n ellen. * gedi⸗ „ Ted „ Ant teaßt Nr. 5 all. 9 U adecket. seien. 1870. Donnerstag den 20. Januar. N29. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Hessen. Darmstadt. theilung des Gr. Ministeriums des Innern an die Centralstelle für Landwirthschaft sollen zum Zwecke der Verbesserung der Pferdezucht demnächst witder 10 Stück guter Zuchtstuten zum Zwecke des Wie— derverkaufs an inländische Pferdezüchter angekauft werden. Die Versteigerung derselben findet voraus— sichtlich Mitte des nächsten Monats statt und wird der Termin noch näher bekannt gemacht werden. Preußen. Berlin. Im Abgeordneten- hause kam eine vom Abg. Duncker eingereichte Interpellation folgenden Inhalts zur Verlesung: 1) Ist es begründet, daß den feiernden Berg— leuten im Waldenburger Kreise, welche auswärtige Arbeitsstellen, z. B. in Oesterreichisch-Schlesien und Baden aufsuchen wollen, die Auslandspässe verweigert oder nur gegen Hinterlegung von Caution ertheilt werden? 2) Hat ce(nämlich die Staatsregierung) Kenntniß genommen von den mehrfach bei Gelegenheit der Arbeitseinstellung der Bergarbeiter vorgkkommenen Verletzungen des Versammlungsrechts durch die dortigen Lokal- behörden? 3) Hat sie Maßregeln ergriffen, um dem gegenüber die gesetzliche Freiheit zu Versamm— lungen für die dortigen Bergarbeiter wieder her— zustellen?“ Der Interpellant hat gleichzeitig bereits einige Proben bezüglich der vorgekommenen Ver— letzungen des gesetzlichen Versammlungsrechts bei— gefügt. In Beantwortung derselben constatirte der Minister des Innern zunächst, daß denjenigen der Aubeiter, die auszuwandern bteabsichtigten, die arsländischen Pässe immer ertheilt worden Nur in einigen speziellen Fällen habe man sie Minderjährigen verweigert. Die auf 6 Uhr Abends angemeldeten Versammlungen seien als zur Nachtzeit anberaumt inhibirt worden. Bei anderen irrthümlich inhibirten Versammlungen habe die Behörde Remedur eintreten lassen. Die Re— gierung widerstrebe leineswegs dem Coalitionsrecht, wolle jedoch bei allen Schwankungen mit fester Hand den Standpunkt des Gesetzes und der Ge— rechtigkeit wahren. — Die„National⸗Zeitung“ bringt die Nach- richt, daß der Landtag Mitte Februar vertagt werden solle. Die„Kreuzztg.“ hält diese Nach- richt für ungenau. Richtig sei nur, daß die Be— rathungen des Landtages gegen die Mitte des Februar denen des Reichstages Platz machen dürsten; ob jedoch zu jenem Zeitpunkte eine Ver— tagung oder der Schluß des Landtages eintreten sell, das werde wohl von den weiteren Ergebnissen der schwebenden Berathungen abhängen. — Im Abgeordnetenhause wird die Berathung der Kreisordnung fortgesetzt. Besonderes Interesse bietet sie nicht.— Die Debatte über den Wal denburger Strike bot wenig Bemerkenswerthes dar. Das Abgeordnetenhaus explicirte vier volle Stunden lang seinen Standpunkt zu der hoch- wichtigen Angelegenheit, ohne mit einer Resolution oder einer anderweitigen Willenserklärung abzu— schließen. Die Regierung verhielt sich bei Erör— gerung der Prinzipienfragen schweigend. Wiesbaden. Die im vormaligen Herzog— hum Nassau abgewählten Bürgermeister treffen dermalen nach dem Vorgange der früheren kur— hessischen Bürgermeister Anstalten, ihre Ansprüche dus dem lebenslänglichen Mandat im Rechts- wege geltend zu machen. Demnächst wird eine Versammlung derselben zu genanntem Zwecke sattfinden. Sachsen. Dresden. Die Abgeordneten- lammer genehmigte einstimmig den Ankrag wegen Laut einer Mit- Aufhebung des Paragraphen der sächsischen Ver- fassung, welcher die Redefreiheit beeinträchtigte, und beschloß dessen Ersetzung durch die betreffenden Bestimmungen der Bundesverfassung. Bayern. München. Der Land tag ist in feierlicher Weise eröffnet worden. Die Thron— rede kündigt ein Wahlgesetz, eine Wahlgesetzvor⸗ lage auf Grundlage des direkten Wahlrechtes an, ferner einen Entwurf einer neuen Strasprozeß— ordnung, eine neue Advokatenordnung, eine neue Regelung der Tax- und Stempelgesetzgebung, und einen Gesetzentwurf über die Organifation der Bürgerwehr. Die Staatsregierung sei bei dem Voranschlag der Staatsausgaben mit Sparsamkeit zu Werke gegangen, gleichwohl sei es nicht möglich gewesen, das Budget ohne erhöhte Inanspruck— nahme der Steuerkräfte des Landes aufzustellen. Bezüglich der deutschen Politik sagte der König: „Ich weiß, daß manche Gemüther die Sorge er— füllt, es sei die wohlberechtigte Selbständigkeit Baperns bedroht. Diese Befürchtung ist unbe— gründet. Alle Verträge, welche ich mit Preußen und dem norddeutschen Bunde geschlossen habe, sind dem Lande bekannt. Treu dem Allianzver— trag, für welchen ich mein königliches Wort ver— pfändet habe, werde ich mit meinem mächtigen Bundesgenossen für die Ehre Deutschlands und damit für die Ehre Bayerns einstehen, wenn es unsere Pflicht gebietet. So sehr ich die Wieder— herstellung einer nationalen Verbindung der deut— schen Staaten wünsche und hoffe, werde ich doch nur in eine solche Gestaltung Deutschlands willigen, welche die Selbständigkeit Bayerns nicht gefährdet. Indem ich der Krone und dem Lande die freie Selbstbestimmung wahre, erfülle ich eine Pflicht nicht allein gegen Bayern, sondern auch gegen Deutschland. Nur wenn die deutschen Stämme sich nicht selbst aufgeben, sichern sie die Möglich- keit einer gedeihlichen Entwickelung Gesammtdeutsch— lands auf dem Boden des Rechtes.