— Der 2 Spreu ——k—— labt, en ttags 1 0 — erkaus Stertrgecsts it ewaare, * Volleuw ann ur bender zug n N. dota Grödel Zilb. Jertsch elfte 20 un 10 11 glb. Kreute gau 5 24 8 Sture 1870. Uddruck, Dienstag den M132. 8. November. Oberhessischer Anzeiger. —— Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Fritdberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 7 Für die Monate November und Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags- Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. Amtlicher Theil. Helreffend: Die Forffstrafantheile der Gemeinden im Jabr 1869. Friedberg am 1. November 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Mittheilung der Verzeichnisse über die Forststrafantheile Ihrer Gemeinden vom 1. tragen wir Ihnen auf, die Beträge den Gemeinde-Einnehmern in Einnahme zu decretiren und controhren zu lassen. 5 2., 3. und 4. Quartal 1869 in nachstehendem Trani Auszug aus dem Verzeichniß ber Forststrafen. Vom 1. Quartal. Bönstadt 54¾ kr., Ober⸗ Florftadt 1 fl. 43½ kr., Bodenrod 2 kr., Hoch⸗ Weisel 2 kr., Langenbain 40 kr., Matbach 25 kr., Ostdeim 5 kr., Gambach 1 fl. 46 kr. Trais Münzenberg 8 kr., Griedel(Mark) 28 kr., Södel 1 fl. 38 kr., Wohn- Vom 2. Nieder⸗Florstadt 3 fl. 42½ kr., Ilbenstadt 14 kr., Assenheim 4 kr., Ober- Florstadt 44 kr., Nieder Wöllstadt 14 kt., Münfter 15 kr., Fauer⸗ dach v. d. H. 23 kr., Hoch; Weisel 5 fl., Gamboch 52 tr., Griedel(Mark) 1 fl. 78 ke. Rockenderg(Mark) 5 ff. 9% kr., Trais⸗Müönzenberg(Mark) 16 kr., Södel Vom 3. Bönstadi 10 kr., Le 7 fl. 49., Ober- Florstadt 1 fl. 6½½ kr., Bodenrod 4 kr., Fauerbach v. d. p.(Oberförfieret Hoch⸗Weisel) 34 kr., Hoch⸗ Weisel 19 kr, Langenhaln 4 kr. Maibach 22 kr. Ostbeim 20 kr., Gambach 8 40 kr., Griedel(Mark) 8 kr., Trais⸗Münzenderg(Maik) 10 kr., Södel 59 kt., Bönstadt 28 fr., dach 59 kr., Ober Roedach 33 kr., Bad- Nauheim 19 kr. Ober ⸗ Mörlen 43 kr., Nieder⸗ Flotsladt 3 fl. 56½ kr. Butzbach 17 kr., Nieder-Welsel 11 kr., Kirch⸗Göns 0 1 fl. 8 kr., Pohl Gons 1 fl. 8 kr., Reichelsheim 16 kr., Weckesheim 13 kr. Quartal. 44 kr., Wölfersheim 1 fl. 2 kr., Wohnbach 23 kr. Ober⸗Rosbach 29 kr., Ober⸗ Mörlen 1 f. 55 kr., Bad Nauheim 1 fl. 56 kr., Bug dach 16 kr., Nieder ⸗Weisel 40 kr., Pohl⸗Göns 12 kr., Kirch⸗Göns 3 fl. 42 kr., Reichelsbeim 2 fl. 4 k., Weckesheim 30 kr. 5 Quartal. Wobnbach 12 kr., Wölferoheim 33 kr., Ober-Rosbach 6 kr., Bad⸗Nanbeim( fl. 23 kr., Ober-Mörlen 1 fl. 42 kr., Butzbach 4 fl. 40 kr., Nieder- Welsel 30 kr., Dausen 1 fl. 7 kr, Rüch⸗Göns 2 fl. 11 kr., Pobl⸗Göns 1 fl. 15 kr., Reichelsheim 1 fl. 25 kr., Weckesheim 30 kr. Vom 4. Quartal. Bönstadt 25% kr., Essenheim 11 kr., Nieder⸗Florstadt 4 fl. 32½ kr., Ober⸗ Florstadt 4 fl. 32 k., 2 fl. 50 kr., Malt ach 32 kr. Münster 50 kr., Gamba 4 fl. 48 ft., Gtiedel(Mart) . fl. 9 ke. Traie-⸗Münzenberg(Mark) 52 kr., Södel 2 fl. 3 kr., Wölsersbeim 20 fr., Bodenrod 34 kr. Fauerbach v. d. Hl fl. 54 kr., Langenbaln ö Wobnbach 1 fl. 59 kr. Over-Rosdach 2 fl. 20 kr., Ober-Mörlen 5 fl. 31 kr., Bad⸗ Nauheim 7 kr. Butzdach 1 fl. 48 tr., Pobl-Göns 24 ft., Nieder- Weisel 48 kr., g Kirch⸗Göns 4 fl. 24 kr., Weckes beim 50 kr. Betreffend: Die lährliche Aufnahme des n in sämmtlichen Gemeinden des Großberzogthuns, hier für das Jahr 1870. Friedberg den 6. November 1870. Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. Indem wir Sie davon in Keuntniß setzen, daß wir Ihnen heute die zur Ausstellung der rubricirten Uebersichten erforderlichen Formulare zuter Couvert zusenden, tragen wir Ihnen auf, diese Uebersschten nach den gegebenen Vorschriften pünktlich und gewissenbaft aufzustellen und dis zum 20. November d. J. unfehlbar mit Begleitungsberichten, in welchen Sie sich über die Herbstgewächse äußern wollen, anher einzu⸗ enden. Auch über die Obsterudte sprechen Sie sich aus. Bei der Aufstellung dieser Uebersichten werden Sie keine anderen wie die Normalmaße, als: Morgen, Malter, Simmer, Kumpf, Gescheid, Mäschen und in der Spalte„Ganzer Ertrag der Gemarkung“ keine kleineren Bruchtheile als J, ½, ½ Malter oder Centner in Ansatz bringen. Es sind also Berechnungen achttheile, zehntheile, sechstheile und dergl. zu umgehen resp. wegzulassen. f Sie werden die größte Pünktlichkeit bei Aufstellung dieser Ueber— sichten beachten und nicht unrichtige Berechnung vorlegen, indem sonst Rückgabe zur Verbesserung erfolgen müßte. r A gerreffend: Die Aufnahme des Viehstandes im Jahre 1870. Friedberg den 6. November 1870. Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgerermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt Nr. 5 von 1863 lassen wir Ihnen zu der am 3. Dezember d. J. von Ihnen aufzunehmenden Viehstandstabelle das erforderliche Formularpapier hierbei zugehen. Wir erwarten pünktliche Aufnahme und tragen Ihnen weiter auf, jede Abweichung gegen voriges Jahr sowohl in Ansehung der Stück— zahl als der Viehpreise, auf der Tabelle selbst vollstandig zu erläutern. Bis zum 15. Dezember erwarten wir die Vorlage unfehlbar. Ter a p p. Kriegsnachrichten. Aus einer Mittheilung des commandirenden gezeigt, welches indessen den Aerzten keine ernst⸗ Officielle militärische Nachrichten. Boutancourt(bei Maizieres), 3. Nov Seit mehreren Tagen sind mobile Colonnen gegen Banden von Franctireurs thätig. In Folge dessen gaben mehrfach kleine Gefechte stattgefunden. Beim Feinde 20 Todte, diesseits ein Unteroffizier ge— „lieben. Diese Unternehmungen werden weiter ortgesetzt. v. Selchow.— Bemerkung. General- major v. Selchow ist Commandeur der Cernirunge⸗ ktruppen vor Maizieres. Versailles, 3. Nov. Mit Ausnahme des Artilleriefeuers vom Mont Valerien verhielt sich der Feind im Laufe des heutigen Tages vor Paris ruhig. v. Podbielsky. Versailles, 4. Nov. Die Festung Belsort ist nach mehreren kleinen stegreichen Gefechten seit tem 3. Nov. von diesseitigen Truppen cernirt. Generals v. Zastrow ergibt sich, daß bis jetzt in Metz vorgefunden sind: 53 Adler und Fahnen, 541 Feldgeschütze, das Material für mehr als 85 Batterien, gegen 800 Festungsgeschütze, 66 Mitrailleusen, gegen 300,000 Gewehre, Kürasse, Säbel zc. in größter Anzahl, gegen 2000 Militär- fahrzeuge, sowie nicht verarbeitetes Holz, Blei, Bronze in großen Massen, eine vollständig ein- gerichtete wertbvolle Pulverfabrik zc. Berlin, 6. Nov. Am 5. Nov. sind zwei Ballons mit fünf Passagieren von den preußischen Husaren abgefangen und nach Versailles abgeliefert worden. Von der Armee vor Paris wird bis zum 5. Nov. Abends kein Zusammenstoß gemeldet. Aus Versailles, 31. Okt., wird der „Allg. Ztg.“ geschrieben:„General Moltke ist in Folge der Strapazen des Krieges krank geworden. Bis jetzt hat sich ein hitzigee Fieber bei ihm lichen Besorgnisse einflößt.“ — Ueber die Lebensmittelvorräthe in Paris schwanken die Angaben. Aus Versaille, 30. Okt. wird der„Köln. Zig.