aut de ede 1 df. in ei uns fan zatlichen 6. garantirt des Bez D. Few n dürgerwel⸗ nekberg —— gen treffen, ang in der Verkebr vierdurg in Dienstag den 9. August. M93. berhessischer Anzeiger. Friedberger Intelligenzblatt. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 35. sub 1. Reglement die Holzpreise und der Holzverkauf in den Tommunalwaldungen betreffend. Nr. 36. Gesetz, die Aufk ringung der zur Feldaufstellung und Unterhaltung der Großherzoglichen Dipision erforderlichen Mittel betreffend. Nr. 37. Verordnung, die zu Gunsten der Milttaͤrpersonen eintretende Einstellung des Civilprozeß verfahrens betteffend. Friedberg den 6. August 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg r N 1870. Enthäl: die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Die Musterung, Abschätzung und Aushebung der bei eintretender Mobilmachung erforderlichen Pferde. Friedberg am 6. August 1870. Das Großherzogl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. Nachdem eine Pferdeaushebung auf Grund der seither gefuhrten Listen erfolgt ist, wollen Sie nunmehr nach Anleitung des§. 5 des Reglements vom 28. August 1868, Regierungsblatt Nr. 53, neue Ortslisten nach Formular I. aufstellen und dieselben binnen 8 Tagen an uns einsenden. Zugleich werden Sie, wie vorgeschrieben, Ergänzungslisten anlegen und pänktlich fortführen. Tur a pp. Betreffend: Den Schutz Franzöfischer Staatsangehörigen im Großherzogthum. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, die Großherzogliche Polizei-Verwaltung Bad-Nauheim und den Großherzoglichen Polizei- Commissär in Wickstadt. Wir benachrichtigen Sie hiermit, daß nach einer von Groß⸗ der Königlich Großbritannische Geschäftsträger dahier in Gemäßheit Friedberg am 5. August 1870. herzoglichem Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern einer zwischen dem Französischen und Großbritannischen Gouvernement an Großherzogliches Ministerium des Innern zugegangenen Mit- getroffenen Verständigung vom 29. v. M. an den Schutz der im theilung an Stelle der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft am Groß⸗ Großherzogthum sich aufhaltenden Französischen Unterthanen über⸗ herzoglichen Hofe, welche seither provisorisch die Interessen der] nommen hat. Französischen Staatsangehöͤrigen im Großherzogthum gewahrt hat, Tur a p p. Dns n n net m a ch u 109. 5 Betreffend: Die Ausführung des Voranschlags für die Krelskasse des Kreises Friedberg iu 1870 Der Kreis Friedberg, vertreten durch den Bezirksrath und die sicht umgehend unterzeichnete Behörde, ist zur Erfüllung der ihm nach dem Gesetze uber die Kriegsleistungen vom 11. Mal 1851 obliegenden Verbind— lichkeiten demnächst in der Lage, Kapitalien zu einem noch zu be- urkunden außer uns durch die Bevollmächtigten des Bezirksraths, stimmenden Zins fuß aufnehmen zu müssen und haben wir in der nämlich den Vorsitzenden, Kammerhecrn Freiherrn W. Löw von und Sitzung des Bezirksraths vom 23. v. M. die Ermächtigung zur Auf- zu Steinfurth und das Mitglied Großherzoglichen Bürgermeister nahme von Darlehn im Bedarfsfalle im Gesammibetrag bis zu Stoll zu Nieder⸗Wöllstadt vollzogen werden. 25,000 fl. erhalten. Indem wir demzufolge Diejenigen, welche Friedberg den 3. August 1870. gesonnen sind der Kreiskasse die benöthigten Kapitalien, in allen Großherzogliches Kreisamt Friedberg beliebigen Beträgen, darzuleihen, auffordern, diese ihre Ab— Trapp. e eee Zetreffend: Die Verbreitung zuverlässiger Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Seitens des Bundeskanzleramtes ist mitgetheilt worden, daß die vom Kriegsschauplatz einlaufenden zuverlässigen Nachrichten durch den Telegraphen möglichst schnell zur Kenntniß des Publicums gebracht werden sollen. Die betreffenden Bundestelegraphenstationen sind hier— nach angewiesen, sobald dergleichen Telegramme bei ihnen eingehen, zieselben durch den Druck vervielfältigen, ein Exemplar am Stations— zebäude in einer dem Publicum zuganglichen Weise anheften zu lassen, weitere Exemplare aber den im Stationsorte befindlichen Behörden zur Verbreitung am Orte selbst und in der Umgegend zur Disposition zu stellen, auch auf gestellten Antrag per Post zu versenden. schriftlich oder mündlich bei uns kundzugeben, wird bemerkt, daß die Darlehen durch die sammtlichen Gemeinden und selbstständigen Gemarkungen des Kreises garantirt und die Schuld— U uch e, g. Wir werden uns eine möglichst rasche Verbreitung der uns zu gehenden Telegramme, deren Druck sofort nach dem Eintreffen erfolgt, angelegen sein lassen, um dem Publicum, im Gegensatz zu den in solchen Zeiten erfahrungsgemäß in großer Zahl umlaufenden, irrthümlichen oder übertriebenen Geruͤchten, möglichst schnell zuverlässige Nachrichten zu bringen. Friedberg den 8. August 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg! Johannes Weis von Schwalheim ist für die dasige Gemarkung als Feldschütze angestellt und verpflichtet worden. Kriegsnachrichten. Friedberg— dem Rückzuge ins Innere begriffen. Auch durch Fritz! Preise nur Gott, seine große Unsere Leser haben bereits das nach der berühmten Schlacht der drei Gnade. an Sonntage durch Extrablätter Kenntniß von zachstehenden Depeschen erhalten: Cireular-Depesche. Siegreiche Schlacht bei Wörth. Mahon vollständig geschlagen. ach Bitsch zurückgeworfen. Die Direktion der Main-Weser-Bahn. Mainz, 6. August, Abends 6 Uhr 0 Min. Die franzoͤsische Armee hat auf Mac Franzosen der ganzen Linie Kehrt gemacht und ist auf französischen Divistonen gegen drei preußische Compagnien von den Franzosen besetzte Saar— brücken haben dieselben wieder geräumt, vor ihrem Abzuge aber diese offene und wohl— habende Stadt in Brand gesteckt. Auf ihrem Rückzuge haben sie von den nahen Bergen dem angelegten Feuer durch Brandkugeln nachgeholfen. Der König telegraphirt an die Königin: „Welches Glück! Diesen neuen großen Sieg Genommen einige 30 Geschütze, 2 Adler, 6 Mitrailleusen(Kugelspritzen), 4000 Gefangene, 100 Offiziere, General Bose verwundet, Mac Mahon soll verwundet sein, er war verstärkt aus der Hauptarmee. Mittheilung an die Königin Mutter. Es soll Victoria geschossen werden. Wilhelm.“ — Die seit Sonntag courstrenden Privat— nachrichten von einem zweiten Kampfe bei Saar- brücken erhalten durch folgende offizielle Mittheilungen über denselben ihre Bestätigung: 6. August Abends. Die Spitzen der preußischen Colonnen hatten sich am 5. August der Saar genähert; heute früh traf General von Kamecke westlich von Saarbrücken den Feind in starker Stellung auf den Bergen bei Spicheren und ging sofort zum Angriff über. Auf den Kanonendonner eilten Ab— theilungen der Divisionen Barnekow und Stülpnagel eben dahin. General v. Göben übernahm das Commando und gelang es nach sehr heftigem Kampfe, die von Seiten des französischen Corps Frossard besetzte Position zu erstürmen. General v. Francois und Oberst von Reuter sind verwundet. Mainz, Sonntag 7. August, Morgens 6 Uhr. General Göben meldet weiter über das Gefecht westlich von Saarbrücken: Mehrere hundert Gefangene vom Corps Frossard gemacht; nach ihren Aussagen standen uns vier Divisionen gegenüber. Das Ende des Kampfes fand erst bei völliger Dunkelheit statt. Der Feind deckte seinen Rückzug durch starkes Geschützfeuer von Spicheren her. General Steinmetz ist gegen Abend ange— kommen und hat den Befehl übernommen. General François ist gefallen. Verlust namentlich an Offizieren groß, vom Feinde zahlreiche Todte. Mainz, 7. August. Der Comman⸗ deur der Centralarmee, Prinz Friedrich Carl, hat heute sein Hauptquartier von Homburg in der Pfalz nach Bliescastel verlegt. Der Commandeur der Nordarmee, General Stein— metz, steht zwischen Sulzbach und Saar brücken. Das große Hauptquartier befindet sich in Kaiserslautern. — Gleichzeitig mit dem Angriff auf Weißen burg hat auch der Vormarsch der badischen Division auf Lauterburg stattgefunden. Die„Karls. Ztg.