t * N Arüllerie bat stur Aci mit Failz bend gc e dat dersügt 1 Deulschen king dedürsen. d, Iten Nachughn and Nat Maher, dnt dußerst la a(77) hen — 24 Freßherzoglt un deines bis dan det Nupilln 1870. Donnerstag den 11. August. Oberhessischer Anzeig Friedberger Intelligenzblalt 2 94 Cr. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. — Amtlicher Thbeil. Betreffend: Das Malhildenstift, hier die Vertheilung der für Industrieschulen verwilligten Summen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürger meistereien, in welchen sich Industrieschulen befinden. Die Generalversammlung des Mathildenstifts des Kreises hat Bei dieser Vertheilung erträgt es Ihren Gemeinden die in nach— in ihrer Sitzung vom 29. Juli d. I. beschlossen, 1250 fl. für In, stehendem Abdruck bemerkten Beträge, welche Sie dem Gemeindeein— dustrieschulen dergestalt nach der Seelenzahl der betreffenden Ge, nehmer unter Ord. Nr. 44 des Voranschlags in Einnahme decretiren meinden zu vertheilen, daß an diejenigen Gemeinden, welche Industrie.[und controliren lassen wollen. schulen haben, Auszahlung des ertragenden Antheils erfolgt, der Die Verwendung erfolgt nach Maßgabe unserer Verfugung vom Antheil der übrigen Gemeinden aber, die solche nicht haben, in den 26. Februar 1855 an die Schulvorstände(Intelligenz-Blatt Nr. 17 Kassen verbleiben und hiervon denjenigen Gemeinden, in deren Industrie-[von 1855), sowie vom 27. Mai 1808 un der. 64 des Oberh. Anzeigers. Friedberg den 8. August 1870. schulen Außerordentliches geleistet wird, außerdem auf Nachsuchen D noch besondere Gratificationen zu Theil werden sollen. enen Assenheim 25 fl. 42 kr. a— Nieder⸗Mörlen 24 fl. 4 kr.— Nieder⸗Rosbach 16 fl. 2 kr.— Nie der⸗Weisel 41 fl. 40 kr. — Bönstadt 18 fl. 2 ke.— — Nieder- Wöllstadt 31 fl. 41 kr.— Ober ⸗Florstadt 7 fl. 24 kr.— Ober⸗ Mörlen 59 fl. 6 ke.— Ober-Rosbach 38 fl. 52 ke.— Ober- Wöllstadt 25 fl. 32 kr. — Ockstadt 33 fl. 58 kr.— Oppershofen 19 fl. 32 kr.— Ossenheim 9 fl. 24 kr.— Ostheim 15 fl. 10 kr.— Pohl⸗Göns 15 fl. 56 ke.— Reichelsheim 26 f Rockenberg 39 fl. 58 kr.— Rödgen 6 fl. 9 ke.— Södel 19 fl. 38 ke.— Schwal⸗ heim 15 fl. 31 kr.— Steinsurb 29 fl. 48 kr.— Trais⸗Münzenberg 7 fl. 37 kr.— Weckesheim 12 fl. 48 kr.— Wisselsheim 6 fl. 46 kr.— Wohnbach 19 fl. 32 ke. — Bauernheim 7 fl. 22 kr.— Beienheim 12 fl. 7 ke. Bruchenbrücken 17 fl. 45 kr.— Butzbach 80 fl. 34 ke. — Dorheim 23 fl. 12 ke.— Dorn Assenheim 20 fl. 50 kr.— Fauerbach v. d. H. 17 fl. 58 kr.— Fauerbach b. Fr. 16 fl. 19 kr.— Friedberg 149 fl. 10 kr.— Gambach 23 fl. 24 tr.— Griedel 24 fl. 48 ke.— Hoch⸗Weise 21 fl. 10 kr.— Ilben⸗ stadt 27 fl. 32 kr.— Kirch⸗Göns 19 fl. 58 kr.— Langenhain mit Ziegen⸗ derg 16 fl. 56 kr.— Maibach 7 fl. 16 kr.— Melbach 15 fl. 3 kr.— Münster 9 fl 32 kr. — Münzenberg 29 fl. 2 kr.— Nauheim 76 fl. 4 ke.— Nieder⸗Florstadt 39 fl. 22 ke. Betreffend: Das Mathildenstift, hier die Vertheilung der für Industrieschulen für 1870 verwilligten Summen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Schulvorstände derjenigen Gemeinden, welche In dustrieschulen errichtet haben. 1 85 Indem wir Ihnen von vorstehender Verfuͤgung an die betr. Großherzoglichen Bürgermeistereien Keuntaiß geben, verweisen wir bezüglich der Verwendung der verwilligten Beträge auf unsere Verfügung vom 26. Febr. 1855, Int.⸗Bl. Nr. 17, sowie vom 27. Mai 1868 Friedberg den 8. August 1870. in Nr. 64 des Oberhessischen Anzeigers, und sehen Ihren Berichten wie vorgeschrieben entgegen. Trapp. Kriegs nachrichten. beiden niederschlesischen Regimenter Nr. 7 konnte die Cavallerie nur nicht rasch verfolgen, Wir geben über den Vorgang bei Weißen⸗(Königs-Grenadiere aus Liegnitz) und Nr. 58 sonst wären noch sehr viel mehr Franzosen ge— burg nach dem Bericht eines Correspondenten erstürmen eine französische Verschanzung, das fangen genommen. Der Brand von Weißen— d. K. Z. folgende Einzelheiten: Das war ein 5. Jägerbataillon aus Görlitz, in dem viele burg hat nicht Statt gefunden. Die Bayern vrächtiger Anfang des großen Krieges und mit Freiwillige dienen, schießt mit sicheren Schüssen haben sich sehr brav geschlagen und werden glänzendem Siege haben wir den Feldzug er- stets die französischen Zuaven zusammen, plötz- überall von den Preußen jubelnd begrüßt. offnet. Ich befand mich bei Hagenbach, in der lich ertönt der begeisterte Schlachtruf der Un- Die badische Division rückte heute von Lauter— Nähe der badischen Division Beyer, welche mit serigen und unaufhaltsam wie eine Wetter- berg nach Selz und hatte mehrere lebhafte autem Gesang auf Lauterbach im Elsaß zu- wolke, brechen die Preußen und bald ihnen zur Vorpostengefechte. Preußen sollen bis Hagenau marschirte, als des Morgens um vier Uhr, Seite auch wieder die Bayern, vor. Ganz vorgegangen sein. unter strömendem Regen, welcher die unerträg⸗ Weißenburg, mit allen seinen Verschanzungen Saarbrücken, 7. Aug. Gestern gegen iche Hitze der letzten Tage glücklicher Weise und festen Höhen wird erstürmt, und die Jäger 5 Uhr waren nach der Saarbrücker Ztg. die ehr kühlte, rechts von unserem Flügel in der des 5. Bataillons erobern auch eine fronzösische Spicherer Höhen durch die tapferen preußischen Richtung nach