau der deutschen Verfassung seine Stütze haben in der Volksüberzeugung. Die letzte Wahl der Abgeordneten sei jedoch zu einer Zeit erfolgt, wo die deutsche Frage anders lag; es dürfe daher die neue deutsche Bundesverfassung nich der gegenwärtigen, sie müsse einer neu zu bil⸗ denden Ständeversammlung vorgelegt werden. Der Minister verlas alsdann eine die Auflösung der Kammer betreffende Verordnung. g . de ie Tours. Gambetta ist zurück gekehrt; die hiesige Regierung hielt sofort Minister⸗ rath.— Marseiller Nachrichten constatiren, daß sich die dortige Lage trotz der Abberufung Esquiro's nicht gebessert hat. Die Einwohnerschast befürchtet eine Plünderung durch die unteren Volksklassen. Die Banquiers und Kaufleute schicken ihre Sachen ins Ausland. Die Rheder schicken ihre Fahr⸗ zeuge nach Genua zum Löschen.— Der Lponer „Salut public“ fährt fort, die Zuchtlosigkest der Truppen zu rügen.— Die„France“ fordert die Regierung auf, die Politik des Zögerns und der Unentschlossenheit zu beendigen.— Bourbaki hat sich über Rouen nach Lille begeben. Briand übernimmt das Commando in der Normandie.— Keratry befindet sich in Tours. Die Verletzung, welche er bei seiner Luftfahrt erhielt, soll ziemlich ernst sein. Es heißt, et werde sich in einer Mission nach Spanien begeben— In Pa rl wurde die Theatercensur abgeschafft. Auch erschien ein Deeret, welches jeden Bewohner, der Paris verlassen, mit einer Steuer von 20 bis 600 Fr. per Monat, je nach der Höhe des Miethzinses, belegt.— Laurier, der frühere Vertreter Gam⸗ betta's in Tours, hat sich über Calais nach London begeben. Derselbe ist, wie man jetzt vernimmt, beauftragt, eine Anleihe für die französische Republik abzuschließen. Es scheint also, daß die Milliarde, die man vor 6 Wochen aufgenommen, schon ver⸗ ausgabt ist.— Der amerikanische General Burnside ist vom preußischen Lager hier eingetroffen. Er hat keine Friedensbedingungen, sondern nur die Antwort auf das Gesuch der fremden Gesandten gebracht, welche ihre Depeschen ungehindert durch die preußischen Linien befördern wollten. Es heißt, der Kanzler habe das Ansuchen abgelehnt, den Diplomaten aber angerathen, sich nach Tours zu begeben.— General Bourbaki traf in Blois ein und übernahm das Commando der Armee. Die Preußen zerstörten die Eisenbahnbrücke bei Beaugency und verließen dann das Dorf, nachdem sie die Loire an mehreren Stellen überschritten hatten. ö — Das„Journal officiel“ vom 18, d. veröffent⸗ licht die Entgegnung Fapre's auf das Rund- schreiben des Grafen Biszmarck, betreffend die ö Zusammenkunft in Ferrieres.„Es ist gut“, sagt Fabre,„daß Frankreich weiß, wie weit Preußens Ehrgeiz geht. Preußen begnügt sich wich der Eroberung zweier Provinzen, es v folgt systematisch das Werk unserer Vernichtung. Frank reich darf sich keinen Illusionen hingeben; es handelt sich um Sein oder Nichtsein. Indem man Frankreich um den Preis von drei Departe- ments den Frieden anbot, muthete man ihm Schmachvolles zu. Frankreich wies das Anerbiefen zurück, dafür bedroht man es mit Vernichtung. Gefahren erscheinen mir besser, als der unbeug ⸗ same grausame Ehrgeiz des Feindes. Auch besiegt, hörten wir von hier aus in der Nähe von Neu- Kammer hat am 22. d. den Antrag auf Steuer- bliebe Frankreich im Unglück so groß, daß es der — — 1 seille i Gegen det 90 gelius 19. d. aus 9 Naoacht und buff llärt Civ 0 Enssc litten Nacht if al a5 1 Selle als 6 Dies die Situation. Doch unsere Leiden und Mart der N Spitze geflelt nunig samleif Frank jezt zu v. künfti das Off Mair Nalio heran durch Städ darar Fran und der und Seine aber von Deer — Fama dee Une unn a gegenstand der Bewunderung und Sympathie er ganzen Welt sein de. Vielleicht war frankreich die schlimmste Prüfung nöthig, um zeläutert daraus hervorzugehen.