mation ut, det Legiti der dem d 31. der geschriebene oder die uf bas der ng ertheilt. Formulare erorkaung Apel ven dert Mu⸗ 62. Absaz t Bürger⸗ t dat den enung zu Ucedung enlagt, o gabe 8 Tttesec det des 1 Baates⸗ ich von zen Ent⸗ Dezember rot paltat vetin et leit bal, elcht au t Weist 2 nicht Orteung r stutg 7 Zus⸗/ zart 4 tettaung Ordaung Oberhessisch 1870. N 7. Samstag den 15. Januar. er Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samsiag. 8— .— Betreffend: Die Gründung einer Anstalt für blödsinn Amtlicher Theil. ige Kinder im Großherzogthum Hessen. Friedberg den 14 Januar 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Durch die Landpostboten erhalten Sie die Protokolle über die unserer Genehmigung versehen, zurück. Sie wollen die Beträge zur Zahlung anweisen und an unseren Gehülfen Fink, der mit deren Erhebung beauftragt ist, unverzüglich abzusende Betreffend: Das Kreisersatz⸗Geschäft für 1870, hier Reclamationen auf Jurüchstellungen. * der obigen Anstalt aus n sind. den Gemeinde- Kassen bewilligten Gaben, mit die Gemeinde Einnehmer bedeuten, daß solche Trapp. Friedberg den 13. Januar 1870. Der Cioilvorsitzende der Großherzoglichen Kreisersatz-Commission des Kreises Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf den Schluß meines Aasschreibens 6. Januar d. J. eröffne ich Ihnen, daß bei Ansprüchen um Zurück— vom die früheren Verhältnisse eine Aenderung erlitter noch haben. fortbestehen oder in wiefern solche Die Protokolle sind dann wieder als— stellung, welche schon früher statt hatten, es genügt, wenn Sie bald mit dem Protokoll über den erneuerten Anspruch an mich den erneuerten Anspruch kurz zu Protokoll nehmen und auf dem bei zurückzusenden. mir zu erhebenden Protokolle auf der 4 Seite bescheinigen, daß Trapp. Hessen. Darmstadt. Die„D. Ztg.“ Bremen. Die Büragerschaft hat den Ver- für den Gesandten wiederholt und bestätigt. Der bringt an ihrer Spitze folgenden Artikel: Angeb. lich aus dem Odenwald schreibt man dem„Schul— boten“:„Der Lebrermangel, wie er uns aus Preußen und anderen Staaten berichtet wird, scheint auch bei uns in Hessen eintreten zu wollen. Bereits sollen über 30 Stellen nicht besetzt sein und an Errichtung neuer Stellen vorläufig nur in den allerdringendsten Fällen gedacht werden können. Dabei mehren sich die Fälle, in denen junge Lehrer im Ausland ein besseres Unterkommen suchen und finden.“ Wir lassen die Tendenz dieses Artikels dahin gestellt und constatiren nur die Thatsache, daß ein derartiger Lehrermangel bei uns noch nicht eingetreten ist, daß alle Stellen besetzt sind, und daß es auch bei Errichtung neuen Stellen an verfügbaren Lehrer-Aspiranten zur Verwaltung oder Besetzung derselben bis jetzt nicht gefehlt hat. Mainz. In der Octroiangelegenheit kommen immer neue unerfreuliche Enthüllangen in die Oeffentlichkeit. Der Vos sitzende der Octroicom- mission, Dr. Jung, hat eine Tabelle über den Steinkohlenoctroi angefertigt und das Resultat der von ihm angestellten Ermittelungen ist die Thatsache, daß an den Thoren für 4588 fl. mehr Scheine abgegeben wurden, als in den Büchern der Staotkasse als verkauft verzeichnet standen. Daraus ertziebt sich, daß entweder der Stadt- rechner die Bücher falsch geführt, oder hiesige Kohlenhändler auf Grund falscher Scheine Kohlen in die Stadt verbracht haben. reußen. Berlin. Die„Prov. Corr.