g verchedent Weneinrichtung, * 8 Wittwe. u Cuconobil u berkausen. Du t Letenedbile ißt uu den. Näbere Aut Shall Kümmich. iger. e Bite garant, T Pfeffer, eerst. aden ven gesticktn tten, Kragel, „Corseten u ben der post. Ibele 1870. Dienstag den 17. Mai. N 58. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse sür den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für die Monate Mai und Juni kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. 1 Aimntlicher Theil. oe kad M cen c, u en. Betreffend: Ausstellung von selbstverfertigten Arbeiten der Handwerker und Fabrikarbeiter. Die baulichen Eineichtungen und die Vorarbeiten für die Aus— stellung von selbstverfertigten Arbeiten sind so weit gediehen, daß vom 15. Mai an mit der Empfangnahme und der Ausstellung der Erzeugnisse begonnen werden kann. Alle Ausstellungsgegenstände müssen in der Zeit vom 15. bis 22. Mai l. J. in das Ausstellungs— lokal— Städtische Turnhalle dahier— abgeliefert werden. Die Aussteller haben durch uns oder durch die betr. Lokal-Comites Instruktionen über die Hersendung der Ausstellungs-Gegenstände von Vormittags 11 Uhr bis Nachmittags 6 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 18 kr. per Person. Mit der Ausstellung wird eine Verloosung von aus der Aus- stellung angekauften Gegenständen verbunden. Der Preis eines Looses beträgt 36 kr. Loose sind in der Ausstellung, auf dem Büreau des Landesgewerbvereins und bei allen Lokal- Comites vom 20. Mai an zu haben. Gegen Einsendung des Betrags und der Frankatur— marken können auch Loose brieflich von dem Büreau des Gewerb— empfangen. Die Ausstellung wird am 1. bis zum 30. Juni. Juni l. J. eröffnet und dauert An den Wochentagen ist die Ausstellung von Morgens 9 Uhr bis Nachmittags 6 Uhr geöffnet; an den Sonntagen vereins verlangt und von demselben abgegeben werden. Darmstadt den 11. Mai 1870. Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein Schleiermacher. Fin k. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ liche Regierungsblatt Nr. 17 enthält(Schluß): 26) Die Legate des emeritirten kuholischen Pfarrers Martin Krautheimer an die kath. Kirche zu Planig, im Decanatie Bingen, im Betrag von 1000 fl. für Wohl⸗ thälikeitszwecke und von 300 fl. für Seelenämter und verschiedene krchliche Bedürfnisse;— 27) die Schenkung des Johannes Spamer und de ssen Ehefrau Maydalena, geborene Koß, an die kith. Kirche zu Abenheim, im De⸗ canate Oühofen, un Betraa von 120 fl. zur Abhaltung von Seelenämtern;— 28) die Scher kang eines Unge— nannten an die kath. Kirche zu Friedberg, im Decanste Ockstadt, bestehend in einer Obligation der Hessischen Lud— wigs⸗Eisenvahn⸗Gesellschast von 100 fl.)— 29) die Schenkang der Frau Bernhardine Rößner zu Darmstad! für die Stad kapelle daselost, bestehend in einem Oelbild, Christus vei Maria darstellend;— 30) das Vermächtniß des Johannes Licht zu Gernsheim an die Ein siedelkapelle daselbt, im Dekanate Bensheim, im Betrag von 100 fl. zur Verbesserung und Verschönerung derselben, namentlich zur Anschassung emer Orgel;— 31) das Vermächtniß der Freisrau von Venningen an den unter der Bezeichnung „Marien ⸗ Stiftung“ zu Lindheim, im Kreise Lüdingen, bestehenden Armensonds im Betrag von 600 fl.;— 32) die Schenkung des Samenhändlers Heinrich Keller zu Darmstadt an die dasige Stadigemeinde im Betrag von 500 fl. behufs Anschaffung eines mit Glasmalerei aus— zustattenden Mittelfenners im Chor der evangel. Stadt kapelle zu Darmsigdt;— 33) das Bermächtniß des Dom⸗ capiiulars und geistlichen Raths Dr. Marcus Adam Nick! zu Mainz an das bischöfliche Seminar daselbst, bestehend in einer Btbliosh k, im Werthe von 300 fl.;— 34) die Schenkung des Friedrich Treutle zu Kürnbach, an den Almesen⸗ und Heiligen-Fonds zu Kürnbach, im Decauate Kürnbach, im Betrage von 100 fl. zur Amen-Unter⸗ stützung;— 35) die Schenkung von Orteeinwohnern zu Wolsek.hlen und der Gemeinde Wolfs kehten an die evan— gelische Gemeinde Gernsheim, im Kreise Bensheim, be— siehend in einer Glocke im Werthe von 150 fl.;— 36) das Vermächiniß des Nashan Berge von Offenbach: a) im Betrag von 150 fl. zu Gunsten der chrestlichen Armen daselbn, v) im Beirag von 150 fl. zu Gunsten der isra⸗ lilischen Armen daselbstz— 37) die Suftung der Wi twe Maria Anna Stappel zu Havitzyeim in die kath. Kirche daselbsi, im Decanate Dirburg, im Beirag von 120 fl. für die Abhallung von zwei Jahrgsdächtnissen;— 38) die Schenkung der Heymann'schen Slistung zu Kopenhagen an die irgelitische Religionsgemeinde zu Londorf im Be— lrage von 350 fl. behufs Ausbaues der Synagoge daselbst; — 39) die Schenkungen Sr. Hoheit des Landgrasen Friedrich von Hessen zu Rumpenbeim an den epangcl. Kuchensonds