“ — Nach einer Depesche aus Rocroy vom 9. d. haben Balloureisende dahin die Nachricht zus Paris gebracht, daß die Preußen in der Nacht zuvor die Redoute der Hautes Brouyeres ind Bicetre angegriffen haben. Nach zwei bis nweistündigen Kämpfen wurden sie zurückgeschlagen. — 21. Okt. Ein Decret der Regierung er- zärt Chateaudun wohlverdient um das Vaterland. zin Credit von 100,000 Fr. wird der Stadt als intschädigung für die durch die Vertheidigung er⸗ ttenen Verluste überwiesen.— Thiers ist diese Lacht hier eingetroffen.— Der päpstliche Nuntius u aus Paris hier eingetroffen.— Keratry ist zus Madrid zurückgekehrt.— Gambetta hat an Stelle des Präfekten von Marseille, Es quiros, As Generalcommissor der Bouches du Rhöne Rarc Dufresne ernannt. Derselbe ist aber von er Nationalgarde festgenommen und nach Mar- zille ins Gefängniß geführt worden.— Der an die Spitze des Armeewesens als Gambetta's Secretär rstellte Ingenieur Freysinet hat, laut einem Com- nuniqué in den heutigen Journalen, seine Wirk⸗ umkeit damit begonnen, die Generalstabskarte von rankreich photographieren zu lassen, um damit tt dagen zi 115 fr gyzösischen Armee u versehen. e 5, 99 ein Blatt, ünftighin unsere Landeskinder fast eben so genau us Kriegsterrain kennen, wie die preußischen Offiziere? — Die„Liberté de Rouen“ meldet: Der Maire von Gisors, Mr. Lepöre, drohte den Lationalgarde Offizieren, ihre Namenslisten den seranrückenden Preußen mitzutheilen, wenn sie zurch ihren Widerstandsversuch Unglück über das Städtchen bringen wollten. Als die Offiziere saran sich nicht kehrten, führte dieser des Namens Franzose unwürdige Maire seine Drohung aus ind zwang dadurch die beklagenswerthen Opfer r Denunkiation zur Flucht. a — Eselsfleisch wird jetzt in Paris gegessen ind mit 30 Cent. das Kilogramm bezahlt. An Seinefischen und Gemüsen fehlt es noch nicht, cer sie werden fäglich theuerer. Bei einem Diner on 7 Personen, bei Jules Favre, kamen drei boteletten auf den Tisch; Niemand wollte zu⸗ greifen, sie gingen daher zurück und die Gäste len mit Energie über einen Schinken her.— Die übschen russischen Traber, welche 1867 auf der Jusstellung bewundert und von Alexander II. Japoleon III. zum Geschenk gemacht wurden, sind 1 400 Frcs. das Stück verkauft worden; jedes lieser ungewöhnlich schönen Thiere war vor der Welagerung 23,000 Fres werth. — 22. Okt. Depeschen aus Lille zufolge ist testern St. Quentin vom Feinde besetzt worden. Die Preußen marschiren nach Amiens in zwei Lolonnen, die eine von Brettuil, die andere von Montdidier aus. — In Paris hat am 19. Okt. wieder eine revolutionäre, d. h. anarchische Kundgebung statt⸗ gefunden. Ballonnachrichten melden darüber nach gille: Das„Echo du Nord“ vom 20. d. meldet, luß eine erbärmliche Manifestation gestern Abend tor der Präfectur stattfand und von der National⸗ tarde mit einem bemerkenswerthen Elan zerstreut turde. Die Chefs der Bewegung sind auf der Flucht. Heute vollständige Ruhe. — Die„France“ sagt, daß die Bevölkerung wn Tours mit großer Angst den Bewegungen der preußischen Loire Armee folgt.