—* Leid 1 n utecegg 50& Sch, — — ende In aan — ieddbef, Samstag den 22. October. M 125. — Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger armee Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Auf das vierte Quartal dieses Blattes können noch Abonnements angenommen und vollständige Exemplare desselben geliefert werden. — Amtlicher Theil. Betreffend: Die öffentliche Versteigerung verfallener und nicht renovirter Pfänder der hiesigen Pfand⸗ und Lelhanstalt. Friedberg den 19. October 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Sie, insbesondere diejenigen von Ihnen, deren Angehörige ein Interesse an der Pfänderversteigerung des hiesigen Pfandhauses haben, welche von deren Verwaltung auf Montag den 31. October nach dem Oberh. Anzeiger anberaumt worden ist, werden beauftragt, den Ver⸗ steigerungstermin in den Gemeinden veröffentlichen zu lassen. * E A inne ee Betreffend: Die außerordentlichen Sitzungen des Bezirksraths in 1870. Da dies seither öfter zum Schaden von Betheiligten nicht geschehen ist, auch das Interesse des Pfandhauses erfordert, so erwarten wir pünktliche Befolgung auch bei späteren Versteigerungsterminen. dies Trapp. n g. Wir bringen zur Kenntniß der Kreisangehörigen, daß der Bezirksrath des Kreises Friedberg zu einer außerordentlichen öffentlichen Sitzung Donnerstag den 27. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg zusammentreten wird. Tagesordnung. 1 Beschaffung der für die Kriegsfuhren zu gewährenden Verguͤtigungen und zum Ersatz der Beschädigungen erforderlichen Mittel. 2) Berathung eines Supplementarvoranschlags für die Kreiskasse pro 1871. Friedberg den 19. October 1870. an den Gespannen und Fuhrwerken ermittelten Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 17. Okt.(Verspätet durch wen benen General Senfft v. Pilsach wertrieb am 12. d. M. 3000 Mobilgarden aus Breteuil. Vor Paris wurde am 14. Okt. ein Ausfall mehrerer französtscher Bataillone durch die Feld- wachen und einige Geschütze des zwölften Corps zabgewiesen. Am 15. arbeitete der Feind an den Ver⸗ schanzungen bei Billejuif und wurde durch die Feldartillerie des sechsten Corps vertrieben. Kein Verlust. Versailles, 18. Okt. Neues. General Werder meldet: Der vor mir be— findliche Feind zog sich bei Annäherung diesseitiger Truppen fluchtartig auf Belfort und per Bahn auf Dijon zurück. Die Eisenbahnlinie Vesoul⸗ Belfort wurde diesseits unterbrochen. Die Ein- wohner, vom Terrorismus ihrer eigenen Leute befreit, zeigen sich sehr entgegenkommend. Circa 500 gefangenen Mohilgarden gelang es, in der Gegend von Chateau-Thierry, um 16. Oct. während eines Angriffs der Franc— ireurs zu entkommen. v. Podbielsky. Versailles, 19. Okt. Die 22. Division won der Armee des Kronprinzen hat gestern den etwa 4000 Mann starken Feind bei Chateaudun [westnordwestlich von Orleans) angegriffen, ge— schlagen und die verbarricadirte Stadt erstürmt. — Viele Gefangene sind gemacht. Diesseitiger Verlust ist gering. v. Blumenthal. Vor Paris nichts Aus Versailles, 12. Oktober, wird der „Weserztg.“ berichtet:„Es ist ein Befehl ergangen, der alle Requisitionen in den französischen Landes- ühellen auf das Strengste von nun an untersagt; die für die Armee nothwendigen Lebensmittel an Hafer, Heu und dergl. für die Pferde sollen ent- weder von Deutschland herangeschafft oder auf französischen 1 durch Ankauf erstanden werden; der Centner Hafer wird mit 4 Thalern bezahlt. Versailles. Der„A. Allg. Ztg.