“ geschrieben: Ich hatte heute Gelegenheit, die Bekanntschaft des gestern erst aus Paris hier angelangten früheren nord- amerikanischen Gesandten in Lissabon, Herrn O'Sullivan, zu machen. Derselbe erzählte, daß die Mehlvorräthe in Paris noch ziemlich bedeutend seien, Fleisch dagegen sei wirklich in der Abnahme begriffen, Jeder bekomme jetzt, was er braucht, rationsweise zu kaufen. Die Armen erhalten diese Rationen gratis. Jede solche Ration hesteht aus 60 Gramm, d. h. gerade 4 Loth Fleisch. Das Gas ist nicht aus Paris verschwunden. Auf je drei Laternen werden freilich zwei nicht mehr an— gezündet und die Beleuchtung ist somit kläglich, aber— sie existirt doch noch. Die Cafe's der Boulevards haben Ordre, um 10½ Uhr Abends 322— — zu schließen. Die Mehrzahl derselben schließt jedoch schon freiwillig um 9½ Ubr. Die Läden, welche Luxusgegenstände enthalten, bleiben zum Theil auch den Tag über geschlossen, alle anderen Magazine und Boutiken sind jedoch stets dem Verkebre geöffnet. Die Schinken und Conserven⸗ Vorräthe sind nicht so bedeutend, als man früher wohl angenommen. Da das Fleisch nach der von der Regierung festgesetzten Taxe verkauft wird, so kann man nicht eigentlich sagen, daß es theurer sei, als sonst, Schinken aber und dergleichen werden per Stück im Privatverkehre mit je 80 bis 100 Franken und darüber bezahlt.“ Dagegen erzählt ein anderer Berichterstatter desselben Blattes aus der Umgegend von Verdun, es sei daselbst ein Luftballon mit 3 Reisenden aus Paris nieder- gefallen, die man in Gewahrsam nahm und die sehr trübe Schilderungen von der Hauptsladt an der Seine entwarfen, welche der Hungersnoth gewiß nicht lange mehr entgehen könne. Rind⸗ fleisch war nicht mehr zu haben(nur der Eng- länder hatte es sich noch zu verschaffen gewußt) und gutes Pferdefleisch bezahlte man das Pfund mit 3 Franken, doch setzt ein vom 23. v. datirter Erlaß des Handelsministers Magnin für die ge- setzlich bestätigten Pferdefleisch⸗Handlungen den Preis eines Kilogramms Roßfilet für die laufende Woche auf 1 Fr. 80 C. fest. Maulthier⸗ und Eselsbraten gilt als köstliche Speise. Von den neuesten und auch schon von älteren wichtigen Ereignissen hatte man keine Kenntniß. Der Fall Straßburgs, die Zersprengung der Loire- Armee mit der Einnahme von Orleans war den Herren eine fast unglaubliche Neuigkeit. Aus Paris vom 1. November wird über Tours gemeldet: Gestern, am 31. Oct., fand in Paris vor dem Hotel de Ville eine bewaffnete Kundgebung statt. Die Mitglieder der Regierung wurden daselbst gefangen gehalten; ein Wohlfahrte⸗ ausschuß und eine Commune der Stadt Paris wurden gebildet, welchen unter Anderen Lorian, Ledru⸗Rollin, Victor Hugo und Flourens ange— hörten. Eine am 1. November erschienene Pro- clamation Trochu's theilt diese Vorgänge mit und meldet außerdem, daß gegen 8 Uhr Abends Trochu, Arago und Ferry den Händen der Auf⸗ ständischen durch das 106. Bataillon der National- garde entrissen wurden, während Jules Favre, Garnier⸗Pages und Jules Simon gefangen blie⸗ ben. Heute 8 Uhr Morgens nahmen diese be— klagenswerthen Scenen durch das Einschreiten der herbeigeeilten Nationalgarde ein Ende. Dieselbe hatte unter der Anführung Ferry's die ganze Um- gebung des Hotel de Ville besetzt und nahm die Räumung des letzteren vor. Trochu wurde bei seinem Erscheinen von den Bataillonen mit leb⸗ haften Zurufen empfangen. Der Bericht Trochu's schließt: Ein Waffenstillstand ist heute vorgeschlagen, welcher mehrfache Vortheile in sich schließt, von denen sich Paris leicht Rechenschaft ablegen kann, ohne daß es erst nöthig ist, dieselben hitt einzeln aufzuzählen, und anstatt dies zu würdigen, macht man hieraus der Regierung den Vorwurf der Schwäche, ja selbst des Verraths!— Die Ruhe ist heute wieder hergestellt. Garnier⸗Pages, Pelletan und Camisier sind an den an ihnen gestern ver— übten Gewaltthätigkeiten erkrankt. Die Haltung Ferrys wird sehr gerühmt.— Ein Decret der Regierung verordnet, daß jedes Bataillon der Nationalgarde, welches außerhalb der gewöhnlichen Dienstzeit bewaffnet erscheint, sofort aufgelöst und entwaffnet wird. Mehrere Bataillonschefs, darunter Flourens und Milliere, wurden abgesetzt. Etienne Arago und die übrigen Maires haben ihre De⸗ mission gegeben. Nächsten Sonnabend findet die Neuwahl der Maires statt. Einer Depesche aus Lille, 2. Nov, zufolge ist die preußische Avantgarde bei Herson gesehen worden. Man schließt daraus auf Operationen im Norden. Der Erzbischof von Tours hat den päpstlichen Nuntius mit einer Rede empfangen, die das gleichzeitige Mißgeschick Frankreichs und des Papstes betont und die Hoffnung ausspricht, mit Hülfe des ersteren werde der Papst wieder auf den Thron gelangen. truppen ist es glücklich gelungen, einen Pariser Luftballon herabzuschießen. Seine Insassen, zwei Civilpersonen und ein Offizier, sind sammt den Papieren, die sie mit sich führten und die von besonderer Wichtigkeit sein sollen, nach dem Haupt⸗ quartier transportirt worden. — In Le Mans sah man am 28. Okt. der Ankunft der Deutschen entgegen. Wenn es den⸗ selben gelingt, Le Mans zu besetzen, so ist jede Verbindung des nördlichen Frankreichs mit dem südlichen Frankreich abgeschnitten. Es stoßen dort fünf Eisenbahnlinien zusammen, welche die Ver- bindungen mit Rouen, Havre, Cherbourg, Brest, Nantes und Tours centralisiren. In Le Mans befanden sich an diesem Tage eine Menge Truppen: Reguläre, Mobile, Franctireurs, päpstliche Zuaven. — Einem Berichte über den Einmarsch der deutschen Truppen in Metz entnehmen wir folgende Stellen: Von Mittags 12 Uhr bis Abends 6 Uhr marschitten 25,000 Gefangene an uns vorüber und als diese heraus, konnte unser Einmarsch unter klingendem Spiel beginnen. Es war Nacht und es regnete; durch den schweren Tornister und langes Stehen war ich so müde, daß die Beine mich kaum roch trugen. Aber voran ging es und um 8 Uhr hieß es Halt! Eine Illusion, in Bürgerquartiere zu kommen, ging nun zwar ver⸗ loren, aber der Bescheidene war mit einem Boden über dem Pferdestall einer Kaserne zufrieden und bald hatten wir uns da auf den Fußboden, den Kopf auf dem Tornister, hingestreckt. Am andern Morgen stürmte alsbald Alles nach dem Kasernen⸗ hofe. Der Anblick war wohl Keinem erquickend, wie er sich bot. Kranke, Verwundete liefen unter⸗ kinander herum und lungerten nach Essen und Trinken. Nach einem Stück Brod, nach einem Tropfen Schnaps streckten sie flehend die Hände aus, oder standen in stummer Resignation. Jam-⸗ mergestalten! Auch Civilpersonen kamen herzu. Weiber bettelten für ihre Familien, was es gab. Kinder für ihre Mutter um Salz und Brod, für ihren Vater um Tabak. Alles sollten wir haben und hatten selbst kaum Brod. Das Brod für den Tag war noch nicht empfangen und für den gestrigen längst verzehrt, da wir ja allein darauf angewiesen gewesen waren. Wohl dann und wann gab es ein bischen Tabak, Salz, Reis, Brod— aber wie wenig für so vielen Hunger. Salz fehlte schon 4 Wochen, eben so lange ist schon Pferdefleisch gegesen worden. Die Pferde und Maulesel lagen vor der Stadt massenhaft unbe⸗ graben, sie waren verhungert und verbreiteten einen pestialischen Geruch. Selbst in den Straßen der Stadt findet man die armen Thiere in den letzten Zügen oder verendet, wohl auch herum ⸗ laufend ohne Herren, ihrem Schicksal überlassen. Das ist das Elend, was gesehen wird; wie viel aber mag verborgen noch zu finden sein, wenn man Haus für Haus es aufsuchen könnte! Metz, 5. Nov. Das Hauptquartier der 1. Armee(v. Manteuffel) befand sich vorgestern in St. Briey, dasjenige der 2.