“ Oesterreich. Wien. In der Reichsraths⸗ sitzung theilt der Präsident ein kaiserliches Hand— schreiben an den Minister Plener mit, wonach der Ministerpräsident Graf Taaffe und die Minister Potocki und Berger ihrer Aemter enthoben wer— den und Plener mit der definitiven Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt wird. Der Mi— nister Plener wird ferner interimistisch mit der Führung des Präsidiums im Ministerrath, sowie mit der Leitung des Landesvertheidigungsministe- riums betraut. — Die„Wien. Abendpost“ veröffentlicht die Autwort des Reichskanzlers Grafen Beust auf die Adresse der Reichenberger Handelskammer. In dem Schreiben bezeichnet der Reichskanzler als Ziel seiner Wünsche die Versöhnung aller Na— tionalitäten ohne Preisgebung der Verfassung und des deulschen Elements. — Nachrichten von der Militärgränze äußern sich besorgt über die dortigen Verhältnisse; die Beruhigung Dalmatiens sei nur ein Vorwand; später, wenn die Rachbarvölker vorbereitet seien, werde man die Atzitation in der Militärgränze stärker wie früher auflodern sehen. Es sei deß⸗ halb die äußerste Vorsicht nothwendig, damit man von Ereignissen nicht überrascht werde. — Wie die„Preßb. Ztg.“ mittheilt, war Nadas(Preßburger Comitat) in der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. schon zum dritten Male seit einem Monat durch ein solch heftiges Erdbeben heimgesucht worden, daß die Rauchfänge einstürzten, die Mauern gewaltige Risse erhielten und die Glocken zu läuten begannen. Panischer Schrecken jagte die Bewohner mitten in der Nacht ins Freie, denn sie fürchteten den Zusammensturz der Häuser. Die Erschütterung erstreckte sich auf Birnocz, Jablontz, Szomolany. Schweiz. Bern. Der„Bund“ schreibt: Auf unserem Bureau ist dieser Tage ein junger Mann erschienen, welcher sich für einen Enkel Napoleon J. und der Kaiserin Josephine ausgibt und den Namen führt: Prince Royale Louis⸗ Napoleon Bonaparte. Der Mayn sieht dem gegenwärtigen Kaiser, wie derselbe in jüngeren Jahren ausgesehen haben mag, allerdings auffallend ähnlich. Er befaßt sich gegenwärtig mit der Her— ausgabe einer Schrift: La société et mon droit, welche er der französischen Nation widmet. Frankreich. Parie. Wie officiös ver⸗ lautet, entbehren die Gerüchte über Meinungs- verschiedenhetten im Schooße des neuen Cabinets jedes Anhaltspunktes. Alle Minister befinden sich in voller Uebereinstimmung, sowohl hinsichtlich der Handelsfrage, als auch in Betreff der Verfolgung Rochefort's. — In der Sitzung des gesetzgebenden Kör— pers vom 17. Januar schlug Estancelin Tages- ordnung vor und sprach im Vertrauen auf die Gesinnung des Ministers den Wunsch aus, daß die Verfolgung Rochefort's aufgegeben werde. Minister Ollivier opponirte gegen die Tagesordnung und erklärte, daß das Ministerium seine Demission geben würde, wenn die Tagesordnung angenommen würde.(Lebhafter Beifall.) Rochefort erklärte, er werde sich nicht vertheidigen. Das Ministerium begehe eine Ungeschicklichkeit, indem es ihn ver- solge. Die Republik werde von den Fehlern des Kaiserreichs Nutzen ziehen. Die Deputirten Picard und Simon bekämpfen die Ertheilung der Er— mächtigung. Nogent, der Berichterstatter der Commission, spricht für dieselbe. Minister Ollivier bält das Verlangen danach aufrecht; das Mini— sterium, sagte er, wolle Preßfreiheit, aber es wird die Beschimpfung des Souveräns und den Auf— ruf zu den Waffen nicht dulden. Bei der Ab- stimmung erklärten sich 226 für, 34 Stimmen gegen die Ermächtigung.— Zahlreiche Gruppen umgaben die Deputirtenkammer, man hörte viel— fach den Ruf: Es lebe Rochefort! Die Polizei zerstreute die Massen ohne Widerstand. Auch am Abend ist es zu keiner ernstlichen Störung der Ruhe gekommen. Gegen 6 Uhr brach ein Trupp von circa 400 Personen, welche sich am Palais Bourbon aufhielten, in den Ruf aus:„Es lebe Rochefort! Es lebe die Republik!“ Der Trupp wurde von Stadtsoldaten zurückgetrieben und be— gab sich nach dem Redaktionslokal der„Mar- seillaise“, immer unter denselben Rufen. Ein an⸗ derer Trupp von ungefähr 200 Personen trieb unter aufrührerischen Rufen in der Straße St. Denis sein Wesen. Gegen 11 Uhr zeigte sich ein Trupp, hauptsächlich aus Gamins bestehend, im Faubourg Montmartre, derselbe sang die Marseillaise; er wurde durch Ladenbesigzer und Vorübergehende mit Stockschlägen zerstreut. — Der Abg. Grevy hat zur Geschäftsord— nung ein Amendement eingebracht, welches einst⸗ weilen an die Commission verwiesen ist und wie folgt lautet:„Die Polizei der Sitzungen und des Sitzungspalastes wird von dem Präsidenten ver— seben, welcher das Recht hat, die dienstthuende Wacht direkt zu requiriren und ihr die nötbigen Besehle zu geben.