vüeN. 9 n Kretz igen Jose 1870. Dienstag den 13. September. N 108. Oberhes Enthäl: de amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. sischer Anzeiger. Friedberger Intelligenzblalt. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Abnahme des Verfassungseides vom III. Quartal d. J. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Dienstag den A. k. M. Vormittags 11 Uhr, findet die Ausschwörung des Verfassungseides auf dem Rathhause dahier durch die neuaufgenommenen Ortsbürger sowie verheirathet haben ohne Ortsbürger zu werden Laden Sie dieselben hierzu vor und senden Sie vor dem diejenigen, welche sich „statt. Friedberg den 9. September 1870. Termin Bescheinigung hierüber oder Bericht, daß Niemand vor— handen ist, der den Verfassungseid abzuleisten bat, an uns ein. Die nachstehend Aufg⸗führten noch im Rückstande befindlichen Leute sind bei 1 Rthlr. Strafe einzuladen und ist dieses in Ihrer Vorlage unter namentlicher Aufführung zu bescheinigen. Trapp. Friedrich Schmidt von Assenheim, Friedrich Bauer von Butzbach,] Rasch von Fauerbach b. Fr., Jakob Seipp von Nieder⸗Weisel, Heinrich Heinrich Metzger V. von Gambach, Heinrich Friedrich Kart von Nieder⸗Florstadt, Heinrich Karl Sommer von Nieder-Florstadt, Heinrich Wilhelm Knatz von Nieder-Florstadt, Philipp Wilhelm Möbs von Nieder⸗Mörlen, Franz König III. von Nieder-Mörlen, Georg Dei VI. von Nieder⸗Mörlen, Georg Stengel von Nieder-Rosbach, Wilhelm Betreffend: Die Beitreibung der Gemeindegelder. Schneider III. von Ober⸗Mörlen, Konrad Schraub von Ober-Mörlen, Joseph Fedler I. von Ober-Mörlen, Johann Heil XVI. von Ober⸗ Mörlen, Jakob Rühl III. von Ober⸗ Mörlen, Peter Anton Simon Diel von Ober⸗Woͤllstadt, Franz Ludwig Heller von Rockenberg, Joh. Ph. Konrad Anfang von Rockenberg, Karl Schlosser von Rockenberg. Friedberg am 10. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Aus verschiedenen Vorlagen haben wir ersehen, daß bis jetzt wenig oder gar nichts zur Beitreibung der fälligen Gemeindegelder geschehen ist. Namentlich ist dieses mit den fälligen Communalgeldern der Fall. Wir weisen Sie an, den Gemeinde⸗Einnehmern die sofortige Einleitung des Zwangsverfahrens aufzugeben, und wie geschehen alsbald zu berichten. Gegen die säumigen Rechner werden wir mit Zwang vorgehen. Trapp. ee ee e e ee e e Es wird vorerst nur ein Theil der Rekruten vom Jahrgang 1850 in der Kürze zur Einstellung gelangen. einem Grunde wünschenswerth ist, jetzt schon und nicht erst bei der später erfolgenden weiteren Ein⸗ vorhanden sein, denen es aus Sollten Rekruten stellung herangezogen zu werden, so haben sich die Betreffenden unverzüglich bei dem Bezirksfeldwebel hierzu anzumelden. Jäger, Major und Bezirkscommandeur. Friedberg den 8. September 1870. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Reims, 9. Sept., 1 Uhr 20. Min. Nach- mittags. Außer 25,000 in der Schlacht von Sedan Gefangenen sind durch die Capitulation vom 2. September 83,000 Mann incl. 4000 Officieren in Gefangenschaft gefallen, ferner 14,000 Verwundete vorgefunden worden. Ueber 400 Feld- geschütze, einschließlich 70 Mitrailleusen, 150 Festungsgeschützen, 10,000 Pferde, und ein überaus zahlreiches Armeematerial befinden sich in unseren Händen. Hierzu die Verluste in der Schlacht von Beaumont, sowie circa 3000 Mann nach Belgien Versprengte, ergibt eine Gesammtstärke der Armee Mac Mahons vor dieser Schlacht von nahe 150,000 Mann. Reims, 9. Sept., 8 Uhr 5 Min. Nachmit⸗- tags. Die Armeen setzen unbehindert ihren Vor- marsch fort. Bazaine hat, laut einer Mittheilung der „Allg. Ztg.“ aus Metz, 5. Sept., nach der Kunde von der Gefangennehmung Napoleons die Uebergabe der Festung sehr schroff abgelehnt mit der Antwort:„Der Kaiser kümmere ihn nicht im mindesten, er habe allein in Metz zu befehlen.“ Das Bombardement der Stadt mit 30 schweren preußischen Geschützen sollte wieder beginnen, ist aber jetzt auf speciellen Befehl des Königs von Preußen wieder unterblieben, um die Stadt nicht unnöthig zu zerstören und noch mehr Opfer zu fordern. r Straßburg, 6. Sept. Der Geschütz⸗ donner, den wir seit einigen Tagen unausgesetzt vernehmen, gleicht demjenigen einer Schlacht; und man kann in der That sagen, daß eine solche jetzt ohne Aufhören unter den Mauern von Straßburg m Gange ist. Die Wälle haben schon schwer gelitten, die sonstigen erreichbaren fortisikatorischen Objecte sind in außerordentlichem Maße zerstört, auch die Citadelle ist furchtbar mitgenommen und das Thor, welches sie mit der Stadt verbindet, beziehungsweise von derselben trennt, vernichtet, so daß eine selbstständige Vertheidigung der Cita⸗ delle kaum mehr möglich sein dürfte. Morgen früh kommen nun zwei ungeheure Mörser zur Action, von denen man sich noch nie Dagewesenes verspricht; dieselben schleudern Projektils von gegen 2 Centner Gewicht mit einer Sprengladung von 15 Pfund, und sollen namentlich dazu dienen, die wenigen in der Festung vorhandenen bomben— sichern Räume zu zerstbren. Unter dem Schutze dieser gewaltigen artilleristischen Thätigkeit hofft schreiten zu können, und von da wird dann der unmittelbare Angriff auf die Wälle beginnen, theils mittelst der Breschebatterien, theils durch die Sappeure und Mineure. Mundolsh eim, 6. Sept. Morgen früh beginnen die beiden Riesenmörser ihr Werk. Dieselben sind im Notdwesten der Festung, zwischen derselben und dem Dorfe Mittelhausbergen auf⸗ gepflanzt; ihr Gewicht beträgt je 175 Ctr., die geschleuderten Projtetile sind je 2 Ctr. schwer und mit 15 Pfd. Sprengladung versehen. Von der Wirkung verspricht man sich ganz Außerordent— liches, und namentlich gedenkt man mit Hülfe dieser Geschütze die wenigen bombensicheren Räume, welche Staßburg bietet, zu zerstören. Heute Morgen ist von Kehl aus, wo die Batterien fort während auf's Wackerste eingreifen, ein großer Erfolg erzielt worden: das von der Stadt in die Citadelle führende Thor wurde, wie versichert wird, vollständig zerstört und damit die Mögliche keit, letztere getrennt zu vertheidigen, auf ein Minimum reducirt. Mundolsheim, 7. September. Die beiden Riesenmörser werden erst morgen ihre Action be— ginnen, da die Aufstellung größere als die erwar— man nach einigen Tagen zur dritten Parallele teten Schwierigkeiten gemacht bat. Gleichwohl hat fast den ganzen Tag der Geschützdonner in außerordentlicher Stärke getobt; auch Kleingewehr⸗ feuer war wieder vernehmbar, und es wird von mehreren erbitterten Ausfallversuchen berichtet, welche der Feind heute Nachmittag unternommen habe. Näheres morgen. Der seit gestern etwa in der Umgegend der Kaserne Finckmatt wahr- nehmbare Brand hat die ganze Nacht und heute den ganzen Tag fortgedauert. Auch an andern Stellen steigen Rauchsäulen auf. Das Dorf Bisch⸗ weiler brennt; weiter hinüber erblickt man dicke Rauchsäulen, welche auf wiederholten Ausbruch des Feuers in Kehl schließen lassen.