Donnerstag den 9. Juni. M 67. 18 1870. N— Oberhessischer Anzeiger. sutet auf 5 1 1 Tanzurff ian, don Proß⸗ kurzen. er Weitzel hall Adel bei mit auf uzmusiß A eulade, de titus gcsorgt seir Mörschel Aticdben Int. a g adttkirche: urgkirche Never. 4g. tadtkircht mn) 7 115 stirche: Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Iutelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. —— Aus dem Großherzoglichen Regierung Bekanntmachung, die Einführung der gegenseitigen militärtschen Nr. 20. sub 1. dem Großherzogthum Baden betreffend. Friedberg am 3. Juni 1870. Amtlicher Theil. sblatte sind zu publieiren: Freizügigkeit zwischen dem Hroßherzogthum Hessen südlich des Mains und Großherzogliches Kreisamt Friedberg ee Nachverzeichnete Gesetze ze. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Nr. 15. neue Redactlon des Vereins⸗Zolltariss vom 23. Mat Bundes und Zollvereins.— Nr. 489— 494. Nr. 486. Gesetz, betr. die Abänderung des Zollverelnstarif e vom 1. Juli 1865. Vom 17. Mai 1870.— Nr. 487. Bekanntmachung, betr. die 1870.— Nr. 488. Bekanntmachung, die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrath des RNorddeutschen Die Ernennung von Consuln. Betreffend: Die Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer, hier die Bildung der Einschätzungscommissionen für die Steuer⸗Regultrung für 1871. f Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Friedberg, Hausen, Nieder-Mörlen, Nieder⸗Rosbach, Ockstadt, Weckesheim und Wisselsheim. Die in unserem Amtsblatt ohne Nummer vom 21. v. M. enthaltene Auflage wollen Sie binnen 24 Stunden bei Meidung der Zusendung eines Wartboten erledigen. Betreffend: Die zwischen den Regierungen mehrerer deutschen verstorbener Angehörigen eines der contrahtrenden Staaten abgeschossene Uebereinkanst. Das Großherzl. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und In Folge Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des d. Nr. 15 theilen wir Ihnen zur Nachricht und Nachachtung mit, daß auf erfolgte Anregung von Seiten der Kaiserlich Königlich Oester⸗ reichischen Regierung mit dieser eine Vereinbarung dahin getroffen worden ist, daß die Bestimmungen der zwischen den Regierungen mehrerer deutschen Staaten wegen Verpflegung erkrankter und Be— erdigung verstorbener Angehörigen eines der contrahirenden Staaten Innern vom 30. Mai d. J. zur Nr. M. J. 5376 Amtsblatt Monarchie angehören, Staaten wegen Verpflegung erkranter und Beerdigung Friedberg den 7. Juni 1870. Der Friedberg den 6. Juni 1870. den Polizeicommissär zu Wickstadt. am 11. Juli 1853 zu Eisenach abgeschlossene Uebereinkunft(Seite 17 des Regierungsblatts von 1854), welcher die genannte Regierung durch Erklärung vom 27. October 1853 beigetreten ist, ebenso wie auf körperlich Erkrankte, Großherzogthum Hessen beziehungsweise der Oesterreichisch⸗Ungarischen auch auf Geisteskranke, welche dem gegenseitig Anwendung finden sollen. Dergger. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog- liche Regierungsblatt Nr. 20 enthält: I. Bekanntmachung, die Einführung der gegenseitigen militärischen Freizügigkeit zwischen dem Großherzogthum Hessen südlich des Mains und dem Großherzogthum Baden betreffend. II.—IV. Uebersicht der für das Jahr 1870 geneh⸗ migten Umlagen zur Bestreitung von Communalbebürf⸗ nissen in den Gemeinden der Kreise Oppenheim, Neustadt und Vilbel. V. Bekanntmachung, den Ausschlag des Gehaltes des Großh. Rabbinen zu Alzey für das Jahr 1869 betr. VI. Bekann machung, die Erhebung einer Umlage in der Gemeinde Siassel betr. VII. Uebersicht der für das Jahr 1870 genehmigten Umlagen zur Bestrestung der Bedürfnisse in den istaeli⸗ tischen Religionsgemeinden des Kreises Neustadt. VIII. Abwesenheitserklärung. Durch Urtheil des Großh. Bezirksgerichts Mainz vom 29. April 1870 wurde Behufs demnächstiger Abwesenheitserklärung des vordem in Mainz wohnhaft gewesenen Müllers und Mehlhändlers Johann Georg Kohl das Zeugenbeweisverfahren angeordnet. IX. Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Mai dem Geheimen Legationsrath, außerordentlichen Gesandten und bevoll⸗ mächtigten Minister an dem Königlich Preußischen Hofe und dem Norddeulschen Bunde Carl Hofmann das Com⸗ thurkreuz 2. Klasse des Philippsordens,— am 3. Mai dem Kanzlei-Inspektor bei dem Oberappellations- und Cassationsgericht Friedrich Müller, in Anerkennung seiner mit Eifer und Treue geleisteten fünfzigjährigen Dienste, das Ritterkreuz 2. Klasse dieses Ordens,— am 6. Mai dem Generalconsul Georg Worms in London das Ritter— kreuz 1. Klasse des Ludewigs⸗Ordens—zu verleihen. Xx. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. S. K. H. der Großherzeg haben allergnädigst geruht: am 5. Mai dem außerordentlichen Professor Dr. Gerold, ber— malen zu Gotha, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Hoheit dem Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburz und Gotha verliehenen Verdienst⸗ kreuzes des Sachsen-Ernestinischen Haus-Ordens zu ertheilen. XI. Namens veränderungen. S. K. H. der Groß herzog haben allergnädigst geruht: am 16. April dem Johannes Georg Friedrich Fellner von Ober-Mörlen zu gestatten, daß derselbe statt des bisherigen künftig den Familiennamen Biekenstock,— am 5. Mai der Eva Barbara, dem Adam, der Katharina, Margaretha und dem Johannes Lannert zu Kocherbach zu gestatten, statt ihres bisherigen künftig den Familiennamen Ostermayer⸗ — an demselben Tage dem August Wilhelm Kleinböhl zu Groß⸗Rohrheim zu gestatten, daß derselbe künftig statt des bisherigen den Familiennamen Stay— und am 12. Mai dem Jacob Willstädt aus Mainz zu gestatten, daß derselbe statt seines bisherigen Vornamens Jacob künftighin den Vornamen Lambert— führe. XII. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 23. April dem evangel. Pfarrer zu Breungeshain, Theodor Landmann, die evangel. Pfarrstelle zu Schwickartshausen,— an demselben Tage dem Schullehrer an der zweiten evangel. Schule zu Neckar⸗Steinach, Jost, die zweite evangelische Schulstelle zu Dauernheim zu übertragen;— am 7. Mai den Re⸗ visor bei der Steuercontrole und Calculator bei der Ober⸗ steuer⸗Direktion, Pabst, zum Verwalter und Rechner bei der Hauptstempel⸗Verwaltung,— den Distriktseinnehmer der Bistriktseinnehmerei Wörrstadt II., Bähr, zum Steuer⸗ controleur,— den Niederlageverwalter Kleyer zu Mainz zum Controleur bei dem Hauptzollamte Darmstadt und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirekten Auflagen,— den von dem Herrn Fürsten zu Isenburg⸗ Birstein präsentirten Lehrer an der Realschule zu Gießen, Dr. Carl Landmann, zum Lehrer an der Realschule zu Offenbach zu ernennen— und dem Salinen-Inspeklor Otto Weiß die Stelle eines ersten Betriebsbeamten bei der Saline und Badeanstalt zu Bad⸗Nauheim zu übertragen; — am 2. Mai dem Schulamtsaspiranten Merkel aus Schaafheim die evangelische Schulstelle zu Wembach zu übertragen.— Am 18. März wurde dem Adam Wilhelm Fleckenstein aus König das Patent als Geometer der zweiten Klasse für den Kreis Neustadt ertheilt XIII. Charakterertheilungen. S. K. H. der Groß⸗ herzog haben allergnädigst geruht: am 23. April dem Anton Kirschhöfer, Gasthofbesitzer zum alten Kaiser in Worms, den Charakter als Hoflieferant— und am 12. Mai dem Uhrmacher Friedrich Alt zu Darmstadt, den Charakter als Hofuhrmacher zu ertheilen. XIV. Dienstentlassung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. April den Assistenzarzt bei der akademischen chirurgischen Klinik zu Gießen, Dr. Heinrich Bose, auf sein Nachsuchen von seinem Dienste zu entlassen. XV. Dienstenthebung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 23. April den evangel. Pfarrer zu Reiskirchen, Hermann Strack, auf sein Nach— suchen von Uebernahme der ihm übertragenen Pfarrstelle zu Schwickartshausen zu entheben. ö XVI. Versetzung in den Ruhestand. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 5. Mai den Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Michelstadt, Geb⸗ hardt, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. XVII. Concurrenz für: die evangelische Schulstelle zu Langen⸗Brombach mit einem Gehalt von. nebst einer Vergütung von 28 fl. für Heizung des Schul⸗ locals; dem Herrn Fürsten zu Löwenstein⸗Werthheim⸗ Rosenderg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schöuberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die Districtseinnehmerei Höchst, wofür eine Dienstcaution von 2500 fl. erfordert wird; concurrenzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden;— die zweite evan⸗ gelische Mädchen⸗Schulstelle zu Lauterbach mit einem Gehalt von 450 fl. nebst einer Vergütung von 24 fl. 16 kr. für Heizung des Schulldkals;— die zweite evan⸗ gelische Schulstelle zu Assenheim mit einem Gehalte von 300 fl. 3 kr., nebst eiuer Vergütung von 20 fl. für Heizung des Schullocals; dem Herrn Fürsten von Isen⸗ burg⸗Büdingen in Wächtersbach steht für diesmal das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die zweite Diakonats- und erste evangelische Mädchenschulstelle zu Erbach mit einem jährlichen Gehalte von 470 fl. 13a; dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Erbach steht das Präsen⸗ tationsrecht zu dieser Stelle zu;— die evangelische Pferr⸗ stelle zu Ranstadt mit einem Gehalte von 523 fl. 12 kt., zu welcher dem Herrn Grafen zu Stollberg-Wernigerode und Gedern das Präsentationsrecht zusteht; mit dieser Stelle wird zugleich die evangelische Pfarrei Effolderbach mit einem Gehalte von 202 fl. 51 kr., welche von S. K. H. dem Großherzog unmittelber zu besetzen ist, vergeben werden, wonach sich der Gesammtertrag beider Pfarreien und das Diensteinkommeun des Pfarrers zu Ranstadt auf jährlich 726 fl. 3 kr. beläuft;— die evangel. Pfarrstelle zu Üdenhausen mit einem Gehalte von 5888 fl. 45 kr.; den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu;— die Distrikts⸗ einnehmerei Wörrstadt II., wofür eine Dienstcaution von 3000 fl. erfordert wird. Cautionsfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumeldenz— die erste evangel. Pfarrstelle zu Grünberg mit einem Gehalt von 1018 fl. XVIII. Gestorben sind: am 18. März der pensionirte Schullehrer Reitz zu Lardenbach;— am 21. der Schul⸗ lehrer Müller zu Ober⸗Ingelheim;— am 25. der Gym⸗ nasiallehrer Kiefer zu Mainzz— am 27. der pensionirte Schullehrer Müller zu Schwickartshausen;— am 29 der Historiograph des Großherzoglichen Hauses und des Groß berzogthums Hofrath Dr. Steiner zu Darmstadt;— am 31. der pensionirte Hauptzollamtsdiener Fatum zu Darm— stadt;— am 1. April der