15 E= 2 — * 1 0 1870. Bamssag den 16. Juli. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1871. Unter Hinweisung auf die Instruction wegen Aufstellung der Gemeindevoranschläage vom 2. Mai 1836, den Nachtrag zu derselben vom 5. Mai 1858, abgedruckt in den 88. 469 bis 497 von Küchlers Handbuch, 2. Auflage, welche Vorschriften genau zu befolgen sind. tragen wir Ihnen auf, mit der Aufstellung der Voranschläge für 1871 hen PHofort zu beginnen und solche bis zum 25. f. M. an uns einzusenden. Fur Beseitigung der seither oft gerügten Ausstellungen werden ie Sorge tragen. Wir bemerken dann zur pünktlichen Darnach— chtung noch das Folgende: I. Aenderungen, welche sich in dem Schulden⸗ und Vermögens- stande seit Aufstellung der Voranschläge für 1870 ergeben haben, sind n den Berathungsprotokollen zu den Voranschlägen für 1871 aus- ührlich zu erläutern. 5 II. Bei dem Abschlusse der Beilage 4 sind die Bestimmungen deri u nseres Ausschreibens, Amtsblatt Nr. 8 von 1856 und Amtsblatt Ach impf Nr. 5 von 1870 pünktlich zu befolgen, namentlich ist bei allen Ge⸗ Nukem. meinden, welche Ueberschüsse 1. Klasse nach Art. 6 des Gesetzes vom 7 3. Mai 1858 zur Bestreitung von Ausgaben 3. Klasse verwenden, e. nach dem zuletzt allegirten Ausschreiben, zum Abschluß der Beilage 4 ets anzugeben: * 8 19) wie sich der nach dem Voranschlag(des zweit vorhergehenden 1. 60 6 Jahres) in die 3. Klasse überwiesene Theil des Ueberschusses dai 10 1. Klasse zusammensetzt, nämlich: 3 a. welcher Betrag zur Deckung der in Art. 4 pos. 2 und 3 des 9 allegirten Gesetzes bezeichneten Ausgaben bestimmt war, 5 1 b. ob und welcher Belrag etwa außerdem zur Bestreitung ein⸗ J E; zelner bestimmten Ausgaben(z. B. ältere Kriegsschulden) . vorgesehen war, und ee c. ob und welcher Betrag nur im Allgemeinen zur Deckung des — Mangels 3. Klasse dienen sollte. een 2) auf wesche Beträge sich die vorher unter a und b genannten a 44 Ausgaben, sowie die in Art. 5 des Gesetzes vom 3. Mai 1858 14 aufgeführten Einnahmen in Wirklichkeit(nach der Rechnung) 1 festgestellt haben, und endlich f f 14 3) welche Summe als baares Betriebscapital in Aussicht ge⸗ 5 d iemmen war. 1878 05 4 Sm III. Die Erhebgebühren der Gemeinde- Einnehmer sind in der —ͤ( Beilage 6 genau zu berechnen. Für das Wegfangen der Maulwürfe ffidben fürfen nirgends Kosten vorgesehen werden, es ist vielmehr dieser 2 egenstand in vorkommenden Fällen nach Maßgabe des Ausschreibens — vom 25. April 1868 Nr. 50 des Anzeigers für Oberhessen zu behandeln. euberg 4 IV. Behufs der Prüfung der Einträge in Beilage 8 werden Sie —— die Einnahmen unter Art. 64 getrennt nach den Polizei- und Feld⸗ — frafen, sowie die zur Besoldung des Aufsichtspersonals zu verwenden⸗ „ Juli 1870 den Strafdritttheile verzeichnen, da nur die Polizeistrafen an den in Beilage 8 aufzunehmenden Ausgaben in Abzug kommen können. 4 biss V. Wir müssen Ihnen empfehlen, dann, wenn der Erlös aus — Waldstreu nicht vertheilt werden soll, die im Art. 3 des Gesetzes vom % 7. 90 6, 5 2. Juni 1839 vorgeschriebene besondere Bekanntmachung, jedenfalls f 4451 mit Aufstellung resp. Offenlegung des Voranschlags zu erlassen und 110 1 Friedberg am 13. Juli 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises— hierüber Nachweis dem Voranschlag beizugeben, damit ersehen werden kann, ob der Erlös aus Waldstreu wirklich zur Bestreitung von Aus- gaben verwendbar ist(conf. Amtsblatt Nr. 8 von 1856 sub 10). Da wo Loosholz zur Vertheilung kommt, ist der Holzmacherlohn zur Erhebung von den Loosholzempfängern stets vorzusehen, oder es ist im Berathungs Protokoll die Unterlassung stets genau zu begründen. VI. Da, wo unter Ord.⸗Nr. 74 ein Ausschlag stattfindet, ist im Berathungsprotokoll zu dieser Nr. der Betrag der Erheb- und Register— fertigungsgebühren detaillirt anzugeben. VII. In dem Berathungsprotokoll ist zu Art. 73 nach Vorschrift der pos. 8 des Nachtrags zur Voranschlagsinstruction vom 5. Mai 1858 unter Bezugnahme auf die Beilage 8, welche ganz vollständig auszufüllen und von Ihnen zu beglaubigen ist, aus drücklich anzugeben, welcher Betrag der Ausgaben 3. Klasse nach Maßgabe des Gesetzes vom 3. Mai 1858 aus Ueberschüssen der 1. und 2. Klasse gedeckt werden soll. Die Umlagen sind nur auf ganze Gulden abzurunden. Hierbei verweisen wir auf unser Amtsblatt Nr. 4 von 1863. VIII. Unter Art. 108 ist auf Grund unseres Ausschreibens vom 7. Januar 1869 Nr. 1 unseres Amtsblattes von 1869 für die Darm⸗ städter Zeitung außer dem jährlichen Abonnementspreis von 5 fl. 6 kr. noch eine Provision von 1 fl. 17 kr. an die betreffende Poststelle vorzusehen. IX. Sind die Vorsehungen unter Ord.