(Friedrich Karl) in Commercy an der oberen Maas. Metz. Der neue Präfekt, Graf Henkel von Donnersmarck, zeigt in einer Proklamation die Verlegung des Sitzes der deutschen Präfektur von Saargemünd hierher, sowie die Empfangsstunden an, und fordert die Bürgerschaft zu freundlichem Entgegenkommen auf. Die Polizeiverwaltung ist bereits eingerichtet, man sieht schon deutsche Schutz- leute; auch deutsche Gensdarmerie wird bis morgen installirt sein. Der Dienst derselben wird hier sehr schwer werden, denn die Stimmung in der Einwohnerschaft ist eine ungemein gereizte und da die Einwohner, selbst wenn sie es verstehen, nicht deutsch sprechen, so gibt es stete Reibereien. Bis ins Kindische geht dieses Zurschautragen ihrer französischen Gesinnung; die jungen Leute tragen rothweißblaue Schleifen, Halsbinden, Uhrenbän⸗ der ꝛc. und die wüthenden Blicke, die allerorten dahin fallen, wo deutsch gesprochen wird, lassen die Gluth des Hasses ahnen, der in diesen schwarz⸗ äugigen, lebendigen, lebhaften Figuren wohnt. Die längere Anwesenheit so vieler französischer Offiziere hat diese unmuthige Stimmung noch ge⸗ Vor Verdun, 1. Nov. Unseren Cernirungs⸗ nährt. In Folge dessen erging eine Proklamation v. Kummer's, in der der Weggang der Offiziere und Soldaten aus Metz nach dem Lageß in St. Julien vor 4 Uhr Mittags bei Androhung strenger Maßregeln befohlen wird. Straßburg. Der Civilcommissar im Elsaß, Regierungspräsident v. Kühl wetter, erläßt in der Straßburger Zeitung einen Auf⸗ ruf um Gaben von Lebensmitteln zur Linde⸗ rung der großen in Metz herrschenden Noth. Es heißt in diesem Aufrufe: Aufgezehrt sind alle Vorräthe und erschöpft bis zum äußersten Maße ist das ganze Land, das jetzt Deutsch⸗ Lothringen heißt. Lange Dürre hatte schon vorher eine vollständige Mißernte erzeugt, und die Geißel des Landmanns, die Rinderpest, gesellte sich den Leiden des Krieges hinzu. Die bittere Noth, Siechthum und Tod sind uber das Land gekommen in einem Grade, wie es kaum schlimmer gedacht werden kann— es meldet sich der Hungertyphus. An Deutsch⸗ lands nie versagende Wohlthätigkeit wende ich mich in altem Vertrauen. Wer helfen kann, der helfe, aber schnell. Lebensmittel zu schaffen für Metz und seine Umgebung ist die nächste Aufgabe. Altbreisach, 2. Nov., Nachm. Fort Mortier in Brand geschossen, brennt seit 3 Uhr. Die Uebergabe erfolgt voraussichtlich morgen. — Die„Karlsr. Ztg.“ meldet Näheres. „3. November. Das Bombardement seit gestern Mittag eingestellt, hat diesen Morgen nach Aufstellung einer weiteren Batterie im Schloß⸗ garten von Altbreisach wieder begonnen. Einige Bomben sind in die Stadt Altbreisach gefallen, ein Haus ist nicht unbedeutend beschädigt, aber noch kein Brand.— 3. Nov., Mittags 1 Uhr. Neubreisach ist heute noch an 2 Stellen in Brand. Das Fort Mortier schweigt seit 9½ Uhr. Es ist von unserer Artillerie gründ⸗ lich zugerichtet; sämmtliche Geschütze im Feuer. Zur Zeit Alles ohne Verwundete. Unsere Stadt ist bis jetzt nicht beschädigt. 3 Uhr Nachm. Fort Mortier in Brand geschossen, der ganze suͤdliche Theil in Flammen. Beschädigungen in Altbreisach keine weiteren und bis jetzt keine Verwundeten. 5½ Uhr Abends. Seit 2½ Uhr Kasernen brennend im Fort Mortier. Um 4½ Uhr Fall des Uhrenthürmchens auf dem Hauptgebäude.“ Altbreisach, 5. Okt. Heute Nacht und früh wurden sowohl aus Fort Mortier wie Neubreisach die hiesigen Batterien und unsere Stadt stark beschossen. Das Münster ist beschädigt. Fort Mortier ist ausgebrannt, die Geschütze sind bis auf eines diesseits demontirt. Altbreisach, 6. Nov. Seit gestern an⸗ dauernde Beschießungsdes Forts Mortier. Dieses erwiderte das Feuer Abends; die Besatzung machte den Versuch, sich durchzuschlagen. Derselbe wurde von der Artillerie und der preußischen Landwehr zurückgewiesen. 8 — Ueber die Operationen der deutschen Armee im Süden liegen folgende Nachrichten vor, welche über Bern gemeldet werden: Nach zuverlässigen Nachrichten im militärischen Bundesamt hörte man am 1. ein lebhaftes Kanonenseuer nach Belfort hin. Freischützen sind in Delle(hart am ber⸗ nischen Jura) und deutsche Truppen nahe bei La Chapelle(auf dem Weg Mühlbausen⸗Belfort, 20 Kilometer von diesem Platz). Die Deutschen rückten auf Belfort, Mobilgarden vor sich her⸗ jagend. von Giro⸗Magny(nördlich von Belfort) Kanonen donner gehört worden; es muß also dort ein Gefecht stattgefunden haben, da die ganze fran⸗ zösische Gränze von Montbeliard bis Altkirch von Franctireurs und Mobilgarden besetzt ist. Die deutschen Truppen dagegen haben Frais und Fon⸗ taine(östlich von Belfort) besetzt. Eine deutsche Truppenabtheilung ist ferner bei La Chapelle(20 Kilometer von Belfort und an der Route von da nach Mühlhausen) beobachtet worden. Aus Pruntrut sind vom 2. Nov., Abends 7 Uhr 20 Min., beim eidgenössischen Departement folgende telegraphische Nachrichten eingetroffen: Die Stadt Am 2. Nachmittags ist aus der Gegend 0. Nob. gechloset Belsott) wird ein — Pre „tnt. neue de! Versallle Etfolg f selben de zur Prü sassung die Ei nach derlich wichtigen diums gothwen s aber die deul Verordi deulsche dem B Elsaß Tage n Wie vel übet ez im Pr Unterze jetzt ni Fr genomm gegenwe ergeben Circula Ausschr daß ei gierung elnes J 0 nehmen Paris sihnsuch Gant gehalten getroff des S Con bekann 3 * An Deutsc eu wende 10 er delfen fan Hel zu schafen t die nacht Nachm. Fin bttunt seit; detaussichtlit ieldet Näheres nent seit gestern Norgen nach t im Schloß⸗ tt. Einige risach gesallen, beschädigt, aber Natags 1 Uhr. 1 2 Stelen i eig gelt Artillerr grund chütze in tut t. Unsen J Uler Nac en, der gaß Seschaͤdigunge d di seßt r „ Scit Waun Nertier. Un ert auf den S ad. Stad aut Nacht und Nertitt t n ind unten urn in beschetin 1 Gischützt in rn l Ditseh Seit ge Netntt Scehang 58 Derselbe 2 1 Lankwtt! zucht* „ sich * Oh te nicht mehr von Rochefort unterzeichnet. t 2 ene— Die Journale sprechen mit wenigen Aus- een“ mhmen Sehnsucht nach Herbeiführung des Friedens 15— 1. Die„France“ wagt schon die Nong, daß * ut ** 55 Zrmee aufzusuchen.— Die Pariser Journale ein, om 2. Nov., namentlich das„Journal de Paris“, g de ee bifürworten auf's Wärmste die Politik der Re⸗ 30— FJoerung und die Aufnahme des Waffenstillstandes ene uur Rettung Frankreichs. e— 6. Nov. n 15 0 gerücht die Abreise Gambetta's zur Armee von 1¹ 1 60. Won. In Lyon und St. Etienne, wo die rothe e n e i in voller Bewegung, die Franctireurs befinden in Delle Wee Gränzort), die 41745 laben die Mobilgarden auf Belfort zurückgewor Lon Boncodurt und Courtemaiche(schweizerische Juradörfer) hört man eine starke Kano nade in ter Richtung von Dannemarie und Belfort. Die togenössischen Truppen begeben sich sofort an die kdrohtrn Gränzpunkte. f f Delle(Dattenried, Dep. Haut Rhin, Arr. belfort), 5. Nov. Die französischen Gränzdörfer nd von Franctireurs und aufgelösten Mobilgarden tagefüllt. Flüchtlinge sind in großer Menge ein⸗ ptroffen. Zwei französische Zollgränzbureaux sind bräumt. Deutsche Plänkler sind in Herimoncourt (Dep. Doubs Arrondissement und bei Montbeliard) engekommen. Pruntrut(Porrentruy, Canton Bern), Nov. Belfort ist von den Deutschen ein— eschlossen. Sevenans und Moval 4südlich von delfort) sind stark beset.. Vom Fort La Justice tird eine starke Kanonade unterhalten. Preußen. Berlin, 5. November. Die „trzztg.“ schreibt: Die Berathungen über die tue deutsche Bundesverfassung werden in Lersailles mit Eifer und, wie wir hoffen, mit erfolg fortgesetzt. Da nach dem Abschluß der- üben der Zusammentritt des deutschen Reichstages zr Prüfung und Genehmigung der Bundesver- sissung keine Verzögerung ersahren darf, so wird die Einberufung dieser Versammlung ach Versailles wahrscheinlich erfor- derlich werden, da für die Berathung der zichtigen Vorlagen die Auwesenheit des Präsi⸗ dms an dem Sitze des Reichstages durchaus wothwendig erscheint, für Se. Majestät den König Naber nicht möglich ist, als Oberbefehlshaber de deutschen Heere gegenwärtig zu verlassen. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht eine Lerordnung des Königs als Oberbefehlshaber der dutschen Heere, betreffend das Posttaxwesen in dem Verwaltungsgebiet des Genktralgouvernements Usaß und Deutsch⸗Lothringen. Dieselbe tritt drei age nach der Publikation in Wirksamkeit. — Von Berlin, 5. November, wird gemeldet: Wie verlautet, hat Thiers bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstand die Gebietsabtretung in Princip zugestanden Von bereits erfolgter Unterzeichnung des Waffenstillstandes ist hier bis jest nichts bekannt. Frankreich. Tours. Die in Paris vor- gmommene Abstimmung über Beibehaltung der 9 genwärtigen Regierung bat folgendes Resultat geben: circa 500,000 Ja, 55,000 Nein. Ein (rcular Gambetta's an die Präfekten motivirt die zusschreibung einer Abstimmung in Paris damit, heß ein in Paris eingeschlossener Theil der Re gerung nicht die Verantwortung des Abschlusses ines Waffenstillstandes ohne Weiteres auf sich uhmen wollte.— Seit dem 1. Nov. ist in zaris die Ruhe ungestört, jedoch ist Friedens sehnsucht bemerkbar. — Aus Paris, 3. Abends, meldet man: Jambetta's Rücktritt wird jetzt für unvermeidlich halten. Von Thiers ist ein Courier heute ein troffen, derselbe geht morgen mit dem Resultat des Scrutiniums zurück. Die Gräuelscenen von don und Perpignan wurden letzter Tage hier bannt und bestärkten die Friedenshoffnungen. — Dem„Rappel“ zufolge hat Rochefort seine Temission gegeben wegen einer Meinungsver⸗ sbiedenheit mit seinen Collegen über die Muni⸗ twalwahlen. Seit dem 2. Novy. sind die officiellen en. Fahnesfniedergeworfen ist, herrscht Ordnung. Mar- seille dagegen ist noch immer im Revolutionszustande. Aus Paris per Luftballon eingetroffene Nach- richten vom 1. Nov. berichten über die daselbst am 31. Okt. stattgehabten Unruhen. Danach hatten die Nachrichten über die Einnahme von Metz und die Wiedereinnahme von le Bourget (bei St. Denis), sowie die in der Stadt cour— sirenden Gerüchte von Waffenstillstandsverhand— lungen eine bedeutende Gährung erzeugt. Anhänger der ultra-radikalen Partei besetzten das Hotel de Ville und beabsichtigten, eine Commune von Paris einzusetzen. Flourens leitete die Bewegung. Der— selbe wollte die Regierung zur Abdankung zwingen. Ein Individuum proclamirte die Absetzung des Gouvernements. Picard entkam und ergriff die nöthigen Maßregeln um den Widerstand zu organi— siren, befahl, Generalmarsch zu schlagen, ließ die Nationaldruckerei besetzen, verbot Bekanntmachungen zu drucken und forderte das Ministerium auf, sich in Vertheidigungszustand zu setzen. Die Admirale Ronciere und Chailley stellten sich Picard zur Verfügung. Gegen Mitternacht zogen Bataillone der National⸗ und Mobilgarde gegen das Hotel de Ville, wo Favre, Garnier-Pages und Simon noch gefangen gehalten wurden. Favre weigerte sich, seine Demisstion zu geben und erklärte, er habe sein Mandat von der Bevölkerung und würde sich nur vor einer regelmäßig gewählten Regierung zurückziehen. Die Aufständischen forderten hierauf Flourens auf, die Regierungsmitglieder nach Vin— cennes zu schicken. Schließlich drang eine Com— pagnie Mobilgarden in das Hotel de Ville ein und drängte die Aufrührer in die oberen Stockwerke des Gebäudes zurück. Inzwischen waren zahlreiche Bataillone unter dem Rufe:„Es lebe die Republik! Es lebe Trochu!“ angerückt. Die Aufrührer wurden gefangen genommen und in die Keller geworfen, von wo sie entwaffnet abgeführt wurden. So war die Ordnung ohne Bltutvergießen hergestellt. Dorian, Victor Hugo und Louis Blanc nahmen an der Bewegung keinen activen Antheil. Belgien. Brüssel Die„Independance belge“ erfährt, daß in verschiedenen Städten Frankreichs erhebliche Ruhestörungen stattge— funden haben. In Toulouse nöthigten die Aufrührer den General Hubral und andere Offiziere, ihre Functionen niederzulegen. In Grenoble wurde General Barral verhaftet. In Nimes fanden große Volksaufläufe statt. Zu Marseille wurde der außerordentliche Regie— rungscommissar Gent, als er sein Amt antreten wollte, angegriffen und verwundet. Ein offener Kampf zwischen der ihm zugethanen National— garde und der seine Autorität nicht anerkennen— den Garde Civique wurde bisher noch ver— mieden. — Eine Depesche der„Independance belge“ aus London versichert, daß der Waffenstillstand unterzeichnet sei. Paris würde sich während der Dauer des Waffenstillstandes verprovian— tiren dürfen. Die Constituante ist auf den 15. November einberufen; die engl. Journale hoffen, daß der Waffenstillstand den Frieden herbeiführen wird. — Der„Etoile belge“ soll einen Brief des in Coblenz internirten französischen Generals Bisson veröffentlichen, welcher die erdrückendsten Beweise von der Schuld Bazaine's enthält, den er als einen Schurken behandelt. Großbritannien. London.„Daily News“ meldet: Wir erfahren aus glaubwürdiger Quelle, daß die Deutschen in den Magazinen und Arsenalen von Metz Munition und Vorräthe vor— fanden, welche für die Garnison bis März hin⸗ gereicht hätten. f Spanien. Madrid, 3. Nov. Cortes. Jambetta Tours verlassen habe, um die Loire⸗ General Prim drückt sein Bedauern über die Folgen aus, welche die Candidatur des Prinzen von Hohenzollern gehabt habe und präsentirt darauf als Candidaten den Herzog von Aosta. Castelar beantragt ein Mißtrauensvotum, weil die Regierung einen Candidaten gesucht habe ohne Der„Constitutionel“ meldet als Genehmigung der Cortes und erklärt es für un— verständlich, wie es nach dem Krieg noch Mo- narchisten geben könne. Der Antrag Castelar's wurde mit 122 gegen 44 Stimmen abgelehnt. Der Präsident setzte den Termin der Köntgswahl auf den 16. November fest. Italien. Florenz. Die Uebersiedelung Napoleon's auf Elba wurde vollständig zurückge⸗ wiesen. In Rom werden Unruhen befürchtet und Maßregeln gegen solche getroffen. Neuestes. Altbreisach, 6. Nov. Fort Mortier hat 2 Uhr Nachts capitulirt. » Friedberg. Dem Director des hiesigen Schullehrer⸗ Seminars, Herrn Steinberger, ist dieser Tage der Verdienstorden Philipps des Großmüthigen verliehen worden. Frankfust 4. Oct. Man konnte gestern sast glauben, Franksurt sei innerhalb weniger Stunden aus einer deut⸗ schen zu einer französischen Stadt geworden. Theils einzeln, theils in großen Trupps spazterten franzssische Offiziere, Corporäle und Gemeine in den Straßen der Stadt umher, bie und da Einkäufe machend. In der Restauration Eysen drängten sich die rothen Hosen um ein Glas Bier. Alle waren vergnügt, an Geld fehlte es ihnen nicht. Die gestrigen Franzosen waren die ersten Metzer Capitulanten, 800 Offiziere mit ihren Burschen. Die meisten hatten sich Marburg zum Aufenthalte ersehen. 600 am Abend angekommene, bei Paris gefangene Fran⸗ zosen, darunter wenige Liniensoldaten, durften den Zug nicht verlassen und fubren gleich weiter. Die Kehrseite der Medaille waren 1400 kranke und verwundete deutsche Soldaten, welche mit der größten Liebe verpflegt und verbunden wurden. Frankfurt. Die hiesigen Blätter schreiben: Fast jeder gestern hier angekommene Zug brachte aus Mainz oder Heidelberg französische Offiziere. Dieselben schienen ziemlich gut in hiesiger Stadt orientirt gewesen zu sein, denn sie wußten den Weg zum„Café de Hollande“ sehr genau. Unter den nach Gießen durchgekommenen Offi⸗ zieren befanden sich die Generäle Blanchard, Texier, Pöchot und Le Roy de Bait.— Verschiedene im Laufe des Tages angekommene Züge mit Gefangenen aus Metz warfen auf dem Bahnhose Zettel aus den Wagen, worauf zu lesen war:„L'armée frangaise vendue par Bazaine.