1870. Vienstag den 23. August. N 99. Oberhessischer Anz ˖ . —— Runa 5 8 3 N 80 N 2 l 5 1 5 1 Enthäl: die amilichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeben Dienstag, Dennersiag und Sawssag — ter. 1 Wund Amtlicher Theil. * Jur. Betreffend: Die Einsendung der Waisenhausbüchsengelder für 1870. Friedberg den 18. August 1870 5 ee n Das Großherzogl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. bn An die Einsendung der Waisenhausbüchsengelder erinnern wir Sie hiermit. Es ist mit dem bei der Oeffnung derselben anwesenden über Gemeinderathsmitgliede ein Sortenzettel aufzunehmen und unterschrieben mit dem Gelde mit vorzulegen. Wenn sich Gaben nicht vorfinden, ist Bescheinigung hierüber einzusenden. Was die Collecten und Büchsengelder der is raelitischen Religions gemeinden betrifft, so sind dieselben von deren Vorständen im Laufe des Monats September l. J. an den Großherzoglichen Rabbiner des Rabbinats Gießen abzuliefern, wornach die Vorstände . 5 rankt ede zu bedeuten und anzuweisen sind, uns zu berichten, ob und welche Beträge Sie dahin gesendet haben. Ter a p p. E Nach der Schlacht bei Metz. 6515 Herrschsucht und Uebermuth, das Deutschland über die gefallenen Franzosen zu machen hatte, Dem„Staatsanzeiger“ entnehmen wir folgen- seine schönsten Gebiete geraubt, es Jahrhunderte geschossen und dessen Trompeter getödtet. den Artikel: Gott leitet unsere Fahnen von Sieg lang anmaßlich bedroht und gefährdet und zu— Nach einem Berliner Telegramm waren, zu Sieg! Seine Hand richtet unser Volk auf erniedrigen versucht hat. Der Herr, der unsere soweit bis jetzt bekannt, in der Schlacht bei und stärkt es in der schweren, blutigen Zeit! Drei Heerschaaren zum Siege führt über Lüge und Metz(Mare la Tour) am 16. Aug. die Garde, Schlachten sind in der kurzen Spanne Zeit, vom Unsitte, Er wird jetzt gnädiglich fürsorgen, daß das 2, 7., 8., 9. und 12. norddeutsche Armee- 14. zum 18. August, um Metz geschlagen. Die unsere edlen Opfer nicht vergeblich fallen. Er corps und die Artillerie des 3. Armeecorps im Palme von Mars-la-Tour, am 16., fiel dem wird unseren Königlichen Kriegsherrn im Silber⸗ Kampf gewesen.(Das wären also Brandenburger, brandenburgischen Armeecorps zu. Aber an dem haare segnen, daß ihm vergönnt sei, einen dauernden Westphalen, Rheinländer, Schleswig-Holseiner, entscheidenden Tage vor Metz, am 18. August, Völkerfrieden herzustellen im Herzen Europas, durch Hessen-Darmstädter, Sachsen.) führte der königliche Feldherr seine Preußen fast ein großes, einiges, deutsches Vaterland,— Die gesammte Bazaine'sche Armee, die in aus allen Landestheilen, dazu unsere norddeutschen als Hort der Gottesfurcht, edler Sitte und wahrer den blutigen Kämpfen vom 14., 16. und 18. Bundesgenossen, zu großem glorreichen Sieg! Freiheit! Das walte Gott! August(Ars-Laguenexy, Mars la Tour und Die französische Hauptmacht mit ihren Kerntruppen, a t Rezonville) von der deutschen Armee besiegt wurde, die Garden mit ihren stolzen Erinnerungen, sind Kriegs nachrichten. ist 200,000 bis 250,000 Mann stark gewesen. 4 unter ihren bewäbrlesten Generalen in fester Stellung Officielle militärische Nachrichten. Wir entnehmen dieß einer positiven Angabe der und Stublbeschwer⸗ Damorrbolben anrë⁹’ robbe. babttuelle Aügttcher Mirtung gegen Tragt „ Ieiuntleere, gdorgane, * Mon vor U Berlin, 21. August, 8 Uhr Morgens. Von auf's Haupt geschlagen worden; Angesichts des großen Waffenplatzes, der ihren Stützpunkt bildete der Armee sind bis jetzt keine näheren Details und unerschöpfliche Hülfsquellen an Kriegsmaterial über die Schlacht am 18. August eingegangen, „Independance“ aus Metz, woraus zugleich die Zusammensetzung dieser Armee erhellt. Sie besteht aus fünf Corps: Decaen(3.), de Failly(4.), zu bieten schien. Lorbeer und reiche Siegespalmen auf die erblaßten Heldensöhne und Heldenbrüder, welche für König and Vaterland siegten und starben, und um welche ihre Waffenbrüder und das ganze deutsche Volk in Trauer stehen! Es sind Gottes Gerichte, die sie mit ihrem edlen Blute besiegeln; Gottes Gerichte gegen ein Volk, das in Ueberhebung und Ver- pblendung ausharrt, und von dessen sittlicher Ver⸗ kommenheit der Lügengeist Zeugniß gibt, welcher jetzt die wildesten Leidenschaften aufruft und ent⸗ fesselt. Haupstadt Frankreichs während der nahenden Katastrophe in den oberen und unteren Volks- schichten. Ein hohles Pathos appellirt vergeblich an den Patriotismus. Leben Frankreichs dort seinen edelsten Gehalt ver— loren. Der Fanatismus der Parteien und der angefachte Racenhaß vermögen den Patriotismus micht zu ersetzen. Völkerrechtswidrige Handlungen gegen friedliche deutsche Einwohner, Unthaten, welche durch Entfesselung der Leidenschaften in der Kriegführung hervorgerufen werden, sind deren Folgen und brandmarken Frankreich in den Augen aller Culturvölker. Auge auf das eigene Vaterland und seine Söhne, wie wohlthuend und erhebend ist dann der Blick! Deutsche Männer und deutsche Jünglinge gehen freudig und mit Siegeszuversicht in den Opfer- rod.— Nicht Einer wich vor dem Feinde— nicht Einer von der schönen sittlichen Manneszucht, deren Symbol die preußischen Fahnen stets waren ind die jeden unserer deutschen Krleger erfüllt. Unser Volk daheim aber läßt die Banner und Fahnen nach den Siegen wehen mit stolzer Freude, aber zugleich mit Ernst und Würde und mit ummem Schmerz! Wenn seine Ebdelsten fallen, al es einen zuversichtlichen Trost! Vergebens vird bdieser heilige Kampf nicht wieder gekämpft werden wie von unseren Vätern, gegen ein Volk Legen wir den wohlverdienten Widerwärtig sind die Scenen in der Er hat mit der Erschütte⸗ rung der sittlichen Grundlagen im öffentlichen Wenden wir dagegen das Canrobert(6), Frossard(2.) und das Garde— corps(8.). Es fehlen also die Corps von Mac Mahon und Douay, sowie auch l' Admirault, wenn wir nicht vielmehr den Angaben des preußischen Hauptquartiers Glauben schenken dürfen, daß das letztere Corps bei der Action am 14. August be— theiligt wan, also doch zum Theil wenigstens in Metz liegt. Mae Mahon und Douapy sind offen— bar auf der südlichen Linie nach Chalons retixrirt, von ersterem wird aber wenig übrig sein. bis auf die Mittheilung, daß die feindliche Haupt- armee sich in der Nacht vom 18. bis zum 19. ganz in die Befestigungen von Metz zurückgezogen hat. Pont à Mousson, 19. August. Gestern haben wir einen glänzenden Sieg bei Gravelotte errungen. Die Franzosen wurden aus den stärk— sten hintereinanderliegenden Posilionen vertrieben und auf Metz zurückgeworfen. Sie sind jetzt auf den engen Bezirk um Metz her eingeschränkt und von Paris gänzlich abgeschlossen, nachdem die. 5 Eisenbahn von Metz nach Thionville vom 12. 