Samstag den 17. September. M 110. erhessischer Anzeiger. dane dn Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samßag. olesor 1570. annden und il 8. dannn Amtlicher Theil. 0 em daa B.% kan G, bel ant m a chu n g. — Es sind wieder Fälle der Rinderpest in den Ställen des Friedrich d) Sonstige Gegenstände därfen nur dann aus dem verseuchten Müller zu Friedberg und ferner in den Ställen des Heinrich Feld⸗ mann, Philipp Rumpf, August Sauerbier und Peter Störiko zu zu Butzbach amtlich constatirt und in Folge dessen Ergänzungen, be— U ziehungsweise Verschärfungen der in unserer Bekanntmachung vom 9. d. M. Oberhess. Anzeiger Nr. 107 angeordneten Maßregeln noth⸗ wendig geworden. Wir verfügen daher: I. Für die Kreisstadt Friedberg: ga) Hausthiere jeder Art mit Einschluß der Hunde, Katzen und des 0 Federviehs sind innerhalb der ganzen Stadt eingesperrt zu halten und werden im Uebertretungsfalle getödtet. Nur Pferde sind ausgenommen. 5h) Der nach pos, 4 4— d unserer obengedachten Bekanntmachung gestattete Verkehr ist für die ganze Stadt untersagt. forte c) Der sog. Judenplacken, die Sandgasse, die Usagasse von dem Huber'schen Hause bis zum unteren Bahnhofsthor, die Ackergasse s r 1 K bis zur Grödel'schen Scheune, die Bahnhofstraße bis zum Gröͤdel— schen Lagerhof sind in der in unserer Bekanntmachung vom 9. . pos. 7 bezeichneten Art abzusperren und darf die Grenze nur am oberen und unteren Ende der Usagasse nach vorheriger Des— infection verlassen werden. II. Bezüglich der Hofraithe des Friedrich Müller zt das in gedachter Bekanntmachung unter pos. 8 verfügte. a Zuwiderhandlungen werden nach den dort angegebenen Straf— bestimmungen geahndet. III. Für die ganze Stadt Butzbach, welche als ver— eucht erklärt wird, tritt die nach§. 21 der Instruetion zu dem Zundesgesetz vom 26. Mai 1869 und der Grosherzoglichen Ver— ürdnung vom 23. Mai 1869 vorgeschriebene Sperre ein. Es gilt biernach: 4) Alles Vieh muß im Stalle behalten, Hunde, Katzen und Feder— vieh eingesperrt werden. Frei umherlaufende Schweine und Federvieh werden eingefangen und geschlachtet, Hunde und Katzen werden getoͤdtet und verscharrt. Fuhren durfen nur mit Pferden gemacht werden. b) Für alles Vieh, Heu, Stroh und andere giftfangende Sachen ist die Ein-, Aus- und Durchfuhr verboten. c) Die gleiche Sperre ist anzuordnen für alle thierischen Stoffe, (Fleisch, Talg, Häute, Haare, Wolle, Borsten, Knochen, Klauen, Hörner, Dunger, Abfälle), Rauhfutter(Heu, Oehmt, Grummet), Streumaterialien und gebrauchte Stallgeräthe. . Bilder in Nacltnn ob Orte herausgebracht werden und Personen denselben nur dann verlassen, wenn eine Bes einigung der Polizeibehörde beigebracht wird, daß sie, seit dem Ausbruch der Seuche weder in Berührung mit den daselbst befindlichen kranken oder verdächtigen Thieren gekommen sind, noch sich auf einem verseuchten Gehöfte befunden haben, ohne daß sie einer gehörig ausgeführten Desinfection unterworfen worden sind. Aus allen seuchenfreien Ställen ist täglich der Mist aus zuwerfen. Die Schlachtung von Rindvseh aus seuchenfreien Stallungen oder Standorten darf während der Dauer der Absperrung nur mit Zustimmung und unter Aufsicht des Thierarztes gestattet werden. Die Verwerthung des Fleisches ist nur im Ort selbst zu⸗ laͤssig und nur sofern das Thier nach der Schlachtung vom Thier arzt besichtigt und als seuchenfrei erklärt worden ist. Wird das Thier nicht als unverdächtig anerkannt, so ist dasselbe unter thierärztlicher Aufsicht wie§. 16 vorgeschrieben zu vergraben. g) Niemand darf ohne Vorwissen der Behörde ein Stück Rindvieh, Schaf oder Ziege tödten, abledern, fortbringen oder verscharren. h) Alle Personen, welche die Stadt verlassen wollen und nicht im Besitz einer polizeilichen Bescheinigung sind, haben sich der Des— infection am Griedeler, Wetzlarer oder Nieder-Weiseler Thor zu unterwerfen. IV. Bezüglich der Hofraithen des Peter Störiko, August Sauerbier, Philipp Rumpf, Heinrich Feld⸗ mann gilt das unter II. Gesagte. Im Interesse der Bezirksangehörigen machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß ein Ersatz aus der Bundeskasse für an der Rinderpest gefallenes oder getödtetes Rindvieh nur dann erfolgt, wenn die Anzeige von der Erkrankung unverzüglich nach deren Eintritt bei Großherzoglicher Bürgermeisterei oder der ver— ordneten Aufsichts-Commission geschehen ist, dann aber auch nach dem vollen durch Sachverständige festgestellsen Werth ohne Abzug, wobei es ohne Einfluß ist, ob das Thier an dieser Seuche gefallen, oder auf Anordnung des Thierarztes getödtet wurde. Die Anwendung von Heil- oder Vorbauungsmittel bei der Rinderpest ist bei Strafe verboten. Friedberg am 14. September 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Ter a pp. e) 10 Polizei- betreffend: Die Maßregeln gegen die Rinderpest. Da die Rinderpest in Gießen ausgebrochen ist, so verordnen error dnung. 4) für unbearbeitete(bezw. keiner Fabrikwäsche unterworfene) Wolle, Haare und Borsten. Personen, deren Beschäftigung eine Berührung mit Vieh mit sich bringt, z. B. Fleischer, Viehhändter und deren Personal, dürfen die Grenze nur an denjenigen Grenzorten der Eingangs genannter Kreise überschreiten, welche von den betreffenden Landräthen bezeichnet worden, und müssen sich dort einer Des infection unterwerfen. Uebertretungen dieser Verordnung werden nach Maßgabe der Bestimmung in§. 307 des Strafgesetzbuchs vom 14. April 1851 bestraft. Kassel am 9. September 1870. Königliche Regierung Hardenberg. — wir auf Grund des Bundesgesetzes vom 7. April 1869, Maßregeln 3 gegen die Rinderpest betreffend, und der hierzu erlassenen Instruktion em 26. Mai 1869, wie folgt: Für die Gießen zunächst gelegenen aue in Fireise Marburg, Frankenberg, Ziegenhain, Kirchhain, Hanau, Geln— — hausen, Schlüchtern, Gersfeld und Fulda tritt das Einfuhrverbot e fur nachstehende Gegenstände unbedingt in Kraft: 1) für alle Arten Vieh(einschließlich der Pferde und des Federviehs); 31. 9 0 2) für alle vom Rinde stammenden thierischen Theile, in frischem 5% oder trocknem Zustande(mit Ausnahme von Butter, Milch 1%% und Kase); 2 5 27 5 3) für Dünger, Rauhfutter, Stroh und andere Streumaterialien, 4 1 gebrauchte Stallgerathe, Geschirre und Lederzeuge; e 5 177 5 rar 90 rt 0 e, Im Anschluß an die voranstehende Polizei⸗Verordnung Königlicher + Neglerung zu Kassel vom 9. l. Mts., Maßregeln gegen die Rinderpest betreffend, und meine Bekanntmachung gleichen Betreffs vom 11. e. (Kreisblatt Nr. 107) bestimme ich hiermit bis auf Weiteres, was folgt: 1) Alle Personen, deren Beschäftigung eine Berührung mit Vieh nit sich bringt, haben sich bei ihrem Eintritt in den diesseitigen Kreis den den Kreisen Friedberg und Gießen aus, unter Umgehung der Jemeinde Sichertshausen und Benutzung des dortselbst über die Lahn ch ue g. fuͤhrenden Sieges, kürzesten Wegs und ohne jeglichen Aufenthalt nach Fronhausen zu begeben, um sich daselbst einer Desinfection in der zu diesem Zwecke errichteten Anstalt zu unterwerfen. 2) Die Abhaltung von Viehmärkten im Kreise Marburg ist untersagt,. 3) In den den Grenzen der Kreise Friedberg und Gießen zunächst gelegenen diesseitigen Ortschaften Fronhausen, Bellnhausen, Sicherts— hausen, Hassenhausen, Ilschhausen, Hachborn, Winnen, Nordeck, Wermertshausen und Roßberg sind sofort Aufsichts-Commissionen, be⸗ stehend aus dem Ortsvorstande und zwei Mitgliedern des Gemeinde“ raths, zu bilden, welchen die Verpflichtung obliegt, die Bestimmungen obiger Polizei⸗Verordnung zu überwachen und jeden verdächtigen Er⸗ krankungsfall von Rindvieh in der resp. Gemeinde ohne Verzug anher zur Anzeige zu bringen. Die erfolgte Constituirung dieser Aufsichts⸗ Commissionen ist mir durch die Herren Bürgermeister der genannten Gemeinden innerhalb 24 Stunden berichtlich zu melden. Bekanntmachung. Betreffend: Rinderpest. In Gießen und Friedberg, Provinz Oberhessen, ist die Rinder- pest ausgebrochen. In Folge dessen bringen wir hiermit folgende Vorschriften der Instruktion vom 26. Mai 1869 zu dem Gesetze vom 7. April 1869, Maßregeln gegen die Rinderpest betreffend, behufs genadester Nach⸗ achtung zur allgemeinen Kenntniß und verordnen gleichzeitig was folgt: 1) Die Ein- und Durchfuhr: A. aller Arten von Vieh(einschließlich der Pferde und des Federviehes), b. aller vom Rinde stammenden thierischen Theile in frischem oder trockenem Zustande(mit Ausnahme von Butter, Milch oder Käse), c. von Dunger, Rauhfutter, Stroh und anderen Streumaterialien, von gebrauchtem Stallgeräthe, Geschirr und Lederzeug, d. von unbearbeiteten(beziehungsweise keiner Fabrikwäsche unterworfenen) Wollen, Haaren und Borsten, e. von gebrauchten Kleidungsstücken für den Handel, über die Grenze des diesseitigen Regierungsbezirks gegen Oberhessen ist unbedingt verboten. 