“ Es ist dies die Wiederbolung des bekannten„Antrags der Quästoren“ vom — — November 1851, und man glaubt, daß das Mi⸗ nisterium sich dem um so weniger widersetzen werde, als Graf Daru damals zu Denjenigen gehörte, welche diesen Antrag auf das Lebhasteste unterstützten.— Der Zustand des an einer Lun⸗ genentzündung erkrankten Herrn Raspail soll kein un bedenklicher sein. Spanien. Madrid. Die republikanische Partei hat in den Cortes einen Gesetzantrag ein— gebracht, welcher sämmtliche Mitglieder der Fa- milie Bourbon vom spanischen Throne ausschließt. — Die Cortes erwählten Zorilla zum Prä- sidenten. Italien. Rom. Es haben sich bereits mehr als 300 Bischöfe geweigert, die Petition zu Gunsten der Unfehlbarkeits-Erklärung des Papstes zu unterzeichnen. Mehrere Andere haben sich Bedenkzeit ausgebeten. Die Gegner des Unfehl— barkeitsdogmas haben beschlossen, eine Begenpetition aufzustellen. — Im„Univers“ findet man eine vom Papst am 9. Januar in einer öffentlichen Audienz im Vatican gehaltene Allocution und in derselben folgende bezeichnende Stelle:„Sogenannte kluge Leute möchten, daß man gewisse Fragen schonte und nicht gegen die Ideen der Zeit gehe. Ich aber erkläre, daß man die Wahrheit sagen muß, um die Freiheit zu gründen, und daß man sich niemals fürchten muß, die Wahrheit laut zu ver- künden und den Irrthum zu verurtheilen. Ich will frei sein, wie die Wahrheit. Um die Ge— schäfte dieser Erde bekümmere ich mich nicht; ich besorge die Angelegenheiten Gottes, der Kirche, des heiligen Stuhles und der gesammten christ— lichen Gesellschaft.“ Rußland. Petersburg. Der offzielle russische„Invalide“ sagt in der Militärübersicht des Jahres 1869: Im April 1870 wird die Neubewaffnung der Armee vollendet werden. Die— selbe wird mit ntuen Gewehren und entsprechen⸗ dem Patronenquantum versehen sein. Während des Jahres 1869 sind vierhundert Kanonen neuen Systemes den Festungen zugesandt worden. Das Kriegsbudget pro 1870 weist einhundert und vierzig Millionen aus, vier Millionen mehr als das vom Jahre 1869. Amerika. Unterm 24. Dezember v. J. find aus Rio de Janeiro Nachrichten eingetroffen, welche bestätigen, daß Lopez in der Wildniß von Vacaria umherirrt und der Krieg thatsächlich beendigt ist. Asien. Aus Hong⸗Kong trifft die Mel⸗ dung ein, daß das Schiff„Crafton“ in der Nähe von Macao von Seeräubern angefallen und ge— nommen worden sei. Der größte Theil der Be⸗ mannung wurde niedergehauen und nur der Capitän und sechs Mann geschont und als Ge⸗ fangene fortgeschleppt. Das Schiff wurde ver⸗ lassen und in sinkendem Zustande gefunden. Das portugiesische Kriegsschiff„Cormosa“ ergriff scharfe Repressalien gegen die bei der That Betheiligten und verbrannte alle Dörfer in der Nähe des Schauplatzes, wo die Mannschaft ermordet wor— den war. O Friedberg. Wie wir hören, beabsichtigt die Kammetsängerin Frau Haagn(Professorin vom Wiener Conservatorium) hierselbst bei ihrer Durchreise, in hiesiger Stadtkirche, am Freitag den 21. d. M., um ½8 Uhr, ein großes geistliches Concert unter mehrseitiger Mitwirkung zu veranstalten. Der große Ruf, welcher Frau Haagn vorangeht, und welchen dieselbe bei allen ihren gegebenen Concerten bewährt hat, veranlaßt uns, auf diesen außergewöhnlichen musikalischen Genuß aufmerk⸗ sam zu machen. Einer auswärtigen Zeinung entnehmen wir über Frau Haagn Folgendes: Es ist uns eine an⸗ geneyme Pflicht der Kammersängerin Frau Haagn unsern Dank, gewiß auch im Namen der ungemein zahlreichen Zuhörer, auszusprechen, für den Genuß, den uns die be⸗ rühmte Sängerin in ihrem Kirchenconcerte gewährt hat. Frau Haagn zeigte uns, wie es durchaus nicht großer Bravonc-Arien dedarf, um sich die Herzen und ungetheil⸗ teste Theilnahme der Anwesenden zu erringen, obgleich sie in den großen Arien bewies, daß sie Meisterin in der Be— wälligung der schwierigsten Passagen ist. Das Lied war es, dessen einfache zum Herzen spiechende Harmoniefolge in edelster Weise, und mit jugendlich frischer Stimme vor— getragen, uns die Sängerin lieb gewinnen ließ. Sym⸗ pathisch berührte uns der Vortrag eines Ave Maria, welches wahrhaft ergreifend war. Frankfurt. Kommenden Sonntag wird in der durch Herrn Heymann und Comp. gemietheten landw. Halle durch die Mannofeldt'sche Capelle das erste Volks⸗ concert staufinden. Die Halle wird geheizt. Frankfurt. Ein bedauernswerthes Ereigniß fand in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag dahier statt. Eine Anzahl junger Leute kam um 2½ Uhr Morgens vor die Frank'sche Wirthschaft in der Saalgasse und ver— langte durch Klopfen und sonstigen Scandal Einlaß. Der Eigenthümer der Localität, welcher schon längst mit den Seinigen zu Bett lag, sprang auf und erklärle, daß er Niemanden Einlaß gewähren werde, worauf ihm die Fenster mit Steinen eingeworfen wurden. Die Kinder erwachten ob des Lärms. Frank forderte die Excedenten auf, sich zu entfernen, worauf Steine gegen ihn flogen; er sprang zurück und riß von der Wand eine geladene