1 In Nanzig, Hauptstadt der Provinz Corps besetzt worden. Die Verluste unserer Lothringen, ist bereits seit dem 16. August ein Truppen stehen leider mit der Größe ihrer helden- norddeutsches Hauptpostamt eingerichtet. müthigen Leistungen gegen die von ihnen gestürmten Saarbrücken. Von hier gingen mehrere starken Stellungen der Franzosen im Verhältniß. Züge mit Eisenbahnmaterial und etwa 800 Ueber den Kampf bei Metz am 14. August Arbeitern jeder Kategorie ab. Dieselben haben hat der commandirende General des 1. Armeecorps den Auftrag, den Schienenweg zwischen Metz und folgendes Telegramm nach Königsberg gesendet: Nanzig so umzubauen, daß der Transport unserer „Courcelles-Chaussy(Kirchdorf zwischen Fouligny Truppen nicht durch die Kanonen der Festung und Metz), 15. August. Gestern Nachmittags gestört werden kann. Das Rapon der Festung sind die Franzosen in großen Massen aus Metz reicht etwa 1½ Stunde um die Stadt. Die hervorgebrochen, nach dreistündigem heißen Kampfe durch diese Bahnverlegung neu herzustellende hat das 1. Armeccorps sie auf dem rechten Flügel Schienenstrecke hat eine Gesammtlänge von 2½ zurückgeworfen. Die Truppen haben mit einer Stunden und wird, da Material ꝛc. wohlvorbereitet Bravour gefochten und die feindlichen Positionen ist und die Arbeiter eingeübt sind, wohl in drei mit einem Elan erstiegen, daß Nork wieder die Tagen vollendet sein. Kehl, 19. Aug. Heute Vormittag wurden Mütze abgenommen haben würde. Ueber die U Namen der Tapfern, die verwundet und geblieben 1005 Kanonenschüͤsse zwischen Kehl und Straß— burg gewechselt. Im ganzen sind 8 Haäuser sind, telegraphire, so bald es mir möglich. b! hier abgebrannt. Die Citadelle habe Breschen. Manteuffel.“ Die Vogesenfestung Heute Nachmittag ruhig. Stuttgart, 21. Aug. Pfalzburg, an der Straße von Saverne nach Im Hauptquartier Mundolsheim, 16. Aug. Zunächst muß ich eine meiner gestrigen Nancy, welche bisher von den würtembergischen Truppen eingeschlossen war, hatte gestern Nach- Nachrichten berichtigen. Das Hauptquartier der badischen Division bleibt hier und dasjenige des mittag bereits capitulirt. badisch-würtembergischen Armeecorps kommt nicht Berlin. Der„Staatsanzeiger“ meldet: nach Vendenheim, sondern gleichfalls hierher. In Außer den Verletzungen der Genfer Convention diesem Augenblick befindet es sich wirklich schon haben die Franzosen am 18. Aug. nach unserem in Mundolsbeim. In vergangener Nacht, um Siege auf einen von uns abgesandten Parlamentär, Mitternacht, furchtbares Geschützfeuer. Heute gab welcher Mittheilungen im Interesse der Hum an tät ses wieder Kleingewehrfeuer in der Richtung über — 1 N f 8 — — Bischheim hinaus. Es fand dort ein lebhaftes Gesecht statt, bei welchem die Franzosen derb zurückgewiesen wurden; 150 Gefangene. Details folgen. Von Tag zu Tag glaubt man, daß ein ernsthafter Angriff bevorstehe. — Der„Mainzeitung“ kommen von einem am 20. d. von Kork bei Straßburg zurückgekehr⸗ ten höchst achtbaren Manne folgende Mittheilungen zu: Gestern Morgen um ¼7 Uhr eröffneten die während der Nacht südlich und nördlich von Kehl fertig gestellten badischen Batterien das Bombar— dement auf Straßburg. Alsbald danach wurde das Feuer von den Festungswällen erwiedert, das weniger den deutschen Geschützen gegolten zu haben scheint, als der badischen Stadt Kehl. Der am Eingang der Stadt am Bahnhof gelegene hübsche Gasthof zum Salmen gerieth durch Brandkugeln alsbald in Brand. Ebenso die nicht weit davon entfernte Bierbrauerei von Fingado, das Haus des Kaufmanns Wagemann und das Speditions— haus von Hummel und Comp. Die Bahn von Appenweier nach Kehl fuhr seit gestern Morgen nur bis Neumühl. Stadt und Dorf Kehl, letzteres bis zu meiner Abreise, 1 Uhr Mittags, noch nicht in Brand gerathen, waren von der Kinzigbrücke bei Neumühl aus gesehen in eine langgedehnte starke Rauchsäule gehüllt, durch welche man das östlich liegende Straßburg mit Ausnahme des Münsterthurms nicht bemerken konnte. Nach Mittheilungen von Kehler Bürgern, die ihr Hab und Gut in die östlich von Kehl gelegenen Orte geflüchtet, brannte es auch in Straßburg an drei Stellen. Bis gegen 10 Uhr war das Feuern beiderseits überaus heftig, von da ab schwächer. Hessen. Friedberg. Von der aus⸗ gerückten Friedberger Sanitätsmannschaft ist am Sonntag per Feldcorrespondenzkarte Nachricht an das Hülfscomité eingelaufen. Die Karte trägt das Datum von Mannheim, den 18. August, Abends 10 Uhr, das Postzeichen vom 20. Aug. Ihr hauptsächlicher Inhalt ist folgender:„Soeben erst in Mannheim angekommen. In Darmstadt 4½ Stuaden Aufenthalt. Fahren heute Nacht durch bis Neustadt, wenn möglich. Haltung der Mannschaft gut. Aufnahme und Willkomm über— all herzlich.“— Nachträglich muß die Liste der ausgerückten Mitglieder des Sanitätscorps noch dahin ergänzt werden, daß außer den schon genannten auch die Herren Siegmund Löb und Christian Brack nach dem Kriegsschauplatz geeilt sind. Friedberg, 22. Aug. Heute Vormittag trafen wiederum 21 meist Leichtoerwundete aus dem Kampfe für die Vertheidigung unseres theueren Vaterlandes bei uns ein. Ein großer Theil der— selben konnte ihrer leichten Verwundungen wegen auf ausgesprochenen Wunsch hin in ihre Heimath entlassen werden. Unter den Neuangekommenen befinden sich hessische, sächsische und preußische Soldaten. Aus den Lazarethen wurde bereits eine größere Zahl Verwundeter von hiesigen Familien in Privatpflege genommen, wozu sich alsbald viele Einwohner der Stadt bereitwilligst erboten haben. Preußen. Berlin. Die„Prov.⸗Corr.“ sagt in einem größeren Artikel über die innere Fäulniß und Zerrüttung Frankreichs: Die Lage der kaiserlichen Regierung in Frankreich ist in diesem Augenblick schwer zu bezeichnen: man ver— mag nicht zu sagen, ob der Kaiser in Wahrheit noch regiert oder nicht. Das Obercommando der Armee(in welchem die Führung von drei Divi— sionen gegen drei preußische Compagnieen bei Saarbrücken seine ruhmrcichste That war) hat er niederlegen müssen. In Paris leitet zwar ein Ministerium von persönlich ergebenen Anhängern des Kaisers die Geschäfte, aber die Zügel der Regierung scheinen ihm mehr und mehr zu ent⸗ fallen. Wenn trotzdem die kaiserliche Regierung noch bestehen bleibt, so mag es vornehmlich daran liegen, daß keine Partei, weder die republikanische, noch die orleanistische, die jetzige Erbschaft des Kaiserthums anzutreten geneigt ist, oder die Hoff— nung hegen könnte, den Verhältnissen jetzt noch eine bessere Wendung zu geben. — Um noch einmal auf die angebliche Ueber⸗ macht der deutschen Truppen über die französischen in den bisherigen Kämpfen zurückzukommen, so ergibt sich aus den Berichten des„Staatsanz.“ über die Schlacht bei Saarbrücken am 6., daß dort 27 preußische Regimenter gegen 42 fran⸗ zösische kämpften. — Zur Reorganisation des Postdienstes nach preußischem Muster begibt sich der Generalpost— director Stephan nach den von den Deutschen besetzten französischen Gebietstheilen. — Als die 130 französischen Offiziere in Königsberg ihr Tractament ausgezahlt erhielten und nun Jeder über den Empfang quittiren sollte, stellte es sich heraus, daß 17 von ihnen nicht einmal ihren Namen schreiben können. Das nennt man: au der Spitze der Civilisation marschiren! Görlitz. Das Comite zur Unterstützung der Landwehrmänner- und Reservisten-Frauen hat beschlossen, dem 5. Jägerbataillon, das bekannt— lich die erste französische Kanone erobert hat, bei seinem Einzuge in Görlitz einen silbernen Pokal in Form einer Kanone als Ehrengeschenk zu überreichen. Königsberg. Wie der„Westpr. Ztg.