⸗Nr. 158 des Voran⸗ schlags sowohl im Berathungsprotokoll als auch im Poranschlag selbst, wie in letzterem vorgedruckt, für Unterhaltung der Straßen und Brücken im Ort und der Brücken und Vicinalwege außerhalb des Orts getrennt aufzufuͤhren. Auch sind alle größeren Vorsehungen durch Ueberschläge der Bezirksbauaufseher zu begründen. X. Unter Art. 161 ist nach Maßgabe unseres Amtsblattes Nr. 7 vom 13. April d. J. der Beitrag zur Kreiskasse in der Größe wie er Ihnen für den Gehalt der Bezirksbauaufseher, für die Mathildenstiftung und die Diäten der Pferdemusterungscommission ꝛc. bereits angegeben ist, vorbehältlich definitiver Feststellung in einem Posten„Beitrag zur Kreiskasse“ vorzusehen; es ist aber dabei weiter die Vorschrift unseres gedachten Ausschreibens genau zu beachten. Von selbst versteht es sich, daß die Bauaufsehergehalte in Beilage 6 Aufnahme nicht mehr finden und der Beitrag zur Mathildenstiftung unter Ord.⸗Nr. 129 ebenfalls nicht mehr vorgesehen wird. XI. Zur Vermeidung von Verlegenheiten in der Kassenverwal⸗ tung werden Sie, soweit die Verhältnisse der Gemeinde es erfordern und zulassen, ein angemessenes baares Betriebskapital unter Art. 154 in Ansatz bringen. XII. Werden Sie alsbald die Anforderungen der Kirchen- und Schulvorstände über die benöthigten Mittel einziehen, damit diese der Berathung des Voranschlags zu Grunde gelegt werden konnen. Schließlich muͤssen wir Ihnen, gleich wie wir dies auch schon früher gethan haben, noch ganz besonders anempfehlen, auf moͤglichste Schuldentilgung Bedacht zu nehmen, wobei bemerkt werd, daß wir nur bei vorwiegenden, in dem Berathungsprotokoll anzugebenden Gründen, die Unterlassung einer Vorsehung zur Schuldentilgung billigen werden. Ter a p p. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchen- und Schuloorstände des Kreises. und Schule erforderlichen in 1870 vorzusehenden Mittel an die Groß— herzoglichen Bürgermeistereien abzusenden, damit die Vorsehung in den Gemeindevoranschlägen getroffen werden kann. 5 Ter a pp. Friedberg am 13. Juli 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Da nur Wenige unserer Verfügung vom 22. Avril d. J. entsprochen haben, so erinnern wir an die sofortige Erledigung bei Tan g 4 7 1,% 0 15 Unter Bezugnahme auf das vorstehende Ausschreiben an die 1 Großherzoglichen Bürgermeistercien tragen wir Ihnen auf, alsbald * die vorschriftsmäßigen schriftlichen Anforderungen der für die Kirche 1. 104 Friedberg den 13. Juli 1870. 1 14 ee, 1 Belreffent: Das Gemeinde⸗Rechnungswesen, bier die Einsendung von Pand- und Tagebuchsauszügen für 1870. 35— 14 5 9 19 6 „ 2* 1 12 12 rdnungsstrafe. 1 75 135 11 * Genta nen t n ch u n g. 1 * — . betreffend: Penslonen und Unterssützungen für Militärpersonen der vormallgen Schleswig⸗Holsteinischen Armee. Nach dem in Nr. 5. des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen 41 verkündigten Gesetze vom 3. Marz 1870 werden den Militär⸗ ersonen der vormaligen, im Jahre 1851 aufgelösten Schleswig⸗Hol— N steinischen Armee von der Klasse der Unterofficiere, Gemeinen und Militär⸗Unter-Beamten, welche bei ihrem Eintritt in diese Armee einem Staate des Norddeutschen Bundes angehört haden oder gegen— n 83. — stimmungen bewilligt, wärtig einem solchen an dieser Mililärpersonen, vom 1. Bundeskasse nach Maßgabe der in Holsteinische Marine Anwendung. gen getroffen, denen zufolge die in dem Die unterzeichnete Behörde bringt dieses auf Weisung Großhe d. J. 6215 mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß diejenigen, gebören, ingleichen den Wittwen und Waisen Juli 1867 ab Pensilonen aus der diesem Gesetze bezeichneten Be⸗ und es finden die Bestimmungen desselben inner⸗ halb der entsprechenden Chargen auch auf die vormalige Schleswig- Zur Ausführung des erwähnten Gesetzes hat das Königlich Preußische Kriegsministerium in Nr. 8. des Armeeverordnungs⸗Blattes unterm 3. Mai l. Gesetze bezeichneten Mili⸗ tärpersonen der vormals Schleswig-Holsteinischen Armee den ihnen J. nähere Bestimmun⸗ welche auf Grund des machen wollen, sich hiernach zu bemessen haben. Friedberg den 10. Juli 1870. durch das Gesetz beigelegten Anspruch auf wehr⸗Bezirks⸗Commando, in dessen Bezirk sie anzumelden haben, welches alsdann nach Maßgabe der gedachten Aus⸗ führungs⸗Bestimmungen das weitere Erforderliche veranlassen wird. Dagegen würden etwaige Ansprüche von Hinterblie benen der be⸗ zeichneten Militär personen auf Bewilligung einer Pension bei Ihnen, den Großherzoglichen Kreisämtern, anzubringen sein. Darmstadt am 24. Juni 1870. Pension bei dem Land ⸗ v. Dal wig k. Zimmermann. rzoglichen Ministeriums des Innern vom 24. Juni l. J. zu Nr. M. erwähnten Gesetzes Pensionsansprüche geltend Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trap