tstenzctidten am N 0 Sucher schm Lieu ron Bauern en zum btillanten 1638 8 ittauf iñ ge u dec Iten rn.“ Kriege. Nedenwelt Tung ut 15 den N., welt 1. Die Anla- Aerzten un pettbtibt, den 3 Sgt.— kiriclbe den del r Beitint 8. gittenbetg 9. — Anmenmilt ae tte! 1 Sich ö 1 1„ , ae Kicbig fen tied . 910 41 1¹ — ill. ll, usien 50%. 9⸗X1⁵ 1870. Dienstag den 16. August. 1 96. berhess scher Anze — Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. iger. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Nr. 34. Nr. 546. Verordnung betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Kriegsmunition, Blei, Schwefel und Salpeter. Vom 8. Auguft 1870. Nr. 547— 550. Die Bestellung von Consuln. Betreffend: Die Reclamationen gegen die Einkommensteuer. Das Großherzogliche Kreisamt Es ist von der Großherzoglichen Obersteuer-Direction bereits allgemein angeordnet worden, daß mit der Beitreibung der Einkommen— und Gewerbsteuer der zur Fahne einberufenen Steuerpflichtigen vor— erst bis auf weiteres auf Grund der betreffenden gesetzlichen Be— stimmungen eingehalten wird. Zur Erleichterung des Beitreibungsverfahrens, sowie zur Ver⸗ meidung unnöthiger Belästigungen der betreffenden Steuerpflichtigen, beziehungsweise deren zurückgebliebener Angehörigen erscheint es je— doch als sehr zweckmäßig, wenn außerdem noch die Großherzoglichen Friedberg den 13. August 1870. Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Bürgermeistereien alsbald Listen über sämmtliche gegenwärtig aus ihren Gemeinden zum Militär Einberufene den betreffenden Groß⸗ herzoglichen Steuercommissariaten zusenden. Auf Weisung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 10. l. M. zu Nr. M. d. J. 8002 beauftragen wir Sie, hiernach un⸗ verzüglich solche Listen aufzustellen, dieselben dem betreffenden Grog herzoglichen Steuer⸗-Commissariate zuzusenden und, daß dies geschehen, bis zum 20. d. M. unfehlbar berichtlich anzuzeigen. Trapp. Betreffend: Das Gemeinde-Rechnungswesen, hier die Einsendung von Hand- und Tagebuchsauszügen. Friedberg am 13. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Friedberg, Ilbenstadt, Bad⸗Nauheim, Nieder-Mörlen, Ober⸗Wollstadt, Pohl⸗Göns u. Staden. Wenn nicht binnen 3 Tagen unserer Verfügung vom 22. April d. J. Abholung an Sie ab. Betreffend: Die Gewährung von Unterstützungen für Militärfamtlien während des Kriegszustandes. entsprochen wird, gehen unnachsichtlich Wartboten zur Trapp. Friedberg am 13. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. In obigem Betreff werden wir Ihnen in den ersten Tagen ein Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 6. d. M. zu Nr. M. d. J. 7840 durch die Post zusenden. Sie wollen sich vorkommenden Falls nach dem Inhalt desselben bemessen. Ter a p p. „TTT eee Betreffend: Maßregeln gegen die Einschleppung der Rinderpest, insbesondere die Ein- und Durchfuhr von Wolle aus verseuchten Gegenden des Vereins-Auslandes. Das nachstehende Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern bringen wir zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg am 13. August 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Das Großherzogliche Min isterium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Das Königlich Bayerische Staatsministerium des Innern hat dinsichtlich der zum Kaiserthum Oesterreich gehörigen Länder: Nieder— DOeste rreich, Gallizien, Bukovina, Ungarn und Siebenbürgen, welche war als seuchenfrei betrachtet werden können, jedoch noch nicht amt— ich als senchenfrei erklärt sind, durch Verordnung vom 12. Juli 1870 sestimmt, daß Wolle aus diesen Ländern über die Grenzen von Zapyern in das Vereinsland ein- und durchgeführt werden kann, wenn sie für die Einfuhr aus für seuchenfrei erklärten Gegenden des Bereinsauslands im Allgemeinen festgesetzten Bestimmungen(§. 4 Satz e der Großherzogl Verordnung vom 23. Mai 1867 Regierungs- blatt Nr. 25) in der Weise eingehalten werden, daß an den Ein— trittsorten durch amtliche Zeugnisse nachgewiesen wird, daß die Wolle aus seuchenfreien Orten stammt und in ver⸗ seuchten Gegenden nicht gelagert war. Wir überlassen Ihnen, das Vorstehende zur öffentlichen Keunt— niß zu bringen. Darmstadt am 9. August 1870. eee ee Rautenbusch. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. kreis, welcher von Thionville-Metz, Pont⸗à⸗Mousson, die Dauer des Feldzugs dem IX.