“ gemeldet wird, ist der Befehl hier eingegangen, wonach die Ersatzbataillone sich bereit halten sollen, in Kurzem nach dem Kriegsschauplatze aufzubrechen Auch wurde am Sonnabend der Parolebefehl ertheilt, daß unsere Militärs vom Feldwebel ab— wärts den französischen Offizieren die Honneurs zu machen haben. Andererseits sind die Letzteren angewiesen worden, ansere Offiziere zuerst zu grüßen. Wie im Jahre 1866 die gefangenen österreichischen Offiziere, so erhalten nun auch die französischen bis zum Hauptmann einschließlich 15 Sgr., die Stabsoffiziere ohne Uaterschied 25 Sgr. tägliches Tractament. Frankfurt. Von Seiten des k. Commis⸗ sars und Militärinspecteurs für die freiwillige Krankenpflege, Fürsten von Pleß, ist für die Stadt Frankfurt a. M. mit Umgebung, als einen der wichtigsten Plätze für die Lazarethe im Rücken der Armee, neuerdings ein besonderer Delegirter in der Person des Grafen Otto zu Solms-Rödel— heim, Rechtsritters des Johanniterordens und K. Majors ernannt worden. Derselbe ist bereits hier eingetroffen und hat seine Wohnung im Cron— stettischen Stift am Roßmarkt genommen, nachdem ihm die Administration des genannten Stiftes die nöthigen Räumlichkeiten daselbst auf das Zuvor kommendste zur Disposttion gestellt hat. Bayern. München. Starke Abtheilungen Ersatzmannschaften des Leibinfanterie-Regiments, des 1. und 2. Infanterie-Regiments sind von hier nach Frankreich abgegangen, um die Lücken auszufüllen, welche die Kämpfe vom 4. und 6. d. in die Reihen unserer Truppen gerissen haben. — Durch unangenehme Vorkommnisse ver— anlaßt, hat unsere Regierung befohlen, daß gefangene Turkos auf den Eisenbahnen fortan nur in geschlossenen Güterwagen(mit Vor— richtung von Luftzug) transportirt werden dürfen. Baden. Aus Bretten wird gemeldet: In einem dahier angekommenen Zug von Ver— wundeten befanden sich auch sechs Franzosen, die sich zwar ebenfalls als verwundet ausgaben, bei der Untersuchung aber als solche nicht erfun— den wurden. Dagegen waren sie mit Dolchen und Messern wohl bewaffnet. Sie wurden sofort als Gefangene behandelt. Mannheim. Am 18. d. bewegte sich ein großer Leichenzug durch die Straßen unserer Stadt. Galt es doch einem der Kämpfer für das Vaterland, dem in der Schlacht bei Wörth schwer verwundeten und hier seinen Wunden erlegenen Obersten und Commandeur des preußi— schen 46. Infanterie-Regiments, Maximilian von Stosch, das letzte Geleite zu geben. Die hiesigen Einwohner gaben mit der Theil— nahme am Trauerzuge dem Danke Ausdruck, welcher sie gegen das deutsche Heer, das im Dienste des Vaterlandes Blut und Leben ein— setzt, beseelt. Oesterreich. Wien. Die„Wiener Abend— post“ erklärt: Die Meldung der„Augeb. Allg. Ztg.“,„Frankreich habe Oesterreich als Allianz⸗ preis Preußisch-Schlesien und Theile Bayerns gegen die Abtretung Süddalmatiens und Wälsch⸗ tyrols an Italien angeboten“, gehört in den Bereich der heute üblichen Erfindungen. Gleich zeitig erklärt sich die„Wiener Abendpost“ ermäch⸗ tigt, die Meldung von Allianzanerbietungen, welche Graf Beust in Berlin zur Sicherstellung der österreichischen Gebietsintegrität gegenüber Ruß— land gemacht habe, mit Entschiedenheit zurück— zuweisen. Schweiz. Der schweizerische Gesandte in Paris hat dem Bundesrathe in Bern bezüglich der Massenausweisung der Deutschen aus Frank— reich nachträglich die Erläuterung zugehen lassen, es seien von der Maßregel ausgenommen diejenigen Deutschen, die förmlich niedergelassen seien, ferner diejenigen, die über genügende Unterhaltsmittel sich auszuweisen vermögen, oder von bekannten Personen empfohlen seien, endlich Frauen und Kinder.— Indessen dürfte die Lage der zurück⸗ bleibenden Deutschen in Paris kaum beneidens⸗ werther sein, als diejenige der ausgewiesenen. Frankreich. Paris. General Palikao hat in der geheimen Sitzung des gesetzgebenden Körpers vom 13. d. M. offen erklärt, daß die Ursache, weßhalb ein großer Theil der Mobilgarde und der Nationalgarde nicht verwendet werden könne, keineswegs Mißtrauen gegen diese Truppen sei, sondern weil es an Gewehren für dieselben fehlt! In den Archiven und Rechnungen des Kriegs— ministeriums waren 2 Millionen Chassepots als geliefert und bezahlt verzeichnet. Mindestens drei Viertheile sind nicht geliefert, das Geld dafür unterschlagen worden! — Im gesetzgebenden Körper theilt Palikao die Ernennung Trochu's mit und fügt hinzu, die⸗ selbe habe zum Motiv die Nothwendigkeit der Ernennung eines thätigen und energischen Mannes; ein anderes Motiv existire nicht. — Obgleich der Verlust eines Gewehres in Kriegszeiten eine Strafe von ein oder zwei Jahren nach sich zieht, so ist es doch vielfach vorgekommen, daß französische Soldaten ohne Gewehre ange— halten wurden, indem sie solche weggeworfen und lieber im Gefängnisse sitzen, als ihre Haut wagen wollten. Der General Decaen hat nun, um diese Berechnungen zu Schanden zu machen, folgenden Tagesbefehl erlassen:„Jeder Soldat, der sein Gewehr verloren hat, wird zu den Vor— posten geschickt werden. Es soll ihm ein neues Gewehr erst geliefert werden, wenn er einem feind— lichen Soldaten eine vollständige Ausrüstung ab— genommen hat.“ — Eine von General Trochu erlassene Proclamation sagt: In der Gefahr, in der ich zum Commandanten en chef der mit der Ver— theidigung der Hauptstadt betrauten Streitkräfte ernannt bin, nimmt Paris die Rolle ein, welche ihm zukommt. Es will der Mittelpunkt der großen Anstrengungen, der großen Opfer, der großen Beispiele sein. Ich glaube, daß der Erfolg unter der gebieterischen Bedingung guter Ordnung, Ruhe und Kaltblütigkeit unser sein wird. Ich werde die Ordnung aufrechterhalten, nicht durch die Befugnisse, welche mir aus dem Belagerungs⸗ zustand erwachsen, sondern durch euren Patriotis— mus und euer Vertrauen. Ich appellire an alle Parteien, um durch moralische Autorität die Hitz⸗ köpfe und die Leute, welche aus dem öffentlichen Unglück Nutzen ziehen wollen, im Zaume zu halten. — 20. August. Sitzung des gesetzgebenden Körpers. Palikao erklärt, darauf aufmerksam machen zu müssen, daß die Preußen verbreitet hätten, sie hätten am 18. August große Vortheile über unsere Truppen errungen. Dem gegenüber constatire er, daß die Preußen, welche Bazaine angriffen, hätten zurückweichen müssen.(2) Palikao erklärt weiter, das Vertheidigungscomite für Paris arbeitet thätig. Die Regierung habe nicht die geringste Furcht, und baldigst werde Alles in bestem Stande sein. Der Minister des Innern constatirt die richtig fortschreitende Bewaffnung der Pariser Nationalgarde, von welcher am 26, August 80,000 Mann unter Waffen sein würden. — Der„Temps“ schreibt: Herr und Frau Cuil 900 Jeoli hal Tuo ausge wieder fein b Abreis rialist daß Arme Fran, setlic 25,00 fanger ausge tin B Fran Metz freun zu fre ohne Ortsd Feind niß h fuhr ist un Belge“ über! garde um f geben Kaise mittli unter habe Paris zuerst man der 2 gelauf erst u auf schnitte Engag 185,00 und L aan der hon S Worth. scgaf. Aoegang 5 kirculi. Vedeckt giert olizei . gat; Ein de n d cugliz 5 den lassen Emil Ollivier sind vorigen Freitag im Bahnhofe von Culoz gesehen worden. Sie begeben sich nach Italien. Diese Abreise unter so traurigen Ver- hältnissen wird streng gerügt. — Der Commandant von Paris, General Trochu, hat sich in Privatkreisen rückhaltlos dahin ausgesprochen, daß die Dynastie Bonaparte nicht wieder zur Gewalt gelangen werde.