“ best bezüglich des Uebergangs des Ministeriums des Auswärligen auf den norddeutschen Bund, daß das Ministerium des Auswärtigen unter seinem bisherigen Titel nur diejenigen Geschäfte besorgt, welche aus den Beziehungen Preußens zu den übrigen Bundesstaaten hervorgehen, ohne versassungs mäßig einer Bundesbehörde obzuliegen. Für den übrigen Heschäftsbetrieb tritt das Mini— sterium des Auswärtigen unter der Bezeichnung „Auswärtiges Amt des norddeutschen Bundes“ unter die unmittelbare Leitung des Bundeskanzlertz. Der bisherige Unterstaatssekretär(Here v. Thile) erhält den Titel„Staatssekretär des auswärtegen Amtes“. — Die von mehreren Zeitungen gebrachte Nachricht, daß die Anwesenheit des badischen Kriegsministere Generallieutenant von Beyer in Berlin mit der Frage des Eintritts Badens in den Nordteutschen Bund in Verbindung stebe, trag mit Preußen, betreffend die Gebietserweiterung Bremerhafens, cinstimmig angenommen. Bayern München. In der Abgeord— netenkammer wurde bei einer absoluten Majorität von 71 Stimmen Weiß mit 78(ultramontanen) zum ersten Präsidenten gewählt. Barth erhielt 55 Stimmen von Seiten der Liberalen. Zum zweiten Präsidenten wurde Graf Seinsheim mit 78(ultramontauen) Stimmen gewählt, während Barth 56 Stimmen erhielt. Baden. Karlsrube. netenkammer wurde mit allen gegen 1 Stimme der Gesetzentwurf angenommen, wonach an allen Gelehrtenschulen Lehrer jeder Confession angestellt werden können. Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener Zeitung“ veröffentlicht das Memorandum der Majorität des Ministerliums, sowie das der Mi— norität. Der Inhalt beider Schriftstücke entspricht vollständig den bisherigen Mittheilungen; beide schließen mit dem Demissionsgesuch der betreffenden Minister. Man erwartet nunmehr eine unmittel bare Entschtidung des Kaisers bezüglich der Ministerkrisis. — Der Budgetausschuß des Abgeordneten— hauses genehmigte das Gesetz betreffs der Durch— führungsbestimmungen des Staatsschulden-Unifica— lionsgesetzes, mit dem Zusatz, daß auch die Besitzer auf Namen lautender Obligationen zur Conver— tirung zu verhalten seien, aber die Convertirung stempelgebührenfrei erfolgen solle. Prag. Der„N. fr. Pr.“ berichtet man von hier:„An einem der Höfe, die wir in Prag be— sitzen, wurde das gemüthliche Stillleben füngst unterbrochen. Bei Sr. königl. Hoh, dem hessischen Kurfürsten gab es nämlich eine kleine Palast— revolution. Ihre Hoh die kurfürstliche Gemahlin wünschte einen Ausgleich mit Preußen; Se. Hoh. aber widersetzte sich diesem Wunsche so energisch, daß er einmal im Zorne sogar eine Statue eines preußischen Königs zum Fenster hinauswarf. Ihre Hoheit hatte nämlich als erste Condition die Ent— lassung des Ministers Schimmelpfennig verlangt.“ Frankreich Paris. Ein Circularschreiben des Ministers des Innern versichert, daß das Ministerium eine liberale Politik befolgen werde, und spricht zugleich den festen Entschluß aus, die Ordnung in jeder Beziebung aufrecht zu erhalten. — Im Senat brachte Rouland eine Inter— pellation betresse des Coneils ein. Der Minister Daru antwortete durch Verlesen einer Depesche wird von der Rreuzzeitung als unrichtig bezeichnet.