2) Personen, deren Beschäftigung eine Berührung mit Vieh mit sich bringt, z. B. Fleischer, Viehhändler und deren Personal dürfen die vorbezeichnete Grenze des diesseitigen Regierungsbezirks nur bei * 1 Die Herren Buͤrgermeister des Kreises haben gegenwärtigen Erlaß unverzüglich in ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen. 1 eee, e 1 1 nr Marburg am 11. September 1870. b 7 b Königlicher Landrath Mayer. Frankfurt a M., Köppern, Gonzenheim und Usingen überschreiten und g 1 müssen sich dort einer Desinfection unterwerfen. 3) Innerhalb drei Meilen Entfernung vom Seuchenorte sind J Vieh⸗ und andere Märkte, sowie größere Ansammlungen von Menschen und Thieren untersagt; auch ist der Handel mit Rindvieh, Schafen und Schweinen und der Transport derselben, sowie von Rauhfutter, Streumaterialien und Dünger ohne besondere Exlaubnißscheine ver“ boten.— Das nöthige Vieh zum Fleischconsum darf nur unter Auf- sicht der Veterinär-⸗Polizeibehörden gekauft und geschlachtet werden. 4) Die zunächst belegenen Bezirke werden hiermit noch besonders auf die Anzeigepflicht des§. 4 des allegirten Gesetzes(publicirt durch unsere Amtsblatt⸗Bekanntmachung vom 31. v. M.) aufmerksam gemacht. Hinsichtlich der Strafen, welche denjenigen treffen, der die vor⸗ geschriebene Anzeige unterläßt, oder der die von der zuständigen Be⸗ hörde zur Verhütung des Einführens oder Verbreitens der Rinder pest angeordneten Absperrungs- oder Aufsichtsmaßregeln übertritt, oder der Vorbauungs- und Heilmittel in Anwendung bringt, verkauft oder anempsfiehlt, verweisen wir auf unsere durch die Amtsblätter ver⸗ oͤffentlichten Polizei-Verordnungen vom 3. und 6. September d. 1 Wiesbaden den 12. September 1870. Königliche Regierung Abtheilung des Innern. Betreffend: Rinderpest. 200 Man bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in Folge des Ausbruchs der Rinderpest zu Gießen und Friedberg der im Land ⸗ kalender auf den 20. d. M. bestimmte Rindviehmarkt zu Ulrichstein nicht abgehalten wird. Schotten den 13. September 1870. Großherzogliches Kreisamt Schotten 1 v. Röder. l Bekanntmachung. Betreffend: Die aus Frankteich ausgewiesenen deutschen Arbeiter. Mit Bezugnahme auf die Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und den Aufruf des Vorstands des deutschen Gewerbe⸗Museums in Berlin, betreffend die Heranziehung der aus Frankreich ausgewiesenen deutschen Arbeiter für die heimische Industrie, erklären wir uns gerne bereit, so weit dies in unseren Kräften steht, die Vermittelung des Angebots von Arbeitern und der Nachfrage nach Arbeitern, welche aus Frankreich ausgewiesen worden sind, zu über⸗ nehmen, sowie die Nachweise über die verfügbaren Arbeitskräfte für die Kunst⸗Industrie an das deutsche Gewerbe-Museum in Berlin gelangen zu lassen. Bezüglich der Arbeitsuchenden ist bei deren Anmeldungen Auskunft über folgende Punkte nöthig: 1) Name, 2) Alter, 3) ob verheirathet oder nicht, 4) Fach, Beruf, 5) bisherige Arbeitsstellung, ob Geselle, Werkführer oder der⸗ gleichen, 6) beanspruchter Lohn, 7) möglichst genaue Adresse und im Fall der Veränderung erneuerte Mittheilung derselben, 8) Zeugnisse oder sonstige Legitimationen, zunächst in Privat⸗Abschrift. Arbeitgeber jeder Art ersuchen wir in gleicher Weise, uns 1) ihre genaue Adresse,) Fach und Stellung, für die sie geeignete Kräfte suchen, 3) die ungefähren Bedingungen, die sie zu bieten bereit sind, zukommen zu lassen. 130 Alle Anträge und Gesuche sowie alle Correspondenzen fur uns sind zu richten:„An das Bureau der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe ic. in Darmstadt.“ Darmstadt den 11. September 1870. Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Schleiermacher. Fink. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Kilian Kling von Oppershofen ist als Leichenbeschauer für die dasige Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. Bekanntmachung. Betreffend: Die Mathildenstiftung im Kreise Friedberg. Nachstehenden Auszug aus dem auf der diesjährigen General Versammlung des Mathildenstiftes zum Vortrag gekommenen„Rechen⸗ schafte bericht der Mathildenstiftung zur Rettung verwahrloster Kinder im Kreise Friedberg für das Rechnungsjahr 1869, bringen wir hier durch zur öffentlichen Kenntniß. J. Einnahme. fl. kr. 1) Kassevorrath aus 188ů8 931 23½ 2) Zinsen von Einlagen im Mathildenstift. 40 16 3) Beitrag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs 100— 4) Beitrag des Mathildenstifts..* 1400— 5) Beiträge der Kreis gemeinden 6) Beitrag des Hoch⸗Weiseler Clausefonddss. 8— 7) Temporäre Zuschüsse der Gemeinden Bruchenbrücken i„ 1 Zusammen 3094 39½ II. Ausgabe. ert“ 1) Verwaltungskosten e ee ee ee e e 9 Besondere Belohnungen, Taggelder, Neisekosten 53 30 3) Schreibmaterialien, Drucksachen, Buchbinderlohn 7 20 4) Pfleggelder für 55 Pfleglingne. 2788 37½ 5) Verschiedene Ausgaben. 2 49 3**„ Abschluß. Einnahme. 3094 39½ dee 5 2905 46¼ Kassevorra) 188 53 b Hiermit verbinden wir die Benachrichtigung an alle Interessenten, daß in Folge der bedeutenden Unterstützungen, welche das Mathilden⸗ stift den zurückgebliebenen Familien der ins Feld gezogenen Soldaten und Reservisten leistet und wodurch dessen Reservefonds einen starken Rückgang erfahrt von Seiten der Mathildenstiftung in der nächsten Zeit die wöglichste Sparsamkeit geübt werden muß, weshalb vorerst und bis auf Weiteres Anmeldungen neuer Pfleglinge keine Berücksichtigung finden können. 8 Friedberg den 14. September 1870. Für den Vorstandd S 1 in be r 6 75 Behandlun reitag 15 dem ber durch Gläubiger 8 Zusammen 2905 46 ½ Beschlüssen gouch im de bverden sob Butzb 55 5 ü No dle Lieftru fur die die Ateord ge Die E ½ Uhr, das Gabe der Pfarr nehmender Bild Ahr, wird * Liefnung gen del dan Deffentliche A N kentratz e kt. cdreiten und benorte sind eg Menschen td, Schafen Auuzjutttt, Achtint der. unter Auf, tet werden. och desonderz ablsein durch on gemacht der die vor, tan zen Se, et Ninderpef ritt, oder der verkauft oer tedlaͤtter tr 0 iemder d. 3 8 Jurtrm. det u lun en tusst und 1 8) Zeuge Weist, 11 ir greigzen 1 ettn bete * nes füt un ttieglicht L gtrbptreil. — forderung. 29 Georg g„Sobn des verlebten 115 Wilhelm Faatz und sesner gleichfalls verleb ten Fefrau Wilbelmine, gedornen Breitwleser, von Assen⸗ „em ift bereits über 50 Jahre unbekannt wo? abwesend und würde, wenn er noch am Leben sein sollte, das 70. oensfahr zurückgelegt haben. Auf Antrag seines dabier bekannten nächsten gesetz · lden Erben werden Georg Heinrich Faatz oder dessen bes oder Teflamentserben hiermit aufgefordert, so cviß unerhalb drei Monaten, vom ersten Er⸗ einen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern geechnet, sich zur Empfangnahme des seither curatorisch Irwalteten Vermögens bei dem unterzeichneten Gerichte zumelden, widrigenfalls dasselbe an den vorerwähnten Lehen gesetzlichen Erben ohne Cautiousleistung aus geantwortet werden wird. Friedberg den 17. Juni 1870. Groß berzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann. Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. Edietalla dung. 46 Nachdem über das sehr überschuldete Vermögen s Jsgak Fröhlich von Butzbach der formelle Con- rs erkannt worden if, wird zur Anmeldung von Au⸗ rüchen jeder Art und Beschlußfassung über die weitere kehandlung der Sache Termin auf 77 6— den 23. September l. J., Vormittags. tet dem Anfügen anberaumt, daß die ausbleibenden der durch nicht gehörig Bevollmächtigte vertretenen Ekäubiger von der Masse ausgeschlossen und als den keschlüssen der Mehrzahl der erschienenen Gläubiger ach im Falle eines Arrangements zustimmend angesehen wrden sollen. Butz bach den 10. Augug 1870. Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gil mer, Königer, Landrichter. Landgerichts Assessor. Brod Lieferung. 205 Montag den 19. er., Vormittags 11 Uhr, wird de Lieferung des Brodbedarfs pro IV. Quartal 1870 li die hlesige Garnison auf dem Soumissionswege in Weord gegeben. 5 Die Bedingungen liegen auf dem Büreau des Zabl⸗ neisters Böcking(Breitestrage Nr. 549) zur Einsicht dfen. Friedberg den 13. September 1870. Weber, Oberlieutenant und Compagnieführer. Arbeits ⸗Versteigerung. 206 Dienstag den 20. September l. J., Nachmittags % Uhr, soll in dem Rathhause zu Klein⸗Karben dus Graben und Aus mauern eines Pumpenbrunnens in e Pfarrhofratthe daseldst öffentlich an den Wenigst⸗ nahmenden vergeben werden. Vildel den 12. September 1870. e, Bezirks-Bauaufseber. Lieferung für das Landeszuchthaus. 