U enitagt 2 un — Dam Kier u * On m Stellt anns Mutwe . f. J. wasserkur etapie. dc. Duenmatisch⸗ laube t Stropefe. G. att. Ven 5. 1 tdettes Tist nent.— Uutet da Orenk. Ven. ungern ant uten Der dertrmtister u. anttit „ 2 Milbunge 1 Nn Tyren t Kleebergel Aleeberga er-Tinl“ dent 44 ai! le Bittenbetrg 1160. 1 1870. Donnerstag den 19. Mai. M 59. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für die Monate Mai und Juni kann Verlags-Expedition mit 20 kr, bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. auf den „Oberhessische n. Anzeiger“ bei der 8 Betreffend: Die Gemeindevoranschläge für 1870. Amtlicher Theil. Friedberg am 17. Mai 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. erinnern Betreffend: Das Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes. Nur wenige von Ihnen haben unseter Verfügung vom 5. v. M. eutsprochen, weshalb wir an deren sofortige Erledigung hiermit TDi Friedberg am 17. Mai 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beienheim, Dorn-Assenheim, Fauerbach b. Fr., Fauerbach v. d. H., Gambach, Hoch— Weisel, Ilbenstadt, Kirch-Göns, Langenhain, Münster, Münzenberg, Ober-Florstadt, Rödgen, Staden und Woͤlfersheim. Wenn Sie den nach unserm Ausschreiben vom 3. v. M. in Nr. 4m des Oberh. Anz. geforderten Bericht— erinnert in Nr. 52 des Oberh. Anz.— binnen 24 Stunden nicht erstatten, lassen wir solchen durch einen Exprrssen auf Ihre Kosten abholen. U NM fan den 2 Hessen. Darmstadt. Das„Frankf. Journ.“ meldet: Der Director des Kriegsministeriums, Oberst Dornseiff, hat, nachdem sein dreimonatlicher Urlaub abgelaufen, wieder seine dienstlichen Fune⸗ tionen übernommen. Es ist daher anzunehmen, daß der Conflict, welcher zwischen dem dicsseitigen Kriegsministerium und dem preußischen Militär- cabinet bestand, vorerst beseitigt ist. ö — Nach den„Hess. Volksbl.“ haben sich in Bezug auf die Vollziehung des Tabaksteuergesetzes mehrfache Zweifel herausgestellt, deren Beseitigung im Interesse gleichmäßiger Anwendung des Gesetzes wünschenswerth sist. Diese Zweifel sind von den Zoll— vereins⸗Bevollmächtigten von Hessen und Schwerin angeregt und die Angelegenheit dem Ausschuß des Zollbundesraths für Zoll- und Steuerwesen über— wiesen worden. Der letztere beantragt nun beim Bundesrathe, zu beschlleßen:„bei der Berechnung der über die Besteuerung des Tabaks verfügten Ord— nungestrase ist in der Art zu verfahren, daß als Grundlage derselben das verschwiegene Flächen— maß an Tabaksland angenommen und von dem— selben zuerst die treffende Steuer und sodann die Ordrungestrafe bemessen wird. Ein zweiter Antrag fordert einen Beschluß dahin:„bei der Feststellung des zu gewährenden Erlasses der Tabakssteuer ist in der Art zu versahren, daß die Ruthenzahl der als beschädigt constatirten Fläche durch die Steuler einheit sonach mit 6 getheilt und der sich hiernach berechnende Steuererlaß von der Gesammtsumme der keffenden Steuer in Abzug gebracht wird. Friedberg. wird des Großherzogs K. H. nächsten Samstag den 21. d. Vormittags 10 Uhr in unserer Stadt eintreffen zu einem längeren Aufenthalte. Preußen. Berlin. Der Reichetag be— schloß den Nachtragsetat zum Bundesbudget pro 1870 zur Plenarberathung zu stellen. Donnerstag wird das Haus wahrscheinlich die Berathung des Bunde strafgesetzbuches wieder aufnehmen. — Ueber Waldeck's Begräbniß entnehmen wir einem Berichte der„K. Z.