den unserer Lu Sermißtr; Ni Webileer; e 120 de et Natur un Leber den water Beit dermitben 1 delde. bet en, ftüchern, b ettltn rte be neden der Post —— ö 7 dackuntister 310 . aun n e E Vonnerstag den 10. November. M 133. 17 unt berhe E. ssischer Aneller. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Stitdberger Zutrlligerzblatt Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und neee — Für die Monate November und Paenbet kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der t 9 mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. — ** Betreffend: Die Lehrexeonserenz im Kreise Friedberg. Amtlicher Theil. Friedberg den 8. November 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 26. October v. J., in Nr. 124 des Oberhessischen Anzeigers, beauftragen wir Sie, die Gemeinde-Einnehmer zur sofortigen Bezahlung der Zuschüsse der Gemeinden zur Unterhaltung der Lehrerbibliothek des Kreises in die Kasse der Lehrerconferenz pro 1870 mit dem Anfügen anzuweisen, daß Versäumnisse disciplinarisch bestraft werden würden. f a pf p Kriegs nachrichten. Offieielle militärische Nachrichten. Künheim, 7. Nov. Fort Mortier heute Nacht capitulitt. 220 Gefangene gemacht. Geschütze genommen. v. Schmeling. Versailles, 6. Nov. Am 6. kein Enga- gement gemeldet. v. Podbielsky. General v. Treskow meldet aus Les Errues dor Belfort vom 6. Nov., daß die Division zwischen Colmar und Belfort in mehreren kleinen Gefechten Franctireurs vertrieben hat. Am 2. d. fanden Gefechte gegen Mobilgarden bei Les Errues, bei Rougemont und Petit Magny Zatt; in letzterem ließ der Feind allein 5 Ofsiziere und 103 Mann todt zurück. Am 3. wurde Belfort cernirt und die Verbindung mit Genera v. Werder gergestellt. Charny, 8. Nov. tulirt. Verdun hat capi⸗ v. Gayl. Versailles, 7. Nov., Nachm. 1 Uhr 41 M. In den fünftägigen Verhandlungen mit Thiers ist demselben ein Waffenstillstand auf Grundlage des militärischen Status quo von jeder Dauer bis zu 28 Tagen behufs Vornahme der Wahlen unter Bestattung derselben in den becupirten Theilen Frankreichs wiederholt angeboten worden. Er war, auch nach erneuerter Besprechung mit der Pariser Regierung nicht ermächtigt, das Eine oder das Andere anzunehmen, er verlangte vor Allem die Verproviantirung von Paris, ohne ein mili⸗ tärisches Aequivalent bieten zu können. Da diese Forderung für die Deutschen militärisch unannehm⸗ gar war, so erhielt Thiers gestern aus Paris die Weisung, die Verhandlungen abzubrechen. Versailles, 7. Nov., 10 Uhr 30 Minuten Abends. Nachdem die französische Regierung durch Thiers erklärt hatte, das deutsche Angebot eines Waffenstillstandes von beliebiger Dauer auf Basis des militärischen Status quo nicht annehmen zu können, hat Graf Bismarck vorgeschlagen, die Regierung von Paris und Tours möge die Wahlen nach Belieben ausschreiben und den Termin mit⸗ theilen; die deutschen Heere versprächen auch ohne Waffensillstand die Wahlen in den ganzen boccu— pirten Theilen Frankreichs zuzulassen, zu fördern und ihre Freiheit zu achten. Thiers hatte darauf eine Besprechung an der Vorpostenlinie mit Jules Favre und Trochu, war aber nach Versailles zurückgekehrt, nicht nur nicht ermächtigt, den deutschen Vorschlag anzunehmen, sondern er hatte vielmehr den Befehl abzubrechen. Versailles, 7. Nov., Abends. Nach Pri⸗ watmittheilungen aus Paris ist Jules Favre mit der Mehrzahl feiner Collegen für die Wahlen und für den durch Thiers vermittelten Waffen⸗ stillstand gewesen; Trochu jedoch, welcher dagegen agitirte, hat seine Ansicht durchgesetzt.— In Folge der mit den zwei Ballons erbeuteten 5 Correspondenzen aus Paris ist von Seiten des deutschen Obercommandos ein allgemeines Verbot ergangen, irgend eine Person aus Paris heraus oder nach Paris hinein zu lassen. Die fünf in den Ballons gefangenen Personen sind vor ein Kriegsgericht gestellt worden. — Ueber den Ausfall der Pariser Garnison gegen Le Bourget wird der„Köln. Ztg.“ aus Versailles, 1. Nov. geschrieben: Das Dorf Le Bourget liegt fast unter den Kanonen der deta— chirten Forts von St. Denis; es war daher nur sehr wenig besetzt, kaum von einer Compagnie im Ganzen. Als nun am 29. Oktober Abends der wuchtige Ausfall von französischer Seite geschah, kam es vor Allem darauf an, dikse wenigen Truppen nicht unnütz bloßzustellen, und so wurde ihr Rückzug entschieden. Am Morgen aber begann der eigentliche Angriff von unserer Seite. Die Franzosen hatten die Nacht gut benutzt und sich stark darin verschanzt, einzelne Häuser sogar in kleine Festungen verwandelt. Dennoch stürmte 3 das Königin⸗Augusta⸗Regiment den so befestigten Weiler mit unerhörter Bravour. Le Bourget war genommen. Oberst Graf Waldersee befand sich mit seinem Adjutanten Herrn v. Trotha hinter einem schützenden Hausvorsprung. Da plötzlich schwenken französische Soldaten, welche bis dahin ein schrägüber gelegenes Haus vertheidigt, weiße Tücher, als bäten sie um Gnade. Der Oberst und sein Adjutant treten vor. In diesem Moment, kaum auf 15 Schritt Entfernung, werden beide Offiziere von Kugeln aus jenem Hause mitten in die Brust getroffen und so meuchlerisch ermordet. Einen schnell zu Hülfe eilenden Oberstlieutenant, dessen Namen ich noch nicht in Erfahrung bringen konnte, trifft dasselbe Schicksal. Auch er wird meuchlings niedergeschossen. Die ganze Scene hatte kaum drei Minuten gedauert. Ein Miß verständniß war nicht möglich gewesen, die Ossiziers⸗ uniform allein hatte die Mörder veranlaßt, diese Herren auf's Korn nehmen. Graf Waldersee war einer der trefflichsten Offiziere der Armee und stand ebenso, wie sein Bruder, der Flügeladjutant, und seine ganze Familie in besonderer Hochachtung beim Könige. Der Schmerz über ein so furcht— bares Ende des tapferen Offiziers ist allgemein. Die Wuth der Soldaten ist unbeschreiblich.