— Schlett⸗ stadt ist, wie ich nachträglich mittheilen muß, noch nicht ernstlich angegriffen worden; auch sind die Thore immer noch geöffnet und verkehren die in der Stadt befindlichen Mobilgarden immer noch ungestört mit ihren Heimathsorten. Oberschäffolsheim, 8. Sept. Gestern hatte eine Abtheilung des 3. Regiments ein kleines Patrouillengefecht am Rhein, bei welchem den Franzosen 1 Offizier und einige Mann ge- tödtet wurden. Die Unserigen hatten keinen Verlust. Zwei Schisse, von Breisach kommend, mit Munifion für die Festung wurden von Ab- theilungen des 3. Regiments weggenommen. Oberschäffols heim, 9. Sept. Von gestern auf heute hat sich nichts Bemerkenswerthes ereignet. Nur an der Porte Nationale wurde ein kleiner Ausfall versucht, aber durch Truppen des 2. Regi- ments zurückgewiesen. Kort, 8. Sept. Seit gestern Abend anhal⸗ tende, sehr starke Kanonade mit lebhaftem Kleingewehrfeuer. Gestern Erbeutung von 41 Kisten mit französischen Granatzündern. Altbreisach, 8. Sept. Am fknseitigen Rheinufer erschien gestern Mittag ein Parlamentär, der den diesseitigen Behörden die Mittheilung ———— brachte, daß, wenn Schalampe in Brand ge- schossen würde, Altbreisach dasselbe Schicksal zu gewärtigen habe. Es wird demselben zweifels⸗ ohne die beruhigende Versicherung ertheilt worden sein, daß von diesseits eine solche Absicht nicht vorliegt, eben so wie die Vorgänge der letzten Tage auf's Evidenteste beweisen, daß es vor Seite der Franzosen nur um eine Demonstration am Oberrhein zu thun war. g Hessen. Darmsta det. Die„Darmst. Zeitung“ meldet: Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 9. d. ein Telegramm Seiner Majestät des Kaisers von Rußland, wo— nach Seine Majestät, um die brillante Haltung der braven Truppen Seiner Königlichen Hoheit zu ehren, Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Ludwig die 3. Classe des St. Georgs⸗ ordens(bekannklich des höchsten russischen Militär- Verdienstordens) verliehen hat und, da er nicht wisse, wo der beiderseitige Neffe sich befinde, Seine Königliche Hoheit bittet, dem Prinzen dies an⸗ zuzeigen.— Stine Königliche Hoheit der Groß- herzog, hoch erfreut über diese neue dem Prinzen und der Division gewordene Auszeichnung, haben angeordnet, daß diese gnädige Aeußerung Seiner Majestät des Kaisers alsbald zur Kenntniß der Truppen gebracht werde. — Wiederum sind zwei von unseren hessischen, am 18. August bei Metz verwundeten Ofstzieren ihren Wunden erlegen. Oberstlieutenant Stamm, Commandeur des 3. Infant.-Regiments, welcher auch 1866 schwer verwundet worden war, hatte bei Metz einen Schuß in den Arm erhalten und war nach Darmstadt gebracht worden. In Folge der nothwendig gewordenen Ampu⸗ tation starb derselbe am 10. d.— Oberlieutenant Seederer II. vom 1. Jägerbataillon, welcher schwer verwundet in Pont à Mousson gelegen, ist daselbst am 10. d. ebenfalls gestorben. — Wie die„Hess. Volksbl“ von glaub⸗ hafter und wohlunterrichteter Seite erfahren haben, ist die hessische Division seit dem 9. aus ihrer Stellung vor Metz abgezogen, um sich den nach Paris ziehenden Truppen anzuschließen. Bei dem großen Vorsprung, den die kronprinz— liche Armee in dieser Richtung aber bereits hat, könnte es sich nur um eine Reservestellung der hessischen Division bei diesem Vormarsche handeln. * Friedberg. Die Direction des evangel Predigerseminars dahier macht bekannt, daß die diesjährige Herbstentlassung aus dieser Anstalt Mittwoch den 21. September, Vormittags 10 Uhr, in der hiesigen Burgkirche stattsinden wird. T Nieder ⸗Wöllstadt, 9. Sept. Montag den 5. d. M. langten zu den früher schon auf⸗ genommenen 4 Verwundeten 11 weitere, meist durch directe Fahrt von Metz dahier an.(Die chiesigen Einwohner haben sich erboten, 40 Ver⸗ wundete in Ptivatpflege zu nehmen.) Leider ist keiner von ihnen bereits seiner Wunde erlegen, ein Ostpreuße aus dem Regierungsbezirk Königsberg, 24 Jahre alt, welcher am 31. August in der Schlacht bei Metz einen Schuß durch den Unter⸗ schenkel erhalten hatte. Bei seiner Ankunft konnte man sich mit vollem Grunde der Hoffnung hin⸗ geben, daß es der sorgsamen Pflege und ausmerk⸗ amen ärztlichen Behandlung, welche ihm von Seiten seines Pflegegebers Hrn. Oecenom Pflug und unseres Arztes Hrn. Dr. Fresenius in vollstem Maße zu Theil geworden wäre, gelingen würde, seine Genesong herbeizrführen. Auch wurde am Tage seiner Ankunft noch die Kugel aus der Wunde entfernt; allein durch eingetretenen Starr⸗ krampf war er schon am folgenden Mittag um 1 Uhr eine Leiche. Seine gestern stattgehabte Beerdigung bekundete die allgemeine tiefe Sym⸗ pathie für die deutschen Krieger, welche im Kampfe für unser theures Vaterland den Tod gefunden haben. Unter ungewöhnlich zahlreicher Betheiligung, Mitwirkung des Gesangvereins u. s. w. wurde der mit Guirlanden, Blumen gund Kränzen reich geschmückte Sarg in das Grab gesenkt. Einer der vielen den Sarg zierenden Kränze— ein aus Assenheim eingetroffener Lorbeerkranz— ist dem Wunsche der Geber gemäß an die Eltern des Verstorbenen abgesandt worden. 1 Preußen. Berlin. Bei den Postsammel⸗ stellen gehen häufig Feldpostbriefe ein, welche in Bezug auf Form und Umfang, Verpackung und Gewicht den für Briefpostsendungen vor⸗ geschriebenen Bestimmungen nicht entsprechen. Die Postanstalten sind angewiesen worden, fortan bei Annahme von Feldpostsendungen die Beschaffenheit derselben genauer als bisher zu prüfen und reglementswidrige Sendungen von der Annahme auszuschließen. Namentlich wird darauf aufmerksam gemacht, daß die von Privat⸗ personen abgesandten Feldpostbriefe das Ge— wicht von 15 Loth nicht übersteigen dürfen. — Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Die Be⸗ rufung Minister Delbrück's in das Haupt⸗ quartier bestätige die Vermuthung, daß die deutschen Fürsten in Bezug auf eine ander⸗ weitige Regulirung der deutschen Verhältnisse die Initiative ergreifen wollen. Flensburg. Der Wiener„Presse“ wird telegraphirt: Die dänischen Blätter berichten, daß die französische Flotte telegraphisch den Befehl erhalten hat, nach Frankreich zurück— zukehren, wo man die Mannschaft zur Festungs⸗ vertheidigung verwenden will. Sachsen. Dresden. Das„Dresdener Journ.“ meldet: 5900 französische Kriegsgefangene kommen nach Sachsen und werden auf Dresden, Leipzig und die Festung Königstein vertheilt. Schweiz. Die Proclamirung der Republik in Frankreich ist auf mehreren Punkten der west⸗— lichen Schweiz mit Mörserschüssen angezeigt und in Volksverfammkungen gefeiert worden. 1 Bern. Der schweizerische Bundesrath hat. die französische Republik mit Bezeigung der wärmsten Sympathien anerkannt. Der Gesandte in Paris, Kern, wurde angewiesen, den officiellen Verkehr mit der provisorischen Regierung aufzu⸗ nehmen. Gleichzeitig wurde die Hoffnung auf baldige Herstellung eines ehrenvollen Friedens ausgesprochen. 