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Wir erinnern die Säumigen an Erledigung der Auflage vom bei Vermeidung der Zusendung von Wartboten. Betreffend: Die Stellung von Kriegsfuhren. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem die zu Kriegszwecken aus den Gemeinden Kreises entsendeten Fuhrwerke dieser Tage wieder entlassen und zu— rückgekehrt sind, werden bei uns bereits in großer Zahl Ansprüche auf, und Beschwerden wegen verweigertem, Ersatz der an Gespann— thieren und Wagen vorgekommenen Schädigungen erhoben. 5 Es ist selbstverständlich, daß den Eigenthümern dieser Fuhrwerke le nach dem Grade des Verlustes oder des durch ausgehaltene An- strengungen und Krankheiten eingetretenen Minderwerths der Gespanne vollständiger Ersatz vorerst aus den Gemeindekassen geleistet werden muß, es erscheint jedoch angemessen, daß zur Beförderung der Rasch⸗ heit und Gleichmäßigkeit und zur Abschneidung zahlloser Beschwerden die Feststellung des Schadens nicht den einzelnen Gemeinden überlassen bleibt, sondern in einem gemeinsamen, unter Zuziehung von sach⸗ verständigen Taxatoren von uns geleiteten Verfahren erfolgt. Um Dies zu ermöglichen, fordern wir Sie auf ungesaͤumt: J. zu berichten: 1) welches Verfahren von Ihnen bei der Gestellung der Fuhrwerke diesseitigen 17. J. M., in Nr. 97 des Oberhessischen Anzeigers binnen 3 Tagen Trapp. Friedberg den 24. August 1870. abgeschlossen, oder die Gestellpflichtigen durch Loosung ermittelt, oder endlich Fuhrwerkbesitzer derch Sie ohne Weiteres beordert worden sind, ob vor der Absendung eine Taxation der gestellten Fuhrwerke, durch wen, auf welche Weise und auf welche Betrage Nase gefunden hat; 1 20 — 3) ob und welche Ansprüche auf Entschädigung dei Ihnen gestellt und wie dieselben zu begründen versucht worden sind. Zugleich sind alle Juteressenten aufzufordern ihre etwaigen Ansprüche längstens bis zum 27. d. Mts. bel Ihnen unter Vorlage etwaiger Bescheinigungen von Militärbehoͤrden vorzubringen. II. Ueber die erhobenen Auforderungen und deren Begründung den Gemeinderath am 28. d. Mis. gutächtlich zu vernehmen und das Berathungsprotocoll mit allen durch vorstehende Auflagen etwa sonst erwachsenden Protocollen und Belegen unfehlbar bis zum 29. d. Mts., Morgens 9 Uhr, nöthigenfalls durch expresse Boten hierher einzusenden. Verzoͤgerungen würden die Erledigung des Ganzen aufhalten und eingehalten worden ist, ob insbesondere dieselben zu Lasten der Gemeindekasse und zu welchem Preis angekauft, oder Accorde müßten durch sofortige Zusendung von Wartboten geahndet werden. Tra pp. Zetreffend: Die Ausweisung der Deutschen aus Frankreich. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die In Folge der Ausweisung der deutschen Arbeiter aus Frankreich it es nicht unwahrscheinlich, daß auch eine größere Anzahl von An⸗ zehörigen unseres Kreises in die Heimath zurückkehren muß. Wir beauftragen Sie unverzüglich berichtliche Anzeige hierher u erstatten, sobald solche Familien in Ihren Gemeinden eintreffen ollten, unter gleichzeitiger Angabe der Namen, ihrer seitherigen Be— chäftigung der Zahl der Familienglieder und ob denselben die nöthigen Mittel zum Unterhalt zu Gebot stehen oder nicht. Friedberg den 24. August 1870. Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. I m letzteren Falle empfehlen wir Ihnen sich angelegentlichst d⸗ rum zu bemühen, denselben Gelegenheit zum Verdienst durch ange⸗ messene Arbeiten zu verschaffen, nöthigensalls auch in ausreichendem Maaße vorläufige Unterstützungen aus der Gemeindekasse zu gewähren. Solche, die zu Arbeiten an Eisenbahnen geeignet und geneigt sind, wären uns besonders zu bezeichnen. Je nach dem Grade der Bedürftigkeit werden auch wir denselben Verdienst und Unterstützung auf jede mögliche Weise zu verschaffen suchen. Tera pp. 1 Be ee ene 1 Die Truppentheile und Commandos ersuche ich die in den.. 17, 18 und 19 der Verordnung vom 11. August 1869 vorgeschriebenen Einsteher Verpflichtungsprotokolle bis zum 29. Von der persönlichen Vorstellung der Ercapitulanten⸗Einsteher aus dem activen Dienststand wird für die iagegen haben sich alle Einsteher aus dem Beurlaubtenstande und aus der Zahl der freigeloosten August an mich einzusenden. Folge Abstand genommen, nicht dienstpflichtigen am 81. August Uhr frühe mit ihren Einstellern in der Infanterie Caserne zu Dar mstadt zur Superrevision einzufinden. Alsfeld den 20. August 1870. gez. Bickel. Kriegs nachrichten. Ueber die blutigen Kämpfe vom 14., 16. und 18. d. M. in der Gegend von Metz, welche ein hategisches Ganze bilden, gibt die„N. A. Z.