“ Reims. Ein Erlaß des General-Gouverneurs von Lothringen ordnet an, daß die Maires Listen aller nach französischen Gesetzen Militärpflichtigen, sowie aller Männer unter 46 Jahren aufstellen müssen und daß, falls ein in der Liste eingetra⸗ genes Individuum heimlich oder unmotivirt ab- reist, die Eltern, Bormünder oder Familien des- selben 50 Francs Strafe per Individuum für jeden Tag zu zahlen haben. Metz, 1. Nov. Der Transport der 140,000 unverwundeten Gefangenen geschieht abtheilungs⸗ weise und werden täglich an 25,000 Mann nach Deutschland gebracht. Die 6000 gefangenen französischen Ossiziere werden sämmtlich mit der Eisenbahn befördert. Die Division Kummer, eine Division vom 2. Armeecorps und das 7. Armee⸗ corps bleiben vorläufig in und um Metz und werden auch zum Transport der Gefangenen ver- wandt. Das 1. und 8. Armeecorps sind unter dem Befehle des Generals v. Manteuffel bereits nach Nordfrankreich aufgebrochen, eine Diviston vom 2. Armeecorps ist schon auf dem Marsche nach Paris, das 3., 9. und 10. Armeecorps marschiren über Troyes in das mittlere Frankreich gegen Lyon. Prinz Friedrich Karl wird sich in den nächsten Tagen nach Versailles begeben, um dort weitere Befehle zu erwarten. Die Eisen⸗ bahnverbindung von Metz nach Nancgh ist bereits wieder bergestellt. Aus Metz veröffentlicht die„Times“ folgende Depesche ihres Correspondenten d. d. Saarbrücken, Nop.: In Metz ist die Ordnung völlig wieder⸗ bag worden, und Alles ist ruhig. Zwei preuß. Armeecorps sind nach Thionville marschirt. Das Bombardement beginnt am nächsten Montag. In Metz verbleiben 30,000 Mann Landwehr unter General v. Kummer. Prinz Friedrich Karl ist mit dem zweiten Armeecorps nach Besangon marschirt und man erwartet einen Angriff auf Belfort. In Metz grassiren bei kaltem, unbestimmten Wetter allerlei Krankheiten. — Nach einer Correspondenz der„Times“ sollte das Bombardement der nördlich von Metz gelegenen Moselfestung Thionville gestern (Montag) beginnen. Unter anderen Truppen⸗- theilen ist das 81. Regiment dahin abgerückt. — Wie der„Karlsr. Zig.“ aus Altbrei— sach telegraphirt wird, hat der Commandant von Neubreisach nach der Capitulation von Fort Mortier versprochen, acer mehr auf Altbreisach zu schießen. Altbreisach, 4. Nod. Abends ½7 Uhr. Colossaler Brand auf der Nordwestseite von Neubreisach. 25 pfündige Haubitzengeschosse bis hierher, ohne Schaden zu thun. Keine Verwun— deten.— 5. Nov., Vormittags. Das Bombar- dement auf das Fort Mortier dauert fort, da sich solches noch nicht ergeben, obgleich seit gestern Abend aus demselben nicht mehr geschossen wird. Auf dem nördlichen Glacis der Festung Neu- breisach eine Kanone aufgepflanzt, aus welcher mit Granaten auf Altbreisach geschossen wurde, wodurch schon viele Häuser sehr beschädigt wurden. Ein Kanonier gestern Nachts getödtet. Ein großer Theil der Bewohner in die umliegenden Orte geflüchtet. Bern, 7. Nov. In der Richtung von Montbeliard wurde gestern starker Kanonendonner gehört, deßgleichen in der Richtung von Belfort. Die Franzosen haben das Dorf Verclois bei Belfort theilweise eingeäschert. Die Bevölkerung flüchtete in Massen mit ihrer Habe nach der Schweiz. Karlsruhe, 6. Nov. Das gegenwärtige Bild der militärischen Situation am Oberrhein ist folgendes: Am 1. d. M. Beginn der größeren Operationen der in letzter Zeit bedeutend ver⸗ stärkten 4. Reserve⸗Division unter General von Schmeling gegen Belfort von zwei Seiten her, von Dannemarie und im Thale von Giromagny; die Franctireurs und Mobilgarden werden überall, wo sie Widerstand leisten, zurückgeworfen, über den Fluß Madeleine und Belfort hinaus; am 3. Cernirung von Belfort durch die deutschen Truppen, welche die Orte im Süden von Belfort stark besetzen, Mobilgarden und ein französisches Linien⸗ Regiment nachmals bei Montbeliard werfen und ihre Plänkler bis hart an die Schweizer Gränze (Herimoncourt) streifen lassen, die flüchtigen Franctireurs und aufgelösten Mobilgarden nach der Schweiz zu gedrängt und theilweise, wie es scheint, über die Gränze gesprengt. Wenn der Leser ferner eine Karte zur Hand nehmen will und darauf weiter verfolgt, daß das Corps des Generals v. Werder stetig vor Dijon weiter vor⸗ dringt(der Brief eines Soldaten vom 4. badi⸗ schen Infanterie Regiment vom 31. Okt. ist aus Seurre sur Saöne, bedeutend südlicher als Dijon gegen Chalons sur Saöne zu, und besagt, daß „man rasch vorrücke“), so wird er finden, daß die Lage Garibaldi's und seiner zusammen⸗ gelesenen schlecht bewaffneten Schaaren, falls sie sich noch in Döle und Umgegend befinden, keine angenehme sein kann, und er im Falle einer wohl unausbleiblichen Niederlage kaum einen andern Ausweg als in die Schweiz haben würde, falls er sich, im freien Felde geschlagen, nicht etwa nach Besangon werfen kann. Auf diesem Theile des Kriegsschauplatzes wird sich aber bald das An; rücken der bei Metz freigewordenen Armee in einer Weise fühlbar machen, daß dagegen alle ver⸗ zweifelten Anstrengungen unorganisirter Streitkräfte fruchtlos bleiben müssen. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 51 enthält: I. Publication des zwischen dem deutschen Zoll⸗ und Handelsverein und den Vereinigten Staaten von Mexico abgeschlossenen Freundschafts⸗, Handels- und Schiffahrts⸗ Vertrages. II. Namensveränderung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. October dem Hirsch Merzbach zu Offenbach zu gestalten, daß derselbe künftig att des Vornamens Hirsch den Vornamen Hermann führe. III. Ertheilung von Erfindungspatenten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. dem Ingenieur Rudolf Alfred Wens zu Berlin ein Erfindungs⸗ patent für die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construelion eines Kippmechanismus für Erd⸗ transportwagen, und am 45. Oet. den Instrumenten⸗ machern Adam Storck zu Nichen und Heinrich Arnold zu Klein⸗Umftadt auf deren Nachsuchen ein solches auf die durch Modell und Beschreibung näher erläuterte Construc⸗ tion einer verbesserten Dämpfung an den Klavierinstru. menten, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Er⸗ Hudung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums— zu ertheilen.— Am 25. Ocl. wurde dem seither für den Kreis Lindenfels patentisirten Geometer II. Cl. Joh. Ant. Hohenadel zu Schotten das Patent als Geometer der II. El. für den Kreis Schotten ertheilt. IV. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Oct, den Finanz⸗ accessisten Hippenftiel aus Darmstadt zum Districtsein⸗ nehmer der Districtseinnehmerei Groß⸗Felda,— am 12. Oct. den Amtsdiener bei der Zollabfertigungsstelle im Eisenbahnhofe zu Darmftabt, Joh. Schnarr, zum Amts⸗ diener bei dem Hauptzollamt Darmstadt,— die Zollauf⸗ seher Joh. Nic. Gieg und C. Daubert zu Mainz,— so⸗ wie den Portier und Wieger bei der Main⸗Weserbahn⸗ station Nieder⸗Wöllstadt, Adam Schilling, zu Steueraus⸗ sehern,— den Gymnasiallehramtsgeccessisten Pr. Heid aus Gimsheim zum Lehrer an dem evang. Schullehrerseminar zu Friedberg— zu ernennen, sowie dem Schulamts⸗ aspiranten G. Conte aus Langen die evang. Schulstelle zu Heblos zu übertragen; am 15. Oct. den von sämmt⸗ lichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Pfarrstelle zu Üdenhausen präsentirten Pfarramtscan⸗ didaten Bichmann aus Butzbach, für diese Stelle zu be⸗ stätigen: an demselben Tage dem evang. Pfarrer Alefeld zu Groß-Winternheim die evang. Pfarrstelle zu Gräfen⸗ hausen zu übertragen; am 22. Oct. den Finanzaccessisten Leydhecker aus Darmstadt zum Hauptzollamtsassistenten I. Cl., am 24. October den Oberrechnungsprobator erster Klasse Rühl zum Oberrechnungerevisor bei der zweiten Abth. der Justificatur der Oberrechnungskammer,— den Oberdomänencalculator II. Cl. Kröll zum Oberdomänen⸗ calculator 1. Cl. und den Finanzaspiranten Nick aus Darmstadt zum Oberdomänencalculator II. El. bei der Ober⸗Forst⸗ und Domänendirection zu ernennen; am 25. Oct. N. Fink aus Mörlenbach die erste kath. Schul⸗ stelle zu Budenheim zu übertragen. V. Dienstenthebung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. den Schullehrer Emil Roth, dermalen Hausvater an der Idiotenanstalt zu Bessungen, von der ihm übertragenen ersten evang. Schul⸗ sselle zu Ober⸗Seemen unter dem Vorbehalt des Rücktritts in das Schulamt, zu entheben. VI. Dienstenklassung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Oct. den Haupizoll⸗ amtsassistenten I. Cl., dermalen Revistons⸗Obercontroleur bet dem zollvereinsländischen Hauptzollamt zu Hamburg, Sartorius, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste,— am 24. Oct. den Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, Dr. Haupt, auf sein Nachsuchen, von seiner Dienststelle,— an demselben Tage den Advokatanwalt Grosch zu Mainz auf sein Nachsuchen aus der Zahl der Advokatanwälte— und am, 29. Ock. den Obersteuerrath Fabricius, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung der von ihm bisher geleisteten treuen Dienste, aus dem Dienste— zu entlassen. VII. Concurrenzeröffnung: Erledigt ist: die erste evangelische Schulstelle zu Villingen mit einem jährlichen Gehalte von 437 fl. 42 kr. nebft 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; dem Herrn Fürsten zu Solms⸗ Braunfels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. VIII. Gestorben: am 24. Sept. der erste Brückengeld⸗ erbeber Hänlein zu Kastel; am 29. Sept. der erste kath. Schullehrer Sturm zu Klein-Auheim; am 30. Sept. der Landgerichts⸗Assessor Dr. Zimmermann zu Grünberg; am 15. Oct. der quiescirte Notar Seyler zu Mainz. Preußen. Berlin, 7. November. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ und die„Kreuzzeitung“ schreiben: Die französische provisorische Regierung hat den ihr angebotenen Waffenstillstand abgelehnt. — Nach Ablehnung des Waffenstillstandes seitens der provisorischen Regierung Frankreichs gewinnt die baldige Berufung des Reichstages nach Versailles an Wahrscheinlichkeit. — Eine Bekanntmachung des Generalpostamtes besagt, daß, nachdem in Folge der Uebergabe von Metz die größeren Marschbewegungen der Truppen in Frankreich wieder begonnen haben, sich das Generalpostamt genöthigt sieht, die nach der Be⸗ kanntmachung vom 9. October e. vorübergehend eingeführte Annahme von Privatpäckereien an die Truppen in Frankreich bis auf Weiteres in der Weise zu beschränken, daß von jetzt ab Privat- päckereien nur noch sür die vor Paris stehenden Truppen und für die Besatzungen von Straßburg und Metz zur Besorgung übernommen werden. Stettin. Die„N. St. Ztg.“ schreibt: Der erwartete Transport von 2000 Gefangenen ist hier angelangt. In Genthin bei Magdeburg war ein Aufenthalt dadurch entstanden, daß eine große Anzahl Gefangener die dortige Bahnhofs Restauration, ungeachtet der starken Escorte von 5 Offizieren und 105 Mann des westphälischen Insanterie-Regiments Nr. 13, geplündert hatte. Der über diesen Vorfall telegraphisch benach- richtigte hiesige Festungs Commandant ließ sofort bei Ankunft des Zuges auf dem hiesigen Bahn— hofe eine Durchsuchung der Gefangenen anstellen und diejenigen, bei denen sich von den geraubten Sachen etwas vorfand, festnehmen. Wiesbaden. Seit einigen Tagen kann unsere Stadt fast als eine große französische Garnison gelten. Die Gefangenen von Metz, Offiziere aller Grade, sind in Schaaren hier ein⸗ gezogen. Die bunten Farben der verschieden⸗ artigen Uniformen geben der lebhaften Bewegung auf unseren Straßen und Anlagen ein merk⸗ würdiges Ansehen. Hamburg, 7. Nov. Die„Börsenballe“ veröffentlicht eine officielle Mittheilung, welche be ⸗ stätigt, daß nach zuverlässiger Nachricht aus Helgo⸗ land neun französische Schiffe zehn Meilen west⸗ lich von Helgoland gesehen worden sind, mit der Hinzufügung, daß auch die angekommenen englischen Dampfer diese Nachricht bestätigen. — 8. November. Eine Recognoscirungsfahrt unserer Elbflottille hat gestern die Anwesenheit französischer Schiffe in der Umgegend von Helgo⸗ land bestätigt. Man sah sieben Panzerschiffe und vier Holzeorvetten nördlich von Helgoland kreuzen. Bayern. München. Die französische Regierung beabsichtigt, die sämmtlichen in Deutsch⸗ land internirten Kriegsgefangenen auf den S zu stellen, der ihnen nach französischer Norm in der Gefangenschaft gebührt, so daß also auf den gegenwärtigen Bezug der Gefangenen die Differenz, um welche sich derselbe gegen das französische Regulativ niedriger stellt, darauf bezahlt werden würde, was durch Vermittlung der englischen Regierung geschehen soll. Oesterreich. Wien. Die Abendnummer der„Presse“ dementirt das Gerücht, daß Fürst Auersperg mit der Neubildung des Ministeriums betraut sei. Frankreich. Tours. Der„Monitevr“ enthält einen langen Bericht über die Ereignisse in Metz. Verfasser desselben ist ein gewisser E. de Valcourt, Offizier der Mobilgarde, welcher dem großen Generalstabe der sog. Rhein⸗ armee beigegeben war. Der Bericht ist gleichsam ein Anklageact gegen den Marschall Bazaine und sagt nach Aufzählung einer Reihe von Vor⸗ würfen zum Schlusse:„Kurz, der Marschall Bazaine hat in jeder Hinsicht nur in dem einzigen Zweck gehandelt, Herr der politischen Lage von Frank⸗ reich zu sein und zu bleiben, und glaubend, sich der Preußen, um ihnen bei der Ausführung seiner ehrgeizigen Pläne behülflich zu sein, bedienen zu können, hat er ihnen wissentlich die Stadt und die Festung Metz überliefert, sowie die französische Armee von 110,000 Mann, welche in der ver schanzten Ringmauer lagerte.“ Die„France“ je⸗ doch sagt über diesen Bericht:„Anstatt in diesem Rapport Elemente vorzufinden, welche die öffent⸗ liche Meinung mit Recht nach Gambetta's persön⸗ licher Anklage und Verurtheilung Bazaine's von dem angekündigten Documente zu erwarten hoffte, Elemente, die diese Verurtheilung irgendwie recht · fertigten, bietet das Exposé Valcour's, der für diese Arbeit zum Offizier der Ebrenlegion ernannt wurde, nichts weiter, als eine Zusammenstellung rein persönlicher Eindrücke, sichtbar beeinflußt von allzudeutlichen Voraussetzungen, um dieselbe von vornherein jeder Autorität bar erscheinen zu lassen. Was Valcourt bietet sind Eindrücke seiner Person, aber keine Beweisstücke. — Die Blätter von Tours veröffentlichen folgende Mittheilungen der Regierung! Perpignan, 30. Oct. Der Bürgerkrieg hat hier begonnen. Der Oberst-⸗Platzcommandant wurde gestern Abend von einer Bande Strolche überfallen und erhielt vier Säbelhiebe über den Kopf; auf dem Trans- port ins Hospital wurde sein Leben nur durch die Energie der Krankenwärter gerettet. Das gleiche Schicksal erlitt zur selben Stunde der dortige Gendarmerie⸗Chef. Ein Herr Bordas wurde heute vor seinem Hause gesteinigt, niemals sah man Schauervolleres. Ein Zweiter, verfolgt von eine: wüthenden Menschenmenge, wurde mit Hammer⸗ schlägen getödtet. Auf dem Platz de la Lahe wurden Hausthore und Magazine geschlossen. Die Nationalgarde wird eben eingetrommelt.