8 — Nachdem der Bundesrath beschlossen, sich der Bewohner Straßburgs sowohl durch Befür⸗ wortung, als Aufnahme in der Schweiz und durch Unterstützung annehmen zu wollen, hat sich ein Centralcomite gebildet, welches eine Depu⸗ tation an den General des Belagerungsheeres ab- geschickt dat, um den freien Abzug der Bevölkerung zu erwirken, und einen Aufruf an die Bevölkerung der Schweiz erläßt, um sie zu Beiträgen, sowie zu Ueberlassung von Quartieren zu veranlassen. Frankreich. Paris. Der„Elberf. Ztg.“ wird telegraphirt: Der Telegraphenverkehr nach Nordfrankreich und Belgien hat aufgehört. Die Städte Amiens und Douai haben gegen den Umsturz der Regierung protestirt und eine darauf bezügliche Adresse an den früheren Polizei-Präfecten Pietri gerichtet. Nach Kassel gehen zahlreiche Correspondenzen ab. — Dem„Journal de Paris“ zufolge werden der Kriegsminister, der Marineminister und der Finanzminister, sobald die Belagerung unmittel⸗ bar bevorsteht, Paris verlassen. — Wie der„Siecle“ meldet, sollen zwei Dampfer, der eine in Bordeaux, der andere in Havre, bereit sein, um, Louis Blanc nach London, Ledru-Rollin nach Washington als Ambassadeurs zu bringen; auch werde Marc, Dufraisse nach Bern unter demselben Titel gehen. — Die dreifarbige Fahne auf dem Tuile⸗ rienpalast ist durch die weiße Fahne mit rothem, Kreuz der Lazarethe ersetzt worden. — Die Abreise der Kaiserin Eugenie ging nach dem Pariser Correspondenten der„Times“ am 4. gegen 12 Uhr von statten. Sie begab sich in einem einfachen Wagen, begleitet nur von Pietri, dem Polizeipräfecten, nach einer außerhalb der Stadt gelegenen Station und ging von dort mit der Bahn nach Namur. Pietri war Nachmittags schon wieder in der Stadt. — Nach der„Indep. belge“ sollen die letzten. Abtheilungen des Corps Vinoy am 8. — Aus Paris wird der„Independance“ tele⸗ graphirt:„Laon, 7. Sept. Ein preußischer Par- Rheims heranziehen; er hat eine Conferenz mit dem commandirenden General im Namen des Königs von Preußen verlangt, der von Rethel am Vormittag abgegangen sei. Die Avantgarde des Armeecorps wäre in der Gegend von Sisonne. Der General hat den Kriegsminister davon be nachrichtigt.“ — General Trochu hat befohlen, alle Gehölze in der Umgebung von Paris bei dem Herannahen des Feindes abzubrennen.— Olozaga ist beauf- tragt, die Anerkennung der Republik Seitens Spaniens und die Hoffnung auf Fortdauer der guten Beziehungen dem Minister des Aeußern, Jules Favre, mitzutheilen. f f — 10. Sept. Die Ankunft der Preußen wird aus Chateau Thiery, Monimirail, Ferté sous Jouarre und Vailly sur Aisge signalisirt. Die Preußen beobachten strenge Diseiplin. Der Präfekt des Departements der Vogesen theilt mit, daß sich die Situation von Toul gebessert habe. mirail und Sezanne. Zwei Corps von je 10,000 Mann rücken auf diese beiden Städte. graphische Verbindung mit Soissons ist unter⸗ brochen. Der Feind nähert sich Chaury(Axrond. Laon in der Nähe von Noyon). Die Aufgabe von Privatdepeschen im Departement der Seine ist eingestellt. Eine Depesche aus Coulommiers be- stätigt, daß die Preußen in Laferté sous Jouarre eingerückt sind. f Belgien. Brüel. Banden, welche aus Frankreich kamen, plünderten die Pachthöfe in der Umgegend von Monscron. Die Truppen empfingen Befehle, um Wiederholungen zu hindern. — Der„Moniteur belge“ sagt, es sei eine Untersuchung angeordnet bezüglich der von deut⸗ schen Journalen erhobenen Klagen über den Empfang, der den an ihren häuslichen Heerd zurückkehrenden deutschen Familien, sowie den Verwundeten in Belgien zu Theil geworden, und fügt hinzu: Belgien ist mehr als je von der Ehre durchdrungen, daß es nicht aufgehört hat, die freundschaftlichen Beziehungen mit den Völkern, die es umgeben, zu unterhalten; der Vorwurf ist ungerechtfertigt in dem Moment, wo Belgien gleichmäßig mit theilnahmsvollem Eifer sich an⸗ bietet, die Gastfreundschaft ohne Unterschied der Fahne zu üben. 8 — Belgien besitzt jetzt mehr als 15,000 fran⸗ zösische Soldaten aller Truppengattungen. Die Offiziere kehren sämmtlich nach Frankreich zurück, und zwar auf ihr der preußischen Regierung ge⸗ gebenes Ehrenwort, in dem gegenwärtigen Kriege nicht mehr die Waffen gegen Deutschland zu führen. Alle elsässischen Offiziere des Mac Mahon'schen Corps, 12 bis 1500, zogen es vor, lieber als Kriegsgefangene nach Deutschland zu gehen, als die Capitulation zu unterschreiben und nach Hause zurückzukehren. f — Nach offizieller Mittheilung geht es mit dem Befinden Mac Mahon's besser, jedoch wird derselbe vor drei Wochen nicht transportabel sein. — Paris ist böchstens 14 Tage zu halten, und das nur dann, wenn alle Parteien einig zu seiner Vertheidigung end. Das erklären die hier interntrten französischen Offiziere. 1 — 10. Sept. Die„Etoile belge“ hat Nach- richten aus dem Hauptquartier des Kronprinzen erhalten, nach welchen sich fünf Armeetorps auf dem Marsch nach Paris befinden, von denen zwei noch nicht im Kampf gestanden haben. as bayerische Corps und das des Kronprinzen von Sachsen, beide vor Sedan stehend, haben Befehl erhalten, sich mit der Armee von Paris zu ver. einigen. Am 14. September dürften sämmtliche Corps ihre resp. Stellungen eingenommen haben. — Die bonapartistische Emigration hat sich größtentheils nach England geflüchtet. Der Herzog von Gramont, Rouher, Baroche und Persigny sind in London oder Brighton. Sie warten dort die Ankunft der Exkaiserin Eugenie und ibres in Paris eingetroffen sein. Sohnes ab, der, auf ausdrücklichen Befehl eines ——— — Preußische Plänkler passirten gestern Mont Die tele ⸗ 1 lamentär ist angekommen, der drei Armeecorps ei vorausging, die von Rethel, Chateau-Porcien und 1 4 E be ö lea 1 grille uneeich maßen:„ peil der es k 0 stelheit 152 auf die Gleiche Enilio kragent,! Mittel, ift der ff ub Ein fan; reichs, stansöst pathien! zu Hülf —— It 1839, ganze Bereits an der p besetzt. staates Konig italienis Orten. n 2 dit det signalisin dectplin. De ten izeilt mi deßert habt tern Mont den it 10,00 c. at it unt, aur(Aren iu leit Die Aufgal der Stint ii er miers“ ens Jouam ichen Hen sewit ben porden, und „ don da 17900 * welche Napoleon nach ur auf dem Wege zu der preußischen Generäle Kassel begleiteten, in 48 einem Vater umkehren und sich nach England a Ae 4b n, debe 0, fe st in Dover. — die„Indep. belge“ meldet, Failly, den nan todt geglaubt, sei nicht einmal verwundet worden, und am 4. d. M. durch Bouillon gekommen. — Dem„Journal de Liege“ zufolge, ist die belgische Regierung entschlossen, die Republik an- zuerkennen. Der belgische Gesandte sei angewiesen, nit Jules Favre offiziös in Verbindung zu treten. — Zwei Altersklassen und die verheiratheten Milizen sind entlassen. Spanien. Madrid. Die republikanische Presse publicirt ein an die französischen Republikaner gerichtetes Manifest, welches von acht Journalen unterzeichnet ist. Dieses Manifest endigt folgender naßen:„Jetzt, wie 1792, werdet Ihr triumphiren. dveil der Sieg immer die hereischen Kämpfe eines Volkes krönt, welches für die beiligen Rechte der Freiheit und des Vaterlandes kingl.