“ ülgenden Ueberblick:„Am 14. früh begann der hückzug der französischen Armee hinter die Mosel. s war nun von außerordentlicher Wichtigkeit, dese Bewegung so lange aufzuhalten bis die »erhalb Metz, bei Pont à Mousson an und über e Mosel gerückte Armee des Prinzen Friedrich garl nahe genug gegen die Rückzugslinie Bazaine's rged rungen war, um den weiteren Marsch der runzösischen Corps aufzuhalten. Dies geschah zrch den am 14. erfolgten Angriff der Truppen iir ersten Armee auf die noch östlich von Metz finplichen französischen Corps Decaen und L'Ad⸗ nrault. Marschall Bazaine verlor durch dies eigagement elnen kostbaren Marschtag, und wenn % ihm auch schließlich glückte, sein angegriffenes erps hinter die Wälle von Metz in Sicherheit u bringen und durch die Festung hindurch auf das linke Moselufer zu dirigiren, so mußte er am 15. doch schon überzeugt sein, daß er Angesichts der mittlerweile dicht an seine Rückzugslinie heran— gerückten Truppen der zweiten Armee seinen Marsch hinter die Maas nicht mehr, ohne eine Schlacht werde durchsetzen können. Darauf hin scheint Bazaine am 15. die Idee des Weitermarsches nach Verdun aufgegeben und sich darauf beschränkt zu baben, günstige Positionen für den unvermeid— lichen Kampf am folgenden Tage einzunehmen. Er schob zu diesem Zwecke Abtheilungen bis Thiancourt vor, 2 Meilen südlich von Mars⸗la— Tour, das 3 Meilen westlich von Meß an der Hauptstraße nach Verdun gelegen ist, und am 16. ossenbar den Mittelpunkt der Bazaine'schen Auf— stellung bildete. Die Schlacht am 16. drängte die Franzosen auf Metz zurück. Sie wurden von ihren Rückzugslinien abgedrängt, und waren ge— nöthigt, in neue Aufstellungen zurückzugehen, in denen ihnen das hart in ihrem Rücken gelegene Metz zum Stützpunkte diente. Diese Stellung werden sie wohl am 17., an welchem Tage nur bei Gravelotte, 1 Meile von Metz, ein kleines Arrieregardegefecht stattgefunden hat, so rasch alt möglich befestigt haben, um vielleicht dort ihre Degagirung durch die bei Chalons concentrirte sranzösische Armee abzuwarten, aber auch diese Hoffnung wurde zu Wasser. Denn ein neuer Angriff der deutschen Heere am 18. scheint sie vollständig nach Metz hineingeworfen, und damit ihren weiteren Operationen im freien Felde ein Ziel gesetzt zu haben. Am 16. konnten die Franzosen zur Vertheidigung ihrer von Ost nach West führenden Rückzugslinie noch mit der Front gegen Süden kämpfen, wobei ihnen also die Möglichkeit eines Ausweichens nach Nordwesten erübrigle, am 18. standen sie mit dem Gesicht gegen Westen, und hatten keine andere Zuflucht mehr als Metz, jede Möglichkeit einer Retraite nach dem Innern Frankreichs ist fortan ausge— schlossen. Ob einzelne Abtheilungen der französt— schen Armee nach dem Norden entkommen sind, ö . ö vermögen wir jetzt nicht zu sagen; in einer De: pesche der„Patrie“ aus Longuvon 15 Aug. ist allerdings von einer Bewegung gegen Thionville die Rede: was indessen auch von den Franzosen nach Norden geflüchtet sein mag, kann als wesent⸗ licher Faktor der französischen Kriegsmacht gewiß nicht mehr in Betracht gezogen werden. Courcelles bei Metz, 18. Aug. Bis hierher ist die Eisenbahnverbindung von Saar- brücken wieder hergestellt und ein großer Theil des Militärs und Proviants ist somit bis fast unter die Mauern von Metz mit der französischen Bahn transportirt worden. Es erweist sich von bedeutender Wichtigkeit, daß im preußischen Militär auch auf den Eisenbahn- und Telegraphendienst Gewicht gelegt worden ist. In mancher schwie⸗ rigen Situation hat das Militär mit vielem Geschick auszuhelfen verstanden. Pange, 15. Aug. Die„Elb. Ztg.“ schreibt: „Eine tiesergreifende Trauermusik durchzog soeben die Straße zum stillen Friedhof hin, um einige an den gestern erhaltenen Wunden verstorbene Offiziere ins Grab zu betten. Der Mond schaute traulich auf das offene Grab hinab, als ein evangelischer Prediger den Todten die letzte Weihe gab. Viele der Unsrigen haben in dem gestrigen Gefechte vor Metz den Tod gefunden, viele sind verwundet. Das 55. Regiment verlor ca. 500, das 73. ca. 600 Mann, von anderen sind die Zahlen noch nicht genannt. Ganz Pange liegt voll Verwundeter, in einem kleinen armseligen Stübchen finden sich oft sechs nebeneinander gebettet, und dieß sind alle Schwerverwundete, während die leicht Blessirten weiter zurückgefahren sind.“ Hagenau, 21. Aug. Ueber ein am ver- gangenen Mittwoch auf der Strecke von Hagenau nach Niederbronn stattgefundenes Eisenbahnunglück wird dem„Fr. J.“ geschrieben: Auf einer Curve stieß ein Militär- mit einem Proviantzuge in voller Kraft zusammen. Die Züge kamen sich auf 20 Meter Entfernung erst zu Gesicht und da war es unmöglich das Unglück aufzuhalten. Viele Wagen wurden zertrümmert und ihre Insassen theils getödtet, theils mehr oder weniger schwer verletzt. Lampertheim(Elsaß). Die„Karlsr. Ztg.