211 Mittwoch den 21. September d. J., Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur Lieferung verfleigert: 1) 420 Malter Kartoffeln, 2) 20 Centner Kohlraben(untererdige), 3 8 5 Zwiebeln. Dienstag den 27. September l. J., Vormittags 10 r, wird für 1870 im Soumisstonswege vergeben die ti ferung von: 1) circa 52 Centner 2 44 . „ altzengrütze, 9 e 6 85 geschälte Gerste, 55 Kaffee, 8* Nudeln, . edötrie Zwelschen, 9„ 50 Pfund Pfeffer, 9)„ 5 Maas Mohnsl, 103 55 Ohm Essig, 11)„ 50 Maas Leinsl, 12)„ 10„ RNäbsl, 13)„ 7 Centner Kernseise I. Qualität, 111 1 Schmierseife, 15)„ 25 Ohm Petroleum, 16)„ 29 Centner Bobnen, 177„ 30 Erbsen, „ 22 insen, 19)„ 40„ Salz. Die unter pos. 1 und 2 unter 3 bis 10, unter 11 und 12 unter 13 und 14 aufgeführten Gegensltände berden zusammen, die unter pos. 15, 16, 17, 18, und aber einzeln vergeben. Schriftliche Offerten find bis zu dem obigen Termin n den vor dem Blrectortalbüreau aufgehängten„Sou⸗ uffionskasten“ einzulegen und die Lieferungsbedingungen it unterzeichneter Direction einzusehen. Von der Kern⸗ sesse find Muster elnzusenden. Marlenschloß den 13. September 1870. eee, eee Olrectlon ene bal. Pollhärnnge! 2098 bet Wilhelm Fertsch. Holz⸗Versteigerung. 2177 Mittwoch den 21. d. M., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Frelherrlich von Rothschild'schen Walde Altenberg: 4850 Stück Eichen ⸗Schälwellen öffentlich meistbietend verfteigert werden. Okarben den 9. September 1870. Der Freiherrliche Revierföoͤrster Nil genre ine x. Aepfel-Versteigerung. 2213 Donnerstag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen die der hiesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, elrca 120 Malter, und die dem Freiherrlich von Löw'schen Gutspachter zustehenden Aepfel, circa 60 Malter, an Ort und Stelle per Malter öffentlich versteigert werden. Ziegenberg den 14. September 1870. g Großherzogliche Bürgermelsteret Langenhain Rumpf. Aepfel⸗Versteigerung. 2214 Donnerstag den 22. d. M., Vormittags 10½ Uhr, sollen die der hiesigen Pforret zustehenden Aepfel, circa 80 Malter, per Malter sffentlich versteigert werden. Langenhain den 14. September 1870. Für den Kirchenvorstand Rumpf, Bürgermelster. Bekanntmachung. 2218 Mittwoch den 21. d. M., des Nachmittags 1 Uhr, werden die gemeinheitlichen Aepfel, circa 200 Malter, in einzelnen Abtheilungen versteigert. Die Zusammenkunft ist an der Herberge. Nieder ⸗Wöllstadt den 15. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Wöͤllstadt 90 i. Bekanntmachung. 2219 Auf freiwilliges Anstehen der Erben des Schneiders Wilhelm Gliem zu Reichelsheim sollen Mon- tag den 19. d. M., Vormittags von 9 Uhr au, öffent⸗ lich meifibietend verfieigert werden: 3 Tische, 6 Stühle, 1 Kommode, 3 Schränke, ver; schiedene Haus-, Küchen- und Ockonomiegeräth⸗ schaften, Kleidungsnücke, Weißzeug, Bettwerk, 125 Dutzend Knöpfe, 7 Dutzend Schnallen, 1 Parthie Watsirleinen, Futterzeug, Schneiderhandwerkszeug, 1 große Schneider Boutique, Bücher und sonstige Gegenstände. Gegen Bürgschaft dieses Jahres gestattet. Reichelsheim den 14. September 1870. In Auftrag: Großberzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Reichelsheim ch mid. wird Zahlungsfrist bis Ende Bekanntmachung. 2210 Dienstag den 20 d. M., des Vormittags 10 Ubr, wird das Auswerfen von circa 400 Cbklftr. Chaussee⸗ gräben und die Perstellung von Banqueten auf hiesigem Rath hause veralkordirt. Nieder ⸗Wöllstadt den 13. September 1870. Großherzogliche r Nieder-⸗Wöllstadt t oil l. Bekanntmachung. 2212 Dienstag den 20. d. M., des Vormutags um 10 Uhr, wird das Grummet⸗Gras von circa 25 Morgen gemeinheitlichen Wiesen auf biesigem Rathhause ver- steigert. Nieder⸗-Wöllstadt den 14. September 1870. Groß berzogliche a Nieder⸗Wöllstadt Stoll. Arbeits-Versteigerung. 2221 Mittwoch den 21. September Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Fauerbach b. F. nach⸗ ftehende Arbeiten an die Wenigfinehmenden in Accord gegeben werden, nämlich: das Brechen, Fahren und Zerschlagen von 7 Cöklftr. Unterhaltungssteinen auf die Ortsstraßen und Vizt⸗ nalwege. Friedberg den 15. September 1870. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher. Aepfel ⸗Versteigerung. 2220 Donnerstag den 22. d. M., Vormitlags 10 Uhr, sollen die der hiesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, ca. 100 Malter, sowie ca. 4 Malter Kastanien, meistbietend versteigert werden. Hoch⸗Weisel am 15. September 1870. Großherzogliche* Hoch⸗Weisel 0 1. Grummetgras⸗-Versteigerung. 2223 Nächsten Montag den 19. d. M., Morgens 10 Uhr, wire das der hiesigen Gemeinde zustehende Grummet⸗ gras in Abtheilungen auf dem hlesigen Gemeindehause versteigert. Ober⸗Wöllstadt den 15. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterti Ober⸗Wöllstadt Feuerbach. O best Pee ste iger un 2222 Dienstag den 20. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll das der Gemeinde zuftehende Obst, beffehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an die Melstbietenden versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an dem sog. Stadtweg. Ockstadt den 15. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt Gröninger. O bst⸗Vrsteigerung 2224 Montag den 19. l. M., Vormittags 10 Uhr an⸗ fangend, soll das der Gemeinde Nieder⸗Rosbach zustehende Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Nieder Rosbach am 15. September 1870. Großherzogliche 8 Nleder⸗Rosbach o ff. 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Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Mor- gens 7 Uhr. (Hierzu Unterhaltungs Blatt Nr. 38 und eine Beilagen.) gerölentlaspu N 2215 aus dem evangelischen Predigerseminar wird Mittwoch den 21, September, Worgens 10 Uhr, in hiesiger Burgkirche flaltfinden, zu welcher die Freundt der Anstalt bierdurch ergebenff eingeladen werden. Den Feflvortrag wird Professor Dr. Köhler 0 „Ueber Vaterlandsliebe als Pflicht christlicher Sittlichkeit halten. Friedberg den 14. September 1870. Großherzogliche Direction des evang. Predigerseminars Dr. Schwabe. W Wurde e 925 Schief in Jeispder und Nauheim ist zu hab Wacht am Rhein! 0 Illustrirte Kriegschronik Nr. 7.— Preis 9 kr. Wacht am Uhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zweihändig Preis 11 Kr., vierhändig Preis 14 5 2 19 2 Germania. 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. 5 vieis 21 ke, N Für Vanda allein 18 kr. Zündnadeln. Ernste und heitere Bilder aus dem deutschen Nee gegen Napoleon III. datt Ban. 0 kr. Der wahre Jatob. 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Nachdem die dritte Parallele am 13. und 14. vollendet, ist die Glacis-Krönung Vorwerk 53 heute Nacht aus- geführt. Breschbatterie wirkt mit gutem Erfolg. In Straßburg am 13. die Republik erklärt. Das des General Keller vertrieb 200 Franctireurs bei Bischheim und Colmar. v. Werder. Immer enger wird der Kreis, den die deut- schen Truppen um Paris ziehen. Die letzten Depeschen melden aus der französischen Haupt- stadt selbst, daß sie östlich Me aux und Créey erreicht baben und auf Noisy heranrücken, einen kleinen Ort südlich der Marne zwischen Lagny und Charenton, kaum 3— 4 Stunden von Paris entfernt. Im Norden, auf dem Wege von Laon nach Compiegne, ist Carlepont, ein Ort zwischen Chauny und Compiegne besetzt; im Süden sind sie schon aus Melun annoncirt, noch weiter südöstlich aus Laval(etwas nördlich der Seine, bei Montereau) und aus Provins, einer Stadt im Osten des Departements Seine-Marne. Auch Nogent, Troyes, Vaucouleurs sind weit östlich. Wie groß die Reitermassen sind, welche Paris von allen Seiten einzuschließen die Aufgabe haben, möge man aus folgender Uebersicht ersehen. Zu der Armee des Kronprinzen von Preußen gehören: Die 4. Cavalerie- Diviston unter Prinz Albrecht von Preußen(5. Kürasstere, 5. Dragoner, 2. Husaren, 1., 6. und 10. Ulanen); die 5. Ca- valerie⸗Diviston unter General v. Rbeinbaben (6. Kürasstere, 3. und 15. Ulanen, 13. Dra⸗ goner, 3., 10. und 16. Husaren); die 6. Ca- valerie⸗Diviston unter dem Herzog von Mecklen- burg(4. und 7. Kürassiere, 13. und 16. Ulanen, 19. Dragoner, 11. und 17. Husaren); die 6 dem 5., 6. und 11. Armee-Corps als Divisions- Cavalerie zugetheilten Regimenter; endlich 4 würt⸗ tembergische und 10 bayrrische im Ganzen über- gaupt 40 Regimenter. Unter dem Kronprinzen don Sachsen stehen die Garde Cavalerie, die 2. Tavalerie⸗Division unter Graf Stolberg und die ächsische Reiterei, im Ganzen 20 Regimenter, so