— Beaune, 3. Nov. Der Feind sprengte die Eisenbahnbrück über den Kanal von Dijon. Deutsche Vorläufer zeigen sich zehn Kilometer außerhalb Dijon, sind aber jetzt wieder zurückgekehrt. Gestern schlug man sich zwischen Auxonne und Beaune. Der Vortheil soll uns geblieben sein. — Eine Depesche der Regierung aus Vendom vom 6. Abends meldet, daß nach Ballonnachrichten aus Paris die Regierung einstimmig den Waffen stillsand zurückwies, da Preußzen die Verproviau⸗ tirung von Paris verweigerte und die Betheiligung des Elsasses und Lothringens an dem Votum del Nationalversammlung nur unter gewissen Reserven zugestand. — Das beträgt 557,976 Totalresultat des Pariser Plebiszitt „Ja“ und 62,638„Nein.“ Dit Mehrzahl der neugewählten Maires gehört dei republikanischen Partei an. — Dem Journale von Tours ist aus Chagnß (südlich Dijon) vom 3. November Abends folgende Depesche zugegangen:„Die Die Preußen hatten sich gierun breitet Mitth anget zu me die 0 der 31. gedru wende Comm nf einer bernic dürfe Feind teure di Aberdnunn e daf dan n Amiserin Der Neniter der die Ertignt N ein gewiß; den Nobilgan e der sog. Nhe richt ist gleichsn e Wagen Aube von Be Nerschal Basch dtn tigzigen 35. Lege von Fru unt glanbend, f Dijon in den Kasernen und in einem befestigten lager installirt. Sie haben 80,000 Rationen vquirirt für die erwarteten Verstärkungen. Bei Juxonne hat gestern ein Engagement stattgefunden. Jichts bei Beaune. Man hat Befestigungsarbeiten i Chagnp errichtet, einer starken Position. Gene- ul Michel(Ernst) ist dort angekommen. Die hreußen scheinen die Absicht zu haben, Chagny zu zermeiden und sich gegen das Creuzot durch das hal des Ouche zu wenden. Truppen sind dort lin dirigirt.“ Aus Tours meldet man unter dem 4. Nov.: „Deutsche Streitkräfte sind aus Dijon abmarschirt ind rücken auf Chagny vor. Man glaubt, daß won und Bourges die bedrohten Punkte sind.“ — Aus Paris, 4. Nov., wird gemeldet: Die Regierung ließ soeben eine Bekanntmachung inschlagen, worin es heißt:„Sie ertheilen uns sas Geheiß, auf dem Posten der Gefahr zu bleiben, en uns die Revolution vom 4. September an- ewiesen hat. Wir haben jetzt die Kraft, welche jon Ihnen mit dem Gefühl der großen Pflichten bommt, die Ihr Vertrauen uns auferlegt. Die ste derselben ist die der Vertheidigung, welche zach wie vor unsere einzige Beschäftigung sein bird. Wir werden verbrecherischen Bewegungen durch die strenge Ausführung der Gesetze zuvor— ommen. Die Proclamation von Jules Favre rmahnt:„Haben wir Alle nur Einen Gedanken t Busfühtung en, in Herzen: die Befreiung des Vaterlandes!“ en, bedtteen; Diese Befreiung ist nicht möglich ohne Achtung cd die Studt en bor dem Gesetze.“ vit dit franzoössc velche in der 9a Du„tante“ j Arkan in diesen welche dit öfen, Sanbene's perse 12 Schaint's un. zu werten hoff 25 zend vit lich Balctur t, der fn Fprtalegien erna „ Jusanntnftllu er berinflußt u a birselbe v Teint: J lassel. alt dan dursen, datt ztreftmlicht un: Perpignan, Paris. Das neueste„Journal de Paris“ agt:„Ein Waffenstillstand ist für uns weit vor; heilhafter als für die deutsche Armee. Würden vir ihn zurückweisen, so bewiesen wir damit nur, saß wir noch nichts gelernt haben, und daß wir gerade so blind sind, als es das kaiserliche Gou— bernement an dem Tage war, wo es an Preußen den Krieg erklärte, ohne dazu weder militärisch roch politisch vorbereitet gewesen zu sein.“ — Nach per Luftballon eingegangenen Nach- sichten aus Paris vom 3. d. war daselbst eine zefälschte Siegesdepesche, angeblich von der Re— zierungsdelegation in Tours unterzeichnet, ver— breitet. Das„Journal officiel“ bemerkt dazu: Die Regierung von Tours hat keine derartige Mittheilung abgesandt. Eine Untersuchung ist ungeordnet, die Urheber der Nachricht ausfindig zu machen. Das„Journal officiel“ fordert sodann vie Einwohner auf, vor Gerüchten jeder Art auf ver Hut zu sein, da von den Urhebern der am 31. Okt. stattgehabten Ruhestörungen eine Anzahl gedruckter amtlicher Formulare und Stempel ent: wendet worden seien. — Das Gouvernement von Lyon, d. h. die Tommune daselbst, decretirte:„Angesichts der Umstände verordnen wir: Ehe wir die Schande iner Uebergabe erleben, wollen wir uns lieber vernichten lassen. Nur Greise, Kinder und Frauen dürfen den Platz verlassen. Die sich vor dem Feinde als Feiglinge erweisen, sollen als Deser— teure behandelt werden, ihre Namen sollen auf ewig gebrandmarkt sein. Der Maire von Lyon: Penon.“ — Der französische„Moniteur“, das offizielle Organ der Regierung von Tours, berichtet vom Sonntag, daß Gambetta die Loire- Armee auf— suche. Am Donnerstag telegraphirte er an alle Departementspräfekten:„Verdoppeln Sie Ihre Wachsamkeit! Wo Sie immer Bazaine oder einen seiner Generalstabsoffiziere antreffen, liefern Sie ihn wohlbewacht hierher.“ Gleichzeitig enthielt das Pariser„Journal officiel“ an seiner Spitze folgende Notiz:„Marschall Bazaine hat sich mit seiner gesammten Armee nach den heldenmüthigsten Anstrengungen aus Mangel an Lebensmitteln und Munition als kriegsgefangen ergeben müssen.“ — In Saint Brieue(Dep. Cotes du Nord) fand eine ropalistische Kundgebung statt. Banden mit weißen Fahnen zogen durch die Stadt, rufend: „Es lebe Heinrich der Fünfte!“— Pariser Be— richten zufolge rathen mehrere Zeitungen den Genuß des Hundefleisches an, in Folge der Herabsetzung der Rindfleisch-Rationen auf 60 Gramm(per Tag für jeven Mann). — Der General Bellemare, welcher sich in La Bourget schlagen ließ, ist in seinem Commando durch den General Berthoud ersetzt worden.