“: Um 12 Uhr 35 Min. setzte sich der Zug in Bewegung. Ein Musikcorps eröffnete denselben. Es folgten die Maschinen- bauer, denen die Aufrachterhaltung der Ordnung vor dem Kirchhofe übertragen war. Hinter ihnen schritten vier Vertreter der berliner Wahlbezieke, welche Palmenzweige trugen. Diesen folgte unter Voraustragung eines Erucsfires der katholische Gesangverein, hinter ihnen schritten wiederum vier Palmenträger, dann folgte der kath. Gesellenverein, Wie man uns mitlheilt, dann die vereinigte Sängerschaft Berlins mit den Fahnen der einzelnen Vereine, dann zwei kathol. Geistliche(der Propst Herzog und ein Caplan), dann der Leichenwagen. Dicht hinter demselben schritten die Tochter des Verstorbenen mit ihrem Verlobten, dle verheirathete Tochter mit ihrem Gatten und der Sohn des Verstorbenen. Daran schlossen sich unter Vortritt der Deputationen der städtischen Behörden die Mitglieder des Ober- Trikunals, die Freunde und Berufsgenossen, Reichs- und Landtagsmitglieder und Vertreter der Presse. Nun folgten drei Traue wagen. In dem ersten derselben folgten der Professor Stahr und seine Gattin(Fannh Lewald), die beiden anderen wurden in der Leipziger Straße von den Mit- gliedern der Familie benutzt. Dann folgten wir der Gesangvereine und die Wahlmänner des ersten und zweiten Landtags- Wahlbezirks. An diese reihten sich die Burschenschaft Brandenburgta, der akademische Turnverein, der berliner Arbeiterverein, der Handwerkerverein, die Burschenschaft Germania, der schweizerische Arbeiterverein, dem eine zusammen— gerollte rothe Fahne doraufgetragen wurde, wäh— rend die Mitglieder rothe Schleifen trugen; dann folgten die Wähler des 3. und 4. Wahlbezirks und andere Vereine und Genossenschaften. Der Zufall wollte es, daß die Buchdrucker den Zug schlossen mit ihrem weithin kenntlichen blauen Banner, auf welchem unter dem Bilde Gutenbergs die Worte zu lesen sind:„Es werde Licht“. Eine lange Wagenreihe schloß den Zug, der zu seiner Entfaltung volle drei Viertelstund en ber urfte. Er bewegte sich durch die Leipziger, Große Fried— richs- und Chausscestraße nach dem katholischen Friedhofe in der Louisenstraße, wo er um 2 Uhr 15 Minuten, also nach einer Dauer von einer Stunde und vierzig Minuten eintraf. Hier be— gann die Feier mit dem von der gesammten Säugerschast gesungenen Liede„Wenn auch die Liebe weine“ von Schneider.— Darauf eröffnete der kathelische Gesangverein dies Leichenseier mit Absiugung des Pliserere; es solgte die Cinsegnung der Leiche durch die Geistlichen, nach welcher sich vieselben zurückzogen. Die Musikeorps(neun an der Zahl) stimmten einen Choral an und leiteten damtt die Gedächtuißzworte ein, welche der Ab- geordnete Dr. Löwe an dem offenen Grabe seines langjährigen Freundes und Gesinnungsgenessen spriach. Die Absingung des Liedes von Mücke: „Manche Hoffnung, manche Freude“ beendete die Feler erst in der vierten Nachmittagestunde, und in ungestörter Ordnung, welche ohne große Vor— bereitungen und ohne polizeiliche Hülfe während der ganzen Feier und auf dem ganzen Zuge ge— waltet hatte, zertheilten sich die Massen. Nach ungefäbrer Schätzung waren etwa 15,000 Per- sonen im Zuge, aber wohl mehr als 200,000 Menschen als Zuschauer herbeigeströmt. — Eine von Berlin aus verbreitete Nachricht will wissen, daß neue Instruktionen, welche das Fähndrichs- und Freiwilligen-Examen betreffen, vorbereitet werden, jedoch sollen ste vorläufig noch nicht zur Veröffentlichung kommen, sondern nur für die Examinations-Commissionen dienen. Diese Instruktionen bezwecken, daß später, d. h. spätestens in zwei Jahren nur das Abiturienten-Examen zum Eintritt als Ofsizier- Aspirant berechtigen soll, so daß dann die