doppelläufige Flinte, stürzte zum Fenster und schoß beide Läufe auf vier des Wegs daher kommende junge Leute, welche er für die ihn bedͤtöhenden hielt. Diese hatten sich jedoch schon vorher aus dem Staube gemacht. Der este Schuß traf einen jungen Mann Namens Rupp in die Stirne und halte den augenblicklichen Tod zur Folge, der zweite Schuß traf einen Andern Namens Dietz in die Waden. Frank wurde perpaftet. Darmstadt. Zu Ende der vorigen Woche sind an mehreren Tagen und verschiedenen Orten wieder mehrfach Erderschütterungen wahrgenommen worden. So wird von Großgerau gemeldet: Wohl bemerkbare Erschüttterungen ereigneten sich wieder am 14. Morgens 6 ½ Uhr, kurz vor und kurz nach 7½ Uhr, und kurz nach 9 Uhr. Ebenso wurde am 15. Nachis, kurz vor 4 Uhr, eine Er⸗ schütierung und in der felgenden Nacht zwei leise Schwingungen ohne Geräusch beobachte. Worms. Bei dahier vorgenommenen Ausgrabungen hat man einen ziemlich großen sogenannten römischen Topf, ganz mit alten ächten Silbermünzen gefüllt, auf⸗ gefunden. Jedes der einzelnen Stücke ist in der Größe von einem Sechser und sollen dieselben nach dem Gepräge zu schließen, aus der Zeit Kaiser Karl des Großen stammen. Das Gewicht der gefundenen Münzen soll nahezu 5 Pfund erreichen, was einen hübschen Silberwerih abwirft; alle sind gut erhalten. Vom Rhein wird eine neue Art des Annoncirens gemeldet. Bekanntlich sind in Preußen die Ankündigungen auewärliger Lotlerien verboten. Was hat nun ein genialer Lottecie-Collecteur gethan, um seine Geschäftsanzeige in Preußen zu verbreiten? Er hat auf einen Fünfibalerschein einen schmalen Streifen, welcher seine Firma und das Anerbieten seiner discreten Dienste trägt, so aufgeklebt, daß es aussieht, als wäre der Schein zerrtssen gewesen und nun durch einen Streifen Druckpapier die einzelnen Theile, wie dies ja oft geschieht, vereinigt worden. Wenn der betressende Herr nur 1000 Scheine so beklebt hat, und man rechnet, daß jeder Schein durchschnittlich wöchent⸗ lich nur einmal seinen Herrn wechselt, so gehr seine Annonce im Jahre durch 50,000 Hände. Es fragt sich nur, ob nicht die Weitergabe eines solchen Scheines als Verbreitung einer verbotenen Annonce bestraft werden kann? München. Der Berliner Kurierzug, der am 15. Abends von München abging, entgleiste kurz vor Gerst⸗ hofen, einer Station bei Augsburg. Die Locomotive stürzte um, die Räder nach oben gekehrt, quer über die Schienen. Der Heizer wurde von der Maschine erdrückt. Wagen thürmten sich ca. 40 Fuß hoch übereinander, mehrere wurden total zertrümmert, die übrigen stark be⸗ schädigt. Der Zugführer wurde ins Feld geschleudert und kam mit einer Beschädigung am Kopf davon. Von den etwa 20 Passagieren wurden alle gerettet, einige erlitten lleine Verletzungen. * In Wien hat das Umwerfen einer Petroleumlampe großes Unglück angerichtet. Sechs Damen saßen um den Kaffeetisch, als die Frau des Hauses beim Serviren die Lampe umwarf, deren Inhalt sich sofert über den Tisch ergoß und die Kleider der Damen in Brand steckte. Die Hausfrau wurde leicht verletzt, schwer dagegen deren beide Töchter und die anderen Damen, von denen die eine noch in derselben Nacht starb. f Paris. Aus dem Gers⸗Departement wird gemeldet, daß dort am 16. d. ein Erdbeben staltsand. Die ganze Stadt wurde aus dem Schlafe gerüttelt. Die Betten erziiterten, die Mauer wankten u. drlg. mehrt; ein Un⸗ fall ereignete sich jedoch nicht. Paris. Der Cassationshof hat über die Nichtigkeits⸗ beschwerde Traupmann's in öffentlicher Sitzung verhandelt. Die vier Puncte, auf welche der Anwalt des Verurtheilten die Beschwerde stützte, waren die folgenden:„1) Der Dolmetsch, welcher die Aussagen der deulschen Zeugen zu übersetzen halle, war als Zeuge geladen, 2) der Staats anwalt hat die letzten Enthüllungen Traupmann's, nach⸗ dem die Untersuchung schon beschlossen war, zu Protokoll genommen, 3) zu den der Jury vorzulegenden Beweis—⸗ slücken war nachträglich noch ein Packet hinzugesügt worden, welches dem Angeklagten oder seinem Vertheidiger zuvor nicht vorgelegt worden war, 4) aus dem Audienz⸗ protokoll gehe nicht klar hervor, ob ein 14 jähriger Junge vereidet worden wäre oder nicht!? Nach einstündiger Be- rathung hat der Cassattonshof die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Traupmann, welcher immer noch von Mit⸗ schuldigen spricht und in dieser Beziehung neuerdings mehrere Briefe an Gerichtspersonen geschrieben hat, em- pfing die Nachricht von der Verwerfung seiner Nichtig⸗ keitsbeschwerde ruhig und äußerte sich, daß er darauf ge— faßt gewesen sei. Armenverein zu Friedberg. Der hiesige Armenverein, welcher seit 1849 besteht, hat den Zweck, durchreisenden Handwerksburschen und den Armen vom Lande in einem Umkreis von etwa 2 Stun⸗ den uach Ms lichkeit Unterstützung zu gewähren und so den nach allen Seiten bin verderblichen und lästigen Haus⸗ und Straßenbettel abzuwehren. Die Unterstützung der Handwerksbursche geschieht hierorts nach zuvoriger strenger Controle ihrer