Weißenburg zu lauter Kanonen-⸗ Kanone, während die schwarzen Husaren ein Truppen genommen und zwar wie von Augen- donner, der fortwährend an Stärke zunahm, französisches Zeltlager und viele französische zeugen berichtet wird, mit einem Muth, der erscholl. Die Avantgarde des II. bayerischen Pferde erbeuten. Die ganze französische Divi- jeden einzelnen Soldaten zum Helden machte. Armeecorps unter dem General-Lieutenant Graf fion Douay's ist vollständig zersprengt, der Der Kampf entspann sich etwa gegen 12 Uhr Bothmer war gegen Weißenburg, welches von General Douay selbst, der zuletzt wie ein Ver⸗ Mittags und dauerte ununterbrochen bis es der französischen Division Douah's vom Corps zweifelter den Tod suchte, soll gefallen sein. Nacht geworden war und ihre Schatten erst des Morschalls Mae Mahon besetzt wurde, Wir haben über 800 französische Gefangene, einem Siegesringen ein Ende machten, mit ungerückt. Zwar war Weißenburg stark ver- darunter viele Zuaven, die lange nicht so ge- dem das blutigste von Königgrätz nach compe— schanzt und die Franzosen hatten in aller Eile wandt fochten, wie man früher von ihnen be- tentem Urtheil keinen Vergleich auszuhalten möglichst Schanzen und Verhaue dort aufge- hauptet hatte. Unsere Verluste sind bedeutend vermag. Die Action zu eröffnen war dem 39. führt, allein die braven Baiern stürmten unter und werden sich an Todten und Verwundeten Jufauterie-Regiment beschieden und traten nach vem Schutze ihrer sehr gut schießenden Artillerie wohl über 900 Mann belaufen. Besonders und nach das 74, 12 753. 40. und das nit todesverachtender Kühnheit und drangen bayerische Jäger, dann das 57. und 58. preu-48. Infanterie-Regiment in dieselbe ein, sowie unter harten Verlusten bis in die Mitte der ßische Regiment und das 5. Jäger-Bataillon später noch die brandenburger Jäger und an— Stadt vor. Hier aber warfen sich ihnen neue haben sehr gelitten. General v. Kirchbach ist dere Bataillone, die wir mit Gewißheit zu be— sranzösische Regimenter entgegen und das Ge- leicht an der Backe verwundet. Am schwierigsten zeichnen noch nicht im Stande sind. Die Fran⸗ secht kam zum Stehen. Aber schon nahte die und verlustreichsten war die Erstürmung des zosen schlugen sich nicht minder brav als die »reußische Hülfe; der baierische Kanonendonner Geisberges, eines hohen Hügels südostwärts Unserigen, ihre Schußwaffen sind den preußischen gatte die preußischen Truppen vom 5. Armee- von der Stadt. Die Franzosen hatten sich hier wenigstens gleich und dabei befanden sie sich sorps zur Eile getrieben. Im Laufschritt rückten stark verschanzt und eröffneten ein mörderisches in verschanzter, schwer zu nehmender Stellung. ie vorwärts, voran der General v. Kirchbach, Feuer auf unsere Soldaten, allein das 7. Königs-[ Dreimal wurden die Preußen von der mit er Führer des 5. Armeecorps. Mit schnellem Grenadier-Regiment aus Liegnitz stürmte un- aufopfernder Bravour genommenen ersten Berg— Ueberblick wirft er seine Truppen in die rechte aufhaltsam vorwärts. Die Franzosen haben erhöhung zurückgeschlagen, und es war Zeit, Flanke des Feindes, zwar leisten die Franzosen anfänglich sehr muthig gekämpft, als sie aber daß neue Regimenter„Verstärkung bringend, en hartnäckigsten Widerstand, aber der unge- einmal geschlagen waren, sind sie sehr unor- auf dem Kampfplatz AAchtenen, dean der Feind züme Andrang der Unserigen ist zu groß. Die dentlich geflohen. In dem sehr coupirten Terrain sandte immer frische Bataillone,'die mit der Bahn eiligst herbeigeschafft wurden, ins Feuer. Endlich gelang es den Unserigen, feste Stellung auf der ersten Bergerhöhung zu behalten und erst, als sie hier mehrere Geschütze mühsam hinaufbrachten, gelang es, den Bergrücken von dem Feinde zu säubern und von der wich⸗ tigen Position unbestrittenen Besitz zu nehmen. Mit dieser That war gewissermaßen das blutige Tagewerk vollendet, denn der Feind zog sich eiligst zurück und der Mantel der Nacht deckte die Blutsaat zu. Den ganzen gestrigen Abend und die ganze Nacht hindurch dis zu dieser Stunde, 11 Uhr Vormittags, reiht Wagen sich an Wagen, welche die Ver⸗ wundeten von dem Schlachtfeld in unsere beiden Städte befoͤrdern; die Lazarethe, Hospitäler und die meisten Privatwohnungen sind mit Menschenopfern des Krieges angefüllt und noch weiß man nicht, wann die letzten eingebracht werden. Die Zahl der Todten kennt man ebenfalls noch nicht. Unsere Stadt und die ganze Gegend gleicht heute einem Kriegslager; die Armee des Feldmarschalls v. Steinmetz hält seit heute Nacht bis zu diesem Augenblick ihren Durchzug. Welch' ein Geist beseelt Alle! Aber der Geist, welcher die ganze deutsche Armee erfüllt, er wohnt nicht minder im Bürger— thum; Aufopferung, Patriotismus, Muth und Hoffnung gibt Jedermann, gleich weß Standes und Glaubens er ist, Muth und Stärke, alle Anstrengungen zu ertragen, die in diesen Prüfungsstunden vom ganzen deutschen Volke gefordert werden.