p. Preußen. Berlin. Die Note des aus⸗ wärtigen Amtes an die Vertreter des norddeut⸗ schen Bundes in Deutschland stimmt im Wesent⸗ lichen mit der Antwort überein, welche der fran⸗ zösische Botschafter Benedetti in Ems erhalten hatte. — Die ministerielle„Provinzial⸗Correspondenz“ legt dar, wie völlig ungerechtfertigt Frankreichs Zumuthung war, der König von Preußen solle die Annahme der spanischen Krone dem Prinzen Leopold von Hohenzollern untersagen. Es war daher dem Könige unmöglich, den Ansprüchen Frankreichs zu genügen. Von Madrid über Paris sei inzwischen die Verzichtleistung gemeldet; hier- bei handelte der Prinz ebenso innerhalb seiner selbstständigen persönlichen Berechtigungen, wie bei der vorherigen Annahme. Ob die flranzösische Erregung gegen Preußen durch den Verzicht des Prinzen beschwichtigt ist, muß der weitere Erfolg lehren. Deutschland sei glücklicherweise in der Lage, den Erfolg ruhig abzuwarten und den Ent- schließungen jedes seiner Nachbarn, wer es auch sei, ohne sonderliche Besorgnisse entgegenzusehen. Sollte auch in Paris die bisherige Aufwallung einer ruhigeren Auffassung Platz machen, in Deutschland wird lange Zeit der Eindruck nicht verwischbar sein, den die plötzliche Drohung und die beleidigende Haltung unseres Nachbarn hinter- lassen. Es wird schwer sein, das Vertrauen wie⸗ der herzustellen, nachdem die Versicherungen, welche die französische Regierung am 30. Juni abgegeben, daß der Friede niemals gesicherter gewesen sei als jetzt, nach kaum acht Tagen in so auffälliger, befremdlicher Weise verleugnet sind. Es kann nicht fehlen, daß alle beunruhigenden Gerüchte, welche den Eintritt des Herzogs von Gramont in das Ministerium begleiteten, mit starkem An⸗ spruch auf Glaubwürdigkeit wieder aufleben.— An anderer Stelle sagt die„Prov.⸗Corresp.“ vom 13. d.: Graf Bismarck war Angesichts der Dring; lichkeit der politischen Verhältnisse vom König nach Ems beschieden, um über die wünschens⸗ werthe Einberufung des Reichstags Vortrag zu halten. Graf Bismarck ist gestern hier eingetroffen und hatte sofort Besprechungen mit dem Kriegs- ministerium und dem Minister des Innern. Graf Bismarck beabsichtigte heute die Reise nach Ems fortzusetzen; nachdem jedoch gestern Abend ein Telegramm von dem spanischen Botschafter in Paris, Herr Olozaga, dem Herzog v. Gramont amtlich den Verzicht des Prinzen Hohenzollern angezeigt hatte, gab Graf Bismarck die Weiterreise auf und gedenkt heute nach Varzin zurückzukehren. — Es heißt, daß die französische Regierun sich durch die Entsagung der Peine Leopold nicht für befriedigt halte; es wird daher die Be⸗ rufung des norddeutschen Reichstages für nächste Woche erwartet. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bestätigt, in Anerkennung der loyalen nationalen Haltung des Ministers v. Varn büler, daß derselbe erklärt habe, die letzten Gramont'schen Forderungen, trotz des gegen Preußen vom Kaiser Napoleon die Antwort empfangen habe, es handele sich Preußen ge⸗ genüber nicht um eine einzelstehende Frage; man habe seit dem Jahre 1866 die kaiserliche Regie ⸗ rung getadelt, daß sie das nationale Prestige dem Auslande gegenüber compromittirte, eine solche Lage könne nicht fortdauern. Dasselbe Blatt be⸗ richtet aus Ems, Benedetti habe die Regeln des diplomatischen Verkehrs soweit verletzt, daß er den König auf der Promenade noch über die An⸗ gelegenbeit interpellirt habe und dem Könige Er- klärungen abdrängen wollte.— Weiter meldet genanntes Blatt: In den Häfen Cherbourg, Brest und l'Orient sind 14 schwere Panzerschiffe in der Ausrüstung begriffen; es darf daher nicht wun⸗ dern, wenn man darauf Bedacht nimmt, die norddeutschen Häfen gegen eine Bedrohung durch diese Fahrzeuge zu sichern. — Eine hier erscheinende Flugschrift der frei⸗ conservativen Partei legt als die Aufgaben der bevorstehenden Legislatur dar: Unterstützung der nationalen Politik des Grafen Bismarck, Ausbil- dung des norddeutschen Bundes, Vervollkommnung der richterlichen und executiven Bundesämter, keine Erhöhung der Militärlasten, innere Reform der preußischen Staatsverwaltung, mehrfache Steuer- reformen, Deckung des etwaigen Ausfalls durch Tabakssteuer; volle Durchführung der confessionellen Parität, Selbständigkeit und Gewissensfreiheit, der decentralisirten Gemeinde; Kreis- und Provinzial⸗ Verwaltung, Selbstverwaltung derselben nach dem System der unbesoldeten Ehrenämter. Ems, 13. Juli. Nachdem die Nach- richten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der französischen Regierung von der spanischen amtlich mitgetheilt wor⸗ den, hat der französische Botschafter in Ems an den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisiren, daß er nach Paris tele⸗ graphire, daß der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Candidatur wieder zurückkommen sollten. Der König lehnte darauf ab, den französi⸗ schen Botschafter Benedetti zu empfangen und ließ dem Botschafter durch den Adju⸗ tanten du jour sagen, daß der König dem Botschafter nichts weiter mitzutheilen habe. Ems. Vom 14. d. wird gemeldet: Der König begibt sich morgen früh um 8 Uhr mittelst Extrazuges nach Berlin zurück. Die Minister Eulenburg und Camphausen sind bereits abgereist. Benedetti reist Nachmittags ab. Kassel. E. Lange aus Crimmitschau und O. Edler aus Marburg theilen der„Hessischen Morgenztg.