“ vom 8. Januar, welche die früheren Justrukttonen In der Abgeord⸗ Ministec erklärt zugleich, daß die Regierung sich neutral verhalte, im Vertrauen darauf, daß die Beschlüsse des Concils die Staatsgewalt nicht präjudicirten. — In dem gesetzgebenden Körper richtete Rochefort an den Justizminister E. Ollivier die Frage. ob er die Absicht habe, gegen die Ein- wendung des Prinzen Bonaparte auf Unzulässig⸗ keit der Anklage auf Mord eines Mannes aus dem Volke Einsprus zu thun. Der Redner er- geht sich in den beftigsten Worten und macht einen Vergleich zwischen der Famille Bonaparte und der Familie Borgia, worauf Redner von dem Prästdenten zur Ordnung gerufen wird. Der Justizminister Ollivier antwortet:„Wir sind die Justiz und die Gerechtigkeit. Die Regierung wird Sie nicht beleidigen. Die Person des Angeschul⸗ digten muß auf jeden Fall respektirt werden. Der Prinz Peter Bonaparte hat den Wunsch ausgesprochen, daß seine Sache vor dem ordent— lichen Richter zur Entscheidung komme. Angesichts der ausdrücklichen gesetzlichen Bestimmungen müßte jedoch der Staatsgerichtehof berusen werden. Das Laud bedauert die Aufreizungen des Volkes; wir sehen diese Dinge ohne Furcht; wir sind das Recht ünd die Gerechtigkeit, aber wenn Sie uns dazu zwingen, werden wir die Gewalt sein.“ Am Schlusse der Rede erhob sich von allen Seiten, mit Ausnahme der äußersten Linken, stür⸗ mischer Beifall. Der Mäsident macht noch Mit- theilung von einem Antrage auf Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen Rochefort cuf Grund einer der letzten Nummern der„Marseillaise“. — Ueber die Affaire des Prinzen Peter Bo— naparte lauten die Nachrichten noch so sehr wider— sprechend, daß es bis jetzt vollständig unaufgeklärt erscheint, wer von beiden Theilen als der provo— cirende betrachtet werden muß. Während der „Constitutionnel“, wie bereits mitgetheilt, den Prinzen Peter als den angegriffenen Theil hinstellt, erklärt der Mitbetheiligte de Fonvielle mit seiner Namensunterschrist, daß der Prinz, nachdem er den ihm überreichten Brief des Hen. Grousset gelesen und in den Handen zerknittert hatte, sagte: „Ich habe Hrn. Rochefort gefordert, weil er der Bannerträger des Pöbels ist. Was Hrn. Grousset betrifft, so habe ich ihm nichts zu antworten. Sind Sie etwa solidarisch mit diesen Schand— buben?“„Mein Herr“, antwortete ich,„wir kommen zu Ihnen, um in höflicher und redlicher Weise das Mandaf zu erfüllen, das unser Freund uns anvertraut hat.“—„Sind Sie mit diesen Elenden solidarisch?“ Vickor Noir antwortete: „Wir sind solidarisch mit unseren Freunden.“ Der Prinz trat hierauf einen Schritt vor und gab, ohne alle Herausforderung von unserer Seite, Victor Noir eine Ohrfeige mit der linken Hand, indem er zugleich einen zehnläufigen Revolver bervorzog, den er versteckt und gespannt in seiner Tasche hielt, und feuerte ihn aus nächster Nähe auf ihn ab. Noir spraug rückwärts, griff mit beiden Händen nach seiner Brust und eilte der Thüre zu, durch die wir eingetreten waren. Der feige Mörder stürzte hierauf auf mich zu und feuerte auf mich. Ich ergriff nun ein Pistol, das ich in meiner Tasche trug, und wäbrend ich es aus seinem Etui herauszuholen suchte, fiel der Elende über mich her, als er mich aber bewaffnet sab, prallte er zurück und zielte von der Thüre aus auf mich. Da begriff ich den Hinterhalt, in den wir gefallen waren, und indem ich mir Rechenschaft darüber ablegte, daß, wenn ich einen Schuß thäte, man nicht verfehlen würde, uns als die Angreifer hinzustellen, öffnete ich eine Thüre, die sich hinter mir befand, und stürzte zum Zimmer hinaus, indem ich: Mörder! Mörder! rief. In diesem Augenblick erfolgte ein zweiter Schuß, der weinen Paletot durchlöcherte. In der Straße, wohin zu gelangen Victor Noir die Kraft gehabt hatte, fand ich diesen sterbend. Dies sind„die Facta, wie sie sich zugetragen haben.