zu Ossenbach, im Tecanate Offenbach, im Beirog von 100 fl., als Beurag zur Erbauung ciner evangelischen Kapelle zu Bieber, im Tekinate Offenbach, und im Benag von 200 fl. als Beitrag zur Anzchaffung einer Orgel für diese Kapelle;— 40) die Scheu kang der Anna Weismüller zu Ererebeim an die kuholische Kirche daselbst, im Lecangle Nieder Olm, im Beirag von 100 fl. behufs Appaltung eines Seclexamies für den daselbst ver— slorbenen kuh. Pfarrer Hahn;— 41) die Schenkang des Golthard Vöninger zu Herbsiein an die Kreuzkapalle da⸗ selbst, im Dekanate Ockstadt, im Betrag von 300 fl. zur alljährlichen Feier des Kreuzerfindungssestes;— 42) die Schenkung des kathol. Dekane Reis zu Nieder-Olm an die Gemeinde Gonsenheim, im Kreise Mainz, im Betrag von 2000 fl. zum Zwecke des Kirchenbaues in Gonsen⸗ heim;— 43) die Stiftung des Johann und Jacob Wein— gäriner in Bingen an die katholische Kirche daselbst, im Decanate Bingen, im Betrag von 150 fl. für die Abhal⸗ tung eines Jahrtagamtes;— 44) die Schenkung der Winwe von Benjamin Seligmann und der Wiltwe von Salomon Borch zu Bingen an die israelitische Religions— gemeinde daselbst, bestehend in einem Vorhang vor die heilige Lade im Werth von 160 fl. und in einem Mantel zum Verhängen der Tora-Rolle im Werth von 30 fl., zusammen 210 fl.— In Folge Allerhöchsten Auftrags werden diese Stiftungen zum ehrenden Andenken der Stißter dankend zur öffentlichen Keunmiß gedracht. II. Bekanntmachung Großh. Oberconsistoriums, die Ergebnisse der Verwaltung des allgemeinen evangelischen Kirchensonds vom Jahre 1868 beir. Die Gesammt⸗ Ein nahme beträgt 27 541 fl. 41½ ken die Gesammt Ausgabe 22.015 fl. 42 kr.; verglichen bleibt Rest 5523 fl. 588¾ kr. III. Bekanntmachung Großherzogl. Provinzialdirektion Starkenburg, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaftskesse zu Darmstadt für 1870 berreffend. IV- VII. Uebersicht der für das Jahr 1870 geneb⸗ migten Umlagen zur Bestreiiung der Bedücsunesse der Uraclinischen Religionsgemeinden der Kreise Nidda, Als— seld, Alzey und Oppenheim. VIII—-X. uUevasicht der für das Jahr 1870 ge— nehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal⸗ bedürsnisse der Gemeinden der Kreise Bensheim, Grün— berg und Erbach. — Der Landrichter zu Ulrichstein Otto von Zangen ist zum Landrichter in Büdingen, der Landgerichts- Assessor zu Grünberg Wilhelm Schuchard zum Landrichter in Ulrichstein und der Langerichts⸗ Assessor zu Seligenstadt Joseph Weyer zum Landrichter in Homberg ernannt worden. Preußen. Berlin. Der Kaiser von Rußland ist am 13. hier eingetroffen. — Wie man der„Magd. Ztg.“ schreibt, unterscheidet sich die diesjährige Auswanderung nach Amerika in auffallenkem Maße von denen früherer Jahre dadurch, daß fünf Sechstel der Auswanderer Leute sind, welche mit Kapital ver— sehen in den vereinigten Staaten eine neue Hei— math aufsuchen. Außerdem weist die große Mehr- zahl der Aus wanderer viel Kenntnisse auf. Bisher waren es namentlich Bauern und Taglöhner aus Pommern, Westpreußen und Posen, die das eigent⸗ liche Contingent der Auswanderung stellten, zum großen Theil also Personen, die ohne jede Kennt— niß der Verhälinisse der Union dorthin gingen und bis zu ihrer Ansiedelung den mannigfachsten Gefahren ausgesetzt waren. In diesem Jahre ist es besonders der intelligentere Handwerker und Kaufmann, der sein Glück drüben versuchen will. — Die„Kreuzzeitung“ schreibt, daß die fräher beabsichtigte nachträgliche Session des preußischen Landtags jetzt allseitig aufgegeben scheint. Oesterreich. Wien. Der Lärm in den Blättern gegen das Verbleiben des Ministers Baron Widmann auf seinem Posten als Landes- vertheidigungs-Minister, ist unbeschreiblich. Die „Presse“ schreibt: Bliebe Baron Widmann Minister, so könnte die Frage aufgeworfen werden, wer denn eigentlich nicht Minister werden könnte. Ohne gerade Financier zu sein, kann man auch folgende Betrachtung anstellen: Baron Widmann ist acht Tage Minister, da beweist man ihm, daß er aus⸗ treten müsse. Er befolgt diesen wohlgemeinten Rath und erhält 4000 fl. Pension. Zum landes- üblichen Zinsfuß von 6 pCt. ist das die Rente eines Capitals von 66,666 fl. 66,6 kr. Das ist etwas theuer für den Staat. Frankreich. Paris. Das Resultat des Plebiscits ist in mehr als einer Hinsicht lehrreich. Im Ganzen hat der Thron Napoleon's III., der im Jahre 1852 sich auf 8 Millionen Anhänger stügte, trotz der fast um eine Million vermehrten Bürgerzahl, nur 7 Millionen Stimmen erbalten. Die Anzahl der entschiedenen Gegner des Thrones im November 1852 war unvergleichlich kleiner, als deren jetzige Ziffer von mebr als 1,500,000 Stimmen! Die Abstentionisten haben diesmal eine stärkere