“ theilt ein Augenzeuge über den Kampf bei Orleans am 11. d. folgende Details mit:„Das erste baperische Armeecorps bildete, auf der Hauptstraße nach Orleans marschirend, den linken Flügel unserer Aufstellung und zwar solchergestalt, daß die dritte Brigade auf der äußersten linken Flanke, die vierte Brigade mehr im Centrum stand und die erste Division die Reserve bildete. Den rechten Flügel nahm, auf der Straße von Chartres nach Ormes marschirend, die 22. Division des elften preußischen Armeecorps ein. Diese stieß bei Ormes gegen 10½ Uhr Vormittags auf eine französische Schanze, welche sie verlassen fand. Ueber dieselbe wegdebouchirend, fand sie die dahinter liegenden Schützengräben noch vom Feinde besetzt, welcher hier und hinter einer zweiten Schanzenlinie einen zähen Widerstand leistete. Nach dreistündigem Kampf war die Position des Feindes genommen und die Preußen und Bayern rückten jetzt gemeinschaftlich gegen die Stadt Orleans vor, in welche die Franzosen sich zurück⸗ gezogen hatten. Gegen 6 Uhr Abends gab General v. d. Tann das Zeichen zum Angriff, und Orleans wurde mit stürmender Hand genommen. Die Zahl der Gefangenen belief sich auf mehr als drei Tausend und die Loire-Armee hat aufgehört zu existiren. Der Einzug unserer Truppen in Orleans fand noch selbigen Abend bei Mond- schein statt.“ —„Daily News“ melden, daß in den letzten Tagen das Belagerungscorps vor Paris um etwa 100,000 Mann, meist Landwehr, Garde und einen großen Theil des 13. Corps verstärkt sei. — Das Belagerungscorps vor Soissons hatte zuletzt, nach belgischen Blättern, eine Stärke von 22,000 Mann mit vielem schweren Geschütz, welches jetzt gegen andere Festungen im nördlichen Frankreich dirigirt wird. — Am 11. Okt. wurden unweit Epernay in der Nacht heimlich die Schienen der Eisenbahn aufgerissen, wodurch leider ein Zug, der kranke Soldaten beförderte, verunglückt ist. Es sind drei Soldaten bei dieser Gelegenheit getödtet und einige zwanzig mehr oder weniger verwundet worden. Um ähnlichen Fällen vorzubeugen, müssen jetzt alle Ortschaften an der Eisenbahn Geißeln stellen, welche stets in den vordersten und daher am meisten gefährdeten Wagen auf jedem Eisen⸗ bahnzuge mitgeführt werden. Kommen daher ähnliche schändliche Zerstörungen der Bahn wieder vor und verunglückt ein Zug, so sind diese fran— zösischen Geißeln stets diejenigen Personen, welche ihr Leben einbüßen. Vor Metz sind die Schützengräben und Tran⸗ cheen fertig und die Batterien mit 12 Pfündern besetzt; die Franzosen feuern unaufhörlich, die Preußen beschießen die französischen Lager. Es stellen sich viele Deserteure aus Metz. — Die Verluste der Landwehrdivision Kummer und der Theile des 3., 10., 1. und 7. Armee⸗ Corps, welche an den Gefechten vom 7. Oktober vor Metz Theil genommen, betragen nach genauen Ermittelungen 65 Offiziere und 1665 Mann. Auf dem linken Ufer hat der Feind mit etwa 20,000 Mann gefochten, darunter die beiden Gardedivisionen, von denen Gefangene in unsere Hände fielen.— Es wurde mit großer Bestimmt⸗ heit versichert, daß Bazaine beim letzten Ausfall nicht mehr das Commando gehabt habe. Er soll an einem Brustschuß, den er im Duell mit dem Exkriegsminister erhalten, schwer krank zu Bette liegen und bereits einen Boten an den König von Preußen mit dem Gesuch um freie Passage nach Süd⸗Frankreich gesendet haben. Was daran wahr ist, bleibt dahin gestellt. Straßburg. Nach dem„Staatsanzeiger“ sind während der förmlichen Belagerung don Straßburg acht verschiedene Geschützarten preußi⸗ scherseits und deren vier badischerseits in Thätig⸗ keit gewesen und zwar im Ganzen 241 Geschütze, nämlich 30 lange gezogene 24⸗Pfünder, 12 kurze gezogene 24⸗Pfünder, 64 gezogene 12⸗Pfünder, 20 gezogene 6⸗Pfünder, 2 gezogene 21⸗Centimeter- Mörser, 19 50 pfündige, 20 25 pfündige und 30 7pfündige glatte Mörser; diesen sind zur Beschießung der Citadelle badischerseits hinzuzufügen 4 Bpfündige Mörser, 8 60pfündige Mörser, 16 gezogene 12⸗Pfünder, 16 gezogene 24 Pfünder. Von den genannten 241 Geschützen sind im Ganzen 193,722 Schuß und Wurf in die Festung gefeuert worden und zwar 162,600 von den 197 preu⸗ ßischen und 31,122 von den 44 badischen Ge⸗ schützen. Es sind dies gewesen: f 28,000 Granatschuß aus dem langen gezogenen 24.Pfünder, 45,000 Granatschuß aus dem gez. 12⸗Pfünder, 8,000 Granatschuß aus dem gez. 6⸗Pfünder, 5,000 Shrapnelschuß aus dem gez. 24-Pfünder, 14,000 Shrapnelschuß aus dem gez. 12.Pfünder, 4,000 Shrapnelschuß aus dem gez. 6⸗Pfünder, 3,000 Langgranatsch. aus den 15⸗Ctm⸗ Kanonen, 600 Langgranatwurf aus 21⸗Centim.