daß also nicht weniger als sechszig deutsche Reiter⸗ Regimenter sich um Paris herumtummeln, 36,000 Reiter, die wohl hinreichen, der französi⸗ schen Hauptstadt alle Verbindung mit der Außen- welt abzuschneiden. Vor Toul, 10. Sept. Die Beschießung don Toul hat heute Morgen 4 Uhr nachdrück⸗ ichst begonnen. Unsere Bomben trafen sehr gut, venn schon um 9 Uhr Morgens konnte man das Feuer an drei verschiedenen Stellen der Stadt zuflodern sehen. Da unsere Batterien von den Höhen das tief unten im Thale liegende Toul ehr beherrschen, so wird sich kaum die Festung ange zu halten im Stande sein. Der Comman- ant von Toul hat auf die Aufforderung zur lebergabe erklärt, er werde die Festung verthei— gigen, bis ihm der Befehl zur Uebergabe ein- sehändigt sei oder ihm das Hemd am Leibe brenne. Aus Ancy vor Metz wird vom 9. d. Nachts 1 Uhr über den Beginn des Bombardements seschrieben: Schon vorher wäre die Geschäftigkeit der Artillerie und die Zufuhr des Belagerungs— -hains und der nöthigen Munition aufgefallen. zn Jouß sei Nachmittags Kriegsrath gewesen ind ein Brigarebefehl habe die Marschbereitschaft zer Brigade, der sich der Correspondent ange schlossen, auf 7 Uhr Abends angesetzt. Einige Minuten nach sieben waren vorbei, da leuchteten i ber Ferne blasse, zuckende Lichtschimmer durch ine Wolken. wie Leuchtkugeln die Granaten und das längst erwartete ernste Feuerwerk unserer Belagerungs— geschütze feierte bei Nacht und stürmischem Regen seine Triumphe. Dieses schauerliche Schauspiel des Granatenschleuderns, Tod und Verderben säend in den Zielpunkten ihrer Bogenbahnen, hielt noch fast eine Stunde an. Man bemerkte deutlich, wie aus den Bastionen St. Quentin und Plappe⸗ ville die Feuerschlünde des Feindes flammend und laut stöhnend ihre Geschosse erfolglos in die Ge— schütz⸗Remplacements unserer Artillerie hinein zu werfen versuchten. Deutscherseits sollen diesen Abend über 1000 Granaten nach Metz und seinen Forts hinein geschossen sein. — Unter den bei Sedan in Kriegsgefangen— schaft gerathenen Offizieren befindet sich auch der frühere französische Militärbevollmächtigte Oberst Stoffel.— Marschall Bazaine hat in Metz neuerdings die Auswechslung von 800 deutschen Gefangenen angebotey. Das Anerbieten ist an— genommen worden. Die nach Metz zurückgeschickten französischen Gefangenen sind aus den sämmtlichen, bei der Capitulation von Sedan betheiligten Re— gimentern ausgewählt worden, so daß Marschall Bazaine sich über die dortigen Vorgänge aus bester Quelle unterrichten kann. Ueber die Ab— sichten Bazaine's fehlt es nicht an Vermuthungen. Es hat den Anschein, als ob das Bestreben des- selben, sich so lange als möglich zu halten, haupt- sächlich auf politische Motive zurückgeführt werden müsse. Zweibrücken, 13. Sept. Seit Sonntag wird die Festung Bit sch mit Bomben beworfen, wozu auch noch 16 Zwölspfünder abwechselnd ihre schauerliche Musik ertönen lassen. Gestern soll abermals schweres Belagerungsgeschütz vor der Festung angekommen sein. Personen, die gestern Abend aus der Nähe der Festung hierher kamen, behaupten, daß Bitsch an verschiedenen Stellen brenne. Ein hiesiger Bürger, der sich zu nahe in den Bereich der Kugeln wagte, wurde von einer Granate getödtet. Vor Straßburg, 9. Sept. Nach Mitter⸗ nacht machten wir uns, schreibt man dem„Schw. M.“, gegen Straßburg auf den Weg, ein starker Brand beleuchtete die Umgebung und das Münster war auf mehrstündige Entfernung dem bloßen Auge sichtbar. Die Batterien feuerten in der Minute etwa vier Schüsse auf die Festung ab. Es waren namentlich die gegen zwei Centner schweren Projeetile, welche von Zeit zu Zeit aus den 170 Centner schweren Mörsern geworfen wurden, und die mit ihren Zündern wie feurige Kugeln die Luft durchschwirrten, um auf eine Höhe von 900 bis 1000 Fuß aufsteigend und einen weiten Bogen beschreibend, etwa 15 Seeunden nach dem Abfeuern in der Citadelle einzuschlagen. Das Platzen derselben ließ sich auf eine Ent— fernung von mehr als zwei Stunden deutlich ver— nehmen. Oft verfolgten wir ängstlich um das Münster die Flugbahn dieser Geschosse, die hoch über dessen Spitze ihr Ziel verfolgten. Im Laufe des Morgens entwickelte sich das Feuer der Batterien um Straßburg zur furchtbaren Kanonade, wir zählten in der Minute bis zu 21 Schüsse. Gegen 400 Geschütze, theilweise sehr schweren Kalibers, spieen ihre Kugeln auf die Citadelle, vas Sausen jeder einzelnen Kugel läßt sich genau verfolgen. Wie wir in der Nacht die schweren Geschosse an ihrem Zünder, erkannten wir sie bei Tag an einem blauen Dunste, namentlich aber an dem genau vernehmlichen Platzen in der Festung. Jeden Tag werden neue Erfolge durch die Be— schießung erzielt, welche mit bewunderungswürdiger Präcision und Energie betrieben wird. Denke man sich per Tag etwa 7000 Schüsse auf einen verhältnißmäßig kleinen Raum. Die Stadt wird möglichst geschont, seit heute früh 4 Uhr zeigt sich keine Spur eines Brandes, freilich aber brennt es in der Regel jede Nacht. . N geilage. Hberhessischer Anzeiger. Ergebnisse g 0 Witlwen Der Münsterthurm denägt In der Richtung des Forts platzten zeigt bis heute nur einige ganz geringe Verletzungen. 57,113 fl. Winwen 110. — Mundolsheim. Unverbürgte Gerüchte wollen wissen, daß General Ührich sich weigere, die Republik anzuerkennen. Thatsache ist übrigens, daß er sich bisher stets als eifriger Bonapartist ausgesprochen hat. Es scheint inzwischen mehr und mehr, als ob die Vertheidigung an Energie abnehme. — 12. Sept. Vom Specialcorrespondenten der„Karlsr. Ztg.“ liegt folgender Bericht vor: Nachdem heute Morgen der Geschützkampf bei Straßburg wieder einmal außerordentlich heftig gewesen und auch wieder ein Ausfall versucht worden, war es den Tag über sehr stille. Immer noch scheint es in der Citadelle zu brennen, während im Uebrigen von Bränden in der Stadt nichts wahrnehmbar ist. Gestern sind auf An- suchen der schweizerischen internationalen Hülfs— gesellschaft 600 Frauen und Kinder aus der Stadt gelassen worden. Die schweizerische Deputation wird sich noch einmal in die Stadt begeben, und auch anderen Straßburgern ist es bei dieser Ge— legenheit gestattet worden, die Stadt zu verlassen und dann wieder in dieselbe zurückzugehen. Man darf somit jetzt annehmen, daß die in Betreff der stattgehabten Ereignisse dort herrschende Unwissen⸗ heit ihr Ende erreicht hat oder doch von Stunde zu Stunde mehr ihr Ende erreichen wird. Karlsruhe. Eine eigenthüwliche Feldpost ist dieser Tage vom Kriegsschauplatze abgegangen und zu Oberwittstadt, Amt Boxberg, angekommen, Es war ein kleiner Luftballon, stark 3 Fuß hoch, aus wasserdichtem leichtem Stoff gefertigt und mit der Inschrift versehen:„Post astrosta- tique. Ballon de pharmacien. Ville de Meta, 9. Septembre. 7m Ballon.“ Ferner war in französischer Sprache ungefähr Folgendes zu lesen: „Man bittet den Finder dieses Ballo es, die an dem Ballon angehefteten Briefe auf nächsten Post aufzugeben.“ Der Ballon war also ein Luftpostillon, der aus der Festung Metz kam und der auf deutscher, statt auf französischer Erde an⸗ gelangt ist. Die Briefe, welche die Luftreise von der Mosel bis zur Tauber gemacht haben, sollen im Wesentlichen Privatbriefe sein. Altbreisach, 14. Sept. Seit heute früh stehen die deutschen Truppen auf französischer Seite bis Arzen beim und Biesheim, ohngefähr eine Stunde von hier, und haben vermuthlich den Rhein bei Kappel überschritten. Die Besatzung von Neubreisach hat diesen Mittag in Folge davon die Brücke beim Zollhaus in die Luft gesprengt. Soviel man hört, werden sämmtliche am badischen Oberrhein stehende Truppen nächstens über den Rhein setzen, zu welchem Zwecke seit einigen Tagen mittels Eisenbahn vieles Brücken- material landauf geführt wurde. Aus Altbreisach wird der„Mannh. Abdz.“ geschrieben:„Heute(12. Sept.) ist von Neu- breisach auf das Fort Mortier, das für uns so unheimlich ist, eine Telegraphenleitung gelegt worden. Gestern Nachmittags wurde von fran— zösischer Seite auf das Sponeck- Wirthshaus ge— schossen; die Kugeln schlugen in das Dach und die Fensterläden.“ Hessen. Darmstad t. Das Groß berzogliche Regierungsblatt Nr. 43 enthält: I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern: S. K. H. der Großherzog haben der Mathilden⸗Stiftung zur Rellung verwahrloster Kinder im Kreise Friedberg in den Jahren 1867, 1868, 1869 und 1870 den jährlichen Betrag von Einhundert Gulden Allergnädigst zu schenken geruht. II. Summarische Uebersicht der Rechnung der Groß⸗ herzoglichen Landeswassenanstalt zu Darmstadt für 1869. — Das Gr. Regterungsblatt Nr. 44 enthält; J. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Großh⸗ Hauses und des Aeußern, den Abschluß eines Auslieferunge⸗ vertrags mit Belgien bemessend. II. Bekanntmachung Großbh. Oberconsistoriums, die der Verwaltung der allgemeinen geistlichen kasse vom Jahre 1868 betressend. Die Einnahme 152.609 fl. 36% ke., die Ausgabe(darunter und 1200 fl. Waisenpensionen) ——— 133,687 fl. 25¼ kr. Verglichen bleibt Rest 18.966 fl. 11 ke. Gegen das Jahr 1867 wurden in 1868 mehr ausgeliehen 32,274 fl. 9½ kr., und beirug Ende 1868 das Kapitalvermögen 1,164,965 fl. 24½ kt. III. Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 8. August dem Kreisdiener bei dem Kreiesamte Lauterbach Bindewald und dem Keeis⸗ diener bei dem Kreisamte Lindenfels Kornmann das all⸗ gemeine Ehrenzeichen mit der Inschräft:„Für Verdienste,“ — zu verleihen. 5 IV. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 8. August den vormaligen Landgerichtsassessor bei dem Landgerichte Gladenbach, Eck⸗ storm, dermalen auf dem Lengfelder Forsthause, unter die Zahl der Advokiten und Procuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg aufzunehmen;— den Calculator 1. Klasse bei dem Katasteramt, Schweickhard, zum Revisor bei der Steuercontrole und Calculatur der Ober-Steuer⸗ Direktion mit dem Amtstitel Obersteuerrevisor zu ernennen, — den Calculator I. Klasse bei der Steuercontrole und Calculatur der Ober⸗Steuer⸗Direktion, Bender, in gleicher Diensteigenschaft an das Katasteramt,— den Calculator I. Klasse bei dem Katasteramt, Scriba, in gleicher Dienst⸗ eigenschaft an die Steuercontrole und Calculatur der Ober⸗Steuer⸗Direction zu versetzen,— sowie den Calculator II. Klasse bei der Steuercontrole und Calculatur det Ober⸗Steuer⸗Dircklion, Cämmerer, zum Calculator I. Klasse bei dem Katasteramt,— den Finanz⸗Accessisten Peters von Rülfenrod zum Calculator II. Klasse bei der Steuercon⸗ trole und Calculatur der Ober-Steuer-Direktion— zu ernennen. — Am 12. d. starb zu Corny an der Mosel in Folge seiner in der Schlacht bei Gravelotte erhaltenen Wunden Hauptmann v. Hombergk zu Vach vom 2. Jägerbataillon. — Der„Schw. M.“ meldet, daß ein bessischer Jäger, Johannes Finkel aus Brezenheim bei Mainz, am 2. d. seinen bei Metz erhaltenen Wunden im Vereinslazareth zu Tübingen erlegen ist und in feierlicher Weise daselbst bestattet wurde. Das bürgerliche Stadtreitercorps mit Musik er⸗ öffnete den Leichenconduet, Turner trugen den mit Blumen gezierten Sarg, welchem 4 verwundete Krieger, die Mitglieder des Sanitätsvereins und viele Leidtragende aus allen Ständen folgten. — An Stelle des in der Schlacht vom 18. v. Mts. gefallenen Obersten Zwenger ist Oberst— lieutenant v. Gründler zum Commandeur des 4. Infant e⸗ Regiments ernannt worden. * Friedberg, 15. Sept. S. K. H. der Großherzog traf gestern in Begleitung seines Flügeladjutanten Hauptmann v Herff, von Gießen und Butzbach kommend, woselbst S. K. H. die Lazarethe besucht hatte, dahier ein. Heute Vor⸗ mittag begab sich derselbe zu gleichem Zwecke nach Nauheim, beehrte auch die im hiesigen Lazarethe befindlichen Verwundeten mit einem Besuche und kehrte Nachmittags nach Darmstadt zurück. Wie wir hören, ist dem Lazarethe zu Offenbach in den nächsten Tagen ein Besuch zugedacht. * Friedberg. Die von Darmstädter Blöt⸗ tern ausgegangene Nachricht von dem Abmarsche der hessischen Division aus der Umgegend von Metz in der Richtung nach Paris bestätigt sich nach den uns von glaubhafter und wohlunter- richteter Seite gewordenen Mittheilungen nicht. Die Division machte allerdings in voriger Woche eine Bewegung nach Gravelotte, verblieb dort mehrere Tage und ging dann in ihre bisherigen Stellungen bei Pierrevilliers zurück, nachdem dieselbe während dieser Tage furchtbare Strapatzen zu ertragen gehabt. Mehrere Nächte campirte die Division auf dem Schlachtfeld von Gravelotte selbst ohne Stroh und ohne allen Schutz bei den stärksten, wolkenbruchartigen Regengüssen, welche von den Gräbern der Gefallenen die Erde weg- schwemmten, so daß die großentheils nicht tief genug liegenden Leichen zu Tag kamen und un⸗ erträgliche, der Gesundheit höchst schädliche Dünste die Luft erfüllten. * Gießen. Auch unsere Stadt soll eine Anzahl französischer Offiziere aufnehmen. Wir hören von unterrichteter Seite, daß ca. 20 auf Ehrenwort dahier internirt werden sollen. Mainz. Eine Gesellschaft englischer Aerzte ist daran, in Bingen ein viertes Lazareth ganz auf ihre Kosten mit 200 Betten auf dem Rochusberg neben dem Hotel Hartmann zu errichten und zu unterhalten. — Man sieht hier die gefangenen frau— zoͤsischen Offiziere zahlreich herumspazieren. Alle Waffengattungen, Infanterie, Cavalerie und Artillerie sind vertreten. Einzelne Offiziere tragen Civilkleidung, was ihnen gestattet ist Das Hauptquartier der Offiziere ist im Café de Paris am Theater- und Gutenbergsplatz, hier trinken sie ihren Caffee oder„Bock“. Vor dem Gauthor befindet sich das Zeltlager. Das⸗ selbe nimmt ein Terrain von ca. 10 Morgen zwischen der Zahlbacher Chaussee und dem Linsenberg ein und wird von dem Fort Clair⸗ fort beherrscht. Es sind über 300 Zelte auf— geschlagen, welche im Mac Mahon'schen Lager bei Wörth erobert wurden. Ein jedes Zelt faßt 18 Mann und scheint gegen Regen ge— hörigen Schutz zu gewähren. Auf der Citadelle befinden sich 2000 Kriegsgefangene, im Zelt— lager erst 1600 Mann, doch ist für 5000 bis 6000 Raum. Das Zeltlager ist strenge ab— gesperrt. Preußen. Berlin. Ueber die diplomatische Sendung Thiers sagt die„Provinzial.⸗Corresp.“: Man darf überhaupt bezweifeln, ob die jetzige Pariser Regierung, welche Vollmachten bisher nur von der Pariser Straßendemokratie hat, für geeig⸗ net und befugt gelten kann, Verhandlungen im Namen Frankreichs zu führen. Deutschland darf jenen ohnmächtigen diplomatischen Bemühungen der einstweiligen Republik mit der ruhigen Zu⸗ versicht zusehen, daß wie der Krieg auch der Friede lokalisirt, d. h. zwischen uns und Frankreich allein ausgetragen werden wird. — Der„Staatsanzeiger“ schreibt:„Das französische Volk hat in letzter Zeit nur zu zahl- reiche Beweise des tiefsten sittlichen Verfalls gegeben. Die Mordthaten und Laster der afrikanischen Re⸗ gimenter sind längst durch die Verruchtheiten über; boten, welche auf dem französischen Boden er- wachsen sind. In der Schandthat von Laon, welche ehrlosen Treubruch mit scheußlicher Mord- that vereinigt, gipfelt diese Art der Kriegführung. Die Frage liegt nahe, wie wird die deutsche Kriegführung, die auf der Höhe deutscher Civili- sation steht, uns bis zu Ende möglich werden, wenn nicht die im Terrorismus verstummten besseren Geister in Frankreich selbst, wenn nicht die mah⸗ nenden Stimmen aller civilisirten Nationen gegen die sittliche Verwilderung in jenem Lande sich laut erheben.“ — Wie die„Schles. Ztg.“ mittheilt, sollen die gefangenen französischen Soldaten nicht allein in die Festungen vertheilt, sondern womöglich auch im offenen Lande zu Arbeiten bei öffentlichen Bauten verwendet werden, ganz in derselben Weise wie seinerzeit die deutschen Kriegsgefangenen zu Napoleon I. Zeiten in Frankreich bei der Anlegung dortiger Chausseen benutzt worden sind. An die königliche Direktion der Oberschlesischen Eisenbahn ist bereits die Anfrage gelangt, ob und wie viele französische Gefangene bei den Neubauten der Eisenbahnstrecken Breslau Strehlen und Posen— Thorn⸗Bromberg verwendet werden könnten. — Ueber die Zusammenberufung eines Ab⸗ geordnetentages wird zwischen hiesigen Abgeord— neten der Fortschrittspartei und der nationalliberalen Partei, sowie Mitgliedern der bayerischen Fort⸗ schrittspartei lebhaft unterhandelt. Die baherische und die hiesige Fortschrittspartei sind einig darin, daß zu demselben außer den Zollparlamentsab⸗ geordneten auch die Abgeordneten der Einzelland⸗ tage geladen werden sollen. Als Ort der Ver⸗ sammlung war Frankfurt a. M vorgeschlagen, doch bestehen die Nationalliberalen auf Berlin. Auf nationalliberaler Seite hält man es für das Nakürlichste, wenn die süddeutschen Staaten ein⸗ fach in den Norddeutschen Bund eintreten. Die Bayern aber verlangen die Einberufung eines konstituirenden Parlamentes, wie solches der Grün— dung des Norddeutschen Bundes vorherging. Darin stimmt ihnen die hiesige Fortschrittspartei zu. Ueber den Standpunkt der Regierungen verlautet noch nichts Bestimmtes. — Eine Flasche Champagner wird, wie die „N. Pr. Ztg.“ mittheilt, jedem Soldaten der deutschen Armeen verabreicht, welcher durch Reims marschirt, das bekanntlich der Hauptfabrikort für moussirende Weine ist.