— Die Kai serin befindet sich nicht mehr in Paris.— Die Abreise Ollivier's nach Italien hat vielen Impe⸗ rialisten das Signal zur Flucht gegeben. — Der„Independance“ wird telegraphirt, daß bei Mars la Tour am 16. August eine Armee von 80,000 Deutschen(2) gegen 180,000 Franzosen gestanden. Die Schlächterei sei ent— setzlich gewesen; der französische Verlust betrage 25,000 Mann, der deutsche 15,000 Mann. — Im„Sidcle“ steht zu lesen, daß die ge⸗ fangenen und verwundeten Franzosen in Frankfurt ausgezeichnet bewirthet worden und daß dies— ein Beweis für die französischen Sympathien der Frankfurter sei!(Oder auch nicht!) Die Bauern in der Umgegend von Metz wurden von dem Festungs-Commando freundlich eingeladen, ihr Vieh in die Stadt zu treiben; man werde es ihnen nicht abnehmen, ohne es ihnen redlich zu vergüten. Alle Ortschaften haben Befehl, bei Annäherung des Feindes Sturm zu läuten.— Große Finster— niß herrscht des Abends in Metz; da die Zu— Fuhr aus den Saar⸗Kohlengruben abgeschnitten st und kein Gas bereitet werden kann. Belgien. Brüssel. Der„Independance Belge“ zufolge ist das Corps Douay von Belfort über Paris in Chalons eingetroffen. Die Mobil— zarden haben das Lager von Chalons verlassen, um sich nach dem Lager von St. Maur zu be⸗ geben. — Der„Etoile belge“ versichert, daß der Kaiser Napoleon vor einigen Tagen unter Ver⸗ nittlung Englands seine Absicht zu Frievens— enterhandlungen kundgegeben habe. Graf Bismarck abe die Antwort ertheilt: wir wollen nur in aris unterhandeln, wenigstens müsse Frankreich nerst um Waffenstillstand nachsuchen. — 20. Aug., Vormittags. In Paris wußte nan bis gestern Abends nichts von dem Siege der Deutschen bei Rezonville. Nach hier ein— gelaufenen Privatnachrichtn war der Kampf est um 9 Uhr zu Ende. Bazaine ist vollständig „f Metz zurückgeworfen und von Paris abge- nitten. Das Gerücht von einem ernsthaften (gagement bei Chalons circulirt in Paris. Großbritannien. In London sind über 185,000 Thlr. für die Verwundeten, die Wittwen und Waisen in Deutschland subscibirt worden; a der Spitze dieser Stiftung steht der Baron on Schröder, einer der thätigsten Directoren der Jorth⸗Britisch Mercantile Versicherungs-Gesell— schaft. Große Beiträge sind schon der Armee zu⸗ gangen und eines der Mitglieder des Comite's mit einem Zeltlager von 200 Betten nach saarbrücken abgereist. Dasselbe enthält Alles, dus für ein Lazareth von solchem Umfang nöthig ist. Italien. Florenz, 17. Aug. In Rom culirt eine mit mehreren Tausend Unterschriften cgeckte Petition, welche von der italienischen gierung Hülfe und Schutz gegen die römische ho lizei fordert. — Die„Nazione“ sagt: Ein preußischer lezationsrath habe König Wilhelm nach Coblenz einen Brief des Pabstes und von dort des Königs Antwort zurückgebracht des Inhalts: Der König habe als Haupt des Norddeutschen Bundes nichts dagegen zu erinnern, wenn eine deutsche katholische Macht dem Pabst anstatt Frankreichs eine Be— satzung schicke, oder wenn eine neutrale Macht während der Dauer des Krieges dem Pabst Hülfe gewähre, denn er erkenne die Souveränetätsrechte des Pabstes nach jeder Richtung an. Rom. Der„Corresp. Havas“ wird vom 9. telegraphirt:„Die Räumung ist vollständig beendigt. General Dumont ist ermächtigt worden, der römischen Regierung 35 Haubitzen und 15,000 Bomben zu überlassen. Die Desertionsfälle sind in der Legion von Antibes zahlreicher als je; vor einigen Nächten sind 27 Mann von diesem Corps verschunden.“ Rußland. Auch die Deutschen in Moskau zeichnen sich durch eine außerordentliche Opfer— freudigkeit aus. In wenigen Stunden waren 8000 Silberrubel gesammelt und es ist Aus— sicht, daß in den nächsten Tagen eine erste Sendung von circa 30,000 Rubel an den Hülfs verein in Berlin abgehen könne. Amerika. Washington. Die Reglerung wies das europäische Uebungsgeschwader an, Schiffe zur Schügung der Interessen der Union nach der Elbe und Weser zu schicken, indessen die Blokade— regeln inne zu halten. — 19. August, Abends.(Kabeldepesche.) Heute fand eine große Festlichkeit der hiesigen Deutschen, anläßlich der deutschen Siege statt. 30— 40,000 Deutsche waren in Johnes Woods versammelt. Es herrschte ein großer Enthu— siasmus. Frankfurt. Am 19. Abends um 10 Uhr langte ein Zug mit verwundeten und gefangenen Franzosen hier an, darunter einige 30 Turkos. Zwei derselben waren ganz schwarz. Die gefangenen blieben mit den Ver— wundeten und den gegen 12 Uhr mit einem andern Zuge angekommenen Franzosen die Nacht über im Weserbahn⸗ hof, von wo sie am 20. Morgens nach Norden spedirt wurden. Drei gefesselte Elsässer Bauern, scharf bewacht, bildeten den Gegenstand allgemeiner Neugierde; dieselben hatten wahre Galgengesichter und schauten mit ihren Lux— augen umher, ob sich ihnen etwa eine Gelegenheit zur Flucht biete. Doch die Escorte ließ sie nicht aus dem Auge. Von ihr erfuhren wir, daß die zwei Bauern sich der Beraubung von Leichen und der dritte der Ver— stümmelung eines Verwundeten schuldig gemacht. Mainz. Vor einigen Tagen legitimirte sich einer Gefangenen höheren französischen Offiziere beim der Festungsgouvernement als Neffe unseres deutschen Dichters Abalb v. Chamisso, welcher den gleichen Damen führt, und suchte darum nach, seine Gefangen schaft bei einem Vetter, dem Sohne des Dichters, zubringen zu dürfen. In entgegenkommenster Weise wurde seinem Wunsche ent⸗ sprochen, indem er auf gegebenes Ehrenwort ohne alle Bedeckung nach Wiesbaden reisen durfte.— Am 19. d. hatten wir den Besuch eines ganzen franzöfischen Feld⸗ lazareths sammt Ausrüstung; dasselbe bestand aus etwa 40 Personen die unter dem Schutze der Genfer Convention von Weißenburg nach Köln dirigirt wurden, um durch Belgien reisend wieder nach Frankreich zu kommen. Von hier gingen sie per Dampfboot nach Köln.— Beseheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten sind weiter ein— gegangen und werden dankbar quittiri: fl. kr. durch Herrn Regterungsrath Trapp, Gaben von den Einwohnern Ober ⸗Mörlens, gesammelt durch Herrn Bürgermeister Jeckel 55 durch Herrn Gasiwirth W. Schmidt, Hülfscomités zu Reichelsheim: 1) aus den Wochenbeiträgen bes Hülfsvereins 20— 55 Rechner des 2) von der Firma F. B. Schwarz& Co. 10— durch Herrn Pfarrer Ührich aus dem Abends⸗ Gottesdienste in Beienheim 3 48 durch Herrn Lehrer Biedenkapp von den Schulkin⸗ dern Nieder Rosbachs 6— durch die Herren Vürgermeifter Helfrich, Bernhard und Haas gesammelt in Fauerbach 31 38 in der Collecte Friedbergs 16 18 von den monatlichen Gebern Friedbergs 89 5 231 49 hierzu die bereits quittirten Beträge 2676 50 2908 39 Außer den vielfältigen Gaben von Friedberg gingen ein: von Frau Kleeberger in Södel 15 Pfund geirocknete Zwetschen und Mirabellen, 100 Eier, von Herrn Pfarrer Müller in Staden 2 Flaschen Johannisbeersaft, durch Frau Lehrer Werner in Ober-Rosbach als zweite Sendung 8 Hemden, 9 Handtücher, 22 Binden, 1 Pack Compressen, 3 Päcke alte Leinwand, von Frau Oberpfarrer Fuhr in Ober-Rosbach, 1 Korb Zwieback, 5 Spreusäckchen, ver⸗ schiedenes Dürrobst. Auch für geistige Nahrung ist die Liebe thätig: Herr Director Dr. Malthias sandte leihweise für die hiesigen Lazarethe 5 