“ meldet darüber:„Karlsruhe, 4. August, Abends 5 Uhr. Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist die badische Division beute Vormittag gegen Süden vorgerückt und hat die französische Gränze über⸗ schritten. Das Hauptquartier befindet sich in Lauterburg. Eine Recognoscirung auf dem linken Rheinufer bei Selz hat ergeben, daß dort nur wenige französische Truppen sich befinden. Unsere braven Truppen haben 30 Nachen erbeutet und auf das rechte Rheinufer in Sicherheit gebracht. Verlust: ein Lieutenant und zwei Gemeine todt; ein Gemeiner verwundet.“ — Ueber die Einnahme von Saarbrücken schreibt das„Fr. Journ.“: Das Schauspiel der Verwüstung, das in den Annalen moderner Krieg; führung unerhörte Schauspiel der Beschießung einer offenen und so gut wie schutzlosen Stadt, begann mit einer Hartnäckigkeit und einer schnellen Folge von Granaten und Vollkugeln, wie man sie in einer Festung nicht ärger erwarten konnte. Alles flüchtete in die Keller. Bald standen mehrere Häuser der Stadt St. Johann in Flammen; fast kein Fenster in der Nähe unseres Hauses blieb ganz. Das Springen der Scheiben, das Ein⸗ schlagen der Granaten in die Häuser, das Zer⸗ springen derselben vor unserem Hause, die fort⸗ währenden Detonationen und Salven, das stetige Näherkommen des Gewehrfeuers, endlich ein Blick auf die Höhe des Exerzierplatzes hinter Saar— brücken, wo die feindlichen Batterien in vollster Thätigkeit waren, bewiesen, daß unsere schwache Besatzung vernünftig genug war, vor dem vier; zehnmal stärkeren Feinde sich zurückzuziehen und die Stadt zu räumen. Nach einer mindestens anderthalbstündigen ununterbrochenen Beschießung und nachdem auch der letzte deutsche Soldat die Stadt verlassen, hörte endlich das Feuern auf und Einer nach dem Andern betrat die Straße. Das Bild der Zerstörung war grausig: fünf Gebäude theils von den Flammen zerstört, theils von ihnen ergriffen, viele andere mehr oder k eniger demolirt, Kugellöcher und Spuren überall. Am meisten hat das schöne Bahnhofsgebäude gelitten, namentlich der Flügel, in welchem Post und Tele⸗ graph befindlich. 1 — ueber das Gefecht bei Saarbrücken gehen folgende weitere Meldungen ein: 3 Compagnien vom Regiment Nr. 40 hielten mehrere Stunden wacker Stand und zwangen den Feind zur Ent⸗ wickelung seiner ganzen Macht, nicht nur einiger Bataillone, wie seinerseits behauptet wird. Erst dann zogen sich diese Compagnien über die Saar in eine Stellung zurück, welche zu ihrer Aufnahme vorbereitet und besetzt war. Der Feind griff diese Position nicht an, überschritt auch nicht die Saar. Wäre die vorzügliche Stimmung unserer Truppen noch einer Steigerung fähig, so hätten die bis⸗ herigen Gefechte dieses Resultat erzielt. Gegen einzelne Schützenzüge entwickelten sich ganze Ba; taillone, denen es nicht gelang, sie durch ihr Feuer zu vertreiben, oder ihnen bedeutende Ver⸗ luste beizubringen. Der Verlust der Franzosen wird als verhältnißmäßig sehr bedeutend angegeben. — Aus St. Johann wird gemeldet, daß die Franzosen das dortige Eisenbahnstationshaus mit Granaten bewarfen. — Einem Privatbriefe aus Bingen entnimmt die„Mainzer Zeitung“ Folgendes:„Eine Familie aus Dudweiler, die am 4. d. hier durchkam, er⸗ zählt, daß eine Frau mit zwei Kindern, die auf dem Felde bei Dudweiler beschäftigt waren, von französischen Soldaten erschossen wurden.“— Ferner meldet man von da: Am 3. d. wurde ein französischer Infanterist hier als Gefangener durch- gebracht; der Kerl perorirte jämmerlich, schwur, er müsse noch eine Kugel haben u. s. w. Sein Wunsch ging schnell genug in Erfüllung; denn auf dem Transporte zwischen hier und Fischbach versuchte er sich der Waffe eines seiner Trans- porteure zu bemächtigen, ward sosort niedergeschossen, in eine Grube geworfen und mit Erde zugedeckt. — Die„Mainztg.“ berichtet über das Gefecht bei Weißenburg nach Mittheilungen von Offizieren und Unteroffizieren, welche die Gefan⸗ genen begleiteten, Folgendes:„Um 3½ ubr gestern Morgen rückten Theile des 11. und 5. Corps, bayerische Jäger und Artillerie, gegen Weißen⸗ burg. Um 8 Uhr begann das Gefecht. Die Division Douay hatte Weißenburg mit ihren Vortruppen besetzt, das Gros stand verschanzt eine halbe Stunde hinter Weißenburg auf dem Geisberg. Nach hartem Kampfe, in welchem namentlich bayerische und preußische Artillerie wirkte, wurde Weißenburg genommen. Das 47. und 59. Regiment hatten bis an die Brust eine halbe Stunde in dem Graben vor Weißenburg gestanden. Nach der Einnahme Weißenburgs waren Unterstützungen eingetroffen; es kamen vom 5. Armeecorps das 37., 47., 50., 58., 59. und das Königgrenadier-Regiment Nr. 7 in Action, ebenso Regimenter des 11. Armeecorps und an⸗ sehnliche Artillerie. Dann soll sich um den Geis⸗ berg ein Kampf entsponnen haben, so heiß, so blutig, so mächtig, wie in Königgrätz keiner ge⸗ wesen. Die Franzosen hatten sich verschanzt, schossen aus Schießscharten, aber die Königs Grenadiere, das 47. und das 50. Regiment stürmten ihre Position mit dem Bajonnet. Frei⸗ lich sind Viele zu beklagen; 3 Stabsoffiziere fielen und viele Tapfere gaben ihr Leben für den deut schen Sieg. Nachmittags 2 Uhr war die fran⸗ zösische Diviston versprengt, ihre Todten und Ver⸗ wundeten in den Händen unserer Soldaten. Um 4 Uhr Nachmittags standen unsere Truppen schon 3 Stunden hinter Weißenburg. Als die Ge— fangenen nach Landau transportirt wurden, hörte man wieder Kanonendonner. Es scheint auf der ganzen Linie gefochten zu werden.“... In den Straßen der Stadt wogte der Kampf hin und her; die Franzosen hatten sich in den Häusern verschanzt und schossen von oben aus den Fenstern, von den Dächern, hageldicht sausten die Chassepot⸗ kugeln um die stürmenden Soldaten.„Wir gaben eine Salve(so erzählt man weiter), dann ging es mit den Kolben die Fenster und Thüren ein⸗ geschlagen, und hinein und drauf.“ Hessen. Darmstadt. Auf das Nord deutsche Bundesanlehen von 100 Millionen Thaler hat die hiesige Bank 300,000 Thaler gezeichnet. — Ein junger Kaufmann, Sohn des früher in Roßdorf angestellten Großh. Oberförsters E, welcher, nachdem er seiner Militärpflicht in Hessen Genüge geleistet, in Paris lebte und schon seit längerer Zeit aus dem hessischen Unterthanen⸗ verband ausgeschieden war, ist nach zehntägiger Reise und auf Umwegen unerwartet hier ein⸗ getroffen, um an der Seite seiner alten Kameraden den Feldzug gegen Frankreich mitzumachen. — Die„Hess. Volksbl.