(Schleswig- Nancy, Luneville bis nach Straßburg sich aus— Holsteinischen) Armeecorps zugetheilt sind, obgleich Aus dem großen Hauptquartier Herny, Sonn— abend, 13. August, Abends 10 Uhr 30 Minuten. Ein feindliches Bataillon, von Metz per Bahn auf Pont⸗A⸗Mousson dirigirt, zog, als unsere Infanterie heute früh die Stadt besetzte, mit Hinter— lessung seines Gepäcks eiligst ab. Nancy ist bom Feinde geräumt. Unsere Cavallerie zer— torte nördlich der Stadt die nach Frouard führende ahn. Andere Cavallerie-Abtheilungen nahmen einen Fourage-Transport innerhalb der Vorposten zr noch auf dem Glacis von Metz befindlichen stanzösischen Truppen fort. St. Avold, 12. August. Der König von Preußen hat eine Proklamation erlassen, deren aster Artikel heißt: Die Conseription ist in der zenzen Ausdehnung des von den deutschen Truppen Ncupirten französischen Gebietes abgeschafft. Die Stellung der deutschen Armeen scheint nach en letzten ossiziellen Nachrichten einen weiten Halb— dehnt, zu bilden. Die französische Armee dagegen zieht sich immer weiter in der Richtung nach Chalons zurück; es scheint, daß sie eine Schlacht vermeiden will, so lange nicht die aus dem Centrum und aus dem Süden herbeigerufenen Verstärkungen und Reserven mit ihr vereinigt sind. Bei dem schnellen Vormarsch der deutschen Armeen ist es jedoch mehr als wahrscheinlich, daß die französische Armee die Ebenen der Champagne oder auch nur Chalons nicht mehr vor einer Entscheidungsschlacht erreichen wird Die vereinigten deutschen Heere sie sonst zum XI.(hessen-nassauischen) gehören, sind am 10. August hier eingetroffen, um gestern (11.) den Marsch über Forbach nach dem Innern Frankreichs fortzusetzen. Ein schönes, echt deutsch— kriegerisches Corps, ein kräftiger, gesunder Menschen— schlag, dem ich nur wünsche, daß ihm der Feind einmal Stand hielte. Nur wenige Truppen werden heute die Nacht hier zubringen; Alles geht vor⸗ wärts nach Frankreich. Die beiden Städte hier sind wörtlich mit General-, Oberstabs⸗, Stabs- und Assistenzärzten der Linie und der Landwehr können die Hauptmacht Louis Napoleon's in der besetzt; sie sind so zahlreich, daß man aus ihnen Gegend von Bar le due erreichen und sie hier zur eine respectable Garnison hier bilden könnte. Und Schlacht zwingen, bevor die Verstärkungen von doch habe ich gestern und vorgestern wiederholt Paris und aus dem Süden mit der Armee ver⸗ und vielfach Klagen über den Mangel ärztlichen einigt sind. Die nächsten Tage müssen uns hier- Beistandes in den Nothlazarethen und in den über Gewißheit bringen. Privathäusern, wo einzelne Verwundete gepflegt Saarbrücken. Der Special⸗Correspondent werden, gehört. des„Frankf. Journ.“ berichtet vom 12. August: Stuttgart. Der„Würtemberger Staats- Die Hessen⸗Darmstädter(25. Diviston), die für Anzeiger“ bringt folgendes Telegramm an den Kriegsminister von Suckow:„Am 9. Nach⸗ mittags ist die Vogesen-⸗Veste Lichtenberg bei Ing · weiler durch das 1. und 3. Jägerbataillon, die 1. Feldartillerieabtheilung und 2 Compagnien des 2. Infanterieregiments unter General Hügel be schossen und in Brand gesteckt worden. Verwundet und gestern gestorben Oberstlieutenant Steiger, leicht verwundet Hauptmann Borst, todt 6 Mann, ver⸗ wundet 11 Mann. Gestern früh hat Lichtenberg capitulirt. 280 Gefangene, worunter 3 Offfiere. Bei General Obernitz nichts Neues. Major Steinheil.“ Karlsruhe, 12. August. Eine von dem General v. Beyer an die Elsässer gerichtete Ansprache lautet wörtlich: i „Ein Mahnruf und ein Warnungsruf an die Be⸗ wohner des Elsasses! Ich muß ein ernstes Wort an Euch richten. Wir sind Nachbarn. Wir haben in friedlichen Zeiten traulich mit einander verkehrt. Wir sprechen die⸗ selbe Sprache. Ich rufe Euch an: laßt die Sprache des Herzens, die Stimme der Menschlichkeit in Euch zu Worte kommen. Deutschland ist im Krieg mit Frankreich, in einem von Deutschland nicht gewollten Kriege. Wir mußten in Euer Land eindringen. Aber jedes Menschen⸗ leben, jedes Eigenthum, das geschont werden kann, be⸗ trachten wir als einen Gewinn, den die Religion, die menschliche Gesittung segnet. Wir stehen im Kriege. Bewaffnete kämpfen mit Bewaffneten in ehrlicher, offener Feldschlacht. Den unbewaffneten Bürger, den Bewohner der Städte und Dorfer wollen wir schonen. Wir halten strenge Mannszucht. Dafür aber müssen wir erwarten — und ich fordere es hiermit strengstens— daß die Einwohner dieses Landes sich jeder offenen und geheimen Feindseligkeit enthalten. Zu unserem tiefsten Schmerze haben Aufreizungen, Grausamkeiten und Rohheiten uns genöthigt, strenge Sühne eintreten zu lassen. Ich erwarte daher, daß die Ortsvorsteher, die Geistlichen, die Lehrer ihre Gemeinden, die Familienhäupter ihre Angehörigen und Untergebenen dazu anhalten, daß keinerlei Feindselig⸗ keit gegen meine Soldaten geübt werde. Jedes Elend, das vermieden werden kann, ist eine Gutthat vor dem Auge des höchsten Richters, das über alle Menschen wacht. Ich ermahne Euch. Ich warne Euch. Seid dessen eingedenk. Der Commandirende der großh. bad. Diviston: General-Lieutenant v. Beyer. Nachschrift. Ich befehle, daß diese Mahnung an die Rathhaͤuser aller Städte und Dörfer angeheftet werde, und es wird wohl⸗ gethan sein, wenn Ihr dieselbe auch in die Nachbar⸗ gebiete schicket.“ — Die„Karlsr. Ztg.