1 Peust, det * 2 doit e detmiethes tet dei N. A. selmüh FDfuhlpun i unter Nan es Fillmat I lehtel entüt ande, u seserin 5, ißt tiutt an lor mn dt Ii ontu al 1 20 Wsdäede N echiuhf 7 9 lehtich bt N 15 1 1870. Donnerstag den 8. September. M 106. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. betreffend: Kriegesfuhren. Im Laufe dieser und der nächsten Woche wird durch eine hierzu hestellte Commission die Abschätzung der an den zu Kriegszwecken ver— pendeten Gespannen und Wagen entstandenen und angemeldeten Be— shadigungen und Werthsminderungen stattfinden. Das einzuhaltende berfahren hat den Zweck auf dem Wege der Vereinbarung mit zen Betheiligten die zu gewährenden Vergütungen für die durch Sach— zerständige zu ermittelnden und zu taxirenden Schädigungen festzu— sellen und weisen wir ausdrücklich darauf hin, daß im Falle dies ziel nicht erreicht wird, dem Betreffenden voraussichtlich nur die gerichtliche Geltendmachung seiner Ansprüche gegen den Staat oder de Gemeinde erübrigt. Was die für die geleisteten Fuhren zu verabfolgenden Fuhrlöhne getrifft, so werden solche hier nicht in Berücksichtigung gezogen, sondern in besonderer Verhandlung festgestellt. Es wird für die Vereinfachung und Beförderung des Abschätzungsverfahrens von wesentlichem Interesse stin, wenn Sie sich im Sinne obiger Andeutungen schon vorher be— nühen, die Interessenten unter entsprechender Bedeutung darauf auf— nerksam zu machen, daß übertriebene Ansprüche keinesfalls Billigung unden würden und es um so mehr in ihrem Vortheil liege, auch wrerseits zur Erzielung einer beiderseits befriedigenden Uebereinkunft beizutragen, als ihnen sonst die Erlangung eines Ersatzes der in Aus— bung ihrer Verpflichtung zur Leistung von Kriegsfuhren gehabten Jachtheile nur im Klageweg möglich sei. Sie wollen die betreffenden Besitzer auffordern, in den theils unten bereits bestimmten, theils im nächsten Oberhessischen Anzeiger zu bestimmenden betr. Terminen zur festgesetzten Stunde und an dem bezeichneten Orte rechtzeitig mit Pferden und Wagen zu erscheinen, widrigenfalls sie des ihnen durch dieses Verfahren gebotenen Vortheils verlustig sein würden. Friedberg den 7. September 1870. Sie selbst werden sich ebenfalls in dem Termin einfinden und weiter solche Ortsvorstandsmitglieder oder andere zuverlässige Per⸗ sonen dazu vorladen, welche über den Zustand der Gespanne bei der Rückkehr und die bei erkrankten Thieren inzwischen angewandten Mittel ꝛc. Auskunft ertheilen können. Abschätzungen finden statt: J. Freitag den 9. d. M, Vormittags 10 Uhr, zu Melbach für die Gemeinden Melbach und Wölfersheim; Nachmittags 1½ Uhr, zu Ockstadt; Nachmittags 3 Uhr, zu Ober⸗Ros bach für die Gemeinden Ober— Rosbach und Nieder⸗Rosbach; Nachmittags 5 Uhr, zu Nieder Wöllstadt für die Gemeinde Nieder ⸗Wöllstadt; II. Samstag den 10 d. M., Vormittags ½8 Uhr, zu Bad⸗ Nauheim für die Gemeinde Bad⸗ N Nauheim; Vormittags ½10 Uhr, zu Ober-Mörlen für die Gemeinden Ober⸗ Mörlen, Langenhain mit Ziegenverg und Fauerbach v. d. H.; Mittags 12 Uhr, zu Nieder- Weisel für die Gemeinden Nieder⸗ Weisel und Hoch⸗Weisel; Nachmittags ½3 Uhr, zu Butzbach für die Gemeinden Butzbach, Kirch⸗Göns und Pohl-Gons; Nachmittags ¼/5 Uhr, zu Griedel für die Gemeinde Griedel. Wegen der nicht genannten