Spinnstuben, 1 Neues Testament, 1 Gesang⸗ buch, 1 Katechismus, 1 Kriegsgefangenschaft, 1 Zeugnisse von Rödenbacher, 1 Jahresbericht der Bibelgesellschaft von 1866, 1 Lesestück von Fischer, 1 Kalendermann, 1 Mohr und Winsor, ferner viele Bücher von verschiedenen Herren, und die Herren Bindernagel& Schimpff stellten ihre ganze Bibliothek den Verwundeten zur Verfügung. Unsere Lazarethe sind bereils von unseren verwundeten Brüdern gefüllt und große Ausgaben zur Verpflegung an uns herangetreten, wir bitten deßhalb um weitere Gaben der Liebe. Friedberg den 22. August 1870. Für das Comits: J. Huber, Rechner. Aufruf 3 Liste einzeichnen. ur freiwilligen Krankenpflege. Angesichts der täglich sich mehrenden Anzahl der Verwundeten in den hiesigen Lazarethen ergeht an alle Herren und Damen der Ruf um Hülfeleistung. Es ist Mangel an Krankenpflegern und Pflegerinnen und wem irgend es Zeit und Umstände erlauben, wolle sich sofort in die auf dem Bürgermeisterei-Bureau offenliegende Zur Bildung eines zweiten fliegenden Sanitäts-Corps werden Anmeldungen in dem Sanitäts⸗Wachtzimmer am Bahnhof entgegengeyommen. Aufruf zur Aufnahme wollen sich bei der Bürgermeisterei anmelden. von leichtverwundeten Soldaten und Reconvalesceuten. Alle hiesigen Einwohner, welche sich zur Aufnahme der Genannten bereit erklären, Nasche Hülfe thut dringend noth! Bekanntmachung. 49 Donnerstag den 25. d. M., Nachmlttags 2 Ubr, blen der Gemeinde Vilbel gehörige 10 Pferde und welspännige Wagen unter den bei der Verstetgerung belannt gemacht werdenden Bedingungen durch unter— zupnete Stelle versteigert werten. Die Pferde, sowie Wagen sind sehr brauchbar und kinnen dleselben eingesehen werden(Gasthaus zum celrenen Engel in Vilbel). Vilbel den 20. August 1870. Großberzogliche Bürgermeisterel Vilbel. Meine Obstkelter 208 ist aufgeschlagen und biete solche zum Gebrauche an. Wittwe Morell Vorstadt Nr. 150. Bekanntmasch unn 2056 Die Genehmigung des verkauften Streulgub vom 18. Jul l. J. ist nicht erthellt worden und wird ander— weitsg Mittwoch den 24. Auguft, Morgens 8 Uhr, auf Ort und Stelle verfseigert. Die Zusammenkunft ist an der Hauptschneiße am Bainhardswald. Nieder⸗-Rosbach am 19. Augus 1870. Großherzogliche Bürgermetsterei Nieder Rosbach Jos st. Eine Parthie 0 leerer Oxhoftfässer, 200 zum Einmachen von Gurken oder Sauerkraut geetgnet, ist ganz oder theilweise zu verkaufen. Falken— gasse Nr. 5 in Franfurt a. M. Versteigerung von Pferden und Wagen. 2057 Mittwoch den 24. d. M., Vormittags 9 Ubr, sollen an Ort und Stelle 5 Zugpferde 4 Wagen, sowie eine Parthte Pferdegeschirr öffentlich meistbietend versteigert werden. Ilbenstadt u den 22. August 1870. Großherzogliche Bürgermetsteret Ilbenstadt Wien Hiische Obergährhese, 2008 für deren Güte garantirt wird, per Schoppen 12 kr., bei G. Philippi. Für die Verwundeten im Lazareth sind alte Couverten zu Unterlagen; ferner Hafer⸗ Bettpfühle oder 1 sprenkißchen jeder Größe sehr erwünscht: Kissen, für Arme, Beine dc. dc. A fl. 1. 48 kr. ir; Eine Karte von Frankreich Die Reymann'sc Specialkarte Friedberg und Nauheim. Kriegskarten mit Extraplan von Paris fl. 1 12, die als ganz vorzüglich empfohlen werden kann: A 36 kr 27 kk., 18 kr., 14 kr. in einzelnen Blatt à 36 kr., sowie die große Karte des Kriegsschauplatzes zu fl. 9. Bindernagel& Schimpff Grummetgras⸗Versteigerungen bei dem Großherzoglichen Rentamte Friedberg. 2043 Das diesjährige Grummetgras von nachgenannten Großherzoglichen Demanialwiesen wird in folgenden Terminen öffentlich an den Meistbietenden versteigert: 85 Größe Ort der 8 Gemarkung. 55 Versteigerungstermin. 8 5 Wtesen 8 Zusammenkunft. Morgen. 1 Otarben, Groß⸗ und Klein⸗] 66 Mittwoch den 31. August 1870, Auf dem Selzerbrunnen Karben Vormittags um 8 Uhr, bei Okarben. 2 Bauernheim und Ossenbeim, die] 234 Montag den 5. September 1870,] Bauernheim bei Gastwirth sog. Markwiese Vormittags 10 Uhr, Höres. 3 Lindheim 33 Freitag den 2. Seplemder 1870, Lindheim bet Gastwirth . 5 Vormittags 10 Uhr, och. f 4 J Hainchen 40 Freitag den 2. Septemder 1870,] Hainchen bet Gastwirth Mittags 12 Uhr. Jacob Schmidt. Friedberg den 16. August 1870. Groß berzogliches Rentamt Friedberg 9 Diek a d nag. 2020 An Dtejenigen, welche an den Nachlaß der im Juni l. J. verstorbenen Heincich Schäfer IV. Eheleute von Reichelsheim Forderungen oder sonstige Ansprüche zu bilden haben, ergeht die Aufforderung, solche dahier oder bei dem bestellten Vormunde Georg Wilhelm Schmid zu Reichelsheim specisieirt binnen Frißt von 3 Wochen so gewiß anzumelden, als sie sonst bei der Regulirung des Nachlasses außer Berückfichtigung bletben. Friedberg den 29. Juli 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinderger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Bekanntmachung. 2058 Philipp Emmel III. von Wohnbach kann nach dem Ergebnisse einer stattgebhabten Sachuntersuchung seinem Vermögen nicht selbstständig vorstehen, weßhalb er sich unter Curatel gestellt bat. Indem man dies zur öffentlichen Kenntniß bringt, bemerkt man, daß alle mit demselben ohne Zustimmung seiner Curatoren, Heinrich Rahn IV. und Joh. Bommersbeim von Wohnbach, abgeschiossen werden— den Rechtsgeschäfte unverbindlich find. Hungen den 18. August 1870. Großherzogliches Landgericht Hungen re Mig ee Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor Vergebung von Bauarbeiten. 2063 Die zur Erbauung eines neuen Schulhauses zu Haufen bei Butzbach erforderlichen Bauarbeiten nebst fl. Ir Materialien: 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 523 56 2) Maurermaterialten 1075 15 3) Stelnhauerarbeit 84 31 4) Zimmerarbeit 1037 32 5) Dachdeckerarbeit 196— 6) Schreinerarbeit 454— 7) Schlosserarbeit 227 17 8) Glaserarbeit 189— 9) Weißbinderarbeit 404— sollen Freitag den 26. August d. J., Nachmittags 4 Uhr, auf dem Gemelndebüreau zu Hausen an die Wenigst⸗ fordernden öffentlich versteigert werden. Vo tanschlag, Pläne und Bedingungen liegen von heute an auf unserem Büreau zur Einficht offen. Hausen am 20. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Dausen Häuser. Pferde⸗ u. Wagen-Versteigerung. 2067 Mittwoch den 24. d. M., Nachmittags 1 Uhr, 2066 und eine leschte Egge find zu tollen im Gemeindehose dahier sechs von der Gemeinde zu Kriegssuhren angeschaffte Pferde mit Geschirr, so⸗ wie drei vollftändige Wagen, öffentlich versteigert werden. Södel am 21. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Södel Rei z. en de. 206 Kriegs- Nummern ö O mn i bu s. Illustrationen in: No. 34. Gruss an das Vaterland Wilhelm I., König von Preussen. Burg Hohenzollern. NO. 35. Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preussen. Eine Feldpost. Ein Bivouak. No. 38. Prinz Friedrich Carl von Pieussen. Vorposten. Mittagsrast preussischer Artillerie. pro Nummer 3½ kr., jährlich 46 kr. Preis Viertel- Bad Nauheim. Möbe.-& Spiegellager, Sommer ⸗Jalousien empfiehlt zu Fabrikpreisen H. Blensdorf, Hof⸗Tapezier. Carricaturen auf Zeitverhältnisse(Napolcon ꝛc. ꝛc.) bei 1468 Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim. 2064 Unterzetchnetem entließ am 21. d. M. be em güttern ein Schwein im Werthe von 25 fl. Dem Wieder⸗ bringer wird eine Belohnung zu gesichert. Fauerbach b. F. Martin Walther. Fahnen! Illuminations⸗ Sachen! Bonner Fahnenfabrik. Bonn. Eine Fruchtfegemühle verkaufen bet H. Preußer. 