Schullehrer Hotz zu Bersrod; — am 12. der pensionirte Schullehrer Michel zu Mols. eim;— am 13. der Oberbaurevisor Beck zu Darmstadt; heim; d — an demselben Tage der Bergmeister Storch auf dem Dorheimer Bergwerk;— am 17. der Diftrietseinnehmer Reider zu Höchst;— am 30. der pensionirte Gradirer Scheiber zu Carlshalle;— am 1. Mai der Friedens⸗ gerichtsactuar Vogt zu Mainz;— am 6. der pensionirte Kanzleidiener bei dem Oberappellations⸗ und Cassations⸗ gericht Fadum zu Darmstadt;— am 8. der Landgerichts⸗ diener Sudheimer zu Schotten;— an demselben Tage der evangelische Pfarrer Gruber zu Ober-Eschbach;— am 9. der Kreisdiener Düball zu Alzey;— an demselben Tage der evangelische Pfarrer Geiger, zu Mörfelden;— am 13. der Decan und Oberpfarrer Simon zu Michelstadt; — am 16. der Hauptstaatskassediener Schmilt zu Darm⸗ stadt;— am 19. der Friedensgerichisactuar Henk zu Oppenbeim;— am 20. Mai der Hofgerichts-Advocat Dr. Hamm von Darmstadt. — Der Major und Abtheilungs-Commandeur in der Feldartillerie v. Herget ist unterm 29. Mai von der Commandirung zum Kriegsministerium enthoben und dem Hauptmann Ronstadt von der Feldartillerie, unter Versetzung zum Kriegs- ministerium, die Stelle des Chefs der 1. Abthei⸗ lung übertragen worden; am 1. Juni wurde dem Major z. D. Habermehl der Character als Oberstlieutenant und dem Hauptmann in Pension v. Heimrod der Charakter als Major ertheilt; sodann der Commandeur des 1. Reiterregiments, Oberst Freiherr Riedesel zu Eisenbach unter Anerkennung seiner langjährig und treu geleisteten Dienste, unter Stellung à la suite des 1. Reiterregiments und Verleihung des Comthur- kreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt; der Oberstlieutenant Gan⸗ den berger ist von seinem seitherigen Verhältniß als Landwehr ⸗Bezirks-Commandeur entbunden worden und in den Pensionsstand zurückgetreten. Mainz. Endlich wird die Ufer⸗Erweiterung und der Hafenbau zur Thatsache, indem die be⸗ treffende Material- und Arbeitslieferung vergeben wird. Auch die Regierung hat bereits die nöthigen Anordnungen getroffen, um dieser wichtigen An- gelegenheit einen prompten Fortgang ohne Störung des Flußverkehrs zu sichern. Preußen. Berlin.„Ehre dem Könige!“ ruft die Zukunft:„Die sächsischen Reichstags abgeordneten haben bekanntlich allesammt— mit einer einzigen Ausnahme— ohne Unterschied ihrer sonstigen politischen Parteistellung gegen die Todesstrafe gestimmt. Und sie haben so ge stimmt nicht bloß als Vertreter des Volkes, son⸗ dern auch als Mandatare ihres Königs. Denn der König Johann hat die sächsischen Abgeord- neten, soweit er ihrer vor der Abreise nach Berlin in Dresden habhaft werden konnte, zu sich beschieden und ihnen auf Wort und Hand- schlag das Versprechen abgenommen, daß sie gegen die Todesstrafe stimmen würden. Und die Sachsen stimmten wie ein Mann gegen die Todesstrafe, mit Ausnahme des Sohnes von Robert Blum.“ — Herr Hans Blum wird, wie einige Blätter melden, in preußischen Staatsdienst treten. Das Gerücht scheint in Folge der Unterredung ent— standen zu sein, zu welcher Graf Bismarck nach den Verhandlungen über das Strafgesetzbuch Hin. Blum berief, und in welcher er ihm die Ver— sicherung gegeben haben soll, sein Votum für die Todesstrafe thue der Pietät gegen seinen Vater keinen Abbruch. — Der„Grazer Tagespost“ zufolge beab⸗ sichtigt der seinem Absterben entgegensehende Herzog von Anhalt sein 48 Quadratmeilen großes Ländchen an Preußen abzutreten; der Erbprinz würde gegen Belassung des Domanialgutes seine Zustimmung zur Accession ertheilen. a Hannover. Dieser Tage war hier der am 21. März niedergesetzte vorläufige Ausschuß der nordwestdeutschen Protestanten⸗Vereine versammelt. Man beschloß, entweder noch im Juli oder im October hier einen norddeutschen Protestantentag zu halten, auf welchem 1) über die Lehrfreiheit der Geist— lichen, 2) über das Recht der Gemeinden auf freie Pfarrwahlen, 3) über die Uebergriffe katho⸗ lischer Geistlichen bei der Kindererziehung in ge— mischten Ehen verhandelt werden soll. Als Organ der Bewegung in diesem Theile von Deutschland erkannte man des in Bremen erscheinende„Nord— über nachstehenden Vorgang. Die Affaire spielt sich in einem Conflikte zwischen Militär und Polizei ab. Am 13. Mai, Abends 10 Uhr, be ⸗ gab sich der hiesige Polizeicommissär Moltke, ein äußerst ruhiger und verständiger Beamter, auf einem längeren Dienstgange, vollständig adjustirt, auch in das Bergmann'sche Conditoreilocal, in dem eine Sängergesellschaft concertirte. Als das dort anwesende, aus ca. 60 Personen des besseren Bürgerstandes bestehende Publikum dem Vortrage eines Gumbert'schen Liedes wohlgefällig zuhörte, wurde dasselbe durch das Mitsingen eines draußen vor der zu einem Seitengange führenden, halb— geöffneten Thüre stehenden Mannes unangenehm berührt. Der Polizei-Commissär, der dicht neben dieser Thüre saß, schloß diese geräuschlos, um etwaigen Collisionen vorzubeugen. Trotz dieses verständigen Winkes für den Herrn Sänger draußen wurde die Thüre von außen wiederum geöffnet und jene lästige Begleitung des Gesanges fortgesetzt, worauf der Polizei-Commissär, ohne sich nach der Person des Störers umzusehen, in den Gang hineinrief:„Stören Sie die Gesell— schaft nicht.