“ schreibt officiell: Am 8. d. M., Abends 6 Uhr, war die Cavallerie- brigade vor den Thoren Straßburgs und versetzte dessen Bewohner in nicht geringen Schreck. Generalmajor Frhr. v. La Roche ritt bis an das Glacis vor und ließ durch einen Parlamentär, Major v. Amerongen, den Commandanten zur Uebergabe auffordern. Wie vorauszusehen, wurde dieser Aufforderung nicht entsprochen. Im ruhigen Schritt zog sich die Brigade wieder zurück. Festungswälle und geschlossene Thore werden für Cavallerie immer ein unübersteigliches Hinderniß sein. Immerhin baben die badischen Dragoner die ersten Schüsse in die Festung abgefeuert. Hessen Darmstadt. Das Bundeskanzler⸗ Amt des Norddeutschen Bundes hat, den Wünschen der Großherzoglichen Regierung mit dankbar anerkannter Bereitwilligkeit entgegenkom⸗ mend, Anordnungen getroffen, wonach die in Frankfurt a. M. errichtete Darlehenskasse des Nord⸗ deutschen Bundes ermächtigt worden ist, gegen Verpfändung geeigneter Waaren und Effekten auch an Personen, welche ia Mainz, Offenbach und anderen südhessischen Plätzen wohnen, Darlehen zu ertheilen, wenn die Unterpfänder innerhalb des Gebiets des Norddeutschen Bandes sich befinden. Außerdem ist die Frankfurter Darlehenskasse von dem Bundeskanzler-Amt auf den Wunsch der Großherzoglichen Regierung wegen Errichtung einer Agentur in Gießen mit den erforderlichen Ein- richtungen brauftragt worden. — Auf Anordnung des Vorsitzenden des Bundesraths des Zollvereins werden zur Regelung des Landverkehrs mit Frankreich folgende Maß⸗ nahmen in Kraft treten: 1) An der Grenze gegen die besetzten Theile Frankreichs bleibt allein die deutsche Zolllinie. 2) Alle im freien Verkehr des Zollpereins befindlichen Waaren werden über diese Grenze zollfrei nach Frankreich eingelassen. 3) Ab- fertigungen unter Zollcontrole stehender Waaren zur Ausfuhr nach Frankreich über die deutsch⸗ Gegenstände mit dem Anspruch auf Zoll- oder Steuervergütung nicht mehr abgefertigt. 5) Für den Waaren⸗Eingang aus Frankreich wird Nichts geändert. Mainz. Eine Bekanntmachung des General- Gouverneurs fordert die Gasthofsbesitzer auf, nur solche Fremde aufzunehmen, welche sofort nach ihrer Ankunft sich mittelst einer Legitimation aus ⸗ zuweisen im Stande sind. Fremde, welche Mainz zu besuchen haben, mögen sich daher mit Paß oder Paßkarte versehen. — Auf dem Rheine sind gegenwärtig zehn Dampfboote als ambulante Kriegslazarethe im Dienst. Sie befördern von Mannheim bis Düssel⸗ dorf die Opfer der Schlachten. Manchmal liegen die Schiffe tagelang still, bis sie die betrübende Fracht voll haben, und dann segelt ein halbes Dutzend auf einmal ab. Am Topmast aber weht die Genfer Flagge. Uebrigens sind in diesen schwimmenden Heilstätten die Verwundeten besser gebettet als sie es vorher je waren. Nur der Mangel an Aerzten ist auf ihnen fühlbar; die wenigsten Transporte sind von solchen begleitet. Bingen. Ueber die Bestialität der Turcos wird der„Elb. Ztg.“ von hier geschrieben:„Heute Morgen brachte man einen Kerl, scharf geschlossen an Händen und Füßen, hier durch, der ein Gewerbe daraus machte, auf dem Schlachtfelde den Todten und Verwundeten die Finger abzuschneiden, um auf diese Weise leichter die goldenen Ringe ab⸗ streifen zu können. Auch mit den Ohren Derer, welche Ohrringe trugen, that er deßgleichen.“ Worms. Abermals sind dier Markedenter (aus Wiesbaden) von bayerischen Gendarmen hierher verbracht worden. Dieselben wurden im Besitze verschiedener Militäreffekten, Munition, Waffen, Offizierskleider, Stiefel, eines Pferdes, sowie vielem Gelde betroffen, welche Gegenstände diese Gauner auf dem Schlachtfelde geraubt und den Todten und Verwundeten abgenommen haben sollen; sie werden an das Gouvernement der Festung Mainz abgeliefert. Preußen. Berlin. Die Nachricht vom Siege bei Wörth bat einen enthusiastischen Jubel erregt. Sobald sich die Kunde verbreitete, füllten sich die Linden und die in der Nähe gelegenen Straßen mit einer zahllosen Menschenmenge. Die Häuser verstärkten den wegen des Sieges bei Weißenburg angelegten Fahnenschmuck; stellenweise wurden Lichter an die Fenster gestellt, bengalische Flammen abgebrannt, Leuchtkugeln und Raketen geworfen; Musikrorps spielten vaterländische Weisen. Um 11 Uhr Nachts warf die Nachricht von der Wiedereinnahme Saarbrücken's einen neuen Funken in die erregten Massen. — Das„Wiener Tageblatt“ veröffentlichte eine Auseinandersetzung des mit dem Prinzen Napoleon in nahen Beziehungen stehenden Genkrals Türr, welche aus den Unterredungen Bismarck's mit Türr im Jahre 1866 die angebliche Bereit⸗ willigkeit des Ersteren, Frankreich Belgien und Luxemburg zu überlassen, darzuthun persucht. Daraufhin hat Graf Bismarck folgende Erklärung in der Köln. Ztg. veröffentlicht:„Der Bundes kanzler hat seiner Zeit Türr auf Wunsch des Kaisers Napoleon empfangen, von ihm mündliche, von besser accreditirten Agenten schriftliche Mit⸗ theilungen, die zur Veröffentlichung bereit stehen, entgegen genommen, aber niemals, weder schriftlich noch mündlich, eine Antwort gegeben. Türr wurde von französischer Seite von Hause aus als politisch unzuverlässig und nur militärisch ver— wendbar bezeichnet.“ — J. M. die Königin hat an den General Herwarth v. Bittenfeld folgendes Telegramm ge— richtet:„In freudigster, dankbarer Bewegung über die Siege unserer Armee, übersende Ich Ihnen heute zwei goldene Medaillen für den Dichter und den Componisten des Liedes:„Die Wacht am Rhein“, in welchem die begeisterte Vaterlands⸗ liebe bei Bürgern und Soldaten in dieser Zeit den schönsteg Ausdruck gefunden hat, und welches zu einem wahren deutschen Nationallied geworden ist.“ Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das französische Grenze finden nicht mehr Statt. 4) Zur Ausfuhr über diese Grenze werden Brustbild des Königs und auf der Rückseite einen die Jahreszahl„1870“ umgebenden Lorbeerkranz. — Der General⸗Gouverneur in den Bezirken des I., II., IX. und X. Armeecorps, General der Infanterie Vogel v. Falckenstein, hat die Organi⸗ sation von besonderen Beobachtungs⸗Abtheilungen an unseren, durch den Feind bedrohten Küsten angeordnet und es ist demgemäß die Küste der Provinz Preußen von der russischen Gränze bis westlich von Putzig in 10 Districte getheilt. — Ueber die Namen v. Hahnenfeldt und v. Verdy, die sich bei den amtlichen militärischen Depeschen finden, gibt die„Krztg.“ folgende Aus- kunft: General v. Hahnenfeldt, bereits zur Dis- position Sr. Maj. gestellt, ist zur Zeit der hiesige Stellvertreter des Generals v. Moltke als Chef des großen Generalstabs. Oberstlieutenant v. Verdy du Vernois, ein berühmter Militärschriftsteller, ist im großen Hauptquartier Sr. Maj. des Königs Einer der Gehülfen des Generals v. Moltke. (Neulich war auch ein Telegramm an Herrn v. Hahnenfeldt unterzeichnet:„v. Podbielski.“ Dieser General, Director des Allgemeinen Kriegs-Departe⸗ ments, befindet sich auch im Hauptquartier.) — Auf Grund einer königlichen Ordre soll während des gegenwärtigen Krieges in Betreff der Gewährung von Beute- resp. Douceurgeldern für bezügliche Eroberungen nach den 1866 dafür vor- gesehenen gleichen Festsetzungen verfahren werden. Die Prämien sind hiernach für Eroberung in offener Feldschlacht bei feindlicher Gegenwehr für jedes Geschütz mit 60 Ducaten, für jede feindliche Fahne mit 40 Ducaten bemessen worden. — Der ehemalige hannover'sche Staatsminister v. Münchhausen ist gefänglich in Königsberg ein⸗ gebracht worden. — Die im Dienst der Johanniter in das Feld rückenden Personen mehren sich mit jedem Tage. Der Orden ist, wie die„N. Pr. Ztg.“ meldet, vorbereitet, 18,000 Personen in seinen Dienst zu nehmen. — Der Geh. Oberregierungsrath Olberg von Berlin hat sich nach dem großen Hauptquartier begeben. Derselbe wird ungesäumt in den occupitten französischen Gebietstheilen als könig⸗ licher Commissarius für die Regelung und Erhebung der indirekten Steuern fungiren. — Der amerikanische General Sheridan wird dem Feldzuge im preußischen Hauptquartier bei⸗ wohnen. — Das Consistorium der Provinz Branden- burg soll, wie die„Volksztg.“ aus sicherster Quelle hört, gegen mehrere Prediger, welche an dem vom König angeordneten außerordentlichen Buß- und Bettag in ihten Predigten sich soweit vergaßen, daß sie den von Frankreich in so frivoler Weise angezettelten Krieg als ein„Strafgericht Gottes ob unserer Sünden“ bezeichneten, eine Disziplinar⸗Untersuchung eingeleitet haben. Köln. In der Nacht vom 11. auf den 12. d. passirten hier circa 400 deutsche Familien, welche in Paris seither wohnhaft und in Folge des Belagerungszustandes von dort ausgewiesen worden waren. Marburg. Der Profeffor der Chirurgie und Leiter der chirurgischen Klinik an der Universität Marburg, Herr Geheimerath Roser hat sich als Generalarzt auf die Schlachtfelder begeben. Wiesbaden. Der Herzog von Nassau hat für die Hinterlassenen der im Felde stehenden und für die verwundeten Soldaten aus Nassau 3000 Thaler angewiesen, die zu gleichen Theilen an die Vereine zu Wiesbaden, Biebrich und Weilburg vertheilt wurden. — Die hier vom Kriegsschauplatze gefänglich eingebrachten Fuhrleute sind sämmtlich freigelassen worden, weil sich keinerlei Beweis ihrer Schuld beibringen ließ. Bayern. In der Festung Ingolstadt sind 500 französische Gefangene, worunter 16 Offiziere, ein Oberst und mehrere Tureos angekommen. Würtemberg. Stuttgart. Der König hat folgendes Telegramm an den Generallieutenant v. Obernitz gerichtet:„Nachrichten von der Division gestern Abend erhalten. Danke Gott für den siegreichen Erfolg, danke Ihnen, danke den Truppen, die sich so tapfer geschlagen. Ehre dem Andenken der für das Vaterland Gefallenen.“ daß ernstef reichis sigen 2 deulse bayer badi maß! haben eingt war. 2 Trom weil daß. L slüchte fallen solche Heert räum gefaß die a Jalie mulllärson 0 gende Aus- rei n Dis. Jeit der düst 95 e dann de rant. Verd icrifzellr, il 1. des Königs u d. Nolte. rarer.) den Ordre sol ts in Betref der Lccurgeldern für 900 dafür vor ahnen werden. Fioberung in Gigenpthr fin r jede feindlich Dorden. t Staatsminisir Königs berg ti benkittr in dat iich nit jede X Pr. 3 enen in stiun rath Olen von n Hauptattuit tnt in dn flen als fonig 1e Erhebung Sderidan vy yiquartiet le vin Brad aus sccherin diger, velch u außtrotdtitlicht gien sich evil 0 in seo ftiteln u„Suizid eich tien, fl irt haben. 1 1. auf den Acht Faulen, 8d in Felge Ua 1 mutgtwiestn 1* u Gbirutgit m f det Universtal eingeleitet, obgleich er vollkommen — Der„Würtembergische Staatsanzeiger“ ist von der italienischen Gesandtschaft zur Erklärung ermächtigt, daß die deutsch⸗ feindliche Zeitschrift „Perseveranza di Milano“ weder die Gesinnungen der italienischen Regierung noch des italienischen Volkes ausdrückt. 