“ bringt jetzt nähere Nachrichten über die Ereignisse vor Straßburg vom 18. August. Gegen den südlich von Straßburg stehenden Theil des Cernirungscorps wurde am 16. d. M. Nach mittags Seitens der Besatzung ein Ausfall aus- geführt, welcher zu einem Gefechte mit einigen Abtheilungen der badischen Division führte. Oberschöffolsheim, 18. Aug., Mittage 1½ Uhr. Heftiges Feuer gegen Straßburg hin. An die angeblich von Süden heranrückenden Ersatztruppen denkt Niemand mehr. Gestern war allerdings, um denselben eventuell zu begegnen, weiter südlich und westlich Stellung genommen worden, um sowohl das Thal der Brüche(über Molsheim hinaus), als die nach Barr führende Eisenbahn zu decken; seit gestern Abend aber ist man nicht mehr im Zweifel, daß es mit dieser Gefahr entweder gar Nichts oder doch nur äußerst wenig auf sich hat. In Folge dessen haben die Truppen ihre früheren Standpunkte wieder ein⸗ genommen. Vom Oberrhein, 20. August. Bei dem gestern erfolgten heftigen Angriff auf Straßburg ist ein Thor der Citadelle vollständig eingeschossen worden. Der Angriff geschah von Schiitigheim und Höhnheim her wo die Belagerer einige dominirende Anhöhen innehaben. In Folge des Zusammenbrechens einer Schleuse ist das gestaute Wasser in Straßburg gefallen und der Zugang erleichtert. Man glaubt, daß sich die Festung nur noch wenige Tage halten werde. Welchen Gewinn dies uns bringt, beweist einfach der Umstand, daß dort ungeheure Kanonen, Munition, 200 Pontons und 200,000 neue Chassepotgewehre liegen. Vom Schlachtfeld von Saarbrücken schreibt ein Stettiner Offizier an die„Neue Stettiner Ztg.“ u. A.:„... Nicht weit von unserem Bivouak war ein schlichter Hügel, geziert mit eben im Begriff, hinzugehen, um zu sehen, wessen Körper dort begraben, als ein General mit einigen Leuten sich dem Grabe näherte, die sich anschickten, das Grab zu öffnen. Ich fragte einen Mann vom 74. Regiment, was das zu bedeuten habe, er erzählte mir Folgendes: Soeben traf mich der General(v. Manstein) auf der Chaussee und sagte zu mir:„Na, mein Sohn, habt ihr viele Verluste gehabt?“„Jawohl, Excellenz, es sind sehr, sehr viele geblieben!“„Bei welcher Com⸗ pagnie stehst Du, mein Sohn?“ Der Soldat nannte deren Nummer.„Lebt euer Compagnie chef noch?“„Nein, er und der größte Theil unserer Leute ist gefallen.“ Das Gesicht des Generals zuckte schmerzhaft, eine Thräne quoll aus seinem Auge, der Vater hatte seinen Sohn verloren! Der General eilte darauf mit mir zu dem Grabe hierher. So der Erzähler. Inzwischen war das Grab geöffnet. Unsere Leute nahmen den Todten heraus und wuschen das entstellte Gesicht ein wenig ab. Lange schaute der Vater auf das bleiche Antlitz des tapferen Sohnes, endlich drückte er einen Kuß auf die erkaltete Stirn, dann wandte er sich ab und gab die nöthigen Anordnungen, einen Sarg aus der Stadt zu holen, um seinen Sohn in denselben legen zu lassen.“ Hessen. Darmstadt. Die„Hess. B.“ bringen folgende Mittbeilungen vom 22. d.: Heute Mittag trafen zwei Mitglieder des fliegenden Turnersanitätscorps, welche hessische Verwundete, darunter auch mehrere Darmstädter, hierher be⸗ gleitet, hier ein. Dieses wackere Corps, welches in der letzten Zeit stets im Freien campiren mußte und gleich unseren braven Soldaten oft bitteren Mangel gelitten, gerieth am Donnerstag Abend derart in die Nähe der tobenden Schlacht, daß sie nur die schleunigste Flucht unter theilweiser Zurücklassung ihrer Effekten vor den dicht vor und neben ihnen einschlagenden feindlichen Kugeln be⸗ wahrte. Nach ihren Mittheilungen unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß die Franzosen ganz dem Petersburger Vertrag entgegen theilweise mit ihren Mitrailleusen explodirende Kugeln schießen, sich überhaupt vielfacher Verletzungen der Genfer Convention schuldig gemacht, indem sie z. B. ein als Aufnahmespital dienendes, durch die neutrale Flagge weithin deutlich gekennzeichnetes Haus in Brand geschossen, wobei viele Schwerverwundete umkamen. Als die Turner am Freitag frühe das Schlachtfeld absuchten, war dasselbe mit Waffen und anderen Gegenständen, welche der fliehende Feind von sich geworfen, übersäet.— Bei Gravelotte wurden dem Artilleriehauptmann Ronstadt(5. Batterie) 2 Pferde unter dem Leib getödtet. Als er eben im Begriffe war ein drittes Pferd zu besteigen, traf ihn das todtbringende Granatstück.— Oberstlieutenant Zwenger, Com- mandeur des 4. Inf. Regts, soll seiner Wunde, Schuß durch den Leib, erlegen sein.— Ver⸗ schiedene Angehörige der auf dem Feld der Ehre gebliebenen Offiziere sind von hier auf das Schlacht seld abgereist, um die Verbringung der Leichen ihrer Angehörigen hierher zu bewirken. * Friedberg. Des Großherzogs K. H. begab sich am 23. Morgens nach Darmstadt zum Besuche der dortigen Lazarethe und kehrte am Nachmittage hierher zurück. * Friedberg, 24. Aug. Gestern Morgen zwischen 4 und 5 Uhr passirte ein Zug mit etwa 600 Verwundeten, darunter viele hessische Lands ⸗ leute, unsere Stadt. Auf einen mit dem„Vaterunser⸗ Glöckchen“ gegebenen Ruf hin eilten viele Ein- wohner zum Bahnhöfe, um, wenn nöthig, den Verwundeten hülfreiche Hand zu leisten. Mehrere Leichtverwundete verließen hier die Bahn und be⸗ gaben sich in ihre nahen Heimathsorte. Auch in unserer Stadt selbst ist schon eine ziemliche Anzahl ver- wundeter Friedberger eingetroffen, um im Kreise der Ihrigen sorgsamste Pflege zu finden. Weitere werden noch erwartet, täglich treffen einzelne ein. Preußen. Berlin. Ueber die famose Mittheilung des französischen Ministers Palikao, daß das Kürassier-Regiment Bismarck vernichtet einem roh zusammengeschlagenen Kreuz. Ich war nicht auffallen, daß Graf Palikao dem gesetz⸗ gebenden Körper gegenüber alle Mittel der Er- muthigung aufbietet. Graf Bismarck ist Chef des 1. Magdeburger Landwehr⸗Regiments Nr. 26 und à la Suite des Magdeburger Kürassier⸗Regiments Nr. 7, dessen Chef Herzog Ernst von Sachsen⸗ Coburg-Gotha ist. Keines dieser beiden Regimenter hat an den Kämpfen bei Metz und Mars la Tour Theil genommen. Die Angabe ist also eine völlig absurde, hat aber dem gesetzgebenden Körper boch große Freude gemacht und wird auch das Pariser Publikum sehr angenehm unterhalten.