Ober Militär-EFxamina— tions-Commission nur noch die Ofsizier-Examina abzuhalten haben wird; in diesen zwei Jahren sollen die Fähndrichs-Examina progressiv immer schwerer werden. Das Freiwilligen Examen da— gegen soll, um die Altpreußen gegenüber den neuen Provinzen nicht zu benachtheiligen, für die nächste Zeit etwas leichter werden, dagegen haben aber gewisse Milikärbehörden die Weisung er— halten, nur höchstens den dritten Theil der Ein— jährig-Freiwilligen zum Cramen als Reserve— Offizier zuzulassen. Es wird diese Einrichtung gewiß alle die Eltern interesstren, welche ihre Söhne nicht auf Gymnasien, sondern auf sogenannten Fähndrichs⸗Pressen erziehen lassen, da diese An— stalten in nächster Zeit alle eingehen müssen, wenn sie nicht gleichzeitig für das Abiturienten-Eramen vorbereiten. — An der Börse eireulirte der Protest der Berliner Kausmannschaft gegen den beim nord— deutschen Reichstage eingebrachten Antrag, betreffend das Verbot des Handels in auswärtigen Lotterie— papieren. — Der Centralvorstand des Gustav-Adolf— Vereins macht bekannt, daß die 25. Hauptver— sasumlung der Gustav- Adolf-Stiftung am 23., 24. und 25. August d. J. in Stettin stattfinden soll. Emo. Der Kaiser von Rußland ist am d. um 10 Ubr Abends hier angekommen. Bayern. München. Der vereinigte erste und dritee Ausschuß der Kammer der Reichsräthe hat das Gutachten des Referenten Fihrn, von Schrenk, daß dem Antrag der Kammer der Ab— geordneten auf Reviston der Preßgesetze die Zu— stimmung zu versagen sei, mit allen gegen die 15. zwei Stimmen der Reichsräthe Frhr. v. Thüngen und Frhr. v. Aretin zum Ausschußgutachten erhoben. Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, durch welches FM. v. Koller von der Leitung der Statthalterei Böhmens unter Anerkennung seiner vorzüglichen Dienste enthoben wird. Ein zweites von der„Wiener Ztg.“ publicirtes kaiser- liches Handschreiben ernennt den Fürsten Dietrich⸗ stein Mensdorff zum Statthalter von Böhmen. Das Landesvertheidigungsministerium erläßt in dem amtlichen Organ, eine Kundmachung, welche bekannt gibt, daß in Folge der Aufkündigung der russischen Regierung die Wirksamkeit des auddro-russischen Cartells wegen Auslieferung von Deserteurs vom 27. Juni d. J. aufzuhören hat. — Der Gemeinderath von Wien faßte mit geringer Majorität den Beschluß, das Präsidium des Magistrats möge dem Ministerpräsidenten die Mißstimmung der Bevölkerung Wiens wegen Er⸗ nennung des Barons von Widmann zum Landes vertheidigungsminister bekannt geben Schweiz. Solothurn. Das„Volksbl.“ bringt die Kunde, daß die letzten Nachrichten über den Tod des Afrika⸗Reisenden Werner Munzinger unrichtig waren. Mit Datum vom 27. März sei an seine Angebörigen ein Brief eingetroffen, der beweise, daß seine Genesung nach Wunsch vorgeschritten ist. Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein kaiserliches Decret, durch welches der Herzog von Gramont zum Minister des Aeußeren, Hr. de Moͤge zum Minister des öffentlichen Unterrichts, Hr. Plichon zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt werden. — Das„Journal officiel“ veröffeutlicht einen Bericht des Justizministes an den Kaiser. Er lautet:„Sire! Der Fortschritt besteht für eine Nation nicht lediglich in der Reform ihres Ver fassungsmechanismus. Auch die Institutionen müssen vervollkommnet, umgewandelt, den Fort- schritten der Wissenschaft und den veränderten Sitten angepaßt werden. So lange die Freiheit nicht besteht, begreift man, daß tore Einführung die erste Obsorge eines Volkes