republikanische Färbung als ehemals und zwei Drittel zum Wenigsten der nicht abgegebenen 1,500,000 Stimmen gebören den bittersten Feinden des bonapartistischen Thrones. Einige Zahlen aus den größeren Städten: Obenan steht St. Etienne, es gibt 13,303 Nein und nur 3932 Ja; Marseille hat 30,975 Nein, und 13800 Ja; Bordeaux 15,292 Nein und 9,233 Ja(mit 17,727 Enthaltungen), Lyon 30,156 Nein und 22,028 Ja(1400 Enthaltungen.) Zunachst steht Rouen mit 8653 Nein, 740 leeren Zetteln, gegen 8930 Ja, ohne die Abstentionisten zu rechnen; dagegen Staßburg mit 5501 Nein und 6322 Ja, Naney mit 3645 Nein und 4666 Ja, und Reims, wo auch das Ja in Mehrzahl erscheint, machen eine Ausnahme von der Regel, waͤhrend auch da die Abstentionisten wieder den Ersolg in einen Nachtheil für die Regierung umwandeln. Aus Luxemburg wird ein bedeutendes Eisenbahn. Unglück gemeldet: Am 8. Mai, Abends gegen 9 Uhr, hielt ein von Luxemburg gekommener Personenzug der Nordlinie im Bahnhofe zu Dommeldingen(nächste Station von Luxemburg), war aber im Begriffe abzufahren. Der Stations- vorsteher, voraussetzend, daß der nachfolgende Güterzug seine normale Fahrzeit einhalten werde, telegraphirte nach Luxemburg, die Bahn sei frei. Der hierauf von Luxemburg abgelassene Güterzug, aus 35 schwer beladenen Wagen bestehend, kam aber auf der abschüssigen Bahn mit außerordent⸗ licher Schnelligkeit herangebraust und stieß auf den noch nicht in Bewegung gesetzten Personenzug, den er buchstäblich zermalmte. Von den in den Coupés befindlichen Personen blieben 13 theils auf der Stelle todt, theils starben sie nach wenigen Stunden, zum Theil noch ehe man sie aus dem ineinander geschobenen Holz- und Eisenwerke be⸗ freien konnte. Die Zahl der mehr und weniger schwer Verwundeten wird auf 15 bis 20 ange⸗ geben. Die Luxemburger Gerichtsbehörde hat sich noch denselben Abend an die Unglücksstätte be⸗ geben und Verhaftungen angeordnet. Italien. Florenz. In der Kammer machte Ministerpräsident Lanza Mittheilung von neuen republikanischen Erhebungs versuchen. Da⸗ nach war zwischen Pisa und Volterra eine aus 60 Individuen bestehende Bande erschienen, von den Truppen überrumpelt und theilweise zerstreut. Die Bande wird von der Bevölkerung nicht unter⸗ ützt. 9 55 Neapel hatten geen 100 Studirende durch aufrührerische Rufe Unordnungen an der Uni⸗ versität hervorgerufen. Durch Interbention von Delegirten wurden die Uaruhestifter beschwichtigt. Drei Verhaftungen wurden bewirkt. — Die Unruhen in Neapel erneuerten sich am 14. d. Im Universitätshofe platzten drei Bomben. Ein Student feuerte einen Revolver ab, ohne je doch Jemand zu verletzen. Die Universität wurde geschlossen und 15 Studenten verhaftet. Griechenland. Ueber den wichtigsten Punkt bei dem Morde von Marathon fehlte bisher die Aufklärung, nämlich über die unmittelbare Veran⸗ lassung zu dem Tode der Gefangenen. In einem Briefe jedoch, den der englische Gesandte zu Athen, Mr. Erskine, an einen der Gefangenen, Mr. Herbert, richtete, findet sich eine höchst verdächtige Stelle. Der Brief enthält die Versprechungen, die man den Räubern machte:„Es bleibt somit — schreibt Erskine— nur noch der Ausweg, die Räuber auf einem britischen Schiffe in's Exil zu führen, und obwohl ich darüber von Lord Clarendon nicht eine Zeile habe, ermächtige ich Sie und Noöl dennoch, ihnen ihre sofortige Ein- schiffung an Bord des hier vor Anker liegenden „Cockatriee“ vorzuschlagen. Das Lösegeld soll ihnen sofort an Bord überliefert werden und würde ich ihnen ein in der beglaubigtesten Form ausgestelltes Dokument übergeben, in welchem ich die Ehre der britischen Regierung verpfände, daß sie in Sicherheit nach Malta geführt werden sollen, wo es ihnen freigestellt bliebe, sich mit ihrem schlecht erworbenen Reichthum wohin immer zu wenden.(Sie dürsten sich auch einen anderen Landungsplatz als Malta wählen, doch kann ich mir kein Land denken, was sie aufnehmen würde.) In Malta würden sie, wie ich kaum erst zu be⸗ merken brauche, verhaftet werden, doch ist dies ein Punkt, den Sie ihnen gegenüber nicht zu berühren nöthig haben. Es ist nicht möglich, daß ich wegen dieser meiner Schritte desavouirt und ge⸗ tadelt werden werde; da jedoch keine Zeit ist, um die Sache mit Lord Clarendon zu erörtern... In Malta also hätte man sie verhastet, ihnen wohl auch das Lösegeld wieder abgenommen. Wenn diese Hinterlist den Räubern klar wurde— und schwer konnte ihnen das nicht werden— so war damit freilich das Todesurtheil besiegelt. RNockenberg hat in kurzer Zeit ein Fest in Aus⸗ sicht, das bei günstigem Wetter ein schönes gelungenes Volksfest zu geben verspricht. Es ist das achte Sänger⸗ fest des Wetterauer Land⸗Sängerbundes. Der Ortsvorstand, der zum Comitse gehört, unterstützt den dasigen Concordia-Verein in ehrender Weise, so daß die allerwärts gehegten Erwartungen sich wohl erfüllen dürften. Am ersten Tage werden hauptsächlich Chor- und Special⸗ lieder auf der Bühne zum Vortrag kommen, während am zweiten Tag Concert von 2—5 Uhr von der Musik des 2. Infanterie⸗Regimentes ausgeführt werden wird. Wenn möglich bringen wir das Programm bald in diesen Blältern, das nach den Vorberathungen zu urtheilen nichts zu wünschen übrig lassen soll. Gießen. Im Monat April 1870 betrug der Personen⸗ verkehr: auf den Tbeilstrecken Gießen— G ünberg, Gießen — Hungen 10,646 Personen 4508 fl.