— Unsere Armee war am Vormittag des 7. schon bis hinter Cocheron vorgerückt. Unter den Todten auf unserer Seite befindet sich auch der Commandeur der 27. Brigade, General v. Frangois. Bereits werden viele Särge in den Städten herum— getragen, um die schon gestorbenen Schwer— verwundeten zu begraben. Vom hiesigen Kriegs— schauplatz wird als gewiß mitgetheilt, daß die neunten Husaren das ganze Feldlager und Gepäck von zwei Divisionen erobert haben Die Zahl der Verwundeten und Todten auf beiden Seiten wird annähernd auf 5000 geschätzt. Bis jetzt sind hier eingebracht circa 3000 Vex⸗ wundete, darunter auch viele Franzosen. Homburg i. d. Pf., 7. August, 11⅝ Uhr Abends. Der Feind ging nach der gestrigen Schlacht bei Wörth ia größter Auflösung zurück. Bei Niederbronn versuchte die französische Artillerie zu halten; es wurde von den Bayern genommen. Der Feind ging auf der Straße nach Biisch zurück. Die würtembergische Artillerie nahm bei Reichs- hofen viele Vorräthe und vier Geschütze. Todte und Verwundete bedeckten die Rückzugsstraße. Heute früh wurde das vom Feinde verlassene Hagenau besetzt. Saargemünd ist gleichfalls von den dies⸗ seitigen Truppen genommen worden. Forbach wurde nach leichtem Gefecht besetzt. Aus Mannheim kommen in einer kurzen Correspondenz der„Hess. Volksbl.“ die ersten spärlichen Nachrichten über die Schlacht bei Wörth. Es heißt dort: Nach aus bester Quelle geschöpften Erkundigungen war die nahezu 8 stündige Schlacht viel bedeutender und erfolgreicher, als man nach den ersten Nachrichten annehmen durfte. Der etwa 70,000 Mann starke Feind hatte eine außer- ordentlich feste, größtentheils verschanzti Stellung inne, deren Wegnahme unseren tapferen Waffen- brüdern(Preußen, Bayern und Würtemberger) manches blutige Opfer gekostet hat. Insbesondere war der Sturm auf das gut verschanzte Wörth, der in Sulz viermal zurückgeschlagen wurde, ehe er zum Ziel führte, mit großen Verlusten verknüpft. Stark litten insbesondere die Königsgrenadiere, und das preußische 50. u. 70. Infanterieregiment. Die Franzosen eröffneten auf 1500 Schritte bereits das Gewehrfeuer auf unsere Truppen, die sich jedoch nicht beirren ließen, sondern sich ihnen mit⸗ unter auf 50 Schritte näherten und um die Palme des Sieges rangen. Die Zahl der ge— machten Gefangenen beläuft sich nach den neuesten Zählungen auf 7000. Aus den verschiedenen kurz gefaßten Depeschen über den Verlauf der Schlacht bei Wörth erhellt weiter, daß diejenigen Truppen, welche bei Weißenburg in zweiter Linie gestanden, vorgeschoben und das 5. Corps, das am meisten bei Weißenburg gelitten, mit den Bapern in der Reserve gehalten waren. Die deutsche Südarmee, welche in Riedsel, Ingolsheim, Seebach und Schaff⸗ hausen die Nacht über bivouacirt hatte, ging gleich · zeitig auf der sogenannten Gebirgsstraße und der alten Rheinstraße vor, während das bayerische Corps in das Gebirg einbog und über die Vor⸗ berge nach Lobsau und Lampertsloch avancirte. Vor den jenseitigen Höhen hinter der Sauer bei Wörth, Langensulzbach und Moosbronn kam das Gefecht zu stehen. Das Mae Mahon'sche Corps, verstärkt durch Truppen des Canrobert'schen, hielt dieselben besetzt. Trotz sehr heftiger Gegenwehr (in Wörth mußte Haus für Haus mit stürmender Hand genommen werden) gelang es unseren Truppen, die Höhen zu nehmen. Hier wurden von einem einzigen Zuge Infanterie 3 Mitrail⸗ leusen erobert. Nun ging es weiter den Abhang nach Froschweiler hinab, über die Eber auf Reichs- hofen zu, welcher Ort gleichfalls nach hartnäckiger Gegenwehr erstürmt wurde. Die französische Armee retirirte immer weiter; der Versuch, sich bei Nieder— bronn zu halten, kam ihr theuer zu stehen; ein Theil der Artillerie fiel in die Hände der Würtem⸗ berger und am Abend floh das Mac Mahon'sche Corps.— Eine andere Nachricht aus Sulz lautet: Der Sieg der Deutschen bei Wörth unter dem Kronprinzen von Preußen ist noch viel glänzender, als Anfangs gedacht. Gefangene etwa 10,000, 3. Zuavenregiment aufgerieben, erbeutete Geschütze 36, Adler 2 und 6 Mitrailleusen. Mac Mahon verwundet, die Bagage Ducrot's ab- gefangen. Der Verlust der Deutschen an Todten und Verwundeten ist leider auch sehr bedeutend. Neben den Bayern und Preußen hielten sich die Würtemberger(2., 5. Inf.⸗Regiment und 3. Jäger- bataillon) glänzend. — Dem„Mannheimer Journal“ wird unterm 6. d. M. telegraphirt: Ein Convoi mit Franzosen, etwa 1000 Mann, wurden bei Hagenau von den Badensern empfangen und nahmen dieselben jene gefangen. Ein dem ersten nachfolgender Zug mit über 200 Mann wurde vom gleichen Schicksal getroffen. Karlsruhe. Die Nachricht über ein Treffen bei Sulz(Wörth) kam in unbestimmten Gerüchten schon am Nachmittag des 6. August hier an. Ein Sergeant brachie einige Kranke und Verwundete und erzählte Folgendes:„Die Franzosen schießen auf 1500 oder 1000 Schritte, rennen auf uns zu und brüllen, als wollten sie uns erwürgen und auffressen. Sind sie auf 400 Schritte nahe und wir geben ihnen eine Salve, so haben sie meist schon genug; nach einer zweiten und dritten aber sieht man nichts als— Buckel,„nix als Buckel!