2050 Der Unterzeichnete bat sich seit dem 14. d. M. dahter als practischer Arzt nte dergelassen. Reichelsheim i. d. W., 17. August 1870 Dr. med. Ludwig Schäfer. Bel Bindernagel& Schimpff in Frledberg und Nauheim ist zu haben: Wacht am Rhein! Juustrirte Kriegschronik Nr. 4.— Preis 9 kr. Die Wacht am Nhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zweihändig Preis 11 kr. vierhändig Preis 14 kr. Germania. 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. Preis 21 kr. Für Pianoforte allein 18 kr. Der wahre Jakob. Auguft Nummer 1870. Preis 6 kr. Dahein Die Nr. 47, die neuesie Kriegsnummer, enthält: nsgefeeg n zehupzoch n ublauvacne zn San Vierteljährlich 18 Sgr. Woͤchentlich 1 Nummer. Porträt.— Ein Wledersehen auf dem Schlachtfelde. Preußen in Speyer. Mlt Illustration von E. Hünten. — Der erste Steg. Mit zwei Illustrationen.— Die erste eroberte Mitrail⸗ leuse. Von A. v. d. Mit einer Illustration.— Die Torpedoes im Dienste des Küstenschutzes. Von Capitän z. S. Werner.— Am Familientische: Die badische Divssion und ihr Führer. Mit General von Bepers Porträt.— Dag Redacttons⸗Büreau in Kriegszeiten. Von R. K.— Grab und Wiege. Gedicht von Georg Heseklel. Preis pro Nummer 9 kr. Zu Gestellungen empfehlen sich: Binder nagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauhetm. Glacé- Handschuhe Be Pe. Kirchen buchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Getraute: 14. August. Heinrich Reinhard, hies. Bürger und Schreiner, wohnhaft zu Frankjurt a. M., Sohn des hies. Bürgers und Kutschers zu Frankfurt a. M. Johann Daniel Reinhard, und Rosa Schmidt aus Hadamar, Tochter des Küfers Franz Wilhelm Schmidt daselbst. Getaufte: 14. August. Dem bies. Bürger und Scribenten Christoph Konrad Heinrich Rausch eine Tochter Margarethe Katharine, geb. den 13. Juli. Beerdigte: 17. August. Johann Georg Hartmann hies, Bürger und Säcklermeister, 71 J. 7 M. 7 T. alt, 4 den 15. Aug. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemtinde. Mittwoch, 24. August, Vormittags ½10 Uhr, in der Burgkirche Belstunde mit Ausprach von Herrn Pfarrer Schwabe. Verantw. Red.: Hermann Schimpff — Druck und Verlag von Bindernage!& Schimz. Held von Weißenburg. Mit General v. Kirchbachs Erzählung von Arnold Wellmer.— Der Kronprinz von — Die Feldherren des Feindes. II. Mit vier Porträts. Von einem preußischen Offizier. o De Tod Extra- geilage. Nhe rhe Friedberg, 23. Aug. Die ruhmpollen Siege unserer tapferen deutschen Truppen während der verflossenen Woche sind nach den eingelaufenen Berichten mit sebr vielen theuren Opfern erkauft. Auch unsere hessischen Soldaten haben am 16. und 18. im heißen Kampfe gestanden und, ihrer übrigen deutschen Waffenbrüder würdig, mit helden⸗ müthiger Bravour gekämpft, was die ansehnlichen Verluste beweisen, von welchen die bis jetzt vom Kampfplatze eingetroffenen Nachrichten sprechen. Eine genaue Angabe der die bessischen Truppen be⸗ troffenen Verluste ist bis jetzt noch nicht möglich, da die Aufstellung correcter Verlustlisten noch nicht vollendet ist. Wir sind indeß ermächtigt, nach⸗ stehende von zuverlässiger Seile uns zugekommene Angaben, welche den Verlust von Offizieren ꝛc. und den Gesammtverlust betreffen, zur Veröffentlichung zu bringen. Sobald die in kürzester Frist zu er⸗ wartende officielle Verlustliste eingetroffen, wird die- selbe sofort durch den Druck veröffentlicht werden. Stab. Verwundet: Oberlieutenant und Divisionsadju⸗ tant Möller, schwer verwundet. Artillerie-Corps. Todt: Hauptmann Ronstadt. Oberlieutenant von Grolman. 2 Unteroffiziere. Verw.: Hauptmann Weigand. „ Freiherr v. ee. Lieutenant Beck. 5 Görs. 1 Deiß. 5 Kehrer. Portepeefähnrich Wagner. 7 Unteroffiziere. I. Jägerbataillon. Todt: Major Lautenberger. Hauptmann Schleuning. Oberlieutenant Seederer I., Bataillons— Adjutant. Lieutenant Sartorius. 3 Franck. Verw.: Hauptmann Stock. Oberlieutenant Seederer II. Lieutenant Haus. Vicefeldwebel Lemp. 1 v. Kopp. 30 Mann todt, 96 schwer verw., 123 leicht verw., 60 vermißt. Gesammtverlust 309. II. Jäger-Bataillon. Todt: Lieutenant Hunsinger. 10 Kramer. 0 Kolbe. Verw.: Hauptmann v. Hombergk. „ Becker. Lieutenant v. Wachter. 5 Lauckhard, Bat.⸗Adjutant. 1 Becker. Portepeefähnrich Ackermann. I. Infanterie-Regiment. Major Hahn. Hauptmann Lepenau. Oberlieutenant Freiherr von Stein. Reserve-Lieutenant Müller. 7 Leistert. Verw.: Major v. Röder, l. v. Hauptmann Römheld, schw. v. N von Hombergk, l. v. Lieutenant Anton, schw. v. 1 Freiherr v. Schenck, l. v. Reserve-Lieutenant Plack, l. v. 1 Best, l. v. Portepeefähnrich Soldan, l. v. Vicefeldwebel Rube, l. v. Todt und verw. 242 Mann, vermißt 127 Manu. Todt: ö ssischer Anzeiger. 2 99 II. Insanterie-Regiment. Todt: Major Gräff. Lieutenant Steinberger. Hauptmann Riedel, l. v. Oberlieutenant Kißner, schw. v. 3 Heydacker, Regts- Adj., schw. v. Haupt, schw. v. Bat.⸗Adj., l. v. Verw.: Lieutenant Hof, * Kraus. Reserve-Lieutenant Gail. „ Kuhlmann. J Hohmann. Portepeefähnrich Körner. 5 Naumann. Ruhm. Vicefeldwebel Vogt. Todt und verwundet 277 Mann. III. Jun fanter ie-Regiment. Todt: Hauptmann Beck. Reserve⸗Lieutenaut Weiß. Vicefeldwebel Zehmann. Oberstlieutenant Stamm, schw. v. Major Lannert, l. v. Hauptmann Schulz, schw. v., Fuß amputirt. Hauptmann Otto, l. v. „ Willenbücher, Knöchelbruch. Oberlieutenant Sartorius, l. v. Lieutenant Lauckhard, l. v. 7 Schäfer, Bat.⸗Adj. Vicefeldwebel Zeisberg. IV. Infanterie-Regiment. Ver w.: Todt: Reserve-Lieutenant Lauth. Reserve⸗Corporal Lichthammer. Verw.: Oberstlieutenant Zwenger, schw. v. Hauptmann Gerlach, l. v. Vicefeldwebel Mittler, schw. v. Der Gesammtverlust der hessischen Division erreicht nach den bis jetzt möglichen Zusammen⸗ feuer stieß, stellungen folgende Zahlen: Todt: 22 Offiziere. 169 Unteroffiziere u. Soldaten. Verwundet: 54 Offiziere. 1392 Unteroffiziere u. Soldaten. Vermißt: 223 Mann. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Berlin, 22. August, Morgens. In der Schlacht am 18. August waren vorzugsweise engagirt: die Garde das 2., 7. 8, 9. und 12. Armeccorps. In Reserve befanden sich das 3. und 10. Corps, von diesem sind nur geringe Ab- theilungen im Gefecht gewesen, größtentheils Ar⸗ tillerie. Der Feind stand in einer festungsähnlichen Position mit seiner ganzen Armee, ausgenommen das Corps Mac Mahon und zwei Divistonen vom Corps Failly. Bei Einbruch der Nacht waren sämmtliche Höhen erstürmt. Der Verlust ist noch nicht annähernd zu übersehen. General Kraus- haar(Sachsen), Oberst Röder und Oberst Eckert todt. Dauer der Schlacht von 12 Uhr Mittags bis 9 Uhr Abends. Mehrere Tausend Gefangene sind gemacht. Der Generalquartiermeister Pod- bielskfy.(Diese am 22. Morgens 7 Uhr einge— troffene Depesche ist in Pont à Mousson aufge— geben. Das Datum der Aufgabe bleibt noch festzustellen.) Pont à Mousson, 21. August. Noch briugt man hier fortwährend französische Ge— fangene ein. Gestern Abends kam ein Trans— port von 2000, darunter 36 Ofsiziere, heute einer mit 54 Offizieren, darunter General Plombin. Der Verlust der Franzosen in den Gefechten der letzten Tage bei Courcelles am 14., bei Vionville am 16. und bei Gravelotte am 18. August betrug allein an Todten 12— 15,000, und wenn man hiezu die Gefangenen t die gewöhnlich auf die Todten fallenden Verwundeten zählt, kann der Gesammtverlust französischer Seits nicht unter 50,000 betragen. Bei Gravelotte machten wir c. 4000 Gefangene. Kork, 20. Aug.