— Die„Gazette ir France“ erzählt, Thiers habe nichts Beruhigen · des von seiner langen Reise berichtet; in Florenz labe er keine gute Aufnahme gefunden.— Die „Liberté“ versichert, Bazaine habe Verbindungen nit Thionville hergestellt. Dasselbe Blatt veröffent- licht einen langen Brief Girardin's an Bismarck. — Dem Lyoner„Salut public“ zufolge haben lie Mobilgarden in dem Lyoner Karmeliterkloster grobe Extesse begangen. Die Nationalgarde mußte die Ordnung wieder herstellen.— Berichten cus Lyon zufolge hat die dortige Bevölkerung en Befehl erhalten, auf zwei Monate sich zu ver— proviantiren. Aus Marseille wird gemeldet, daß die daselbst angeordnete Austreibung der Jesuiten auf das ganze Departement ausgedehnt worden ist. Nach Briefen aus Tours bestand der Zweck der Reise Gambetta's nach Besangon darin, Frieden zwischen dem General Cambriels, Keller und Garibaldi zu stiften. Cambriels als Militär und Keller als Katholik waren keineswegs von der Theilnahme Garibaldi's am Kampfe sehr erbaut. Die französische Regierung hofft aber, durch seine Anwesenheit bei der französischen Armee die Frage Betreffs Nizza's zu beseitigen. Bourbaki, der in Lille eingetroffen ist, übernimmt den Oberbefehl über die Nordarmee. Zu derselben gehören die Truppen der Normandie, der Picardie und von Französisch⸗Flandern. Bourbaki hofft, mit über 100,000 Mann Paris zu Hülfe marschieren zu können. Belgien. Bysel. Der amerikanische Gesandtschaftssecretär, der aus London zurück- gekehrt ist, couferirte hierorts mit dem inzwischen eingetroffenen Sheridan und reiste hierauf nach Versailles ab. Sheridan erwartet hier Burnside und kehrt dann nach Amerika zurück. — Verhandlungen mit Bazaine finden statt; dessen Bevollmächtigter ist vom Prinzen Friedrich Karl an das deutsche Hauptquartier zu Versailles gewiesen worden, wo den Unterhandlungen eine politische Wendung gegeben wurde, so daß das Gelingen derselben nahezu einem Friedensschluß gleichen — Eine„Moniteur“⸗Nole erklärt, die Regierung habe keine Reclamation betreffs der belgischen Presse von Seiten Deutschlands erhalten. Ebenso unrichtig sei auch, daß die Beziehungen zu dem preußischen Gesandten Hrn. v. Balan nicht freund⸗ schaftliche wären. Sie seien so gut als möglich. — Nach Berichten aus Mouscron(in der bel— gischen Propinz West⸗ Flandern) sollen die Deut⸗ schen noch drei Kilometer von Amiens stehen. Die Stadt ist entschlossen, Widerstand zu leisten. Ein Eisenbahnzug mit Munition ist von Lille nach dort abgegangen.— Die„Indépendance belge“ äußert sich über den tiefen Eindruck, den der Leit- artikel der„Köln. Ztg.“ vom Montag unter der Ueberschrift„Luxemburg“ hervorgerufen hat, in folgender Weise: Die Protestationen Luxemburgs erheben sich gegen Deutschlands Compensations-— programme in Betreff Luxemburgs. Der Bürger— meister und die Schöffen der Hauptstadt des Landes, sowie alle Privatclubs werden, wie die„Luxem- burger Zeitung“ meldet, bei dem Prinzen Statt— halter Schritte thun, damit die Neutralität des Landes fortgesetzt angestrebt werde. Gleichzeitig veröffentlicht die„Indépendance“ schon den Wort laut der dießfalls votirten Adresse an den Prinzen, der am 21. d. in Luxemberg eingetroffen ist. — Die„Indeépendance belge“ will wissen, daß General Boyer aus Metz hier eingetroffen und Nachmittags 5 Uhr nach England weiter gereist ist. Das Blatt fügt hinzu, daß der General mit einer Botschaft an die Kaiserin Eugenie be— traut sein soll. — Die»Indépendance belge“ bringt einen verbürgten Expreßbericht aus London, wonach directe Friedensunterhandlungen zwischen Ba⸗ zaine und Trochu einerseits und Bismarck andererseits geführt rden und bereits bis zur Unterzeichnung Documente gediehen waren, als Bismarck den Einmarsch der Deut— schen in Paris als alleinige materielle Garantie des Vertrages verlangte, und Trochu nun die Unterzeichnung nicht wagte.