— ke., Güterver⸗ kehr ol. Materialbeförderung 23648 Ctr. 1719 fl. 46 kr., Extra⸗Ordinaria 8 fl. 45 kr., Summa 6236 fl. 31 ke. Im Ganzen auf den Theilstrecken Gießen— Grünberg, Gießen— Hungen vom 1. Januar bis 30. April 20,062 fl. Coblenz Vor einigen Tagen stand vor den Schranken des Zuchtpollzeigerichts ein Geistlicher aus Andernach, an⸗ gekagt, die edlen Steine einer Broche, welche eine fromme Geberin demselben zu kirchlichen Zwecken übergeben, für den Preis von 190 Thlrn. verkzuft und zu anderen Zwecken benutzt zu haben. Das Gericht verurtheilte den⸗ selben zu 4 Wochen Gefängnißstrafe, in die Kosten und zum Ersatze des Werttzes der Preliosen. München. In der jüngsten Monatsversammlung des historischen Vereins von und für Bayern wurden auch die zuletzt eingegangenen Geschenke erwähnt. Unter diesen bildet das Haupisächlichste der„Hausrock“ des verstorbenen König Ludwig 1., welchen derselde, der Gründer der bayerischen historischen Vereine, wie der officielle Bericht ausdrücklich besagt, 60 Jahre hindurch täglich getragen hit— ein würdiges Stück aus der Urväter Hausrath, das seine Stelle neben der Welfenhose verdiente. Berlin. Am 1. April 1870 befanden sich in Berlin wobnungslos 350 Familien mit 1604 Köpfen. Von diesen Familien halten in ihren letzten Wohnungen Mieihe bezahlt bis 30 Thlr. 121 Familien; von 31 bis 60 Tolr. 175; von 61 bis 100 Thlr. 36 und endlich über 100 Thlr. 18. Der Wohnungsmangel erstreckte sich somit zu bei Weitem größtem Theile(296 gegen 54) auf kleinere Wohnungen zu einem Mielhpreise unter 60 Thlr. Von diesen 350 Familien wohnten 178 in Vorbergebäuden; 102 in Hof⸗ und Seitengebäuden unb 70 in Keller⸗ wohnungen. In Bezug auf Geschlecht und Beruf der Häupter der wohnungslosen Famtlien befanden sich unter denselben 101 Frauenspersonen— Wiitwen, geschiedene und eheverlassene Frauen und unverehelichte Frauens⸗ personen mit Kindern— 69 Arbeiter, 54 Bauhandwerker, Schmiede, Schlesser und Former, 31 Schuhmacher, 21 Schneider, 17 Maler, Tapezierer, Buchbinder, 16 Dienst⸗ männer, Lobndiener und Kellner, 9 Handelsleute, 8 Weber. 6 Droschkenkutscher, 5 Müller, Bäcker und Schlächter, 4 Schreiber und Buchhalter, 4 Tuchmacher und Hutmacher, 3 Beamten und frühere Offiziere und endlich 1 Musiker und 1 Schauspieler.— Die 1604 Personen sind zwar inzwischen unter Dach und Fach gekommen; dagegen sind die Fälle nicht vereinzelt, daß einzelne Stuben nunmehr von 3 verschiedenen Familien bewohnt werden und Räume, welche früher Zubehör selbst zu deu kleinsten Wohnungen waren, jetzt als besondere Wohnungsräume vermiethet sind.— Dem herrschenden Wohnungsmangel gegenüber standen nach dem 15. April in Berlin überhaupt nur 133 Wohnungen leer, von denen nur 2 unter 30 Thlr., 12 zwischen 31 und 60 Thlr. und 7 zwischen 61 und 100 Thlr. Miethe kosteten, während für 421 Wohnungen über 100 Thlr. bis 300 Thlr. und für 71 Wohnungen über 300 Thlr. Miethe gefordert wurde. sind in den Pfarreien des evang. Dekanats Friedberg nachbenannie Beiträge eingegangen, welche an den Rechner des Hauptvereins der Gustav-Adolf⸗Stistung im Groß⸗ berzogthum Hessen übersandt worden sind: Assenheim 10 fl. 3 kr., Bönstadt 5 fl. 6 kr., Bruchendrücken 10 fl. 9 kr., Dorbeim mit Schwalheim 1 fl., Fauerbach b. F. 12 kr., Florstadt 10 fl. 12 kr., Friedberg 23 fl. 31 ke., Bad⸗ Nauheim 6 fl. 23 kr., Nieder-Rosbach 2 fl 21 kr., Nieder⸗ Wöllstadt 11 fl., Ober-Rosbach 2 fl. 45 kr., Ossenbeim mit Bauernheim 6 fl. 52 kr., Reichelsheim 4 fl. 40 ke. 4 771 mit Stammheim 8 fl. 36 kr., zusammen: 102 *. Verloosung des Gustav-Adolf- Frauenverkins. Der unterzeichnete Vorstand beabsichtigt wie schon in frühern Jahren auch in diesem wieder eine Verloosung für die Zwecke des von ihm ver⸗ tretenen Vereins, Unterstützung von Confirmanden⸗ häusern und Schulen, von Wittwen und Waisen, Ausschmückung von Kirchen, Anschaffung von Altargefäßen, Glocken u. dergl., zu veranstalten und wendet sich deßhalb an alle Freundinnen des Vereins mit der vertrauensvollen Bitte, denselben zu diesem Behufe mit weiblichen Arbeiten freund⸗ lichst unterstützen zu wollen. Zur Empfangnahme derselben sowie anderweitiger Geben, welche bis Ende August d. J. erbeten werden, erbieten sich folgende Mitglieder des Vorstandes: Frau Bin⸗ dernagel, Frau Fertsch, Frau Huber, Frau Köhler, Frau Meyer, Frau Schwabe, bei welchen auch Loose à 6 kr. für die in nächstem Herbste beabsichtigte Verloosung zu haben sind. Friedberg, den 11. Mai 1870. Der Vorstand des Gustav⸗Adolf-Frauenvereins. Bekanntmachung. 