Gemeinden erfolgt weitere Be⸗ st immung. Tor a p p. B hetreffend: Die Rinderpest Die von der Königlich Preußischen Regierung zu Wiesbaden nachstehenden Abdruck zur öffentlichen Kenntniß. Fricdberg den 6 September 1870. In Kaiserslautern ist die Rinderpest ausgebrochen. In folge dessen bringen wir hiermit folgende Vorschriften des Bundes— esetzes vom 7. April 1869 und der hierzu erlassenen Instruction vom 26. Mai 1869 behufs genauester Nachachtung zur allgemeinen kenntniß und verordnen gleichzeitig wie folgt: 1) Die Ein- und Durchfuhr 1) aller Arten von Vieh 5) aller vom Rinde stammmenden thierischen Theile in frischem oder trockenem Zustande(mit Ausnahme von Butter, Milch oder Käse), () von Dünger, Rauchfutter, Stroh und anderen Streumaterialien, von gebrauchtem Stallgeräthe, Geschirr und Lederzeug, d) von unbearbeiteten(beziehungsweise keiner Fabrikwäsche unter— worfenen) Wollen, Haaren und Borsten, e) von gebrauchten Kleidungsstücken für den Handel, über die Südgrenze des diesseitigen Regierungsbezirks von Aßmanus— bausen bis Frankfurt a. M. ist unbedingt verboten. 2) Personen, deren Beschaftigung eine Berührung mit Vieh unt sich bringt, z. B. Fleischer, Viehhändler und deren Personal durfen die vorbezeichnete Grenze des diesseitigen Regierungsbezirks nur bei Frankfurt a. M., Hochheim, Biebrich und Rüdesheim überschreiten ind müssen sich dort einer Desinfection unterwerfen. Fenn enn ch nen in rubricirter Beziehung erlassene Bekanntmachung bringen wir durch Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. 3) Jeder, der zuverlässige Kunde davon erlangt, daß ein Stück Vieh an der Rinderpest krank oder gefallen ist, oder, daß auch nur der Verdacht einer solchen Krankheit vorliegt, hat ohne Verzug der Orts polizei-Behörde behufs Untersuchung durch den Kreisthierarzt und Mittheilung des Falles an den Landrath Anzeige zu erstatten. Die Unterlassung schleunigster Anzeige hat für den Viehbesstzer selbst, welcher sich dieselbe zu Schulden kommen läßt, jedenfalls den Verlust des Anspruchs auf Entschädigung für die ihm gefallenen, oder getödteten Thiere zur Folge. 4) Die Ortsbehoͤrden werden hiermit angewiesen, sämmtliche den diesseitigen Regierungsbezirk passirenden Viehtransporte einer sorgfältigen kreisthierärztlichen Untersuchung zu unterwerfen. Wird hierbei die Rinderpest oder auch nur der Verdacht der— selben constatirt, so ist nach der angeführten Instruction zu verfahren. Einer thierärztlichen Untersuchung bedarf es nicht, wenn der Transporteur ein längstens 48 Stunden vorher ausgestelltes, den Gesundheitszustand des Viehes bescheinigendes Attest einer Behörde eines Bundesstaates vorweist. Wiesbaden den 31. August 1870. Königliche Regierung. betreffend: Maßregeln gegen die Rinderpest. Sn enen t Friedberg den 6. September 1870. ma ch ung. Nach hierher gelangter Mittheilung ist in Dresden bei 20 Stück aus Berlin dahin verbrachtem Vieh die Rinderpest ausgebrochen und Ein- sihrverbot gegen Sachsen verfügt worden. Die Großherzoglichen Bürgerm eistereien werden angewiesen, ihren Vieh besitzenden und Viehhandel betreibenden Ortsangehörigen die größte Uursicht be. Viehtransporten, insbesondere über die Grenze, anzuempfehlen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg n B é——— WW ma u n . über den Zweck und die richtige Benutzung des Auskunfts ⸗Buüͤreaus des Hülfsvereins. 