“ so versicherte treuherzig der ehrliche Mann. Weitere Nachrichten aus Sulz vom 8. August Abends 9 Uhr, besagen: Der Verlust der Fran— zosen in der Schlacht bei Wörth beträgt wenig- stens 5000 Todte und Verwundete inclusive Offiziere sowie 6000 Gefangene. Mac Mahon floh unter Zurücklassung der ganzen Bagage, vieler Geschütze und zweier Eisenbahnzüge mit Proviant. Unsere verfolgende Cavallerie traf viele Tausende Versprengte, welche die Waffen fortgeworfen hatten. Unser Verlust beläuft sich auf 3000 bis 4000 Todte und Verwundete. Rastatt. Am Samstag früh 10 Uhr wurde der Victuglienhändler Land. Himmelsbach von Baden, früher in Burgheim, gebürtig von Reichen⸗ bach wegen nachgewiesener Spionendienste erschossen. Vergeblich bemühte sich seine Tochter, ihn vor seinem Todte nochmals zu sehen; es wurde ihr nicht gestattet. — 7. August. Verschiedene Blätter bringen wiederholt folgende Nachricht: Straßburg ist von deutschen Truppen vollständig cernirt. München, 8. Aug., Nachm. Ueber die Schlacht bei Wörth am 6. d. sind Seitens des ersten bayerischen Armeecorps folgende Mittheilungen eingegangen. Früh 6 Uhr marschirten die Truppen aus dem Bivouac bei Ingolsheim auf grundlosen Seitenwegen nach Lobsan und Lampertsloch. Während des Marsches vernahmen sie bereits Kanonendonner. Die erste Division(Stephan) ging gegen den feindlichen linken Flügel, wo die Spitze um 1 Uhr eintraf. Um 3 Uhr erfolgte der concentrische Angriff gegen die Positionen des Feindes; um 4½ Uhr waren die Höhen nach erbittertem Kampfe genommen und der Feind in Unordnung zurückgeworfen. Unsere Cavallerie nahm sofort die Verfolgung auf. Wir haben bedeutende Verluste. als Reserve aufgestellt, an der Schlacht nicht un⸗ mittelbar betheiligt. Nähere Details sind nicht festgestellt. Hessen. Darmstadt. S. K. H. der Großherzog haben laut Ausschreiben Großherzog⸗ lichen Oberconsistoriumsan die evangelischen Pfarr- ämter anzuordnen geruht, daß während der Dauer des Krieges mit Frankreich iu das sonntägliche Kirchengebet, und zwarnach den Worten:„Be⸗ schütze unser ganzes deutsches Vaterland“ folgender Zusatz: Herr, Herr, unser Gott, inbrünstiger, denn je, rusen wie dich jetzt an für das gesammte deutsche Land. Von Alters her warst du sein Hort und seine feste Burg. So sei es denn auch jetzt, du treuer Gott, da ein schweres Krieges⸗ wetter uns heimsucht. Herk, du Gott der Liebe, schlinge immer fester durch die gemeinsame Ge- fahr um alle Stämme des Vaterlandes das Band der Eintracht. Herr, du Gott der Ge— rechtigkeit, schütze das Recht und gib ihm den Sieg, rüste die Söhne des Vaterlandes mit dem Muthe aus, der von dir kommt, und kröne Deutschlands Waffen mit deinem Segen. Uns allen aber laß diese Heimsuchung einen Ruf zur Buße und einen Zug werden zu dem Einen, was noth thut, zu dir und deinem Sohne, unserm Herrn. Das Großherzogliche Oberconsistorium bat ferner den evangelischen Pfarrämtern anheimgegeben, während der Kriegszeit überall, wo sich das Be⸗ dürfniß regt, neben den sonntäglichen Gottes- diensten auch in wöchentlichen Betstunden ihre Gemeinden mit dem Troste des göttlichen Wories zu erquicken. §Darmstadt, 8. Aug. Die zweite Kammer war heute versammelt um hauptsächlich die Ge⸗ setztsvorlage bezüglich der Darlehenscassen zu berathen. Die Regierung stellte es jedoch den Kammern anheim mit Rücksicht auf das durch die Siege der deutschen Heere wiederhergestellte Ver⸗ trauen das Gesetz in Betracht zu ziehen oder für gegenstandslos zu erklären. Die Kammer verwarf mit Rücksicht hierauf die Dringlichkeit der Sache und überwies— um für alle Fälle zu sorgen— den Entwurf zur schleunigen Berichterstattung an den zu diesem Ende verstärkten Finanzausschuß. Da hiernach möglicher Weise in der Kürze eine weitere Sitzung stattfindet, so erinnerte Abgeord⸗ neter Curtman an Erledigung des Lehrerpensions⸗ gesetzes, welchem Wunsche entsprochen werden soll. Auf Antrag des Abg. K. J. Hoffmann sprach die Kammer der deutschen Armee und ihren Führern den Dank des hessischen Volkes aus. Alle Mitglieder der Kammer und die Minister erhoben sich einmüthig zu dieser patriotischen Aeußerung. — Major v. Lyncker von der Großherzog⸗ lichen Feldartillerie, welcher vor Ausbruch des Kriegs in Jüterbock ein preußisches Commando führte und von dort zur Nordarmee des Generals v. Steinmetz aus rückte, hat am 6. d. bei Saar- brücken einen Streifschuß am Kopfe erhalten und liegt zu Forbach im Lazareth. Gießen. Auch hier wurden sieben Knaben entdeckt, vier von Berlin und drei von Nord- hausen, im Alter von 10—12 Jahren, welche sich in die Waggons eingeschmuggelt hatten,„um, wie sie sagten, den Krieg mitzumachen“. Sie wurden von der Polizei zu ihren Eltern zurück— gesandt, waren übrigens nicht ohne Geld und äußerten sich, namentlich die Berliner, äußerst heftig, daß man sie„nicht mitmachen“ lasse. Mainz. Bei einem am 6. dahier eingetroffenen Die zweite Division war, 2 Traue darunt wc 1 deulsch burg haben, ile Ihre. sorl, m. licher! sammt Ganze Offzi dargel raschn baherl Löcher des M P 319.