“ Noth sah man den Soldaten nicht an, aber eine sehr gereizte Stimmung war unverkenbar. 8 Darmstadt. Die hessische Division sandte dieser Tage dem Etappen-Commando hier ein halbes Tausend unbestellbare Packete, und werden diese vermittelst des Comite's zur Versorgung hessischer Feld⸗ truppen den Absendern wieder zugestellt. Erwähntes„Comité“ läßt bis zum 9. dieses Monats seine X. Expedition zu unsern Truppen abgehen. Stettin. Unter unseren franzssischen Gefangenen befindet sich auch ein 4 jähriges Knäblein, das sich von seinem Vater nicht zu trennen vermochte und dem man daher gestattete, das Loos desselben zu theilen. Die viesigen sranzösischen Offiziere zeigten sich iheilnebmend und ließen das Kind auf ihre Kosten einkleiden. Auch bei der hiesigen Einwohnerschaft hat der kleine freiwillige Gefangene Auf⸗ merksamkeit erregt; in verschiedenen Häusern war derselbe bereits Tischgast. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für dite Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankend bescheinigt: fl. kr. durch Herrn Pfarrer Walloth Kirchenopfer aus Ostbeim 12 27 durch Herrn Pfarrer Bornagius Kirchenopfer aus Fauerbach 3 18 durch Hrn. Pfr. Möbius Kirchenopfer aus Bönstadt 10 30 durch Herrn Pfarrer Breidenstein Kirchenopfer 20— Ungenannt 1— von Herrn Wirth Zerb in Dorheim für Tönges'⸗ sches Gedicht— 30 aus der Sparkasse eines schwer kranken, jetzt aber wieder genesenen Kindes in Melbach 20— durch Frau Regierungorath Trapp zur Feier einer silbernen Hochzeit 2— 69 45 Hierzu die letzte Bescheinigung 4777 54½ 4847 39% Unsere Ausgaben betragen bis heute 4866 7 An Materialien: 1 Wagen Kartoffeln aus der Gemeinde Fauerbach gesammell durch Herrn Polizeidiener Stumpf; von Herrn Rentmeister Kreuter in Ossenheim 2 Körbe Grünes und Gemüse; von Herrn Kaspar Stumpf in Ossenheim 3½ Maas Milch; von Herrn Bergdicector Süft 1 Wagen Holz, aus Friedberg Gemüse, Dörrobst ꝛc.; dem Herrn Gasfabrikanten Tiefenthal in Bad⸗Nauheim unsern Dank für die unentgeltliche Leihung der Gaseinrichtung in der großen Halle. Berichtigung. Die aus Oberwöllstadt bescheinigten 2 Malter Kartoffeln waren Liebesgavden des Herrn Gastwirth Ph. Lud. Ihl. Unsere Lazarethe sind der Kranken und Verwundeten voll, und dürften wir um fernere Liebesgaben aller Art binen.— Friedberg den 6 November 1870. Für das Comits: J. Huber, Rechner- Verloosung. Meiningen, 1. Nod. Bei der heutigen Ziebung der Meiningischen Prämienanleihe(J⸗fl⸗Loose) wurden folgende Serien gezogen: 395 1055 1178 2350 2832 3240 3932 5474 5949 6117 7514 7535 7770 8372 8481 8609 8634 9669 9721 9799. Braunschweiger Thlr. 20 Loose. ziebung.) 39 50 277 491 551 862 1056 1363 1620 1843 2203 2250 2721 2757 3131 3269 3276 3536 3642 3682 3862 4220 4277 4355 4400 4664 4677 4681 4902 5267 5311 5438 5774 5997 6157 6513 6867 6905 6924 7118 7174 7337 7938 8399 8510 8534 8646 8837 8886 9171 9752 9755 9760 9881. Wien, 2. Nov. Ziebung der Gewinn⸗Nummern der österr. 1860er Loose. Der Haupttrefser mit 300,000 fl. fiel auf Serie 15.461 Nr. 16, der zweite Treffer mit 50,000 fl. auf Serie 12,685 Nr. 17, und der dritte (Serien⸗ 1258 1351 2808 2955 3905 3946 4692 4891 6426 6459 7732 7809 8888 8909 84572 105776 107632 à Frs. 500. 19119 Nr. 15; und endlich gewinnen je 1000 N el 240 Nr. 4. Serie 738 Nr. 4 19, Serie 2375 Nr. 3 17, Serie 3010 Nr. 11 16, Serie 3486 Nr. 16 Serie 4232 Nr. 12, Serie 4532 Nr. 4, Serie 4993 Nr. 9, Serie 5346 Nr. 6, Serie 5621 Nr. 18, Serie 8818 Nr. 11, Serie 9155 Nr. 18, Serie 9284 Nr. 6, Serie 9597 Nr. 7, Serie 10686 Nr. 18, Serie 10793 Nr. 17, Serle 10823 Nr. 17, Serie 11850 Nr. 18, Serie 12426. Nr. 2 15, Serie 12685 Nr. 20, Serie 13495 Nr. 18, Serie 13672 Nr. 15, Serie 15598 Nr. 8, Serie 16760 Nr. 20 und endlich Serie 19178 Nr. 6 10. Florenzer 250 Frs.⸗Loose. Bei der heute am 1. November slattgefundenen 11. Ziehung sind folgende Nummern mit den beigesetzten Preisen zur Rückzahlung auf den 1. Apil 1871 herausgekommen: Nr. 60564 Frs. 60,000, Nr. 16981 und 61495 3 Frs. 2000, Nr. 20393 49675 99673 und 116165 à Frs. 1000, Nr. 154 14017 28625 33143 33190 37628 42738 69107 69717 74008 Treffer mit 25,000 fl. auf Serie 19,178 Nr. 193 serner gewinnen je 10,000 fl. Serie 5138 Nr 7 und Serie 5621 Nr. 6; weiters gewinnen je 5000 fl. Serie 738 Nr. 16, Serie 1469 Nr. 16, Serie 2375 Nr. 6, Serie 3010 Nr. 12, Serie 4993 Nr. 17, Serie 7591 Nr. 17, Serie 8818 Nr. 16, Serie 10686 Nr. 9, Serie 11041 Nr. 8, Serie 13225 Nr. 3 und 20, Serie 13465 Nr. 1, Serie 15461 Nr. 15, Serie 17917 Nr. 9, und Serie 195 Geschäfts Firma per Buch 32 kr., in größeren Quantitäten billiger, liefern Rechnungen Bindernagel& Schimpff. Ueher Heller sche Spielwerdt ist schon so oft Rübmendes gesagt worden, daß es kaum nöthig ist, weiter darzuf ausmerksam zu machen. Da aher vielerorts Werke für Heller'sche ausgeboten werden, die es nicht sind, so ist nur, wer sich direct an das Haus wendet, versichert, von seinen Werken zu erhalten. Jedes seiner Werke ist überdieß mit seinem Namen versehen. 275 Neu ist hingegen, daß Herr Heller diesen Winter eine Verloosung von Werken veran⸗ staltet, das Loos zu 1 Thaler, 12 Loose 10 Thaler, um hierdurch Jedermann die Möglichkeit zu geben, für Wenig in den 1 eines solchen zu gelange Wer daher Freude an Musik hat, säume nich und versuche Göttin Fortuna. Dlese Loose eignen sich auch destens zu kleinen Geschenken. b Die Ziehung findet im April durch Urkundspersonen statt, und Ziebungslisten werden jedem Theilnehmer franco zugesandt. Eine Prämienvertbeilung, wie die letztjährige im Betrage von Fr. 12,000, findet in gleicher Wesse wieder statt, so daß Jeder, welcher diesen Winter ein Werk bezieht, je nach dem Betrag desselben, eine oder mehrere nummerirte Karten erhält, und dadurch an der Prämien⸗ ziehung Theil nimmt. Prospekte nebst Preis⸗Couranten werden Jedermann franco zugesandt. Große colorirte Schlachtenbilder. Erstürmung von Weißenburg. „ 2. Schlacht bei Wörth. Bombardement von Straßburg. Unter dem rothen Kreuz bei Rezonville. Preis per Stück 18 kr. bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Nr. 1. „ 3. 5 A. Martinimarkt zu Münzenberg. 2628 Der gewöhnlich auf den 11. November i Montag den 14. dahier abgehalten, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Münzenberg den 4. November 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg fallende biesige Flachs und Krämermarkt wird November d. J. Jäger. Winterhandschuhe K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. 2445 in schönster Auswahl bei Bekanntmachung. Betreffend: Lieferung von Beitstroh für die Garnison⸗ Verwaltung und das Garntson⸗Lazareth Butzbach auf die Periode vom 20. November 1870 bis 1. Oct. 1879. 2629 Die rubrieicte Lieferung wird kommenden Freitag den 11. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Soumis⸗ sionsweg vergeben. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Büreau der Garntson Verwaltung, Zimmer Nr. 4, im Neubau der hiesigen Reitercaserne in den Nachmittag sstunden eingesehen werden. Butzbach den 4. November 1870 Großherzogliche Garnison-Verwaltung Butzbach Bauer, Oberquartiermeister. * 2 82* 8 2 82 5185 ö; 15 8 85 2485 bei Wilh. Fertsch. 5 35 a 7 55 Zur Siegesfeier 5 Die Nr. 6, die neueste 5 88 Kriegenummer, enthält: 2 2620 Salon ⸗ und Luftfeuerwerk. 5 2 Wilh. Sturmfels. Der Commandeur der Ostpreußen. Mit Porträt des Ic enge m e Generals von Manteuffel.— Amata.(Forts.) Novelle Große wollene und seidene von Hans Tharau.