“ — Dem Vernehmen nach werden in der kgl. Staatsdruckerei gegenwärtig Francomarken für die auf französischem Gebiete eingerichteten norddeut— schen Postanstalten angefertigt, welche wie die gewöhnlichen Bundes-Freimarken beschaffen sind, jedoch den Werthbetrag in französischer Münz. währung ersichtlich machen.— Unter den gefan⸗ genen Zuaven befinden sich auch einige Deserteure aus der preußischen Armee, gegen die bereits das kriegsgerichtliche Verfahren eingeleitet ist. Es ist jedoch festgestellt worden, daß dieselben nicht einen Schuß gegen deutsche Truppen abgefeuert, sondern die erste Gelegenheit benutzt haben, um in Kriegs- gefangenschaft zu kommen. — Bei dem weiteren Vorrücken der Truppen in Frankreich wird die Errichtung eines größeren Depots zu Nancy von Seiten des Deutschen Central⸗Comite's zur Pflege verwundeter Krieger vorbereitet. Zu Weißenburg wird ein Eis⸗ depot errichtet, aus welchem die Lazarethe auf französischem Gebiet mit Eis versehen werden sollen. — Als einen Beweis, wie heiß es in der Schlacht bei Weißenburg herging, constatirt ein französisches Journal, daß die Standarte eines französischen Regiments 27 Male ihren Träger wechselte. — Die Nachricht der„Börsenztg.“, daß auf dem Kriegsschauplatze bereits epidemische Krank⸗ heiten ausgebrochen seien, wird als durchaus un⸗ begründet bezeichnet. Der Gesundheitszustand der Truppen ist bis jetzt ausgezeichnet; was natürlich Vorsichtsmaßregen(wie die Vertheilung von wollenen Leibbinden), welche die„B. B.⸗Ztg.“ zu den falschen Angaben gebracht haben, nicht ausschließt, einmal mit Rücksicht auf die kühlere Witterung, dann weil die Truppen sich dem französischen Weinlande nähern, wo bis jetzt nur unreife, wenn gleich scheinbar reife Trauben zu finden sind. — Der commandirende General des fünften (niederschlesisch-posen'schen) Armeecorps, General- lteutenant v. Kirchbach, ist wegen seiner bei Weißenburg bewiesenen Tapferkeit zum General der Infanterie befördert und das darüber sprechende k. Patent vom 4. Aug, dem Tage von Weißen⸗ burg, datirt worden. Auch der Generallieutenant v. Bose hat das Generalcommando des 11.(hessen. nasfauischen) Armeecorps definitiv erhalten. — Die Berliner„Kriegszeitung“ sagt:„Der Rückzug nach Norden ist den vier Corps des Marschall Bazaine auch abgeschnitten. Vollständig von unseren Armeen in Metz eingeschlossen, bleibt ihnen nichts übrig, als die in nächster Aussicht stehende Belagerung dieser Festung auszuhalten. Metz soll nach französischen Nachrichten auf 120 Tage verproviantirt sein; jedoch wohl kaum für eine Armee von 150,000 Mann. Jedenfalls, wenn nicht politische Ereignisse die Situation ändern, sehen wir einer in der Kriegsgeschicht einzig dastehenden Belagerung entgegen. Sebastopol verschwindet gegen diese hier in Action tretenden Massen und gegen die Stärke dieser Festung vollständig.“ — Nach der„Allg. Ztg.“ wäre die Stimmung des russischen Hofes und des Cabinets durchaus deutsch- freundlich, und was das wichtigste: del Thronfolger habe sich von der altrussischen Parten losgesagt und sich der„Civilisationspartei“ ge nähert, nachdem angeblich der Zar vom König von Preußen die Zusicherung erhalten, daß di schleswig'sche Angelegenheit demnächst in zufrieden stellender Weise ausgeglichen werden soll.— Für die Vermittelung des Privat⸗Depeschen⸗Verkehrs nach sei, schreibt die„Nat.⸗Ztg.“:„Es kann weiter und von dem Kriegsschauplatze ist, neben der in dei L. Nine G0. i Cbes N Aeg:* *. 20 m 1b Regine nn Sach N beiden Namen 1 Ase eine doll der bot 0 gefen nit Deserten die bertits de kel. Es; „ 80 4 feet u. * K r keit Trauk. desfallsigen Bekanntmachung vom 13. d. M. bereits dazu designirten Telegraphenstation zu Saarbrücken, auch die Telegraphenstation zu Frankfurt g. M. als Sammelstation bestimmt worden. Die Station Saarbrücken wird die Depeschen nach und von der 1. und 2. Armee, die Station Frankfurt a. M. dagegen die Depeschen nach und von der 3. Armee wermitteln. Stralsund. Von dem Führer des von zinem französischen Kanonenboote aufgebrachten Schiffes„Graf v. Krassow“, dem Capitän Nausch, ind hier directe Nachrichten eingegangen. Das Schiff wurde von dem Kanonenboote nach Brest Zeschleppt und der Capitän und die Mannschaft dort auf das Casernenschiff„La Bretagne“ gebracht, woselbst sich bereits zwei andere deutsche Capitäne mit ihren Mannschaften befanden. Capitän Nausch heilt ferner mit, daß die Behandlung von Seiten der Franzosen eine gute sei und Nichts zu wünschen übrig lasse. Wiesbaden. Der Herzog zu Nassau hat abermals dreitausend Thaler verwilligt, welche für die Pflege Verwundeter und zur Unterstützung gülfsbedürftiger Familien der im Felde befindlichen Soldaten Verwendung finden sollen. Perl. Der„Trier. Ztg.