ist, welches das Bewußtsein seiner Würde hat. Sobald aber die Freiheit gesichert ist, würde das Volk, welches seine Thätigkeit noch weiter in eitlen politischen Recriminationen verschwendete, in Verfall gerathen und bald ganz zusammenbrechen, In Frankreich gibt es gegenwärtig ebenso viel Freiheit, wie in irgend einem Lande Europas, und die Verfassung, welche das Volk soeben mit seinen Zurufen be⸗ grüßt hat, ist die am Wahrhastesten liberale, die seit 1789 bestanden hat. Der Verfassungsstreitig⸗ keiten ertledigt, wird die Regierung jetzt alle ihre Mühe der Verbesserung der Institutionen zuwenden können. Von allen Seiten wird sie dazu durch die individuelle Initiative im Parlament und in der Presse aufgefordert. Diese Bewegung, Sire, ehrt unser Land. Man muß sie begünstigen und sich ihr anschließen.“ Nach dieser Eiuleitung ge⸗ langt Herr Emile Ollivier zu dem Antrage, zu einer Gesammlrevision der herrschenden Ge⸗ setzgebung und zwar, da an einem neuen Code rural schon gearbeitet wird, in folgender je nach der Dringlichkeit des Gegenstandes beslimmter Reihenfolge zu schreiten: 1) Strafproceßord- nung; 2) Civilproceßordnung; 3) Gerichts- verfassung; 4) Strafrecht; 5) bürgerliches Recht; 6) Verwaltungsgesetze. Was insbesondere das Criminalperfahren anlangt, so faßt der Minister das Ziel ins Auge, daß die in demselben ver— bliebenen Spuren des inquisitorischen Systems, wenn nicht ganz beseitigt, so doch noch weiter eingeschränkt werden sollen. — Die neuen Minister haben ihren Eid in die Hände des Kaisers abgelegt und darauf so— gleich einem Conseil beigewohnt. Spanien. Madrid. Berichte aus der Havanna bringen die Kunde von einem durch zwei Bataillone spanischer Truppen unter dem Befehl des Generals Balmaseda über die Insur⸗ genten errungenen Siege. Die letzteren zersteeuten sich mit Zurücklassung von 170 Todten nach allen Seiten hlu. Die Insurrection ist jetzt auf einige wenige, im östlichen Theile der Insel belegene unbedeutende Punkte beschränkt, muß aber auch dort ihr baldiges Ende finden, da dieselbe von allen Seiten von den spanischen Truppen cernirt und den Insurgenten von außen her alle Zuzüge gänzlich abgeschnitten sind. Italien. Florenz. Die„Gazelta uffi⸗ ciale“ meldet, daß die aus den toskanischen Provinzen eingetroffenen Nachrichten das Bestehen einer einzigen Bande bestätigen, welche, von den Truppen verfolgt, in der Auflösung begriffen ist. In Calabrien fand kein neuer Ausstandsversuch stattt. Amerika. New Nork. Die Veran- lassung zu dem Zusammensturze eines Theils des Capitols der Hauptssadt Virginiens, der ganz Richmond in Trauer versetzt hat, gab der Streit zwischen zwei rivalisirenden Majors, Cahoun und Ellison mit Namen, von denen Jeder behauptete, der rechtmäßige zu sein. Der Apellhof sollte den Streit entscheiden und trat am 27. v. M. in einem Saal im oberen Stockwerk des Staatsge— bäudes zusammen. Der Andrang zu den Gerichts. verhandlungen war ungeheuer. Das Capitol ist verhältnißmäßig klein. Im unteren Stockwerk tagt die Legislatur; gerade über dem Repräsen- tantenhause befindet sich der Gerichtssaal. Er ist fünfundzwanzig Fuß lang und zwanzig Fuß breit; die Richter sitzen an dem einen Ende auf einer etwas erhöhten Plattform; ihnen gegenüber be— findet sich eine schmale Tribüne. Um 11 Uhr Vormittags sollten die Verhandlungen beginnen. Mehr als 300 Personen waren in dem kleinen Raume zusammengedrängt. Eben hatten die zuerst gekommenen zwei Richtet ihre Sitze auf der Tribüne eingenommen, und man erwartete mit höchster Spannung