— Admiral Graf Bouet-Willaumez ist auf sein An- suchen von dem Oberbefehl des französischen Ge- schwader's in der Nordsee entbunden und durch Contre-Admiral Penhost ersetzt worden. — Picard und Andere verlangen die Ersetzung Gambetta's durch Barthelemy. — Die Regierung hat die Absetzung von fünf Bataillonschefs der Nationalgarde verfügt. Belgien. Brüssel. Die„Independance belge“ meldet aus Algier vom 30. Okt.: Algier hat sich selber vom Militärregime befreit. Der General Walsin-Esterhazy, dem man als Rem- plaganten des Generals Durieu hierher versetzt hatte, wurde auf Anordnung des Municipalraths von Algier nach Frankreich eingeschifft. — Die„Independance“ erfährt: Thiers wurde gestern in Versailles ersucht, bis Abends 6 Uhr das Hauptquartier zu verlassen. Die Lebensmittel- frage sei der hauptsächliche Grund des Scheiterns der Verhandlungen. Das Blatt fügt der officiellen Meldung des Scheiterns der Waffenstillstandsver— handlungen noch hinzu, daß Molke sich im Kriegs- rathe dem Zugeständuiß auch nur einer eintägigen Verproviantirung von Paris widersetzt habe.— Nach demselben Blatte herrscht in Paris große Unzufriedenheit, weil keine Geschütze fertig werden. Man behauptete, die Regierung habe versprochen, daß unter der Leitung des Directors der Ge— werbeschule, Hrn. Tresca, täglich 36 Mitrailleusen oder 10 Geschütze angefertigt werden würden; statt dessen war bis zu den letzten Tagen Oktobers erst ein einziges Geschütz abgeliefert und im Triumph auf das Rathhaus gebracht worden. — Telegramme, welche aus Rouen, Amiens und Havre an die hiesige Emigration einlaufen, zeugen von der großen Furcht, welche vor den Ausschreitungen des Pöbels angesichts des Schei— terns der Waffenstillstandsverhandlungen und der Annäherung des Feindes herrscht. Hauptsächlich scheint in den merkantilen Kreisen von Havre die gedrückteste Stimmung obzuwalten.— In Reims, Chalons, Epernay und Sedan finden täglich Reibereien zwischen Franzosen und Deutschen statt. Viele junge Leute reisen heimlich ab, um Dienste zu nehmen. — Belgische Blätter theilen einen Brief Changarniers mit, in welchem dieser den Marschall Bazaine gegen die erhobenen Anklagen vertheidigt. Das Urtheil Changarniers, des alten Repu— blikaners und entschiedenen Gegners Napoleons, ist hier jedenfalls ein wichtiges und vollgültiges. — Ein anderer General, Bisson, veröffentlicht gleichfalls in belgischen Blättern eine lange An- klage gegen Bazaine, in welcher es heißt: Die Divisions⸗Generale wurden bei keiner Gelegenheit zu Rathe gezogen, sondern blos benachrichtigt. Jedesmal, wenn ein Corpscommandant sie ver— sammelte, so geschah es, um sie von vollendeten Thatsachen in Kenntniß zu setzen. Die ganze Verantwortlichkeit müsse auf Bazaine, Canrobert, Leboeuf, Ladmirault, Frossard und Desvaur fallen. Als man die Capitulation ankündigte, beantragte ich, sagt General Bisson, einen letzten Ausfall, blieb aber ohne Antwort. Am 28. October er- hielten die Divisions-Generale ein vertrauliches Schreiben, und die Adler wurden den Feinden ausgeliefert. Großbritannien. London. Die Kaiserin Eugenie, von Wilhelmshöhe kommend, ist über Belgien in Chislehurst wieder eingetroffen. — Die„Times“ meldet, der Reichsrath werde wahrscheinlich nach Versailles einberufen.— Die „Daily News“ melden, daß 80,000 Preußen unter Manteuffel auf dem Marsche nach Rouen und Amiens seien. Italien. Florenz. Die Verlegung der Residenz des Königs von Italien nach Rom scheint nun nahe bevorzustehen, da Lamarmora den Be- fehl hat vom Quirinal Besitz zu nehmen und auch bereits das diplomatische Corps eingeladen ist, die Regierung bei ihrer demnächst bevorstehenden Uebersiedelung nach Rom zu begleiten. — Die„Opinione“ meldet, der König werde gemäß eines Beschlusses des Ministerrathes am 30. November nach Rom gehen. Griechenland. Aus Athen meldet man, daß Garibaldi die Hellenen zur Unterstützung Frankreichs auffordert, wofür er denselben die Befreiung von Thessalien und Epirus verspricht. Amerika. Philadelphia. Der Dampfer „Varnuna“, von Newyork nach Galveston unter- wegs, scheiterte bei Jupiter Lulet an der Küste von Florida am 20. Alle auf dem Schiffe be⸗— findlichen Personen, mit Ausnahme des zweiten Officiers und 4 Mann, fanden dabei ihren Tod. Das Schiff hatte 36 Kajütenpassagiere an Bord. «„ Friedberg. Man bringt uns heute, am 9. Nov., 4 lebende Maikäfer, welche in der Nähe des warmen Ofens so vergnügt sind wie— Maikäfer. Maikäfer im November sind gewiß eine große Seltenheit. Wir hoffen, daß andere Blätter über diesen Fund uns nicht grollen. Frankfurt. In den Localnachrichten der Frank⸗ furter Blätter finden wir folgende Mittheilungen Von französischen Offizieren werden zunächst die Generale Frossard und Jarras nebst 15 höheren Offizieren hier Aufenthalt nehmen; dieselben suchen zum Theil schon Wohnungen.