⸗Mörsern, 15,000 50 pfündige, 20,000 25 pfündige, 23,000 7pfündige Mörsern. Diese Summen ergeben als statistisches Re— sultat, daß in den 31 Tagen des förmlichen An- griffe auf Straßburg im Ganzen also 193,722 Schuß und Wurf, durchschnittlich demnach an jedem Tage 6239, in jeder Stunde 269, in der Minute also fortlaufend 4—5 Schuß oder Wurf in die Festung gefeuert worden sind.— Bei dieser Ge⸗ legenheit ist noch zu erwähnen, daß das Gewicht der einzelnen Geschosse nicht nach deren Eisen— gewicht, sondern nach dem einer steinernen Kugel von gleicher Größe(in einzelnen Fällen auch nach dem Durchmesser bestimmt wird, so daß beispiels— weise das Gewicht der 7-60 pfündigen Bomben im Verhältniß ihres Kalibers bis 180 Pfd. steigt. Straßburg. Man meldet aus Pfalz- burg, daß im Laufe der letzten 14 Tage weitere 47 Häuser durch das Bombardemenk zerstört worden seien. Straßburg. Valentin, der republikanische Präfekt von Straßburg, der nach Coblenz ge— bracht worden, hatte bekanntlich während der Be— lagerung von der Regierung die Aufgabe zuertheilt bekommen, sich auf jede ihm mögliche Weise auf seinen Posten zu begeben. Er verkleidete sich als Bauer und gelangte unter großer persönlicher Gefahr in's Hauptquartier Schiltigheim. Dort spähte er die Positionen der Deutschen aus und hatte dann die Kühnheit, in einen der mit Wasser gefüllten Laufgräben zu springen. So gelangte er glücklich bis zum Judenthor, wo er sich von der Wache festnehmen und vor Uhrich führen ließ, der ihn sofort in sein neues Amt installirte. Herr Valentin hat schon im Jahre 1848 als Vertreter Straßburgs eine Rolle gespielt und war damals an der Seite Ledru- Rollin's. Altbreisach, 19. Okt. Die Brücke von Ichenheim(unterhalb Sponeck) nach dem gegenüberliegenden Ufer bei Arzenheim ist seit vor⸗ gestern vollendet und damit eine directe Verbindung mit dem Hauptquartier des Commandeurs von Schmeling von der 4. Reservedivision und den Belagerungstruppen bei Schlettstadt und Neu- breisach hergestellt. Nach den Massen von Schanz⸗ zeug ꝛc., die seitdem nach Schlettstadt geführt werden, zu urtheilen, wird wohl in den nächsten Tagen mit einer regelrechten Belagerung dieser Festung begonnen werden, nach deren Einn ahme Neubreisach an die Reihe kommen dürfte. Bombenwürfe aus glatten Hessen. Darmstadt. Das Großherzog— liche Regierungsblatt Nr. 49 enthält nachstehendes landesherrliche Ediet, die Verfassung der evan— gelischen Kicche des Großherzogthums Hessen be⸗ treffend: Um für die evangelischen Gemeinden Unseres Großherzogthums, der von Uns kund⸗ gegebenen Absicht gemäß, eine presbytetial⸗ synodale Verfassung auf Grund kirchlicher Selbst⸗ ständigkeit herbeizuführen, haben Wir durch Unsere kirchlichen Behörden den Entwurf einer solchen Verfassung ausarbeiten lassen und diesem in der Fassung, wie er nachstehend fölgt, Unsere Geneh— migung ertheilt. Zugleich haben Wir Unser Ministerium des Innern beauftragt, nach Maß⸗ gabe der in djesem Versassungsentwurfe enthaltenen Bestimmungen die erforderlichen Anordnungen zur Wahl der provisorisch zu bildenden Kirchenvor— stände zu tressen und, nachdem diese sämmtlich gebildet sein werden, die Dekanatssynoden zu bilden und einzuberufen, damit diese nach Maß- gabe der für die Bildung der Landes- Synode getroffenen Bestimmungen die Mitglieder einer außerordentlichen Synode wählen, welcher der Entwurf der Kirchen ⸗Verfassung zur begutachtenden Berathung vorgelegt werden soll. Urkundlich ꝛc. Es folgt hierauf der 108 Paragraphen umfassende Entwurf. Abschnitt I.