“— Dieser Darstellung gänzlich widersprechend bringt der „Figaro“ eine von Prinz Peter Bonaparte selbst herstammende Mittheilung, in welcher es heißt: „Sie sind mit drohender Miene, die Hände in den Taschen, bei mir erschienen und haben mir Grousset's Brief überreicht, der eine Herausfor- derung enthielt. Als ich diesen Brief gelesen, sagte ich: Mit Hrn. Rochefort recht gern, mit einem seiner Handlanger nicht! Lesen Sie den Brief, sagte der Große(Victor Noir) in eigen— thümlichem Tone. Ich antwortete: Ich habe ihn ganz gelesen; sind Sie etwa mit ihm soldarisch? Dabei hatte ich die rechte Hand in der Hosen— tasche auf meinem kleinen fänfläufigen Revolver; mein linker Arm war halb erhoben, in entschie— dener Haltung, als der Große mich heftig ins Gesicht schlug. Der Kleine(Fonvielle) zog ein sechsläufiges Pistol aus der Tasche; ich(rat zwei Schritte zurück und schoß auf Den, welcher mich geschlagen hatte. Der Andere kauerte sich hinter einen Sessel und suchte von dort zu schießen, konnte aber seine Pistole nicht schußfertig machen. Ich trat zwei Schritte vor und löste auf ihn einen Schuß, der ihn, wie es scheint, nicht ge⸗ troffen hat. Da ergriff er die Flucht und erreichte die Thür. Ich hätie noch einmal schießen können, aber da er mich nicht geschlagen hatte, so ließ ich ihn gehen, obgleich er die Pistole noch immer in der Hand hielt. Die Thür blieb offen. In dem Nebenzimmer blieb er noch einmal stehen und kehrte seine Pistele gegen mich; da gab ich wieder Feuer und nun ging er davon.“— Bei so voll⸗ ständig sich widersprechenden Darstellungen ist ab- zuwarten, wie der wahre Sachverhalt durch die Untersuchung festgestellt werden kann. — Die„Marsellaise“, welche mit schwarzem Rande erscheint, bringt einen Artikel, wegen dessen gerichtliche Verfolgung eingeleitet werden soll. Es ist von Interesse, diesen Artikel kennen zu lernen. Er lautet:„Mord, verübt von dem Prinzen Peter Napoleon Bonaparte an dem Bürger Victor Noir. Mordversuch, verübt von dem Prinzen Peter Na- poleon Bonaparte gegen den Bürger Ulrie de Fonvielle.“„Ich habe die Schwäche gehabt zu glauben, daß ein Bonaparte etwas anderes sein könne als ein Mörder! Ich habe es gewagt, mir einzubilden, daß ein ehrliches Duell in dieser Familie möglich sei, in der der Meuchelmord traditionell und gebräuchlich ist. Unser Mit- arbeiter, Paschal Grousset, hat diesen Irrthum getheilt und heute beweinen wir unseren armen und theuren Freund Victor Noir, der von dem Banditen Peter Napoleon Bonaparte ermordet worden ist. Frankreich sich in den Händen dieser Gurgelab⸗ auf den der Amnestieaet anzuwenden sei. sie noch in Hinterhalte locken, um sie da umzu ⸗ bringen. Französisches Volk, sindest du nicht, daß es nunmehr genug und das Maß voll ist 2 Heuri Rochefort.