“ in Form einer Warnung folgende Säbel ⸗ Affaire mit:„Hier anwesende Fremde warnen wir hiermit vor einem Besuche der Wil⸗ Hohenzollern'schen Verzichtes, müßten das nationale helmshöhe während der Abendzeit, da man auf Gefühl in Würtemberg tief verletzen und gegen dem Wege dahin Lebensgefahren ausgesetzt ist. Frankreich aufregen und daß der Minister den Als Unterzeichnete gestern, Sonntag, den 10. Juli, französischen Gesandten ermächtigt habe, dies nach Abends 9½ Uhr, vom Berge zurückgekehrt, eine Paris zu schreiben. kurze Strecke der Straße ruhig passirt hatten, . Blatt meldet aus Paris, daß wurden sie von vier der Reiterei angehörenden Graf aru bei seinem Hinweise auf das gegen Soldaten ohne irgend welche Veranlassung mit den diplomatischen Gebrauch verstoßende Vorgehen gezogenen Säbeln überfallen und entgingen nur durch eiligste Flucht gröblichen Mißhandlungen. Ein Gleiches widersuhr sechs anständigen, gebil⸗ deten Herten aus Göttingen, welche gleichzeitig ruhig auf derselben Straße gingen. Solche Roh⸗ sich aufhalten, heiten machen deutschen Soldaten wahrlich keine Ehre. Kassel, den 11. Juli 1870.“ Frankfurt. Das Journal bringt vom 14. d. Abends 8 Uhr, die Nachricht: So eben er⸗ fahren wir aus sicherer Quelle, daß die Ordre zur Mobilmachung des 11. Armeecorps heute Nacht bier erwartet wird. Der städtischen Be⸗ hörde ist anheimgestellt, die Einquartierungs⸗ Commission zusammentreten und in Permanenz erklären zu lassen. Sigmaringen. Es wird mit Bestimmtheit gemeldet, daß Prinz Leopold der Throncandidatur Spaniens entsagen wird, den Gefühlen folgend, welche es ihm als preußischen und deutschen Offiziere unmöglich machen, um seiner Person willen Deutschland in den Krieg zu stürzen und Spanien einen blutigen Kampf als Mitgift zu bringen. Bayern. München. In der Abgeord⸗ netenkammer hat die Debatte über den Militär⸗ etat begonnen. Der Minister des Auswärtigen Graf Bray bekämpfte das Milizsystem. Er sagte, ohne einen tüchtigen Heereskern würde eine Volks ⸗ armee die Schlachtfelder zwar blutiger machen, aber den Sieg nicht sichern. Auch sei der jetzige Augenblick, wo Verhandlungen über Krieg und Frieden schweben, und wo man vielleicht in kurzer Zeit über eine geschlossene, gut organisirte Armee verfügen muß, zu einer neuen Organisation des Heeres ungeeignet. Frankreich. Paris, 12. Juli. Im gesetzgebenden Körper erschien Ollivier und über⸗ brachte die Nachricht von der Zurückziehung der Caudidatur Hohenzollern nicht von der Tribüne herab, sondern ofsiziös im Privatgespräch der Ab⸗ geordneten. Dort waren die Chauvinisten der Rechten von dieser Lösung nicht wenig verblüfft und konnten eine Bewegung der Enttäuschung nicht unterdrücken. Darauf entgegnete ihnen Ollivier tategorisch:„Wir haben niemals etwas Anderes verlangt, als die Zurückziehung der Candidatur des Prinzen von Hohenzollern, und unsere Mit- theilungen an Preußen erstreckten sich niemals auf den Prager Frieden. Mit der Candidatur des Prinzen von Hohenzollern fällt also auch der Streit, der sich zwischen uns und Preußen erhoben hatte. Der Zwischenfall ist also erledigt.“ Hierauf wünscht Duvernois die Regierung über die von der Regierung stipulirxten oder zu stipulirenden Garantieen zu interpelliren, um die Wiederkehr eventueller spätern Verwickelungen mit Preußen zu vermeiden. Die Regierung möge den Zeitpunkt für die Berathung der Interpellation wählen. — 13. Juli, Nachm. gesetzgebenden Körpers verlas der Herzog von Gramont folgende Erklärung:„Der spanische Botschafter hat uns gestern in offizieller Weise den Verzicht des Prinzen Leopold von Hohen- zollern auf die Throncandidatur mitgetheilt. Die Verhandlungen, welche wir mit Preußen führen und welche kein anderes Objekt gehabt haben, sind noch nicht beendigt. In der Sitzung des Es ist uns daher noch nicht möglich, über dieselben zu berichten und der Kammer und dem Lande heute ein allgemeines Expose über die Angelegenheit vorzulegen.“ Det Deputirte David fragt, ob der Verzicht von dem 1 di über eine dem Großs 1 Sanont h ben so um . Ministerium besselben de Cabinet sei — Dit seht vorau geopold in pürde, unt ant Espart und nach se Fernando, Monpenster Yin; von? Thron best Jͤbegt diese! 