— Bazaine wird in den nächsten Tagen capituliren müssen. General Boyer ist bereits nach Metz zurückge— kehrt und hat den 20. d. bei der Exkaiserin zugebracht. Großbritannien. London. Napoleon sagte dem Times⸗Correspondenten am 17. October: „Der Friede auf Basis von irgendwelcher Ge— bietsabtretung sei unmöglich, keine Regierung würde einen derartigen Friedensabschluß einen einzigen Tag überleben.“— Ein Telegramm der„Dailg News“ aus Berlin vom 19. October meldet: „Bismarck opponire einer allgemeinen Beschießung von Paris, die näheren Forts sollen genommen, die Stadt ausgehungert werden. Die Capitu⸗ lation von Metz sei bevorstehend.“— Burnside ist in Belgien eingetroffen, da sich sein letzter Ver⸗ such, den Frieden zu vermitteln, erfolglos gezeigt. Die Pariser Regierung soll eine Friedensverhand⸗ lung, für welche größere Gebietsabtretungen die Grundlage bilden, schlechthin für unmöglich erklärt haben. Es heißt, die Washingtoner Regierung habe gefunden, Burnside gehe bereits in seiner Vermittlung zu weit, und deßhalb habe dieser, statt sich nach Tours zu begeben, zunächst sich nach Brüssel zurückgezogen. Der Dampfer„Cambria“ ist an der irischen Küste mit 170 Personen gescheitert. Der Untergang fast Aller wird befürchtet. —„Times“ und„Daily News“ sowie„Daily Telegraph“ enthalten übereinstimmende Telegramme aus Madrid, dahin lautend, daß Keratrh die spanische Regierung ersucht habe, das Verbot der Ausfuhr von Pferden und Waffen aufzubeben. Prim hat entschieden abgelehnt, da die Ersullung dieses Ansuchens einem Bruch der Neutralität gleich käme.— Einer Depesche der„Daily News“ aus Saarbrücken zufolge fanden in Metz anläßlich der Proclamirung der Republik Unruhen statt. Unter den halbverhungerten Soldaten finden zahl⸗ reiche Desertionen statt.„Sun“ meldet: Die Admiralität hat das Kriegsschiff„Helikon“ nach Havre beordert, wo die Bevölkerung englische mit Lebensmittel befrachtete Schiffe mit Gewalt am Auslaufen verhindert. — Die Regierung leitet einen Prozeß gegen Diejenigen ein, welche Irländer nach Frankreich lockten, angeblich zu Krankendiensten, thatsächlich zu neutralitätswidrigen Kriegsdiensten. Italien. Florenz. Graf Brassier de Saint Simon betonte im Ministerium des Aus⸗ wärtigen den Abgang so vieler Freiwilligen nach Frankreich, während Thiers mit verschiedenen Ministern conferire. Turin. Mehrere Italiener, welche ohne Paß nach Frankreich gegangen, um dort Kriegsdienste zu leisten, wurden zurückgewiesen. Es bedarf eines von einem diplomatischen Agenten oder Consul visirten Passes. Rom. Der Papst erließ eine Enchelica an alle Bischöfe, worin er abermals gegen die un⸗ gerechte Occupation von Seiten der Florentiner Regierung protestirt und die Bischöfe auffordert, die Könige und Völker zu vermögen, der moralisch und materiell gefährdeten Kirche beizuspringen. Amerika. Washington. Am 20. October wurden Erdstöße in Jork, Montreal und Toronto ver⸗ spürt. In Boston und Bungor sind Haͤuser geborsten. Frankfurt. Nach Mittheilung hiesiger Blätter wird mit der hier zur Ansicht auszustellenden Mitrailleuse