— Eine zahlreiche Versamm⸗ lung der aus Frankreich ausgewiesenen Deutschen tagte am Sonntag, um über die Art zu berathen, wie ihre Interessen am zweckmäßigsten zu vertreten seien. Das Ergebniß aller längeren Debatte über die Art einer Constituirung war die Wahl eines aus 20 Mitgliedern bestehenden Comités mit der Berechtigung der Cooptation. Auf Antrag des Vorsitzenden, Herrn Schreiber, wurde beschlossen, eine Petition an den König oder den Bundes⸗ kanzler abzusenden, in welcher um möglichste Be. rücksichtigung der Interessen der Vertriebenen beim Friedensschlusse gebeten werde. 0 Spandau. Die„Ger. ⸗Ztg.“ berichtet: Am Freitag Vormittag sind die ersten drei Leichen räuber, reiche Bauern aus dem Elsaß, von denen einer 2000 Thlr. bei sich gehabt haben soll, in Spandau erschossen worden. Die Hinrichtung ist innerhalb der Festung und ohne daß Jemand zu⸗ gelassen worden, erfolgt. Drei andere sind nach dem Zellengefängniß bei Moabit geschafft worden, da gegen sie die Beweise erst von weit her be⸗ schafft werden müssen.. Kassel. Nach einem sehr verbreiteten Gerüchte, das die Runde durch alle Blätter macht, würde Napoleon's Aufenthalt zu Wilhelmshöhe nur so lange dauern, bis die deutschen Heere in Paris ihren Einzug gehalten haben. Alsdann würde er dahin zurückkehren und, je nachdem die Ver⸗ hältnisse wären, entweder selbst die Zügel der Regierung wieder ergreifen, oder zu Gunsten seines Sohnes abdanken. Man geht sogar noch weiter und behauptet, der Status quo ante werde so weit wieder hergestellt, daß er sich auf die, oder einige Minister, den Senat und den gesetzgebenden Körper des Empire erstrecke, und erst, wenn diese Regierungsmaschine wieder im Gange sei, werde der Frieden abgeschlossen. Jedenfalls kennzeichnet diese Auffassung der Sachlage die Stimmung der dermaligen Insassen zu Wilhelmshöhe. Frankfurt. Man meldet von hier: Die Herzogin von Hamilton, Tochter der verstorbenen Großherzogin Stefani von Baden, hat sich zum Besuche des Kaisers Napoleon nach Wilhelmshöhe begeben. Die Anverwandte des kaiserlichen Hauses kam direkt aus dem königlichen Hauptquartier, woselbst sie sich diese„Gnade“ ausgewirkt hatte. Hamburg. Einer Meldung aus Helgoland zufolge haben die beiden letzten französischen Schiffe diese Insel am 11, d. verlassen. Die deutsche Jahdeflotte war am 11. d., Nachmittags, bei Helgoland. Das von den Franzosen gekaperte Schiff„Nicolas Landband“ ist gestrandet, die Mannschaft, incl. der französischen Besatzung, ist gerettet. Das gleichfalls gekaperte Schiff„Johannes“ ist behufs Sicherung an den Strand geholt wor⸗ den. Beide Schiffe sind muthmaßlich Wracks. Bayern. München. Die in und bei Sedan von der französischen Armee ausgelieferten 10,000 Pferde sollen nach einer Bestimmung des Königs von Preußen den gesammten mobilen deutschen Streitkräften zu Gute kommen, und werden die Armeecommando's über die ihnen zu⸗ zuweisende Quote noch informirt werden. Würtemberg. Stuttgart. Der„Staats⸗ anzeiger“ meldet: Der Kriegsminister überbringt ins Hauptquartier des Königs von Preußen ein Schrei⸗ ben des Königs mit dem Großkreuz des Militär, verdienstordens. Der König wünschte, daß dies höchste militärische Ehrenzeichen Würtembergs zuerst von dem heldenmüthigen Oberbefehlshaber des 1 deutschen Heeres getragen werde. Baden. Der Ertrag der zum Besten einer Nationalinvalidenstiftung veranstalteten Sammlung wurde in einer Nachricht aus Karlsruhe irrthümlich auf 250,000 statt 25,000 fl. angegeben. Mittlerweile ist die Sammlung auf 30,000 fl. angewachsen. Oesterreich. Wien. Die Wiener Arbeiter erließen einen Aufruf an die deutschen und die französischen Parteigenossen, beide Theile zur Ab⸗ lassung vom Racenhasse und zur Herbeiführung des Friedens ermahnend. — Am 12. d. wurde hier im festlich aus⸗ geschmückten Sitzungssaale des städtischen Magistrates in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums die erste Civilehe durch den Bürgermeister der Stadt Dr. Felder geschlossen. 5 1 6 Weisung/ auf eie 4 alta Schnitt sandten be %. een den 01 buon nur die„ Ace eur aue es Gene ir den, im Herol it Num! be B. lotion vor 0 gege — als fie jet köpnen se oder als dies zu. nation“ g Offzieren 1 1 Poumu Jeigt in minister. hach sein Feldzuges Schickal Theil der Negierung die er in einem P. — (Exkaisere deuschen halten n Kunde, Ueeben un üdie Fraue Trümmern Schimpf Bonapar Militär Napoleon ssei, unter wieder f 52 spetmell an sirstruirter goffttielle Nordam und— s— Bil haben sog mungeknüyf e Straßbin die Sin eigen Ein Aut ö Verlu fen — nutten Gerücht, N nocht, wür neßöht nur. 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Alle Pariser Blätter snern den General Theremin, der die Citadelle ton Laon in die Luft sprengte, als einen Helden; tar die„Debats“ nennen die That„durch das riegsgesetz verdammt.“ Dagegen ruft der„Elec— zur“ aus:„Wir schreiben mit Stolz den Namen dis Generals Theremin und bedauern nur, daßz tir den Namen des Soldaten, seines Genossen in Herotsmus, nicht kennen!“. — Wie tief die Pariser Presse gesunken, beweist g Das ge- zunnte Blatt schreibt wörtlich:„Bei der Capitu⸗ tion von Sedan haben die Offiziere ihr Ehren- bort gegeben nicht mehr gegen Preußen zu dienen — als Offiziere. Preußen gegenüber werven jetzt einfache Bürger. In dieser Eigenschaft nnen sie von Neuem marschiren, als Soldaten wer als Freiwillige. Sie werden nicht verfehlen, des zu thun.“ So tief ist heute die„grande mtion“ gesunken, daß ein Blatt den französischen Offizieren ungestraft diese Infamie zumuthen darf. — Der General Mac Mahon, welcher in wurru aux Bois in Belgien verwundet liegt, zegt in einem Briefe dem französischen Kriegs— nenister an, daß er kriegsgefangen sei und auch nuch seiner Wiederherstellung nicht während des seldzuges Dienste nehmen könne; er werde das Schicksal seiner Soldaten theilen, wie der größte Teil der Offiziere und habe von der preußischen gegierung verlangt, nach seiner Wiederherstellung, de er in 5 bis 6 Wochen erhoffe, in irgend nem Platze Deutschlands internirt zu werden. — Man ist hier von den Hoffnungen des Ekaisers unterrichtet, daß ex im Gefolge der dutschen Truppen wieder seinen Einzug in Paris blten werde. Nichts war geeigneter, als diese binde, um Paris zum Verzweiflungskampfe auf ben und Tod entschlossen zu machen. Selbst die Frauen sind entschlossen, sich lieber unter den Tümmern von Paris begraben zu lassen, als den Schimpf und den Fluch der Wiederkehr des Lonapart'schen Regiments zu erdulden. Im Rlitär herrscht nur eine Stimme über Louis Nopoleon: daß er ein Feigling und Verräther se unter dessen Fahne nie ein französischer Soldat neder kämpfen könne. — Die Staaten, welche bis jetzt die Republik spmell anerkannt haben, indem sie ihre Gesandten irtruirten, zu der provisorischen Regierung in iftcielle Beziehungen zu treten, sind folgende: Nerdamerika, Spanien, Italien, die Schweiz d— was jedoch noch nicht offiziel constatirt it— Belgien. Die Vertreter der übrigen Mächte laben sog. ofsicibse Beziehungen mit der Regierung ungeknüpft. — Eine Depesche des Commandanten von Straßburg vom 9. September zeigt an, daß sich i Situation in Folge des unabläßlichen sehr hetigen Bombardements sehr verschlimmert hat. ein Ausfall am 9. September war reich an EIA! und erfolglos. — Emile Girardin, bis dahin einer der her— wrragendsten Führer der französischen Kriegspartei, nacht in einer Zuschrift an die„Liberte“ bekannt, daß, da er zu alt sei und zu schlecht sehe, um Jeris vertheidigen helfen zu können, er außerhalb eris, doch noch in Frankreich, ein Blatt gründen helle, welches,„die Nationalvertheidigung“ betitelt, won dem Tage an erscheinen werde, wo die Nrußen Paris umzingelt hätten. 13. Sept. Officiell. Die Seinebrücke In Nogent Dieselben unter— sihren beim Abzuge die Zerstörung der Seinebrücke bei schwerer Strafe, ute Pioniere, stehen gegenwärtig in Chalons. Senlis) eingetroffen. geführt worden. General Theremin ist verwundet und wird im Lazarethe streng bewacht.— Trochu hielt heute eine große Revue ab. — Gestern fand eine Demonstration vor der amerikanischen Gesandtschaft statt. Der Gesandte Washburne erklärte seine Simpathien, glaubte jedoch, bei den Beziehungen Amerika's zu den europäischen Mächten und der weiten Entfernung sei mehr auf eine moralische als werkthätige Hülfe Amerika's zu rechnen. — 14. Sept. Eingegangenen Nachrichten zufolge passirte gestern ein zweites Ulanenregiment Provins, um auf Vieux Champagne und Nangis (Seine et Marne) zu marschiren. — Ein Hirtenbrief des Erzbischofs von Paris muntert die Geistsichen auf, vor Allem Franzosen, dann erst Priester zu sein.