681 Der in Folge der jüngsten kriegerischen Ereignisse übermäßig gesteigerte Andrang des Publikums beruht zum großen Theil auf der irrthuͤmlichen Voraussetzung, daß das Auskunfts⸗Büreau im Stande sei, über das Befinden und den Aufenthaltsort jedes einzelnen im Felde stehenden Soldaten der hessischen(25.) Division Auskunft zu geben. Zur Aufklärung dieses Mißverständnisses machen wir deßhalb wiederholt bekannt, daß das Büreau vorerst nur im Stande ist über die innerhalb des Großherzogthums in Lazarethen ver⸗ pflegt werdenden Verwundeten oder Erkrankten Auskunft zu geben, daß ihm aber zur Zeit die Möglichkeit abgeht, über die außerhalb des Landes verpflegt werdenden Verwundeten, sowie über die Namen der Gebliebenen eine Mittheilung zu machen. In beiden letzteren Beziehungen sind Schritte geschehen, um dem Büreau möglichst vollständige Listen über sämmtliche Gefallenen und Ver⸗ wundeten der hessischen Division zu verschaffen, und die Veröffent⸗ lichung derselben wird alsbald nach deren Eintreffen erfolgen. Das Verzeichniß der bis jetzt bei dem Büreau angemeldeten Verwundeten oder Erkrankten der hessischen Division wird von heute an wöchentlich in dem als Beilage der Darmstädter Zeitung er— scheinenden Notizblatt des Vereins veröffentlicht werden. Wir hoffen daß durch diese Anordnungen zahlreiche Anfragen, welche die Wirksamkeit des Büreaus seither empfindlich gestört haben, unnöthig werden und wiederholen bei dieser Gelegenheit, daß nicht schon dann, wenn Angehörige über das Befinden eines Soldaten in Ungewißheit sind oder die Correspondenz unterbrochen ist, sondern erst dann gerechter Anlaß zu einer Anfrage gegeben ist, wenn zuverlässige Nachrichten oder Mittheilungen Dritter darüber vorliegen, daß der Betreffende verwundet oder erkrankt sei. 1 4 5 Ueberdieß wird regelmäßig jeder in eine Pflege⸗Anstalt aufge⸗ nommene Verwundete bei seiner Ankunft veranlaßt, seinen Angehörigen briefliche Mittheilung zu machen, und, wo dies nicht aus führbar ist, da wird die briefliche Benachrichtigung durch den Vorstand des Laza⸗ reths vermittelt. Wir hoffen, daß die Angehörigen von Soldaten, ungeachtet mancher berechtigten Aufregung, dennoch in richtigem Verständniß der Sache und der schwierigen Geschäfte unseres Büreaus das nöthige Maß in ihren Anfragen halten werden. Die für das Büreau be— stimmten Anfragen müssen wir uns indessen frankirt erbitten, und es empfiehlt sich, zur Vermeidung erhöhten Porto's, den schriftlichen Anfragen Briefmarken beizulegen. Im Anschluß an die ergangene Bekanntmachung des Großher— zoglichen Kreisamts Darmstaet vom 17. d. M. wiederholen wir so— dann die dringende Aufforderung an alle Privaten, welche Ver— wundete oder Kranke in Privatpflege genommen haben oder nehmen werden, hiervon ungesäumt dem Auskunfts⸗Büreau— in auswärtigen Kreisen dem einschlagenden Vorstand des Hülfsvereins — Anzeige zu machen. Darmstadt, den 27. August 1870. Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Feld. 1 A. Weber. Bekanntmachung. Die Forststrafen vom III. Quartal 1870 können an den bestimmten Zahltagen Dienstag und Don nerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir für den Landgerichtsbezirk Butzbach: 5 Samstag den 10. September d. J., Vormittags von 8—10 Uhr, im Gasthause des Herrn Joutz. Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im d. J. die Mahnung erfolgt. Friedberg den 5. September 1870. Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 15. Sept. Großherzogliches Rentamt Friebberg n de Kriegsnachrichten. Telegramm an Ihre Majestät die Königin Augusta in Berlin. Varennes, 4. Sept., Vorm. 8 Uhr. Wlch' ein ergreifender Augenblick, der der Begegnung mit Napoleon. Er war gebeugt, aber würdig in seiner Haltung und ergeben. Ich habe ihm Wilhelmshöhe bei Kassel zum Aufenthalt gegeben. Unsere Begegnung fand in einem kleinen Schlößchen vor dem westlichen Glacis von Sedan statt. Von dort beritt ich die Armee um Sedan. Den Empfang durch die Truppen kannst Du Dir denken! Unbeschreiblich! Beim Ein⸗ brechen der Dunkelheit halb 8 Uhr hatte ich den 5stündigen Ritt beendigt, kehrte aber erst um 1 Uhr hierher zurück. Gott helfe weiter! Wilhelm. St. Menehould, 5. Sept., 2 Uhr 25 Min. Nachmittags. Die bei Sedan vernichtete Armee Mar Mahon's zählte vor der Schlacht von Beaumont am 30. August noch über 120,000 Mann. Der Transport der Gefangenen, unter denen sich über 50 Generäle befinden, nach Deutsch⸗ land ist in der Ausführung begriffen. Unsere Armeen sind im Vormarsch auf Paris, gez. v. Podbielsky. Dresden. Der König empfing vom Kriegs- schauplatze folgende Telegramme:„Malancourt, 3. Sept., 10 Uhr Abends. An Se. Maj. den König von Sachsen. Die unter meinem Befehl stehenden Corps am 30. August stegreiche Schlacht gegen Mae Mahon bei Beaumont. Circa 30 Kanonen und Mitrailleusen, viel Gefangene. 12. Corps wenig Verluste. Georg und ich gesund. Albert.“—„Am 1. Sept. in einer zwölf stündigen Schlacht bei Sedan ist die Armee Mac Mahon's durch die Armee des Kronprinzen von Preußen und die meinige vernichtet. Das säch— sische(12.) Corps hat sich brillant benommen. Georg und ich ganz wohl, Verluste weiß ich noch nicht, doch glaube ich, sind dieselben nicht so groß, wie am 18. Aug. Albert.“—„Großer entscheidender Sieg bei Sedan, wobei das säch— sische(12.) Corps eine entscheidende Rolle gespielt. Dasselbe hat Trophäen und Gefangene in großer Zahl gemacht, jedoch mit schweren Ver⸗ lusten.(12) Georg.“ München, 6. Sept. Nach an das Kriegs- ministerium gelangten Nachrichten war das erste bayerische Armee⸗Corps am 30. August an dem Treffen bei Beaumont und Raucourt, am 31. August bei Bazeille, am 1. Sept. an der Hauptschlacht bei Sedan betheiligt und wurden von demselben 2 Adler und 3 Geschütze genommen und sehr viele Gefangene gemacht. König Wilhelm rühmt in einem Briefe an die Königin die außer ordentlichen Leistungen der bayerischen Truppen in den letzten Schlachten. Die diesseitigen Verluste sollen gegen die französischen auffallend mäßig sein. Weitere Details anzugeben ist noch nicht möglich. Stuttgart, 6. Sept. Offizielle Mittheilung des würtembergischen Kriegsministeriums. Die würtembergische Division befand sich am 1. Sept. in der Schlacht bei Sedan auf dem linken Flügel gegen Mezidres, nördlich der Maas. Sie gelangte jedoch nur zu untergeordneter Verwendung gegen einen Ausfall der Franzosen aus Mezidres und hat nur wenige Verwundete gehabt. Die Artillerie wurde Abends zum Bombardement von Sedan herangezogen. Kurz nach