Leginmationspapiere; die Unter⸗ stützung der Landarmen erfolgt durch Vermittelung der Herrn Ortsgeistlichen, denen die Gaben zur zweckmäßigen Verwendung zugestellt werden. Der Segen des Vereins liegt nach allen Seiten hin offen vor Jedermanns Augen, würde aber noch größer sein, wenn letzterem noch mehr Mintel zur Verfügung ständen und sich nicht noch immer manche unsrer Mitbürger geflissentlich von ihm fern hielten. Wir haben uns darum in den letzten Wochen erlaubt, eine nochmalige Einladung zum Beitritt in unsrer Stadt, namentlich bei den neu aufgenommenen Orisbürgern und sonstigen Neueingezogenen, eirculiten zu lassen. Sollte aber hierbei Jemand aus Versehen vergessen worden sein, so bitten wir, die etwa uns zugedachten wöchentlichen, monatlichen oder vierteljährlichen Beiträge dei uns ober unserm Vereinsdiener Reichhold gefälligst anmelden zu wollen, wie wir denn auch jederzeit Benachrichtigungen von besonders dringlichen und rasche Abhülfe erheischenden Nothsällen gerne entgegennehmen. Friedberg, 16. Januar 1870. Für den Vorstand: Steinberger. Bitte! Für den durch Brandstiftung unverschuldet in große Noth gerathenen J. Weis aus Wingers⸗ hausen empfingen wir ferner von: L. C. T. 1 fl. 10 kr., Pfarrer Decker in Hochweisel 1 fl., so daß die Gesammt⸗ summe der bis jetzt bei uns eingegangenen Gaben 8 fl. 10 kr. beträgt. Viel kann damit nicht ausgerichtet wer⸗ den und doch handelt es sich darum, eine brave Familie vor gänzlicher Verarmung zu schützen. Wir hoffen und bitten deßhalb, daß sich noch mehr Menschenfreunde fin⸗ den möchten, welche eine kleine Beisteuer zu reichen ge— neigt sind. Die Expedition. Jüt die bedrängte hiesige Familit empfingen wir noch: Ungenannt 1 fl. Mit dieser Em⸗ pfangsbescheinigung schließen wir zugleich unsere Sammlung. Die Expedition. Bekanntmachung. Arbeits-Versteigerung. 207 Montag den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, 192 Die Besorgung des Posifuhrwesens auf der Station soll zu Ober- Wöllstad t die erstellung eines neuen Ortenberg, welche die Unterhaltung von 6 Poffillonen Thlercadaver Karrens für die Gemeinde daselbst an die und 16 Pferden erfordert, soll vom 1. März o. a. ab Wenigfsordernden in Accord gegeben werden: anderweit verdungen werden. Die Bedingungen der Entreprise können bei der hiesigen Ober⸗Post⸗Directlon und bei der Post⸗Expeditton in Ortenberg eingesehen werden. Qualificirte Unternehmer, welche auf die Uebernahme der Entreprise reflectiren wollen sich binnen 14 Tagen bei der hiesien Ober-Post-Direetton schriftlich oder innerhalb der gewöhnlichen Büreaustunden persönlich melden. Oarmstadt den 13. Januar 1870. 1 Der Ober-Post⸗Director. In Vertretung: Calame. 1) Was nerarbeit, lt. Ueberschlag 26 fl. 48 kr. 2) Schmtedarbeit 43„ 12„ Friedberg den 17. Januar 1870. Der Bezirks⸗Bauaufseber n ea d e 1800 und 700 fl. 212 liegen gegen gerichtliche Hypotheken zum Aus⸗ leihen berett. Refleclirende wollen sich an den Unter⸗ zeichneten wenden. Nieder⸗Rosbach den 17. Jauuar 1870. Friedrich J. Schneider. Zum Ankauf 222 sucht die Gemeinde Wohn bach einen Faselochsen im Alter von 2— 3 Jabren und einen Eber von 1 Jahre, und wollen hierauf Reflectirende der unterzeichneten Bürgermetsterei portofreie Mittheilung zukommen lassen. Wohnbach am 18. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermetsteret Wohnbach 0 Pbili ppl. Dee 210 Wir leben in einer praktischen Zeit und ist es daher ncht zu verwundern, doß die seit vorigem Jabre in Leipzig erscheinende Zeitschrist:„Die Hausfrau, Blätter für das Haus wesen“(pro Quartal nur 48 ke.) eine so günstige Aufnabme überall gefunden bat. Die Zeitschrift bringt eben Mittheilung aus der Praxis und dazu noch Unterbaltuna. bilden zu lunerhald gellend. defther al. dee Eren len. f o bd. — e 160 Das amt drin, daß der J Donner ausbfüdlich In einem kommen ne Zugleic Nolen von für Süddt⸗ und der f genommen Schlo 4 im Für 166 No NMitiwo⸗ n dem gi Diol form Jö Eil 40 B57 19 G0 45 Nat 5 Eis de minbefseng Ulmen dot telt orgens Ouansitz Prügel bang 1 Ho 28 Non zun h* s Ach e 1 9 Ns. Edictalladung. in Nr. 3 des Oberhessischen Anzeigers, 14¹ Jus. 64, genannten Gtundbesitzer der nach Flur und Kummer bezeichnelen in der Gemarkung Kirch-Göns Die gelegenen Immobflien haben Beischretbung ihrer Er⸗ werbstitel in das neu zu errichtende Grundbuch vor dessen Offenlegung in Gemäßbeit des Artikels 30 des Oesetzes vom 21. Februar 1852 beantragt, obne sich durch gerichtliche Urkunden hierüber ausweisen zu können, daden aber ortsgerichtliche Bescheinigung des Erwerbs durch Erbfolge oder Kauf beigebracht. Demgemäß werden Alle, welche an die fraglichen Items Arsprüche bilden zu können glauben, aufgefordert, solche so gewiß innerhalb 6 Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, als sonst die genannten Grund- desitzer als vermutbete Eigenthümer unter Beschreibung des Erwerbtitels in das Grundbuch eingetragen werden ollen. Butzbach den 22. Dezember 1869. Groß berzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer, Königer, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Bekauntmachung. 