“ Hierauf wurde die Thüre von Außen ganz geöffnet, in das Lokal rief der Lieutenant vom 21. westphälischen Husarenregimente Graf Stolberg, sich gegen den Polizeicommissär wendend, zu hinreichendem Verständniß der An- wesenden:„Was wollen Sie, Sie dummer Kerl, Sie Schafskopf, Sie Rindvieh, kommen Sie heraus, Sie Polizeicommissär.“ Letzterer ent- gegnete mit aller Ruhe, daß er dieser Aufforderung zu folgen um deßwillen fich nicht veranlaßt finde, als er nur im Locale selbst die nöthigen Zeugen für jede seiner augenblicklichen Handlungen habe. Nun trat der Offizier in das Local, wiederholte mit großer Zungenfertigkeit obige Schimpfworte und mit besonderer Vorliebe„Rindvieh“. Der Excedent ist dem Militärgerichte denuncirt; die hiesige Bevölkerung aber ist auf die Art und das Maß der Strafe um so mehr gespannt, als sie dadurch in die Lage gesetzt werden wird, einen Vergleich zu machen mit der über jenen englischen Offizier verhängten Arbeitshausstrafe, welcher einen Policeman in bedeutend geringerem Grade beleidigte. Oesterreich. Wien. Die„Wiener Ztg.“ enthält eine Entschließung des Kaisers, durch welche der Abhaltung einer internationalen Welt⸗ ausstellung zu Wien im Frühjahre 1873 die Genehmigung ertheilt und angeordnet wird, den fremden Regierungen unverweilt die darauf be— züglichen Mittheilungen zu machen. Semlin. Laut Privatdepesche des Telegra- phenamtes zu Nissa vom 5. d., Abends 9 Uhr, stehen die Hauptstraßen Pera's seit fünf Stunden in Brand. Schweiz. Bemerkenswerthe Resultate hat der letzthin in Bern abgehaltene Concurs für Bewerber um Telegraphenstellen ergeben. In der Schluß— prüfung nämlich haben sich die Aspiranten weiblichen Geschlechts bedeutend ausgezeichnet vor ihren männlichen Concurrenten. Von den Männern er⸗ hielten die erste Note 6,67, die zweite 26,67, die dritte 53,33 Proz. und konnten 13,33 Proz. gar nicht patentirt werden; von den Frauen dagegen kamen mit der ersten Note durch's Examen 15,38, mit der zweiten 46,15, mit der dritten 34,63 Proz. und konnten nur 3,84 Proz. das Examen nicht bestehen. Gewiß geben diese Zahlen ein neues und gewichtiges Argument für die Verwendbarkeit von Frauen im Telegraphendienste ab. Bern. Der Bundesrath hat die nöthigen Anordnungen getroffen, daß wegen des an der italienischen Gränze stattgehabten Landfriedens⸗ bruches eine eriminalgerichtliche Untersuchung durch das Bundesgericht eingeleitet werde. Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ meldet unterm 2. d. aus Lans le Boury(Sa- vohen), daß eine Bande aus ungefähr 60 Per- sonen, darunter mehrere Studenten, Mailand ver lassen habe und im Norden des Comer-Sees erschienen sei. — Im gesetzgebenden Körper wurde eine ganze Reihe von Commissionsberichten auf den Tisch deutsche Protestantenblatt“ an. Lüneburg. Die„D. Volksztg.“ berichtet des Hauses gelegt. Die Commisston für den Joubeyran'schen Antrag spricht sich im Prinzip zu Gunsten dieser Vorlage aus; der Bericht der Commission für den auf Abschaffung der Todes⸗ strafe bezüglichen Gesetzentwurf concludirt auf Verwerfung desselben. e — Das Ministerium geht mit dem Gedanken um, der ausländischen und vornehmlich der deut⸗ schen Presse, deren Urtheilen man hier entschieden die meiste Wichtigkeit beilegt, wieder etwas genauer auf die Finger zu sehen. Es hat hier nämlich sehr empfindlich berührt, daß man sich jenseits des Rheins so wegwerfend über das Plebiseit und insbesondere über den jüngsten„Parlamentaris- mus“ des liberalen Großsiegelbewahrers geäußert hat. Es soll ein eigenes Bureau errichtet werden, das die ausländischen Blätter täglich genau studirt, analysirt, beziehungsweise excerpirt und dem Ca- binet darüber Bericht erstattet. Das zu gründende Bureau wird dem Ministerium des Innern und dem des Aeußeren dienen, da Herr v. Gramont Werth darauf legt, über die Stimmung des Auslandes und zumal Norddeutschlands auf dem Laufenden zu bleiben. Spanien Madrid. Aus der Umgebung Espartero's verlautet, daß der Herzog auf die Manifestation seiner Anhänger vom 1. d., in welcher sie das Land auffordern, ihn zum Könige zu wählen, mit der wiederholten entschiedenen Ablehnung der Thronkandidatur antworten werde, — Die Banditen, welche sich der englischen Reisenden unfern Gibraltar bemächtigt haben, haben Nachrichten von ihren Gefangenen geschickt, welche, wie sie sagen, sich bei guter Gesundheit befinden und gut behandelt werden. Die Ban— diten verlangen Geld. Es sind Unterhandlungen angeknüpft worden, um zu ihrer Befreiung zu gelangen. — Die Schlacht- und Mahlsteuer, welche be⸗ kanntlich bald nach der Septemberrevolution ab- geschafft, nachträglich aber zum Theile wieder ein⸗ geführt worden, hat in Valladolid einen Aufruhr veranlaßt. Etwa 500 Arbeiter erhoben sich gegen die Abgabe und es wurden Truppen zur Her- stellung der Ruhe aufgeboten. Es gelang, die Bewegung zu unterdrücken.. Italien. Florenz. Der Bandenführer Nathan hat seine Bande verlassen und ist nach der Schweiz zurückgekehrt. Wie die„Italie“ meldet, soll der Minister des Aeußern bei der Regierung der Schweiz wegen unzureichender Be- wachung der Gränze, sowie wegen Verzögerung in der Internirung der Flächttinge Reclamation erhoben haben. n — Das Memorial Diplomatique veröffentlicht ein Telegramm aus Rom, wonach die Unfehl⸗ barkeit am St. Petersfeste verkündigt werden wird. Hierauf wird sich das Concil vom 1, Juli bis zum 15. October vertagen. Türkei. Konstantinopel. Am 5. d. Nachmittags 1 Uhr brach hierselbst eine schreck⸗ liche Feuersbrunst aus, welche bei starkem Winde reißend um sich griff. Das Hotel der britischen Botschaft, die Consulate Amerikas und Portugals, das Theater Nasun, mehrere Kirchen und Moscheen, sowie einige tausend Privathäuser, darunter die reichsten Magazine, sind in Asche gelegt. Mehrere Todte und Verwundete sind zu beklagen. Der Schaden ist unberechenbar. — Weitere Nachrichten vom 6. d. Abends melden: Die Stadt hat ein düsteres Aussehen. Die Börse und fast alle Gewölbe sind geschlossen. Der französische Botschafter hat alle Franzosen, welche durch die Feuersbrunst beschädigt sind, ein⸗ geladen in seinem Hotel Unterstützungen entgegen zunehmen. Rußland. Die Vorbereitungen zum Em- pfange des Zaren, der bekanntlich auf seiner Rück- reise Warschau berühren und drei Tage hier und in Skerniewice weilen will, sind im besten Gange, und ist die Polizei besonders thätig, Alles zu entfernen, was irgend unangenehmen Eindruck auf den Landesherrn machen könnte. So dürfen z. B. Bettler, Krüppel ꝛc. während der Anwesen⸗ heit des hohen Besuchs ihre Wohnungen unter keinen Umständen verlassen, und sind die Wirthe und Miethgeber solcher Leute verantwortlich und strafbar von 5 bis 50 Rubel, wenn einer ihrer * 1 kroffen borhel 0 J d beg dnttolit An e Fusscht bigct Kenigte den Ind Weißen abgesehe und 5. gekosttt — Bin wurde in bei sih. Brei — 5 10 80 soll die ahr 187. 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Wie die hiesige „Handelsztg.“ mittheilt, bietet sich die erfreuliche Aussicht auf Vermeidung des drohenden Indianer krieges dar. Es handelt sich hierbei um eine Kleinigkeit, denn die Züchtigung welche Sheridan den Indianern, die an ihren Verträgen mit den Weißen festhalten, zugedacht, hätte uns mindestens, abgesehen von den damit verbundenen Störungen und Verwüstungen, hundert Millionen Dollars gekostet. Bingen. Der hier durchgebrannte Landpostbote wurde in Havre sestgenommen; er hatte noch 1000 Fres. bei sich. Bremen. Der vierte Jahresbericht der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gibt ein erfreu⸗ liches Zeugniß des Gedeihens und des Wachsthums dieses Instituts. Die Gesellschaft zählt über 20,000 ordentliche Mitglieder, es gehören zu ihr 35 Bezirksvereine und 51 Vertreterschaften; sie erstreckt das Gebiet ihrer Wirksamkeit auf die gesammten Nord- und Ostseeküsten. Am zahl⸗ reichsten sind die preußischen Provinzen Schleswig⸗-Holstein, Hannover und Preußen, ferner das Großherzogthum Baden und Oldenburg und die Hansestabt Bremen unter den Mitgliedern vertreten. Die Rettungsstationen, deren im Ganzen 54 mit einem Ausgabe-Etat von 7000 Thaler bestanden, waren im vorigen Jahre im Ganzen 30mal thätig, darunter 12 mal mit Erfolg, wobei 59 Menschen gerettet wurden. Seit dem Jahre 1866 wurden von Rettungsanstallen der Gesellschaft 396 Menschenleben gerettet. Auf den 114 Schiffen, die im vorigen Jahre in der Nord- und Ostsee verunglückten, befanden sich 689 Personen, von denen nachweislich 54 umgekommen sind. Trier. Die„Tr. Zig.“ meldet folgenden entsetzlichen Vorfall: Vor einigen Nächten hat eine hicsige Bürgers⸗ frau zwei ihrer Kinder, eins ca. 8 Jahre alt, das andere ein Sängling von 8 Monaten, aus ihrer Wohnung in der dritten Etage durch das Fenster auf die Straße ge— worfen. Der Säugling ist auf der Stelle todt geblieben, während das zweite der unglücklichen Geschöpfe unter ärztlicher Behandlung noch mit dem Tode ringt. Ein drittes, älteres und stärkeres ihrer Kinder würde demselben Schicksal erlegen sein, wenn es ihm nicht gelungen wäre, dem Versuch der Mutter so lange Widersiand zu leisten, bis ihm die Miteinwohner zur Hülse kamen. Als die Polizei in die Wohnstube der Frau eintrat, fand man sit mit gefaltenen Händen, in betender Stellung. Auf alle an dieselbe gerichteten Fragen blieb sie gänzlich stumm. Aus ihrem stieren Blick erkannte man sogleich, daß sie von einer Geisteskrankheit befallen war, wovon sich schon seit einigen Tagen Anzeichen bemerkbar gemacht haben sollen. Sie wurde sofort in's Hospital gebracht. In Regensburg ereignete sich dieser Tage ein gräß⸗ liches Unglück, indem der bissige Hund eines dortigen Metzgers ein Kind von beiläufig drei Jahren anfiel, beim Genick packte und derart biß, daß das arme Wesen förm⸗ lich scalpirt wurde und wahrscheinlich sterben muß. Wien. Der Hofball⸗Musikdirector J. Strauß dahier hat mit Herrn Dupressoir, dem Nachfolger Benazet's in Baden⸗Baden, einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem er sich verpflichtet, in der Zeit vom 15. August bis 15. September mit seiner Capelle zwölsmal gegen eine Gage von 24,000 Fres. in dem genannten Babcorte zu spielen. Die Mitglieder der Capelle erhalten von Hrn. Dupressoir je 1000 Fres. Brod ⸗ Lieferung. 1529 Freitag den 10. Junt 1870. Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung des Brodbedarss pro III. Viertel⸗ jabr 1870 für die Schwadronen zu Butzbach auf dem Bürcau der Garnisons⸗Verwaltung nach den daselbft zur Einficht offen liegenden Bedingungen auf dem Wege der Summission vergeben werden. Butzbach den 1. Junt 1870. Beger, Ritimeister und Schwadronschef. Main ⸗Weser⸗ Bahn. 1569 Auf den Stationen Lang-Göns, Bad— Nauheim, Vilbel und Frankfurt find verschledene Lagerplätze zu vermiethen. Pachtlufsige wellen ihre Offerten portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: „Offerte zur Pachtung eines Lagerplatzes“ dis zum 13. Juni d. J., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs⸗Inspection einreichen, woselbfß die Bedingungen eingesehen werden können. Frankfurt a. M. den 31. Mai 1870. Königliche Betriebs Inspection 7 25 Bekanntmachung. 1567 Von unseren Stationen Cassel, Marburg, Gießen, Bad⸗ Nauheim und Frankfurt a. M. werden vom 1. d. M. ab Rundreise⸗Billets für die Tour über Northeim— Nordbausen— Erfurt Eisenach— Coburg— Bamberg— Würzburg Aschaffenburg— Frankfurt a. M.— Gießen— Marburg— Cassel— Göttingen— Northeim 1 ermäßigten Fahrpieisen für die 2. und 3. Wagen lasse ausgegeben. Die Benutzung dieser Billets ist für alle fahrplan⸗ mäßigen Züge, welche die betreffende Wagenklasse führen, für die Dauer von 14 Tagen, vom Tage der Ab⸗ siempelung an, und in beiden Richtungen,(der vor⸗ bezeichneten oder umgelebrten) gestattet. Auf allen in den Bllleto benannten Coupon⸗Stationen kann die Reise unterbrochen werden. Ein Freigewicht von 50 Pfund Gepäck wird auf sedes Billet gewährt. Cassel am 4. Juni 1870. Königliche Direction der Main⸗Weser⸗Bahn. Oberhessische ahn eee — 4 — N N. 1570 Bel der Publicatson unseres mit dem 1. Jun 5. 3. beginnenden Sommer-Fahrtenplanes find einige Druckfebler unterlaufen, welche dabin zu berlchligen ind, daß dle Post aus Hungen statt 10 N. M. um 0% Nachmittags nach Laubach abgeht ud die Pest aus Laubach nicht um 5% N. M. sondern um 520 Vormittags in Pungen eintrifft. Außerdem muß es statt Homburg a d. O. Homberg a. d. O. heißen. Gießen den 2. Jun 1670. Der Verwaltungsrath. 77* Ein Junge, 4576 welcher das Schuh machergeschäft erlernen wlll, lann unter günstigen Bedingungen eintreten bel Adam Heß. Musterschule zu Friedberg. 1575 Die Aufnahme der in diesem Jahre schulpflichtig werdenden Kinder, findet Montag den 13. Jun, Nach⸗ mittags 2 Uhr, im Rathhaussaale statt. Für den evangl. Schulvorstand Baur. Mathildenstistung für den Kreis Friedberg. 1573 Wir suchen für einige brave Jungen, Pfleglinge der Mathildenstiftung, Handwerksmeister, welche dieselben unentgeltlich in die Lehre nehmen wollen, und ersuchen hierauf reflectirende Meister, sich mündlich oder schrift⸗ lich bet uns anmelden zu wollen. Friedberg, 4. Juni 1870. Für den Vocstand: Steinberger. Bekanntmach Bekanntmachung. 1577 Am Dienstag den 14. Juni er., Vormittags 10 Uhr, soll in unserem Dienstlotal die diesjährige Heu⸗ und Grummetnutzung von circa 18 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Ortenberg und Eckartsborn öffentlich versteigert werden. Eine dieser Wiesen ist ca. 9 Morgen groß, die übrige Fläche von ca. 7 Morgen veitheilt sich auf mehrere Parcellen. Ortenberg am 7. Junt 1870. Gräflich Stollderg'sche Rentkammer Schmid t. Oeffentliche Aufforderung. 1578 Forderungen und sonftige Ansprüche an den Nach⸗ laß des Forftwarts Chriftoph Schäfer von Bad⸗ Nauheim find binnen einer zerstörlichen Frist von 14 Tagen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, bei dem unter zeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls sie bei der Vertheilung des Nachlasses unter die Intestaterben des Verstorbenen nicht berückfichtigt werden können. Bad Nauheim am 2. Juni 1870. Großherzogliches n Bad⸗Nauheim e Schnittspahn, Landgerichts Assessor. U Holzversteigerung. 1574 Dienstag den 14. Juni l. J. werden in den Freiherrlich v. Franckenste in'schen Walddistricten „Mörler⸗Unter“ und„Zwergschlag“ in der Gemarkung Ockstadt bei Friedberg versteigert: 21 Stecken Eichen Schälscheityolz(Rundstücke), 947 77 77 Schälprügelholz, 16426 Wellen„ Schälretsholz, 43 Läfte Allexleiholz. Die Zusammenkunft ift Vormittags 9 Uhr in dem Distriet Mörler-Unter zunächst den Schießmauern. Ockstadt am 4. Jun 1870. 11 Rumpf 4 Forst- Accesfist 1 0 I 0 Holzversteigerung. 1568 Im Gräflichen Ossenheimer Wäldchen werden verflesgert Freitag den 10. l. M.: 4 10 Stecken Eichen⸗Prügelholz,(Schälholz) 3300 Wellen„ Reisbolz, 1 100„ Nadelholz Reisholz, 8 700 Stück Eichen⸗-Baumstützen(Schälholz). Zufommenkunft am Ossenheimer Jagdhaus und Anfallg der Versteigerung um 9 Uhr Morgens. Wickfladt am 4. Junt 1870. Holz ⸗Versteigerung. 1572 Montag den 13. I. M., Morgens 9 Uhr anfangend, soll im hiesigen Stadtwalde, Distriet Sommerberg, folgendes Holz meiftbietend verstelgert werden, als: 21½ Stecken Buchen, Eichen-, Kiefern⸗ u. Aspeu⸗ Scheitbolz, 44 Stecken Buchen⸗ Prügelholz, 16/ 5 Eichen⸗ u. Aspen⸗„ 112 422½ 7 desgl. Stockbolz und 1600 Wellen Eichen- und Kiefern-Reisholz, sowie 21 Eichen⸗ 3 Büirken⸗ Stämme Bau-, Werk⸗ u. Nutzholz und 6 Kiefern- 165 Stück Eichen⸗, Buchen⸗ u. Kiefern- Stangen. Die Zusammenkunft ist am Pflanzgarten in der Hauptschneise. Buß bach am 3. Juni 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Butzbach Küche l. Arbeits ⸗Versteigerung. 