der Eröffnung des Bombardements wurde in Folge der eingeleiteten Unterhandlungen das Feuer eingestellt. — Gegen Paris marschirt die 3. und 4. Armee, wahrscheinlich auch Theile der 1. und 2. Die Avantgarden sind vor Fimes angelangt, einem Orte zwischen Rheims und Soissons an der Vesle, einem Nebenfluß der Aisne. Man wird das kleine Corps des Generals Vinoh erst isoliren, und abthun müssen, das sich westlich nach Laon gewandt hat. Es ist das dem Mae Mahon von Paris nachgesandte; es war zwar in Mezieres angekommen, fand aber die Straße von dort nach Sedan besetzt. Bei Mac Mahon's Capitulation gestattete der König von Preußen allen fran— zösischen Offizieren freien Abzug mit Waffen und Pferden gegen das Ehrenwort, in diesem Kriege nicht mehr gegen Preußen zu fechten(2). Eine große Anzahl ist bereits am Samstag durch Belgien nach Frankreich zurückgereist. Der linke Flügel unter Mac Mahon war am 2. September gerade daran, seine Morgensuppe zu bereiten, als plötzlich eine Granate mitten in den Artilleriepark einschlug. Alles eilte zu den Waffen, aber man sah keinen Feind, der aus dem Wald die französischen Truppen mit preußischen Mitrailleusen beschoß. Gegen 8 Uhr war schon der ganze linke Flügel durch⸗ brochen und auf Belgien zurückgeworfen. — Ein Cor respondent der„Independanee belge“, welcher am 3. Sept. in Brüssel aus Bouillon eintraf, gibt folgende interessante Details: Ich traf einen preußischen Offizier, der den Kaiser in einem Bauernhause zwischen zwei Kürassiren im Hauptquartier sitzend gesehen hat. Die Schlacht von Sedan, welche für Preußen die entscheidendsten Resultate erwirkt, Hat demselben viel geringere Opfer, als die beiden vorausgegangenen Tage gekostet. Besonders die preußische Artillerie hat den Sieg entschieden. Der Correspondent hat auch das Schlachtfeld besucht, die Verwüstung sei erschrecklich. Die Preußen hatten ihre Leichen bereits beerdigt, während die der Franzosen noch umherlagen. General Failly ist mit seinem Adju⸗ tanten gefallen, nicht von einem französischen Sol⸗ daten erschossen, sondern von preußischen Mitrail⸗ leusen(Schrapnells) getroffen. Er war am 2. d. noch auf dem Schlachtfelde beerdigt worden, sein rechter Arm war abgerissen und ein Granatsplitter ist ihm in die Hüfte gefahren. — Am 27. Aug. ist der Brauer Joh. Friedrich Goecker aus Metz wegen Spionage im Bereiche des 10. Armeecorps der zweiten Armee erschossen worden. Derselbe war am 23. von einer Patrouille des 10. Armeecorps bei St. Remy vor Metz ver⸗ haftet worden. Man fand bei ihm chiffrirte Depeschen des Marschalls Bazain an den Kaiser Napoleon und den französischen Kriegsminister; ferner ein ihn, den Ueberbringer, legitimirendes Schreiben des Generalstabschef der Rheinarmee an den französischen Consul in Luxemburg, worin dieser von Ersterem aufgefordert wird, Nachrichten über die Stellung der deutschen Truppen zu über⸗ senden. Das kriegsgerichtliche Erkenntniß, das den Beförderer dieser Schriftstücke wegen Spionage und Begünstigung des Feindes zum Tode ver⸗ urtheilt, wurde am 25. bestätigt und zwei Tage darauf vollstreckt. — Wie der Nürnberger Corresponbent meldet, bei Offziere, l on sind b 17 l 159 e und 1 Mt ein giaß. worden ist Munk 11 bar! 1200 2 Heschützfeu allen Seit in eine W Dabti lil daß Geschi feit