“ — An der am Abend des 8. zu Ehren der ranzösischen Republik anstalteten großartigen alan haben 4 20,000 Bürger theil⸗ genommen. Vierzig Banner trugen Inschriften zuf die französische Republik: Heil; Freiheit; Gleichheit; Brüderlichkeit; Ordnung; Einigkeit. Emilio Castelar hielt eine von Begeisterung ge⸗ cagene Rede und schloß mit den Worten: Das „Nittel, unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen, i der freudige Hochruf auf die französische Re⸗ Zublik. Der Enthusiasmus war unbeschreiblich. Ein französischer Bürger dankte im Namen Frank- richs. Die Worte Figueras:„Wir werden die Fanzösische Republik so lange mit unseren Sym- jathien unterstützen, bis wir ihr mit unseren Armen in Hülfe eilen können,“ wurden mit größer Be⸗— leisterung aufgenommen. Die Ordnung wurde Italien. Floxemz. Die Altersclassen 839, 1840 und 1841 wurden einberufen, die ganze Flotte ward auf den Kriegsfuß gesetzt. Zereits wurden einige strategisch wichtige Punkte ee der päpstlichen Gränze von unseren Truppen besetzt. — Der„Opinione zufolge ist die Agitation vegen pee in Provinzen des Kirchen⸗ saates lebhaft.* eben bree an den König unterzeichnet, welche den Einmarsch der jalienischen Armee verlangen. An mehreren, Orten weht die italienische Flagge. — Italienische Truppen haben den Vor- varsch auf Rom begonnen. Ein italienischer Nees nach Rom, überbringt dem Napst ein Ultimatum und garantirt demselben vollste Freiheit in kirchlichen Dingen und allen Glanz des apostolischen Stuhles. — Sämmtliche bedeutendere Organe, auch die sonst regierungs freundlichen, greifen da Ministerium an, weil es, wie aus der„Gazzetta Ufficiale hervorgeht, den gestern angekündigten ——— Jegierungsbeschluß, betreffend den Marsch in's Römische, auszuführen, in der zwölften Stunde vorläufig wieder rückgängig machte. 2 — Frankreich erklärt! Italien sei 71 der Kündigung des Septembervertrags zupor⸗ gekommen. Alle italienischen Städte flaggen. Alle europäischen Staaten lassen Italien in der römischen Frage vollkommen freie Hand. Unsere Armee ist auf 340,000 Mann gebracht. Garibaldi bot der französischen Republik seinen Arm an. Mailand. Der„Gazzetta di Milano“ zufolge hat Italien dem Papste vorgeschlagen, demselben den Leoninischen Stadttheil in Rom und ihm und den Cardinälen die Civilliste zu belassen. Italien garantirt die öffentliche Schuld. Die päpstliche Armee wird aufgelöst. Ro m. Es heißt: General Kantzler und Oberst de Charette seien auch gegen den Willen des Papstes zum Widerstand entschlossen. Man versichert: der außerordentliche Bevollmächtigte Graf Ponza di San Martino überbringe die Erklärung: Italien wolle die Kirche nicht unter— drücken, sondern beschützen.— Plakate des republikanischen Comites proclamiren die allge— meine italienische Republik. In Nizza sind die Behörden verjagt. In Mentone ist ein Aufstand ausgebrochen. Orvieto. Wir stehen auf römischem Boden. Auf der ganzen Linie weht die italienische Tricolore. Das 3., 4., 37. und 47. Regiment, sowie drei Bataillone Bersaglieri sind hier an— gekommen. Das 19. Regiment bildet die Spitze. Viterbo schickte eine Adresse mit 3500 Unterschriften um Einverleibung an den König. Aehnliche Adressen werden in Nachbarstädten vorbereitet. Türkei. Konstantinopel. Es sind hier Gerüchte über den Ausbruch von Unruhen im britischen Indien verbreitet. Rußland. Petersburg. Das Peters— burger Journal sagt, indem es die Circular— depesche Jules Favre's bespricht: Die französische Regierung treibt die patriotische Tugend zu weit, wenn sie sich weigert, Festungen, welche nicht gehindert haben, daß Paris der Belage— rung entgegengeht, einem Frieden zu opfern, durch Herrn Director Schäfer von Herrn Pfarret Kaiser in Niederweisel: 1. aus der Gemeinde 2. Kirchenopfer 5 40— durch Herrn Decan Blumhof in Melbach Kirchen⸗ opfer von zwel Sonntagen 3 44 durch Herrn Rorndörfer in Ofsenheimer Wäldchen von den Wählern des Abgeocbueten Herrn Oeconomierath Krämer 18 von Herrn Maurer Schad in Florstabt— 12 bei der Hochzeit des Herrn Albert Diehl in Ober⸗Wöllstadt gesammelt 2 30 durch Herrn Pfarrer Möbius in Bönstabt Kirchen⸗ opfer 17 30 343 38 hierzu die letzte Bescheinigung 3431 49 ¼ zusammen 3775 27½ Von Frau Pfarrer Bornagius und Frau Bürgermeister Helserich in Fauerbach 30 Spreusäckchen, 1 Pack Cyarpie; durch Herrn Pfarrer Müller aus Nieder⸗Rosbach 5 Hemden, 4 Betttücher, 2 Handtücher, 5 Paar Strümpfe, 15 Binden, 5 Dutzend Compressen, 4 Tücher, 2 Spreusäckchen, 26 Stück Gittercharpie, 5½ Pfund Charpie, 12 Pfund Zwet⸗ schen, 1 Pfund Reis; durch Herrn Lehrer Epple in Ockstadt 31 Binden, viele Compressen, 1 Serviette Charpie, 6 Spreusäckchen; durch Herrn Pfarrer Bauer aus der Schule zu Ober⸗Wöllstadt: a. von den Kindern der großen Schule 49 Compressen, 77 Binden, 16 Tücher, 2 Hemden, 1 Bett⸗ luch. 1 Handtuch, 15 Päcke Charpie; b. von den Kindern der kleinen Schule 62 Compressen, 6 Päcke Charpie; durch Frau Lehrer Werner in Ober- Rosbach gesammelt und zubereitet(3. Sendung) 20 Hemden, 4 Beittücher, 18 Binden, 1 Pack Comptessen, 3 Handtücher, 9 Hals⸗ tücher, 5 Sacktücher, 8 Paar Strümpfe, 1 Unterjack, 1 Bettüberzug, 1 Pack alie Leinwand, 1 Pack Charpie; aus der Großherzoglichen Taubstummen-Anstalt 2 Binden, 4 Tücher, 1 Pfund Charpie; von Fräulein Maria Heß in Melbach 1 Pack Charpie; von den Gebern Frledbergs sehr verschiedene Gaben. Gott segnet Geber und Nehmer, darum ssets auf zur werkthätigen Liebe. Friedberg den 12. September 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. » Friedberg. Vom 12. September ab werden bis auf Weiteres unter dem Vorbehalte jederzeit Ahänderungen an diesem provisotischen Fahrplane vorzunehmen, auch einzelne Züge vorübergehend ausfallen zu lassen, folgende Züge von hier abgeben und zwar in det Richtung der einen Ausrottungskrieg hindern soll. Deutsch— land hat gesehen, daß Jules Favre den Krieg nicht hindern konnte, als seine Nation enthuflastisch zustimmte, und wird wahrscheinlich dauernde Sicherstellung der heroischen Siege fordern. Wir begreifen schließlich nicht, wie Recht und Gerechtigkeit jetzt auf Seite Frankreichs sein sollte, nachdem im Monat Juli Jules Favre das Gegentheil behauptet hat. Möge Europa den göthigen Einfluß haben, um einen dauernden Frieden zu sichern. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der perwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankbar quittirt: fl. kr. durch Herrn Pfarrer Walloth in Ostheim Kirchen— opfer von zwei Sonntagen 13 24 nach Frankfurt: nach Gießen: 35⁵¹ 7⁴⁶⁰⁹i0 6²⁵ 7⁵¹ 91 105⁵⁵ 12²¹ 60 6¹⁸ 9⁵⁴ 821 8 11899 * Courierzug 1. und 2. Klasse.