1096 Die Ebefrau des Philipp Emmel III., Schuh ⸗ machers in Wohnbach, hat um Sicherstellung ihres Vermögens gebeten und werden demgemäß alle die⸗ jenigep, welche irgend eine Forderung an denselben zu haben glauben, eingeladen, im Termin Mittwoch den 25. Mai d. J., . Vormittags 10 Uhr, an urterzeichneter Gerichtsstelle anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen. pungen den 14. April 1870, Großherzogliches Landgericht Hungen Dr. Fösse Pilger, Landrlchter. Landgerichts ⸗Asseflor. 2 1 0 Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1375 Künftigen Montag den 23. und Dienstag den 24. d. M. Morgens 9 Ubr, sollen im Distriet ⸗Mönch⸗ wald u.„Mallbach auf dem Schlagweg am Weidenseeeck arfangend, versteigeft werden: 75 Stecken Buchen⸗, Eichen- u. Tannen⸗Prügelholz, 41 5 desgl. Stockpvolz, 25975 Wellen desgl. 5 Reis holz, wobei Bohnenstangen und Erbsenreisia, 23 geringe Eichen-Vaufämme von 205 Cubikfuß, 73 Tannen Baustam ne von 1451 Cubikfuß und 2204 Tannen Stangen von 6298 Cubekfuß. eich am 17. Mal 1870. Fürstliche Oberförsteret Llch Eigenbrodt. N Braunko 1373 Freitag den 20. Mai d. J. beginnt auf dem Gräflichen Braunkohlen der Verkauf neu geformter Kehlenkötze. Der Preis beträgt 12 kr. hlen-Verkauf. Bergwerk bei Ossen heim à Centner- 14 Stück Klötze der neuen Aufbereitung Von den noch vorräthtgen Haufenklötzen wird der Centner zu 8 kr. verlauft um damit zu räumen. Gleichzeitig beginnt eine neue Creditperiode. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird bis Ende dieses Jahres Credit, verbunden mit einer Zahlungsfrist bis Ende März 1871, gestattet. 5 Ossenheimer Bergwerk den 14. Mat 1870. Gräfliche Bergverwaltung Chelsus. Bie katniß ad pan ache Betreff: Den Vorschuß⸗ und Ceeditverein zu Friedberg, eingetragene Ge⸗ nossenschaft. 1334 Zu der Bekanntmachung vom 11. April l. J. wird noch nach lich bemerkt, daß nach§. 6 der Statuten zwe! Vorstandemuglieder rechtsgültig den Verein ver⸗ treten können. Friedberg am 11. Mai 1870. 2 Großberzogliches Landgericht Friedberg Re ltz. . 1 U 1 7 Rlee-Perpachtung. 1377 Die diesjährige Verpachtung von 10 Morgen Luzerner Kiee auf dem Dorheimer Bergwerle soll Freitag den 10. Mai, Nachmittags 4 Uhr, auf Crerit bis Ende September 1876 stattfinden. Dorheimer Bergwerk den 14. Mat 1870. Winter. Mobiliar ⸗Versteigerung. 1378 Donnerftag den 19. Mai J. J., Vormittags 9 Ubr anufangend, sollen auf freiwilllgen Antrag des Herrn Dr. Henkelmann in dessen Wohnung in der Burg verschiedene Mobilten, als: Tische, Stühle, Commode, Bettstellen, Sopha'os, 1 Schreibseeretär, Küchenichränke, Flaschen, Zässer, Bütten, sowie sosstiges Haus und Küchengeräthe wegzugsbalber öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 16. Mat 1870. Grob herzogliches Ortsgericht Friedberg FN ou car. * 2** 0 1 1 bis 6 Schneidergesellen 1338 fiaden bei mir dauernde Beschäftigung auf Wochen⸗ lohn, Kost und Logis. Fahrt vr. Eisenbabn wird verglltet. J. Glück, Schneidermeister, in Meerholz bei Gelnhausen. Für Erbauung tintr evangelischen Kirche in Madrid —— gegenüber erdaupt Jun J Tl. m 0 Mt. wichen 61 und urge in Adr kmale Ftitbbirg Wettin. beabsichtigt di. in diesen wien ts von ihm der 21 Cenfrmandt n und Vain Arschafung vol Ju ptrarstalten zrtundiunen de Bunt, denselbe⸗ Aibtiten fttun; r Capfangnahn ken, pelcht bi dun, etbitten si det: Frau Bit Fran Hubel an Schwabt die in nächsts dabtn siud. 1 1870. f 5. Frautuptreint — 1309 Vom 1. Juni d. J. ab werden Retourbillets für alle Wagenklassen auch für die bisher ausgeschlossenen Strecken unter einer Meile aus gegeben. Die Fahrpreise enthält der auf jeder Station aus⸗ gebängte Tarif. Cassel den 12. Mai 1870. Königliche Direction der Main-Weser⸗Bahn. * Holzversteigerung. 1366 Freitag den 20. Mai d. J., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem Großberzoglichen Dorbeimer Bergwerk 74 Haufen altes Grubenholz oͤffentlich meisibietend verstetigert werden. Dorhetmer Bergwerk den 12. Mai 1870. Großherzogliches Bergamt Dorheim Tecklenburg. Holz-Versteigerung im Domanialwald der Oberförsterei Hoch- Weisel. 