die übrigen, als man unter dem Fußboden ein Dröhnen wie von fernem Kanonendonner vernahm. Jedermann sprang in die Höhe und blickte umher, von wo das seltsame Geräusch kam. Man sollte nicht lange warten. Aus dem dumpfen Dröhnen ward ein Krachen, wie wenn Balken zusammenbrachen und unmittel- bar darauf sah man den Fußboden in der Mitte des Saales sich senken. Jedermann ahnte die unmittelbare Nähe der Gefahr und suchte sich in Sicherheit zu bringen, aber fast für alle zu spät. Der Fußboden, die kleine Galerie mit sich nehmend, stürzte mit entsetzlichem Gekrach etwa 25 Fuß tief in den Saal unten hinab, die Decke des Gerichts- saals hinterdrein; nur die etwa 12 Fuß breite Plattform, der Platz für die Richter, hielt Stand und manche konnten sich auf sie retten. Andere der Balken. So wurden etwa 30 Personen ge— rettet. Das Schauspiel, das diesen einen Blick nach unten eröffnete, war entsetzlich und noch grausiger das Geschrei der Verwundeten und Hülferufenden. Draußen läuteten die Glocken und führten alsbald die ganze Feuerbrigade und eine Menge Menschen heran. Governor Walker, der zur Zeit im Capitol auwesend war, organi- sirte sofort den Rettungsdienst. Es wurden Leitern angesetzt und herabgelassen, auf denen die Verwundeten und Todten allmälig herausgeschafft wurden Es kostete Stunden, ehe aus den Balken, dem Kalk- und Steingerölle die Opfer der Kata- strophe, die Todten und Verstümmelten, hervorge— holt waren. Eine Stunde später, und das Un- glück wäre noch viel größer gewesen, denn nach 12 Uhr wäre die Legislatur in Session gewesen. So befanden sich uur etwa 20 Mitglieder im Repräsentantenhaussaal, von denen ein Theil ge— tödtet wurde und von den übrigen keiner unbe— schädigt davonkam. Die beiden streitenden Majors fuhren mit den andern im Gerichtssaal in die Tiefe hinab, doch wurden sie nicht lebensgefährlich verletzt. Unter den(59) Todten befinden sich verschiedene Richmonder Notabilitäten, gegen dreißig politische Persönlichkeiten aus allen Theilen des Staates, Advokaten, ein Reporter, ein Neger— Senator u. s. w. K Büdingen. Vor einigen Tagen stürzte ein Aibeiter im biesigen Tunnelbau vom Gerüste zwischen einen Haufen Steine und zerschmetterte sich den Kopf derart, daß, mau au seinem Aufkommen zweifelt. Der Unglückliche ist ein Jlaliener und Familienvater von 3 Kindern. 37 bei dem Tunnelbau zu Effolberbach ereignete sich dieser Unglücksfall: Ein Arbeiter wollte Tage ein sehr trauriger während eine Anzahl Rollwagen gerade in den Tunnel, in raschem Laufe herausfuhren, schnell entschlossen legte er sich zwischen die Schienen um die Wagen über sich hinweggehen zu lassen, welches auch glücklich von Statten ging bis an den vorletzten Wagen, der ihn aber ergriff und ihm den Kopf halb wegriß; er blieb auf ber Stelle lodt. Derselbe soll eine Frau mit 4 Kindern hinterlassen. Frankfurt. Hiesige Blätter melden: Wie sehr eine sirenge Fleischbeschauung ber geschlachteten Thiere am Platze ist und wie gewissenhafst das Amt des Fleisch⸗ beschauers hier ausgeübt wird und wie nothwendig es ist, daß sämmtliche Thiere in einem Schlachthaus geschlach tet werden, mag folgender Vorfall, der uns von glaub⸗ würdiger Seite mitgetheilt wird, lehren. Auf dem Trans⸗ port zu dem Viehmarkt wurde ein Ochs in dem Eisen⸗ bahnwaggon krank. Die Wärter, welche dies bemerkten, stachen das Thier sosort ab und verkauften dasselbe an einen hier elablirten Metzger. Zum Ausschlachten wurde das Thier in das Schlachthaus verbracht und hier zeigte die Fleischbeschauung, daß dasselbe