welche nächste Woche eintrifft, eine großartige Ausstellung, alter und neuer Waffen verbunden sein. Mit dankens⸗ werther Zuvorkommenheit haben die Besitzer antiker Waffen solche dem Comite übßzrlassen. Berlin. Nach einer veranstalteten statistischen Zu⸗ sammenstellung über den Umfang des Feldpostverkehrs sind in der Zeit vom 16. Juli bis zum 10. October an Sold für die Armee mit der Feldpost 13 Millionen Thaler und an privaten Geldsendungen durchschnittlich 50,000 Thaler täglich befördert worden. Von der Sammesfelle Berlin gehen täglich mit det Feldpost alleln eiren 70,000, im Ganzen von allen Sammelstellen der Norddeutschen Post⸗ verwaltung circa 200,000 Briefe zur Armee ad, von der⸗ selben kommen täglich circa 150,000 Briefe an. Der Weg auf den Eisenbahnen kann in Frankreich nur sehr langsam zurückgelegt werden, da des Nachts die Fahrten auf den Eisenbahnen ruhen und am Tage durch Proviant⸗ und andere für die Truppen bestimmte Trausporte viel⸗ fach gehemmt und unterbrochen werden. Deshalb ist auf der Strecke von Remilly nach Versailles, welche ungefähr 50 Meilen lang ist, ein Courier⸗Cours mit untergelegten Pferden eingerichtet, auf welchem eilige Briese befördert werden, deren Menge sich jedes Mal auf 10 bis 12 Ctr. Gewicht beläuft. Es wird die Tour in der Regel in drei Tagen zurückgelegt, oft auch um mehrere Stunden früher, während auf der Eisenbahn hierzu mindestens 5 Tage er⸗ sorderlich sind. Für diesen Cours werden 200 Pferde verwendet. Die Posisichtionen auf demselben haben milt⸗ tärische Besatzungen mit Etappen ⸗Commandansen. Im Ganzen werden mehrere Tausend Pferde von der Postver⸗ waltung des Norddeutschen Bundes in Frankreich verwendet. Dank dem Krankenwärter J. Oscar Fritzsche für seine gute Warte und Pflege. Gleichzeitig empfehlen wir auch seine practische Leistung als Wärter und Krankenpfleger. Einige Verwundete und Kranke aus Kursaal Nr. II. Wir schließen uns dem der heutigen Nr. des„Oberhessischen Anzeigers“ Gaben für Straßburg an, und sind Bürgermeister Schutt, Stadtrechner Grünewald,. und Kaufmann Weiß zur Empfangnahme der Gaben von Bad- Nauheim und Umgegend bereit. Der Vorstand des Hülfsvereins für verwundete Bad⸗ Nauheim am 17. October 1870. Der Vorsitzende Schutt. beiliegenden Aufruf zur Sammlung von N 1 öh! 71 Lehrer Neust, Kaufmann und erkrankte Soldaten. een Güter ⸗ Verpachtung. 2516 Mittwoch den 26. October d. J., Vormittags 9 Ubr, sollen im hiesigen Rathhause die Martinttag d. J. leihfällig werdenden städtischen Güterstücke, sowie einige von der Stadt neuerworbene Grundflücke, auf weitere sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Friedberg am 20. October 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg f J. B. d. B.: Stei ub Auf er, Seigeordneler. Bekanntmachung. 2527 Von den Partial⸗ Obligationen der Gemeinde Spiesheim auf Inhaber ist die Nr. 45 à 100 fl. zur Rückzahlung gezogen worden. Der Betrag kann am 1. Januar 1871 bei dem Handlungshause S. Lind; heimer in Friedberg modo J. Lindheimer zu Frankfurt a. M. erhoben werden, an welchem Tage der Zinsenlauf der fraglichen Nummer aufhört. Spiesheim den 21. October 1870. Großherzogliche 1 Spies heim u n g. 2 2 55 28 5 2 25 2 8 S 3 5 5 b 2 — Die Nr. 4, die neueste— — Kriegsnummer, enthält:. 88 8 2 Die Mutter König Wilhelms. Mit Porträt der Königin — Die deutschen Bahnhöfe in Kriegszeiten. Bilde von W. Diez.— Eine Recognosctrungsfahrt unter den Forts von Paris, Von Dr. Hans Blum.