(§. 1—4) handelt von der Kirche und den Kirchengemeinden im Allgemeinen; Abschnitt II. von Kirchengemeinden und deren Vertretung, und zwar A.(§. 530) von den Kirchengemeinden, B.(§. 31—57) von den Dekanats-⸗Synoden, C.(§. 5881) von Landes⸗ Synoden; Abschnitt III. von den Dienern und den Be⸗ hörden der Kirche: A.(§. 82—87) vom Pfarramte, 3.(§. 88-90) vom Dekanate, 0.(§. 91—99) von Superintendentur, D.(F. 100— 106) vom Obercon⸗ sistorium. Von den Schlußbestimmungen lautet der letzte Paragraph: In Bezug auf die Aufbringung der Mittel zur Befriedigung der lokalen kirchlichen Bedürfnisse bleibt es vorerst bei den bestehenden Bestimmungen. Die Art und Weise der Aufbringung der Mittel zur Bestrettung der allgemeinen Lasten wird durch ein besonderes Gesetz geordnet werden — Unter dem 11. d. wurde dem Renkamt⸗ mann des vorhinigen Rentamts Grünberg, Eduard Klietsch, das Rentamt Langen, dem Rentamt⸗ bevor nicht die Stadt Paris noch einmal, natür- lich mit ganz kurzer Frist, zur Uebergabe auf. gefordert ist. 3. — Der„Staatsanzeiger“ bestätigt, daß die Nachricht, die Beurlaubung des Botschafters des norddeutschen Bundes in London, Grafen Bern. storff, stehe bevor, jeder Begründung entbehre. Königsberg. Die Leuchtfeuer bei Pillau, Brüsterort und Memel sind am 16. d. wieder angezündet worden. Köln. Von hier wird berichtet: Dieser Tage hatte man durch Verrath von zwei Sergeant— Majors Nachricht bekommen, daß bei den Turcos und Zuaven auf der Wahner Haide viele Waffen existirten. Die angestellte Reviston ergab denn auch ein über alles Erwarten günstiges, resp. un⸗ günstiges Resultat, denn man fand nicht weniger als 64 Revolver und 1000 lange Schlitzmesser. Bei Beginn der Reviston am linken Flügel hatten die auf dem rechten Flügel stehenden Turcos ihre Waffen schnell im Boden ihrer Zelte vergraben. Bayern. München, 20. Okt. Minister des Aeußern Graf Bray, der Justiz⸗ minister Lutz und der Kriegsminster Prankh sind heute früh nach Versailles in das Hauptquartier abgereist. mann des Rentamts Nidda, Karl Welcker, das Rentamt Seligenstadt übertragen und der Ober⸗ domänen⸗Calculator erster Klasse Wilhelm Rube zum Rentamtmann des Rentamts Nidda ernannt. Durch Allerhöchstes Dekret vom 12. d. wurde der Landrichter Hoffmann in Altenstadt zum Hof- gerichtsrath in Gießen ernannt. — Von der Kaiserin von Rußland sind dem Hülfscomite 300 fl. mit der Bestimmung für die bei Metz kämpfenden deutschen Truppen überwiesen worden. — Die jüngsten„Evangel. Blätter“ schlagen vor, der Gustav⸗Adolf-Verein solle sein diesjähriges Liebeswerk Straßburg zuwenden und die dortige eingeäscherte protestantische Kirche wieder aufbauen. Preußen. Berlin. Die„Prov.⸗Corresp.“ schreibt: Vor Paris sind die umfassenbsten Vor⸗ bereitungen zum Bombardements der Forts ihrem Ende zugeführt. Die Belagerungsgeschütze dürften trotz aller Transportschwierigkeiten vollständig vor Paris eingetroffen sein und die bevorstehende Woche wird kaum vergehen, ohne daß die deutsche Artillerie ihr gewaltiges Werk in voller Aus- dehnung begonnen hat. Betteffs des von Bazaine ins Hauptquartier abgesandten Generals bemerkt die„Prov. ⸗Corresp.“: Ob diese Verhandlungen jedoch die Capitulation von Metz zum Gegenstand und Ziel haben, bleibt abzuwarten. Die„Prov.“ Corresp.