milzbrandig war. So⸗ fort wurde die amtliche. Anzeige an die Wasenmeisterei gemacht und von dieser der Ochs geholt und vernichtet. Als ein Glück ist es zu bezeichnen, daß das Thier in die Stadt kin und nicht auf das Land. Offenbach. Vor einigen Abenden Schweitzertanex eine Versammlung im Gasthause„Zum grünen Baum“, wo schwere Worte fielen. Die Behörde, durch Drohplakate aufmerklam gemacht, hatte Vorkehrungen zur Verhütung von Rubestörungen getroffen, besonders weil verlautete, daß einer der Führer der Schweitzerianer, der unlängst einem Nachtwächter ein Stück vom Daumen gebissen, aus seiner Haft befreit werden sollte. Zwei Compagnien des hier gacnisonirenden Jägerbataillons waien in der Kaserne zum Ausrücken bereit gehalten. Darmstadt. Die Bahnhoffrage ist, wie man ver⸗ nimmt, dahin entschieden, daß der neue Bahnhof nicht nach den Vorschlägen der Ludwigsbahn angelegt wird, sonderu es soll derselbe ungefähr 120 Schritte rückwärts von der von dieser vorgeschlagenen Stelle, da, wo sich gegenwärtig die Güter-Expedition der hessischen Ludwigs⸗ bahn befindet, angelegt werden.. n. Darmstadt. In den ersten Tagen des Monats Juli veranstaltet der hiesige landwirthschaftliche a verein eine Viehschau mit Prämiirung der vorzüglich Thiere. Tags darauf findet ein größerer Zuchtviehmarkt statt, wobei von der Stadt Darmstadt bewilligte Geld- preise zur Vertheilung kommen. Auch vören wir, baß hiermit die alljährlich wiederkeyrende Ausstellung land⸗ wirthschaftlicher Maschinen verbunden werden soll. Wildungen. Im Kurgarten sind, 100 Fuß von der Haupt-(Georg Victorg-) Quelle, zwei, 10 Fuß von einander liegende, neue Säuerlinge entdeckt worden. Speyer. Der glückliche Gewinner des größten Treffers der bayerischen 4proc. Prämien- Anleihe im Be⸗ trage von 70,000 fl., Herr Einnehmer Oswald Arnold in Nodalben, hat nun leider zu seinem Gewinne eine traurige Zugabe erhalten— er ist in Folge dieses Glückfalles plötzlich irrsiunig geworden. Witten a. d. Nuhr. Dieser Tage machte eln hi siger Kaufmann gegen einen Arbeiter die Klage auf zwei Pfeunige Zinsen aus einer Forderung abhängig. Das Gericht setzte den Zinsbetrag auf 1 Pfennig herab und verfügte„schleunige Mobilar-Execution“, um welche der gewissenhafte Gläubiger gebeten hatte. Die Kosten des Verfahrens beliefen sich auf 4 Sgr. Verloosung des Gustav-Adolf-Frauenpereins. Der unterzeichnete Vorstand beabsichtigt wie schon in frühern Jahren auch in diesem wieder eine Verloosung für die Zweckt des von ihm ver⸗— tretenen Vereins, Unterstützung von Confirmanden⸗ häusern und Schulen, von Wittwen und Waisen, Ausschmückung von Kirchen, Anschaffung von Altargefäßen, Glocken u. dergl., zu veranstalten und wendet sich deßhalb an alle Freundinnen des Vereins mit der vertrauensvollen Bitte, denselben zu diesem Behufe mit weiblichen Arbeiten freund- lichst unterstützen zu wollen. Zur Empfangnahme derselben sowie anderweitiger Geben, welche bis Ende August d. J. erbeten werden, erbicten sich folgende Mitglieder des Vorstandes: Frau Bin⸗ dernagel, Frau Fertsch, Frau Huber, Frau Köbler, Frau Meyer, Frau Schwabe, bei welchen auch Loose à 0 kr. für die in nächstem Herbste beabsichtigte Verloosung zu haben sind. Friedberg, den 11. Mai 1870. Der Vorstand des Gustav-Adolf-Frauenvereins. Bel Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg ist wieder vorräthig Des alten Schäfer Thoma seine 21. Prophezeihung l für die Jahre 1870 und 1871. Preis: 4 kr. hielten die e e ts ff aut deschlachle net den glaub u n gaub⸗ „ n dn en mgelent wir Scrute rückwär u, wo sic % Lubwige⸗ tm des Monat Bezult din „ I Faß vet 1 10 Fuß von At werde 19 ntltil. Vabsichligt wie riclen wieder Bekanntmachung. 