—* Schnell⸗ und Courierzüge 1., 2. und 3. Klasse. Gin gesandt. Bei dem gestrigen Leichenbegängniß des Mus- ketier Zimmer ist, wie schon öfter bei dergleichen Gelegenheiten sehr unangenehm das rücksichtslose Vor- und Zudrängen der neugierigen Zuschauer⸗ menge aufgefallen, wodurch die Ordnung des Zuges gestört und den zur Theilnahme an der Feier Berusenen der Platz versperrt wurde. Die Polizei schien dabei nicht anwesend zu sein. Es wäre zu wünschen, daß künftig in ähnlichen Fällen die Polizei Offizianten und allenfalls noch zu deren Unterstützung ein oder einige Gensdarmen zur Aufrechthaltung der Ordnung thätig wären. Friedberg 12. September 1870. UU für das Bergwerk Dore m. Floß holz, 15 Böden oer Stämme, Schreinerdtele, 50 Stück, Talg, 10 Kilsgramm, sol auf dem Summifflonswege vergeben werden. Die Summjissionen find bis zum 1, October d. J., „Die Lieferung von in die unterfertigte Stelle einzureichen. f Die Eröffnung der Summissionen findet in Gegenwart der erschlenenen Summittenten an genanntem woselbst auch die Lieferungobedsugungen vom 10. September d. J. Demine auf dem Bergwerk Dorhelm flatt, al eingeschen werden können. Bergwerk Dorheim den 9, September 1870. Materiallieferung für die Großherzoglichen Braunkohlenbergwerke Dorheim& Melbach. 292 Die Lieserung nachstehend verzeichneter Materialien, nämlich: Rüböl, 1000 Liter, für das Bergwerk Melbach. Floßbolz, 200 Böden 1 Stämme, 7 1* er* Eichenschachtpfähie, 30,000 Stück, „Vormittags 11 Uhr, portofrei und mit der Bezeichnung 1 belreffend⸗ * Großherzogliches Bergamt Dorbeim. Ein Bäckergeselle f 107 kann soglesch in Arbeit kreten. N Näheres zu er⸗ egen bei der Expeditson dieses Blaftes. 1 Wagnergesellen 2193 sucht Wilh. Pfeiffer, Wagnermelßser. Dammelogasse Nr. 17 am Essighaus in Frankfurt a M. Güter-Versteigerung. 2086 Mittwoch den 12. October d. J.. Vormittags 11 Uhr, sell im hiesigen Rathhause das Grundffück Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klflr. 11. 145. 76. Acker im Lachenfeld, öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg am 27. August 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Frtedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fou car. Bekanntmachung. 2190 Montag den 19. September soll das der Ge⸗ meinde O fübeim gebörige Obst als; 1) circa 250 Malter Aepfel, 2) 15 4 Birnen zu Ponig und 3)„ 50 Simmer Zwetschen auf Ort und Stelle an den Meistbtetenden dersteigert werden. 5 Die Zusammenkunft ist Nachmittags 1 Uhr an der Gemeindeweide in der alten Straße nach Bußbach. Osftheim am 10. Septemder 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Ostbeim Winter * * 6 5 enen guet eee e, K riegskarten e! bene E arne 1 7 0 M ee ee ee e e, ee e 15 4 Weine Marte bon Frankreich lan von 1 11 0 77 N dee ee 6 „ W e n een eee ee enn 1 0 Ie e pet alla U 197 97 4 ö* Den 5 ft 1 N 1 1 N 44 4 len, 0e! 0 50 el e neee n een 7 141 9 50 5 war Oosthanblern,, N U e e ec cee e e 1 0 „ Material- ieserung.. de Wa Aue 10 e eee e e e e e e ee ele e e e 105, e 1 0 Ä1Nů1 ae e,, 15 I * 10 U N 10 ee 01„Mee, be, fe, le, i eee ee 69 eee eee ern, 0 1 1 0„ 0 ö 10 a%. Morel, Me, e e, mae woe 1 un l 10 Me n ee, e e e LA 600 e een, ee, eee e ee ee ee, e e e e e ee e ee 1 00 Ul e, e, e e; 0—ů W ee ee 670 e e e e* LL 0 adele 0 W. Nn e U lee, e eee ee ee e, ee e 0% Va 1676056 17 1% Me eee eee 160 /½% 66690 UN e e e e ee eee, K ee 1 0 0 679 1 6%, e en e ene, e e ede 16* 0 6% 106 17475 II 10 UL„ 10 1. 0* 00 1. h e 1 eich ee bebe 4 ese ssisehe ebe, ae, dt Ne M een en e eee U 60 1 0 1 1 1 a ee 1609 5 1 765 14ů* 160 U MIA d e Mee Naga IL N 10 0ůů 10 40ůʃ ee ö 11 7 1 eee een eng 1„n„ ee g Wie ee eee ee ee 1 0 10 ee Wee W„ 106 4 N etroleum eee Ke e e eee eee 1 M geg U Wet a Me 11 t e e 146 0 Ae gh 16059 37 1 a U eee e 9 900* she ge 1 0 eee ee 134* 0 10 L U ö Il 0 1 1 1. Agasse, e* ol e e 00 6 U ee hefe e h che e 0 eee L 10 60 997 5„!“ N 1 r eee e ee Neersen 0** 1. 1 II Wa ee ince- Mund oulte e eichen. 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Meine 5 Berlin, Ein Extrablatt des„Staats- Antwoet war, daß ich die Art end Sen beklage snzeigers“ bringt folgendes Schreiben des Königs z und um Sendung eines Hevöllmächtigten ersuche, unt Der Königen Au gusta in Berlin. dem die Capftulgtlon abzuschließen sel. Nachdem ich dem 8* 1 General Reille den drles Apergeben batte, sprach ich einige Bendresse, südl. Sedan, J. Sept. Worte mlt m als altem Wekaunten, und so endigte dleset Du kennst nun durch meine drei Lelegramme den anzen Umfang des großen geschich lichen Greigulsses, das ch zugetragen har! Cs ist wie ein Traum, selbst wenn an es Stunde für Stunde bat abrollen seben! Wenn % mir dente, daß nach einem geoßen glücklichen Kriege % wäbrend meiner Regierung nichts Ruhmreicheres mehr T konnte und ich nun biesen weltgeschlchtlichen Ae solgt sehe, so beuge ich mich vor Gott, der allein mich, ein Heer und meine Müverbündeten auserseben hal, e Geschedene zu vollbringen, und ung zu Werkzeugen eineg Willens bestellt bal. Nur in diesem inne ver ag ich das Werk aufzusassen, um in Vemuth Gostes üÜbrung und Seine Gnade zu pieisen. Nun folie eln ld der Schlacht und deren Folgen in gedrängter Kürze. ie Armee war am Abend des 31. und am 1. früb in n vorgeschriebenen Stellungen angelangt, rund um Sedan, „ Bayern baten den linken Flilgel bei Bazeilles an der tags, daneben die Sachsen gegen Moncelle und Vaiguy, e Garde gegen Avonne noch im Anmarsch, das 5. und , Corps gegen St. Menges und Fleigueur; da uhier e Maas einen scharsen Bogen macht, so war von St, denges bis Vonchery kein Gorpe aufgestellt, in dlesem tie aber Wülttemberger, die zugleich den Rücken gegen usfälle von Mezleres deckten. Gavallerte Miwiston Graf iolberg in der Gbene von Voucher als techter Flügel. der Front gegen Sedan der Rel der Bayern. Vet umpf begann troß dichten Nebels bet Vazeilles schon ah am Morgen, und es entspaun sich nach und nach ein ber heftiges Gefecht, wobei Haus für Haus genommen Meiden mußte, was fast den ganzen Tag dauerte, und in sches die Erfurter Olviston Schbler(aug der Meserpe, Fe eingreifen mußte. Ale ich um d Uhr auf Oder ont vor Sedan eintraf, begamit die große Watterie gerade Feuer gegen dit Festungowerke, Auf allen Punkten Gispaunn sich nun ein gewaltiger Geschütkampf, dei e wäbrie, und während dessen von unseten elle nach und nach Tettam gewonnen wurde., Vie seigunten Pörser wurden genommen. Seht tief etu— de nttiene Schluchten mit Wäldern erschwerten das Vor ugen der Insanterle und begünstigten die Bertheldigung— „ Görser Ily und Floing wurden genommen und zog „ aumalig der Feuerkreis kmer enger um Sedan zu men. Coe war ein grandioser Anblick von unserer Hellung auf einer domiutrenden Höhe binter feuer ge Munten Bafterte, echtes vom PVorse Freue vorwärts, erhalb Pi, Torey. Der hestige lderstano des Feindes i allmählig an, nachzulassen, was wir an den auf Isten Malaillonen erkennen konnten, bie elligst aus ben dern und Pörsern zurückliesen. Pie Kapalette suchte cage Matasllone unseres 5. 