“ wird unterm 18. d. von hier geschrieben:„Soeben ist Alles n großer Aufregung in Perl und strömt Alles nach dem nahe gelegenen Hammelsberg, von wo nus man wahrnimmt, daß in einer Entfernung von ungefähr zehn Stunden in der Gegend von Metz ein furchtbarer Brand zu wüthen scheint; ch komme eben, 11 Uhr Abends, daher resp. von zenanntem Berge, und vermuthe mit Jedem, der mit der Lage von Metz bekannt ist, daß eben diese Stadt in Flammen steht.“ Bayern. Neustadt a. d. H. Augen- mugen erzählen von einem vollständig ausgearbeiteten, zanzösischen Organisatsonsplan für die Pfalz, der ei Wörth unseren Truppen in die Hände fiel; abei befanden sich bereits die Impressen, Siegel ꝛc. ür das Departement de Monttonnère. Würtemberg. Steitgart. Der König on Preußen hat seiner Antwort auf die Beglück— dünschungsdepesche des Königs von Würtemberg die Worte beigefügt:„Die Verluste der letzten Schlacht wie det vorhergehenden sind so bedeutend, naß die Siegesfreude sehr getrübt wird. Bis ssierher hat Gott geholfen, möge er uns ferner egnen.“ 5 g Baden. Offenburg. Am 19. d. wurde 1 Rupprechtsau der kaiserliche Kammerherr „Bussiere, Besitzer großer Fabriken in Grafen⸗ aden, Pächter der Tabaksregie und der Münze, befangen genommen und mach Rastatt abgeführt. Berrätherischer Verkehr mit Straßburg, glaubt man, sei die Ursache. 10 Oesterreich. Wien. Ein telegraphisch on England an beide kriegführende Theile ge— lungter J Mr Ver ⸗ nehmen nach, von beiden Theilen abgelehnt worden. n en) 20. 15. Anlaß l zer(erlogenen) französischen Siegesnachrichten hat ie Stadt illuminirt. Es fand auch ein Umzug mit Fahnen statt. Schweiz. Ueber Basel kommen folgende Kachrichten: Mehrfach bestätigt wird die Nach⸗ licht, daß am 17. d. vom Corps Douay in Belfort 40,000 Mann nach Chalons abgegangen sind, ind daß die dortige Position nur noch von Mobilgarden besetzt ist. Das Corps ging per (isenbahn über Langres.— Aus Schlettstadt tell die dortige Mobilgarde(so meldet ein Tele- tramm an den hiesigen französischen Consul) einen Lusfall aus der Festung gemacht und ein Corps ton 250 badischen Dragonern in die Flucht ge— schlagen haben(7). 10 Dragoner blieben todt. Frankreich. Paris, 20. August. Napo⸗ lion III. ist jetzt im Grunde genommen nur der Gefangene seiner Generale, die er groß gemacht, tene deren Befehle er aber heute auch nicht mehr tas Geringste unternehmen kann, ja nach deren feife er tanzen muß. Marschall Bazaine ver- sigt vollständig über seine Person und sagte ihm, une man sich in Paris erzählt, daß,„wenn er sanen Befehlen die geringste Opposition machen würde, er ihn über den Haufen schießen werde.“ Als er gleich nach den Niederlagen Metz wieder verlassen wollte, widersetzten sich die Generale einem solchen Vorhaben und zwangen ihn, von der Eisenbahn, wo er sich zur Abfahrt hinbegeben hatte, wieder in das Hotel der Präfectur zurück- zukehren. — Der Kaiser ist in Chalons von den Truppen sehr schlecht empfangen worden. Die Offiziere hatten sogar Befehl, zu verhindern, daß Accla— mationen für den Kaiser laut würden. Man sagt sogar, er sei mit mißliebigen Demonstrationen begrüßt und nahezu mißhandelt worden, ohne bei den Truppen Schutz zu finden. Die mobile Nationalgarde sei deßhalb nach Paris zurückgesandt worden, um im Lager von St. Maur zu campiren. — An den Fortificationen von Paris wird, wenn man den Regierungsblättern glauben soll, stark gearbeitet; sicher ist, daß viel Geld dafür ausgegeben wird. In den Werkstätten wird Tag und Nacht an der Herrichtung der Zugbrücke ge— arbeitet, vor dem Pont Napoleon werden ge— waltige Pfähle in die Seine eingerammt, welche ein Wehr bilden sollen, um das Wasser zu stauen und in die Festungsgräben zu treiben. Das stinkende stagnirende Seinewasser wäre wie gemacht, um Fieber und Seuchen in der Bevölkerung zu erzeugen. Der Bau eines Festungswerkes auf den Höhen zwischen Montretaut nach St. Cloud ist nun auch beschlossen, und der Maire hat bereits die Grundeigenthümer aufgefordert, sich auf der Mairie einzufinden, da Expropriation bevorstehe. In Clamart wird an einem Erdwerke gearbeitet, nach Totleben'schem Systeme, wovon man sich ein kleines Sebastopol verspricht. Der Frangais er— stattet ausführlichen Bericht über die Besestigung von Paris. Darnach legt man fliegende Brücken und Erdwälle zur Aufstellung von Kanonen an; die Pulverthürme in Verding sollen binnen acht Tagen fertig sein; auf dem rechten Seineufer werden allein zehn Pulverthürme errichtet; Laffetten werden auf die Wälle gestellt,„ähnlich denen der Batterie der Invaliden“; an den zehn Eisenbahn- Eingängen von Paris sollen die Terrassirungen jedoch erst„im Falle der Noth“ durchstochen werden, was„bei einer entschlossenen Bevölkerung in einem Tage vollbracht werden kann.