8 7 dis Debat Feuer und Nation, al und ein J lichem To des vom Veel besser zugeben, n sict überze durch diese Land in zu süürzen. Ital Dogma D. 450„Ja“ wiise Abst Türk nuch hier ö 1 neu i Ache 0 dune err ärmert 138 ae Stadt und dach ö andlungen. zen, gtdil⸗ oleichzting Solche Roh. idr 0 keimt igt vom 14 8 4 9 eben er 10 Ni 2 Ordre eps deutt nischen Be · zattitrunge Dermantiz 22* 1 Bestimuthei ttandidam len folgen den Offzien ron willn nd Spanin bringen. ur Adgeord⸗ n Milildt⸗ Artwärtigen Er sagtt, eint Bolls ⸗ er nachen, det egit Krug m . in kurzm l 1 g 6 — E einne aint un Prinzen Hohenzollern oder von dem Fürsten von Hohenzollern, seinem Vater, komme. Der Herzog von Gramont antwortet, er habe nichts hinzu⸗ zufügen. Der Deputirte Duvernois wünscht die Festsetzung eines der nächsten Tage zur Diskussion über seine Interpellation. Deputirter David bringt folgende Interpellation ein. In Anbetracht der neulichen kathegorischen Erklärungen des Ministeriums und in Anbetracht der gegenwärtigen Erklärungen, welche mit der Ausdehnung der Verhandlungen im flagranten Widerspruch stehen, verlange ich, das Ministerium über seine Haltung zu interpelliren, welche die Würde Frankreichs verletzt. Auf den Vorschlag des Herzogs von Gramont wird die Diskussion über die beiden Interpellationen der Deputirten David und Du— vernois auf nächsten Freitag festgesetzt. — Die„Agence Havas“ meldet, die Gerüchte über eine Meinungsverschiedenheit, welche zwischen dem Großsiegelbewahrer, und dem Herzog von Gramont herrschen solle, seien durchaus erfunden, eben so unrichtig sei es, daß eine Spaltung im Ministerium eingetreten sei und mehrere Mitglieder desselben daran dächten, zurückzutreten. Das Cabinet sei einiger denn je. — Die Madrider Correspondenz der„France“ sieht voraus, daß die Candidatur des Prinzen Leopold in den Cortes nicht die Majorität haben würde, und kündigt folgende neue Combination an: Espartero soll zum Regenten ernannt werden und nach seinem Tode der 13jährige Infant Don Fernando, der älteste Sohn des Herzogs von Montpensier, welcher Infant schon jetzt den Titel: Prinz von Asturien annehmen würde, den spanischen Thron besteigen. Nach der neuesten Wendung liegt diese Lösung wohl im Bereich des Möglichen. —„Der Patriotismus“, sagt das Journal des Debats,„kann nicht darin bestehen, sofort Feuer und Flamme zu sein für oder gegen eine Nation, alle Rücksicht ihr gegenüber zu vergessen und ein Ministerium zu unterstützen, das in feier⸗ lichem Tone von der Größe und der Sicherheit des vom Auslande bedrohten Frankreichs spricht. Viel besser wäre es sicherlich, ein Ministerium auf⸗ zugeben, wenn man von seinem Mangel an Um⸗ icht überzeugt ist, als es zu unterstützen und es durch diese Unterstützung dazu zu veranlassen, das Land in einen Krieg ohne Vortheil und Exsolg zu stürzen.“ Italien. Rom. Das Concil hat das Dogma der Unfehlbarkeit bei der Abstimmung mit 450„Ja“ gegen 98„Nein“ und 62 bedingungs- * wvpeise Abstimmungen angenommen. Türkei. Konstantin opel. Am 11. d. brach hierselbst wiederum eine Feuersbrunst aus, welche neun Stunden wüthete und 1500 Häuser in Asche gelegt hat. Die von der Feuersbrunst Betroffenen sind Türken, Armenier und Griechen der ärmeren Classe. * Friedberg. Die in vor. Nr. des„Anzeiger“ ge⸗ brachte, von glaubhafter Seite mitgetheilte und in hlesiger Stadt und Umgegend allgemein verbreitete Nachricht von ber Auffindung der Leiche des vermißten Gymnasiasten Otto Rappolt hat sich nicht allein nicht bestätigt, sondern ver Verschwundene lebt noch und ist den uns rorliegen⸗ den zuverlässigsten Nachrichten aus Gießen zufolge gestern im 15. d. Abends in Büdingen wohlbehalten ange⸗ kommen, nachdem er sich drei Wochen in Frankfurt auf⸗ gehalten haben will. Nähere Details in dieser Sache lie⸗ zen noch nicht vor. Gießen. Der Schwurgerichtshof der Provinz Ober— bessen hat während seiner in der abgelaufenen Woche staltgehabten Sitzungen in folgenden zur Verhandlung gekommenen Anklagesachen erkannt: Den 4. Juli: gegen den Post⸗Unterbediensteten Martin Kinnel I. aus Vilbel, vegen Dienstvergehen, eine Correctionshauestrafe von 2 Jahren und 6 Monaten; wegen der angeklagten Unter⸗ chlagung eines Wechsels im Betrage von 50 fl. dagegen, nachdem in dieser Beziehung von den Geschwornen ein „Nichtschuldig“ erging, auf Freisprechung.— Den 5. Juli: gegen Heinrich Kircher aus Lauterbach, wegen aus— gezeichneten Diebstahls, Correctionshausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, an welcher jedoch 3 Monate als durch bie unverschuldet erlittene Untersuchungshaft bereits ver— büßt, in Abzug zu bringen seien.