8 Oesterreich. Wien. Das neue Wiener Tagblatt schreibt:„Von Berlin aus werden Sieges bulletins verschickt wie die des ersten Napoleon. Kämpfen und Siegen ist fast gleichbedeutend ge⸗ worden für die deutschen Armeen. Wir unter- lassen es, die Gefühle zu schildern, welche die Meldungen vom Kriegsschauplatz in der Brust jedes Deutsch⸗Oesterreichers hervorrufen müssen. Ein gewisser Stolz auf die Stammverwandten, die so heldenmüthig gefochten und das alte Schlag— wort von„deutscher Tapferkeit“ wieder zu Ehren gebracht haben, muß sich unwillkürlich vermischen mit gewissen wehmüthig bittern Erinnerungen.“ Und ferner:„Die Herren(Gramont und Con⸗ sorten) erleben nun die Demüthigung, daß die französische Armee von den verachteten süddeutschen Contingenten zur Vernichtung geschlagen worden ist. Der österreichischen Armee, die doch gewiß recht herzlich schlecht geführt war, ist es 1866 lange nicht so schlecht gegangen, wie den Siegern von Solferino.“ — Der Hinweis des Pariser„Journal officiel“ auf die österreichischen Rüstungen und die Ver⸗ sicherungen des Organs der französischen Regierung, daß der Augenblick nahe sei, wo Preußen den ernstesten und schwersten Verlegenheiten von öster— reichischer Seite begegnen werde, hat in den hie— sigen offiziellen Kreisen sehr unangenehm berührt. Schweiz. Genf. Der Consul des Nord— deutschen Bundes in Lyon, Hr. Schlenker, zugleich bayerischer, würtembergischer und badischer Consul, badischer Untertban, ist unter unerhörten Gewalt⸗ maßregeln verhaftet worden. Die franz. Behörden haben die foreirte Liquidation seines Vermögens zahlungsfähig war. Es herrscht allgemeine Entrüffang. Basel. Im Elsaß ließen die Maires unter Trommelschlag verkünden, die Bewohner sollten, weil es nicht in der Absicht des Kaisers liege, das Oberelsaß zu vertheidigen, nach der Schweiz füchten, um nicht dem Feinde in die Hände zu allen; bereits in der Nacht trafen daher Züge solcher Einwanderer in Basel ein. Den deutschen Heeren das deutsche Elsaß ohne Schwertstreich zu räumen, ist wohl ein weltgeschichtlicher Entschluß, zefaßt von demjenigen Machthaber, welcher gegen vie andern den Grundsatz der Nationalität in Italien, in Mexiko und in Holstein geltend machte. — Der Rheinübergang bei Basel wurde sistirt, »ie würtembergischen Truppen brechen zur Unter- tützung der Südarmee rheinabwärts auf. In Straßburg liegen 4000 Verwundete. Hier treffen zanze Trains Ausgewiesener aus Frankreich ein. Frankreich. Paris. Im gesetzgebenden dee ee Gfaf Palikao antwortet auf diese Interpellation, rschall Bazaine befehlige en chef die Armee. Der Antrag Jules Favre betreffs der Ausrüstung und Reorganisation der Nationalgarde auf Grund des Gesetzes vom Jahre 1831 wird mit einigen Modificationen einstimmig angenommen. Der sesetzgebende Körper nahm die Gesetzentwürfe, letreffend die Erhöhung des Kriegs Credits auf tine Milliarde Francs, sowie die Einführung des J wangscourses für Bankbillets einstimmig an. — Das Journal officiel veröffentlicht Dekrete, turch welche zwei Regimenter Gens darmen orga— risirt werden, und das Departement Haute garonne in Belagerungszustand erklärt wird. Eine Depesche dus Metz vom Donnerstag, Abends 8 Uhr 20 Min. zigte an, daß kein Engagement stattgefunden hat. Es regnete den ganzen Tag. — Ein Bcrichterstatter des National erzählt, duß bei Fröschweiler Mae Mahon gegen 2 Uhr e fuhr, die Artillerie habe keine Munition mehr und die Soldaten hätten ihre Patronen verschossen. Ta machte die Cavallerie einen letzten Versuch: „Die Cutrassiere machten eine Charge auf den Wald, aber jeder Baum barg einen Preußen, der seinen Mann sicher auf's Korn nahm. Da fing das Fliehen an. Die Straße nach Hagenau bedeckte sich mit Flüchtlingen, es war ein schauder⸗ hastes Durcheinander unter dem Artilleriefeuer des Feindes, das sich verdoppelte. Als die Nacht einbrach, wurde die Unordnung in der Dunkelheit noch entsetzlicher; Geschrei, Geheul, Flüche, infer nalisches Wettrennen nach der Eisenbahn und zu der Station Brümpt. Die Regimenter, welche am stärksten litten, sind das 47. und 6, Linien- Regiment und das 2. Regiment Turcos. Oberst Krien(vom 6. Linien⸗Regiment), Oberst Graf Gramont und General Raoult wurden getödtet. Marschall Mac Mahon gesteht in einer Depesche an den Minister des Innern ein,„daß er von den 33,000 Mann, die er bei Reichshofen(Wörth) commandirte, nur 18,000 Mann wieder zusammen⸗ gebracht habe.“ f — Wie der„Impartial du Rhin“ mittheilt, hat der Kaiser verfügt, daß für die Dauer des Kriegs eine Reihe von Fremdenbataillonen organisirt werden sollen,„welche Ausländer und Deserteure, die in französische Dienste zu treten geneigt sind, aufnehmen werden.“(J) — Ueber Basel wird der„Karlsr, Ztg.“ ge- meldet: Die Einschiffung der Truppen ist aufge- geben. Dieselben wurden von der Seeküste nach Paris gezogen. — 12. Aug. Im gesetzgebenden Körper er— klärte der Kriegsminister Graf Palikao, Marschall Bazaine sei thatsächlich der einzige Oberbefehls⸗ haber der ganzen Armee; ferner erklärt er, der Vertheidigungszustand von Paris sei bald voll— ständig.