1369 Montag den 23. Mai d. J., von Morgens 9 Uhr an, werren in den Difricten„vorderer Köppel und Donnerskopf“ öffentlich versteigert: 1 Stecken Buchen Prügel holz, 34„* Stockvolz, 26500 Wellen„ Durchforstungs⸗Reisholz. Zablungsfrist dis Ende September d. J. Zusammenkunft in Bodenrod. Butzbach den 13 Mai 1870. Großherzogliche Oberförsterei Poch-Welsel Dittmar. Holz ⸗Versteigerung. 1367 Freitag den 20. d. M, Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend wird in dem Malbacher Gemeindewald, Oistriet Mühlkopf folgendes Gehölz verfieig ert: 1) 27 Stecken Buchen⸗Prügelbolz I. Cl., 2) 147½„„ Stocholz, 3) 5400 Stück 55 Wellen, 40 150 7 Eichen⸗ 67 9 225 Fichten⸗ 1 Bau⸗, Werk- und Nutzholz: 6) 103 Stück Eichen- Stamm- und Stangenholz. Die Zusammenkunft ist in loeo Maibach. Es wird noch bemerkt, daß das Holz gegen vor⸗ schriftsmäßige Bürgscheine bis zum 1. September d. 3 geborgt wird. Die Groß herzoglichen Bürgermtisterelen werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Malbach den 12. Mai 1870. Großherzogliche Bürgermeisteretl Maibach Pöolltyp tl.* 1380 Um in allen Lebensverhältnissen besser fort zukommen, dient die Siebenundzwanzigste Auflage; Fr. Meyer, Neues Complimentirbuch. Oder: 100 Complimente, Glückwünsche, kleine Gedichte bel Geburtstags, Neujahrs⸗ und Hochzeits jesten, Ein⸗ dungen durch Karten und Schemas zu Anzeigen in entliche Blätter, 24 Regeln des feinen Anstandes beim Umgange mit Vornebmen, in Gesellschaften und mlt dem weiblichen Geschlecht; ferner von der Reinlich⸗ keit und der Pflege des Körpers,— vom Verhalten in Gesellschaft, auf Reisen, und gegen Dienstboten.— Eine Blumensprache, 22 Stammbuchsaussätze, 73 Toaste und 9 Polterabendscherze. Siebenundzwanzigste Auflage. Preis 12½ Sgr. Vorrätbig bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Bekanntmachung. 1372 Freitag den 20. d. M. läßt der Unterzeichnete in seiner Bebausung gegen baare Zablung verkaufen: 1) 1 Drehbank mit vollständigem Weekzeug, 2) Schneidzeug in verschiedenen Sorten, wobei ein Hobelbank Schneidzeug, 3) 1 Hobelbank mit Dobel und Stemmeisen, 4) Werkzeug für einen Mäblarzt, wobet 2 Dreh⸗ meisel zum Wellbaumdrehen. Nleder⸗Florstadt den 14. Mal 1870. Heinrich Emmel, Dreher. 876 Die neuen Tapeten-Muster lu schönster Auswahl sind bei mir angekommen und er warie recht viele Bestellungen. Buchbinder Schneider in dungen. Glacé- Handschuhe d Maschinen- Ausstellung und Markt zu Frankfurt a. M. Eröffnung am 19. Mai, Schluß am 23. Mai. Eintritts- Preist: Am 19. Mai 36 kr., am 20. und 21. Mai 18. kr., am 22. und 23. Mai 12 kr. Eintritts-Karten für alle Tage gültig fl. 1. 12. 1 Die Ausstellungs⸗Commission. Hausenslein& Vogler, Leitungs- Annoncen- Expedition (Bureau de publicité) in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse Nr. 1, in Basel, Steinenberg 29, in Leipzig, Markt 17, „ Berlin, Leipzigerstrasse 46,„ Wien, Neuer Markt 11, „St. Gallen, Obere Grabenstrasse 12,„ Zirieh, Elsassergasse 1. „Hamburg, Neuerwall 50, N eitungs- Catalog Fratis und franeo. 16 großer 16 großer Hirschgraben. Für Fr i 1 l 0 l. Hirschgraben. 1268 Billigste Gelegenheit für Vorhänge jeder Art, in allen Breiten, sowie auch für alle andern Weißwaaren findet man im fortgesetzten Ausverkaufe des Schweizer⸗Stickereigeschäfts. 16 großer Hirschgraben in Frankfurt a. M. Allgemeine Versorgungs⸗Anstalt im Großherzogthum Baden. Gegründet im Jahre 1835. n Capital ⸗ Vermögen am Schlusse des Jahres 1868: fl. 8,889,427. 642 Diese auf Gegenseitigkeit beruhende Anstalt schlietzt alle Arten Versorgungs⸗, Aussteuer- und Lebensversicherungs⸗Verträge gegen billige Prämien ab. Durch die im Jahre 1869 zur Vertheilung kommenden Dividenden von 15% des Deckungskapitals oder durchschnittlich 44% der Prämie der einfachen Lebens-Versicherung ermäßigen sich die Prämien für ein Kapital von fl. 1000. eines 25 jährigen auf fl. 9. 37 kr.; eines 30 jährigen auf fl 12. 5 kr.; eines Zs jährigen auf fl. 14.; eines 40 fährigen auf fl. 17. 5 kr.; eines As jährigen auf fl. 21.; eines 50 jährigen auf fl. 26. 37 kr.; eines 835 jährigen auf fl. 34. 58 kr.; eines 60 jährigen auf fl. 47. 14 kr. Zum Abschluß von Versicherungen empfiehlt sich: Bitsch, Lehrer in Friedberg. Epileptische Krämpfe Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doctor O. Killisch in Berlin, 6 jetzt: Loulsenstraße 45.— Beretts über Hundert geheilt. a 1340 Annoncen für die Kurlisten 5 aller Badeorte 2 besorgt prompt und billgst die b Jaeger'sche Buch-, Papier- und Landkartenhandlung. 8 Centralbureau für Inserate f 8(ältestes in Deutschland, gegründet 1855). 