1574 Samstag den 11. Juni, Mittags 12 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Ober-Mörlen nachstehende Arbeiten und Lieferungen einer öffentlichen Verstelgerung ausgesetzt werden: 1) Das Liefern von Stocklaternen, lt. Koften⸗ überschlag für 14 fl. 2) Planierardeit 1150„ 3) Maurerarbeit 54„ 4) Pflasterarbeit 36„ 5) Liefern von Pflastersteinen, Pflasterkies aus der Usa, sowie Aufsetzen der Steine und Messen von Kies 200„ 6) Liefern von Deckplatten aus den Rocken⸗ berger Steinbrüchen 60„ 7) Liesern von Kalk 1 8) Liefern von Ziegel 30„ 9) Anfertigung von Dachdeckerarbeit 15„ 10) Liefern von Mauerfteinen 50„ Gambach am 7. Juni 1870. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher. „Giesshübler Sauerbrunn.“ „König Otto's Quelle“ bei Karlsbad. (Der österreichische Selter's.) Reinster alkalischer Säuerling. 1300 Das speeifische Gewicht ist 1.0025 dei 8 Grad R. Summe der fefien Bestandtheile 12.2314, darunter in Civil-Pfund: Kohlensaures Natron= 6.8507; kobhlensauren Kalk= 1.9301; kohlensaure Magnesia— 1.3580; freie Koblen⸗ säůäure= 45, 15 Kubikzoll.. Die Anwendung der Gießhübler Quellen ist entweder eine selbsiftändige oder dient zur Unter⸗ flützung andeter Kuren in vielen Fällen. Seine Wirkung ist säuretilgend in den ersten Wegen und im Blute, seine Anwendung findet statt! Bei Uebersäurung des Magens, Katarrh der Respirationsorgane, Gicht und Nlerenleiden und im Diabetes mellitus. Als Erfrischungsgetränke mit oder ohne Wein ist der Giesshübler Sauerbrunn sehr beliebt und angenehm. Versendung in Glasflaschen und Thonkrügen.— Broschüren, Preiscourante ꝛc. gratis durch die Giessbübler Brunnen verwaltung von Mattoni cc Knoll in Karlsbad. Eigene Niederlagen in Wien, Tuchlauben 14 und Marimiliansstraße Nr. 5. Ein braves Dienstmädchen, 1568 mit guten Zeugnissen versehen, welches Küchen⸗ und Hausarbeit versteht, wird gegen hohen Lobn sogleich Gräfliche Obersörsterei Assenbeim Schal las. in Dienst gesucht. Bad Nauheim, Fürstenstr. 332. Joologischer 1575 Sonntag den 12. Juni, 6 Kreuzer per Bon 12 bis 2 Uhr bleibt der Gatten in Stantsurt a. fn. Vormittags von 6 bis 12 Uhr, ist der Eintrittspreis auf Person ermäßigt. Garten geschlossen. Der Verwaltungsrath. 1578 Sonntag den 12. Juni Sängerfreunde freundlichst eingeladen werden. Vollständige Umzüge 149 per Bahn oder auf der Landftraße, einzelne Möbelfuhren über Land, Abholen von Möbeln aus den Eisenbahnwaggons in e bei Garantie prompt und dilligst mittelst großen ge⸗ schlossenen Federwagen. Bestellungen oder Frachtbriefe erbitte Brönnerstraße 17. Möbel Transport“ E. e ede 1. Frankfurt a. M. besorg 2 g Frankfurt a. M SEpileptische K beilt brieflich der Specialarzt für Ep! 6 jetzt: Louisenstraße 45.— rämpfe(Fallsucht) lepsie Doctor O. Killisch in Berlin, Bereits über Hundert geheilt. Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei 5 Eichels dorf. 1570 Montag den 13. und Mittwoch den 18. Juni werden in den Difricten HDegwald, Bieberwald und Merloh nachstehende Holzsorti⸗ mente verfsteigert: A. Brennholz. Scheliholz. Prügelbolz. Stockholz. Reisholz. S t Holzart. Nnaedde u. Buchen 536 I. Cl. 279 ½ 198½ 486 * 52 ½ II. 77 7 4 7 Eichen 2 neh— 1— Aspen 2 2—— 5 B. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz. 2 Eichenstämme von 9½ und 22“ Durchmesser und 20-607 Länge mit 118 Cubikfuß, 27 Buchenstämme von 15— 34“ Durchmesser und 10-45 Länge mit 2497 Cubikfuß, 11 Buchenstangen mit 18 Cubikfuß, zu Lenkwieden geeignet, 1 Nadelstange mit 7 Cubikfuß. Die Versteigerung begiunt an beiden Tagen Morgens präcis 9 Uhr. Zusammenkunft jedesmeäbei den ersten Holznummern im District Hegwald. Am ersten Tag kommt sämmtliches Bau- ꝛc. Holz zum Ausgebot. Das in den Districten Biederwald und Merloh zerstreut sitzende Windfallholz wird im Distric: Hegwald versteigert, und wollen die Steigerer sich solches vorher von Großherzoglichem Forstwart Adolph in Langd vorzeigen lassen. Das Holz fitzt tbeils unmittelbar an der nach Langd führenden Chaussee, theils ist es durch neu gebaute Wege gut auf diese abzufahren. Eichelsdorf am 27. Mat 1870. Großherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf 0 0 Nachricht„Ohrenkranke, Wohnungsveränderung betr. 1318 Ich habe nunmehr meinen Wohnfitz von Hanau nach Fraukfurt a. M. verlegt. Sprechstunden: Täglich Morgens 8—11 Uhr, Nach⸗ mittags 3—4 Ubr. Clinik für unbemittelte Ohrenkranke Nachmittags 4—5 Uhr. Dr. med. Oskar Wolf. Ohrenarzt, Theaterplatz 10. Holz-Consumenten 1558 bringe ich meine mit Dampf betriebene Holz⸗ schneiderei in empfehlende Erinnerung, als Schneiden von Stammholz Brennholz, sowie Stangenholz zum Einzäunen von Gärten. Mein Holzlager halte stets in allen Gattungen und Dimensionen von Hölzern wohl assortirt, als: Eichen-, Weiß und Roth⸗Buchen⸗, Tannen, Kirsch⸗, Apfel“, Birn⸗ und Nußbaumholz, Pappel⸗ und Lindenholz zu Schneitbretter zu billigen Preisen. Louis Nodaug. Schutzpocken-Lymphe sur Schafe durch Kuh⸗Lymphe erzeugt 1569 nicht Schaspocken⸗Lymphe versende ich von jetzt an fortgesetzt so, daß jedesmal 100 Schafe für 1 Thaler gegen Pocken geschützt werden können. Berlin, Schiffbauerdamm 33. Dr. Piß in. Die Gartenlaube bringt in Nr. 23 folgende Beiträge: Der Bergwirth. Geschichte aus den bairischen Bergen. Von Herman Schmid.— Leid und Freude in der Naturforschung. Vortrag, gehalten im Saale der Buchbändlerbörse zu Leipzig von Prof. C. Ludwig.