(Officiell.) Das Bom— bardement auf Straßburg wurde fortgesetzt. In Kehl sind gestern 14 Häuser abgebrannt. Berlin, 22. August, Nachmittag. rief des Königs an dit Königin. Rezonville, 19. August. Das war ein neuer Siegestag gestern, dessen Folgen noch nicht zu ermessen sind. Gestern früh gingen das 12. Corps, die Garde und das 9. Corps gegen die nördliche Straße von Metz nach Verdun bis St. Marcel und Doncourt, gefolgt vom 3. und 10. Corps, während das 7. und 8., sodann auch das 2. bei Rezonville gegen Metz stehen blieben. Als jene Corps rechts schwenkten in sehr waldigem Terrain gegen Verneville und St. Privat, begannen diese Corps den Angriff gegen Gravelotte nicht heftig, um die große Um⸗ gehung gegen die starke Posttion bei Amanvilliers und Chatel bis zur Metzer Chaussee abzuwarten. Diese weite Umgehung trat erst um 4 Uhr in's Gefecht, mit dem Pivoteorps, dem 9., um 12 Uhr. Der Feind setzte in den Wäldern heftigen Wider⸗ stand entgegen, so daß nur langsam Terrain ge— wonnen wurde. St. Privat wurde vom Garde— corps, Verneville vom 9. Corps genommen. Das 12. und die Artillerie des 3. griffen nun in das Gefecht ein. Gravelotte wurde von Truppen des 7. und 8. Corps und die Wälder von beiden Seiten genommen und behauptet mit großem Ver⸗ luste. Um die durch die Umgehung zurückgedrängten feindlichen Truppen nochmals anzugreifen, wurde ein Vorstoß über Gravelotte bei einbrechender Dunkel- heit unternommen, der auf ein so enormes Feuer hinter den Schützengräben en étage und Geschütz⸗ daß das eben eintreffende 2. Corps den Feind mit dem Bajonuctte angreisen mußte und die feste Position vollständig nahm und behauptete. Es war 8½ Uhr, als das Feuer auf allen Punkten nach und nach schwieg. Bei jenem letzten Vorstoß fehlten die historischen Granaten von Königgrätz nicht, aus denen mich diesmal Minister Roon entfernte. Alle Truppen, die ich sah, be⸗ grüßten mich mit enthustastischen Hurrahs. Sie thaten Wunder der Tapferkeit gegen einen gleich braven Feind, der jeden Schritt vertheidigte und oft Offensivstöße unternahm, die jedesmal zurückgeschlagen wurden. Was nun das Schicksal des Feindes sein wird, der in dem verschanzten, sehr festen Lager der Festung Metz zusammen⸗ gedrängt steht, ist noch nicht zu berechnen. Ich scheue mich nach den Verlusten zu fragen und Namen zu nennen, da nur zu viele bekannte genannt werden, oft unverbürgt. Dein Regiment soll sich brillant geschlagen haben. Waldersee ist verwundet, ernst aber nicht tödlich, wie man sagt. Ich wollte hier bivouakiren, fand aber nach einigen Stunden eine Stube, wo ich auf einem mit- geführten königlichen Krankenwagen ruhte und da ich nicht ein Stück meiner Equipage von Pont à Mousson bei mir habe, völlig angezogen seit dreißig Stunden bin. Ich danke Gott, daß er uns den Sieg verliehen. Wilhelm. Die Avantgarde der Armee des Kron— prinzen ist nach Pariser Depeschen bereits in Saint Dezier angekommen, etwa acht deutsche Meilen von Chalons; wenn Mac Mahon eine Schlacht dort annimmt, muß sie also in der allernächsten Zeit zu erwarten sein. Er hat aber außer dem noch intacten Douai— schen Corps nur noch sein eigenes decimirtes und was von Nationalgarden nicht schon nach Paris geschickt ist. Sulz, 17. August. Die Festung Bit sch wird fortwährend durch Batterlen des 2. babe rischen Artillerie-Regiments v. Brodesser be⸗ schossen. Saarbrücken, 19. Aug. Aus Holland ist gestern ein aufs Beste und Praktischste ein⸗ gerichtetes Feldlazareth hier eingetroffen und hat zugleich eine Anzahl männlicher und weib— licher Bedienung mitgebracht. Es ist in dem Hof der Kaserne Nr. 1 aufgeschlagen und kann als wahres Muster betrachtet werden.— Es wird mitgetheilt, daß ein bei einem hiesigen Einwohner als leicht verwundet aufgenommener französischer Capitän sein Ehrenwort gebrochen und das Weite gesucht hat. Es dürfte ein solches Verfahren nicht geeignet sein, das Loos seiner hier weilenden Schicksalsgenossen zu er— leichtern. Swinemünde, 18. Aug, Abends. Heute Vormittag gegen 11 Uhr erschienen 6 feindliche Kriegsschiffe, anscheinend 2 Panzer⸗Fregatten, 2 Panzer⸗Corvetten, 1 Holz-Corvette und ein Aviso vor dem hiesigen Hafen. Sie blieben kreuzend in einer Entfernung von circa zwei Meilen; um 3 Uhr steuerte die Holz-Corvette (Glattdeck) unter Parlamentärflagge auf den Hafen zu, ging circa eine halbe Meile von den Moolen entfernt vor Anker und sandte ein Boot dem gleichfalls unter Parlamentär— flagge in See gegangenen Lootsen-Schooner entgegen. Ein im Boot befindlicher Marine— Offizier übergab dem diesseitigen Offizier auf dem Lootsen- Schooner zwei die Blokade— Anmeldung enthaltende Briefe an den Bürger— meister von Swinemünde und den englischen Consul. Nancy. Am Freitag(12.) waren bereits fünf- undzwanzig Ulanen in Nancy eingeritten und hatten eine Kriegscontribution von 50,000 Frs. erhoben, nachdem sie in Blainville die Communi⸗ cationen der Stadt mit Epinal und dem südlichen Frankreich zerstört hatten. In Frouard führten andere Ulanen dieselbe Unterbrechung aus. Ein in Nancy erscheinendes Blatt berichtet über das Einrücken deulscher Truppen:„Gestern, Freitag, ten 12. August, um 3 Uhr Nachmittags, ein schmerzliches Datum für uns und unsere Nach- kommen, haben vier preußische Soldaten Besitz ergriffen von der Stadt Nancy, vormaliger Haupt- stadt von Lothringen und Hauptort des Depar- tements der Meurthe. Fügen wir um unserer Ehre willen gleich hinzu, daß Nancy eine offene Stadt, seit dem Tage zuvor keinen einzigen Sol— daten mehr besaß und daß im Interesse der Stadt die städtische Behörde für gut befunden hatte, Ruhe zu empfehlen. Eine halbe Stunde später rurchzog eine Abtheilung von 26 Preußen die Stadt und nahm Besitz von der Eisenbahnstation, deren Chef zum Gefangenen auf Ehrenwort gemacht wurde. Der Herr Maire wurde vor den Com- mandanten der Expedition berufen, die zwischen St. Max und der Straße nach Essey campirte Während dieser Zeit durchritt ein Ulanenoffizier, von 2 Mann gefolgt, im Galopp die Stadt, um die Ortslage zu recognosciren. Bei der Rückkehr des Herrn Maire mußte der Stadtrath eine Summe von 50,000 Fr. votiren und große Rationen Hafer. Sie hatten Anfangs nicht weniger als 300,000 Frs. verlangt und fanden, daß 50,000 für eine Stadt mit so schönen Ge bäuden nur eine Kleinigkeit wäre. Für die kurze Dauer ihres Aufenthaltes haben die Preußen ihre Zeit nicht verloren. An der Eisenbahnstation vornehmlich haben 20 Bürger unter preußischer Leitung vielen Schaden anrichten müssen, indem sie die Schienen bis nach Maxeville aufrissen, wo die Schienen in den Canal geworfen wurden. Die Telegraphenstangen wurden auch niedergehauen. Die Zahl der Ulanen war 150; zwei Gasthöfe von Nanch wurden in Requisition gesetzt, jedes für ein Mittagsessen für 75 Personen; der Speise— zettel war wie solgt: Suppe, Rindfleisch, Gemüse, ein