“ schreibt weiter: Der König hat in den letzten Wochen mit seinen Räthen auch die großen politischen Aufgaben der nächsten Zeit, besonders die weitere Entwicklung der deutschen Einigung, vielfach erwogen. Die Vorberathungen darüber sind so weit gediehen, daß nunmehr unmittelbare Verhandlungen darüber mit den Vertretern der süddeutschen Regierungen im königlichen Haupt⸗ quartier stattfinden sollen. Die Ergebnisse dieser Berathungen werden voraussichtlich schon Gegen— stand weiterer Verhandlungen mit dem im November zu berufenden Reichstage sein können. Der Finanzminister Camphausen hat sich zur Theil— nahme an den schwebenden Berathungen nach Frankreich begeben. Das genannte Blatt sagt serner: Die Gerüchte von Friedens vermittelungen, welche im königl. Hauptquartier Seitens neutraler Mächte neuerdings versucht sein sollen, sind mit größter Vorsicht aufzunehmen. Jedenfalls werden alle etwaigen Friedensversuche zunächft darauf gerichtet sein müssen, die Franzosen felbst zum vollen Bewußtsein ihrer Friedensbedürftigkeit und zur vorläufigen Anerkenntniß der unerläßlichen Gundlagen des möglichen Friedens zu bringen. — Wie die„Ostpr. Zig.“ wissen will, werden nun auch die Ersatzreserven zweiter Klasse und Landwehr aus dem Jahrgange 1854 einbeordect. — Die„Zeidler'sche Corresp.“ schreibt: Gegen⸗ über den fast täglich wiederkehrenden Nachrichten von dem Beginne des Bombardements von Paris glauben wir darauf aufmerksam machen zu sollen, daß dieses Bombardement schwerlich beginnen dürfte, Würtemberg. Stuttgart, 19. Okt. Heute sind die Herren v. Mittnacht und v. Suckow, Justiz- und Kriegsminister, ins königl. Haupt⸗ quartier nach Versailles abgereist. Es sollen dort die deutschen Verfassungsverhältnisse vollends ge— ordnet werden. b Baden Karlsruhe, 19. Okt. Staats⸗ minister Jolly, Präsident des Aeußern v. Freydorf und Legationsrath Hardeck begeben sich morgen in das königl. Hauptquartier zu Versailles. Oesterreich. Wien. Zum Schutze von 70 in Marseille ankangenden österreichischen Ge- treideschiffen hat die Regierung auf Requisition des Generalconsuls die Corvette„Helgoland“ nach Marseille in Station entsandt. Frankfurt. Die Einnahme der hiesigen Telegraphen⸗ stationen im Jahre 1869 betrug 213,000 Thlr. Unter den 1011 Stationen des Norddeutschen Bundes nimmt Frankfurt die dritte Stelle ein, indem nur Berlin mit 420,000 Thlr. und Hamburg mit 262,000 Thlr. eine größere Einnahme erzielten. Frankfurt. Hiesige Blätter melden: In den letzten Tagen kamen nur wenig Verwundete und Kranke hier durch. Je mehe die Krankenzüge nachlassen, desto stätker werden die Züge mit Genesenen nach Frankreich. Auch Soldaten älterer Jahrgänge, welche von der Reserve zur Landwehr entlassen und bei dieser wieder eingerufen sind, kehren zur Armee zurück. Darmstadt. Auf den Wunsch, daß eine franzöfische Mitrailleuse, wie in Kassel und Frankfurt a. M., so auch hier, und zwar zu Gunsten der Kasse des Hülfsvereins, ausgestellt werde, hat der königl. preuß. Gesandte dahier, bei dem Könige von Preußen die erforderlichen Schritte gethan, und ist von da die Genehmigung jüngst hier ein⸗ getroffen. Wir werden sonach das Vergnügen haben, die zur Zeit in Frankfurt ausgestellte Mitrailleuse in Bälde auch hier zu sehen. Darmstadt. Wie das hie sige Comité zur Ver⸗ sorgung der hess. Feldtruppen mittheilt, werden die An⸗ gehörigen des 1. und 8. Regiment, sowie die des Artillerie⸗ Corps mit Liebesgaben aus der Heimath ganz besonders reichlich bedacht, während die Angehörigen der beiden Reiter⸗Regimenter und des 2. Inf.-Regts. stets spärlich ausgehen. Sollte vielleicht in den betreffenden Werbe⸗ bezieken diese sichere und kostenfreie Versendungsarr nicht genügend bekaunt sein?— Dasselbe Comits veröffentlicht ferner als Antwort auf die vielen Anfragen betreffs zu⸗ rückgekommener unbestellbarer Packete Nachstehendes: Alle als unbestellbar zurückkommende Packete werden, wenn der Absender zu ermitteln ist, an denselben pee Post zu⸗ rückgeschickt. Wo der Absender nicht ermittelt werden kann, werden die Adressaten in öffentlichen Blättern be⸗ kannt gemacht, worauf die Packete bei uns in Empfang zu nehmen sind oder auf sonstige Weise darüber bisponirt werden kann. Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec. Agent. Das Hamburg-New-Yorker Post-Dampfschiff Silesia, Capt. Trautmann, welches am 7. d. von Hamburg direct nach New. Pork abgegangen, ist nach einer Reise vou 10 Tagen 11 Stunden am 18. Morgens um 7 Uhr wohlbehalten dort angekommen. f Das Hamburger Post-Dampfschiff Allemannia. Capt. Barends, ging, expedirt von Herrn August Bolten, William Miller's Nachf., am 19. October von Hamburg nach New⸗ Hort ab. Außer einer starken Brief- und Packetpost hatle dasselbe 178 Passagiere in der Cajütte und 685 Passagiere im Zwischendeck, so wie volle Ladung. Der aufger Cultui rufes die S. schaft schenk Fachs die la werde Arbeit dürfte darau Been der; ihre tracht zu be erfors besser schlas Der dazu und ten C. Darmstadt. Unter den Bedrängnissen ind Wirren, welche die von den Werken des sriedens gar sehr ablenkenden Begebenheiten es Jahres gebracht haben, hat es den land⸗ virthschaftlichen Vereinen nicht gelingen können, hre Thätigkeit auch in einer äußerlich sichtbaren Beise scharf hervortreten zu lassen, und erst in üngster Zeit, da unsere Armee den Kampf mit rem Gegner im fernen Feindesland fortsetzt und ie Wucht der Ereignisse nicht mehr in dem Grade vie beim Beginn des Krieges auf den Verlauf es wirthschaftlichen Lebens und Treibens söͤrend und drückend wirkt, fängt man nach— zerade in den verschiedenen Landestheilen in Aller Stille an, sich den friedlichen Bestrebungen es Vereinslebens in aller Geräuschlosigkeit zu widmen. Die Versammlungen werden wieder zufgenommen, man bespricht die Fragen der zultur, welche sich an die Ausübung des Be— ufes knüpfen, sinnt auf Mittel und Wege, ie Scharten, welche das Jahr dem landwirth- mannigfachen Gefahren ausgesetzt, das geistige schaftlichen Verkehr zu fördern— zu hören und zu 7 an den Verhandlungen in den Vereinen Theil zu nehmen und gute Zeltschriften und belehrende Bucher sorgfältig zu benutzen, sodann aber mit gleichgesinnten Fachgenossen zu vortheilhaften gemeinschaftlichen Geschäfts— Unternehmungen sich zu verbinden, und vor Allem die Jugend den für sie berechneten Bildungsanstalten anzuvertrauen. Die Anforderungen, welche das Leben stellt, werden von Jahr zu Jahr verwickelter und schwieriger; Kenntnisse und Urtheil helfen auf die Dauer allein über alle Beschwerden hin— weg. Die Arbeit der Haͤnde lohnt nicht mehr, wenn ihr nicht der Kopf zu Huͤlfe kommt. Wissen gibt Selbstständigkeit und Sicherheit in allen Unternehmungen. Mit dem, was man gelernt hat, regiert man am Besten über das Vermögen und die Arbeit, welche man in das Geschäft gelegt hat. Weltliche Güter sind Vereine und Private greifen wirksam in einander, um den Landwi die Bild ätten zu ver⸗ schaffen, N Stand heben und ehren soll. Freudig gedeihen die land⸗ wirthschaftlichen Kränzchen, deren das Land nunmehr nahe an 80 zahlt; sie wetteifern mit den landwirthschaftlichen Vereinen. Die land— wirthschaftlichen Bildungsanstalten reihen fich denselben in großer Zahl mit verschiedenen Abstufungen ihrer Ziele als getreue Verbündete an, die Wanderlehrer wirken neben beiden im Dienste für Alle, eine landwirthschaftlich chemi— sche Versuchsstation tritt demnächst in's Leben. An Gelegenheiten zu lernen fehlt es nicht, An den Landwirthen ist es, sie auszubeuten, treu zusammenzuhalten und sich enger an einander zu schließen im gemeinsamen schönen Berufe, und auf diese Weise darzuthun, daß sie Ver⸗ ständniß haben für die Aufgabe unserer. Tage. Fur die Lcgarethe zu Jud-Mauheim Haftlichen Gewerbe brachte, auszuwetzen, man Gut vermögen weder die Motten noch der sind bei dem biesigen Hülfsveren außer, den in Nr. 124 thenkt dem Wanderlehrer wieder