“ bemerken: Dank unserer guten und geregelten Finanzverwaltung ist der Bestand unserer Staatskasse gegenwärtig ein derart befriedigender, daß es mit der Begebung der von den Ständen genehmigten Kriegsanleihe vor der Hand wenigstens noch keine besondere Eile zu haben braucht. * Friedberg. Am Sonntag ist des Groß⸗ herzogs K. H. von Mainz in unserer Stadt wieder ein⸗ getroffen. Die im Bahnhofe versammelte Volksmenge begrüßte den Landesherrn mit lebhaftestem Hochrufe. „Friedberg, 8. August. Nachdem uns am Mittage des 5. August der erste Zug mit gefangenen Franzosen überrascht hatte, brachte uns der Abend desselben Tages die erste eroberte Kanone. Unbeschreiblicher Jubel erfüllte den ganzen Bahn— hof; im Nu waren Hunderte von Menschen auf dem Packwagen, auf welchem sie stand. Jeder wollte sie aus nächster Nähe gesehen, Jeder wollte sie angegriffen haben. Seit dem 5. treffen jeden Tag Züge mit Gefangenen und Verwundeten ein. Eine Abtheilung unseres Sanitätscorps ist Tag und Nacht im Bahnhofe, um den durchpasstrenden Verwundeten Erleichterung in jeder Hinsicht zu verschaffen; unsere Kaffeküche ist dadurch auch stärker engagirt, indem die Ansprüche sich bedeutend gesteigert haben. Es muß Wein mc. vergbreicht werden, und wäre deß halb zu wünschen, daß sich immer mehr freundliche Geber finden möchten, damit das betreffende Comité auch in den Stand gesetzt ist, allen Anforderungen zu genügen. Gestern, als am Sonntage, war der Zudrang von Ein- heimischen und Fremden im Bahnhofe so groß, daß es schließlich nicht mehr möglich war, die den Truppen so nöthigen Erfrischungen zu ver⸗ abreichen und mußte militärische Hülfe einschreiten, um den Perron abzusperren. Unsere beiden gestern ausgegebenen Extrablätter gingen dabei von Hand zu Hand und riefen die darin enthaltenen guten Nach- richten endlosen Jubel unter den Anwesenden hervor. Die allgemeinste Theilnahme und Fürsorge um die Verwundeten Seitens des hiesigen Publikums muß rühmend hervorgehoben werden; auch dem Feinde vergißt man nicht einen laben— den Trunk und Speise zu reichen. Die hier durch gekommenen verwundeten deutschen Trup⸗ pen bestanden bis jetzt aus Preußen und Baiern. Dieselben erzählen die entsetzlichsten Gräuel, welche Seitens der Turcos auf dem Kampf⸗ platz an schwerverwundeten Deutschen verübt worden sind, indem sie ihnen Arme und Beine abschnitten und die Kopfhaut über das Gesicht zogen. Verwundetenträgern schnitten sie die Ohren ab. Das Völkerrecht ist schauderhaft gebrochen! Es herrscht darüber der gerechteste Abscheu. Einige solcher Turco's, welche hierauf gefangen wurden, traf die gerechte Strafe des Erhäugens. Viele dieser Turco's, die hiernach keine Soldatentugenden besitzen, hätten eine Verwundung nur erheuchelt, seien zusammen— gestürzt, um dem ferneren Treffen enthoben zu sein und ihre Bestialität an den schwer Ver— wundeten auslassen zu können. Das sind die Banden menschlicher Scheusale, welche Napo— leon und die große Nation gegen Deutschland los gelassen hat! Dies ist die Civilisation, die uns Napoleon bringen willi! Vorwärts im Kampf für die gute Sache und zur Vernichtung dieser Civilisation. Der Sieg ist mit den deutschen Fahnen! Hurrah! Mainz. Bei Bekanntmachung der Erstürmung Weißenburgs und des dahinter liegenden Geiß berges sammelte sich eine große Anzahl Bewohner —Sunolae — 2 218 r nommen station und lot Sialion 1d soll werden. Pr. das Sie Spazier des kön diesem e aufgenor sch teu lich vor ein En dem all über die Aekannt die Aus Betrage Gesetzes Nachrit nius“ nachdel Panzer der A Der& Weißen zu stoß Ortscha der Ob druck d rücken immer eine N. kralität Kotte N in unse Seelen lauen Neben Nord⸗ 31 * Hestern, ven Gu⸗ it so gz war,. gern zA dl t tinschrtilt, beittu gti enden berdel „ Fürsottgt eig ichen Ttup⸗ ne Batern. „Gaul, 2 gampf⸗ 7 perihl Gen Ot 4 Gesich unserer Stadt, zog vor das Großh. Palais und brachte dem König von Preußen ein dreifaches Hoch. N — Am Samstag brachte ein von Ludwigs⸗ hafen kommender Zug unter Begleitung von Bayern wieder über 300 gefangene Franzosen, darunter 16 Offiziere, hierher, welche alsbald nach der Citadelle verbracht wurden. Mainz. Nach den an das Hauptquartier gelangten Berichten beträgt die Zahl der bei Weißenburg unverwundeten Gefangenen achthun— dert, darunter 18 Offiziere. Worms. Die erst kürzlich in Angriff ge⸗ nommene Hafenbahn, welche die hiesige Bahn— Jation in direkte Verbindung mit dem Rheine und(vermittels des Trajectbootes) der jenseitigen Station Rosengarten bringt, ist nahezu vollendet und soll schon dieser Tage dem Verkehre nutzbar werden. Preußen. Berlin. Die Königin erhielt das Siegestelegramm bei der Rückkehr von einer Spazierfahrt und ließ dasselbe von dem Balkon des königl. Palais verlesen. Die Nachricht von diesem ersten Siege wurde mit ungeheuerem Jubel aufgenommen. Große Menschenmassen bewegten sich freudig erregt durch die Stadt und nament- lich vor dem Palais des Königs war des Jubels kein Ende. Aus Dresden wird gleichfalls von dem allgemeinen Enthusiasmas der Bevölkerung über diese Siegesnachricht berichtet. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht eine Bekanntmachung des Bundeskanzlers, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 200,000 Thlrn. auf Grund des Besetzes vom 21. Juli d. J. — Die„Berl. Börsen-Ztg.“ empfängt die Nachricht, daß das preußische Panzerschiff„Armi— ius“ glücklich in die Elbmündung eingelaufen ist, nachdem dasselbe eine Zeit lang von französischen Panzerschiffen verfolgt worden. — 6. August. Officielle Meldung. Eine von der Armee heute eingegangene Meldung sagt: Der Kronprinz setzte gestern den Vormarsch über Weißenburg fort, ohne auf ernstlichen Widerstand ju stoßen. Die von ihm passirten französischen Ortschaften sind mit Verwundeten gefüllt, darunter ver Obrist des 50. Regiments. Der tiefe Ein- pruck des Gefechtes ist unverkennbar. Bei Saar⸗ vrücken überschüttet der Feind die unbesetzte Stadt mmer erneut mit Granaten. — Der„Ostsee⸗Ztg.“ geht aus Swinemünde ine Nachricht zu, welche auf die dänische Neu⸗ ralität ein besonderes Licht wirft. Das genannte Blatt schreibt:„Nach zuverlässigen Nachrichten ollen in Kopenhagen sieben dänische Lootsen mit Sack und Pack bereit sein, um die französische Flotte auf unsere Rheden und, wenn es sein kann, in unsere Häfen zu führen.“ — Wie der„Ostpr. Ztg.“ in Königsberg Seeleute versichern, hat jedes in die Ostsee ein- gaufende französische Kriegsschiff einen dänischen Nebenkapitän, der genau das Fahrwasser in der Nord- und Ostsee kennt, an Bord. Kiel. Ein Bewohner der Umgegend Kiels hat denjenigen Mannschaften der Kieler Befestigungen, vie ein französisches Panzerschiff nehmen oder zum Sinken bringen, 1000 Thlr. Gratification be⸗ willigt. Tritt der Fall in diesem Kriege nicht in, so wird das Geld zur Unterstützung hiesiger Invaliden oder nachbleibender Familien verwandt. Aus Tondern wird gemeldet, daß dort mehrere dänische Agitatoren gefangen eingebracht und nach Hannover befördert worden sind. Frankfurt. Der Polizeipräsident v. Madai erschien bei dem Comité zur Verpflegung der Truppen und sprach diesem im Auftrag des Königs den Dank des Letzteren für die patriotische Hin— gabe aus. Der König ließ die Hoffnung aus⸗ drücken, daß er persönlich noch die Gelegenheit gaben werde, seinen Dank auszusprechen. Bayern. München. Von den bei Weißen⸗ Burg in Kriegsgefangenschaft gerathenen französischen Soldaten werden 346 Mann, meistens Turkos, n der Festung Ingolstadt erwartet. Baden. Karlsruhe. Die„Karlsr. Ztg.“ öringt vom 5. August folgenden Bericht über die Einnahme von Weißenburg aus zuverlässiger Quelle: Früh Morgens am 4. rückte die Vorhut der dritten Armee, aus der bayerischen Diviston Graf Botmer bestehend, gegen Weißenburg vor, das durch Verschanzungen bedeutend befestigt war. Es gelang dieser Diviston, stürmend in Weißen⸗ burg einzudringen und dabei 300 Gefangene zu machen. Das Gefecht kam jedoch bald zum Stehen und wurde nun durch das heranrückende fünfte preußische Corps kräftig aufgenommen. Es ent⸗ spann sich demnächst ein heftiger Kampf, da neue Verstärkungen des Feindes ins Treffen geführt wurden. Eine starke Colonne des 11. Corps stürmte nun in die rechte Flanke des Feindes, der, von allen Seiten gedrängt, sich eiligst zurückzog und weit über Weißenburg verfolgt ward. Der Kronprinz wohnte einem Theil dieses wichtigen Gefechtes an, das zwar viele Opfer auf deutscher Seite kostete, aber auch bedeutende Erfolge auf— zuzeichnen hat. Von deutscher Seite wurden 800 Gefangene gemacht, darunter viele Turkos und Zuaven; ein Geschütz wurde von einem preußischen Jägerbataillon erobert; das Zeltlager eines feind lichen Husarenregiments wurde erbeutet und es fielen noch viele Waffen in die Hände der Sieger. Der Verlust der preußischen und bayerischen Truppen wird vorläufig auf 600 Verwundete und Todte geschätzt. Der feindliche Verlust soll viel bedeu— tender sein, ist jedoch noch nicht genau zu bemessen. Die badische Division drang heute ziemlich weit in Feindesland vor, ohne jedoch auf ernsteren Widerstand zu stoßen. Der Großherzog suchte heute Mittag die badischen Truppen in ihren Stellungen auf und wurde jubelnd von ihnen begrüßt. Bei einem Vorpostengefecht wurde ein badischer Dragoneroffizier leicht verwundet, sowie auch einige Pferde. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ausgezeichnet.“ Oesterreich. Wien. Die offiziöse„Oesterr. Corresp.“ versichert, daß der Kronprinz von Hannover Gmunden nicht verlassen. Frankreich. Paris. Folgendes ist das französische offizielle Bulletin, datirt Metz 2. Aug. über die Einnahme von Saarbrücken, wobei zu bemerken ist, daß im Widerspruch gegen die dies— seitige offizielle Darlegung das Datum der Ein— nahme auf den zweiten(statt 3.) August verlegt und auch die Stärke der beiderseitigen Truppen in geradezu umgekehrten Verhältniß angegeben wird.„Heute um 10 Uhr Vormittags ergriffen die französischen Truppen die Offensive und über— schritten die Grenze. Ungeachtet der Stärke der feindlichen Position genügten einige Bataillone, um die Saarbrücken dominirenden Höhen weg— zunehmen. Unsere Artillerie verjagte rasch den Feind aus der Stadt. Die Action war in einer Stunde beendigt.— Der Ungestüm unserer Truppen war so groß, daß dieselben nur leichte Verluste erlitten. Der Kaiser und der kaiserliche Prinz wohnten der Operation bei und kehrten um 4 Uhr in das Hauptquartier zurück.“ — In Folge von Gerüchten über einen Sieg der Preußen bei Weißenburg herrscht eine äußerst lebhafte Erregung. Die Boulevards sind mit Menschenmassen so überfüllt, daß die Circulation völlig gehemmt ist. Die Wechselboutiquen, sowie einzelne Locale sind geschlossen. Die deutschen Locale von Dreher und Hirsch in der Rue Richelieu sind vom Publikum bedroht, weil ein Commis Dreher's gerufen haben soll: Das ist die Re— vanche für Saarbrücken! Hoch Preußen! An den Thüren waren Zettel angeklebt mit der Inschrift: Geschlossen bis zur Einnahme von Berlin! Der Tumult auf den Boulevards dauerte fort auch als officielle Meldungen hervorgehoben, daß die Franzosen sich vor der ungeheuer überlegenen Macht der Preußen von Weißenburg auf die Linie Bitsch zurückgezogen hätten. — Aus nachfolgenden Mittheilungen kann man entnehmen, welche Begriffe man selbst mit officiellen Nachrichten den Franzosen von der in Deutschland herrschenden Stimmung beizubringen sucht. Es melden nämlich die„Offiziellen Nach- richten“ aus dem Ministerium des Innern:„Das ganze Gebiet des Norddeutschen Bundes mit Aus- nahme von Schlesien und Sachsen ist in Be— lagerungszustand gesetzt und Herr von Bismarck geht mit äußerster Strenge gegen Diejenigen vor, welche ihm wegen ihrer antipreußischen Gesinnungen bezeichnet werden. So hat er eine große Anzahl von Mitgliedern der hannoverschen Aristokratie, welche der Sache des Exkönigs ergeben sind, ver⸗ haften lassen. Alle partikularistischen Blätter sind unterdrückt worden: der„Rheinische Kurier“, der „Frankfurter Beobachter“, die„Schlesische Zeitung“ die„Berliner Tribüne“, und zwei Blätter in Han⸗ nover. Die gemäßigtesten Blätter sind mit Unter- drückung bedroht worden, falls sie, statt in die nationale Bewegung einzulenken, derselben Hinder⸗ nisse bereiten wollten.“ —„In Frankfurt a. M.“, erzählt vas wür⸗ dige„Centre Gauche“,„befürchtete man jeden Augenblick eine Volkserhebung gegen Preußen. Um die Gemüther einigermaßen zu beschwichtigen, sah sich die Polizei genöthigt, durch Maueran— schläge die Mobilisirung der preußischen Armee zu dementiren.“ — Alle Pariser Kaufleute, welche den Titel haben:„Fournisseur de S. M. le Roi de Prusse“, haben diese Worte an ihren Aushängeschildern weggenommen. In Straßburg ist am Sonntag Abend der Brigadegeneral de Paizyel plötzlich am Schlag— fluß gestorben. Um 6 Uhr wollte er sich zum Divisionsgeneral Ührich begeben; vom Gehen er— hitzt, wurde er plötzlich von einem Platzregen überfallen. Durch die Beschleunigung seiner Schritte kam er so in Aufregung, daß er, kaum im Gebäude des Divistonsquartiers angekommen, todt zusammenstürzte. Aus Metz, 1. Aug., wird der„Independance“ berichtet:„Heute hat die mobile Garde ihren Dienst begonnen; es herrscht in den Reihen der 6 Bataillone, die im Lager von Chalons ver— einigt sind, eine solche Unordnung, daß Marschall Canrobert einschreiten mußte. Den Leuten fehlt alle Zucht. Es wird Zeit bedürfen, um Alles zu ordnen; vielleicht werden ernstliche Exempel statuirt werden müssen. Alle diese Pariser Kinder haben verkehrte Köpfe; zu Chalons haben sie buchstäblich das Buffet geplündert. Wenn in einigen Tagen die Ordnung nicht hergestellt ist, so ist Alles zu befürch— ten, wenn die Linientruppen entfernt sein werden.“ Im Lager von Saint Martin erblickte man einen Spaziergänger, der einen fremden Orden trug. Um seinen Namen befragt, gab er sich für einen belgischen Offizier aus. Er war ein preußischer Hauptmann.(2) Schweden. Stockholm. Die Regierung hat vollständige Neutralität proklamirt, deren Bei— behaltung mit den Interessen und Wünschen des Volkes von Schweden und Norwegen übereinstimme. Es sei wichtig, daß durch die Zeitungen nicht die Stellung erschwert werde, indem dieselben Gerüchte ausbreiten, welche geeignet sein könnten, das Ver— trauen des Auslandes in die Absichten der Re⸗ gierung zu verrücken. Italien. Florenz. Die„Opinione“ sagt: Preußen soll dem Minister des Aeußern eine sehr eategorische Note haben zustellen lassen, wo— nach jeder Schritt Italiens nach Rom oder ein Truppenwechsel an Stelle der französtschen in Berlin als ein Neutralitätsbruch aufgefaßt und ernste Entschlüsse veranlassen würde. An der römischen Gränze ist ein Cordon gezogen, Angriffe abzuwehren. Genua erscheint wie im Belagerungs— zustand. Die Seebatterien werden mit großen Geschützen montirt. Die Batterien an der Qua- rantäne und am Leuchtthurm sind in Arbeit. Im Landarsenal herrscht die größte Thätigkeit. Die Regierung will die Kriegshäfen von Neapel und Castellamare in Handelshäfen umwandeln, den Kriegshafen nach Tarent verlegen und so Neapel zu einer großen Handelsstadt erheben. — Die amtliche Zeitung meldet:„In Genua fanden Dienstag anläßlich eines Prozesses gegen Individuen, welche des Attentats gegen die öffent- liche Sicherheit angeklagt waren, Unruhen statt. Vier Barrikaden wurden errichtet und von den Truppen genommen. Die Aufrührer verloren 1 Todten und 2 Verwundete. 