— Skizzen vom Kriegsschauplatz. VI. Von Wörth bis Weißenburg.(Schluß) Von Georg Hiltl.— Das vierte Jägerbataillon im Sturm auf eine Batterie bei Sedan. Von unserem Specialartisten H. Lüders.— Angriff der Sechsund vierziger bei Wörth. Von E. Hünten.— Zwei Jahrhunderte historischer Vollsdichtung. Von R. K.— Am Familientische: Die Geister der Helden. Gedicht von K. Gerok.— Unsere Verluste. Zu dem Bilde von Grögler.— Aus dem Briefe eines westsälischen Füßliers vor Metz.— Geldnoth und Leetüre von Paris. Von H. Blum.— Zur einstigen Heimkehr unserer Soldaten. Gedicht von Oscar von Redwitz. Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen sich: Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Kissinger Pastillen, 2523 hergestellt aus den Salzen des Rakoczi, über dessen beilkräftige Wirkungen die Schriften von Hofrath Dr. Bahling, Hofrath Dr. Erhardt und Dr. Diruf handeln. Besonders empfehlenswerth gegen Trägheit der Ver⸗ dauungsorgane, mangelhafte Secretion, Bleichsucht, Blutleere, wie auch gegen Hämmorrhoiden, Neigung zu Gicht und Scropheln. Preis per Flacon 30 kr. Nur allein ächt käuflich in Friedberg bei Hof⸗Apotheker C. Görtz. Kgl. Baier. Mineralwasser⸗Versendung. Annonce. 2531 Einem hiesigen wie auswärtigen verehrlichen Publikum, resp. meinen seitherigen Kunden, die ergebene Anzeige, daß, nachdem die Sperre in der Usagasse auf⸗ gehoben, ich mich auf's Neue in der Reparatur aller Sorten Uhren, mit der Versprechung promptester und reeller Bedienung, bestens empfehle. Friedberg. Georg Schnell, uhrmacher, Usagasse Nr. 248. Eine gesunde Wohnung 2508 für eine kleine Familie oder für eine einzelne Person(ohne Möbel), freundlich gelegen, mit herrlicher Aus sicht, ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der Exped. Tüchtige Reisende 2526 finden jederzeit lohnende und dauernde Beschäf⸗ tigung bei Wimmer, Firma: FIrz. Cramer Buchhandlung in Darmstadt. 2529 Ich habe mehrere Sorten neue Spinnräder zu verkaufen, geringere und polirte Das Meueste in Kaputzen, Seelenwärmern, Kopftüchern, großen wollenen Halstüchern, Winterhandschu Stauchen, wollenen Hemden, Unterjacken& Unterhosen, 2534 sowie sonstigen Winterartikeln zu reellen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post. 2525 Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Deutsche Helden des Krieges von 1870. Eine Kritgsschilderung mit 16 Porträts in Stahlstich. Hoch⸗Quart in elegantem Carton mit Titel⸗Illustration. Zweite vermehrte Auflage. Preis 1 fl. 48 kt. Verlag der Dürr'schen Buchdandlung in Leipzig. % Hriegs-Nummern des Omnibus. IIlustrationen in: No. 45. Flucht der Franzosen bei Sedan nach der bel- gischen Grenze am 1. Sept. 1870. Flucht der gesammten französischen Armee bei Sedan am 1. Sept. 1870. Im Hauptquartier des Kronprinzen.— Vorlesung der Siegesnachricht von Gravelotte am 18. Aug. 1870. Der letzte Kampf der Zuaven bei Sedan am 1. Sept. 1870. Preis pro Nummer 3½ kr., Viertel- jährlich 46 kr. JI dm p o m5 9 nog 20 Maagdus 7818 uno- Jau N A Kriegs nummern der Gartenlaube. Die Nr. 43 bringt folgende Beiträge: Aus eigener Kraft. Von W. v. Hillern, geb. Birch.(Fortsetzung.) — Die Hüterin des Rheins. Von J. Venedey.— Bel den Gefangenen von Sed 4 S.— Im Haupt⸗ quartier des Prinzen rl. Von unserem Berichterstatter Georg Hot ufter Brief. Im Schlosse von Corny— Blätter und Blüthen: Noch ein⸗ mal aus der Schlacht bet Sedan. Mit Abbildung: Eroberung von drei Mitrailleusen in den Hohlwegen von Sedan durch das sächsische Regiment„Friedrich Auguft.