“ Die unterirdischen Gallerien, welche von außen her bis mitten in die Stadt führen, wie die zur Sammlung des Wassers in Asnières und der Aquaduct der Dhuys, sollen„strategisch benutzt“ werden. Die zwei Kanäle der Bievre sind bloß durch Gitter geschlossen, um Schmuggler abzu— halten. Ferner hat Paris in seinen Mauern 75 Eingänge, nämlich 47 Thore auf dem linken Ufer, 4 Schlupfpforten, 10 Eisenbahnthore und 4 für die Schifffahrt. An den beiden Eingängen, durch welche die Kanäle der Oureg und von Saint-Denis in die Festungswerke dringen, ist noch nichts gethan, doch soll bald angefangen werden. — Die„Presse“ schreibt:„Die sämmtlichen Mobilgarden Bataillone aus Seine, welche sich im Lager von Chalons befanden, sind nach Paris zurückbeordert worden. Zwölf Bataillone sind gestern Abend angelangt. Die Unteroffiziere und Korporale allein kehrten bewaffnet heim. Von etlichen Deputirten über deren Bestimmungsort befragt, versetzte der Kriegsminister, die Mobil Gardisten sollten unter die festen Plätze in den Nord- und Nordost⸗Departementen vertheilt werden. Zwei Bataillone seien schon nach Merzieres in den Ardennen unterwegs.“ — Das„Journal des Döbats“ ist das einzige Blatt, welches vor einem Ausbruch der Volkswuth gegen die Deutschen warnt, da die Preußen gegen- wärtig Repressalien üben könnten. Das„Sidele“ hingegen verlangt die massenhafte Ausweisung aller Deutschen, Vagabunden und sonstigen Aus— wurfs der Gesellschaft. Zuschriften an die hie— sigen Blätter verlangen, sämmtliche Deutsche zu verhaften und sie dem Feuer der Preußen ent— gegen zu treiben. Jedermann glaubt nämlich, daß die Preußen alle Männer abfassen, um sie vor sich, wie einen Vorhang, ins Feuer zu stellen.(I) — Ueber die Vorgänge in Chalons schreibt man: Als letzten Dienstag Nachts 11 Uhr der Kaiser mit seinem Sohne in einem Eisenbahn⸗ waggon dritter Classe(ein anderer war auf seiner Flucht dahin in Verdun nicht disponible) in Begleitung von sechs Personen seines Hofhaltes, physisch niedergeschlagener denn je, am Bahnhof zu Chalons eintraf, wurde er von Tausenden Mobilgardisten ausgezischt und mit Schreien und Pfeifen bis in sein kaiserliches Absteigequartier, Schloß Mourmillon, begleitet. — 22. August. Sitzung des gesetzgebenden Körpers. Palikao erklärt: Seit heute Morgen haben wir Nachrichten von Bazaine vom 19. d., welche gut lauten. Ich kann Ihnen die Nach- richten nicht detailliren, welche das Vertrauen und die Energie Bazaine's bestätigen, die wir theilen. Palikao fügt hinzu, daß die Vertheidigung von Paris vorwärts schreite; wir sind bereit, Jed⸗ weden zu empfangen, der sich uns gegenüberstellen sollte. Keratry schlägt vor, daß neun Deputirte, durch die Kammer erwählt, dem Vertheidigungs⸗ Comite der Stadt Paris beigegeben werden sollen. Der gesetzgebende Körper beschließt die Dringlich⸗ keit des Antrags und das sofortige Zusammen⸗ treten der Bureaux, um die Commission zu er⸗ nennen. Die Sitzung soll wieder aufgenommen werden, sobald der Bericht vorbereitet ist. Palikao besteigt die Tribüne und erklart im Namen der Regierung: Wir weisen den Antrag Keratrp's zurück. Wir haben die Verantwortlichkeit, wir wollen die Mittel haben, sie auszullben. Wir haben die Zahl der Mitglieder des Vertheidigungs⸗ Comite's vermindert, weil eine zu große Zahl Ineonvenienzen mit sich führen könnte Wir weisen demgemäß die Zugesellung von Deputirten zurück. Wir haben Verantwortlichkeit für die Handlungen, wir wollen sie ganz und vollständig haben. Picard hesteht auf dem sofortigen Zu- sammentreten der Bureaux und auf der Theilnahme der Nation an ihren Angelegenheiten. Der gesetz⸗ gebende Körper geht in seine Bureaux, um die Commission zu ernennen. Er wird die Sitzung wieder aufnehmen, sobald der Bericht fertig ist. — Die zur Berathung des Antrags Keratrp's niedergesetzte Commission hat denselben nicht an⸗ genommen, aber einen neuen Vorschlag gemacht, welchen sie in Uebereinstimmung mit dem Kriegs⸗ minister prüfen wird. — In Straßburg sind am 19. d. in der Weißenthurmgasse, der Vorstadt„Faubourg National“, in Folge der Beschießung mehrere Häuser abgebraunt. Die Zuͤrgerschaft soll in Folge dessen mit verdoppelter Entschiedenheit die Uebergabe der Festung verlangen. Großbritannien. In einem Theile der englischen Presse hat sich ein bemerkenswerther Umschlag mit abwechselnder Schnelligkeit vollzogen; Während noch vor einigen Tagen„Daily News“ die von der„Times“ aufgestellte Ansicht, Deutsch⸗ land dürfe nicht daran denken, Elsaß und Loth⸗ ringen an sich zu nehmen und in Paris ein⸗ zuziehen, vertheidigten, findet das Blatt jetzt die Besitznahme der beiden Provinzen und den Einzug in Paris nicht nur zu rechtfertigen, sondern aus verschiedenen Gründen nothwendig. Der Elsaß wird unentbehrlich für die Sicherheit Deutschlands bezeichnet und gleichzeitig bemerkt, wenn man überhaupt auf die abgethane Idee vom europäischen Gleichgewicht zurückkommen wolle, dann sei für England ein viel stärkeres Deutschland immer noch weniger gefährlich, als ein viel schwächeres Frankreich. London. Eine Privatdepesche der„Frank- furter Zeitung“ meldet: Die„Times“ enthält ein Telegramm aus Berlin, nach welchem das eng⸗ lische Cabinet die Bildung eines neutralen Staates aus Elsaß und Lothringen begünstige.