— Denselben: gegen Botthard Walther von Bauernheim, wegen Begünstigung der von dem vormaligen Bürgermeister Vogt aus Reichels⸗ beim verübten Unterschlagung, eine Bezirks-Gesängniß— strafe von 4 Wochen.— Den 6. Juli: gegen Eva Elisa betha Kröning aus Bieben, wegen Abtreibung ihrer Leibes— frucht, eine Correctionshausstrafe von 4 Monaten, und gegen Katharina Engel aus Grebenau, wegen gewerbs⸗ mäßiger Begünstigung jenes Verbrechens, eine solche von 1 Jahr.— Den 7. Juli: gegen Wilhelm Constant aus Wetterfeld, wegen Verführung zur Unzucht, eine Zucht⸗ hausstrafe von 4 Jahren.— Denselben: gegen Philipp Reitz von Nieder-Ohmen, wegen Versuchs der Noihzucht, bezw. Verführung zur Unzucht, eine Correctionshausstrafe von 3 Jahren.— Den 9. Juli: gegen Georg Kuhlmann, academischer Hospitalverwalter zu Gießen, wegen Dienst⸗ vergehen, neben der Dienstentsetzung eine Zuchthausstrase von 4 Jahren. Frankfurt. Viele Reisende hiesiger Geschäfte sind hierher zurückgekehrt, da auswärts in Folge der Kriegs- befürchtungen Handel und Verkehr stockt. —— Zur Situation. Die mittlerweile erfolgte Verzichtleistung auf die spanische Krone Seitens des Prinzen Hohen- zollern müßte als die beste Erwie derung auf das„Eingesandt in Nr. 82 d. Bl. gelten, wenn überhaupt eine solche nöthig erschiene. Die Sache ist aber leider ernst genug, um einige Worte der Erläuterung wünschenswerth zu machen. Daß wir uns dabei bestreben werden, uns an die Sache zu halten und die in der Fassung des erwähnten Schriftstöcks gegebene Verlockung zum Gegentheil übersehen, ist damit schon gesagt. Wir würden es uns zum Vorwurf machen, Jemanden wehe zu thun, jetzt, wo kein Mensch weiß, welche solgenschweren Er— eignisse die nächste Stunde schon bringen kann. Der angezogene Satz in einem Artikel über die spanische Thronkandidatur ist folgender:„Sollte die Bis- marck'sche Politik sich zu der Ungeheuerlichktit ver— steigen, die Geschicke Deutschlands wegen eines einzigen Menschen, und wäre er ein mit dem Königshaus verwandter Prinz, auf die Spitze des Schwertes zu stellen?“ Sehen wir zu, was denn so Schlimmes damit gesagt ist, was ein deutsches Herz so seyr„ver ⸗ letzen“ kann. Es ist darin von der bevorstehenden Kriegsgefahr die Rede. Nun ist aber das Wort „Krieg“ ein gar schreckliches Wort. Alles was dem Menschen theuer ist, unser und unsrer Kinder Leben, unster Hab und Gut, die durch Jahrhun- derte langes mühsames Schaffen errungene Kultur und Gesittung: Alles ist mit dem Krieg dem Verderben preisgegeben, und eine schaurige Aus- sicht eröffnet sich unseren Blicken auf verwüstete Gegenden, eingeäscherte Städte und Dörfer, auf Schlachtfelder mit all den Tausenden, die hülflos und verlassen im grimmen Schmerz dem Tode entgegen stöhnen, auf Hungersnoth und Seuchen, auf den möglichen Untergang ganzer Völker. Kein Andrer tritt da für uns oder die Ge— sammtheit ein; die gemeinsame Gefahr bedroht Alle. Dem gegenüber muß Jedem das Recht gewahrt bleiben zu fragen, wodurch denn ein so namenloses Unglück herbeigeführt worden und wie es vielleicht noch könnte abgewendet werden. Wenn wir dieses Recht für uns in Anspruch genommen haben, so haben wir nicht nöthig, die Unterstellung zurückzuweisen, als habe unsererseits gesagt werden wollen, Preußen wolle den Krieg. Wir haben gesagt:„Das deutsche Volk will den Frieden.“ Und Preußen gehört doch wohl auch zum deutschen Volk. Noch mehr. Wir glauben auch, die Bis- marck'sche Politik wolle den Frieden. Wozu auch den Krieg? Aber darum handelt sich's gar nicht. Es handelt sich um die Thron— kandidatur des Prinzen Hohenzollern, und die hat die Bismarck'sche Politik gewollt, sonst wäre sie nicht in's Leben getreten. Nun wüßten wir nicht, wer unter uns ihr darob gram sein sollte. Diese Thronkandidatur stellte an und für sich für das deutsche Volk weder Nutzen noch Schaden in Aussicht. Die Frage war aber die: Wird die Bismarck'sche Politik diese Candidatur aufrecht er— halten selbst auf die Gefahr eines europäischen Krieges! Unseres Erachtens wäre es eine Un- geheuerlichkeit gewesen, wenn diese Candidatur dem Weltfrieden nicht zum Opfer gebracht worden wäre, so wenig auch wir Frankreich ein Recht zugestehen, Einsprache dagegen zu erheben. Und wir standen mit dieser Ansicht nicht allein. Millionen ihr Vaterland warm liebende und für dessen Ehre begeisterte Deutsche theilten sie. Ehe ste sich in Redensarten ergingen wie:„Es wäre Thorheit, wenn der Prinz von Hohenzollern zurückträte— Die Franzosen müssen einmal Eins auf den Kopf kriegen, eher gibt's doch keine Ruh,“— Redens⸗ arten, mit denen so ein deutscher Quasi-Chauvinist sich hinterem Bierglas leicht in einen Eifer