169 Das unterfertigte flandesberrliche Verwaltungs amt bringt bierdurch den Interessenten zur Kenntniß daß der Zabltag bei seiner Casse von Samstags auf Donnetstags verlegt worden ist und wird hierzu ausdrücklich bemerkt, daß in Zukunft in keinem Falle an einem anderen Tage Zahlungen in Empfang ge⸗ nommen noch geleiffet werden können. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Noten von Banken, mit Ausnabme derzenigen der Bank für Süddeutschland in Dormstadt, der Frark'urter Bank und der Hauptbank in Berlin, nicht in Zahlung. an⸗ genommen werden. Schloß Ilbenstadt den 12. Januar 1870 Oräflich Leiningen'sche Rentet Blera u. Holzversteigerung im Fürstl. Tbiergarten bei Hungen. 166 Montag den 24. Dienstag den 25. und Mittwoch den 26. d. M., Vormittags 10 Ur, kommen in dem Fütstlichen Thiergarten dei Hungen nachstebende Dolzlortimente zum öffentlichen Verkauf 852 Eichen Nutzhelz⸗Stämme zuf. 21,800 Cubik-Fuß. 45 Buchen⸗„ 550 47„„ 19 Gemischte 5 4 600 1 45 Nadelbolz⸗ resp. Stangen 492 2 Es befinden sich darunter mindestens 25“ Länge und 20“ Ulmen von 27 resp. 36“ 14 Eichenfftaͤmme von Durchmesser, sowie 2 Durchmesser und 787 Länge. Freitag den 28. und Samstag den 29 d. M., Morgens 10 Ubr, soll eben daselbst eine dedeutendt Quantität Brennholz(Buchen⸗ und Eichen Scheit prügel⸗Stockholz und Reifer) verkauft werden. Hungen den 12. Januar 1870. Zürstliches Rentamt De mme. Hotel⸗Versteigerung. 218 Montag den 24. v. M., Vormittags 11 utr, werden auf hiesieem Nathhause dle zur Concursmasse des Gastwirte Karl Henkel dabier gebörigen, in blefger Stadt und Gemarkung belegenen, Immoblllen: P. M. B. 1243= 1 B. 29 Nih. Wobnhaus, Speise⸗ saal und Stallungen nebst Hofraum in der Kurstraße, „ 116=— 39½ Rth. Acker, setzt Els keller, in der rothen Peil, nochmals öffentlich an den Meistbietenden zwangsweise versteigert. Kaufliebhaber werden hierzu mit dem Anfügen ein⸗ beladen, daß in dem Pause— Hotel Henkel— seither tine frequente Wirihschaft betrieben worden ist. Bad. Naubeim den 17. Januar 1870. Grob perzogliches Ortsgerich' Bad: Nauheim „ E. d. V.: Der dienflätteste Gerichtomanu 2 12 e ber nge. 100 bis 119 Gulden u liegen in der biesigen Kirchenkasse gegen gerichtliche Verficherung zum Ausleihen bereit. neee Dorheim. Walther, Kurchenrechner. 2500 Gulden 16 werden gegen doppelte Slcherhelt zu letben gesucht, Näberes bel der Exped. d. Bl. Ein einspanniges Chaischen, 220 sowle eine zweispännige Chaise, in bestem Zufland, babe billig zu verkaufen L. H. Strauß. Arbeits ⸗Versteigerung. 206 Montag den 24. Januar, Nachmittags 1 Uhr, sollen zu Nieder ⸗Wöllstadt die nachslehenden zur Einsrledigung des iscaelltischen Friedhofs erforderlichen Arbesten an die Wenigstnedmenden in Accord gegeben werden: als: fit m lr. 1) Maurerarbeit, It. Kostenüberschlag 106 9 2) Brechen von Mauersteinen 72— 3) Fahren derselben 72— 4) Aufsetzen derselben 4 30 5) Sandlieferung mit Fuhrlohn 30— 6) Messen desselben 2 30 7) Lieferung von 13,000 Stück hartge— brannten Russensteinen mit Fuhtlohn 143— 8) Licserung von 24 Bütten Kalk 36— 9) Lieferung von 5 Tonnen Portland— Cement 30— 10) Steinhauerarbeit 90 11) Schlosserarbeit 8 12) Weißdinderarbeit 9 Friedberg den 17. Januar 1870. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider. 203 am Fauerbacher Weg Mein Garten stebht zu verkaufen oder zu verpachten. Districto Einnehmer Specht's Witwe. Schweizer Kräuter- Magen-Elirir! Schweizer Kräuter-Brust- Caramellen! Fabrikà Geneve(Schweiz) nach alten be— rübhmten Kloster-Recepten angeferttgt. 127 Durch ärztliche, chemische und Privat- bescheinigungen ist ersteres das Magen-Elixrir besonders Denfenigen, welche mit Magen-, so⸗ wie Unterleibsdeschwerden und den daraus entstehenden Zuständen behaftet, sowie zwenes die Brut- Caramellen allen an Brustaffec⸗ lionen, als Husten, Heiserkett ꝛc. Lei⸗ denden angelegentlichst empfohlen und weise ich auf den dei mir, sowie in den Niederlagen un— entgeltlich in Empfang zu nehmenden Prospekt hin. Preie des Magen Elixits pro zlasche 42 kr., der Brust⸗Caramellen pro Dose 21 Gustav Handscheck, Berlin, Cburfürstenstraße 48. General- Depösitär für Deutschland, Oester— reich, Ruß⸗ Haupt- Depot für land ze., Baden, Hessen und die Pfalz bei J. Gg. 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Gedankt set Gott und Ihnen, mein Derr, ich bin in vollem Gange meine Genefung zu erlangen, ich bitte Ste, dieselbe zu beendigen, indem Ste mir dasjenige schicen, was Sle zu meiner Herslellung für nöthig halten. Erstroff den 20. September 1868. Briefwaagen, 159 unentbehrlich für jeden Geschäftsmann, besondere für die Derren Bürgermeister und Beamten auf dem Lande, solld gearbettet und sehr praktlisch, empfehle zu nachstehenden Preisen: Nr. 1 bis 20 Loth wiegend fl. 1. 12. 1 77—* fl.