1381 Der Mitinhaber der Firma Trapp& Münch zu Friedberg, Theodor Münch, ist ausgetreten und die dem Wilbelm Münch aus Langen erthellte Procura für erloschen erklärt worden. Dagegen sind der vorgenannte Wilbelm Münch u. Carl Trapp don bier als Theilhaber in das Geschäft neu eingetreten, auch ist neben dem hiesigen Hauptgeschäft noch ein Zweig⸗ geschäft in Berlin etablirt worden. Im Firmen ⸗Regtster hat beute der nöthige Eintrag unter Ordnungsnummer 150 stattgefunden. Friedberg den 14. Mai 1870. Moßbemenne Landgericht Friedberg e 16. Die Jahrtsprüsung der Musterschule 1382 wird für die Elementarklassen am 23., für die Mittelklassen am 24., für die Oberklassen am 25. d. M. in den Schullocalen abgehalten werden, und werden die Eltern der Schüler, sowie die Herren Lehrer der andern hiesigen Schulen und Lehranstalten freundlich dazu ein⸗ geladen. Die Aufnahme der im Laufe dieses Jahres schulpflichtig werdenden Kinder wird Montag den 13. Juni im Ratbhaussaale stattfinden. Friedberg am 16. Mai 1870. Für den evang. Schulvorstand Bau r. a N NI n 1389 Fortan werden von allen Stationen der Main— Wefer⸗Bahn auf schriftlichen Antrag für Schulkinder und Lehrlinge zum Zwecke des Schulbesuches besondete, zu einer täglich einmaligen Hin⸗ und Rüclfahrt berech- tigende und für einen Monat gültige Abonnements⸗ Billets für die dritte Wagenklasse, mit Gewährung einer FJahrpreis⸗Ermäßigung von 50 Procent, ausgegeben Die für die Ausgabe und Benutzung dieser Billets 1 1 5 Bestimmungen sind bet unseren Stattons orständen zu erfragen und an den Billet-Schaltern ausgehängt. Cassel den 13. Mai 1870. 5 Königliche Direction der Main-Weser⸗Bahn. Holzversteigerung in der Oberförsterei Nidda. 1393 Montag den 23., Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. Mal d. J. sollen in den Distticten Lohwald und Frankenbausen nachstehende Polzsortimente ver⸗ steigert werden: A. Brennholz. Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reisholz. Holzart. Stecken. Buchen 440 I. CI. 77½ 332 216 5 147 II. Cl——— Eichen 26½ 1. Cl. zund 73½ 81 288 4 62 II. Cl.——— Nadelholz— 1— 366 Aspen 5 15½— 13 B. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz. 409 Eichenfämme von 6— 34“ Duichmesser und 5 5-757“ Länge, 75 Buchenstämme von 10- 26“ Durckhmesser und 15-40“ Länge, 4 Eichenstöcke zu Hauklötzen ꝛc. geeignet. Die Versleigerung beginnt im Distriet Lohwald und üst die Zusammenkuaft an besagten Tagen jedesmal Vormittags 9 Ubr an der Haubenmühle. Montag und Dienstag Vormitiage kommt das Brenn⸗ holz, Dienstags Nachmittag und Mittwoch das Bau-, Werk⸗ und Nutzholz zur Versleigerung. Nidda den 11. Mal 1870. Großherzogliche Oberförsterei Nidda J. E. d. O erförsterstelle: Schenck zu Schweinsberg, Forstacc ssist. Arbeits ⸗Versteigerung. 1387 Mittwoch den 25. d Ms, Vormittags 10 Uhr, sou in dem Bürgermelßerei⸗Büreau zu Ober Erlenbach das Messen, Kleinschlagen und Eindecken von 37 Cubsk⸗Klaster Bachgeröll, auf den Vielnalwegen daselbst, öffentlich an die Wenigstnehmenden veraccordirt werden. Vilbel den 17. Mai 1870. Wo, Bezirks„ Bauaufseher. 