begel kuaktert hi war ein so was einen heim brenn muß am Er Das Hay b. Merten erlegt wo faltgehabte Unter meh der Tranc nennen; f Vom 30. wundete; und 6 M. Erfolg he lich zurüe Mun Soeben Kungsarme. droßen Et chekommen Wienstes m Geschütze menfär rei Wie neuen wiederholt — Hesse der hessisc schreibt m e „ Auguf Lonmande weiter Rl Anek imertorh 2 = e criftlichen 0 Iroßher⸗ dien Wir so, velche er, Der nehmer durtau Hölfevereinz ssen für di Feld tember gun „ als aht park tiralig 42 saß dann chen Trupptn „ Gegen igel durch · tn. dantt helge“ 44 Beuillot Details: Je en Kustr in Kurassiten ln Die Schla 140 ging am 27. August die Feldeisenbahnabtheilung der 3. Armer von Nanzig rach Fontenoi, Station vor Toul, ab, um von da um das noch nicht genommene Toul herum nach Commercy vor- zugehen und die Bahn von Commercy vorwärts herzustellen. — Laut einer in der„K. Z.“ veröffentlichten Uebersicht über die Verluste in der Schlacht bei Wörth beziffern sich dieselben auf 433 Offiziere, 10,526 Mann und 354 Pferde. Hier- von sind todt: 97 Offiziere, 1207 Mann, 194 Pferde; verwundet: 332 Offiziere, 6166 Mann, 159 Pferde; vermißt: 4 Offiziere, 3153 Mann und 1 Pferd. Es ist hier noch zu bemerken, daß ein großer Theil der Vermißten wieder ermittelt worden ist. Mundolsheim, 2. Sept., Vormittags. So furchtbar wie heute Morgen seit 4 Uhr haben wir seit Beginn der Belagerung Straßburgs kein Heschützfeuer gehört. Unaufhörlich kracht es von allen Seiten, der Boden zittert und die Stadt ist in eine Wolke von Pulverdampf dicht eingehüllt. Dabei läßt das donnerartige Rollen vermuthen, daß Geschütze schwersten Kalibers jetzt ihre Thätig— eit begonnen haben. Auch Kleingewehrfeuer nattert hinein, namentlich heute Morgen früh war ein solches mit großer Heftigkeit im Gange, vas einen abermaligen Ausfall bedeutet. Schiltig⸗ heim brennt; was von dem Orte noch übrig ist, nuß am Ende auch der Zerstörung zum Raube fallen. Das Hauptquartier des Geniecorps(General . Mertens) ist gestern von hier nach Schiltigheim zerlegt worden. Mittags. Das heute Morgen fattgehabte Gefecht hat herbe Opfer gefordert. Unter mehreren gefallenen Offizieren ist vor Allem ter Tranchee⸗Major Oberstlieutenant v. Gayl zu zennen; ferner Ingenieur-Hauptmann Herzberg. Jom 30. Regiment sind etwa 30 Todte und Ver⸗ pundete zu beklagen. Der Feind verlor 1 Offizier ind 6 Mann an Gefangenen. Einen nachhaltigen Erfolg hat er nicht erreicht, wurde vielmehr ernst⸗ lch zurückgeschlagen. Mundolsheim, 3. Sept., Abends 7 Uhr. Soeben treten in allen Standorten der Belage— tungsarmee die Regimenter zusammen, um die großen Erfolge der jüngsten Tage verkündet zu bekommen und eine Art improvisirten Dankgottes- dienstes mit Musik und Gesang abzuhalten. Alle Heschütze feuerten drei Schüsse ab.— Ein Parla-; gentär reitet nach Straßburg, um dem Gouverneur die neuen Botschoften zu überbringen und ihn tiederholt zur Ergebung aufzufordern. Hessen. Darmstadt. Aus dem Lager der hessischen Division Pierrevillers 30 August spreibt man dem„M. Abobl.