“ Drohu sich al Volfss welche werden eine wird n gerbrat Ki on S land“ folgende dung tium I f u den hin deinen Ein crafferim F anbeingegebtn, o iich bos Be- lichen Gottes · Betiund raschung an. Transporte Gefangener befanden sich 16 Offtziere, darunter der Oberst und 374 Mann des 74. fran- zösischen Linien⸗Regiments, 1 Turcos und 2 Bauern und 4 Weiber, letztere gebunden. Sie sollen auf die deutschen Truppen bei dem Eindringen in Weißen⸗ burg geschossen, die Eine siedendes Oel gegossen haben. Die Gefangenen wurden in der Citadelle internirt und setzten Nachmittags in zwei Colonnen ihre Fahrt nach Ingolstadt über Frankfurt ꝛc. fort, mit Ausnahme der Weiber, die standrecht⸗ licher Aburtheilung entgegensehen. Die Soldaten stammten zum Theil aus dem Elsaß, sahen im Ganzen gut aus und waren gut equipirt. Die Offiziere unterhielten sich lebhaft und nahmen die dargebotenen Erfrischungen mit sichtlicher Ueber— Das Casgquet eines Jägers der bayerischen Bedeckung zeigte nicht weniger als Löcher von 12 Kugeln, die alle über den Kopf des Mannes hinweg gegangen waren. Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt:„Während Süddeutschland den Drohungen und Schmeicheleien widerstand und sich als Bundesgenosse treu erwies, spricht die Volksstimme Norddeutschlands viel weniger davon, welche Vortheile Preußen aus dem Kriege erwachsen werden, als davon, wie Süddeutschland am besten seine Treue und Aufopferung zu lobnen ist.“ — Ein großer Theil der gefangenen Franzosen wird nach den östlichen Festungen(Graudenz 1c.) werbracht. Köln. Graf Bismarck meldet die Siege won Saarbrücken und Wörth telegraphisch an die „Köln. Ztg.“ mit folgendem Zusatz:„Die fran— zösischen Armeen werden sich rückwärts concentriren und die entscheidende Schlacht bleibt dann aller— dings dort, weiter in Frankreich hinein, noch zu sschlagen. Aber die unmenschliche, mordbrennerische Art der Kriegsführung, in der sie eine offene Stadt, wie Saarbrücken, vor ihrem Abzug in Brand stecken, schreit zum Himmel fast noch mehr, als der auf Länderraub gerichtete Zweck ihres Kriegsanfalles auf unser friedliches Vaterland, — und der Himmel wird sie strafen durch den Arm unserer durch solche Gewaltthat zu verdop⸗ pelter Zorneswuth entflammten Krieger!“ Frankfurt. Der beste Beweis dafür, daß unsere siegreichen Truppen im Vormarsch begriffen und das eroberte Land leichten Kaufs wieder aufzugeben nicht gesonnen sind, dürfte in der Thatsache zu finden sein, daß alle abkömmlichen Beamten der hiesigen Staatseisenbabnen unter Leitung eines Ministerialcommissärs nach Weißen⸗ burg beordert sind, um dort den Eisenbahnbetrieb für Truppen und Victualien- Transporte nach preußischem Muster einzurichten und zu überwachen. ((Auch aus Nauheim ist dieser Tage ein Eisen⸗ bahnbeamter nach Weißenburg berufen worden. Die Red.) — Das„Fr. J.“ schreibt: Nach den Aus- sagen unserer hier angelangten verwundeten Lands— leute, die bei der Schlacht von Wörth betheiligt gewesen sind, ist der Kampf ein äußerst blutiger und erbitterter gewesen. Die Verluste sind ganz enorm. Das 82. Regiment soll nur noch vier wöllig intacte Offiziere haben. Allgemein sagen die Preußen, die bei Königgrätz mitgekämpft, daß sselbst dort nicht mit so furchtbarer Anstrengung der Sieg erkämpft werden mußte. Ein Husar des seither in Kassel gelegenen Regiments wurde in das hiesige Lazareth aufgenommen; derselbe hatte die Uniform des Generals Douay bei sich. Die Soldaten bezeichneten den Husaren als einen tüchtigen, tapferen Mann; derselbe hatte seinen Offizier aus den Händen des Feindes heraus- geschlagen, wobei er einen Schuß in das Bein erhielt. Ferner bemerkt erwähntes Blatt: Gestern wurde uns die offizielle Bestätigung, daß die Turcos noch auf dem Schlachtfelde gelegene Ver— wundete in der unmenschlichsten Weise verstümmelt, ja massacrirt haben. Als dies bekannt ward, bemächtigte sich am Neckarbahnbof der dort ver⸗ sammelten Menge der heftigste Unwille. Wenn auch die gefangenen Turcos noch vor dem Ver— hungern bewahrt wurden, weitere Labung und namentlich Cigarren, auf welche sie so sehr ver— egen sind, werden ibnen nicht mehr zu Theil werden. Die gefangenen Franzosen wollten selbst nicht mit diesen Menschen in ein Coupe hinein und baten, sie von denselben zu trennen. Sachsen. Leipzig. Am 5. erfolgte in dem Bundes⸗Oberhandelsgerichtsgebäude die feier⸗ liche Eröffnung des Bundes⸗Oberhandelsgerichts. Da Staatsminister Delbrück persönlich nicht er— scheinen konnte, so war der Präsident des Bundes- Oberhandelsgerichts Dr. Pape mit der Leitung der Einweihungsfeierlichkeit selbst beauftragt worden. Bayern. Aus Neustadt a. d. H. meldet der Telegraph von ethusiastischen Ovationen, welche dem Könige von Preußen bei seiner Durchfahrt zum Kriegsschauplatz daselbst am 7. August dar— gebracht wurden. Die Generale von Molike und von Roon brachten zuletzt ein begeistertes Hoch auf Deutschlands Einheit und Freiheit aus. Frankreich. Paris. Das„Fr. J.“ gibt nachstehende Schilderung von dem Sieges- taumel, in welchen die leicht erregte Bevölkerung von Paris sich am 6. d. durch falsche Nachrichten versetzen ließ. Es heißt dort: Um 1½ Uhr ver⸗ breitete sich plötzlich an der Börse das Gerücht, Mac Mahon habe über die Preußen einen glän— zenden Sieg ersochten. Da man weit höher als der gestrige Rentencours eröffnet hatte, fand die Nachricht Glauben. Man sagte, es hätte„Jemand“ die amtliche betreffende Depesche vorgelesen. Die Nachricht verbreitete sich mit Blitzesschnelle in allen Theilen der Stadt, mit genauesten Einzeln— heiten des Sieges.