— Die Häfen von Borkum und Norderney sind wieder geöffnet, da das französische Geschwader inoffenstv ist. Donaufürstenhümer. Bukarest. In Plojesti wurde der Versuch gemacht, eine provi— sorische Regierung zu proklamiren. Dieselbe sollte aus dem General Nicoalau Gollseo, als Regenten, John Ghika und John Bratiano bestehen. Gestern fanden hier und in den Provinzen massenhafte Verhaftungen statt. Gollseb und Candiano sind ———— ꝛö—— bereis verhaftet, die Verhaftung Bratiano's findet wahrscheinlich auch bald statt. Die Dispositionen der Regierung waren rasch und geschickt. Die Truppen wurden mittelst Eisenbahn nach Plofesti befördert. Die Ruhe wurde nirgends gestört. Frankfurt. Hiesige Blätter melden: Ein mit seinem Hauptmann verwundeter Bursche(Sachsen), welche auf ihrer Weiterreise bier durchkamen, erregte besonderes In— teresse. Hauptmann und Bursche wurden fast gleichzeitig (Ersterer am Arm, Letzterer durch einen Granatsplitter am Fuß) verwundet. Der Hauptmann stürzte vom Pferd, wobei ihm sein Säbel enisiel. Elwa schon 60 Schritte zum Verbandplatz mit dem nebenher hinkenden Burschen fortgetragen, gewahrt er den Verlust seines Säbels. Er klagt deßhalb laut über den Verlust dieses für ihn theueren und kostbaren Gutes. Der Bursche kroch zurück und war so glücklich, die Waffe wieder aufzufinden. In diesem Augenblicke aber stürzte ein Franzose herzu und wollte dem Braven den Garaus machen. Ein anderer verwun⸗ deter Sachse, welcher es bemerkte, raffte sein Gewehr auf, und noch ehe der Feind seinen Kameraden erstechen konnte, lag er selbst todt auf dem Schlachtfeld. Der Gerettete nahm des Franzosen Uniform und Gewehr, von dem tödilich getroffenen Kameraden für dessen Eltern die Brief, tasche und von einem neben ihm gefallenen Schulkameraden dessen Seitengewehr mit. Mit diesen wie mit dem Säbel des Hauptmanns langte er glücklich auf dem Verbandplatz an. — Unter den blessirten Preußen vom 16. August befand sich ein Offizier, der die Kugel, die ihn getroffen, als An⸗ denken bei sich trug. Dieselbe traf ihn nämlich auf das Feldehrenzeichen, fuhr hierauf seitwärts in die Brust und kam am Arm wieder zum Vorschein, wo sie im Rock stecken blieb. Die Kugel trägt den Adler des Feldzeichens abgedruckt. Darmstadt. In der Nacht von Samsiag auf Sonntag haben sechs lange Lastzüge, die u. A. 3000 Centner Pulver transportirten, unsere Stadt passirt. Ein Ausgehen der Munition ist nicht zu befürchten.— Dileser Tage passirte in der Richtung nach Frankreich eine kleine Abtheilung Preußen unsere Stadt, welche als Trophäe einen eroberten französischen Adler mit sich führten. Von dem zahlreich anwesenden Publikum wurden sie mit donnernden Hurrah's begrüßt.— Der zweite Zug mit hier und in Pfungstadt gesammelten Lebensmitteln ging nach der noch immer der Hülfe dringend bedürftigen Umgegend von Saarbrücken ab. Darmstadt. Der Vorstand der verbündeten Gesang⸗ Vereine in Darmstadt, als Vorort des Mainthal-⸗Sänger⸗ bundes, hal den einstimmigen Beschluß gefaßt, für die Familien einberufener, verwundeter und gebliebener Wehr⸗ leute die Summe von 2000 Thlr. aus den Vereinsmitteln zu verwilligen und diesen Betrag dem Bundeskanzleramt zur Verfügung zu stellen. Möge diese patriotische That bei allen deutschen Gesangvereinen Nachahmung finden. Aus Bessungen theilt man als ein Beispiel fran⸗ zösischer Anmaßung mit, daß dort liegende französische Verwundete, deren Verpflegung derjenigen unserer deutschen Soldaten nicht im geringsten nachsteht, nach dem ganz vorzüglichen Mittagsessen noch Chocolade und Backwerke als Dessert verlangten. Die Herren Franzosen scheinen sogar mit ihren Magen an der Spitze der Civilisation zu marschiren. Mainz. Nachdem nach der Wörther Schlacht bereits 300, nach der Schlacht bei Pange weitere 100 vollständige Beiten u. s. w. durch den Hilfsverein nach dem Kriegs schauplatze befördert worden sind, gingen am 20. l. M. abermals 300 vollständige Betten, 1000 Hemden, große Quantitäten Vervandzeug u. s. w. direct auf das Schlacht⸗ feld bei Metz ab. Unser Sanitätscorps befindet sich eben⸗ falls bei Metz und ist in vollster Thätigkeit. Namentlich nach der Schlacht vom 14. l. M. war dasselbe thätig. 1813-1870 57 Deut sche Kriegs-& Vaterlandslieder. Den deutschen Heeren gewidmet. Zum Besten der Sanktätsvereine. Preis 6 kr. Vorrätbig bei Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim. Auf ru f. Tausende von Verwundeten liegen in der Nä der Schlachtfelder dürftig untergebracht. Eisenbahnen schaffen sie uns ins Land. Wir wissen nicht, wie viele noch kemmen werden; nach menschlichem Ermessen reichen die vorhandenen Anstalten nicht aus, den Jammer zu lindern. Und die am schwersten deniederliegenden sind noch zurück. Wir erwarten Alles von der Vaterlands⸗ liebe, Alles von denen, deren Blick auf den ge⸗ schützten Frieden der Heimath, auf die unversehrten Lieben fällt. Wir fordern einen Jeden auf, sich zur Aufnahme eines oder mehrerer Verwundeter unter Beschaffung ärztlicher Hülfe sofort und stehenden Fußes zu melden, vor Allem die Be⸗ wohner der Städte an den großen Eisenbahnlinien Norddeutschlands. Wir ersuchen die Stadtbehör⸗ den, diese Adressen anzunehmen, zusammenzustellen und hundertweise hierher Nachricht zu geben, endlich Anstalten zu treffen, daß auf Depeschen die angegebene Zahl Verwundeter an den Bahn höfen den von uns zu bezeichnenden Zügen ab- genommen werden. Die Lazarethe mögen möglichst ihre Verwundeten an Private, an die Umgegend, an Grundbesitzer abgeben und Zuführung neuer Massentransporte fordern. Alles sofort und ohne den mindesten Aufschub. Wir erwarten Depeschen an das Etappen-Commando Köln. Gott mit Deutschland! Köln, 21. Aug. 1870. v. Bernuth, Regierungs-Präsident und Bezirks ⸗Delegirter, v. Wedell, Oberst z. D. und Etappen ⸗Comman⸗ dant des Anfangsortes VII. A. C. à fl. 1. 