— Die Regierung fährt fort, öffentlich Siegesgerüchte anzuschlagen. — Wie man erfährt, wurde die Prinzessin Mathilde auf ihrer Reise nach England deshalb in Dieppe angebalten, weil man wußte, daß sie in ihren Gepäcken die geheime Correspondenz des kaiser— lichen Hofes, deren bevorstehende Veröffentlichung das amtliche Blatt vor einigen Tagen versprach, bei sich hätte. Diese Correspondenz soll Dinge an's Licht bringen, welche auch das scheinbar Unglaublichste übersteigen. Einstweilen hat die Regierung beschlossen, sich einzelner Piecen dieser Correspondenz zur Aufklärung der auswärtigen Regierungen zu bedienen. — Die Preußen nahen und stehen beinahe angesichts des Forts. In der Richtung nach Meaux hat bereits ein Treffen zwischen Turkos und Ulanen stattgefunden. — Herrn Valentin, der von der Regierung in Paris zum Präfecten in Straßburg ernannt worden war, ist es gelungen, nach Straßburg hineinzukommen, während sein Convoi mit frischen Lebensmitteln zurückbleiben mußte. — Dem neuen Bürgermeister von Straß— burg, Engelhardt, ist es nicht gelungen, in die Festung zu dringen; er ist in Mühlhausen geblieben. — Man hat am 11. d. den prachtvollen Wald von St. Cloud den Flammen übergeben müssen. Mit weniger Erfolg hat man das— selbe bei dem Walde von Vincennes gethan, wo das Holz noch zu grün war. Alle Brücken und Tunnels werden zerstört. 200,000 Hämmel werden nach Paris getrieben, bei der Lieferung sind viele davon gestohlen worden. In Toulon empörten sich am 8. Sept. die Ga— leerensträflinge und konnten nur mit großer Mühe wieder zur Ordnung gebracht werden. — 14. Sept. Eine Superrevision über die bisher vom Dienste bei der Mobilgarde Befreiten ist angeordoet.— Seit gestern ist die Eisenbahnverbindung zwischen Paris und Lyon suspendirt, weil bei Montereau sich preußische Cavallerie gezeigt hat. Man ver— sichert, daß heute Morgen von Melun her Ge— wehrfeuer vernommen worden ist. 15. Sept. Die Repräsentanten der fremden Mächte haben Jules Favre angezeigt, daß sie in Paris bleiben werden.— Ein Tages- befehl Trochu's theit mit, daß der tägliche Dienst auf den Wällen von 70,000 Mann gemacht werde. In dem Tagesbefehl heißt es ferner: Paris, welches durch Ausdauer und die Kraft des öffentlichen Geistes, sowie durch 300,000 Gewehre vertheidigt wird, ist unnahbar.— 30 Dragoner sind gestern vorübergehend vor Nogent sur Seine erschienen. Eine Depesche aus Melun meldet das Eintreffen mehrerer zur Armee des Kronprinzen von Preußen gehöriger Corps in der Umgebung der Stadt. Aus Senlis(Arrond. gleichen Namens, Dep. Oise) wird gemeldet: 30,000 Mann Preußen stehen bei Crépy en Valois(Arrond. Senlis). Starke Vortruppen 8000 Preußen, darunter sind in Nanteuil und Plessis(ebenfalls im Arrond. Deutsche Truppen besetzten Verbindung mit Troyes ist offen. In Chauny f gestern Colmar. Die Verbindung mit Müblbausen barten preußische Kürasstere Zuzug ab, womit ist unterbrochen. Es sind Vorbereitungen getroffen, Eilissons und Laferme eingeschlossen werden sollen. J Baucouleurs stehen 2500 Bayern. Der Präfect bei Neuenburg(Ober-Rheinkreis) den Rhein zu überschreiten. — Die Einstellung des Eisenbahndienstes zwischen Paris und Lyon ist definitiv. Die Brücken werden diese Nacht zerstört werden. Der Bahn⸗ körper ist noch unversehrt. Toul, 10. Sept. Die Stapt hat in Folge eines einstündigen Bombardements sehr gelitten. Die preußische Artillerie nimmt ihre ursprüngliche Stellung ein. Tours, 13. Sept. Cremieux ist hier ein⸗ getroffen. Derselbe erließ einen Aufruf, worin es heißt: Da der Feind auf Paxis marschire, sei die Hauptaufgabe der Regierung, die Hauptstadt zu vertheidigen; Cremieux habe daher von der Regierung den Auftrag erhalten, unter Zuziehung einer Beihülfe von Vertretern der einzelnen Mini- sterien die Regierung über die nicht vom Feinde besetzten Departements zu leiten. Der Aufruf schließt mit einem Appell an den Patriotismus der Bevölkerung. Belgien. Brüssel, 13. Sept. Aus Paris wird gemeldet: Von Donnerstag 6 Uhr Morgens darf Niemand ohne Specialerlaubniß des Ministers des Innern die Stadt betreten oder verlassen. — 14. Sept. Die Preußen sind in Creil (Dep. Oise) eingezogen. Die directen Ver⸗ bindungen zwischen Brüssel und Paris sind unterbrochen. Von hier aus ist nur noch der Weg über Rouen und Amiens offen. — Die Abreise des Herrn Thiers nach London hat hier große Hoffnungen erregt. Herr Thiers hat sich seit einigen Tagen sehr scharf ausgesprochen, daß der Friede geschlossen werden müsse und solle. — Die„Independauce belge“ erfährt aus Paris, daß das Fort von Vincennes geräumt sei, weil es sich als unhaltbar herausgestellt habe. Nach Lyon seien 5000 Mann gesandt, um der dort herrschenden Anarchie zu steuern. Großbritannien. London.„Dailt News, zufolge kauft der Erfinder der Chassepots in Birmingham, unter dem 5 Jacob, Chassepot. und Snidergewehre mit je 400 Patronen an. Bisher sind wegen Patronenmangels nur 1000 Chassepots-⸗ und 6000 Snidergewehre ver⸗ schifft.— Nach einer Besprechung mit Thiers begab sich Minister Granville zu dem Premierminister und dem norddeutschen Botschafter Grafen Bern- storff. Thiers will bis Sonnabend hier bleiben. „Times“ schreibt, Thiers scheint keine für Preußen annehmbare Vorschläge zu bringen, dagegen den, daß die neutralen Mächte eine Liga bilden sollen, um den Abzug der Preußen aus Frankreich zu erzwingen. Die„Times“ erklärt dies nicht für zeitgemäß und nicht der Berücksichtigung werth, und ermahnt Frankreich zu einer besseren Erwägung seiner Lage. — Thiers kam mit fünf Damen hier an und besuchte Mittags das auswärtige Amt. Er hat beim französischen Botschafter Wohnung genommen, nachdem er vergebens mehrfach in Gasthäusern Unterkunft gesucht hatte. — 14. Sept. Die Pariser Telegramme sind heute nicht mehr eingetroffen. Die directe Pariser Post wird von heute an wegen Unter— brechung der Bahn nicht mehr befördert. — Wie der Timescorrespondent aus Sedan mittheilt, war es nicht Failly, dee sich bei Beaumont überfallen ließ. Vielmehr führte ein gewisser General Buyot de l'Esper das Commando. Dieser General hatte es bei Beaumont und bei Sedan unterlassen, Vor, posten aufzustellen oder Patrouillen zu ent— senden. So kam es, daß die durch einen Wald passirenden Bayern der Division Buyot auf 500 Schritt, ohne bemerkt zu werden nahe kamen und dieselbe unversehens mit Granaten überschütten konnten. Der Times— correspondent sagt daher, nicht Failly allein komme die Schuld der Niederlage zu, sondern eine große Anzahl anderer Generale verschuld, dieselbe ebensogut. Italien. Florenz. Sonntags fanden in Rom Volksansammlungen statt. Die Polizei schritt nicht ein. Ministerpräsident Lanza hat eine Deputation von Emigranten empfangene ä—— —— —— welche baten, dem Könige den Ausdruck ihrer Dankbarkeit zu uͤbermitteln. Das„Giornale di Roma“ gibt einen Auszug aus dem Briefe des Koͤnigs an den Papst und fügt hinzu: Es ist unnöthig, zu sagen, daß der Papst alle Vorschläge zurückwies. Aus Rom wird ge—⸗ meldet: Es wurde dem Papste vorgeschlagen, auf einem englischen Schiffe nach Malta zu reisen. Der Papst lehnte jedoch ab und wird im Vatican verbleiben. Der Papst hat das diplo— matische Corps versammelt, um gegen den Ein⸗ marsch der italienischen Truppen zu protestiren. — General Cadorna hat eine Proclamation an die Römer erlassen, in welcher er versichert, er bringe nicht den Krieg, sondern den Frieden und die Ordnung. Der Bevölkerung werde überlassen, sich zu administriren, die Unab— hängigkeit des päpstlichen Stuhles solle gewahrt bleiben. Der Commandant von Terracina wurde verhaftet, weil er sich geweigert hatte, gegen die Aufständischen zu kaͤmpfen. General Bixio erschien gestern vor Mohtestascone. Die Gar— nison zog sich, ohne einen Schuß zu thun, zurück. Die Italiener dringen vor. In Messina und Catanea fanden monarchische Demon— strationen statt. — Die„Opinione“ meldet: Auf die Nach⸗ richt von dem Einmarsche der italienischen Truppen ins päpstliche Gebiet fanden in Rom Zusammenrottungen statt; die Polizei ließ ge— währen.