“ — Der bei dem Vorfalle mit Peter Bona⸗ parte betheiligte v. Fonvielle sagt in einer neuer⸗ dings veröffentlichten Erklärung: Auch erkläre ich auf meine Ehre, an der man noch nie gezweifelt hat, Folgendes: Es ist falsch, daß Victor Noir oder ich Peter Bonaparte insultirt, bedroht oder geschlagen hätten. Es ist falsch, daß ich den Mörder mit einem Pistol bedroht habe, denn ich trug diese Waffe in einem Etui eingeschlossen in der Tasche meines Paletot. Erst als er sich wie ein Wilder auf mich stürzte und aus nächster Nähe einen Schuß auf mich abfeuerte, konnte ich meine Waffe hervorziehen. Ist es nicht einleuchtend, daß wenn ich meinen Revolver in der Hand ge⸗ habt hätte, er sich zunächst gegen mich vertheidigt und nicht daran gedacht haben würde, auf Victor Noir zu feuern, der ohne Waffen war.—— Wenn ich hinter einem Lehnsessel Schutz gesucht habe, so erklärt sich das aus dem Umstande, daß ich den Revolver erst aus dem Etui ziehen und spannen mußte.—— Es ist falsch, daß sich der Stockdegen in Victor Noir's Händen befand, er gehörte mir und ich hielt ihn in der linken Hand mit meinem Hute, während ich mit der rechten den Brief von Grousset an Peter Bonaparte hatte. Es ist falsch, daß Victor Noir bewaffnet war; der Unglückliche hielt, wie ich, den Hut in der Hand, was auf absolute Weise beweist, daß wir unsere Hände nicht in den Taschen hatten. Alle Diejenigen, welche eine entgegengesetzte Ver— sion verörcitet haben, haben gelogen. — Die Beerdigung Victor Noir's fand am 12. d. zu Neuilly ohne jede religiöse Ceremonie statt. Ungefär 30,000 Menschen,(andere Berichte glauben die Zahl der die Leiche begleitenden Per— sonen ohne Uebertreibung auf 100,000 annehmen zu können) darunter Rochefort, Bancel und Gam— betta, wohnten dem Leichenbegängniß bei. Die Menge versuchte mit stürmischem Rufen den Leich⸗ nam Victor Noir's nach Paris zu führen, allein der Bruder des Getödteten, Rochefort und Deles— cluze riethen, den Körper in Neuilly beerdigen zu lassen. Das Begräbniß fand dann in Neuilly statt. Delescluze sagte, es sei ein Hinterhalt ge— legt, man müsse die Rache vertagen und die Volks- sache nicht durch ein unbesonnenes Benehmen com- promittiren; der Leichnam dürfe nicht nach dem Pèere-la-Chaise geführt werden. Die Aufregung war eine gewaltige, man schrie nach Rache, auch wurde„Vive Rochefort!“ gerufen. Rochefort wurde auf dem Rückweg auf den Champs Elysees ohnmächtig. Truppen und Polizeimannschaft waren zum Schutz des gesetzgebenden Körpers ausgerückt. Auf der Avenue des Champs Elysees, sowie auf der Plate de la Concorde befanden sich zahlreiche Gruppen von Neugierigen. Die Ruhe wurde nicht gestört. — Prinz Peter Napoleon Bonaparte ist ein Sohn Lucian's, eines Bruders Napoleon I., 1815 geboren, betheiligte sich 1831 an dem Aufstande in der Romagna, ging dann nach Amerika, lebte 1834 in Italien, von wo er aus- gewiesen wurde; 1848 kam er wieder nach Frank- reich, war Mitglied der Bergpartei, ging aber in allen persönlichen Fragen, mit seinem Vetter, dem Prinzen Ludwig; 1859 befehligte er ein Regiment der Fremdenlegion in Italien, in letz- terer Zeit lebte er zurückgezogen meist in Belgien. Prinz Peter wird als ein abenteuerlicher, äußerst jähzorniger Mensch geschildert und deßhalb ist man auch geneigt, ihn für den angreifenden Theil bei dem Morde Noirs zu halten. Die„Liberte“ will sogar wissen, daß man im Tuilerienpalast die Aussagen des