— Den Worten Gambetta's, welcher die Regierung angreift, wird von der Tribüne Beifall gezollt. Die Kammer constituirt sich hierauf als geheimes Comite, um den Entwurf bezüglich des Vertheidigungs-Comites zu prüfen. Der Entwurf wurde nicht angenommen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Autorisation zur Ausgabe von Bankbillets im Betrag von 2 Milliarden 400 Millionen Francs wurde hierauf in öffentlicher Sitzung einstimmig angenommen. — Das französische Gouvernement läßt offiziell erklären, daß es die Genfer Convention nicht ver⸗ letzt habe. Es sei nicht richtig, daß französischer⸗ seits nur verwundete Franzosen in Pflege ge— nommen seien. — Als bestimmt verlautet, Kaiserin Eugenie habe durch den Fürsten Metternich am Sonntag sich telegraphisch um Hülfe nach Wien gewendet. Die Antwort lautete ablehnend. Für eine stra- tegische Intervention sei es zu spät, für eine diplomatische zu früh. — Das Paris⸗Journal meldet: Es bestätigt sich, daß der englische Botschafter Lord Lyons zu Conferenzen nach dem preußischen Hauptquartier abgereist ist. — Gesetzgebender Körper. Der Kriegsminister General Palikao theilt mit, daß die Demission Leboeuf's als Major⸗General angenommen sei und fügt hinzu, daß in vier Tagen 70,000 Mann in die Schlachtlinie eintreten werden. Chevreau, Minister des Innern, theilt mit, daß die Regierung die Absicht habe, alle deutschen Unter- tbanen vom französischen Gebiete zu vertreiben.(11) Pelletan tadelt die Maßregel. Chevreau erwidert, die Austreibung solle mit Mäßigung(?) zur Anwendung gebracht werden. — Das„Journal ofsiziel“ veröffentlicht die Ernennung Bazaine's zum Oberbefehlshaber des 2., 3. und 4. Corps der Rheinarmee, Trochu's zum Oberbefehlshaber des 12. bei Chalons an der Marne in der Bildung begriffenen Corps und Vonoy's zum Oberbefehlshaber des in der Um- gegend von Paris in der Bildung begriffenen dreizehnten Corps. — Gleich am Tage nach der Affaire bei Saarbrücken erhielt das Pariser Haus Rothschild den Auftrag, für die verwundeten französischen Soldaten im Namen der Gräfin von Paris 10,000, der Prinzessin von Joinville 20,000 und in Erinnerung an die Herzogin von Aumale 50,000 Frs. an das französische Hülfscomite auszuzahlen. — Unter den bei Weißenburg als schwerver— wundet Gefangenen befindet sich der Bruder des jetzigen französischen Ministers des Auswärtigen, der Oberst Latour d' Auvergne. — Pariser Privatbriefe bezeichnen die gegen⸗ wärtig dort obwaltenden Zustände als unerträg⸗ lich; wenn dieselben noch vier Wochen so fort⸗ dauerten, sei nicht abzusehen, wohin das führen könne. Die weniger bemittelten Familien leiden unter den enorm hohen Lebensmittelpreisen. Das Pfund Kartoffeln kostet 4—5 Sgr. Auch das Trinkwasser ist theuer geworden(wohl in Folge der sehr langen Trockenheit). Belgien. Brüssel. Die Nachricht von dem Rückzuge der Franzosen hinter die Mosel wird in einer Correspondenz der„Independance belge“ aus Metz bestätigt. — Von zuverlässiger Seite wird aus Paris berichtet, daß der General Türr, welcher im Interesse des französischen Gouvernements das öffentliche Schreiben an Bismarck gerichtet hat, schon seit Jahren aus der Schatulle des Kaisers, mit welchem er durch seine Frau, eine geborene Solms, verwandt ist, eine jährliche Unter⸗ stützung von 50,000 Francs bezieht. — Der„Etoile Belge“ veröffentlicht einen Brief des Herzogs von Aumale an den fran⸗ zösischen Kriegsminister, worin er für sich und den Herzog von Charres Anstellung in der activen Armee verlangt. Gleichviel, in welcher Charge, verlangen sie für das Vaterland zu kämpfen. — Die Londoner Journale melden, daß der kaiserliche Prinz in London angekommen ist. Die dortige französische Botschaft, ver— heimlicht, wie die„Pall-⸗Mall⸗Gazette“ be⸗ hauptet, seine Anwesenheit. Dänemark. Kopenhagen. Der Ein- druck der Nachrichten von dem abermaligen Siege der Armee des Kronprinzen bei Wörth war ein ungeheurer. Als ob Dänemark sich selbst im Kriege befände, füllten dichte Menschenmassen die Straßen. Man war sehr kleinlaut, fast, besser gesagt, lautlos. Nur Einzelne gaben, ohne An⸗ klang zu finden, ihrer Wuth Ausdruck. — Rußland und England machen gemeinsam die äußersten Anstrengungen, die dänische Regierung zum Ausharren in der Neutralität zu bewegen. Gleichzeitig haben beide Mächte bei Frankreich Schritte gethan, um zu erlangen, daß diese Neu⸗ tralität nicht von französischer Seite eompro⸗ mittirt werde. ö Großbritannien. London. Hier ist allgemein das Gerücht verbreitet, der kaiserliche Prinz von Frankreich sei am 11. Morgens hier eingetroffen und in der französischen Botschaft ab⸗ gestiegen. — Die„Times“ meldet, daß England ab⸗ gelehnt habe, an der austro⸗italienischen Liga Theil zu nehmen, welche von Beust in Vor⸗ schlag gebracht worden sei, um zu verhindern, daß Frankreich nach seiner Niederlage zu Terri⸗ torialabtretungen gezwungen werde. Für den Fall der Niederlage Preußens soll nach dem betreffenden Vertrage der Auflösung des Nord— deutschen Bundes kein Hinderniß in den Weg gelegt werden. —„Morningpost“ und„Daily Telegraph“ stellen die Ankunft des kaiserlichen Prinzen von Frankreich in Abrede. Das Abendblatt des „Echo“ behauptet nichtsdestoweniger die An- wesenheit desselben. Italien. Rom. Cardinal Antonelli hat Preußen in offizieller Weise wegen seiner Siege beglückwünscht. Herr v. Arnim ist zurückgekehrt. Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Vierte Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) an Naturalien: ½ Ohm Bier(von Ilbenstadt), % Ohm Aepfelwein(von Ilbenstadt), ½ Ohm Brannt⸗ wein(½¼ von Utphe, ½ von Ilbenstadt), 2 Ohm Schwal⸗ heimer Wasser, 17 Flaschen Wein, 30 Maas Milch, 2 Pfund Käse, 80 Pfund Fleisch und Schinken, 15 Pfund Wurst, 36 Wecke, 782 Laibe Brod(53 von Blofeld, 6 von Stammheim, 49 von Staden, 271 von Dauernheim, 72 von Ober-Mockstadt, 82 von Nieder- Florstadt, 200 von Berstadt, 49 Ilbenstadt), 50 Pfund Dörrobst, Hülsenfrüchte, Kaffee, Zucker, 35 Wund Butter, 2429 Eier(170 von Blofeld, 30 von Stammheim, 168 von Staden, 912 von Dauernheim, 440 von Ober- Mockstabt, 550 von Nieder⸗ Florstadt, 139 von Ilbenstadt, 20 von Ossenheim). p) an Geld: Ilbenstadt 37 fl. 28 kr., Staden 33 fl., Ober⸗Mockstadt 6 fl. 18 kr., Nieder-Florstadt 8 fl. 30 kr., Dauernheim 4 fl. 42 kr., Stammheim 4 fl. 32 kr., aus biesiger Stadt und an kleineren Gaben aus der Umgegend 15 fl. 38 kr. Vierte Liste im Ganzen 110 fl. 8 kr., dazu von voriger Liste 1265 fl. 39 kr. zusammen 1375 fl. 47 kr. Von mehreren Seiten wurde dem Comité Vorhalt gemacht wegen ungleicher Vertheilung der Gaben und namentlich wegen Bevorzugung der Turcos vor den deut— schen Soldaten. Es beruht dieser Vorwurf entweder auf einem Irrthum, oder ist eine absichtliche böswillige Ver— läumdung, wie sich denn auch einzelne Leute das Ver— gnügen gemacht haben, dies überall auszusprengen. Das Gerücht konnte möglicherweise dadurch entstanden sein, daß Jemand gesehen hat, daß man, wenn mehrere Verwun— dete in einem Wagen waren, einem Mann den Proviant für seine hinter ihm liegenden Kameraden gegeben hat, allein dann hätte man sich überzeugen und nicht auf Muthmaßungen hin Ver— läumdungen ausstreuen sollen. Daß die Verthellung alsdann im Wagen richtig geschah, darüber wachte die Es— korte mit peinlicher Genauigkeit. Die Gefangenen bekommen, seit der Perron gesperrt ist, und die Verthei— lung nur durch das Comits geschieht, die einfachste Kost, die man überhaupt geben kann, die Verwundeten aber werden, Freund wie Feind, gleichmäßig mit besserer Kost und Erfrischungen gelabt. Man hat das Ansinnen offen und versteckt an uns gestellt den Franzosen gar Nichts zu geben. Allein die Leute sind durch die lange Fahrt ermattet und hungrig, weil sie überall nicht zu viel bekommen, folglich kann man sie nicht darben lassen. Wie man uns aber zumuthen kann(und dies ist vorgekommen), den verwundeten oder kranken Franzosen ein Labsal zu versagen, begreifen wir nicht. Wird dies Ansinnen ernstlich an uns gestellt, so legen wir in pleno unser Amt nieder; wir würden glauben unter den Turcos zu stehen, gingen wir hierauf ein. Wem dies nicht recht ist, mag getrost sein Geld behalten, wir wollen es nicht. Schließlich bemerken wir, daß wir auf derartige Angriffe nicht mehr antworten werden; wir werden auch ferner ruhig den Weg gehen, den uns die Pflicht gegen unsere Nebenmenschen vorschreibt. Für die richtige und angemessene Vertheilung stehen wir Alle, jeder Einzelne mit seinem Namen ein.(Wenn Leute, die sich auf dem Perron befinden, Schinkenbrödchen und Cigarren ꝛc. an die Franzosen vertheilen, so wolle man das mit diesen Leuten abmachen, nicht aber das Comité dafür verantwortlich machen, das damit gar Nichts zu thun hat.) In den letzten Tagen haben die Truppendurchzüge etwas nachgelassen und wir konnten deßhalb von dem mittlerwetle angesammelten Vorrath, und gewiß in Ueber⸗ einstimmung mit dem Willen der Geber, eine Waggon ladung mit Lebensmitteln an das 9 116% comité in Saarbrücken absenden. Es gingen unter Begleitung einiger Comitémitglieder ab: 1400 Laib Brob, 126 Pfund Fleisch, 2352 Eier, sowie 300 Krug Schwal⸗ beimer Wasser(welche letztere Herr Bailly lieferte). Der Nothstand in jenen Gegenden ist schreiend, selbst für Geld ist Nichts zu haben! Wir bitten deßhalb den Eifer im Geben nicht erkalten zu lassen. Wenn auch in Saarbrücken jetzt der augenblicklichen Noth gesteuert ist, so gehen uns bereits wieder Aufforderungen. zur Unterstützung von Wörth und anderen Orten zu. Auch sind vom 16. an wieder täglich Truppendurchzuge angesagt. Noch ein ganzes Armeecorps steht bei Berlin, das jetzt unseren Bahnhof passiren wird. Also gebt mit vollen Händen! Einige Mitglieder des Comits's werden sich dieser Tage erlauben auch in hiesiger Stadt eine noch- malige Sammlung zu veraustalten, hauptsächlich zum Zwecke der Anschaffung von Lebensmitteln für die Noth— leidenden auf dem Kriegsschauplatz. Friedberg den 15. August 1870. Das Comité für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger. C. Binder nagel. C. Groß. G. Hieronimus. J. Koob. A. Metzendorf. J. Morschel. J. Pfeffer. Ph. Ritzel. C. F. Schleuning. G. Schulbof. G. Schwarz. A. Velte. Nur diejenigen Einsendungen, welche bis spätestens Vormittags um 9 Uhr bei uns eingelaufen sind, können noch in der nächst⸗ erscheinenden Nummer des Anzeigers Aufnahme finden, da es uns sonst unmöglich ist, das Blatt rechtzeitig zur Post zu liefern. u fl. 1. 