— 30. Befsellungen nach auswärts werden gegen Einsendung des Betrages und 7 kr. Porto prompt ausgeführt. Butzbach. W. Weickhardt, Buch⸗ und Popier⸗Dandlung. Jedem Land⸗ und Acker⸗ wirth großen Nutzen bringende Sämereien: 1) Englischer Futterrüben⸗Samen für Laud⸗ und Ackerwirthe. 215 Diese Rüben, die schöͤnsten und ertragreichsten von allen jetzt bekannten Zutterruben werden 1 bie 3 Fuß im Umfange groß, und 5, ja 10—13 Pfund schwer, ohne Bearbeitung, deun sie verlangen weder das Packen noch das Häufen, da nur die Wurzeln in der Erde wachsen, die Rüde aber wie ein Kehlkopf über der Erde steht. Das Fleisch dieser Ruben ist durkelgelb, dle Schale firschbraun, mit großen saftreichen Blättern. Die erste Aussagt geschseht, setald es die Witterung erlaubt, Anfangs März oder im April. Die Ernte ist sodann im Juli, so daß dieset Acker zum zweiten Male mit derselben Rüde destellt werden kann. Vorzüglich kann man dann die Ruben noch anbauen, wenn mau die ersten Vor⸗ feuchte herunter genommen hat, z. B. nach Grügfutter, Zrühlingekartoffeln, Raps dein und Roggen. Geschleht die letzie Aussaat in Roggenstoppel und bis Mitte August, so kann man mit Bestemmibeit einen großen Ertrag erwarten und mehrere hundert Wiepel andauen. Auch wird der Versuch lehren, daß dieser Rubenban zebnmal besser ist, ale der Runkel⸗ und Wassetrüben⸗ Andau da nach der Rübeafütterung Milch und Butter einen feinen Geschmack erhalten, was bei Wasserruden niemals der Fall ist, auch als Maftfütterung nimmt diese Rude die erste Stelle ein. Das Pfund Samen von der großen Sorte koßset 2 Thaler und werden da⸗ mit 2 Morgen besäet Der Ertrag ist pro Morgen circa 230— 260 Scheffel. Mittelsorte 1 Thaler. Unter ½ Pfund werd nicht verkauft. 2) Boeckharaseher Niesen⸗Honig⸗Klee (äcte Original- Saat). Dieser Klee gedeiht und wächß auf fedem Boden ganz vortrefflich. Er wird sodald offenes Wetter eimirtt gesäet und liefert auch im erßen Jahr det zeitiger Aus⸗ saat seidst auf geringem Boden 3-4, auf gutem sogar 5 Schnitte. Auch kann man denselben unter Gerste und Hafer fätn; mit letzterem zusammen geichnitten giebt er ein herrliches Futter für Pferde. Soll der Klee als Grän, oder Trockenfutter verwendet werden, ist allmonat⸗ liches Admäden dei einer öde von ¼ Ellen noͤihig, da die zarten Blätter und Stengel dem Vieh mehr zu · sagen. Will man jedoch den Kiee vorzüglich des Sa⸗ mens wegen andauen, so lasse man ihn fortwachsen. Er blüht von Ende Mai dis August ungewöhnlich reich und wird haͤufig von Bienen desucht. Blutben und Blättern ist der feinste Waldmeistergeruch eigen. Das erste utter des zwetten Jabtes giedt es im April. Der Ertrag ist ein ungemein neichlicher und empfiehlt sich vorzugsweise dieser Bockharascher Riesen⸗Honig⸗Klee zum Anbau, mehr als jede andere Kleegattung, weil er schaeller und boͤder wächst und einen feinen Geschmack bat. Der Morgen liefert an 600 Centner grünes Jutter und ist der Klee seines großen Futterreichtbums wegen ganz besonders fur Milch kube und Schaspieh zu empfeh⸗ len. Vollsaat pro Morgen 12 Pfund. Das Pfund Samen kostet 1 Thaler. Unter/ Pfund wird nicht abgegeben. 8) Schottischer Riesen⸗Turnips⸗Nunkelrüben⸗ Samen(veredelt und doppelt gereinigt). Diese Rüden werden 18—22 Pfund schwer, baden gelbes Fleisch und große saftreiche Blätter. Aussaat pro Morgen 3 Pfund, das Pfund kostet 10 Sgr. Er⸗ trag pro Morgen 450 Centner. Es offerirt diese Samen Ferdinand Bieck in Schwedt a. O. r Frankirte Aufträge werden mit um⸗ gehender Post expedirt, und wo der Betra nicht beigefügt, wird solcher per Postvorschu entnommen. Th ee, 3439 en gros& en detall, reine unverfälschte direct importirte Waare empsieolt 8 Wilh. Sturmfels, Hof Apotheker. Offene Lehrlingsstelle 170 in einem Leinwandgeschäste ersten Ranges. Franeo— Ifferten sub A. L. 1 an Daube's Annoncen⸗ Pfarrer Solgendorff. Expedition in Frankfurt a. M. Gtistliches Concert in der Stadtkirche zu Friedberg Alben dunterhaltung des Thalia-Vereins 217 Freitag den 21. d. M., Abends ½8 Uhr, veranstaltet von der Kammersängerin Frau Samstag den 22. Januar 1870 Haagn(Professorin vom Wiener Conservatorium) unter gefälliger Mitwirkung mehrerer N hiesigen geehrten Musikfreunde. f 8 2 57 4 58 f Programm und Näheres wird durch die Zettel bekannt gemacht. Zur Aufführung kommen:. Hotel zu den drei Schwerter n.. ee,— Sonntag den 23. Januar d. J. Hlerauf folgt: 2 3 5 AnthAt dl Streich 7 Concert. f e. und Süd,—— Zum Schluß: 1 usgeführt von der ganzen Capelle des hiesigen Jäger Bataillons. 1 2 1 N ö 4997 n 7 Uhr.— Entrée für Herren 12 kr., für Damen 9 kr. Die b eid en Seeretaire. Nach Beendigung des Concerts Lustspiel in 1 Akt von Aen. D DTanzkränzchen, 7 1 2 bei welchem 1 e 00 25 r aer werden. Einlad ung. sud, wol 196 1 ahlreichem Besuche ladet ergebenst ein H. Simon. 28. recht zah 0 2 8 J S 208 1739 jedes Jahr, so wird auch dige Gesellscbafte Betreff —— 2 N den 23. Januar in meinem Locale ein Gese afts⸗ 0 Ep U e p t U sch e K U i m 17 7 e(Fallsuck t) Ball abgebalten, wozu ich Freunde und Bekannte mit g beilt brieflich der Specialarzt für Ep'lepsie Doctor O. Killiseln in Berlin dem Bemerken höflichst einlade, daß derselbe Abends 7 Uhr 10 6 Mitelffiraße 6— Bereits über Hundert geheilt. beginnt und der Eintrittspreis 36 kr. beträgt. 