— Die Gefangenen- Transporte gehen un⸗ aufhaltsam weiter und lockte das Schauspiel am Sonntag mehr als 20,000 Menschen an das Mainufer, woselbst die meisten Züge vorbeifubren. Eine Abtheilung, welche über allzugroßen Hunger klagte, wurde durch die Privat⸗ wohlthätigkeit gelabt. Ein Theil der Gefangenen, nament⸗ lich Diejenigen, welche am Sonntag Nacht die Stadt passirten, befand sich in offenen Wagen, gewiß bei der jetzigen Temperatur keine angenehme Beförderungsweise. Leider kamen durch die am Grindbrnnnen sich umher⸗ treibenden Bretzelbuben Fälle vor, welche die ganze Ent⸗ rüstung der in der Nähe stehenden Personen hervorrief; dieselben ließen sich für einen Kümmelweck 6 kr., für ein Brödchen 3 kr. bezahlen; einer nahm sogar für ein Stück Zwetschenkuchen 2 Fres. Einer dieser Jungen, welcher energisch zur Rede gestellt wurde, meinte, er wolle am Kriege etwas verdienen. Die Gefangenen-Transporte werden noch vier Tage andauern. Offenbach. Am Sonntag Nachmittag hatten fünf Mitglieder des hiesigen Rudervereins eine Fahrt auf dem bochgehenden Main unternommen, welche unglücklich ver⸗ lief, indem bei unrichtiger Lenkung des Bootes dasselbe an der Schiffbrücke in Trümmer ging. Zwei der Ruderer retteten sich auf die Schiffbrücke, während die drei anderen mit einem Rest des Bootes umschlugen und in die Fluthen stürzten. Einer derselben ertrank, während die beiden anderen sich durch Schwimmen retteten. Coblenz. Als Anfang zu der neu zu sammelnden Bibliothek hat der bekannte Schulmann Geh. Regierungs- rath Landfehrmann dahier in einem Schreiben an den Civilcommissär von Kühlwetter sich bereit erklärt, seine eigene durch langjähriges Sammeln entstandene Bibliothek, welche besonders aus dem Bereiche der historischen und philologischen Literatur vieles Werthvolle und einzelnes kaum noch Käufliche enthält, als Beitrag zur Gründung einer neuen Bibliothek in Straßburg hinzugeben. Konstanz. Kürzlich sind hier mehrere Eisenbahn⸗ wagen mit Möbeln, Chaisen, Porzellan u. dgl. für das Schloß Arenenberg eingetroffen. Die genannten Gegen⸗ stände wurden von General Fleury in Petersburg adge⸗ sendet und kamen über Berlin. Der Arenenberg ist be⸗ kanntlich Eigenthum der Kaiserin Eugenie. Die Stadt Stanislau in Galizien wurde, wie die Grazer„Tagespoß“ einem Privalbriefe entnimmt, am vorigen Donnerstag von einem Schwarme von 21 Wild⸗ schweinen überfallen, welche in einem Rudel in die Stadt einbrachen, einen großen Holzwagen umwarsen, mehrere Menschen verwundeten und erst, als unter sie geschossen wurde, sich vertheilten. Drei Stück wurden erlegt, ein Eber verlief sich in ein Haus und wurde lebend gefangen. Der Rest entkam auf der andern Seite der Stadt ins Freie und machte sich nun über die nächstliegenden Ort⸗ schaften her. Im Park des Grafen Vorkowski wurde ein Mädchen von ihnen getödtet. Zum Besten der Verwundeten wurde durch die am 6. d. M. im Hotel Trapp gegebene theatralische Abendunterhaltung eine Einnahme. K. von 133 18 erzielt, welche sich nach Abzug der unvermeid— lichen Kosten mit 42 9 auf die Summe von 91 9 stellt. Von solcher erhielten nun einige Familien kranker und gestorbener hessischen Militärs 30 fl. das Comité des biesigen Rerserve-Lazareths 30— und das Comits für Erfrischung durchpassiren⸗ der Krieger dabier 3 zu dem veröffentlichten Zwecke wurden also bis jetzt verausgabt und wird über die Verwendung der Restein⸗ nahme von 170 Bestimmung im Interesse der Verwundeten de. ebenfalls getroffen werden. Die Rechnungen uber die erwachsenen Kosten können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. Friedberg. J. U. S Fei Oberhessische Eisenbahn⸗Gesellschaft. Vierte Einzahlung. 2549 In Gemäßbheit des§. 4 der Statuten wird biermit die vierte und letzte Einzahlung auf die zum Bezug von Actien der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft berechtigenden Interims- Certificate im Belaufe von fünfzehn Procent des Nominaldetrages, also mit 52½ Gulden oder 30 Thaler per Stück, auf die Zelt vom 12. bis 19. December 1870 einschließlich fefigesetzt. Durch diese Einzablung werden die Interims⸗ Certificate für Vollzahlung liberirt und es erfolgt unter Einziehung derselben die Aushändigung der ausgeferttgten Actien mit Dividende ⸗Coupons. Da sich sonach der Dividende ⸗ Coupon für das Betriebsjahr 1870 bei den Actien befindet, so sind die Stückzinsen für die Zeit vom 31. Decemder 1869 bis 19. December 1870 mit fl. 11. 52½ kr. oder Tylr. 6. 23 Sgr. 6 pf. zu vergüten, wogegen die Zinsen auf die berelts eingezahlten 60 Procent für die Zeit vom 19. April bis 19. December 1870 im Betrage von fl. 4. 54 kr. odec Thlr. 2. 24 Sgr. per Stück abgesetzt werden. Es find mithin per Stück zu zahlen. fl. 52. 30= Thlr. 3 Sgr. 5 Pf. A een e ee ee 2 5 fl. 64. 22½= Thlr. 36. 23 ĩ„ 6„ abzüglich Zinsen auf eingezahlten Betrag..„ 4. 54. een netto., fl. 59. 28½= Thlr. 33. 29 66„ Mit den Interims⸗Certlsicaten sind nach der Reihenfolge der Zahlen geordnete Nummern⸗Verzeichnisse in doppelter Ausfertigung einzureichen, wozu Formulare bei den Zahlungsstellen ausgegeben werden. Wer die ausgeschriebene Einzablung nicht leistet, hat von dem Betrag derselben sechs Procent lährlicher Verzugszinsen vom 19. December 1870 an und eine Conventionalßrafe von fünf Procent zu zablen und wird unter Angabe der Certificat-⸗Nummer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungstermins durch dreimalige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzablung sammt Verzugszinsen und Con⸗ ventionalstrafe binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstermins a e zu leisten. Solche Interims⸗ Certificate, bezüglich deren dieser Aufforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht vollständig nach ⸗ gekommen sein wird, verlieren ibre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Einzahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus, verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. 