Prinzen Peter Bonaparte, welcher ö behauptet, herausgefordert zu sein und sich nur ver— theidigt zu haben, für unwahr hält und den Angahzn des Herrn de Fonvielle mehr Glauben schenkt. — Das„Officielle Journal“ enthält den Es ist nun 18 Jahre her, daß Bericht Ollivier's über den Fall Ledru-Rollin's, Es ist schneider befindet, welche, nicht zuftieden damit, somit dessen freie Rückkehr nach Frankreich verfügt bie Republikaner in der Straßen niedetzuschießen, worden und erwartet man dieselbe alsbald. — Die Burraux des gesetzgebenden Körpers haben einstimmig die Verfolgung Rochefort's gebilligt. — Die gemeldete Freigabe der auswärtigen Blätter ist keine vollständige. Der Minister des Innern hat nur entschieden, daß don 1300 aus- wärtigen Blättern, die nach Frankreich kommen, 1200 ohne vorgängige Prüfung passiren, die anderen 100 aber zuerst einer Controle unterzogen werden sollen(11), welche letztere sehr liberal ausgeübt werden würde. —t— Friedberg, 12. Jan. Der neu in's Leben getretene„Musikverein“ hat sich mit seinem am letzten Nanssich abgehallenen Concert der Oeffentlichkeit in güu⸗ sligem Lichte präsentirt, und o die Zusammensetzung des Vereins, sein Concertprogramm, sowie die dafütk ge— wonnenen anderweitigen Kräfte tüchtige Leistungen iin Aussicht stellten, so hat die Ausführung der einzelnen Piecen die gehegten Erwartungen doch bei weitem über— troffen. Die herrlichen Chöre aus der„Schöpfung“ von Haydn, aus„Paulus“ von Mendelssohn-Bartholdy ꝛc. wurden unter der einsichtsvollen, gewandten Leitung des Herrn Seminarlehrers Schmidt trefflich exckutirt und 1 um so weniger eines durchschlagenden Erfolges bei dem zahlceichen Auditorium, als gemischte Chöre in dieser Vollendung wohl seit lauge hier nicht gehört worden sind. Auch ein von S e Dr. Bender kom⸗ ponirter Chor„Im Grünen“ fand warmen Beifall. Was die zugezogenen auswärtigen Kräfte anlangt, so wäre es unsererseits vergebliche Mühe, zunächst der ge⸗ fälligen Mitwirkung der Fräulein Sehrt rühmend zu erwähnen; ihre wohlgeschulte, liebliche und allezeit sym⸗ pathische Stimme entzückt immer wieder auf's neue ihre dankbaren Hörer. Gleichen Kunstgenuß gewährten die Streichquartette der Herren Dieß, Dr. Lorenz ee. Wesch' seelenvolle Musik ist das zumal bei so vollendetem Vortrag! Daß auch eine Fuge von Bach dem Programm eingereiht werden konnte, ist ein erfreulicher Beweis von der heutigen Geschmacksrichtung, sowie insbesondere don dem gediegenen Streben des jungen Vereins, nur vorzugs- weise klassische Musik zu kulliviren. Indessen hat es mit dem öffentlichen Vortrag einer Bach'schen Fuge seine Schwierigkeiten. Sie ist ein großartiges Kunstwerk, eine ästbetische Studie! Sie recht zu würdigen, dazu gehört musikalische Bildung und— eine geweihte Stimmung, Dinge, die nicht bei Jedem und zu jeder Stunde voraus⸗ gesetzt werden dürfen. Es ist darum das beste Lob für das Spiel des Herrn Israel, und den gehobenen Kunst— siun des anwesenden Publikums, daß auch diese Nummer eine beifällige Aufnahme fand. Vergessen wir schließlich nicht des Mädchens aus der Blindenanstalt. Ihre schöne Stimme und sichere Auf⸗ fassung(sie sang ihren Part natürlich auswendig) hat nicht unwesentlich zu der herrlichen Wirkung der Chöre beigetragen. Der neue Verein füllt in seinem öffentlichen Auftreten schon als Vertreter des gemischten Chors neben den anderen irefflichen Gesangsleistungen unserer Stadt eine wirkliche Lücke aus. Möge er weiter gedeihen! Friedberg.