0 Für reingehaltene Weine und gute Speisen wird 928 wie immer besorgt sein Karl Schneider sind, so l 195 Hlerzoglich Braunschweigisches c Stants-Prämien-Anlehen.] Palnkern- Mehl. Thlr. 20.— Loose ie eee ee 4 Ziehungen im Jahre—.— E. mit Treffern von Thlr. 80, 000, 40.000. 30.000, 25,000 etc. Frucht preise. 3 1* 7 5„ per Malter. 0 Nächste Ziehung 1. Febt Ua Friedberg, 19. Januar. Waizen 10 fl. 45 kr.z mit Haupttresfer von ThIr. 80,000 Korb 8 fl. 10 tr.; Gerste 7 fl. 25 kr.; Hafer 4 fl. 50 fr. N verd u als billige Kapitalanlage empfohlen und sind bei allen Wechslern zu haben. Kön da e ee Sitzung 5. 3 Ge fl, kr e— 3 Grünberg, 15. Januar. Walzen 10 fl 42 te.; haust zu 5— Kor: 7 fl. 50 kr.; Gerste 6 fl. 45 kr.; Hafer 4 fl. 55 ke; Freunde 0 7 0 Molter 7 fl. J0 kr.; Erbsen 11 fl. 50 kr.; Linsen— ff. U zu U er E en 90 nt an en— kr.; Saamen 19 fl. 10 kr.; Kartoffeln— H.— 0 2 1. 8 1 5 1 5 Januar. Waizen 10 fl. 56 kr.; Korn 0 ich — 1 2* 1 5 M i 8 1 43 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 5„286 kàyy ö J. Steitz II. Herrenkleidermacher, dad ue Wedh, bö onen o Kartoffeln 3 fl. 40 kr.; N en 85 100 Gebund ö D 189 empfiehlt sich zu Arbeiten auch außerhald des Hausee. fauf wird gewarnt. Dem e ener ane 9 i— Er Auch erlaubt sich meine Frau im Weißzeugnähen sich Belehnung. 6——. 5 0* Kae gl n 2 beffndet sic bel ein een eim. Pachter Neuhart. Sstatlitischer Gottesdienst in Friedberg.) en f 7 1 Be gi n n: dit 8 W̃᷑ Freitag Abends 4½ Uhr. Ein Garten, Eine ohnung Samstag Morgens 8½ Uhr. 90 2 2. 1 6 er 221 zu vermiethen an eine stille Familie bei Neraniw. Reb. Dermanz Schimpff. 9 4 224 ¾ Meraen baltend, ist zu verlaufen. Näheres zu erfragen dei M. Mondigler in der Vorstadt. ö G. Gröninger. Druck und Verlag von Bindernagel& Schinapff. 2 Pen An- X Derkauf von Staatspapieten weren e F. Hirschhorn in Friebe. von Staatspapieren, 4 N 8 5 1 ertigter 33 An- uνσel Verlauf Coupons etc. besorgt billigst J.„ auheim 27¹ Friedberg. N —————̃ V— dustrie Frankfurter Börse.(Nach dem Syndicats-Coursblatt.) 18. Januar 1870. 0 e an Staatspapiere. Tellhz. Aetien, Priorit.& Obligat. dube i el . Preussen 4½0/ Obligationen 93¼ F. Baden 4½% Obligat. à 10591 ½ P. 30% Frankfurter Bauk a fl. 500[122 P. 121½ C. ex. D. und 1 8 2 83½ P. 4, b. 86 b. 4% Darmstädter Bank à fl 250 313 P. 312½ 8. ex. D. ehr ö Frankfurt 3½0% Obligationen 81 ½ 6. Gr. Hessen] 40% Obligationen 93 P. 30 0 Oesterr. Nat.-Bank-Actien 710 P. 708 G. sugeben, 5 60% do. 72 ½ g„ 3½%% do. 87/1 P. 50 0 Oesterr. Cred.-A. Oest. W.% 250 à 52 451¼ b. wuce Nassau 4½0% Obligationen 93½ P. Oesterreich 50% Met. v. 1859 i. Ls.—— 4½0% Bayer. Ostbahn à fl. 200 121% b. ex. 5. D 1 5 0% do. 85 b. 7 5% Nt.-Anl. 1854 ¼8p—— 4½% Hess. Ludw.-Pr. Obl. i. fl. 94½ G. ind Ja 1 Kurhessen 40% Obligat. 4 105 84½ P. f 5 50% Anl. steuerf. 668—— 50% Elisab.-B. Pr.-Obl. I. Em. ½ 75% P./ 6 Fi a0 Bayern 50% Obligationen 101 ½ b. u. G. Aussland 50% Obl. i. L. à fl 120— 50% Elisab.-B. Pr.-Obl. 2. Em.%½ 73¼ b. u. G. ande ö 1 4½0% ½ Jähr. 91⅝ P. ½ G. Finnland 4½% 0. i. R. 4 105—— 60% Oest. süd. Lom. E.-B. i. fr. 74100 P. armsta 1 8 4%, dio. 3 Schweden 4½% Obl. Thir. à 105 89 G. 30 0 Oest. Süd. St. Lomb. E.-B. Pr. 498ÿ 50 b. zogliche Sachsen 50% Obligat. à 105 100¾ P. 8 4½0% Ob! i. L. fl. 12 30% Oesteri. St.-Eis. Pr.-Obl. i. fr. 58 P 57¾ G. 5 Würtemb. 4½0% Obligationen 91 ½ P. N.-Amer. 60% Bonds 18821 v. 6291/ 8/ b. 30% Liv. Pr.-Obl. Lit C., D.& 5/2, 32 P. 31¾ 6.— 1 5 4 do. 84½ P. 5 60% Bon ds 185 Tv. 65 91½ b. 50% Tose. Centr. E.-B. Pr-Obl.„51 ¼ b. u. G. 0 Hef 1 6 Kurhess. 40 Thl.-Loose] 56% P. ½ G.* Amsterdam k. 8. 100 ½% b. u. G. 0 8 Preuss. Kassensch. fl. 144% 45% che Reg 1 Nass. 25 fl.-Locse 37% G. 2 Augsburg k. S. 99¾ 6. 4 Preuss. Friedrichsd'or„ 9 57½— 58% l. Beke 1 4% Bad, P.-L. Thlr. 100 10½ͤ P.— Berlin Thir. k. S. 104% G. 8 Pistolen„ 9 47-49„ele dend 1 Badische 35 fl.-Loose 57½ P. 2 Bremen Tblr. k. S. 97% B. 3 G. 2„ Doppelte„ 9 48—50 be, d br. Hess. 50 fl.-Loose 1706. 8 Cöln Thlr. k. 8. 105 B. 2 Holl. fl. 10 Stücke 3 U. 5 0„„ 47 P. 7 Hamburg M. B k. S. 88 B. 2 Ducaten„ 3 3537 r ding 0 2 Oesterr. fl. 250 v. 1839—— 0 Leipzig Thlr. k. S. 105% B. 2„ al mare„ 5 3638 unseng 1 2„ 4% 250 v. 1851s⅝ 72 P. 2 London Lost. k. 8. 119½ ½¼ ½ b. 20 Fraues-Stücke„ 9 N m. N— 5% 500 v. 1860 6% 80% P. ¼ G. 8 München fl. k. S. 903/ 6. 2 Engl. Sovereigns 11 53—57 nacht 2 100 fl. v. 1861 h. W. 113 ¼ P. 2 paris Fr 200 k. S. 94// b. u. G. 3 Russ. Imperiales 9 4850 ug 2„ 100 Pr. L. v. 1858 152 etw. b. 2 Wien ö. W. k. S. 96/ ½ b. S rene Thaler ni Tann Schwed. Thlr. 10-L. 12/ P.* Bankdisconto 40% G Dollars in Gold„ 227—28, 1 1 für ne a Ua 0 34 S. Lindheimer Söhne An- und Verkauf aller Wertpapiere unter Zusicherung reeller Bedienung.— b in in Frankfurt a. M. Zeil 29. Auskunft über Verlaesungen, Coupons- Zahlungen u. s. w. wird gerne ertheilt. a