hinein- redet, als hätte er die Kraft eines Herkules und den Muth eines Karl XII.;— fragten sie sich ruhig, was mit einem Krieg mit den Franzosen gewonnen werden kann. Drei Fälle sind möglich: entweder wir siegen, oder unterliegen, oder man schlägt sich eine Zeitlang vergeblich herum, und läßt sich dann von beiden Seiten zu einem durch diplomatische Dazwischenkunft zusammengeleimten Frieden herbei, um— ein wenig auszuschnaufen und dann den Tanz von neuem zu beginnen. Was aus uns würde, wenn das Schlachtenglück sich gegen uns wendete, mögen wir gar nicht aus- denken; nehmen wir also den Fall, daß wir siegen. Die romanische Race hat aber große Zähigkeit und große Empfindlichkeit für nationale Ehre. Auf ein halbes Jahrhundert hinaus wird glühen ⸗ der Nationalhaß entfesselt und gerade um so mehr in Frage gestellt werden das, wonach wir uns so sehr sehnen, dauernder Friede. Denn wir werden die französische Nation trotz des Sieges nicht mit Stumpf und Stiel ausrotten können noch wollen. Nun sehen wir uns in Stadt und Land um, betrachten die wachsende Noth der kleinen Gewerbs— und Bauersleute, dit unter der Steuerlast seufzen und ihre Söhne, wie sie heranwachsen und ihnen unter die Arme greifen könnten, der Militärpflicht hin⸗ und ihnen noch den letzten Kreuzer mit in die Garnison geben müssen. Man betrachte die Masse der Auspfändungen auf den Gerichten, die erschreckende Zunahme der Bankerotte, die dieses Jahr trotz der nun eingetretenen besseren Witterung nicht reichlich ausfallende Ernten, den Futter- mangel auf dem Lande, und dann fragen wir: ob es nicht eine Ungeheuerlichkeit gewesen wäre, hätte man nicht das Interesse eines einzigen Menschen, hier des Prinzen Hohenzollern, dem Weltfrieden opfern wollen? Wahrlich es gehört ein bischen Unvernunft dazu, gar noch„wahrhaft verletzt“ zu sein. Folgerichtig muß sich das verletzte Gemüth in seiner Entrüstung nunmehr gegen die Bis- marck'sche Politik und den Prinzen von Hohen- zollern richten, denn dessen Erklärung besagt ganz dasselbe. Er entsagt, den Gefühlen folgend, welche es ihm als preußischem und deutschem Offizier unmöglich machen, um seiner Person willen Deutschland in den Krieg zu stürzen und gleichzeitig Spanien einen blutigen Krieg als Mitgift zu bringen. Doch unbesorgt, mein lieber„wahrhaft Ver⸗ letzter“, wir sind nicht unempfindlich gegen Deuzsch⸗ lands Ehre, und unsere Vaterlandsliebe lassen wir auch nicht mit dem leisesten Zweifel antasten. Wenn wir der Ansicht waren,„der Gescheidteste gibt nach“, es wird den Franzosen schwer, sich das abzugewöhnen, was Jahrhunderte ihr un- bestrittener Besitz war, das große Wort in Europa zu führen, aber es geht allmählich, schon jetzt gibt's in Frankreich eine große Partei, die den Chauvinismus gründlich haßt und verachtet, viel⸗ leicht stirbt er aus und der Vernichtungskampf ist uns erspart; so wollen wir den Frieden nicht um jeden Preis. Wenn die neuesten Nachrichten sich be— stätigen, so kann man jetzt wohl annehmen, die spanische Thronkandidatur war für Frankreich blos ein Vorwand. Früher konnte man das nicht; die größten Staatsmänner haben noch vor Kurzem die Situation friedlicher als je betrachtet. Stellt Frankreich dem norddeutschen Bund und Deutsch⸗ land demüthigende Forderungen und will es den Krieg, dann werden wir nicht erst uns irgendwo die Parole zu holen brauchen, wo wir mit unseren Sympathien stehen sollen. Aber gerade darum haben wir die Entsagung des Prinzen Hohen- zollern mit Freuden begrüßt. Wenn man einem großen Geschick entgegen geht, ist es gut, wenn das Gewissen ganz rein ist, und man sich sagen kann, daß man Alles gethan habe, um so großes Uebel abzuwenden. Gott schütze unser deutsches Vaterland! 60.00. ͤ wb — .— 23233 . FFF 2—5— N 0 Selzerbrunnen bei Okarben. CONCERT, ausgeführt von dem ganzen Musikcorps des Gr. I.(Garde⸗) Jägerbataillons aus Friedberg. Entrée: Herren 12 kr., Damen 6 kr.— Anfang ½4 Uhr Nachmittags. P. Weitzel. Schwalheimer Brunnen. 1927 Sonntag den 17. Juli Kirschenfest mit Harmonie⸗& Tanzmusik, wozu ergebenst einladet George Bailly. GRAND(Rat unter Direction von G. Schumann 1924 in dem neu erbauten Circus auf dem Alleeplatz in Friedberg. Von Sonntag den 17. bis den 28. d. M. täglich Vorstellungen in der höheren Reitkunst, Pferdedressur und Gymnastik. Anfang 8 Uhr Abends bei Gasbeleuchtung. Preise der Plätze: Erster Platz 36 kr., zweiter Platz 24 kr., dritter Platz 12 kr. Dutzendbillet auf den ersten Platz à 6 fl. sind zu haben in der Buchhandlung von Bindernagel& Schimpff. Um gütigen Zuspruch bittet ganz ergebenst G. Schumann. Herberge zur Stadt New- Vork. 1929 um die Gesuche der Herren Arbeitgeber und Arbeitnehmer praktischer bekannt zu geben, habe ich, veranlaßt durch mehrere Prinzipale und Gehülfen, eine große Tafel anfertigen lassen, worauf alle Gewerbe verzeichnet sind und Platz in jeder Rubrik genug ist, daß jeder Suchende eigenhändig seinen Bedarf an Arbeit oder Arbeitskräften einträgt. Sonntag den 17. Juli im Bainhards Tannenbaumfest mit Harmonie und Gesang- O Tannenbaum mit immer grünen Blätter, Drum kommt zu diesem Tannenbaumfest 1 Kinder, Mütter und Väter. 