2 Frankfurt a. M., Mai 1870. B-Baden, Ems, Homburg, Kissingen, Kreuznach, Nauheim, Schwalbach, Soden, Wiesbaden, Wildungen etc. PPP Betten-Fabrik, Bettwaarenlager; Ausstattungen. Georg Amendt, in Frankfurt am ain, der Börse gegenuͤber, empfiehlt sein Lager in Bettfedern, Flaum, Daunen und Roßhaaren 647 zu jedem Preise, fertigen Federbetten und Plumeaux, Matratzen jeder Art, aus gezeichnet schönen Piqué-Decken, wollenen und gesteppten Decken eigner Fabrik, sowie eine große Aus wahl in Barchent und Zwilch zu billig bekannten festen Preisen, en gros& en detail. Ur, mod. Wiesner, procl. At, Lachirer und Weißbinder Hochstraße 21 in Franffurt a. M. 1356 finden dauernde Beschäftigung bei 1370 Sprechstunden 20 bis 4 Uhr. Sonntag 9 bis 1 J. S. Fries Sohn, W 10 Uhr Morgens. ranlfurt a. M., S 0 1 Anwendung der Electrieität(constanter Strom.) 8„ er 77 Auf r uf zu Beiträgen für ein Luther-Denkmal in Eisleben. Nahe an 70 Jahre sind es schon, daß etliche evangelische Männer der Grafschaft Mansfeld den schönen Gedanken faßten, ihrem großen Landsmann Dr. Martin Luther in der Stadt Eisleben ein Denkmal zu errichten, und zu diesem Zweck auch die nöthigen Schritte thaten und Geidsammlungen ringsumher veranstalteten. Leider aber wurde die Ausführung des Gedankens durch den bald hernach eingetretenen Umschwung der politischen Verhältnisse und die daraus hervorgehende Fremdherrschaft vereitelt. Indessen war damit der Wunsch, auch in unserer Stadt, die unbestreitbar das erste und älteste Recht darauf hat, ein solches Denkmal zu besitzen, keineswegs erloschen, vielmehr krat das selbe zu verschiedenen Zeiten immer wieder hervor, bis er zum bestimmten Entschluß herangereift war und in einer am 22. August d. J. gehaltenen, zahlreichen Versammlung evangelischer Männer aus allen Ständen einstiwmig die Bildung eines Vereins beschlossen wurde, der es sich zum Zweck setze, „dem großen Reformator, Dr. Martin Luther in der Stadt Eisleben, in welcher der⸗ selbe geboren und gestorben ist, ein würdiges Denkmal in Erz zu errichten.“(Vereins⸗ Statut 5. 1.) f Wohl besitzt unsere Stadt bereits in dem Geburts- und in dem Sterbehaufe Luthers, zumal seitdem beide durch Königliche Munisicenz im Baustyl der damaligen Zeit auf das Trefflichste restaurirt worden sind, zwei werthe Erinnerungsstätten an den unvergeßlichen Gottes- mann, allein dieselben vermögen uns den Mangel eines eigentlichen Denkmals nimmer zu ersetzen. Ist es doch weder seine Geburt noch sein Tod, sondern sein ganzes thatenreiches Leben, vornämlich das segensvolle Werk der Wiederherstellung der christlichen Kirche, das er in Gott und Gott durch ihn vollbracht, wodurch sich Martin Luther ein unvergängliches Verdienst um unser deutsches Volk, ja um alle christlichen Völker erworben hat—: und dafür sein Gedächtniß öffentlich zu ehren, und daran die Mit- und Nachwelt fort und fort zu mahnen, das kann nur durch ein unter Gottes freiem Himmel stehendes, für Jedermann zugängliches Standbild des großen Reformators geschehen. Und solch ein Denkmal in Erz zu errichten, ist unser inniger Wunsch, unser fester Plan. Müßten wir nun auch auf ein so großartiges Denkmal, wie das Wormser ist, ver⸗ zichten, so hoffen wir doch, daß es uns gelingen werde, ein in jeder Rücksicht würdiges Denkmal herzustellen, wenn uns dazu die nöthige Unterstützung nicht bloß in unserer Stadt und Grafschaft, sondern aus allen deutschen Gauen und noch weiter darüber hinaus zu Theil wird, und wir sind gewiß, daß uns diese Unterstützung von Keinem unter allen Denen werde versagt werden, die Luthers unvergängliches Verdienst in Ehren halten und von Herzen dem beistimmen, was über der Thüre seines Geburtshauses geschrieben steht: Goltes Wort ist Lutber's Lehr, Darum vergeht sie nimmermehr. Ja wahrlich,„es gibt keinen Sohn unseres Volkes, auf den wir stolzer zu sein das Recht hätten, und keinen Lehrer der Kirche seit den Tagen der Apostel, für welchen wir Gott mehr zu danken Grund hätten, als Luther. Die besten Seiten deutschen Wesens sind in ihm zusammengefaßt und zur schönsten Blüthe gekommen: Tiefe des Gemüths und kind— licher Sinn, heiliger Ernst und fröhlicher Scherz, ein Auge, das in die Abgründe der Ewig⸗ keit drang und zugleich mit Freude auf jeder Blume des Feldes weilte, ein Muth, der von heftigem Zorn wallen konnte und doch im heiligen Lied und im fröhlichen Sang sich ergoß. Kurz, was deutsche Art und Natur Schönes und Edles von Gottes Gnaden empfangen hat, das war in Luther vereinigt.