— Die Hesfer auf dem Schlacht 7 felde und ein Sonntag im Großen Hauptquartier. Von ö Dr. P. Blum. Unsere gefallenen Helden. III. Mit 2 Porträts.— Die Uebergabe von Straßburg. Von Dr. Karl Stieler. Mit 4 Illustrationen.— Feldpredigßt beim Einzug der deuischen Truppen in Straßburg. Von Emil Frommel.— Am Familientisch: König Wilhelm von Preußen. Gedicht von Julius Sturm,— Die franzöfische Reiterei bet Sedan. Zu dem Bilde von Simmler.— Ein Beispiel sür reiche Leute. Von P. S. — Aus einem Feldpostbrief vor Paris.— Einer von Tausenden. Gedicht von Ottilie Wildermuth.— Eine Mutter spricht. Gedicht von Georg Hesekiel. Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen sich: Bindernagel& Des alten Schäfer Thomas seine 22. Prophezeiung für die Jahre 1871 und 1872. Preis: 4 kr. 2546 Zum erslen Male nach elner Reihe von Jahren verkündet der alte Schäfer Thomas Deutschland Ruhe und Frieden, Glück und Segen, und nur Frankreich, Italien, Spanten, Rußland und die Türkei werden zu⸗ nächst von Unruhen, Krieg u. J. w. zu leiden haben. Bei den vielen Nachahmungen des Schäfer Thomas bitten wir auf den Verlagsort Hamburg und Altona zu sehen. Vorräthig bei Bindernagel& Schimpff in Nriedberg. Neue Kastanien! 2560 für Herren und Damen äußerst billig bei Meine Wohnung 2578 befindet sich seit dem 4. November dei pern Oeconomen Altmannsperger neden der Po st, eine Stiege hoch. Sprechstanden wie setther Morgens vor 8 und Nachmittags von 2—3 Uhr. Dr. med. Wagner. Ein Medaillon 2633 wurde in hiesiger Stadt, in dem Bahnhofe oder auf dem Friedhofe verloren. Der redliche Finder wolle das⸗ selbe gegen eine Belohnung bel der Exped. d. Bl. abgeben. Danksagung. 2630 Den Bürgern zu Nieder und Oberflorstadt für ihre llebtvollen Gaben während meines dortigen Krank⸗ seins sage ich hiermit meinen besten Dank Otto Pöhlke im Großh. I. Iuf.⸗Reg. 5. Comp. Ausverkauf. 2617 Wegen Aufgabe meines Waarengeschäfts ver⸗ kaufe von heute an alle Putz⸗ 8 Modewaaren, sowie eine Partie frisch angekommener Wollenwaaren unter dem Fabrikpreise. Putzarbeiten werden nach wie vor stets prompt und billig besorgt. 8 l Dora Grödel. Hammelfleisch, 2634 Prima- Qualität, à Pfund 10 kr, verkauft 5 K. Neuhof. 5 Feinste Sorte Lebkuchen 7 2632 zu billigen Preisen bei dam Engel, Hofbäcker. Todes Anzeige. 2631 In der Nacht vom 6. auf den 7. November starb nach längerem Leiden unser innigstgeliebter Gatte und Vater, der hiesige Bürger und Glaser⸗ meister Ludwig Schulze, in seinem 52. Lebens jabre. Indem wir hiermit Verwandten, Freunden und Bekannten von unserem schmerzlichen Verluste Nachricht geben, bitten wir zugleich um stille Theilnahme. Friedberg. 5 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag den 8. Nov., Nachmittags 4 Uhr, statt. K. Friedrich neben der Post. Kirchen buchsauszüget. Evangelische Gemeinde. Beerdigte: Johann Jost Kinzebach, alt 63 Jahre 5 Monate 1 Tag Schimpff in Friedberg. am 30. October. „(Hierzu Praktischer Rathgeber Nr. 8 und eine Beilage.) Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Eoangelische Gemeinde. ö Mittwoch den 9. November, Nachmittags 3 Uhr, in der Burgkirche: 1. November. Jakobine Kinzebach, geb. Fuhr, Wittwe Betfiunde mit Ansprache von Herrn Pfarrer Baut. des 4 hies. Bürgers und Dieners am Mathildenstifte. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Vindernagel& Schimpff. 11 0 die. ober billes 5 erat geget bahn in 1 ontanter Werte — hnung devember bel he tt det pe, rde Nergent 0 1. Wagner un * ddtsese vder anf ct pelle das- n. d. El. abgeben. 1g. m Obertertedt f. tt dert.gen dun 1 Der o Vöblke At 5. Im erkan Gictegt N dora Grödel leisch, 0 kr, aun 1 Nabel . ———— Hessen. Darmstadt. Hiesige Blätter bringen folgende Mittheilung: Das Großberzog⸗ thum Hessen erfreut sich bekanntlich einer sehr günstigen Finanzlage und gehört, obgleich im Laufe der letzten Jahre von schweren Opfern heim- gesucht, zu den wenigen Ländern, welche in neuesler Zeit ibre Staatsschulden nicht nur nicht anwachsen, sondern sogar erheblich vermindert sahen. Auch im Jahre 1869 ist letzteres wiederum der Fall gewesen, indem die gesammte Schuld von 15,621,000 fl. zu Ende 1868 bis dahin 1869 auf 14 724,000 fl. oder um 897,600 fl. gesunken ist.(Die Passiven beliefen sich zu Ende 1809 auf 29,377,300 fl., die Activen auf 14,653,300 fl.) Die Schuld zerfällt in eigentliche Staatsschuld mit 1,900,000 fl., gegen 2,287,700 fl. zu Ende 1868, in die Eisen⸗ bahnschuld mit 9,881,700 fl. gegen 10,141,700 fl. in 1868, in die Provinzialstraßenbauschulden mit 1,949,700 fl., gegen 2,186,300 fl. im Vorjahre, und in den Rest der Staatsrentenschuld mit 992,600 fl. gegen 1,005,900 fl. in 1868. Gießen. Der außerordentliche Professor an der Königl. Preußischen Universität zu Berlin, Dr. Albrecht Thaer, ist zum ordentlichen Pro— sessor in der philosophischen Facultät der Landes⸗ universität, insbesondere für das Lehrfach der Landwirthschaft, ernannt worden. Preußen. Berlin. General Löwenfeld, der bisherige Inspector des Reservecorps, ist zum Gouverneur von Metz ernannt und hat sich auf seinen Posten begeben. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ dementirt die Zeitungsgerüchte von angeblichen Differenzen zwischen Graf Bismarck und den militärischen Autoritäten über den Beginn des Bombardements von Paris. Das letztere sei unterblieben, weil nach militärischem Urtheil der vollständige An- griffsapparat noch nicht herbeigeschafft sei. Die „Nordd. Allg. Ztg.“, das Angebot eines Waffen stillstandes unter Anfrechthaltung des Status quo besprechend, bemerkt, der Einwand, daß drohender Hunger in der Hauptstadt der Franzosen nicht gestatte, auf das Angebot einzugehen, sei nicht stichhaltig, da nach den Angaben der Belagerten Paris bis zum 15, nächsten Monats hinlänglich mit frischem Fleisch versehen sei; außerdem sei nes nicht nöthig, daß die Versammlung in Paris zu- sammentrete. Die„Kreuzztitung“ widerspricht der An schauung, als wäre es Paris gestattet, während des Waffenstillstandes sich zu verproviantiren. Paris würde dies nicht dürfen. Im Gegentheil scheine die bedeutende Verminderung der Lebens- mittel, die während des Waffenstillstandes ein- treten müßte, darauf binzudeuten, daß beide Pacis⸗ centen der Meinung sind, während oder bald nach dem Waffenstillstand werde der Abschluß des Friedens erfolgen. 1 — Der„Presse“ wird von bier telegraphirt: Von gewisser neutraler Seite wurden Versuche gemacht, den König zu einer späteren Verzicht leistung auf Metz und Lothringen zu bewegen; die Versuche sind jedoch vollständig gescheitert, die Einverleibung ist eine beschlossene Sache. — Am 5. Morgens wurden die Abends vor ber hier eingetroffenen französischen Adler der Armee von Metz feierlich in das Zeughaus ge— bracht. Feldmarschall Wrapgel, General v. Can- stein und die Generalität waren zugegen. Altona, 4. Nov. Das Generalcommando des 9. Armercorps theilt mit: Da die französische Flotte nicht zu erwarten steht, so gestattet das Generalgouvernement, daß nunmehr auch für das Gebiet der Nordsee die Wiederherstellung aller Leuchtfeuer, Betonnungen und sonstiger Schiff- Bremen, 4. Nov. Ermächtigung eingetroffen, in der Wesermündung wieder die Leuchtfeuer anzuzünden. Baden. Karlsruhe, 3. Nov. Der Groß herzog ist heute Abend 6 Uhr mit Gefolge nach Versailles abgereist.— Hier eingegangenen Be- richten zufolge stehen die Kasernen des Forts Mortier(Neubreisach) seit 3 Uhr in vollem Brand. Altbreisach ist so gut wie unbeschädigt. Todte oder Verwundete sind bisher nicht zu beklagen. Frankreich. Aus Tours eingetroffenen zeichnen.