„Eine große Schlacht, heißt es aller Orten mit einem Male, sei vom Marschall Mae Mahon gewonnen worden, 25,000 Preußen seien gefangen, der Kronprinz von Preußen mit seinem Stabe unter diesen, Mae Mahon habe das Armeecorps umzingelt und zum Strecken der Waffen genöthigt, indem er eine Stadt in Brand steckte, in der das Hauptquartier der feindlichen Armee sich befand.“ Hunderttausende zogen darauf nach dem Börsenplatze hin; jubelnd ließ die un— geheure Menge Mac Mahon hoch leben. Der große Platz war schwarz bedeckt mit der Menge. Wie mit Einer Stimme erklang die Marseillaise aus Aller Munde und der Schrei:„Es lebe Frankreich!“ erscholl von allen Seiten. Nur die Commis der Börsen- Agenten ließen einen Ruf für den Kaiser ertönen, der ohne Echo bei der Masse blieb. Von da aus ging es in Strömen nach den Boulevards hin, wo bereits eine unab— sehbare Menschenmenge sich drängte. Auf den Boulevards wurde sofort geflaggt, im Nu waren alle Häuser, Cafés u. s. f. geschmückt wie an großen Festen oder Freudentagen. Man hing die Fahnen des 15. August heute schon heraus. Da wurde schon gemurmelt: es ist nichts Wahres an der Schlacht. Man sang und jubelte fort und hörte nicht auf die schlechte Meldung. An der Börse ging es aber dann furchtbar her. Gegen 2½ Uhr wurde die Depesche als Lüge erklärt, und es ward bekannt, daß Emil Ollivier selbst eben erklärt hatte, daß man keine derartige Nach- richt besitze. Die Enttäuschung war schrecklich, die Entrüstung groß. Tausende stürmten auf die Börse ein, schrieen, man müsse die Börse auf immer schließen. Einstweilen fing man damit an, auf die Agenten dreinzuhauen. Es wurden Einige derselben verwundet. Die Agenten und ihre Com- mis flüchteten sich wie sie konnten. Des Volkes Wuth hätte sie umgebracht. Auf den Boulevards und an anderen Orten wurden die Fahnen wieder eingezogen und die hunderttausendköpfige Menge sammelte sich in Gruppen, das Schmachvolle des Streichs zu besprechen, der Paris so arg mit— gespielt hatte. — 8. August. Ein Decret verfügt, alle kräftigen Bürger von 30 und 40 Jahren zur Nationalgarde einzuziehen, ebenso alle jungen Männer unter 30 Jahren, sofern sie nicht bereits zu Mobilgarde gehören, in die Mobilgarde ein- zureihen. Die Nationalgarde wird bei der Ver- theidigung der Hauptstadt und den Befestigungen zur Verwendung kommen. — 8. August. Aus Metz wird officiell ge— meldet, daß sich die Armee concentrirt, um auf die Vogesen zu marschiren und die Pässe zu ver theidigen. Die Nacht ist ruhig verlaufen. Engagement hat nicht stattgefunden. 8. August, Nachts. Eine neue Proclama⸗ tion der Minister wird soeben an den Straßen- ecken angeschlagen. Dieselbe lautet:„Jetzt Fran- zosen, haben wir Euch die volle Wahrheit gesagt, jetzt ist es an Euch, Eure Pflicht zu thun. Ein unt derselbe Ruf möge von allen Franzosen, von einem Ende Frankreichs bis zum anderen, tönen! Möge das ganze Volk sich erheben in Hingebung, um den großen Kämpfen Stand zu halten! Einige unserer Regimenter sind unterlegen, unsere ganze Armee ist noch nicht besiegt; derselbe Hauch der Unerschrockenheit beseelt sie noch immer! Setzen wir der jetzt vom glücklichen Erfolge begleiteten Kühnbeit des Gegners die Zähigkeit entgegen, welche die Geschicke beherrscht; ziehen wir uns auf uns selbst zurück und mögen die„Eroberer“ gegen einen Wall von menschlichen Leibern an- stürmen. Wie es 1792 und wie es bei Sebastopol gewesen, so mögen auch jetzt unsere Niederlagen nur eine Schule zum Siege sein. Es wäre ein Verbrechen, auch nur einen Augenblick an der Wohlfahrt des Vaterlandes zu verzweifeln, und noch mehr nicht zu derselben beizutragen. Bleibt aufrecht also! Aufrecht! und ihr Einwohner des Centrums, des Nordens und des Südens, auf denen nicht die Bürde des Krieges lastet, eilet mit einmüthigem Elan Euren Brüdern im Osten zu Hülfe. Möge Frankreich, das in Erfolgen einig gewesen, noch einiger sein in der Zeit der Prüfungen. Gott segue unsere Waffen!“ — Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Decret wodurch die erste, dritte, vierte und siebente Militär-Division, ferner die Departements Cötéd'or, Saöne, Loire, Aine und Rhont von der achten Militär-Division in Belagerungszustand versetzt werden. Den neuesten officiellen Mittheilungen zufolge ist das Corps Failly's mit der Haupt- armee vereinigt. Mac Mahon vollzieht die ihm vorgeschriebene Bewegung. — Leboeuf ist von seinem Posten zurückgetreten und Bazaine, dem Trochu beigegeben ist, zum Cchef des Generalstabes ernannt.— Bei Er⸗ öffnung des gesetzgebenden Körpers fand großer Andrang statt. Großbritannien. London. Die Sieges⸗ nachrichten aus Deutschland, welche der Bot- schafter des norddeutschen Bundes, Graf Bernstorff, sofort veröffentlichte, haben in allen Kreisen der Bevölkerung die freudigste Erregung hervorgerufen. —„Daily News“ geht eine Meldung ihres Correspondenten aus Cherbourg zu, wonach es den Franzosen an der Zahl der erforderlichen Transportschiffe fehlt. Zum Transport von 50,000 Mann sind mindestens 120 Transport- schiffe erforderlich, es sind jedoch höchstens 22 disponibel. Italien. Die Räumung des Kirchenstaates Seitens der französischen Truppen hat begonnen. Dieselben werden in Civitavecchia hastig ein- geschifft. Dieser Hafen, sowie Viterbo haben bereits französische Besatzung. Florenz. Acht Panzerschiffe, wovon drei schon