“: Nachdem un- mittelbar nach der Schlacht von Rezonville am 18. August dem General von Manstein als lommandeur des 9. Armeecorps das eiserne Kreuz weiter Klasse verliehen worden ist und zwar als Anerkennung der vorzüglichen Leistungen des 9. Armeecorps in besagter Schlacht, erhielt gestern uch Prinz Ludwig von Hessen als Commandeur der Hessischen Division das eiserne Kreuz. So— vohl am 16. in dem Gefecht bei Gorze, wie umentlich am 18. August hat sich derselbe durch ene Bravour ausgezeichnet. Auch sein Bruder Silhelm war dabei stets an seiner Seite. roße Freude herrschte über diese Decorirung in tr ganzen Hessischen Division, die darin mit Recht zugleich eine Anerkennung ihrer Leistungen erblicken rf. Noch größer wurde diese Freude, als am Abend desselben Tages an den Prinzen Ludwig 2 etserne Kreuze geschickt wurden zur Austheilung ch jene Offiziere, welche sich ausgezeichnet haben. Mt denselben sind nun decorirt worden von der Atillerie: Oberstlieutenant Stumpf, Hauptmann Franck, v. Schäffer-Bernstein, Hoff- ann; von der Infanterie: die beiden Brigade— bemmandeutre v. Wittich und v. Lynker, die Aegiments-Commandeure Coulmann, Kraus d Stamm, sowie die inzwischen zu Majoren hancirten Hauptleute Stock und Ramstädter. — In den Schlachten vom 31. August und im Feuer und zwar abermals mit bestem Erfolge und mit nur geringen Verlusten. Die übrigen Waffengattungen standen in Reserve und kamen nicht zur Verwendung. Von den bei Gravelotte verwundeten hessischen Offizieren ist Oberlieutenant Möller, Adjutant Sr. Großh. Hoh. des Prinzen, in Anoux la Grange, wo er an einem Schuß durch die Brust dernieder lag, am 3. d. verschieden. Er starb in den Armen eines Bruders, der zu seinem Sterdelager geeilt war. Hochbetagte Eltern verlieren in ihm einen wackeren Sohn, der das ihm allseitig geschenkte Vertrauen stets zu recht- fertigen wußte. Friedberg. Frankfurter Blätter bringen die Mittheilung, daß daselbst vom 7. ab in schneller Reihenfolge 75 Züge mit bei Sedan ge— fangenen Franzosen, nach schlesischen Festungen bestimmt, erwartet werden. Ein großer Theil derselben wird jedenfalls auch mit der Main— Weserbahn nach Norden befördert werden und unseren Bahnhof passtren. Es wird dadurch wohl das Verlangen aller Derjenigen, welche bisher sich bemühten, einmal gefangene Franzosen zu sehen und mitunter stundenlang vergeblich im Bahnhofe ausharrten, befriedigt werden können. Friedberg. Von den in hiesigen Lazareth in Pflege befindlichen verwundeten Soldaten ist am 5. d. Heinrich Weisel aus Muschenheim Kr. Nidda, Gefreiter in der 6. Comp. 2. Inf. Regts., gestorben. Derselbe hatte zwei Schuß⸗ wunden, eine am linken Oberarm und eine an der linken Hand. Die Leiche des Verstorbenen wurde von dessen Angehörigen nach dem Heimaths- ortt verbracht. Friedberg. An Stelle des jüngst ver⸗ storbenen Abgeordneten Hunsinger ist im Land⸗ wahlbezirk Friedberg Oekonomierath Dr. Krämer in Darmstadt zum Landtagsabgeordneten ge— wählt worden. Gießen, 5. Sept. Dem„Fr. J.“ wird von hier gemeldet: Heute Nachmittag 5 Uhr 20 Min. kam der Kaiser Napoleon von Köln hier an, dinirte im Bahnhofsrestaurant mit 20 Cou— verts und setzte nach einer halben Stunde die Reise nach Wilhelmshöhe bei Kassel fort, begleitet von dem preußischen General v. Bonin, einigen französischen Offizieren und preußischen Landwehr männern.