48 fr., H. 1. 24 kt., Eine Karte von Frankreich Die Reymann'she Specialkarte Friedberg und Nauheim. Kriegskarten mit Extraplan von Paris fl. 1 12, die als ganz vorzüglich empfohlen werden kann; à 36 kr., 27 kr., 18 kr., 14 kr. in einzelnen Blatt à 36 kr., sowie die große Karte des Kriegsschauplatzes zu fl. 9. Bindernagel& Schimpff. Edictalladung. 1995 Die nachstehenden in der Gemarkung Ockstadt gelegenen Grundstücke, nämlich: Ord.⸗Nr. Flur. Nr.[I Klftr. 1 XXVI. 5. 116. Wiese Gewann im Ried, Dun gu s 15201„ inn 52,5. 13. Acker*, RXXVI. 35, 12. e een, 8 welche in dem Grundbuch auf den Namen der Georg Wagner Wittwe in Friedberg eingetragen und an⸗ geblich auf deren Sohn, J. A. Wagner, übergegangen find, find veräußert worden. Da das Eigenthumsrecht an diese Parzellen urkundlich nicht nachgewiesen werden kann, so werden Alle, welche an solche Elgenthums⸗ ansprüche zu bilden haben, aufgefordert, folche so gewiß binnen 8 Wochen a dato dahier zur Anzeige zu bringen, als sonst die vorliegenden Kaufbriefe beffätigt und der Eintrag der Erwerbtitel in das gerichtliche Mutations- verzeichniß verfügt werden wird. Friedberg den 23. Jult 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. Oeffentliche Bekanntmachung. 2071 Georg Bopp don Asseuheim hat seine Ueberschuldung angezeigt und werden auf sei die sämmtlichen Giäubtger auf: beiten Mittwoch den 14. September l. J., Vormittags 9 Ühr, zum Güteversuch resp. Beschlußfassung über die fernere Behandlung der Sache unter dem Rechts nachtheil, daß die ausbleibenden oder nicht durch Bevollmächtigte ver⸗ tretenen Gläubiger den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger zuftimmend betrachtet werden vor das unterzeichnete Gericht geladen. 1 Zriedberg den 19. August 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Nel. Carricaturen auf Zeitverhältnisse(Napoleon zc. ꝛc.) bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Naubeim. 2060 Fahnen! Illuminations⸗Sa Bonner Fahnenfabrik. en 1„* Bekanntmachung. 2069 Die am 11., 12., und 19. August d. J. in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Nidda abge⸗ haltenen Brenn⸗ und Stammholzversteigerungen find genehmigt worden und können die Abfubrscheine von Freitag dem 26. d M. an bei Großherzoglichem Feen Nidda zu Bingenheim in Empfang genommen werden. N Die Ueberlteferung des Holzes erfolgt Montag den 29. d. M., Morgens 8 Uhr. Nidda am 22. August 1870. een„ e Nidda o hr. Magensalz, 1252 bekannt als Bullrichs Universal-Reinigungssalz, gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in ½, ½, / Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. Militär- Stellvertreter, 2072 welche nach dem Gesetz vom Jahr 1851 zulässig sind, haben sich gemeldet. Reflec⸗ tanten werden gebeten, sich an Unterzeichneten zu wenden. J. Kann Söhne aus Mainzlar bei Gießen. 3 8 0 115 Urgenschirme 1 45 in Seide, Alpaka und Baumwollk, zu sehr billigen Preisen bet K. Friedrich, neben der Post. Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim ist zu haben: Wacht am Rhein! Illustrirte Kriegschronik Nr. 4.— Preis 9 kr. Di Wacht am Uhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zweihändig Preis 11 kr., vierhändig Preis 14 kt. Germania. 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. 5 Preis 21 kr. Für Pianoforte allein 18 kr. Der wahre Jakob. August⸗Nummer 1870. Preis 6 kr. 2070 Bei dem Unterzeichneten stehen 2 P erde zu ver⸗ kaufen. 1 Rommelhausen. Wolff, Bürger melster. Frucht prei se. Per Malter. Friedberg, 23. August. Waizen 14 fl.— kr. z Kor! 9 fl. 20 kr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 6 fl. 45 kr Frankfurt, 22. August. Waizen 14 fl. 45 kr.;z Kor; 10 fl. 30 kr.; Gerste— fl.— kr.— Hafer 12 fl. 30 kr. Grünberg, 20. August. Waizen 14 fl. 14 kr.; Korn 9 fl. 24 kr.; Gerste 7 fl. 26 kr.; Hafer 5 fl. 8 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— — kr.; Saamen 20 fl. 5 kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 20. August. Waizen 14 fl.— kr.; Korn 9 fl. 49 tr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 8 fl. 38 kr.; 92 3. 7 fl. 30 r.; Roggenstroh per 100 Gebund Krippen, Cröge& Gossensteine 1821 aus s. g. Lungstein(Dolerit) empfiehlt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad- Nauheim. Auch nimmt dieselbe Bestellungen auf Brunnen⸗ tröge, Kelterftelne, Treppentritte ꝛc. aus genannter Steinsorte entgegen. Sstaelitischer Gottesdienst in Friedberg. g Win; Freitag Abends 63¾ Uhr. Samstag Morgens 8 Ubr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpß. Beit mit 9. J. die nä für di 1851 für di 1885 Aben lunser letzt 3 Sta Ii vo