— Die Feier des hundertjährigen Geburts⸗ tages Vater Arndt's, die schon während der Weihnachts⸗ feiertage bei Abendunterhaltungen und anderen geselligen Zusammenkünften der verschiedenen hiesigen Vereine einen sestlichen Ausdruck fand, wurde hier in würdiger Weise ab⸗ geschlossen durch den am Dienstag nach Neujahr von Herrn Professor Köhler gehaltenen Vortrag über das Leben und Wirken dieses deutschen Mannes. Obgleich die gesammte Zuhörerschaft— mindestens durch die vorausgegangenen Festlichkeiten und die Tagespresse— mehr oder weniger mit dem Gegenstand vertraut war— so solgte sie doch mit der gespanntesten Aufmerksamkeit der einfach-körnigen, warm aus dem Herzen fließenden Rede, die ein lichtvolles Bild entwarf von dem, was der große Todte war und wirkte als Mensch, als Deutscher, als Dichter und als Christ. — Den letzten Dienstags vortrag hielt Herr Dr. Molden⸗ hauer von Reichelsheim über das Wesen der Wärme. Nach den nöthigen vorläufigen Erörterungen über die ältere Emanations- und die neuere Undulationstheorie in Betreff des Lichtes, entwickelte der Redner in scharssinniger Weise das Weseu der durch die neuesten Forschungen fesigestelltein Wärmetbeorie die, entgegen der früheren Annahme, als sei die Wärme ein unendlich feiner unwägbarer, alle Körper durchdringender Stoff, diese ebenfalls einfach als Wirkung der Schwingungsbewegung der Körper auffaßt und so eine überraschende Einheit nachzuweisen sucht zwischen dem, was sich uns als Licht, Wärme, Eleetrict'ät ꝛc. äußert. Der in gewandtem, hie und da von poctischem Hauch angewehtem Styl abgefaßte Vortrag war sehr interessant und instruktio, namentlich für diejenigen, die demselben physikalische Kenntnisse entgegenbrachten; im Interesse des größeren Publikums wäre vielleicht eine etwas populärere Darstellung und eine etwas langsamere Vortragsweise zu wünschen gewesen. Es ist anstrengend, einer langen Reihe von mit rapider Geschwindigkeit, wenn auch mit großer reduersscher Gewandtheit vorgeführten Deduktionen über einen an und für sich nicht leichten Gegenstand zu folgen. Gerade die Gediegenheit des Vortrags wird diese Bemer— kung entschuldigen. Frankfurt. Der Vorstand des landwirthschasttichen Clubs dahier hat sich veranlaßt gesehen, in Betreff der jüngst hier verbreiteten Nachricht über die Unzuverlässig— keit der schwedischen Arbeiter Anfragen an Arbeitgeber zu richten, die seit längerer Zeit Schweden beschäftigen. Die — shulge ch. wilden ditecie ähnlich U Kurzen r. 8 E Numer april 22 15 4 erte Doche en, dit Aietzogen Aberal eines Denkmals für Ludwig Vörne. eingegangenen Antworten lassen die Zuverlässigkeit dieser iter zweifellos erscheinen. Verschledene Landwirthe, namentlich aus der Wetterau, haben sich neuerdings bei dem Clubvorstand zum Bezug von Schweden gemeldet. Am nächsten Monlage Vormittags 11 Uhr findet im „Hotel Drexel“ die definitive Erledigung dieser Angelegen— beit slatt. Frankfurt. Hiesige Blätter enthalten einen von zahlreichen Bürgern unterzeichneten Aufruf zur Errichtung Angeregt wurde der Plan bei dem zu Ehren des Abg. Guido Weiß veran⸗ stalteten Banket im Saalbau. Offenbach. Unserer Stadt“ stebt ein neues