Gehör, die Rost zu fressen. An ihm trägt Niemand schwer. des Oberhessischen Anzeigers anfoneltten Gaben noch zachschulen beginnen ihre Wintercurse, und auch! e landwirthschaftlichen Casino's(Kränzchen) zerden sich demnächst wieder vor ihre friedliche örbeit gestellt sehen. Unter diesen Umständen ürfte es nicht ungeeignet sein, die Landwirthe gran zu erinnern, daß mit der bevorstehenden seendigung der dringenden Herbstfeldgeschäfte er Zeitpunkt gekommen ist, mit welchem es re Aufgabe wird, sich eingehender mit Be— vnachtungen und Besprechungen über ihre Lage u beschaͤftigen, gemeinsam die Hülfsmittel zu forschen, durch deren Anwendung dieselbe ge— lessert werden kann, und verständigen Rath— chlägen Beachtung und Gehör zu schenken. Her herannahende Winter sollte mehr denn je zu benutzt werden, um die eigene Tüchtigkeit ind Gewandtheit im Geschäfte und im gesell⸗ — ä Es ist das beste Erbe, welches die Eltern ihren Kindern für's Leben mitgeben können. Wen des Glück mit zeitlichen Mitteln nicht reichlich bedacht, vermag durch Kenntnisse und Einsicht auch unter ungünstigen Verhältnissen sich Ver— mögen zu erwerben. Wer aber in der Jugend Nichts lernte, der ist auch mit Geld nicht im Stande, das Versäumte nachzuholen; er muß das Glück, sich in geistiger Beschäftigung zu erfrischen und die Arbeit auf das Bewußtsein der Gründe seines Thuns zu stützen, entbehren sein Leben lang. Wer feine Kinder geistig ausrüsten ließ, wie es Stand und Beruf er⸗ fordert, hat die schönste Elternpflicht erfüllt, er hat dieselben mit den Mitteln und Kräften ausgestattet, durch welche sie sich Ansehen und Achtung im Leben erringen. Regierung, weiter eingegangen: fl. kr. von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Kron⸗ prinzessin von Preußen 250 Thlr. 437 30 von Hrn. Dr. Bode jun. und Hrn. Dr. Mayer, ö Reinertrag eines Concertes ꝛc. 212 12 von Hrn. Metzger Emmerich Hanstein in Fried⸗ berg 1— von Hrn. Handelsmann Löd Strauß daselbst 2— Summg 652 42 sowie von Hrn. Peter Euser I. hier 1 Maller Kartoffeln. Auch für diese Unterstützungen sagen wir unsern wärm⸗ sten Dank. Anmerkung: Von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Kronprinzessin von Preußen ist auch dem im hiesigen Lazareth schwer verwundet liegenden Grengdier Andreas Lindenblatt eine Liebesgade von 50 Thlr. zugewendet worden. 1 Bad-Nauheim am 20. October 1870. Der Vorstand des Hülfsvereins. Der Vorsitzende Der Schriftführer Schutt. Dr. Siebert. Hofraithe⸗Versteigerung. 467 Montag den 24. Ockoder d. J., Vormittags 1 Uhr, soll im biefigen Rathbause auf freiwilligen An- tug der Erben die zum Nachlasse der Margaretha dogelsberger dahier gehörende Hofratthe; Flur. Nr. Klftr. II. 477. 18 Hofraithe mit Dintethaus und pof⸗ raum in der vudwigsstraße auf dem Marktplatz gelegen, uchmals öffentlich meistbietend verstetgert werden. Friedberg den 14. October 1870. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. hieferung für das Landeszuchthaus, 281 Mittwoch den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden dahier für 1871 zur Lieferung versteigert: 9 1000 Stück Weißkraut, 2 250„ Wirfing, 3) 60 Centner Sauerkraut, 4) citea 58 Centnet Ochsenfleisch, 35 1 Schweinefleisch, 6)„ 16„ Aalbfleisch, 70 1 45 4 Schweineschmalz. Marienschloß den 14. October 1870. a Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction Seri ba. Güter ⸗Versteigerung. 292 Montag den 24. October d. J., Vormittags 1 Uhr, sollen im hiesigen Ratbhause auf freiwilligen trag der Fraulein Sophie Groß dahier deren nach- bichtiebene Güterstücke: Gemarkung Friedberg. Pag.⸗Nr. Ruthen. 5 i 8 5 695/11. 387. Acker im Lachenseld am stumpfen Graben, 710/39 125. Acker im Lachenfeld an der Ros⸗ 5 bacher Grenze, 167%. 310. Garten am großen Haingraben. Zemarkung Fauerbach b. Fr. Pog. Nr. Ruthen. 