11 Verhastungen fanden statt. Ein Bersaglieri wurde verwundet. — Der italienische Minister antwortete auf den preußischerseits gegen den Abzug der Fran⸗ zosen erhobenen Protest, indem er erklärte: Italien habe diesen Entschluß der Franzosen angenommen, nicht aber hervorgerufen. Die Unterhandlungen mit Wien und London dauern fort. Rußland. Petersburg. Die Samm- lungen zu Gunsten der deutschen Verwundeten gehen hier unter Leitung des Bundesconsuls Legationsrath v. Bojanowskg rüstig vorwärts. Dank der eifrigen Unterstützung einer großen An⸗ zahl Deutscher sind an allen geeigneten Orten Subscriptionsbogen aufgelegt. Kein deutscher Mann wird von dem Gabentische fern bleiben. — Aus Simbirsk ist folgendes Telegramm an den Bundeskanzler Graf Bismarck abgegangen: „Auch unter den Norddeutschen hier an der Wolga herrscht Begeisterung über Deutschlands einmüthiges Vorgehen. Geldsendungen unterwegs. Dr. Friedrich. Frankfurt. Nach einer Bekanntmachung des Rechnei⸗ Amtes beginnt die diesjährige Herbstmesse für den Groß⸗ handel wie für den Kleinhandel am Mittwoch den 31. August und endigt mit Dienstag den 20. Septem- ber. Für Leder beginnt die Messe am Mittwoch den 7. September, an welchem Tage die öffentlichen Waagen zum Verwiegen desselben geöffnet werden und endigt mit Dienstag den 20. September. Paris. Der bekannte Componist J. Offenbach in Paris, ein geborner Kölner, hat, wie Pariser Correspon⸗ denzen melden, offen für Frankreich Partei ergriffen und ein neues französisches Kriegslied:„Dieu garde I' Empereur,“ componirt.(Ei so krieg die Kränk Offenbach!) Bescheinigung. Bei Herrn Jean Huber, Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten, sind weiter eingegangen an baarem Gelde: durch Frau Regierungsrath Trapp: fl. kr. 1) durch Herrn Pfarrer Weber aus der Ge⸗ meinde Ober⸗Rosbach 100— 2) durch Herrn Bürgermeister Gröninger und Lehrer Eppls aus der Gemeinde Oastadt 120 47 mit nachstehendem Motto: „Nicht Preußen und nicht Oesterreich, „Nicht Bayern und nicht Sachsen: „Die Deutschen sind den Aesten gleich „Aus Einer Eich' entwachsen. „Das ganze Deutschland soll es sein, „Und deut sch verbleiben Vater Rhein!“ 3) durch Herrn Bürgermeister Schmid aus der Gemeinde Oppershofen 18 40 4) durch Herrn Pfarrer Friedrich aus der Gemeinde Wölfersheim 41— 5) durch Herrn Bürgermeister Väth aus der Gemeinde Bauernheim 55 33 durch Herrn Vürgermeister Keil in Melbach 90 42 aus einer Wette 1 von Herrn Kassier Winter, Bergwerk Dorheim von einer Gesellschaft Handarbeiter in Nieder⸗ Wöllstadt mit nachstehendem Schreiben: „Nieder-Wöllstadt den 3. August 1870. Werlhetes Comidee! Heute wurde von einer Geselschafe von Deutschen Handarbeiter virzig zwei kr. gegeben; zur flege der Armen Grieger Deutscher⸗Nation an das Comide Friedberg Mit dem Bemerken daß wenn es von dem genanden Comede veröffentligt wird dabei gefragt wird was?—. Die Großbegitele von da gethan haben für diesen Fall. Die Gesellschaft.“ von Herrn Bürgermeister Reitz in Echzell von einem Fräulein aus Reichelsheim durch Fräulein Dieffenbach unter T. in den Collecten Friedbergs incl. eines monat⸗ lichen Beitrags von fl. 10 23 6 468 39 hierzu die letzte Bescheinigung 1315 41½ Zusammen 1784 20½ Weitere Gaben gingen ein: durch Herrn Bürgermeister Gröninger und Lehrer Epple aus der Gemeinde Ockstadt 135 Hemden, 83 Binden, 13 Betttücher, 2 Paar Strümpfe, 1 Luftkissen, Compressen, Leinwandstücke und Charpie, aus der Taubstummenanstalt 8½ Pfund Charpie, 7 leinene und t wollene Binde, 2 Beittücher, 2 Handtücher, 1 Hemd, 12 J und 27[◻J Tücher, 170 Compressen, durch Herrn Lehrer Biedenkapp in Nieder-Rosbach eine Partie Charpie und Compressen, durch die Herten Pfarrer Breitenstein und Mürgermeister Reitz aus der Gemeinde Södel Hemden, Vinden, Compressen und anderes, durch das Institut Werner, Charpie und durchzogene Compressen, durch Herrn Bürgermeister Fauerbach in Ober⸗Wöllstadt 1 Korb Lein⸗ wand, von Friedberger Wohlthätern Binden, Compressen, Charpie, Säcke u. s. w. 1 701 Dank den Gebern mit der Bitte um weiiere Gaben zum Wohlthun unserer kämpfenden Brüder und deren bedürftigen Familien. a Friedberg den 7. August 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. NS. An die Material-Commission des Hülfsvereins für die Unterstützung und Krankenpflege der Soldaten im Felde zu Darmstadt wurden am 6. d. M. versandt: 11 Säcke, enthaltend: 248 Hemden, 67 Paar Strümpfe, Sacktücher, Jacken, Unterhosen, Unterlagen, Betttücher, Bettüberzüge, Handtücher, 210 Pfund Verbandstücke, Binden, Compressen, 85 Pfund Charpie. Friedberg. Wir lesen in dem„Frank⸗ furter Journal:“ Frankfurt, 6. August. „Der ärztliche Verein hat in seiner jüngsten Sitzung eine Eingabe an den Magistrat be⸗ schlossen, worin er sich entschieden gegen die Verlegung der Lazarethe überhaupt in Ge⸗ bäude der Stadt ausspricht und, auf sämmtliche neuere Erfahrungen der Kriegs wissenschaft namentlich in Amerika, gestützt, sich für Unter⸗ bringung der Verwundeten in Baracken und Zelten ausspricht gegenüber festen und nicht so luftigen Gebäuden.“ Wir machen den hiesigen Stadtvorstand und Hülfsverein für die Pflege der Verwun⸗ deten auf diesen Beschluß der Frankfurter Aerzte besonders aufmerksam. Localitäten, wie die Klosterkaserne, welche, wie man hört, ebenfalls als Lazareth eingerichtet werden soll, eignen sich keineswegs zur Unterbringung von Ver⸗ wundeten. 5 Man beginne deßhalb sofort mit dem Bau von Baracken oder Zelten an passendem Orte. Kriegskarten Friedberg und Nauheim. bei Bindernagel& Schimpff. ECdictal ladung. In Sachen des Peter Häuser VI. von Nieder⸗ Weisel, Klägers gegen Philipp Bill von da, dermalen un: bekannt wo abwesend, Beklagten. neto, deb. 1895 Der Peter Häuser VI. von Nleder-Weisel hat auf den Grund eines angeblichen Darlehns und schrift⸗ lichen Anerkenntnisses gegen den mit unbekanntem Aufenthalt schon seit einer Reihe von Jahren abwesen⸗ den Philipp Bill von Nleder⸗Weisel auf Zahlang eines Capitals von 600 fl. nebst versprochenen Zinsen 3 5% vom 21. März 1866, als dem Tage, an welchem das Schuldbekenntiniß vor dem Friedensrichter in Balarat in Australien erfolgt sein soll, und auf Verurtbeilung in die Prozeßkosten, durch einen Anwalt Klage erhoben, behauptend, daß die für die Rückzahlung des Capitals N dreimonatliche Kündigung rechtzeitig erfolgt ei.— Die Auständigkeit des diesseitigen Gerichtes wird darauf gegründet, daß der Beklagte annoch dem hessischen Unterthansverband angehöre, im hiefigen Gerichtsbezirk mit beweglichem und unbeweglichem Vermögen, als Erbe seines verstorbenen Vaters Philipp Bill III. possessiomrt und daß das Darlehn im Domicil des Gläubigers, sonach in Nieder⸗Weisel, rückzahlbar sei.— Demgemäß wird Philipp Bill, oder werden im Falle seines Ablebens seine Rechtsnachfolger, unter Ge⸗ flattung der Acteneinsicht bei Gericht, hiermit auf⸗ gefordert, sich binnen 3 Monaten vom ersten Ein⸗ rücken der Aufforderung in der Zeitung an, bei Strase Eingeständnisses und Einrede⸗Ausschlusses in Selbstperson, oder durch einen Bevollmächtigten auf die Klage zu erklären.— Zugleich wird bekannt gemacht, daß die weiter in der Sache ergebenden Verfügungen durch Anschlag an der Gerichtstafel werden veröffentlicht werden. Butz bach den 6. Juli 1870. Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer. Hafer ⸗Versteigetrung. 2015 Montag den 15. August d. J., Morgens 10 Uhr, sollen circa 8½ Morgen gemeinheitlicher Hafer an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Weckesheim am 6. Auguß 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Weckes heim Noe Arbeits-Versteigsrung. 2013 Donnerstag den 11. August, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Büreau des Großherzoglichen Bürger⸗ meisters zu Rockenberg nachstehend aufgeführte Arbeit einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden: 1) Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag für 32 fl.— kr. 2) Steinhauerarbett 30„—„ 3) Lieferung von Mauersteinen aus den Rockenberger und Oppershofer Stein⸗ brüchen 52 4) Lieferung von Sand 6„ 5) Lieferung von Kalk 12 5 6) Aufsetzen von Steinen und Messen von Sand 3 Gambach am 6. August 1870. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher. Obst⸗Versteigerung. 2017 Die am Freitag den 5. d. M. abgehaltene Obst⸗ Versteigerung ist nicht genehmigt worden. Es wird daher eine wiederholte öffentliche Verfteigerung an den Meiftbietenden auf Donnerstag den 11. d. M., Nach⸗ mittags 3 Uhr, im Schloßgarten dahter anberaumt. Zum Ausgebote kommen: 16 Bäume Pflaumen, 4„ Aprikosen, S Frühbirnen, 25„ Mirabellen, 9 Reineclauden, 1 Baum Frühäpfel, 1 Maulbeeren. Schloß Ilbenstadt, 7. August 1870. Gräflich Leiningen'sche Rentet Brera u. Roggenmehl, 2011 sowie Roggenkleie und Futtermehl. Nieder- Weisel. Siesel Strauß. Jeden Bandwurm 2017 entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollständig schmerz: und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Voigt, Arzt zu Croppenstedt(Preußen.) Verloren 2012 wurde am Sonntag Nachmittag in dem Bahn- hofe in Friedberg ein seidener Paletots. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine gute Belohnung an die Exped. d. Blat. abzugeben. Eine perfecte Köchin 2014 wird gegen hoben Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Clacé-andschuhle. Te Hafer-Ernte-Persteigerung. 2016 Den Hafer auf dem Halm lasse ich Mittwoch den 10. d. M., Abends 6 Uhr, auf meinem am Ried⸗ weg gelegenen Acker an Ort und Stelle durch Herrn Kaufmann Avam hier an den Meistbietenden, nebst der Ernte von 2 Birnbäumen versteigern. Nähere Be⸗ dingungen werden bei der Versteigerung bekannt gemacht. C. Seibel aus Gießen. Todes ⸗ Anzeige. 2016 Allen Freunden und Bekannten widmen wir hiermit die traurige Anzeige, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unsern Sohn und Bruder Carl Stöppler zu Lauterbach in ein besseres Jenseits abzurufen. Friedberg den 8. Auguft 1860. Die trauernden Hinterbliebenen. Airchenbuchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 31. Juli. Christoph Klein, Corporal im zweiten Bataillon des II. Großherzoglichen Landwehrregiments, Sohn des Bürgers zu Butzbach Heinrich Klein und Katharina Regina Rück, Tochter der Auna Chlstina Rück von hier. f Ge taufte: 31. Juli Dem Cigarrenmacher Joseph Müller, Ortsbürger zu Klein⸗Krotzenburg im Kr. Offenbach, eine Tochter Pauline Amalie, geb. den 26. Juni. 31, Jult. Dem Weichenwärter Andreas Eichenauer, Ortsbürger zu Heblos im Kreise Nidda, ein Sohn Johann Peter Wilhelm, geb. den 22. Juli. Verantw. Red,: Hermann Schimpff Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf 1 dem„anf „ 0. Augus * at bt eden gegn chaupt in Ge auf sammtiig egswissenscha sich für Unia Jatacken m een und nit Stadtvorstz e der Vern anffurter Aer täten, wie du 5* chert dert, ebensal tt nit den da passenden In. —— en % h den Bahn- tte Der gegen eint gule tees Köchin rtbtz det Pei. feigelun Ade ich N 1 een eat 20 gießen. 70 em- due Uberhessischer Anzeiger. Amtlicher Theil. Betreffend: Das Feuerlöschwesen in den Markt- und Landgemeinden von L. Jung. Friedberg am 6. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogliche Polizei-Verwaltung Bad-Rauheim, Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt und die Großherzoglichen Bürgermeistereien. 5 Wir nehmen Veranlassung, Sie auf die Druckschrift: „Das Feuerlöschwesen in den Markt, und Landgemeinden von Ludwig Jung, Vorsitzender im Landes-Ausschuß der Bayerischen Feuerwehren und Vorstand der freiwilligen Feuer— wehr in München. Dritte Auflage. München. In Commission der Gg. Franz'schen Buchhandlung(Eduard Lotzbeck).“ aufmerksam zu machen. Es enthält diese Schrift in Abschnitt I. eine kurze Anweisung für die Organisation und Verwaltung der Löschmannschaften. In Abschnitt II. eine Beschreibung der hauptsaächlichsten Lösch— geräthschaften mit Angabe der Preise derselben. Der Abschnitt III. handelt von dem eigentlichen Löschdienst. Endlich findet sich darin in einem Anhange eine recht schätz— bare Zusammenstellung von Lehren zur Verhütung von Feuersbrünsten, sowie von practischen Feuerlöschregeln. Das ganze Werkchen ist kurz und faßlich geschrieben und ver⸗ dient deßhalb allen Denen, welche sich über das Feuerlöschwesen belehren wollen, sowie den Mitgliedern von Feuerwehren, namentlich auf dem Land, empfohlen zu werden. Eine Auschaffung desselben auf Kosten der Gemeinden dürfte indeß nur daun von Nutzen sein, wenn dieselbe in einer solchen Anzahl erfolgt, daß den einzelnen Mit⸗ gliedern der vorhandenen Löschmannschaft je ein Exemplar überlassen werden könnte, oder wenn von geeigneten Persönlichkeiten förmliche Vorträge über dessen Inhalt gehalten würden. Uebrigens gestattet der billige Preis von 24 kr. die Anschaffung jedem Einzelnen. Wir beauftragen Sie, die Gemeinderäthe, in Friedberg und Butzbach auch die Vorstände der Feuerwehren, darüber zu vernehmen, ob sie die fragliche Schrift anschaffen wollen und demnächst hierüber Bericht zu erstatten. Bei gemeinschaftlichem Bezug in größerer Anzahl wird sich der Preis vielleicht noch billiger stellen. Geeigneten Falls wollen wir die Vermittlung der Bestellung übernehmen. e Betreffend: Die Verausgabung falschen amerikanischen Papiergeldes an Auswanderer in deulschen Ein— schiffungshäsen. Friedberg am 2. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogliche Polizeiverwaltung Bad- Nauheim, Großherzoglichen Polizeicommissär zu Wickstadt und die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Den abschriftlich nachstehenden, von dem General-Consul des Norddeutschen. Bundes zu New Nork an das Bundeskanzler⸗Amt des Norddeutschen Bundes erstatteten Bericht theilen wir Ihnen unter dem Auftrage mit, hiernach Aus wanderer zu belehren und zu warnen. Trapp. General- Consulat des Norddeutschen Bundes Abschrift Nr. 629. Es haben sich in letzter Zeit die Klagen von Auswanderern hier, wie an den andern Ausschiffungs plätzen gemehrt, daß ihnen bei dem Einwechseln von amerikanischem Papiergeld in den Einschiffungs— häfen falsche Noten behändigt worden sind, aus denen oft, wenn sie hier ankamen, sie ihre ganze Baarschaft bestehend fanden, so daß sie keine Mittel hatten, ihre Reise nach dem Westen fortzusetzen. Es scheint, als wenn mit der Verbreitung der Kenutniß der Merkmale echter Noten hier, die falschen mehr und mehr nach Europa Hinübergespielt werden. Besonders gefährlich sind die 50 Dollars Noten, welche meist sehr gut und, wie es scheint, auf gestohlenem Banknotenpapier angefertigt sind. Es liegt mir ein Exemplar davon dor, welches ich nach Bremen, wo die Ausgabe stattgefunden hat, zur Untersuchung des Falles sende, nachdem ich die Unterscheidungs⸗ leichen auf dem Schatzamte habe feststellen lassen. Da dieses das vollkommenste Exemolar seiner Art ist, das mir bis jetzt vorgekommen und geeignet, selbst hier gewiegte Geschäftsleute zu täuschen, so be— ihre ich mich, die Kennzeichen in Nachstehendem Einem Hohen Aus— wärtigen Amte ganz ergebenst mitzutheilen: Die echte Note zeigt unter dem Aufschlage des Rocks der Vignette einen halben Knopf, welcher auf der falschen nicht erkenntlich ist. Die Weste hat auf der ichten Note 5 scharf ausgeprägte Knöpfe(wovon der unterste zu— heknöpft), während auf der unechten nur 4, wenig scharf ausgeprägte, New⸗Nork den 21. Juni 1870. zu sehen sind. Die Zahlen 50 in dem Kranze auf der Rückseite sind auf den echten Noten durchweg vollständig ausgeprägt, während auf den unechten bei den Biegungen unten, an beiden Seiten die 0 der einen 50 fast von der folgenden 50 bedeckt wird, so daß es aussieht wie 5050; auch sollen die Medaillons, welche diese Zahlen einfassen, Seckig geformt sein, während dieselben auf der nachgemachten Note fast rund erscheinen. Es wäre vielleicht angemessen, eine Warnung nicht nur gegen die hier deschriebenen falschen Noten, sondern gegen den Ankauf amerikanischen Papiergeldes überhaupt drüben, wo man dasselbe so genau nicht unterscheiden kann, zu erlassen und den Auswanderern zu empfehlen, lieber gute Wechsel unter Anweisung der Nachweisungs— büreaus in Bremen und Hamburg zu kaufen. Ließen sich dieselben dabei von Agenten und Wirthen leiten, so sind sie, wie neuere Er— fahrungen wiederholt dargethan, freilich auch mit Wechseln, für die hier keine Deckung war, in Ungelegenheiten gerathen Sicher gehen die Leute auch, wenn sie bei den im Castle Garden und am Landeplatz in Baltimore autorisirten Geldwechselgeschäften ihre Baarschaften um— setzen, wenugleich dieses nicht so vortheilhaft für sie ist, als gute Wechsel. Den in New⸗Nork Verweilenden ist zu empfehlen ihre Geldgeschäfte bei der deutschen Gesellschaft, 13 Broadway zu machen. gez. Johannes Rösing. Beke en nt Me nnn. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Kreisamtsgehülfe Fink dahier, auf Vorschlag des Bezirksraths, zum Rechner ser Kreiskasse für den Kreis Friedberg ernannt worden ist. Friedberg den 6. August 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg TI on. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Die Gemeinderäthe Anton Brückel IV., Anton Pommer II., Anton Pommer III., Anton Brückel V., Konrad Schepp IV., Konrad Göbel IV., und Wilhelm Brückel II. zu Pohl-Göns sind auf den Feldschutz ernannt und verpflichtet worden. Kriegsnachrichten. Saarbrücken vom 6. August: Batterie der 1. nittags 9 Uhr. 1) Steinmetz an Hanenfeldt. unterstützt. beute von Mittag bis nach einbrechender lich vom Exercierplatze, Dunkelheit sehr heftiges Gefecht zwischen und der Feind auf Forbach zurückgeworfen. Saarbrücken und Forbach. „Friedberg, 9. Aug. Die im Laufe des zuerst im Gefecht engagirt, wurde dem sich leutigen Morgens eingetroffenen Zeitungen bringen immer mehr verstärkenden Feinde gegenüber zachstehende Telegramme über das Gefecht bei nach und nach durch 3 Bataillone und eine Division, Mainz, Sonntag den 7. August, Vor- 2 Batterien und Cavallerie der zweiten Armee Während dieser Zeit war die 13. Division über Völcklingen vorgegangen, hatte Rosseln genommen und erreichte gegen Abend mit der Spitze Forbach. Wir haben viele Sol— daten verschiedener Regimenter des Frossard— Die 14. Division 3 Bataillone, schen Corps gefangen genommen. Ich habe Die Höhen von Spicheren, süd-(das Commando übernommen. wurden erstürmt 2) Alvensleben an Hanenfeldt. Theile der ersten Armee waren gegen das Frossard'sche Corps im Gefecht, worauf Theile der 6. Division in dasselbe eingriffen.— Schwerer blutiger Kampf. Die Positionen der Franzosen bei Spicheren und dem Kreuzberge wurden er— stürmt. Beim Einbruch der Dunkelheit war der Sieg für uns vollständig entschieden. Köln, 7. August. Ein Telegramm der „Köln. Zgt.“ aus Saarbrücken meldet: Der gestrige Erfolg war größer als erwartet. Die Bagage, sowie das Zeltlager zweier Divisionen sind in unsern Händen. Forbach ist besetzt. Paris, 7. August, Mittags. Paris ist in Belagerungszustand erklärt. — Die betreffende Proklamation Baraguay d'Hiliers, Gouverneur von Paris, lautet:„Die Erklärung des Belagerungszustandes überträgt auf mich diejenigen Machtbefugnisse, welche nothwendig sind, die Ordnung in der Hauptsiadt aufrecht zu erhalten, ich rechne auf den Patriotismus der Einwohnerschaft und der Nationalgarde. Jede Ansammlung ist untersagt.“ — 7. Aug., Nachm. Der Ministerrath ist in Permanenz, Rouher und Schneider sind nach den Tuilerien berufen. Die Kaiserin ist Morgens um 5 Uhr eingetroffen und erließ folgende Prokla— mation an die Franzosen:„Der Beginn des Krieges ist für uns ungänstig gewesen, unsere Waffen haben eine Niederlage erlitten. Seien Wir fest gegen jeden Unfall, beeilen wir uns, ihn gut zu machen; möge es unter uns nur eine Partei geben, der alle Franzosen angehören, nur eine Fahne, die unserer Nationalehre, möge vor— anwehen. Ich komme in Eure Mitte. Treu meiner Mission, meiner Pflicht, werdet Ihr mich als erste bei jeder Gefahr sehen, wo es gilt die Fahne Frankreichs zu vertheidigen. Ich beschwöre alle guten Bürger, die Ordnung aufrecht zu er— halten; dieselbe zu stören, wäre nichts anderes als mit den Feinden zu conspiriren.(gez.) Eugenie.“ Eine Proklamation des Ministerraths nach der Reproduction bekannter Nachrichten schließt: „Augesichts der ernsten Nachrichten ist die Pflicht uns vorgezeichnet, wir appelliren an den Patriot's- mue, die Energie Aller. Die Kammern sind berufen, wir stellen den Fall der Dringlichkeit. Paris ist im Vertheidigungszustande. Um die Ausführungen militärischer Vorbereitungen zu er— leichtern, erklären wir den Belagerungszustand. Keine Schwäche, keine Zersplitterung, unsere Hülfs— mittel sind unermeßlich, kämpfen wir mit Festigkeit und das Vaterland wird gerettet werden!“ — Das„Journal officiel“ meldet aus Metz Sonntag 3 Uhr 30 Minuten Morgens: Um uns hier zu halten, ist es nöthig, daß Paris und Frankreich in Bezug auf die großen Anstrengun⸗ gen des Patriotismus übereinstimmen. Hier ver⸗— liert man weder das kalte Blut noch das Ver trauen, aber die Probe war ernsthaft. Mac Mahon zog sich nach der Schlacht von Reichshofen (Wörth) zurück und verfolgt die Route auf Nancy. Das Corps Frossard hat stark gelitten, man ergreift energische Vertheidigungsmaßregeln. Der Major⸗ General(Leboeuf) ist bei den Vorposten. — 6. August, Abends. Es herrscht eine enorme Aufregung in Folge von betrügerisch (wohl von der Regierung selbst?) ausgespreng— ten Sieges nachrichten. Große Menschenmassen versammelten sich vor dem Staatsministerium. Ollivier erschien und sprach beruhigende Worte. Des Abends erschien folgende von dem Gesammt— ministerrath unterzeichnete Proclamation:„Ihr seid mit Recht erregt über dieses hassenswerthe Manöver. Der Schuldige ist verhaftet. Die Justiz hat die Untersuchung eingeleitet. Die Regierung ergreift energische Maßregeln, damit eine solche Infamie sich nicht erneuere. Im Namen des Vaterlandes und der heldenmüthigen Armee bitten wir Euch ruhig und geduldig zu sein. Eine Unordnung in Paris wäre ein preußischer Sieg. Sobald eine sichere Nach— richt eintrifft, ob gut oder bös, wird sofort mitgetheilt werden(2). Lasset uns einig sein(1) und in diesem Augenblick nur einen Gedanken, einen Wunsch, ein Gefühl haben: den Triumph unserer Waffen!“(Die Sprache der Furcht!) — 7. August. Officiell sind folgende De⸗ peschen veröffentlicht worden!„Metz, Sonntag 6 Uhr Morgens. Officiell. Bei der gestrigen Affaire bei Forbach war das 3. Corps allein engagirt und wurde unterstützt durch zwei Divisionen anderer Corps. Die Corps Lad— mirault, Failly und die Garde haben nicht mitgekampft Der Kampf hat um 1 Uhr be⸗ gonnen und schien ohne Wichtigkeit, aber bald legten sich zahlreiche Truppen in den Wäldern in Hinterhalt und versuchten, eine Veränderung der Position herbeizuführen. Um 5 Uhr schienen die Preußen zurückgeschlagen und verzichteten auf den Kampf. Ein neues Corps jedoch, welches von St. Wendel an der Saar kam, zwang Frossard, sich zurückzuziehen. Heute con— centriren sich die Truppen, welche bisher ge— theilt waren, um Metz. In der Schlacht bei Fröschwiller Wörth! hatte Mac Mahon fuͤnf Divisionen, das Corps Failly hatte sich mit ihm vereinigen können. Man hat nur sehr unbestimmte Details. Man sagt, daß mehrere Cavalleriechargen stattgefunden haben, die Preußen hatten jedoch Mitrailleusen[u], welche uns vielen Schaden brachten.