48 fr., 24 kr. Friedberg und Nauheim. Kriegskarten Kriegs- Panorama, Prachtvolle Karte aus der Vogelperspective fl. 1. 12 kr. a 86 ere, ent 18 kr., 14 kr. Bindernagel& Schimpff. Schaafpferch⸗Versteigerung. 2041 Mittwoch den 17. August d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in diesigem Rathhause 5 bis 10 Schaf— pferche, welche den 20. d. Mio. ibren Anfang nehmen, öffentlich meistbietetend versteigert werden. Friedberg den 15. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Ne Bekanntmachung. 2037 Nächsten Mittwoch den 17. d. Mis., Vormittags um 1! Uhr, wird auf hiesigem Rathhause ein abgängiges Faselschweln meistbietend versteigert. Bad⸗Nauheim den 13. August 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim Schutt. Obst⸗Versteigerung. 2032 Donnerstag den 18. August, Vormittags 10 Ubr, sollen in dem Gräflichen Garten nachverzeichnete Obst— sorten an die Meistbletenden gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Zum Ausgebote kommen: 5 Bäume Reineclauden 24 1 Mirabellen. Assenheim den 12. August 1870. Grãäfl ich N e e ee Gärtnerei e. Arbeits ⸗-Versteigerung. 2033 Freitag den 19. August, Vormittags 10 Uhr, werden auf dem Rathbaus zu Assenheim die zur Her— stellung des Kirchendaches erforderlichen Arbeiten, als: 1) Dachdeckerarbeit lt. Kostenüberschlag 154 fl. 46 kr., 2) Zimmerarbeit„ 55„ an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben. Friedberg den 12. August 1870. Der Bezirks-Bauaufseher F Schneider. Ein Kölner Sparkassenbuch 2040 wurde verloren. Es wird um dessen Rückgabe an die Exped. d. Bl. gebeten und eine Belohnung zu— gesichert. liche Obttgährhefe 2034 G. Philippi, zum steinernen Hause. fortwährend bet Ein Einsteher gesucht! 2035 Näheres bei der Expeditton. 15. August. Vivat Hoch, es leben alle Lumpen, Alle schlechte Kerl und Vagabunden! Brodpreise vom 16. bis 31. August. Für Bad Nauheim u. Butzbach unverändert. Für Friedberg: % Waizen, ½ Korn. 2/3 Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 4 8 19 kr.[Zweite Sorte 48 17 tr. „* 2„ 9507* 7„ 2 N„ 0 e e ee. ½ Loth Milchwaaren kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr 2039 Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16.— 31. August. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg Bad Nauheim u. Butzbach un verändert. Ausnahmpreise für Bad Nauheim bei: H. Langsdorf und H. Aletter Schweinefleisch 19 kr., Schmalz unausgelassen 30 kr. Ein Kindermädchen, 2038 welches nähen kann und gut empfohlen ist, wird auf den 1. September gesucht von r. Bode n in Bad- Rauhen 1 N* Die Nr. 46, die neueste Kriegsnummer, enthält: S be l eee S mull e ebe u. Postämter zu beziehen Durch alle Buchhandlgn. Ehrensentor des eisernen Kreuzes. Mit General von Steinmetz' Portrait.— Leidenschaft und Liebe. Novelle von H. Tharau.— Das Saarthal zwischen Krieg und Frieden. Mit 2 Illustrationen.— Der Feld⸗ telegraph. Von G. Hiltl. Mit 2 Illustrationen.— Kriegeruf. Gedicht von G. Hesekiel,— Die Feldherren des Feindes. Mit den Portraits: Mar Mahon, Lad⸗ mirault, Bazaine, Bouet-Willaumez.— Der Mitralleur. Von einem preußischen Artillerteoffizter.— Mobiltsirungs⸗ bilder. III. Von den Alpen bis zur Spree. Von Max von Schlägel.— Kriegsbilder aus der Pfalz. Von Jul. v. Wickede.— Zwei Kriegslieder von Friedrich Bodenstedt. I. Moriturf te salutant. II. Deutschlands Auferstebung.— Deutsches Marschlied. Gedicht und Mufik von Kleinert. Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen sich: Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 7. August. Ludwig Schmidt ein Sohn Johann Peter Wilhelm, geb. am 16. Juli. 7. Augufft. Dem Pofisecretär bei dem Bundes⸗-Post⸗ am 9. Juli. Beerdigte: 9. Augufl. Anna Maria Sang, hies. Gürgers Küfers, brand Sang, alt 6 Monate 16 Tage, t am 7. August. Katholische Gemeinde. . Beerdigte: 6. März. Anna Maria Goll, alt 68 Jahre, 4 3 März. 15. April. Heinrich Bopp, alt 50 Jahre, 4 13. April. 28. April. Georg Scharf, alt 75 Jahre, r den 26. April. 12. Ma. Richard Debreux, alt 3 Jahre 5 Monat, + 10. Mat. 31. Mai. Margaretha Mulch, Wittwe des verst. bies. Bürgers Joh. Mulch alt 67 Jahre, 1 den 29. Mat. Kirchen buchsauszüg t. 3 Dem hles. Bürger und Photographen 5 amte dahter Franz Neuschäfer ein Sohn Georg, geb. Töchterchen des und Bierbrauermeisters Hilde Der hiesige Bürger und Zimmermann“ 6. Juni. Anna Maria Bohnert, alt 2 Monat, 1 den 4. Junt. 20. Juli. Peter, Söhnchen des Schneidermeisters!! Johannes Metz, alt 11 Monat, 1 18. Jult. 20. Juli. Das 12 Stunden alte Söhnchen des Großh. Rentamtmannes Stephan Josepb Lindeck, 4(8. Juli. Kriegs quartal Daheim. 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