1 anzugreifen, die vor 15 Haltung bewahrten z die Rabalerle jagte durch Balalllons Intervallen dürch, kehrte ban um und bemselben Wege zursick, was sich dreimal von ver— ebenen Regimentern wiederholte, so daß das Feld mit chen und Pferden besäct war, was wir Alles von Merem Standpunkie genau mit ansehen konnten, Ich Mee die Nummer dieses braven Regimentes noch nicht uhren können. Da sich der Rückzug des Fetudetz auf Aaen Stellen in Flucht auflöste und Alles, Infanterie, alerie und Arilllerie im die Eplabt und mächste Um— ungen sich zusammendrängte, aber immer noch keine deutung sich zeigte, daß ber Feind sich durch Gapitulgtton ae ble ser vertzwelselten Lage zu zlehen beabsichuuge, Jo Ab nichta übrig, ale durch bie genannte Matterte bie Gand bombarbiten zu lassenz ba ech nach 20 Minuten gefahr an mehreren Etellen berells brannte, was mit %, vielen brennenden Oörsern iu dem ganzen eeschlacht, lee einen etschlltternden Eindruck machte„ so lleßs ich ut heuer schweigen und sengete ben Oberste Hieutenank „ ronsart vom Generalstabe als Parlament mit Mäher Fahne ab, ber Armee und chestung ble Gapftulgtlon chagend. Ihm begegnete berelle ein baherlscher Offlzter, b mir meldete, baß ein srauzöstscher Parlamentckt int Mer ahne am Thore sich gemelbet habe, Per Spberst— tenaut v. Bronsanrt wurte eingelassen, und auß selut * nach dem General on chef ward mer unerwartet vol a Kaiser gesluhrt, der ihm sosort einen Urlef an ilch le geben wolltt. Da ber Kaiser fragte, was ür Muß e er habe, und zur Antwort ethlelt?„meines und Mbung zur Uebergabe außzusorbern,“ erwleberse er, bass ach bieserhalb au den General v. Wümpfsen zu wenben de, ber flit ben blesstrten Mac, Mahon soeben bas mando übernommen habe, umb baß er nunmehr seinen eberal- Abimanun Meillle mit bem Wetese an mich ab en werbe, Gs war 7 Uhr, als Meille und Hronsart⸗ nit kamen; lehterer kam etwas voraus, unh buch ihn ehren solt er uit Westimimthelt, baß ber Kalser, au— iind fel. Du kaunst Pix ben Ginbruck benken, ben es aas mich vor Allem und auf Alle machte! Melle sprang e erde und bergab mir ben Welef seines Kalsers, Gaansligenb, bah er font keine Aufträge habe, Moch che en Wees öffnete, sagte ich ihm„Aber ich verlange erste Vebingung haß ble Armee bie ghassen ueber e et wtef sägt so an;„N ayant pas pu molle Net. Ich bevollmächtigte Moltke zum Untethändser und gab Migmarck. all zurück zu bleiben, falls polliische Fragen zuß Sprache kämen; rllt daun zu meinem Wagen, und subr bierber, guf der straße überall mult süikrmischen Hurtahs der berauzlebenden Trains begrilst, die iberall die Volksbynmne anssimmten. Go war ergreifend! Alles halte lichter angezünden, so daß man geilweise in einen Unprovisteten Illumtug ton fuhr, Um 1 Ubre war ich hier und mank mit meiner Umgebung auf das Wohl der Armee, die solches Greigniß erkämpfte. Pa sich am Morgen deg 2, noch keine Meldung von Molike ber die Gapetu⸗ latlonsverhandlungen erhalten batte, die in Honchery satisenden sollten, so suhr ich vergbredetermaßen nach den Schlachtfeld um 8 Ubr sulh und begennese Moltke, der mir entgegenkam, um meine Ginwilligung zur vorge— schlagenen Gapfnlation zu erhalten, und min zugleich an⸗ zeigse, daß der Katser seilh 3 Uhr Sedau verlassen babe und auch nach Vonchery gekommen ßsel. Da derselbe mich zu sprechen wünschse, und sich in der Rähe ein eachlösschen min Park befand, so wählte ich dies zur Megegnung. Um 10 Ur kam ih auf s der Pöbe vor edan an; um 12 Uhr erschtenen Moltke und Wiomarck mit der vollzogenen Gapitulastons Urkundeß um 1 Uhr sehte ich milch mit Frith in Bewegung, von der Kavalerle-Esabowache beglettet. Ich siien vor dem Gchlösßchen ab, wo der Kaiser mi entgegenkam. Per Mesuch währte eine Bier telstundegz wir waren Beide sehr bewegte tber dieses Wledersehen. Was uh Alles empfand, nachdem ich noch vor 4 Jabren Napoleon auf dem Gipfel selner Macht gesehen battle, kaun ich micht beschrelben. Nach dieser Begegnung berttt k ich von halb 3 bis balb 8 Ur die ganze Armet vor Sedan. Per Gm— pfaug der Truppen, das Wiedersehen bes dechmtrten Garbe Gorpo, das Alles kann ich Hir beule micht beschreiben z ich wan tlef ergriffen von so vielen Vewelsen der Viebe und Hingebung. Nun lebe wohl mit beweglem Hetzen am chlusse eines solchen Brteseg. Wilbehm. Einem der„Darmst. Zig.“ zur Veröffentlichung mitgetheilten Privatschrelben eines Ofssigters ben Gr. Olvislon über die Bethetltgung der Hessen an der Schlacht von Molsseville entnehmen wir Folgendes: Seine Großherzogl. Hoheit der Prinz Lubwig haben mit eder Hessischen Ploislon an uben Kämpfen am 31. August und 1. September vor Meß einen ehrenvollen Antheil genommen, obwohl ec nur der Artlllerte geilo in das Gesecht eln— zugreisen vergönnt war und zwei unserer Gecabrons zur Bedeckung preußlscher Artillerte dienten. Glücklicher Welse sind auch bet diesen Abthetlungen leine Verluste zu beklagen. Es war am 31. Aug. bel herrlichem Wetter, als die Piviston zuerst von Norden, aus der Gegend von Thtonville und Longwy, und dann von Slowesten zut raschen Unterstügung engagtrter Truppen gewünscht wurde, Um halb 1 Uhr rückte bie Olviston vom Mivouaksplatze ab, passtrte die Krlegsbrücke von Hauconcourt und kam um halb 3 Uhr süplich von Antilly an, wo u sle a Cheval der Straße nach Metz elne gebeckte Stellung nahm, Um halb 4 Uhr kam ber Befehl bes Prinzen Frtebrich Karl:„Da ber teind mit bedeutenden Strelt— lräften auf bas rechte Moseluser gegangen it und bort zu bleiben scheint, so wird die 25, Stvlston zur Unterstügung des Generals von Kummer bel Antllly berest stehen.“ Unterbessen hörte man, wie vas Gefecht guf den Pöhen östlich von Metz vor dem Fort St. Julten sich ent— wickelte, und bald zeigte ber aus bem hort aus— steigenbe Pulverdampf und der dumpfe Ponner ber schweren Geschle, daß auch bas Fort sich an bem Kampf gegen bie preußztschen Batterlen bethelligte, Patin besteht ber Hauptvorthell ber Wranzosen Aer bet Meth, baßß sle bie Gesechte nur sowell von ben Werken ausdehnen, baff die schweren Geschlltze mitwirken können. Um 4 Uhr 0 wilthete der Kampf auf ber Phhe. An u bem Pulverbampf war zu enkennen, baßß bie preußstschen Vatterlen, trotz bes Feuers bes Forte, vorwärts ngen. Juglelch hatte die Landwehr-Psolslon Kummer's ben Mesehl erhalten, zur Unterstlgung bes 1. Urmekcorpe, vorzurlcken, Gs war 5 Uhr 10 als ein Abfutant bes General v, Kummer bie Meldung brachte, baßß bie Mewegung auf ——— Besebl deg General v. Manteuffel selbst gescheben selz die Diviston solle durch ihr Vorgehen die Unke Flanke des Feindes bedrohen und deuselben zum Rückzug zwingen. Sehr bald kam auch der Befehl, die 25, hessische Diviston solle vorrlcken in die Stellung bei Gbarlp. Gegen 5 Ubr 40 wurde die 50, Brigade v. Lyncker noch mehr östlich detachirt, um das Bols de Wallly zu besetzen und um jeden Preis zu halten. wel Gecabrons unter Mafor v. Ricou wurden zur Deckung von 2 Geschützfeuern und einem Angeißf der Wrangosen sehr exponrten preußischen Batterten vorangeschickt, General v. Kummer kam selbst mit seinem Etab dem Prinzen Ludwig entgegen. Cs zeigte sich, daß die gauze nach Fort St, Julten aussteigende Pöbe, theils mit Weinbergen bepflanzt, von den rangosen besett war.