39526. 228¼. Acker gegen den rothen Thurm am Eselsweg, 372/40. 138. Acker untet der Judenhohl am Edelspfad, dlentlich meislbietend versteigert werden. Friedberg am 15. October 1870. f Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fou car. Kopftüche bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg. 1 1 1 ö Güter ⸗ Verpachtung. 2516 Mittwoch den 26. October d. J., Vormittags 9 Ubr, sollen im hiesigen Rathhause die Martinitag d. J. leihfällig werdenden städtischen Güterslücke, sowie einige von der Stadt ntuerworbene Grundffücke, auf weitere sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Friedberg am 20. October 1870. a Stoßherzogliche Bürgermeisterei Friedberg J. B. d. B.: Steinhäuser, Beigeordneter. Hofraithe- und Güter-Versteigerung. 2513 Montag den 5. Dezember d. Ii, Vormittags 10 Uhr, sollen im biesigen Rathhause die der Heinrich Müller II. Wittwe dahier gehörenden Immobilien, bestehend in einer Hofraithe mit Scheuer, Stallung, Kegelbahn, Hinterhaus und Hausgarten, sodann eines Gerbhauses an der Usa, verschiedene Grab gärten, Acker⸗ land und Wiesen in biesiger Gemarkung öffentlich weist— bdielend versteigert werden. Das Verzeichniß kann auf dem Büreau des Unter- zeichneten eingesehen werden, Friedberg am 20. October 1870. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg 2 Hofapolbeler C. Görtz. tied berg b 7 7 N „ K, ue e 7 77* neee ee Sc 8 8 e 8 SF r 2 8 2 . 128 82 5 e 82888 SSA Die Administration der Felsenquellen. Muibersal-Juagenligucur 2163 von Carl von Metternich in W ainz, in Flaschen zu 24 kr., 45 kr. und fl. 1. 24 kr. bei Ph. Dan. Kümmich 2 & 5 2 2 2 5 22 82 5 3 Die Nr. 3, die neueste 82 3 Kriegsnummer, enthält: 2 8 2 * 333 Der Generalstabschef der II. deutschen Armee. Mit Porträt des Generals v. Stieble.— Amata.(Foris.) Nopelle von dans Thargu.— Vom Füfilier Kutschke. Mit seinem Porträt.— Im großen Hauptquartier des Königs. Von unserem Berichterstatter Dr. Paus Blum. Mit Iduftratlon.— Eine Fahrt im September durch das Elsaß. Straße in Wörth am Tage nach der Schlacht. Von unserem Specialartisten E. Hünten.— Skizzen vom Kriegsschauplatz. Von unserem Bericht⸗ erstatter Georg Hiltl. VI. Von Wörth nach Weißen⸗ burg.— Am Familientische: Das Franzosenlager in Minden. Das Münster zu. Straßburg. Gedicht von Jultus Sturm.— Zwei Siegesbotschaften Zu den Bildern: Moltke, den Sieg von Gravelotte ver⸗ kündend; und: Nächtliche Beschießung Straßdurgs.— An Straßburg. Gedicht von Karl Stieler. Preis pro Nummet 9 kr. Zu Befstellungen empfehlen sii)h Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Mues epskuchenl! Mühle bei Wilb . 7 5— Ein vollständiges Logis 2491 gleicher Erde, welches dis zum l. zogen werden kann, bat zu vermfethen H. 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Steinmeß, ehemaliger Com- mandeur der ersten Armee;— General v. Zastro w; — General v. Soeben. Originalzeichnung von Prof. W. Camphausen in Düsseldorf.— Am Abend des 31. Auguff in Beaumont. Mit Abbildung, nach der Natur aufgenommen von unserem Special⸗ artisten F. W. Peine.— Ein zerstörter Sommeraufenthalt der Pariser. Mit Abbildung: Die beiden gespreng ten Brücken in Lagny. Nach der Natur auf⸗ genommen von unserem Specialartisten F W. Heine. — Colonel Pemberton.— Geldnotd im Felde. Von G. Horn.— Das rothe Kreuz. Gedicht von Rudolf Gottschall.— Ein Abendsegen.— Berichtigung.— Kleiner Briefkasten.— Für die Verwundeten und die 2512 werden für den Verkauf von Siegeloblaten, Briefcouverts und Musterdüten gesucht. Carl Koch's Siegeloblaten⸗Fabrik, Frankfurt a. M. Feinst blauet Vitriol 2487 billigft bet Ph. Dan. Kümmich. Zu verkaufen 2503 habe ich einen von meinem sel. Manne entwor⸗ fenen und schön ausgehauenen Grabstein. 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