(Schluß)— Der Strike der Schmiede. Gedicht von Frangois Coupés, deutsch von Eduard Mautner.— Das Bernsteingold des Sam- lands und selne neueste Gewinnung. Von einem Ost⸗ preußen Mit 2 Abbildungen: Die Bernstein⸗ Taucherflotille in Brüsterort. Nach der Natur aufgenommen;— ein Taucher in voller Rüstung. Nach der Natur aufgenommen.— Aus der Jugend einer berühmten Frau. Von Dr. E. Herzog.— Blätter und Blüthen: Kein Kind im Haus. Gedicht von Hillsdale. Aus dem Englischen von Fr. Gerftäcker. — In einer schwedischen Dorfkirche. Mit Ab⸗ bildung, nach dem Oelgemälde von Nordenberg in Düsseldorf. 5 3 1538 welcher das Ein braver Junge, Barber: Gesc, nebst der niederen Chirurgie erlernen will, kann sofort in die Lehre treten bei Friedberg den 4. Juni 1870. 5 V. Fischer, Heugehülfe. Tanz- Unterricht! 1527 Der Unterzeichnete beabsichtigt, wie gewöhnlich, seinen Tanzeursus gleich nach Pfingsten zu eröffnen und bittet ergebenst gefällige Anmeldungen in seiner Wohnung bei Wittwe Butzbach machen zu wollen. H. Moseler, Tanzlebrer. Eine Partie Diel-Abschnitte 1559 von 6—97 Länge, fast ganz rein und von starkem Schnltt, kann billig abgegeben werden. Louis Rodaug. 2— Ein braver Junge 1513 kann, mit oder ohne Lehrgeld, in die Lehre treten bei Friedberg den 1. Juni 1870. Hermann Neisel, Drehermeister. Die Dr. Steffan'sche Augenheilanstalt zu Frankfurt am Main 150(Krögerstraße 8. und Sachsenhausen, Dreikönigs⸗ straße) auf's Bequemste eingerichtet, nimmt jederzelt Augenkranke auf. Unbemtittelte zu ermäßigtem Preise und unentgeldlich. Empfehlung. 1567 Dem verehrlichen Publikum bier und in der Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich neben meinem bisherigen Geschäft ein Geld- und Viehmanklergeschäft betreibe. Gefälllge Aufträge werden prompt und billige besorgt. Nieder⸗Wöllstadt den 3. Juni 1870. Fr. W. Dietrich, Heilgehülfe. Ein kräftiger Junge 1581 Verloren. 1579 Dienstag Abend zwischen 5 und 7 Uhr ging auf dem Wege von Friedberg nach Nauhelm oder in den Nauheimer Anlagen eine goldene Damenuhr verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen gute Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben. Mehrere Weißbindergesellen 1580 finden dauernde Beschäftigung bei Georg Schenck, Weißbindermeister. Ein Dienstmädchen 1572 wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Ein ordentlicher Zunge, 1576 welcher die Kammmacherei erlernen will und der sogleich Lohn erhält, wird gesucht von Wilh. May. Sellerie, Lauch⸗ und alle Sorten Gemüse⸗ Pflanzen sind zu haben bei 5 1577 Heinrich Preußer. Militärhandschuhe 40 von 36 kr. an bis zu den feinsten Sorten dei K. Friedrich neden der Post. 5 Morgen Heugras 1571 verkauft Pfarrer Becker in Leidhecken. Schwarze Kaiser-Einte ist in Flaschen à 8 und 14 kr. stets zu bahen bei Bindernagel& Schimpff. Kirchen buchs anus z ügt. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 28. Mai. Martin Scheibel ein Sohn Albert Ludwig Wilhelm, geb. den 5. Mal. Beerdigte: 31. Mat. Anna Maria Netz, geb. Wagner, Ehe⸗ frau des 4 hies. Bürgers und Drehermeisters Philipp Wilhelm Netz, alt 64 Jahr, t om 30. Mai. 31. Mai. Johann Friedrich Kimmerl, Söhnchen des verft. Mufikus im hies. Jäger⸗Bataillon Aloys Kimmerl, alt 1 Jahr 7 Monat 10 Tag, 4 den 30. Mai. 4. Juni. Anna Katharina Falck, geb. Bechstein, Ehefrau des hies. Bürgers, Pofsattlers und Gemeinde ⸗ raths Johannes Falck, alt 59 Jahre 2 Monate, 4 den 3. Jun. Katholische Gemeinde. Getraute: 26. März. Franz Knoll, Lehrer an der Stadtschule in Bad⸗Nauhelm, aus Hagenan im Elsaß, und Christine Eleonore Marte Franziska Georgine Jeröme aus Cassel. 26. April. Heinrich Mondigler, hies. Bürger und Mechankkus, Sohn des hies. Bü gers Martin Mondigler I. und dessen verft. erssen Ehefrau Margaretha, geb. Scheibel und Caroline Elisabetha Walz, Tochter des vorh. Bürger⸗ meisters Hartmann Walz II. und dessen Ehefrau Wilhelmine, geb. Diel. 1. Mai. Franz Jung aus Hainstadt und Anna Marta Appel gus Klein⸗Krotzenburg. 5. Mat. Joseph Graubert, bies. Bürger und Heizer an der Main Weserbahn, Sohn des verst. bies. Bürgers Andreas Graubert und dessen Ehefrau Marie, geb. Nauheimer und Elise Christiane Arnold von Giehen. 8. Mai. Adam Hildebrandt, Bürger und Maurer zu Mühlbeim, Sohn des dortigen Ortsbürgers und Maurermeisters Georg Adam Hildebrandt und Marla Katharine Gondolf, Tochter von Alexander Gondolf aus Friedberg. 31. Mai. Heinrich Peter Dletz, hies. Bürger, Sohn des hies. Bürgers und Müllers Heinrich Dietz und dessen Ehefrau Elisabetba, geb. Krämer und Eltsabetha Marga⸗ reiha Veilh, Tochter des Bürgers und Pächters zu Ildenstadt Joseph Veith und dessen Ebefrau Eva Katha⸗ rina, geb. Krämer. 6. Juni. Georg Kreß, hies. Bürger und Spengler⸗ meister, Sobn des Großherzoglichen Bauaussehers Joh. Kreß und Katharine Graubert, Tochter des verst. bies. Bürgers Andreas Graub ert. Istaclitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 7¼ Uhr. Samsiag Morgens 8 Uhr. kann sogleich in die Lehre eintreten bei Heinrich Betz, Hof⸗ Dachdecker. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. Dem hies. Bürger und Gastwirth Johann gestant Lieuten ttnann aggreg 1. In unseret dieses Feuerg des Bund. solgen setzbuc erhalte Oeneht dem H. Hesetzg des vos + 0 Geburt herzogs wieder länger, hier b geschä