“ Und so wenden wir uns dean an alle evangelischen Christen des In- und Auslandes, welche fort und fort die reichen Früchte der gesegneten Reformation genießen, mit der herz, lichen Bitte, uns zu unserem Vornehmen hülfreiche Hand zu leisten, und ersuchen besonders die Herren Geistlichen und andere einflußreiche Männer sich der Mühe unterziehen zu wollen, in ihren Gemeinden und anderen Kreisen ihrer Belanntschaft einmalige oder lieber fortgesetzte Geldsammlungen zu veranstalten, damit die erforderlichen Summen bald zusammengebracht werden und wenn nicht eher, so doch spätestens am 400 jährigen Geburtstage des unerschrockenen Zeugen der ewigen Gotteswahrheit, das Denkmal vollendet dastehe. Der Herr aber, in dessen Namen wir diesen Aufruf ausgehen lassen, wolle demselben bei Allen, an die er gelangt, den gewünschten Eingang schaffen, damit ihre Herzen und Hände zu fröhlichem Geben sich aufthun! Eisleben den 31. October 1869. Das Comité des Luther⸗Denkmal⸗ Vereins. Martins, Bürgermeister, Sommer, Rector, Eschenhagen, Rathmann, Vorsitzender. Secretär. Rendant. Dr. Böttger, Guardein. Clingestein, Seminardirector. Filter, Kreisgerichts, Director. Dr. Gerhardt, Professor. Krumhaar, Pastor. Lange, Lehrer. Leuschner, Oberbergrath. Meißner, Director der Disconto⸗Gesellschaft. Reichardt sen., Buchhändler. Scheibe, Superintendent u. Consistorialrath. Stolberg, Arbeiter. Thun, Oberpfarrer. 5 Indem die Unterzeichnete, einer von Seiten des Comiles ergangenen Aufforderung entsprechend, ihre Bereit⸗ willigken zur Entgegennahme von Beinägen biermit erklärt, bescheinigt di'selbe zusleich den Empfang folgender Gaben: Von L. Seyd 1 fl. 20 k., Blickhayn 30 kr., Häberle 1 fl. Sufft 1 fl., G. Hieronimus 48 kr., Nebhuth 30 k., Wahl 30 kr., H. Schimpff 1 fl. Um Zusendung weiterer Gaben bilet Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers. Das Neueste in Strohhüten, Sonnen-& negenschirmen 833 sowie allen sonstigen Putz⸗ und Modeartikeln empfiehlt zu reellen Preisen K. Friedrich neben der Post in Friedberg. 1— Verloren 2 0 1371 wurde in Bad Nauheim vor zehn Tagen ein goldnes Medaillon. Derjenige, welcher es abliefert, erhält eine sehr große Be⸗ lohnung, da es nur hauptsächlich auf die im Medaillon enthalteue Photographie ankommt. Der redliche Finder wolle dasselbe an Bindernagel und Schimpff in Bad Nauheim abgeben. 1374 Ein mit den Bürgermetflerei⸗ und Ortsgerichts⸗ Arbeiten vertrauter Gehülfe wird zum alsbaldigen Eln⸗ tritt gesucht, demselben ist Gelegenheit geboten auch das Telegraphiren zu erlernen. Büdingen den 15. Mai 1870. 9H 5 lzinger, Bürgermeister. Bekanntmachung. 1376 Freitag den 20, Mai d. J., Nachmittags 2 Ubr, läßt die Unterzeichnete 1½ Morgen ewigen Klee in ihrem Garten am Mainzerthor an Ort und Stell meiftbletend versteigern. 5 Friedberg den 16. Mai 1870. Ehr. Stadelmanns Wittwe. Bad Nassau à. d. L. Anstalt für Kaltwasserkur und Eleetrotherapie. RNömische, Kiefernadelbäder ꝛc. Pnenmatische 788 Apparate. Die Gartenlaube bringt in Nr. 20 folgende Beiträge: Genovefa. Ge⸗ schichte aus dem steterischen Oberlande. Von P. K. Rosegget.— Schlaumeier am gedeckten Tisch. Ortainalzeichnung von Gutdo Hammer.— Unter den Schleichhändlern an der russischen Grenze. Von C. Schiemann.(Schluß.)— Erinnerungen aus meinem Leben. Von Friedrich Hecker. 2. Der Hexenmeister der Prairie.— Beethoven und„das Kind.“— Ein deulsches Zettungs-Etablissement. Von Michael Klapp. Mit 2 Abbildungen: Der Arbettspalast der Neuen freien Presse in Wien:— im Maschinensaale der neuen freien Presse in Wien.— Blätter und Blüthen: Erziehungscharlatanerie. Von W.— Froschbandel.— ßür Badereisende nach Wildungen. Von Sch.— Eine Volkswaffe gegen Rom. 100 Körbe Spreu 1365 hat zu verkaufen 2 Melb ach. Peter Kleeberger. Schwarze Kaiser-Tinte ist in Flaschen à 8 und 14 kr. steis zu haben bei Bindernagel& Schimpff. I. Preismedaille teen Pilsen. Wittenberg 1869. 1869. 1869. 3% 8 8 Licbe's-Licbig Nahrungsmittel in„löslicher“ Form: Vacuum Präparat des Apotb. u. Chem. J. Paul Liebe in Dresden. 1368 Ersatzm trel für Muttermilch, Nabrungs⸗ mittel sür Biuiarme, Reconvalescenten, Magen leidende, Sieche ꝛc. Flaschen 3 Pfd. Inb. 36 kr. in Friedberg bei Hol Apo'heker Görtz, in Bad⸗ Nauheim bei Apocheker Dr. Uloth. CCC(KTK Kirchen buchsauszüg t. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 8. Mai. Dem hiesigen Bürger und Mechanikus Konrad Karl Reuß eine Tochter Elisabeih, geb. den 12. April. 8. Mal. Dem biesigen Bürger und Krufmann Georg Hartmann Freundlieb eine Tochter Minna, geb. den 22 März. 8. Mai. Dem biesigen Bürger, Gerbermeister und Badsteinfabrik nen Cbeisttan Ulrich II. ein Sohn Martin Wöbe em peimann Ono ged. den 17. April. 13. Mat. Ein unehelicher Sehn Hermann, geb. den 8. Mai. n Beerdtate:. 18. Mal. Jebann Jakob Phiipp Berg, bies. Bürger und Schneidermersler, Sohn des weiland hies. Vürgers und Schneidermeiste ns Johann Heinrich Berg, alt 58 Jahr 9 Monat 15 Tage, T den 9. April. Verantw. Red.: Hermann Scbipipff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. (Hierzu eine Extra- Beilage.) —— 0 U