Real- schulgebäude und eine neue Turiballe in Aussicht. Um sich Kenniniß zur Aufführung derselben zu sammeln, werden der hiesige Stadtbaumeister, sowie der Realschul director mehrere benachbarte Städte besuchen und dafelbst ähnliche Gebäude besichligen. Darmstadt. Bei Klein⸗Rohrbeim wurde vor Kurzem ein schändliches Verbrechen versucht, das, wenn! es nicht noch rechtzeitig entdech: vieler Menschenleben dort statlonirter Bahnwäcter der Riedbahn fand nämlich kurze Zeit bevor ein Zug diese Strecke passiren mußte, vor einer Brücke eine Schiene und Eisenbahnschwellen über bas Geleise gelegt. Kaum hatte er dies Hinderniß entfernt als auch schon der Zug vorbeibrauste, der, wenn der Frevel nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, voraussichtlich an der gefährlichen Stelle hätte entgleisen müssen. Die angestellten Recherchen führten bald zur Entdeckung des Urhebers des Verbrechens. Derselbe war eine Zeit lang provisorisch an dieser Stelle als Bahnwärter verwendet, dann aber ent— lassen worden. Um nun seinen Nachfolger unmöglich zu machen, sich aber womöglich die Stelle wieder zu ver⸗ schaffen, ersann er diesen wahrhaft höllischen Plan, an dessen Mißlingen nur die Wachsamkeit des Bahnaufsehers die Schuld trug. Michelstadt. Die diesjährige Erstlings-Maikäfer⸗ Freude ist den Michelstädtern beschieden gewesen. Das dortige Anzeigeblatt meldet nämlich, daß daselbst„ein . worden wäre, den Verlustlustig in sein Dasein hinein krabbelnder Maikäfer“ hätte zur Folge baben können Ein] Tage vorgezeigt wurde. dieser Inu Dorchester in England ist cine Akabemie für Jour nalisten gegründet worden. Nach dem Prospectus müssen sich die jungen Leute zu einem dreijährigen Cursus verbinden; auch ist eine besondere Classe für Zeitungsbe— sitzer und Verleger eingerichtet. Die literarische Kritik, die Berichterstattung, der Leitartikel, das Annoncenwesen, die Verbreitung, die Manipulationen des Betriebes— für Alles dies hat die Academie besondere Lehrer. l Nochmalige Bitte. Für den durch Brandstiftung unverschuldet in große Noth gerathenen Weis aus Wingersbausen (J. Bitte des Pfarrers Briegleb von da vom 9. Dezember 1869) sind ferner bei uns eingegangen: aus Anna's Spar⸗ büchse 24 kr., von Müller Schudt auf der Görbelbeimer Mühle 2 fl. Um weitere Gaben wird bringend gebeten. Die Expedition. Güter-Versteigerung. 191 Die gestern abgehaltene Güterversteigerung für Herrn Karl Müller zu Gießen hat die Genehmigung nicht erhalten, es sollen dieselden nochmals Montag den 17. d. M. Nachmittags präcis 2 Uhr, in dem Wirihshause des K. Holler unter dem Anfügen ver— fleigert werden, daß die Genehmigung bei annehmbarem Gebote ertheilt werden wird. Fauerdach b. F. den 14. Januar 1870. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Fauerdach b. Holler. N bolden und gegen Trägheit Amort züglicher Wirkung er Verdauungsorgane, habituelle Stublbeschwer⸗ Neigung zu Gicht und Scropbeln. leichsucht, Blutleere, H B — 1 d den, Das Flacon Pastillen, ig welchem die Salze aus tinem Litre Rakoczp enthalten, konet 30 kr.— Nur allein ächt in Friedberg bei Hofapotbeker C. Görtz. Kgl. Baier. Mineralwasser⸗Versendung. 2 hussische Sardinen! 5 zum berabgesetzten Preis von fl. 2. per Fässel frisch eingetroffen bel Wilh. Fertsch. 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