— Nuf allen Bergen um Aquila brennen Freudenfeuer uber die Nachricht vom Einmarsch der Unserigen in Rom. Die Truppen gingen an drei Punkten über die Grenze, um jeden Widerstand leichter und schneller zu beseitigen, und alle römischen Städte wollen ohne alle Aus— schreitungen ihren Abfall von Rom erklären. — Die Regierung beabsichtigt, nach der Besetzung des Kirchenstaats und der Stadt Rom sofort durch allgemeine Wahl ein italie⸗ nisches Parlament einzuberufen, welches in Rom tagen soll. — Die„Gazetta ufficiale“ meldet: Nach der Besetzung von Frosinone setzte die Division Angioletti's den Vormarsch auf Rom fort. Die italienischen Truppen machten die Garnison von Montalto, welche sich auf Cornetto zurück— gezogen hatte, zu Gefangenen. Die„Opinione“ dementirt die Nachricht, daß wegen des Ein— marsches der italienischen Truppen in Rom sich diplomatische Schwierigkeiten erhoben hätten. Neapel. Es fand eine imposante Demon— stration zu Gunsten Roms als künftiger Haupt⸗ stadt statt. An der Präfectur angelangt, be— grüßte man den Präfecten, der erscheinen und den Gruß erwiedern mußte. Nachdem sich der Zug zum Municipalgebäude begeben, erklärte der Syndicus, der Gemeinderath schließe sich den Wunschen der Bevölkerung an. Türkei. Konstantinopel. Der fran⸗ zoͤsische Botschafter Vicomte de Lagueronnidre hat seine Demission gegeben und ist heute nach Frankreich abgereist. H. Friedberg. Ueber den Gesundheitszustand unserer im Felde stehenden Soldaten erfährt man leider, daß viele derselben in Folge der kalten und nassen Witterung und bei der unvermeidlich manchmal schlecht bestellten Ver⸗ köstigung an Unterletbskrankheiten leiden und beßhalb die Nachsendung von wollenen Unterkleidern, Leibbin⸗ den und Socken, sowie an Victualien von Chocolade und Fleischextract dringend gewünscht wäre. Ebenso seien Tabak und guter Branntwein begehrte Artikel. Ein An⸗ fangs nächster Woche von Darmstadt abgehender Trans- port von Liebesgaben soll unseren Soldaten solche Artikel zuführen. Von Gießen gingen kürzlich schon zwei be⸗ deutende Sendungen dergleichen Gegenslände, zunächst für das dort garnisontrende 2. Infanterie-Regiment bestimmt, an dasselbe ab. Vielleicht geben diese Zeilen die Anregung zu einer Sammlung und Sendung genannter, sebr er— wünschter Artikel für die so tapfer sich erwiesenen Soldaten unseres Jägerbalaillons, welche solche freundliche Gabe der Friebderger Einwohnerschaft gewiß freudig und dankend willkommen heißen würden. Mit diesen Zeilen will Schreiber derselben gleichzeitig den Anfang einer hoffentlich Anklang findenden Sammlung machen, indem ex zu er⸗ wähntem Zwecke 4 fl. bestimmt, hoffend, daß sich einige Bewohner Friedbergs finden möchten, welche sich der Mühe der Annahme von Geld und entsprechenden Artikeln gerne unterziehen werden. „ Friedberg. Vor einigen Tagen passirte ein Zug von 14 geheizten Locomotiven unseren Babnhof. Dieselben kamen von Berlin und Hamburg und gingen nach Frank— reich zur Verwendung auf den dortigen von den Deutschen occupirten Bahnstrecken. Nieder⸗Wöllstadt, 15. Sept. Auch hier bat der Palrioliomus die ersteulichste Opferwilligkett geweckt. Schon vor eilichen Wochen konnten an den Hilfsverein zu Darm⸗ stadt 302 fl. 45 kr. sammt einer bedeutenden Sammlung von allen möglichen Verband- und Verpflegungsrequisiten abgesandt werden. Eine zweite Sammlung der letzteren Gegenstände ist Herrn Dr. Fresentus dahier übergeben worden, damilmes itzm bei der ärztlichen Behandlung der elwa hier zur Verpflegung gelangenden Verwundeten am etsorderlichen Materiale nicht fehie. Die biesigen Ein⸗ wohner haben sich nämlich— wie ich Ihnen neulich mit⸗ theilte— erboten, 40 Verwundete in Privalpflege zu nehmen. 15, unserer braven Krieger haben auch bereits — theils verwundet, tbeils ktank— bei uns Aufnahme gefunden. 2 derselben konnten als gesund enklassen wer⸗ den, 1 ist gestorben, 4 aber mußten, weil zur Privafpflege nicht geeignet, in das Lazareth nach Friedberg verbracht werden.— Zugleich hat man auch an die durch den Krieg bart miigenommenen Grenzdistrikte unseces Vater⸗ landes gedacht. Gestern wurden nach Darmstadt abgesandt: 264 Pfund Butter, Kaffee, Zucker, Eier u. dergl., 2612 Pfund Kartoffeln, 3101. Pfund Brodfrucht, 828 Pfund Mehl und 83 Pfund Dörrobst. Fügt man zu diesem den jetzt wieder vorhandenen Baarbestand mit circa 140 fl., meist von Solchen gegeben, deuen eine Lieferung an Na- turalien nicht möglich ist, sowie das, was zur Zeit der Stockung der Militärzüge mit allgemeinster Betheiligung zur Erstischung der passirenden Truppen geleistet wurde, so wird es nur als ein Minimolansatz betrachtet werden dürfen, wenn wir den sämmtlichen von Nieder Wöllstadt gebrachten Opfern den effektiven Geldwerth von 1200 fl. beilegen, außer den wohl noch höher anzuschlugenden durch oben erwähnte Verpflegung entstandenen und mit der Zeit entstebenden Mühen und Kosten.— An der für die Grenzbezirke bestimmten Natutalsammlung betheiligten sich zugleich die Gemeinde Bruchenbrücken nebst Görbelheimer 7— Mühle mit 101 Pfund Dörrobst, 307 Pfund Mehl, 2830 die Gemeinde Ober-Wöllsta Linsen, 11 Pfund Fleisch, 1638 Pfund Kartofseln 198g Pfund Brobfrucht, 22 Eier, 18. Pfund Erbsen, 4 Lab Brod und 28 kr, an Geld. Diese Gemeinden haben vorher daß auch kleinere Gemeinden bei gutem Willen für die vater⸗ ländische Sache eiwas Namhaftes zu leisten im Stande sinb. Frankfurt. Am 14. Abends trafen zwei Compagnien dae, welche einige Tausend Gefangene nach Coblenz ge bracht hatten, hier ein, um am folgenden Morgen welter zu gehen. Eine große Menschenmenge aus Homburg und Umgegend hatte sich eingefunden, und herzlich war der Willkomm, wescher den, ersten Mitrailleusen⸗Eroberern zu Theil wurde. Mancher Vater und manche Mutter Ringen sal 1 Kindes, und manchen wurde die traurige Kunde; „todt!“ J Frankfurt. Wie wir vernehmen soll mit Ende dieser Woche die versprochene Mitrailleuse hier eintreffen und diese alsdann mit noch einigen andern auf den Krieg be⸗ zuͤgliche Sachen ausgestellt werden. N Darmstadt. Sämmiliche Arbeiter der hiesigen Maschinenfabrik und Eisengießeret haben es unter den jetzigen Umständen für angemessen gefunden am 10, b. M. die Arbeit einzustellen. Die Ursache dieses für dle Jetztzeit so auffallenden Schrittes ist darin zu suchen, daß sich die Arbeiter nicht die Reduction auf die Lohnsütze ge⸗ jallen lassen wollten, wie solche vor einem Jahr bestanden. Darmstadt. Ein hier durchkommender gefangener Franzose hatie die— Naivetät, darüber Klage zu fühten, daß ihnen in Deulschland nur Brod, abet kein Fleisch und Wein gereicht werde! Einzelne gefangene Franzosen warsen das ibnen gereichte Brod, weil kein Fleisch dabei, wither von sich.— Ein durch einen Streisschuß am Kopf ver: wundeter preußischer Ulane, welcher in einem Thüringer Lazareth untergebracht werden sollte, machte hier Kehrt, um wie er sagte, noch den Einzug in Paris mitmachen zu können. 5 Darmstadt. Aus welchen Elementen einzelne fran⸗ zösische Truppenkörper, z. B. die Zuaven, zusammengesetzt sind, beweist die Tbatsache, daß unter den hier burchge⸗ kommenen Kriegsgefangenen 5 bis 6 Hessen waren, die seiner Zeit wegen ihrer schlechten Aufführung gus unserem Militär ausgestoßen wurden. 90 5 8 Darmstadt. Anfangs nächster Woche soll eine dritte Sendung Kleidungsstücke von dem Comite für Versorgung der im Felde stehenden Truppen an die Großherzogliche Division abgesendet werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auch Packete an Angehbrige der Division zur Beförderung angenommen werden, und sind solche mit der vorschriftsmäßigen Adresse und dem Namen des Absenders versehen, bei der Etappen⸗Commandantur im Bahnhofe oder bei Herrn Fabrikant Blumenthal abzugeben.“ Kassel. Am Montag wurde auf Wilbelmshöhe ein junger Mensch verhaftet, welcher sich gegen seinen 115 herrn in Berlin eine Veruntreuung halte zu Schulden kommen lassen und deßhalb polizeilich verfolgt ward. Man fand bei ihm ein Terzerol, welches in einem hiefige Laden gekaust worden ist. In der Stadt wurde hierdurch das Gerücht eines beabsichtigten Mordversuchs auf Napo leon hervorgerufen.— Nach Wilhelmshöhe ist, wie die „Volkszeitung? miltheilt, im Auftrage der Königin eine Kiste mit zahlreichen Gesellschaftsspielen abgegangen. Die ⸗ selben sind für das Personal Napoleons bestimmt, das si in Wilhelmshöhe zu langweilen scheint. 1 1 Berlin. Die Kriegsbeute, welche durch die Capllu⸗ lation von Sedan in die Hände deer deutschen Armee ge Werth von 6—8 Millionen Thaler repräsemiren. ö f Unterleibs-Yruchleidenden 1762 ist die Bruchsalbe von G. Sturzenegger in Herisau, Schweiz, sehr zu empfehlen. heilt selbst ganz alle Brüche in den meisten Fällen vollständig. Zeugnissen werden gratis abgegeben.) In Töpfen zu 3 fl. 8 Dieselbe (Gebrauchsanweisung nebst interessanten zu bezieben ächt sowohl durch den Erfinder selbst, als durch Herrn J. B. Lindt Nachfolger, Apotheker, Schnurgasse 58 in Fraukfurt a. 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