vollkommen ausgerüstet, gehen nach Civita⸗ vecchia zur Sicherung der Regierung und des Landes gegen einen Handstreich von der Seeseite. Afrika. Gibraltar. Eingegangene Nach⸗ richten melden, daß in Oran unter den Ein- geborenen eine große Aufregung herrscht. Eine Anzahl Tribus nimmt eine bedenkliche Haltung an. Ein Mit Bezugnahme auf die in voriger Nummer Ihres Blattes gebrachte Notiz über die Vor⸗ züge der Behandlung Verwundeter in Baracken und Zelten gegenüber der Verwendung von innerhalb der Stadt gelegenen Gebäuden, hier insbesondere der Klosterkaserne, fur diese Zwecke, bitten wir der Bemerkung Platz zu goͤnnen, daß die von hier aus abgegebenen deßfallsigen ärztlichen Berichte, sowohl von Seiten der civilen als der militärischen Behoͤrden, in erster Linie die Errichtung von Baracken, in zweiter Linie die Verwendung der Turnhalle empfohlen, im übrigen aber erklärt haben, daß kein ein— ziges Gebaͤude innerhalb der Stadt Friedberg sich zur Aufnahme eines Lazarethes zu eignen scheine. Die bevorstehende Einrichtung der Klosterkaserne zu einem Reservelazareth ist Folge einer Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Krieges und steht im Widerspruch mit den Ansichten und Wuͤnschen der hiesigen Aerzte. Vorschlag und Wunsch. Wir begegnen uns eben täglich unzählige— mal auf der Straße und namentlich auf dem Bahnhof. Wäre es da nicht endlich einmal an der Zeit, daß wir von dem an sich sinn— losen und dabei noch gesundheits- und material— schädlichen Abnehmen der Kopfbedeckung abließen und uns mit dem in militärischen und beamt— lichen Kreisen längst eingeführten Begrüßungs— zeichen begnügten? Schon Göthe hat gesagt: Grüßet mit Neigen, Grüßet mit Beugen Des bedeckten männlichen Haupts! Und das war doch gewiß ein feiner Mann, der sich keine Verletzung des Anstandes zu Schulden kommen ließ. Möchte denn Niemand, zumal unsere Damen nicht, die ja auch bei der Begegnung ihre Häupter nicht entblößen und doch so anmuthig zu grüßen wissen, ein Zeichen der Mißachtung darin erblicken, wenn wir in diesen Tagen beim Begrüßen unser Haupt bedeckt lassen, und möchte das Hutabnehmen, wenn es denn doch einmal sein soll, für die Zeit vorbehalten blei— ben, da unsere Brüder, wie wir zu Gott hoffen, siegreich aus dem Kampfe für das Vaterland heimkehren. Einer für Viele. Erfrischung der durchpasstrenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Zweite Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) an Naturalien: 25 Pfund Kaffee, 8 Ohm Bier, 1 Ohm Aepfelwein(½ Ohm von Ober-Mörlen, ¼ Ohm von Steinfurth), 1 Ohm Branntwein(½ Ohm von Fauerbach, 1½ Ohm von Steinfurth), circa 7 Ohm Schwalheimer 1 38 Flaschen Wein, Milch, 56 Pfund Fleisch, 158 Brödchen, 1014 Laibe Brod(48 von Rödgen, 89 von Ockstadt, 70 von Schwalheim, 26 von Rockenberg, 41 von Oppershofen, 285 von Ober⸗ Mörlen, 150 von Melbach, 62 von Steinfurth, 130 von Ober⸗Nosbach, 70 von Nieder- Rosbach), 294 Eier(47 von Ober-Mörlen, 47 von Ober-Rosbach, 200 von Nieder⸗ Rosbach), 200 Cigarren(100 von Reichelsheim), 25 Centner Braunkohlen, 900 Lobkäse. b) an Geld: Dotheim 61 fl. 56 kr.(wurde auf voriger Liste vergessen und ist in der Gesammtsumme ent⸗ halten), Ockstadt 17 fl. 45 kr., Nauheim 7 fl. 15 kr., Görbekheimer Mühle 5 fl., Ossenheim 1 fl. 10 kt., Schwal⸗ heim 13 fl. 46 ke., Oppersbosen 1 fl. 14 kr., Rockenberg 5 fl. 46 kr., Over⸗Mörlen 8 fl., Butzbach 5 fl., Wölfers⸗ heim 1 fl., Melbach 3 fl. 6 kr., Steinfurth 10 fl. 8 kr., Ober⸗Rosbach 10 fl. 39 kr., Nieder Rosbach 6 fl. 25 kr., Leidhecken 10 fl., 6 Kurgäste in Nauheim 23 fl. 45 kr., Collecte im Bahnhöfe am letzten Sonntag und Montag 112 fl. 14 k., aus hiesiger Stadt und an kleineren Gaben aus der Umgegend 87 fl. 57 kr. Zweite Liste im Ganzen 329 fl., dazu von voriger Liste 801 fl. 22 kr., zusammen 1130 fl. 22 ke. Indem wir für die seitherigen in so reichem Maße gespendeten Gaben herzlich danken, bitten wir um gütige weitere Beiträge. Vielleicht fände sich unter den verehr— lichen Kurgästen in Nauheim Jemand, der eine Samm⸗ lung unter denselben veranstalten möchte, der Anfang dazu ist gemacht, wie aus dem erfreulichen Resultat in obiger Liste zu ersehen ist; das Comité würde dafür sehr dankbar sein. Friedberg den 10. August 1870. Das Comité für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger. Wacht am Rhein! Illustrirte Kriegschronik in zwanglosen Nummern a 9 kr. bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Naubeim. Ein Regenschirm 2019 wurde im Bahnhofe verloren. Man wolle den— selben bei der Exped. gegen eine gute Belohnung abgeben. Siegeslied nach der Schlacht. Was tönet aus Westen so froh in das Land? Wie Siegesposaunen erklingt es! Was pochet das Herze so muthentbrannt? a0 Von Kriegen und Siegen was singt es? Die Schlacht ist geschlagen, der Sieg ist erkämpft, Des Feindes verfluchte Begierde gedämpft, g- Der Franzmann lieget im Staube. 