37700 Wenn lommt die heilige Weihnachtszeit, ö Wo Jung und Alf sich an dir erfreut, Das Kind, der Jüngling, der Greis am Stabe Erinnere sich hier der Tannenbaums Gabe, in Reichelsheim. 1914 Sonntag den 17. d. M. findet gut besetzte Par⸗ monie⸗ und Tanzmusik(ie nach dem die Witterung, im Garten oder im Saale) flat. ür gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt und ladet höflichst ein on rad. 1 vnn det Wihelnsdah — zeig' ich freundlichst an, Daß ich jetzt hab''ne Kegelbahn Mit Lusthall; Schoppenbier 0 Bekommt man auch jetzt Sonntags hier. 0 Drum komm verehites Publikum Sei auch der Weg grad' oder krumm, Billig bewirth't, bewillkommt auch 1 Das werdet Ihr— von 1. Jul. Georg Krauch wms 1918 zum neuen Chausseebhaus. Lehrerkonferenz, Seetion Friedberg, N 1930 Ossenheimer Jagdhaus Mittwoch den 20. Juli, Nachmittags 3 Uhr. Und werden wir gebracht in die ewige Ruh, 1 Enthält d Der Tannenbaum gibt zum Käsichen die Bretter dazu. Wer nicht trinkt, wer nicht singt, 6 1— Auch nie ein Mädchen zu küssen begehrt, 0 Der ift keinen Schuß Pulver werth!. Geburtstag heut von Aehle 9 0 1910 Mit 78 jähriger Seele. 1 ü N 9 . 1 d gungetaf a 4 u E 1 0 3 gelanntmas „ Olossionsve 1 udenschaft b i f Beitesft 5 15 Tafel soll nun ihren Platz im Verkehrslokale einnehmen. Um nun die Meister und hBel ref ehülfen von der praktischen Einrichtung überzeugen zu können, erkaube ich mir, am Abend der h f Errichtung der Tafel den 17. Juli d. J. eine kleine Feier, verknüpft mit einem einfachen Abend⸗ 1 L re 10 b n L 1 E n 3 g essen nebst einem guten Glas Lagerbier, zu veranstalten, wozu ich höflichst einlade. 3 e 7 0. 5 2 onnerstag den 21. Juli. sheiner 5 H. Sang. inn u 5 2 5 9 N 1 l n Im Besitz mehrerer Strickmaschinen sind Danksagung. 1 f 7 t 7 St d B 1 l 5 S 5 8 eh 3 welche unsern lieben Vater un ervater wir jetzt im Stande, Bestellungen in Strümpfen gehen es se 4 N 4 zu seiner lezten Ruheftätte geleiieten, sagen wir herz. noch schneller und billiger als seither in Aus- tag er e * 4 5 Friedberg den 90 Juli 8055 Fuat se trauernden Hinterbliebenen. führung bringen zu können. 1 Fertige Strümpfe sind in allen Größen vor⸗ Bredel n erden A 544 8 N 1 Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach räthig. Geschwister Schloß. unverändert. 1 1 b 0 3 2 7 5 RN 5„ro 2 Epileptische Krämpfe(Fallsucht) Sielsch ac be lane eee. bellt brieflich der Specialarzt für Epilepste Doctor G. Hillisen in Berlin, Für Friedberg Bad Nauheim u. Butzbach 1 2 6 letzt: Loussenstraße 45.— Berelts über Hundert geheilt.. 1 3 er ändert. rbeits-Versteigerung. 1916 Hebamme Soldan in Darmstadt 5 5 N 1 b e be ee e 3 Uhr, bedarf foriwäbhrend lücunge Kirchliche Anzeigen für Friedberg. a oll die im i a g j 1 12 See dee n du 88 nen e Schenkammen enge be, Sia te, Maurerarbeit, veranschlagt zu 158 30 ö 0 8 10 8 J Di 0 Zimmerarbeit 28 17 und erhalten solche einen Lohn von 14— 20 fl. per Monat; 5. Sonntag nach Trinitatis. 1 iste Saeed 1% FFCFCCCFVFCCC aan gen Lasten 1 0 0 t 5 7 2 Vormittags: Herr Candidat Flegler. 1 X See enen* Mein seitheriges Wohnhaus wants err Per ben:: a öffenllich an den Wenigstsorvernden auf Ort und Stelle 1913 in der Nähe des Bahnbofs ist im Einzelnen oder Sa 5 882 Naar 28171 a dum unter den vor der Versseigerung bekannt gemacht werden⸗ im Ganzen sofort zu vermietten und kann alsbald be⸗ Nachmitta 6: Herr Candidat Kölsch. 5 Dunde den Bedingungen verfsetgert werden. zogen werden. Wilhelm Wind 96 5 5 Machu 2 e. a Katholische Gemeindt. 8 r zogliche iebauamt Friedberg 3 Samstag um 5 Uhr Nachmittags Beichte. ̃ bei K. Friedri imstag ür Nachmittags Beich N 2 Glacé-Handschuhe eu Fei 17 5 6. Sonntag nach Pfingsten. 1 dann S. ib t. ene 1 Kehrin 1010 Fun bat 785 Wirt 2 1 achmittags: ¼ Ahr ristenlehre un ndacht. N 1 schrei hef E, Reine 1 ch N Erb el Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen gif s 6¼ Uh— 1745 mit 14 Blätter gut linfirtem Papter, in verschie⸗ a 9 8 IIe.. 2 ihre denfarbigen Decken per Dutzend 24 kr., bet 1919 in sehr guter Qualität, empfehlen zur Aussaat Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 15 Louis Weis, den Apotheken gegenüber. May& Oppenheimer. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimp 17 N(Hierzu Unterhaltungs Blatt Nr. 29 und eine Beilage.) den *