— Um 6 Uhr 10 Min lle das Artillerlegefecht nach; nur Fort St, Julien sandte noch seine schweren Granaten gegen die preußschen Batterten, so daßß wir genau das Sausen der Geschosse hörten und schon Verluste befürchteten, Um 6 Ubr 30 Min,, befahl der General v. Kummer den Rückzug der Batterten. „Heute find wii gut burchgekommen, darauf wollen wir jetzt eins trinken,“ hörte man die Kanonlere sagen, die guten Muth an uns vorübergogen, Ein Mann war leicht verwundet, Prinz Ludwig entschloß sich gegen 10 Uhr nach Antillb in ein trostloseg Quarter zurückzugeben, wohln hm weitere Besehle nachgesandt werden solllen. Pte selben lauteten dahin, Faß die Diolston am fol- genden Morgen, sobald Feuer gebört werde, marschberelt sein müsse,.— Um 1, Sept, feub um 6 Ubr, als noch die Höhen vollstandig mit Nebel bedeckt waren, erthnte berells der Donner der Geschüge von Südosl her, Die Ofwiston erhlelt Besehl, nach Gt, Barbe zu marschiren, ledoch die Brigade v. Lynter im Bols de Fallly zurück- zulassen. Um 7 Ubr marschtrte die Golonne an Machp vorbel, und kam gegen d Uhr auf der Straße nördlich von St. Barbe an, wischen dleser Straßse nach Met auf den Pöben des Fort St. Julten standen die frangöslschen Jruppen in grossen Massen. Die preuselschen Melhen slanden Via-A-vig auf der inte Servignp-Gharly. Uuf unserem knken Flügel war gerade bie Landwehr zum Angriss vorgegangen, gegen Nolsseville und bie Brasserle(Brauetel), welche an ber größten Straße von Mech nach Sgarlouts liegt, mußten leboch wieder zurlick. Velde Stellungen waren, als die Preußen sie kunegehabt batten, von biesen selbst so gut zur Vertbelbigung hergerichtet, daß eine Grstürmung berselben ft Jalanfente unnbthig viele Opfer gefordert bälte; bie preußsische Ab- thellung, welche pleses Dorf am Abend vorher gegen einen sturm tapfer verthelbigte, hatte das- selbe in Folge eines Mipverstandnisses gerdumt, worauf die Frangosen es sosort besetht hatten (chluß folgt.) Ein armer Soldat Man bracht“ hn i unsen agg relh, Man legte ihn auf bas bochmerzenghellz Im kapern Kampf sir Peutschlanbe hr raf ihn bes einbes Kugel schwer Unb ale sie ihm nahmen ab bag eln, e ug ser gebulbig alle eln „Gerti mir bahelm meln Kiebchen schühn, „Hale werd? ich gesund ste wiebersehm!“— 90 bie e getrost, bat guten Muth; Und bie Wunbe hellt une e geht Ahn gut, Und bie aut bes raven, was antwortet sie „ag Weib eines Kellppels wert“ ich nie!“ Gr port bag Wort ba brennt seine een, Ein wilbeg leber erfaßt sein Wehlen, hein Mund ert von bittern Klagen; Und heute wie er zu Grabe getragen! Aus ben Manheim Meere Vagarelh, 100, cep 170, —— 8 Hessen. Darmstadt. Am 9. d. traf mit der Ludwigsbahn, von Mainz kommend, der fran⸗ zösische General von Wimpffen, derselbe, welcher mit dem König von Preußen die Capitulation von Sedan abgeschlossen, in Begleitung seines Generalstabs und der dazu gehörigen Dienerschaft hier ein. Der General, der von dem Stadt- und Etappencommandanten empfangen wurde, trug Civilkleider und war augenscheinlich in sehr ge⸗ vrückter Stimmung. Nach ganz kurzem Aufenthalte setzten die Gefangenen die Reise nach Stutigart sort, welches ihnen als Aufenthaltsort bestimmt ist. — Die Transporte der gefangenen Franzosen durch Deutschland nehmen jetzt riesige Dimensionen an. In der Mittagsstunde des 9. traf ein Eisen⸗ bahnzug mit 3 Locomotiven und circa 50, meist württembergischen Wagen am hiesigen Bahnhof ein. Derselbe fuhr um 1 Uhr weiter nach Norden. In dem Zuge befanden sich 2500 bis 3000 ge- sangene Franzosen aller Waffengattungen. Das den Zug escortirende preußische Militär wurde hier von hessischem Militär abgelöst, während die Preußen mit dem nächsten Zuge nach Frankreich zurückkehrten. Mainz. Die Zelte des ehemaligen Mac Mahon'schen Lagers bei Wörth sind dieser Tage dahier eingetroffen, um einem Theil der bier inter- nirten Gefangenen von Sedan zur Unterkunft zu dienen. Sie werden ihr Lager im Fort Clairfait aufzuschlagen haben, andere Abtheilungen in der Citadelle und dem Weisenauer Lager untergebracht werden. — Wie seit einigen Tagen am Niederrhein über Bingerbrück treffen nun seit dem 9. d. auch hier Transporte von Gefangenen der Armee Mac Mahon's ein. Der erste dieser Züge brachte 1200 Mann, 85 Offiziere und 2 Generäle. Für 6000 Mann ist ein Lager vor Fort Clairfait abgesteckt, für je 2000 Mann Unterkunft in der Citadelle und dem befestigten Lager bei Weistnau beschafft.— Der Gouverneur unserer Stadt hat, kraft der ihm in Folge des Kriegszustandes zu⸗ stehenden Besugnisse, die Erlaubniß zu einer wegen der Friedensbedingungen(Erwerbung von Loth⸗ ringen und Elsaß) auf einem der öffentlichen Plätze der Stadt projectirten Volksversammlung nicht ertheilt. Die socialistische Partei bereitet dagegen eine Volks versammlung in geschlossenem Raume vor, um gegen jeden Ländererwerb zu protestiren und die Proclamation der franzöfischen Arbeiter zu beantworten. Preußen. Berlin. Von den verschwun⸗ denen Kriegs ⸗Correspondenten Herren Max v. Schlägel und Oscar Marschall v. Bieberstein ist aus Pirmasens eine telegraphische Nachricht ein⸗ gegangen, welche ohne erklärende Details meldet, daß beide Herren in französische Gefangenschaft gerathen und in Biisch internirt sind. — In Bremerhaven soll nach der„Z. f. N.“ am 6. Morgens früh von 6— 9 Uhr Kanonen- donner aus der Richtung von Helgoland her ver⸗ nommen worden sein. Es wird hinzugefügt, daß Admiral Jachmann Tags vorher mit den drei in Wilhelmshaven liegenden Panzerschiffen„König Wilhelm“,„Kronprinz“ und„Prinz Friedrich Karl“ die Jade verlassen habe, um den Feind aufzusuchen. — Der„Ostsee- Ztg.“ schreibt man von Kopen⸗ hagen: Nach Mittheilungen, welche ihren Ursprung in der hiesigen frenzösischen Gesandtschaft haben, wird die in der Kjögebucht zusammengezogene sranzösische Flotte nicht wieder in die Ostser gehen. — In der„Köln. Ztg.“ erzählt Georg Horn, daß Napoleon nach der Zusammenkunft mit König Wilhelm nach Sedan so erschöpft war, daß man ihm gleich ein Diner serviren mußte, so gut ee eben ging, und der Art von allen Mitteln ent⸗ blößt, daß dem General v. Boyen, der den Auf⸗ trag bekam, ihn nach Kassel zu bringen, 2600 Thlr. übergeben werden mußken. Kassel. Wie dem„Fr. J.