3% Er schlich sich heran wie ein tückischer Traum; Und dem Blitze gleich in Gewittern Vermeint' er den alten, ehrwürdigen Baum Der deutschen Eiche zu splittern. Trug war sein Waffen, die Lüge sein Schwert, Drum hat ihm ein Andrer den Sieg verwehrt, Und furchtbar ist er gefallen. Der Andre war Gott, auf den wir gebaut, Zu dem wir herzinniglich flehten; Ihm haben wir Alles, was unser, vertraut In brünstigen, ernsten Gebeten. Dann zogen wir aus in den blutigen Strauß Voll freudigen Muthes von Hof und von Haus, Des Reiches Grenze zu schirmen. Der Morgen ergraute, der Tag brach an, Trompetengeschmetter ertönte, Von der Kugel zetschmeitert sank mancher Mann, Der lange zu leben noch wähnte.— Jetzt naht es wie Sturmwind, es brüllt das Geschoß, Auf, Trommler! Jetzt gilt es, schlagt an! drauf los! Jetzt gilt es den Sieg zu erringen! Wer sprengt dort so kühn in Getümmel und Kampf? Wie Feuer die Augen ihm brennen, Er scheut nicht die Kugel, nicht Pulverdampf, Der kann's, den sollst du mir nennen! S'ist Friedrich Wilhelm, der edle Held, Wie Wettersausen durchfliegt er das Feld. O, daß ihn der Herr doch behüte! Und lauter brüllt der Geschütze Mund, Und dichter die Kugeln schwirren, Gar Mancher reitet in Tod zur Stund, Wenn die Schwerter rasseln und klirren. Jetzt ist es geschehn!.. Gott, steh' uns bei!. Es fliehen die Feinde, das Land ist frei! Hurrah! ihr Brüder, und vorwärts! 7. August 1870. Fer d. Bender. Kriegskarten à fl. 1. 48 kr., fl. 1. 24 kr., 36 kr., 27 kr., 18 kr., 14 kr. Besonders empfehlen wir eine kleine aber gute Karte zu Is kr. mit den Plänen von Paris, Mainz. Saarlouis, Rastatt. Friedberg und Nauheim. Bindernagel& Sehimpff. 3llustrirtes Ihrige beizutragen. handlungen und Postanstalten entgegen. Omnibus. Vierteljährlich 48 Kreuzer. 2004 Aller Augen sind heut auf den Kriegsschauplatz gerichtet, wo Dank der allgemeinen Begeisterung für die gute Sache, fast jede deutsche Familie durch ein ihr theures Haupt vertreten ist. Der Redaction des„Omnibus“ erwächst daraus die Pflicht, den Lesern die Kunde der zu erwartenden Ereignisse in klar versinnlichender Weise vermitteln zu helfen und. durch Bilder und Seenen vom Kriegsschauplatze, wie durch Charak⸗ teristiken hervorragender Persönlichkeiten, in Original⸗Artikeln und Originalzeichnungen, zur Erhöhung des Vaterlandsgefühls das Die Expedition und Redaction des Omnibus. Bestellungen auf das III. Quartal des Omnibus nehmen alle Buch⸗ Wochenblatt. Mitbürger! Merkt es an dem Brande von Saarbrücken, einer offenen friedlichen Stadt, an den Gräuel⸗ thaten, welche die Turkos an Wehrlosen und Ver— wundeten verüben, was Euch gedroht hätte, wenn die Franzosen bis zu uns gedrungen wären! Wer hält sie aber davon ab? Wer schützt Euren Frieden, Euer Vermögen, die Ehre Eurer Frauen? Wer gibt fein Leben, seine Glieder, seine Ge⸗ sundheit willig für Euch hin? Es ist das tapfere deutsche Heer! Daran denkt, Mitbürger, und gebt reichlich Alle, die Ihr geben könnt, um unsern wackern Kämpfern eine große Sorge, die Sorge um ihre Angehörigen abzunehmen. Es gehört viel Geld dazu, um die Ernährer so vieler Fa⸗ milien zu ersetzen, wenn Ihr aber nur den zehnten Theil dessen freiwillig gebt, was ohne diese Tapferen der Feind Euch genommen hätte, so wird es genügen. Kegenschirme 45 in Seide, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billigen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post. Edictalla dung. 2020 An Diefenigen, welche an den Nachlaß der im Junt J. J. verstorbenen Heincich Schäfer IV. Eheleute von Reichelsheim Forderungen oder sonßtige Ansprüche zu bilden haben, ergeht die Aufforderung, solche dahier oder bei dem bestellten Vormunde Georg Wilhelm Schmid zu Reichelsheim specifieirt binnen Frist von 3 Wochen so gewiß anzumelden, als sie sonst bei der Regulirung des Nachlasses außer Berückfichtigung bleiben. Friedberg den 29. Juli 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Magensalz, 1252 bekannt als Bullrichs Universal⸗Reintgungssalz, gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in ½, ½, ½ Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. 1967 Unterzeichneter empfiehlt Winter Endivien⸗ n à 100 10 ke., sowie blühende Topfpflanzen illigst. Afsenheim den 25. Juli 1870. Gräfliche Gärtneret Welle. Eine Grube Mist hat billig zu verkaufen 2021 B. K. Stern. Ein vollständiges Logis 2022 im weiten Stock, aus 5 Zimmern bestehend, nächst der Eisenbahn, hat zu vermlethen W. Baumann's Wittwe. Eine perfecte Köchin 2014 wird gegen hoben Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Frucht preise. . Per Malter. Friedberg, 10. August. Waizen 13 fl. 45 lr. z Kor d fl. 45 kr.; Gerste 8 fl.— kr. 3 Hafer 8 fl. 15 kr. Frankfurt, 8. August. Waizen 14 fl. 10 kr.; Kor 10 fl. 15 kr.; Gerste— fl.— kr.;— Hafer 15 fl. 20 kr. Grünberg, 6. August. Waizen 13 fl. 42 kr. Torf 9 fl. 34 kr.; Gerste 8 fl. 5 kr.; Hafer d fl. 16 kr.z Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— ku.; Wicken— fl. — kr.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 5. August. Waizen 14 fl.— kr.; Korn 9 fl. 49 kr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 8 fl. 38 kr.; 2 7 fl. 30 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund .* Ifraelilischer Gottesdienst in Friedberg. Biseng mn n Freitag Abends 7 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf, geltiflet Schatz Bette unterz über d lichkeit stimme Sitzun nahme 25.00 geson 0 belie 1 Betr bessi wir und in g geme gebo ist, ö bar fonds sind, 22