0 Die Zahlungen haben zu geschehen: in Frankfurt a. M. bei Herren Gebrüder Bethmann, von Erlanger 8 Söhne, 7 L* 17 50 5„ Herrn M. Königswarter, „ Berlin„„ Jos. Jacques, „ Stuttgart„ der Württembergischen Vereinsbank, „ Darmstadt„ Herrn M. Wolfskehl, Gießen„ unserer Hauptkasse. Gießen den 15. October 1870. Der Verwaltungsrath: Baron R. von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Bsenburg. Präsident. Viee-Präsident. ——Dampfsäge- Etablissement. 2540 Die Eröffnung meines neuen Dampfsäge-Werkes in Oberfranken Bayern) beehre ich mich hierdurch ergebenst anzuzeigen und empfehle dasselbe besonders den Herren Holz⸗ händlern und Bau- Unternehmern bei Bedarf in allen vorkommenden Sorten Bord, Diel, Sparren und Bauholz-Dimensionen. Gefl. Aufträge bitte an mein Haus in Frankfurt a. M. zu richten. Ed. Lejeune. Bekanntmachung. 2 4 3 0 von Bettstroh für die Garnison⸗ Für eine gut eingeführte inländische erwaltung und das Garnison⸗Lazareth Butzbach auf 8 2 die Periode vom 20. November 1870 bis 1.0 1871. Lebens Versicherungs Gesellschaft 2629 Die rubriclete Lieferung wird kommenden Freitag wird für den 11. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Soumis⸗ sionsweg vergeben. b Die Lieferungsbedingungen können auf dem Büreau der Garnison Verwaltung, Zimmer Nr. 4, im Neubau der hiesigen Reitercaserne in den Nachmittags stunden eingesehen werden. N 5 Butzbach den 4. November 1870. Großherzogliche Garnison⸗Verwaltung Butzbach Bauer, Oberquartiermeister. Friedberg und Umgegend ein tüchtiger Haupt⸗ Agent unter sehr günstigen Bedingungen zu engagiren gesucht. Oualificfrte Bewerber belieben ihre Adressen sub K. T. 88 bei der Annoncen⸗Expedition. von Paaseustein& Vogler in Frankfurt a. M. niederzulegen. 2638 anntmachung. U e 2640 Immer mehr stellt sich heraus, welchen Weltruf sich die reizenden Walzer:„Frühlings⸗ reigen“ von Julius Lammers—„Burschentänze“ von Jobannes Schondorf— ‚Jugendträume“ von O. Hübner⸗Trams, vermöge ihres sowohl künfilerischen, als auch echt volksthümlichen In⸗ baltes erringen.— Preis pro Piece(4 Bogen stark) nur 12½ Sgr. Zu bezieben von Robert Apitzsich in Leipzig und durch alle Buch⸗ und Mufikalienhandlungen. Für Wirthe& Fabrikanten. ner n dee, 2639 Eine ftequente Gaßwirthschaft mit geräumigen, Wilh. Sturmfels, Hof⸗Apotheker. : dolene Hemden, zur öffentlichen Kenntniß, daß vom 10. d. M. an die Züge Nr. I. und II. unseres dermaligen Fabrplans, Abgang von Frankfurt Morgens 4 Uhr und bezw. von Cassel Morgens 4 Uhr 30 Min., für den Personenverkehr bis auf Weiteres ausfallen. Cassel am 7. November 1870. Königliche Direction der Main-Weser⸗Bahn. R 2644 Wir bringen hiermit Garten in freier Lage, ist mit oder ohne dazu gehörigem 1 Leibbinden, Inventar und Gut unter günstigen Bedingungen zu ver⸗ Eine Chaise, Unterjacken Unterhosen kaufen.— Die Localitäten eignen sich auch zum Fabrik⸗ 2642 zweispännig, leicht und elegant, sehr btllig zu 2559 zu verschiedenen Preisen bei N 12593 Aebungsaufgaben f( Nach neuem Maas und Gewicht.) g Von einem Verein von Lehrern in der Wetterau. I. Heft 5. Auflage. 8 II. 4.* III.„. be f Preis pro Heft: 7 kr. Friedbecg. Bindernagel& Schimpff. Meine Wohnung 2578 befindet sich seit dem 4. November bet Herrn Oeconomen Altmannsperger neben der Post, eine Stiege hoch. Sprechstunden wie seither Morgens vor 8 und Nachmittags von 2—3 Uhr. l . Dr. med. Wagner. SBrod, 2581 2. 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Schmidt, Schuhmachermeister, Ossenheim. 5 BCCCCC(C((c(ccTTbT Danksagung. 2641 Für die uns erwiesene Theilnahme bei der des hiesigen Bürgers und Glasermeisters Ludwig Schulz e, sagen wir hiermit den herzlichsten Dank. Friedberg. Die trauernden Hinterbliebenen. Frucht prei se. Per Malter. Friedberg, 9. November. Waizen 14 fl.— kr.) Kor 9 fl. 30 kr.: Cerste S fl. 30 kr.; Hafer 5 fl. 45 kl. Frankfurt, 7. November.(200 Zollpfund.) Watzen 14½—15½; Korn 11½; Gerste—; Hafer 9¼— 102,3; Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 29½; Branntwein(500% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß 32. Grünberg, 5. November. Waizen 14 fl. 10 kr.; Korn 10 fl. 38 kr.; Gerste 7 fl. 15 kr.; Hafer 5 fl. 17 ke. Molter— fl.— kr.; Erbsen 10 fl. 7 kr.; Wicken— fl. 50000 Fe und Lein 17 fl.— kr.; Kartoffeln .— fr. Mainz, 7. November. Waizen 13 fl. 26 kr.; Korn 11 fl. 3 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 6 fl. 22 kr.; Kartoffeln 3 fl. 28 kr. bis 4 fl. 16 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund 32-33 fl. Ssraelitischer Gotiesdieust in Friedberg. N n n; Freitag Abends 4½ Uhr. Samstag Morgens 8½ Ubr. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. betrieb.— Näheres durch die Exped. d. Bl. unter verkaufen L. H. Strauß. K. Friedrich neben der Poft. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 4 dbenselbe Oierhes der Gen Beerdigung unseres innigstgeliebten Gatten und Vaters, d Vorstän werther Speist. in sons 1 Df 9 bal a dwischen Nun bn Feinde sangene