“ Nach der Natur aufgenommen von unserem Specialartisten F. W. Heine. — Welthistorische Begegnungen. Mit zwei Abbildungen: Unterredung Bismarck's mit Kalser Napoleon. Nach einer Skizze des mitanwesenden Schriftstellers A. Salingré';— Erstes Begegnen des Grafen Bismarck mit Napoleon auf der Chaussee von Sedan nach Doncherp. Nach einer Skizze und genauen Mittheilung des der Kanzlet des Bundeskanzlers attachtrten Dr. Moriz Busch, von Prof. Camphausen. — Feld⸗Abonnement der Gartenlaube. Aepfelwein⸗Fässer, 2522 25, 3, 4 Ohm und Stückfaß, hat zu verkaufen Dreher Wetzstein in Beienheim. Küfer Viehmann, Frankfurt a. M., Langstraße Nr. 19. RN 0 5 Casin o. 2530 Statutenmäßige Generalversammlung zur Prüfung der gestellten Rechnung und Beschlußnahme über dn Voranschlag pro 18701571 Samstag den 29. Oc. 1870, Abende 7 Uhr. 1 Friedberg den 22. October 1870. A Für den Vorstand: Curtman. 5— Turnverein. 2533 Bei der heute stattgehabten ordnungsmäß ige Ziehung der Turnhall⸗Actten wurden die Nummern 34. 136. 174. 224. 275. 391. 396. 415. 418. zur Rü, zahlung gezogen und kann deren Betrag gegen Rückgabe der betreffenden Actlen bei dem Vereins rechner dem Joseph Hofmann dahier erhoben werden. Mit den Der Schriftführer 1. October l. J. bört die Verzinsung der gezogene Actien auf. 1 Friedberg den 21. October 1870. 8 Der Vorstand. Annonce. 2452 Alle in die Uhrmacherei einschlagenden Reparaturm werden prompt besorgt von 251 Hermann Stadelmann in Friedberg dem Hotel Trapp gegensiben Unterrichts Anzeige. 2494 Für Knaben jeden Alters eröffnet Unterzeichnet einen Cursus zur Vorbereitung und Nachhülfe in allen Schularbeiten. Honorar mäßig. Anmeldungen nimmt jederzeit entgegen. Aufangsgründe im Clavier- Unterricht 2490 ertheilt Lehrer Eberhard, wohnhaft bet Nicolaus Mülle! Einen Ochsen, 2528 reine Berner Rate, hat zu verkaufen Wohnbach. Georg Weckmann V. rb ͤ TTT Todes⸗ Anzeige. 2531 Am 17. October starb zu Gorze bei Metz nach nur zwestägigem Kranksein unser innigst⸗ geltebter Sohn, Bruder, Bräutigam und Schwager Georg Füller in seinem 23. Lebensjahre. Indem wir hiermit Verwandten, Freunden und Bekannten von unserem schmerzlichen Verlufte Nachricht geben, bitten wir fügte um stille Theilnahme. f J 1, Friedberg, 24. October 1870. Die trauernden Hinterbliebenen. — ̃! Kirchen buchs ausz üg e. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 17 9s f 16. October. Dem hies. Bürger und Schneide! meister Konrad Wörner ein Sohn Georg Emil, geb. den 10. Sept.. 5 0 Beerdigte: 1 Monat 2 Tage, gest. den 15. Oct. 7. 20. Oet. Gustav Gabriel, Musketier im 6, Brand! Infant. Regiment, geb. zu Tregkov im Kreise Keilau Prom. Brandenburg, alt 22 Jahre, gest. den 18. October. 18. Oct.(In Fauerbach.) Kalbarine Marie Zobel Ehefrau des dies. Bürgers und Schuhmachermelsten Friedrich Wilhelm Zobel, alt 49 Jahre, 8 Mona le 12 Tage, gest. den 16. Oet. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Mittwoch den 26. October, Nachmittags 3 Uhr, in der Burgkirchee 4 Betiunde mit Ansprache von perrn Pfarrer Köbler. 0 Verantw. Red.: Hermann Schimgf, Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu eine Beilage.) 1 Heß, ier. Lehrer. 17. Oct. Johannes Karl Herold, Söhnchen des bie. Bürgers und Realschuldieners Konrad Herold, at 0 Ebaugtlische Gemeinde. 1 Enthäl 2 folgend 1 bereits dieselb. fuhren Milit dom gmen lust 3 Offzi K