— Der Souspräfect von Arles hat die dortige Jesuiten Congregation aufgelöst, die Jesuiten ausgewiesen und deren Güter eingezogen. — Bourbaki ist in Arras eingetroffen. Als Grund seiner Abdankung wird angegeben, daß derselbe über die von Gambetta gegen seinen alten Waffen- gefäbrten Vazaine geschleuderte Anschuldigung des Verratbes wüthend ist. Ganz der nämlichen Stim- mung sollen die Offiziere der regulären Armee im ganzen Norden Frankreichs Ausdruck geben.— Unter den Bürgern von Paris berrscht seit dem 31. October Abends vollständige Panik. Die Mitglieder der Regierung wurden mit dem Leben bedroht und nur durch das energische Einschreiten Ferrp's gerettet. Alle besitzenden Classen schaaren sich um die Regierung. Dieselbe ist zu Friedens- verhandlungen geneigt. Tours. 4. Nodember. Ein Decret der Re⸗ gierung verfügt, es solle jedes Departement auf seine Kosten eine Batterie auf je hunderttausend Einwohner aus rüsten. Jedes Corps Fraactireurs, das sich vor dem Feind muthlos zeigt, wird ent- waffnet und vor ein Kriegsgericht gestellt. In St. Etienne fanden anläßlich der Nachricht von der Capitulation von Metz Unruhen statt, jedoch wurde von der Nationalgarde die Ruhe wieder hergestellt.— Regierungsdecrete ordnen ferner die Mobilisirung aller dienstsähigen Franzosen zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahre an. Frankreich adoptire alle seine Kinder als Vater— landsvertheidiger. Nachricht von der Capitulation von Metz außer den gemeldeten Unruhen zu St. Etienne noch Ruhestörungen in Lvon, Marseille, Toulon und Perpignan stattgefunden haben; insbesondere waren dieselben in Perpignan bedeutend. Der„Con- stitutionnel“ berichtet, daß in Tours abermals sechs Soldaten erschossen worden seien.— Die eng— lische Regierung hat in officieller Weise eine War— nung, den Widerstand nicht zum Aeußersten zu treiben, nach Tours ergehen lassen und dabei her— vorgehoben, daß im Falle eines Bombardements von Paris die Zerstörung eines großen Theiles der Stadt unvermeidlich sei.— Zur Aufstachelung der Leitenschaften bringt der„Constitutionnel“ folgende Fälschung der Thatsachen:„In Nautes affichiren die preußischen Behörden die Ankündigung der Uebergabe von Metz mit dem Beisatz, Bazaine babe sich nur nach einer Schlacht, in welcher er 20,000 Mann opferte, ergeben. Alle gegenthei— ligen Meldungen würden preußischer Seits mit dem Tode an den Verbteitern bestraft werden.“ Belgien. Brüssel. Bazaine protestirt in einem Schreiben an den„Nord“ gegen den Vor- wurf des Verraths.— General Changarnier ist auf Ehrenwort entlassen worden und traf in seiner hiesigen Wohnung, welche er während seines Exils inne hatte, wieder ein.— Der„Moniteur“ vom Freitag enthält den nachträglichen in Tours ein- sahrtszeichen, sowie der freie Lootsenverkehr erfolge. getroffenen Generalstabs rapport der Bazaine'schen Hamburg. Von hier wird gemeldet: Zahl- reiche hiegsgefangene Offiziere sind hier eingetroffen, darunter verschiedene Generäle. Bazaine wird wahrscheinlich die jenstits Altona belegene Villa des verstorbenen Banquiers Karl Heine bewohnen, mit dessen Wittwe, gebornen Fould, er verwandt ist. Armee, welcher Gambetta's Voreiligkeit desavouirt. — Der„Etoile belge“ bringt per Ballon ein- getroffene Nachrichten aus Paris. Dieselben melden, den Vorwand zu der am 31. Okt. statt. gefundenen Revolution habe der Verrath Bazaine's gegeben. Die wahre Ursache aber sei, daß das Von Hannover ist die Berichten zufolge, hatte, sich Admiral Fourichon geweigett, die Proclamation vom 30. October, die Capitulation von Metz betreffend, zu unter — Die„France“ meldet, daß anläßlich der Volk den Waffenstillstand und die Berufung der Constituante verwerfe.— Gambetta's Voreiligkeit in Betreff Bazaine's wird selbst in Regierungskreisen getadelt.— Die Börse ist vollständig verödet. — Aus Paris wird unterm 27 Okt. dem „Etoile belge“ gemeldet: Am 26. Okt., um 7 Uhr Morgens, machte ein Ossizier der Franc⸗ tireurs dem Commandanten des Forts Aubervilliers die Meldung, daß ein starkes Detachement Preußen, vom Nebel getäuscht, die Linie der Grandgardes überschritten und sich in die Schußweite der Kanonen des Forts begeben habe. Es wurde alsbald ein Bataillon aus geschickt, um die Preußen zu cerniren. Diese, ihren Irrthum bemerkend, wollten den richtigen Weg wieder gewinnen, allein es war zu spät. Von vorn von den Bomben, welche ihnen das Fort zuschickte, angegriffen, und von binten von dem Feuer der Tirailleurs bedroht, die in den Eisenbahngräben versteckt waren, ließen sie etwa 30 Todte und Verwundete auf dem Platz. 20 Gefangene, die Arrieregarde des Detachements, find in unseren Händen geblieben. Von unserer Seite wurden 7 oder 8 Franctireurs, welche sich unklugerweise den feindlichen Verschanzungen zu sehr genähert hatten, außer Kampf gesetzt. — Ein Lütticher Blatt meldet aus Lille über die Vorgänge, welche General Bourbaki zum Rücktritt von dem Commando der Nordarmer veranlaßten, daß die Soldaten sich weigerten, unter Bourbaki zu marschiren. In Dönai ver⸗ suchte ein Soldat den General zu tödten. — Das„Echo de Bruxelles“ erfährt, daß die Pariser Regierung eine allgemeine Abstimmung über die Frage angeordnet hat, ob die Pariser Bevölkerung die der Regierung der Landesver⸗ theidigung übertragenen Vollmachten fernerhin aufrecht erhalten wolle. Großbritannien. London. Eine De⸗ pesche der„Times“ aus Versailles vom 4. Nov. meldet, daß Thiers, welcher am 3. eine langt Besprechung mit dem Grafen Bismarck hatte, einige Hoffnung auf Erfolg ausspricht. Ex verzweifelt mindestens nicht.— Hier wurde eine Broschüre veröffentlicht, deren Autorschaft Napoleon(2) zu⸗ geschrieben wird. Dieselbe ist betitelt:„Der Feld— zug von 1870.“ Sie spricht sich über die Gründe aus, welche die Capitulation von Sedan herbei⸗ geführt haben. Die Broschüre sagt, daß man den Plan hatte, Bayern, Baden und Württemberg vom Norden zu trennen und durch einen großen Sieg die Allianz Oesterreichs und Italiens zu erlangen. Der Plan ist an der mangelhaften Organisation der Armee, an der Ueberlegenbeit der Zahl und der Disciplin der Deutschen und auch an den Ausschreitungen der französischen Presse und Tribüne gescheitert. Italien Florenz. Die amtliche Zeitung publicirt ein Decret, durch welches die Kammer aufgelöst und die Wahlcollegien auf den 20. d. einberufen werden. Der Zusamwentrikt des Senats und der Kammer ist auf den 5. December festge⸗ setzt. In dem ministeriellen Bericht an den König über das Deecret heißt es: Die National— partei, befriedigt von der Einverleibung Roms, will die Freiheit der Kirche und die Unabhängig keit des Papstes achten, sowie die Sonuveränetät und die Privilegien des päpstlichen Stuhles auf rechthalten. — In Florenz lief am 2. November ein Telegramm mit der Privatnachricht, von einer schweren Verwundung Garibaldi's um; die Be— stätigung ist noch abzuwarten. Genua. Von hier sollten 30,000 Gewehre nach Marseille ahgeschickt werden, was eine Re— monstration des preußischen Gesandten zur Folge hatte. Aus Livorno schreibt man: Die Regierung verfügte, daß 80 nach Marseille eingeschiffte Frei- willige trotz des Protestes des französischen Con— suls wieder ausgeschifft wurden. Vom November an erscheint jeden Sonntag: Deutsche Humoristisch⸗satyr Herausgegeben von Friedrich Stoltze. Vierteljährlicher Abonnementspreis 1 fl., die einzelne Nummer 6 kr. Abonnement für November und