Litre Wein und 6 Cigarren für den Mann Ueberdies hatte man Kaffee bestellt für den nächsten Morgen um 4 Uhr, aber um 4 Uhr waren alle Ulanen verschwunden. Tags darauf sind denn natürlich größere Abtheilungen gefolgt. Darlehenskassen — Das Elsaß ist durch eine Menge kleiner Forts, die größtentheils noch von früheren Zeiten her⸗ rühren, geschützt und die stärksten und wichtigsten davor, Weißenburg, Hagenau, Bilsch, Pfalzburg und Lützelstein, sind theils von den deutschen Truppen gewaltsam erstürmt worden, theils von den Franzosen oft in größter Eile und mit Zurück- lassung der Geschütze und Vorräͤthe geräumt wor⸗ den, theils darch kleine Landwehrabtheilungen ein- geschlossen. So kann man mit Recht behaupten, daß mit Ausnahme des vollkommen cernirten Straßburg fast das ganze Elsaß sich bereits definitiv in unserer Gewalt befindet, indem es von unseren Cavaleriecorpe kreuz und quer ungebindert durch- streift wird. Wahrscheinlich sind diese sehr starken Streifcorps jetzt schon viel weiter in das Innere von Frankreich hineingegangen und schneiden den französischen Truppen so viel nur immer möglich alle Transporte ab. Es sind jetzt an 74 deutsche Cabalerieregimenter allein auf französischem Boden, und doch bleiben der Hauptarmee, trotz aller dieser großen Streifcorpe, noch immer beträchtliche Cavaleriemassen zur freien Verfügung. Allein im Elsaß stebt eine Reiterdivision von 6 Regimentern und zwei Batterien, deren Abtheilungen den ganzen Elsaß durchstreifen bis nach Mühlhausen und Colmar hin und täglich reiche Beute machen. Hessen. Darmstadt. Den 27. d., Vormittags 10 Uhr, tritt die zweite Kammer zur Berathung der Gesetzesvorlage über die zusammen. Einen weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildet die das Schullehrerpensionsgesetz betreffende Recom— munication der ersten Kammer. Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt folgenden Artikel: Privatberichte aus Italien melden, es sei das Gerücht ver⸗ breitet, der norddeutsche Gesandte in Rom habe dem Papste Besatzungstruppen angeboten. Wir sind zur Erklärung berechtigt, die Regierung habe weder durch die Gesandtschaft, noch auf anderem Wege irgend Jemanden ein derartiges Anerbieten gemacht und ebensowenig sei von Rom das Verlangen nach Besatzungstruppen Frankfurt. Schon am 21. d. konnte man einfache Briefe, mit 1 Silbergroschen⸗ Marke versehen, von hier nach dem Elsaß und Lothringen senden. Sachsen. Dresden. Das„Dr. 8 berichtet: Ein beim Kriegsministerium einge⸗ gangenes Telegramm über den Antheil der Sachsen au der Schlacht bei Rezonville(Grave⸗ lotte) sagt: Das sächsische Armeekorps trat neben den preußischen Garden um 4 Uhr mit gutem Erfolg in das Gefecht ein. Die Ver⸗ luste und Details sind noch unbekannt. Es wurden viele Gefangene gemacht. Engagirt waren das 2., 7., 8, 9., 12. und 3. Corps, die Garde und Artillerie. Baden. Karlsruhe. Drei franfösische Geschütze, welche unsere Truppen bei Straßburg erbeutet, wurden hierher gebracht. Frankreich. Paris Das„Journal officiel“ sagt: Da der Regierung wegen der Unter ⸗ brechung der telegraphischen Verbindung keine Depesche von der Rheinarmte zugegangen ist, hat sie Ursache zu glauben, daß der Plan Bazaine“s noch nicht zur Ausführung gelangt ist. Die hel⸗ denmüthige Haltung unserer Soldaten bei den verschiedenen Kämpfen mit dem an Zahl sehr überlegenen Feinde läßt ein Gelingen der weiteren Operationen hoffen. Der Feind ist in Saint⸗ Dizier erschienen. Chalons, 20. August, Abends. Ofsiciel. Der Kaiser besichtigte gestern zu Pferde mehrere Armeecorps. Ueberall wurde er von den Soldaten umringt, die vorwärts zu marschiren verlangten. Italien. Florenz. Die Linke verlangt entweder sofortige Besetzung des Kirchenstaates oder Zurückziehung der Observationsarmee.— Die schweren Niederlagen der Franzosen machten in den höheren Kreisen einen ungewöhnlich tiefen Eindruck. — Die Commandanten der Observationsarmee in Mittelitalien, Cadorno, Cosenz, Maze de la Roche und Ferrero, sind nach in Florenz abge⸗ baltenem Kriegsrath in Orvleto eingetroffen. Man spricht von dem sofortigen Einmarsch in den Kirchenstaat. Die„Gazz. d'Italia“ dagegen will wissen, nach getroffenem Uebereinkommen werde der zu erkennen gegeben. — Der aus dem„Journal de Bruxelles“ mitgetheilte Briefwechsel zwischen dem Papste und dem Könige von Preußen wird nach der⸗ selben Quelle jetzt auch im„Staatsanzeiger“ abgedruckt. Seine Aechtheit ist somit außer Zweifel. — Wie aus der„Köln. Volksztg.“ zu ersehen, ging am 17. Nachmittags auf zwei Ertra⸗Eisenbahnzügen ein großer Belagerungs— park, von Minden kommend, zur Belagerung von Strasburg durch Köln. — Die„Kriegszeitung“ schreibt:„Was jetzt geschehen wird, laßt sich schwer voraus- sagen und wird sich wesentlich nach dem Ver— halten der auf Metz zurückgeworfenen Feinde richten. Eine Armee von 4½ Corps repräsen— tirt ca. 160,000 Mann, zu denen dann noch die Garnison von Metz hinzutriit. Allerdings haben einzelne Corps bereits stark gelitten und es wird vielleicht nicht unrichtig sein, die Armee bei Metz auf Total 150,000 Mann anzunehmen. Dies ist eine sehr respectable Macht selbst für einen weit uͤberlegenen Gegner; sie wird um so respectabler, wenn sie sich auf einen Waffen⸗ platz ersten Ranges wie Metz stuͤtzt, der ein— mal die ganze Armee aufnehmen kann und ihr dann ferner erlaubt, an jedem Tage und nach jeder Richtung hin eine beliebig große Truppenmacht zu verwenden. Die Armee, welche einen solchen Feind in einer Festung eingeschlossen hält, muß stärker sein als dieser, denn sie muß jeden Augenblick in einer weit— läufigen Dislocation auf einen Angriff des stets concentrirten Gegners gefaßt sein. Rechnen wir nun die 1. und 2. Armee pp. zu 330,000 Mann(11 Corps, Garde: 1., 2., 3., 4., 6., 7., 8, g., 10, 12. und wahrscheinlich 2 Land— wehrdivisionen), so könnten dieselben immer noch 2 bis 3 Corps an die 3. Armee zum Vormarsch auf Chalous abgeben.“ gonze Kirchenstaat, mit Ausnahme Roms, von italienischen Truppen besetzt, Rom aber bliebe neutrale und moralische Hauptstadt Italiens. Abendlied eines verwundeten Kriegers auf dem Schlachtfeld. Abendroth— Abendroth, Leuchtet Manchem nun zum Tod. Wie viel Blut ward heut' vergossen! Ach, wie liegen sie zerschossen Auf dem weiten Leichenfeld! Um mich her— um mich her— Ach wie wird das Herz mir schwer!— Bluten tausend muth'ge Krieger, Ruhmvoll starben sie als Sieger, Auch mein bester Kamerad. Wunde brennt— Wunde brennt, Ach, vielleicht naht bald mein End. Mir ist doch ein Trost geblieben, Der sei mir auf's Grab geschrieben: „Sterbe für mein Vaterland.“ Vaterland— Vaterland, Blutend grüßt dich meine Hand. Moͤcht' dich gerne wieder sehen, Neu wirst du jetzt auferstehen In der Einheit lichtem Glanz. Gute Nacht— Gute Nacht! Glücklich, wem der Morgen lacht; Ob ich hier auf fremder Erde Morgen schon begraben werde, Steht allein in Gottes Hand. Gnäd'ger Gott— Gnäd'ger Gott, Sieh' herab auf meine Noth!— Doch ich will nicht feige weinen, Gott der Herr verlässet Keinen, Der auf seine Gnad' vertraut Heidelberg. Emil Otto. Hell bei! Bel Krel rüͤckg auf, thier. je nc streng vollst nuß, heit die bleib verst 0 Hette ist es gehör zu er polen schaft Mitte