1 bis 6 Schneidergesellen 1338 fladen bet mir dauernde Veschäftigung auf Woch en— lohn, Kost und Logis, Fahst pr. Eisenbabn wird vergület. J. Glück, Schneidermeister, n Meerholz bel Gelnbausen 41 finden in dem wöchentlich Anzeigeblatt für Inserate zweimal in Vilbel erscheinenden den Kreis Vilbel in der Wetterau die größte Verbreitung. Die einfache Zeile wird nur mit 2 kr. berechnet und bei oͤfterer Wiederholung der höchstmoͤglichste Rabatt bewilligt. Vilbel im September 1869. Die Expedition. Sonnenschirme 1315 in großer Auswahl billigst bei K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. 16 großer Hirschgraben. Füt Frühjaht. 16 großer Hirschgraben. 1268 Billigste Gelegenheit für Vorhänge jeder Art, in allen Breiten, sowie auch für alle andern Weißwaaren Schweizer⸗Stickereigeschäfts. findet man im fortgesetzten Ausverkaufe des 16 großer Hirschgraben in Frankfurt a. M. Epileptische Krämpfe(,Fallsucht) beilt brieflich der Specialarzt für Eptlepsie Doctor O. Killisch in Berlin, 6 jetzt: Louisenstraße 45.— Berelts über Hundert geheilt. Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Eichels dorf. 1380 Montag den 30. d. M. werden in den Distrieten Rainröder Reiperts, Wolfslauf, Schellngecke, Scherkenwald und Schockenwiesenhang nachstehende Polz⸗ sortimente versteigert; A. Breunholz. Scheitholz Prügelbolz. Stockholz. Relsholz. Holzart SFF Buchen 689 ½ 1 Cl. 43 33½ 48 7 35½ II. Cl.——— Aspen c.——— 28 B. Bau⸗, Werk und Nutzholz. 2 Lärchenstämme von 5½— 6¼“ Duüurchmesser und 55—60“ Länge mit 33 Cubikfuß, 3 Bucheystämme von 22— 25“ Durchmesser 3-357 Länge mit 240 Cubikfuß. Anfang der Versteigerung Morgens präcis 8 Uhr, Le im Diftrict Reiperts bel den Relperts— wle sen. Das in den Districten Schelluhecke und Schenken⸗ wald zerstreut sitzende Polz wollen die Steigliebhaber sich vorher von Groß herzoglichem Forstwant Rodemich in Rainrod vorzeigen lassen. Sämmtliches Holz ist durch neu gebaute Wege gut auf die Niddaer Staatsstraße abzufahten. Etchelsdorf am 10. Mai 1870. Großherzogliche Oberförstetet Eichelsdorf Heyer. und Arbeits- Versteigerung. 1385 Mittwoch den 25. Mal d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Nleder- Florstadt nachstehende Ardeiten an die Wenigstfordernden ver⸗ steigert werden: a) Chaussirung des s. g. Schulbergs im Ort fl. kr. 1. Chauffirbauarbeiten, It. Kostenüberschlag 131 48 2. Brechen, Fahre und Aussetzen von 8.3 Cubik-Klafter Steinen dazu 149 24 b) Unterhaltung der Ortsstraßen Brechen, Fahren, Zerschlagen, Messen und Eindecken der Unterhaltungssteine = 38 Cub kKlafter 364— o) deegl. Unterhaltung der Vieinalwege 10 Cubik K after 480— d) Grabenarbeiten in der Gemarkung 400— e) desgl. auf den Gemeinde⸗Gütern 60— ) Für Schulhäuser 1. Schreiner- und Steinbauerarbeit 25— 2. Lieferung von 20 Stück Tintengläsern 5 20 Friedberg den 17. Mat 1870. Der Bezirks Bauaufseher 2—— Schneider. Arbeits-Versteigerung. 1392 Samstag den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Rathhaus zu Wölfersheim die Pflaster⸗ und Chaussirarbeit in der Kirchgasse abthetlungsweise nochmals in Accord gegeben werden. Wölfersheim den 17. Mai 1870. Großherzogliche Bürgermeisterel Wölfersheim Corleten 495 K. Friedrich neben der Post. 'Tapet Holz- Versteigerung. 1388 Montag den 23. d. M., Morgens 9 Uhr anfangend, soll im Butzbacher Stadtwald, in den Oistricten Jungwald und Pfingsiweide, folgendes Gehölz versteigert werden, als: 32 Stecken Buchen- und Eichen⸗ Scheitholz, 64½„ desgl. Prügelpolz, 57½„ desgl. Stockholz und 7500 Wellen desgl. Netsholz, sowie 80 Stämme Eichen Bauholz, 8 7 Buchen⸗ und 2 5 Linden⸗Werkholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grube„Johanna Butzbach den 17. Mal 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Butzbach Ku ch el. 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