Probenummern liegen bei uns offen Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Latern. isches Wochenblatt. Dezember 42 kr. — Zu Bestellungen empfehlen sich 2574 halten wir empfohlen Louis Marburg& Söhne„zur Reichskrone“ in Frankfurt a. M. Unser Lager von Regulir⸗Oefen neuester Construction Edietalla dung. 2201 Gegen Heinrich Crispens II. von Lindheim ist der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden daher Diejenigen, welche an dessen Vermögen Ansprüche zu bilden vermeinen, hiermit aufgefordert, diese im Termin Montag den 21. Nodember l. J., 4 Vormittags 9 Uhr. bei dahiesigem Gerichte so gewiß anzumelden und zu begründen, auch etwaige Vorzugs rechte geltend zu machen, als sie sonst ftillschweigends— ohne besonders er⸗ folgendes Präcluftpteeret— von der Masse ausgeschlossen werden. In dem bemerkten Termine soll zugleich die Güte versucht, beim Fehlschlagen derselben aber ein Gläubiger⸗ ausschuß und ein Massecurator ernannt, Beschlüsse über das Massevermögen, über die dem Ausschusse einzu⸗ räumenden Befugnisse, über Bestellung eines Contra⸗ dictors ꝛc. gefaßt werden. Die Gläubiger, welche nicht persönlich erscheinen oder nicht gehörig vertreten find, werden hierbei überall als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beigetreten angesehen. Altenstadt den 10. September 1870. Großherzogliches Landgericht Altenftadt Hoffmann, Landrichter. Edicta lla dung. Die Legallsirung des Grundbuchs der Gemarkung Fauer bach v. d. H. betr. 2636 Nachdem die Befitzer der nachstehend verzeichneten Immobilien die Erfitzung als Erwerbtitel in dem neu für die Gemarkung Fauerbach errichteten Grundbuch vor Offen⸗ legung desselben beizuschreiben deantragt haben, wird diesem Antrag stattgegeben werden, insofern nicht inner ⸗ halb drel Monaten, von heute an, begründete Ein⸗ wendungen dahier geltend gemacht werden sollten. 1) Johannes Schäfer II. zu Doch⸗Weisel: I. 1035. IV. 137. IV. 222. 223. VII. 718. 2) Konrad Schäfer II. von da: III. 557. IV. 238. V. 292. VII. 307. VII. 729. 3) Hermann Schäfer von da: I. 1144. III. 440. IV. 216. IV. 311. 341. VII. 733. zu 1, 2 u. 3 (vor'm Namen des Johannes Schäfer von da). 4) Johannes Schäfer II. Ehefrau Anna Margaretha Scheppler von da IV. 310.(vor'm Namen der Philipp Schepplet II. Wittwe daselbst). 5) Matthäus Jung II. Ebefrau Elisabetha, geb. Scheppler daselbst: V. 1180. 1181.(wie vorher). 6) Heinrich Dämon IV. von da: II. 1637. 7) Jobannes Diehl X. von da: IV. 235. 236 132. III. 556. 8) Johannes Dlebl V. Enkel resp. Joh. Diehl IX. Ehefrau von da: IV. 237. 182. 239. 259. 342. (zu 8 vor'm Namen des Johannes Diehl). 9) Johannes Schild IV. von da: IV. 108. 10) Konrad Wächtershäusers Erben von da: II. 1303. III. 859. IV. 641. II. 113. VI. 425. VIII. 34. (vor'm Namen des Konrad Wächtershäuser). 11) Matthäus Hofmann III. von da: II. 1409.(vor'm Namen des Kaspar Wagner Ehefrau). 12) Nicolaus Dörr II. Kinder daselbst: V. 913.(vor'm Namen des Engelbert Schmidt II.). 13) Diehl, Adam Philipps Sohn Erben, Nicolaus Dörr II. Kinder: IV. 14) Zobannes Peter Adam daselbst: III. 436. 15) Johannes Diehl XII. daselbst: Namen des Johannes Diehl). 16) Heinrich Dieter II. zu Fauerbach: (vor'm Namen des Michael Scheibel von da). 18) Johannes Winter II. von Fauerbach: VI. 719. (vor'm Namen des Heinrich Möckel von da). 19) Johann Koncad Werner von da: II. 1527,(vor'm Namen der Gemeinde Fauer bach). Butz bach den 25. October 1870. Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer, Königer, Landrichter. Landgerchts⸗Assessor. nämlich 157.(vor'm Namen der Adam Phllipp Diehl Sohn's Ehefrau). III 270. 68. VIII, 189. VI. 1626. III. 568. IV. 183.(vor'm III. 309. (vor'm Namen des Hetmann Becker zu Münster.) 17) Kaspar Krebs I. zu Ober Mörlen: VI. 1887. 20 Kriegs-Nummern des Omnibus. IIlustrationen in: No. 47. Was kraucht dort in dem Busch herum? Bewirthung der Truppen am Potsdamer Bahnhof. Der Sturm auf St. Privat durch die Sachsen am 18. August 1870. Der Kürassier-Angriff bei Sedan am 1. Sep- tember 1870. Preis pro Nummer 3½ kr., Viertel- jährlich 46 kr. Augenkranken ist das weltberühmte, wirklich ächte Pr. White's Augenwasser von Traugott Ehrhardt in Großbreitenbach in Thüringen à Flacon 10 Sgr. deflens zu empfehlen. Man verlange aber nut ftets nach Dr. White's Angenwasser von Trangott Ehrhardt, denn nur dieses ist das wirklich ächte. Dasselbe ist mit Allerböchst fürstl. Concession beliehen und hat sich seiner unübertrefflichen Heilkraft wegen seit 1822 großen Weltruhm erworben, welches Tausende von Attesten bescheinigen. Aufträge hierauf übernimmt Herr Jos. Hoffmann in Friedberg. 2612 Wie heilkräftig das ächte Dr. Wüttes Augen⸗ wasser von Traugott Ehrhardt wirkt, bewelsen nach flehende Documente. Haben Sie die Gule mir noch (tolai Auftrag) von dem Ehrhardt'schen Augen⸗ wasser zu senden, die erßen 6 Flaschen haben sehr guten Erfolg geleistet. Leipzig, Böcsenplatz 1, den 18. Juli 1869. S. G. Hesse. Herrn Ehrhardt! Um Ihnen die Wirkung des gesandten ächt Dr. Whites Augenwassers mitzutbeilen, verschob ich die Antwort; dasselbe wirkte bis jetzt ziemlich gut, und hoffe, daß es meine Augen immer mehr ftiärken wird. Sehr erfreut bin ich darüber, daß ich des Abends wieder lesen und arbeiten kann. Frankfurt a. M. den 28. Juli 1869. Maria Hafner. Herr Adolf Mikeska in Sagan sagt in seinem Brief vom 4. Mär; 1869; Herr H. Sieber, Herzogl. Ziegelmstr. litt mehrere Jahre an Flaschen, und bekam gutes Augenlicht. Wollene Hemden, Leibbinden, Unterjacken Unterhosen 2559 zu verschiedenen Preisen bei K. Friedrich neben der Poft. Medizinische Glycerinseise, Glyeerinseife mit Photographien deutscher Heerführer 2637 billigst Wilh. Sturmfels, Hof- Apotheker. Feinste Vanille Bruch- Chocolade, bösen Augen, er gebrauchte einige 92 1„* 1 Mopbiliar-Versteigerung. 2625 Dienflag den 15., Mittwoch den 16. und Donnerstag den 17. d. M. sollen sämmtliche Mobitien aus dem Nachlaß der Hirsch Mayer's Ebeleute zu Münzenberg in deren Behausung gegen baare Zahlung erbvertheilungshalber öffentlich versteigert werden, wozu Kaufliebhaber einladet Münzenberg den 4. November 1870. Im Namen der Erben Abraham Lö b. Kriegsnummern der Gartenlaube. Die Nr. 45 bringt folgende Beiträge: Hermann Novelle von C. Werner.— Auf dem Observatorium vor Metz. Von unserem Bertchterstatter Georg Horn. — In den Schloßräumen Ludwigs des Vierzehnten. Von Ludwig Pitsch. Wie unsere Leute draußen in die Heimath schreiben. Auf der Landstraße nach Wörth aufgenommen von Prof. P. Thumann.— Taubenhöblen im Karst. Von Brehm.— Hunde⸗ müde. Im Dorse Gravelotte aufgenommen von W. Kögler.— Aus eigener Kraft. Von W. v. Hillern, geb. Birch.(Fortsetzung.)— Blätter und Blütben: Gefährlicher Beobachter. Mit Abbildung: Moltke recognoscirt auf den Höhen von Garges vor Paris, Nach der Natur aufgenommen von unserem Speciasartisten Friedrich Schulz.— Ein Vermißter! — Am Wachtfeuer vor Rézonville. Mit Abbildung: Am Wachtfeuer vor Rézonvllle nach der Schlacht vom 18. Aug ust. Nach der Natur auf- genommen von Friedrich Schulz.— Ueber den wackern Gefreiten Stert.— An die aus Frankreich vertriebenen deutschen Arbeiter.— Der Humor im Felde. Von F. v. B. Das Meueste in Kaputzen, Seelenwärmern, Kopftüchern, 2534 sowie sonfitgen Winterartikeln zu reellen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post. Brod, 2581 2. Sorte zu 15 kr., verkauft 1 0 G. Witzel, Bäckermeister in Bad Nauheim. 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