“ berichtet wird, ist der Haushalt Napoleons zu Wilhelmshöhe fremde Pferdehändler verkauft. Das Geschäft ward in Franes abgemacht und, wie wir hören, sind daraus im Ganzen nur circa 40,000 Franes gelöst worden. Uebrigens fällt es hier sehr auf, daß Napoleon's Dienerschaft, welche in der Stadt ihre eigenen kleinen Bedürfnisse, als: Tabak, u. s. w. einkauft, sehr über Maugel an Geld klagt und nur die kleinsten Quantitäten, die sie erhalten kann, kauft. Bayern. München. Die Ernennung des Frhrn. v. Schrenck zum Gesandten in Wien ist definitiv erfolgt. Er wird sich schon in den nächsten Tagen auf seinen Posten begeben. — Seit einigen Tagen finden größere Uebungen im Scharfschießen der mit Kugelspritzen ausgerüsteten Batterien dee ersten Artillerieregiments statt; die Feuergeschwindigkeit und Treffsicherheit dieser Kriegs maschine ist eine außerordentliche, und wird die französische Mitrailleuse weitaus von dieser neuen Art übertroffen. Es können immer je 360 Patronen geladen werden, welche in weniger als einer Minute abgefeuert sind; die während einer Minute abgeseuerte Schußzahl wurde auf 400 gebracht. Die größte Entfernung, bei welcher auf ein sicheres Treffen gerechnet werden kann, beträgt 1200 Schritte. f Würtemberg. Stuttgart. Der fran⸗ zösische General Wimpffen, welcher die Capitulation von Sedan abschloß, ist hier angekommen. Der⸗ selbe wird dem Vernehmen nach in Stuttgart und Cannstatt seinen Aufenthalt nehmen. Ulm. 2100 französische Gefangene sind hier angekommen, für welche auf der sog. Gäns wiese ein Lager aufgeschlagen ist. Baden. Karlsruhe. Der Magistrat der Stadt Berlin hat aus den von ihm gesammelten Geldern zur Unterstützung der durch die Lasten und die Gefahren des Krieges heimgesuchten deutschen Grenzländer 10,200 Thlr. für die zer⸗ störte Stadt Kehl, beziehungsweise die hülfsbedürf⸗ tigen Bewohner von Kehl(Stadt und Dorf) bestimmt. Oesterreich. Wien. Der„A. A. Z.“ wird von hier geschrieben: Der Kronprinz von Sachsen hat den Kaiser telegraphisch von dem Kampf bei Beaumont benachrichtigt; die Depesche lief während der Hoftafel ein, und Se. Majestät erhob zuerst das Glas auf die Erfolge der deutschen Waffen. — Der Umschwung der Verhältnisse in Frank⸗ reich hat auf unsere Kriegspartei eingewirkt; vom Kriegsminister ist demzufolge die Demobilistrungs⸗ ordre ergangen. Alle zur Ausrüstung des Heeres getroffenen Maßregeln werden rückgängig gemacht; die einberufenen Urlauber und Reservisten erhielten Gegenbefehl, die schon bei ihren Regimentern be⸗ findlichen werden nach Hause geschickt; kurz, Alles wird auf den Friedensfuß gesetzt. Bezüglich der Anerkennung der Republik wird mitgetheilt, die österreichische Regierung warte das Verhalten der genglischen ab und werde sich demselben anschließen. Fürst Metternich bleibt inzwischen in Paris. Frankreich. Paris. Nach einem Tele⸗ gramm der„Post“ hat das Vertheidigungs— Comité dem Könige von Preußen die Weisung zugehen lassen,„binnen 48 Stunden das Gebiet der Republik zu räumen.“ — Dem„Journal de Paris“ zufolge sind die Herzöge von Aumale und Chartres, sowie der Prinz von Joinville am Tage nach der Revolution nach Paris gekommen. Dieselben gingen zu Jules Favre und begehrten einen Posten bei der Vertheidigung von Paris. Jules Favre erklärte hierauf, ihre Gegenwart könnte mißverstanden werden und bat sie, ab⸗ zureisen. Die Prinzen haben hierauf Paris verlassen. — Aus der„Patrie“ erfährt man, daß in Paris ein Corps unter dem General Renault in der Bildung begriffen ist. Dasselbe soll aus neuen Regimentern, darunter ein 2. Fremden⸗ er wußte, daß er dafür nicht vorbereitet sei. Seit langen Jahren reichte seine Civilliste nicht hin für die verschwenderischen Ausgaben des Hofes, für die Geschenke an seine Anhänger und für den geheimen Fond, der erforderlich war, die Liebe für den Imperialismus unter seinen Unterthanen warm zu halten. Das Kriegsministerium mußte daher jährlich mit zwei Millionen Lstr. herhalten. Diese Ver⸗ untreuung verheimlichte man durch Vorräthe, welche auf den Staatsrechnungen figurirten, ohne je angekauft worden zu sein, und indem man die Gelder, welche von Solchen, die sich vom Militärdienst loskauften, in die Militär⸗ kasse flossen, mißbrauchte, anstatt dafür Stell⸗ vertreter anzuwerben. In Folge dessen hatten Regimenter, die nominell 2000 Mann stark waren, eine Effektivstärke von nur 1500 Mann, während das Geld für die Substituten und die angeblichen jährlichen Kosten für letztere der Civilliste überwiesen wurde. Ein Krieg mußte als einziges Mittel erscheinen, um die scandalösen Betrügereien nicht an den Tag kommen zu lassen. Man hoffte von den zu⸗ versichtlich erwarteten Siegen und einem ehren⸗ vollen Frieden Rettung aus dieser verzweifelten Lage und deßhalb griff man zum Kriege, wenn⸗ gleich die vorhandenen Lebensmittel und Muni⸗ tion kaum für eine Operation über die Grenze ausreichten. So erklärt sich der Aufschub des Angriffs und die darauf folgende Katastrophe. — Nachdem das diplomatische Corps er⸗ klärt hat, Paris bei einer Belagerung zu ver⸗ lassen, hat die Regierung eine andere Stadt für dasselbe auserwählt und wird sich dort durch einen besonderen Aus schuß vertreten lassen, welcher die auswärtigen Beziehungen unterhält, sowie fur die Landesvertheidigung in den Depar⸗ tements fortgesetzt sorgt. General Trochu hat eine Proclamation an die Mobilgarden erlassen, in welcher er denselben befiehlt, binnen 48 digung der Forts einzunehmen.— Offiziell wird gemeldet: Laon ist von der Armee des Großherzogs von Mecklenburg çernirt und zur Uebergabe aufgefordert, widrigenfalls die Be⸗ schießung beginnt.— Die Wahlen zur con⸗ stituirenden Nationalversammlung sind für den 16. Oktober angesetzt.— Man verlangt zu wissen, welche Journalisten aus den geheimen Fonds bezahlt wurden, man will die ten an den Pranger stellen, die Frankreich betrogen und benebelt haben. 0 18 — Amtlichen Berichten aus Troyes zufolge passirten am 7. d 4000 Mann deutsche Truppen Vitry; dieselben erklärten überall im Namen des Königs von Preußen die Conseription für abgeschafft.— Die Journale veröffentlichen einen offenen Brief Victor Hugo's an das deutsche Volk, in welchem der Versuch erneuert wird, dem Kaiserreich ausschließlich die Schuld für die Herbeifuͤhrung des Krieges aufzubürden. Die französische Republik, heißt es, reiche Deutschland die Bruderhaud. Ein Angriff auf Paris, die Stadt der Nationen, wäre ein Verbrechen; übrigens werde Paris sich aufs Aeußerste vertheidigen. Seine materielle Zer⸗ störung würde es moralisch größer machen.— Die internationale Friedensliga hat gleichfalls welcher das letztere aufgefordert wird, Frieden auf der Grundlage der französischen Integrität abzuschließen. e e — Die„Gazette de France“ will wissen, der König von Preußen hätte der englischen Regierung auf deren Wunsch vertraulich die Friedens grundlagen mitgetheilt, auf welche hin er zu unterhandeln gedenke. Es wären dies! 1) Die Abi c ene um künftige Angriffe von Frankreich aus zu verhindern,— uͤber das durch die Entlassung vieler Diener sebr verringert regiment, formirt werden.— In Paris coursirt Wie? sollte ein europaischer Congreß entscheiden; worden. Es wurden auch 39 Pferde, die eine Geschichte, welche die Differenz zwischen 2) die Abtretung der halben Panzerflotte Frank, theils ihm, theils den bei ihm sich befindenden der Papier- und der effektiven Stärke des reichs; 3) eine Geldentschaͤdigung von drei Generälen gehören, aus freier Hand meist an französischen Heeres erklärlich macht und in Milliarden.(2) gewissem Grade Aufschluß darüber gibt, warum sich der Kaiser in den Krieg stürzte, obwohl Stunden ihren Ehrenposten bei der Verthei⸗ eine Adresse an das deutsche Volk erlassen, in ——— 155 * 5 1 Sbaalen v. 9006 gestresfe 13 Betrefse an die Mecder- Betrefft D unangen Betreff Termin. 1. zu 1 2. zu 6 8. zu 4. u