“ Napoleon tele— graphirt aus Metz, Sonntag 8 Uhr:„Die Haltung der Truppen ist vortrefflich. Der Rückzug wird in sehr guter Ordnung statthaben. Man hat keine Nachrichten von Frossard, der sich jedoch während dieser Nacht in guter Ordnung zurückgezogen zu haben scheint. gez. Napoleon.“ — 7. August, Morgens. Die Spannung ist unbeschreiblich. Das„Journal officiel“ be— schränkt sich auf die Meldung: Der General Frossard ist im Rückzuge begriffen. Details fehlen. Es scheint fast, fährt das amtliche Blatt fort, daß der Feind uns auf unserem Territorium eine Schlacht anbieten will, was 1 große strategische Vortheile für uns haben würde. — 7. August, Nachm. 5¾ Uhr. Eine zweite Ausgabe des„Journal officiel“ publicirt folgende Decrete: 1) ein Decret, welches die Kammern auf den 11. August beruft, 2) ein Decret, welches das Seine-Departement in Belagerungszustand erklärt; es publicirt ferner eine Proclamation der Minister, datirt 6 Uhr Morgens, welche folgende Depeschen aus Metz von Mitternacht publicirt: Mace Mahon hat eine Schlacht verloren. Frossard war an der Saar genöthigt, sich zurückzuziehen. Dieser Rückzug hat in guter Ordnung stattgefunden. Alles kann sich wieder sammeln. Napoleon telegraphirt Metz 3½ Uhr Morgens: Meine Verbindung mit Mae Mahon war unter— brochen. Ich habe keine Nachrichten von ihm gehabt, bis mir gestern General Laigle meldete, daß Mac Mahon gegen sehr beträcht— liche Streitkräfte eine Schlacht verloren habe. Auf der anderen Seite an der Saar begann der Kampf gegen 1 Uhr und schien nicht sehr ernstlich, als nach und nach die feindlichen Massen beträchtlich wuchsen, ohne indessen das 2. Corps zum Weichen zu bringen, Erst zwischen 6 und 7 Uhr Abends, als die feindlichen Massen immer kompakter wurden, zogen sich das 2. Corps und die es unterstützenden Regimenter auf die Höhen zurück. Die Nacht war ruhig; ich will mich nach dem Mittelpunkt unserer Stellungen begeben. Napoleon. — Aus Metz vom 7. d. M. wird officiel gemeldet: Der Feind verfolgte Mae Mahon nicht weiter, seit gestern hörte überhaupt jeve Verfolgung auf. Mae Mahon coneentrirt seine Truppen. Eine Privatdepesche aus Metz vom 7. Mittags sagt, die Nieverlage Mae Mahon's wird eben durch Anschlag veröffentlicht, die nationale Ver— tbeidigung organisirt. Gerüchtweise verlautet, daß die Preußen in St. Avold stehen. Die Stadt ist ruhig und im vollen Vertheidigungszustand. Es heißt das Hauptquagatier werde nach Cholons ver— legt. Die Armeecorps Bazain's und Ladmirauld's sind noch völlig intact. eine Schlacht bei Metz. — Das„Journal du Soir“ meldet: Ministerrath beräth, ob ein Aufruf zur allgemeinen Bewaffnung erfolgen soll. ständig vertheidigungsmäßig durch intakte Divistonen besetzt, die Moseldämme, sowie die anderen Ge wässer der Vogesen sind durchbrochen. Das Haupt— quartier Mae Mahon's ist in Zabern(Saverne). Metz, 7. August, 9½ Uhr Abends. Officiell. In der Schlacht bei Frischweiller(Wörth) wurde General Calson, der Generalstabschef Mae Mahons, an der Seite des Marschalls getödtet. General Rahout wird vermißt. Die Artillerie hat stark gelitten. Metz ist in starken Vertheidigungszustand gesetz. Der Obercommandant des Platzes hat verfügt, daß alle sich hier aufhaltenden Deutschen einer besonderen Aufenthaltserlaubniß bedürfen. Die in den Departements veröffentlichten Nachrichten von der Niederlage Frossard's und Mac Mahon's riefen in Klassen der Gesellschaft eine äußerst leb. hafte Aufwallung des Patriotismus(22) hervor. Man erwartet morgen Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 34 enthält: 1. Verordnung, die äußersten Gränzen der im öffent⸗ lichen Verkehr noch zu duldenden Abweichungen der Maße, Gewichte und Waagen von der absoluten Richtigkeit belt, II. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministerien des Innern, der Finanzen und des Kriegs, das Geseß vom 11. Mai 1851 wegen der Kriegsleistungen und deren Vergütung und die zur Ausführung dieses Gesetzes er⸗ lassene Instruction vom 8. Januar 1854 betreffend. III. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Juli dem Betriebs-Controleur bei der hessischen Ludwigs-Eisenban⸗Gesellschaft, Christian Wundt zu Darm⸗ stadt, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland ver⸗ liehenen St. Stanislaus Ordens 3. Klasse— und am 6. Juli dem Bahningenieur Joseph August Nahm zu Frankfurt a. M. die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Ruß⸗ land verliehenen St. Stanislaus⸗Ordens 3. Klasse— zu ertheilen. 5 Namensveränderung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 5. Juli dem Obersistall⸗ meister Felir Maria Freiherr van der Capellen Excellenz zu Darmstadt zu gestatten, daß derselbe statt seines bis⸗ herigen künftighin den Familiennamen van der Capellen van Berkenvoude führe. V. Dienstnachrichten. S. K. D. der Großherzog haben allergnädigst geruht: dem Schullerer an der oberen Mäochenschule zu Reinheim, Storck, die evang. Mädchen⸗ schule zu Groß-Rohrheim zu übertragen— und den von dem Herrn Fürsien zu Isenburg-Birstein auf die evang. Schulstelle zu Merkenfritz präsentirten Schulamts⸗Aspiranten Linn zu Romrod für diese Stelle zu bestätigen;— am 13. Juli dem Schullehrer an der ersten evangelischen Schule zu Groß-Gerau, Büttner, die zweite evangelische Schul⸗ stelle zu Essenheim zu übertragenz— am 14. Juli den von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim⸗Rosenberg und dem Herrn Grafen von Erbach-Schönberg auf die erledigte evangelische Schulstelle zu Mümling-Grumbach präsenkirien Schulamisaspiranten Wolff aus Raibach für diese Stelle zu bestätigen;— am 18. Juli den Finanzaspiranten und Gehülfen bei der Hauptstaatskasse- Direction Rothermel zum Hofcanzlisten 1. Klasse zu ernennen. VI. Charakterertheilung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. Juli dem Zahnarzt Dr. med. Carl Werner zu Darmstadt den Charakter als Hofzahnarzt zu ertheilen. VII. Concurrenz für: die zweile evang. Mädchenschul⸗ stelle zu Beerfelden mit einem Gehalt von 347 fl. 16 kr. nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; dem Herrn Grafen zu Erbach Fürstenau steht das Präsentations⸗ recht zu dieser Stelle zu;— die evangelische Pfarrstelle zu Burkhards mit einem Gehalt von 888 fl. 27 kr.— die dritte evangelische Schulstelle zu Osthofen mit einem Gehalt von 400 fl. nebst einer Vergütung von 25 fl. für Heizung des Schullocals;— die evangelische Schulstelle zu Weckesheim mit einem jährlichen Gehalt von 357 fl. 40 kr., wovon jedoch 57 fl. an den pensionirten Schul⸗ lehrer Bangel abzugeben sind. Dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die Distrietseinnehmerei Richen, wofür eine Dienstcaution von 3000 fl. erfordert wird. Concurremz⸗ sähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden. VIII. Gestorben: am 26. Mai der pensionirte katho⸗ lische Schullehrer Müller zu Urberach;— am 9. Juni der penstonirte Reallehier Cämmerer zu Mainz;— am 10. Juui der Schullehrer Eck zu Offenbach;— am 15, Juni der pensionirte Brückenwärter Menges zu Worms; — am 16. Juni der Schullehrer Dofflein zu Malnz;— am 17. Juni der evangelische Pfarrer Engel zu Hausen;— am 19. Juni der Domänenpfandmeister Rückert zu Groß⸗ Umstadt;— am 21. Juni der pensionicte Grenzaufseher Ulrich zu Offenheim. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Der 1 Straßburg ist voll. Mac Mahon communicirt mit Failly. in ihr dustri meind schult Anthe Kassen schulen goch b 0 — Bön — Dort N Gambac fidt 2. erg 16 Mü Betten burg b. K. prächt glänze offnet, Nähe lauten marsch Unter liche! sehr k Nicht donn erscht Arme Both der f des anger schanz mögli führt, dem 5 mit 0 unter Stadt