(2) Der Kaiser war in französischer Generalsuniform, er sah viel wohler aus, als man nach den letzten Nachrichten erwarten sollte. Seine Züge waren ernst, anscheinend gänzlich theilnahmlos; sein Gang war fest, und beim Einsteigen grüßte er die Umstehenden. Das Publikum, das bei dem streng abgesperrten Perron nur aus Militär oder uniformirten Beamten bestand, verhielt sich gänzlich schweigsam. Mainz. Ludwig Bamberger ist von Hagenau hier angekommen. Er ist General- Secretär des Gouverneurs vom Elsaß und wird bis zur Vollendung der Organisatjion dieser Provinz wieder dorthin zurückkehren. — Das„Fr. J.“ schreibt: Von den ver— schiedensten Orten, wie z. B. Trier, Pfedders- heim ꝛc. wird gemeldet, daß ganze Züge Fourage und Proviant nicht befördert wurden, während die Armeen und Feldlazarethe Mangel an solchen Dingen leiden. Auch in Bingen sind Unmassen Heu und Stroh, weil verdorben, selbst nicht als Viehfutter in den Versteigerungen abgegangen, und in unserem Bahnbofe sieht man eben so colossale Züge Mehl, Heu, Brod ꝛc., die den Weg zwischen hier und Bingerbrück vielmals ver— geblich machten, weil sie an dieser Station keine Weiterbeförderung fanden. Jetzt faulen und schimmeln diese colossalen Vorräthe, an denen Hunderttausende verloren gehen! Während unsere und die pfälzische Ludwigsbahn wahrhaft erstaun— liche Anstrengungen machen, um die Kriegstrans— porte Tag und Nacht zu bewältigen, scheint auf der Rhein-Nahe-Bahn der bureaukratische Zopf noch nicht abgeschnitten zu sein. 5 — Vom 7. d. ab wird über die pfälzisch⸗ rheinischen Eisenbahnen der Transport der capi Mann angekündigt. Aus der biesigen Citadelle werden die wenigen Gefangenen weiter trans⸗ portirt, um neuen Platz zu machen; man glaubt, daß 10,000 Mann hier internirt und am Festungs⸗ bau verwendet werden dürften. Preußen. Berlin. Die Mitglieder sämmtlicher Gesangvereine Berlins, an 1000 Sänger, brachten der Königin eine Fackel⸗ serenade. Die Königin erschien vier Mal auf dem Balcon, von den Sängern und Tausenden von Zuhörern enthusiastisch begrüßt. Ein Hoch auf den König und die Königin schlossen die Feier. — Mit der Anfertigung der Ordenszeichen für das neugestiftete eiserne Kreuz ist nach der „Post“ der Hofgoldschmied Wagner hierselbst betraut worden. Vorläufig sind 2000 Exemplare bestellt, die im Format etwas kleiner sind, als die Decorationen aus den Jahren 1813— 15. — Nach von hier eingezogenen Erkundigungen lebt die Wittwe des Dichters des Liedes:„Die Wacht am Rhein“ zu Thalheim in Württem⸗ berg und hat Ihre Maj. die Königin derselben die ihrem Gatten bestimmt gewesene goldene Medaille übersenden lassen. — Die„Nationalzeitung“ bemerkt: Die Franzosen wundern sich, daß die Deutschen die bewaffneten Civileinwohner nicht als Soldaten anerkennen. Sie haben ein sehr schlechtes Ge— dächtniß, denn sonst würden sie sich erinnern, daß Napoleon J. sogar das uniformirte und militärisch organisirte Schill'sche Freicorps als eine Rotte Räuber bezeichnete, die er nach ihrer Gefangennahme auch als, solche behan⸗ delte, indem er die Offiziere füsilirte und die Gemeinen auf die Galeeren schickte. — Die„Nordd. Allg. Zeitung“ setzt ihren Kampf für den Gewinn ernstlicher Friedens⸗ bürgschaften fort. Sie schreibt unter Anderem: „Wer es noch nicht wissen sollte, der wisse es von nun an: Was da kämpft und stirbt und siegt für deutsches Recht und deutsche Ehre, das ist keine Bande abenteuernder enfants perdus, das ist die hoffnungsvolle Blüthe und die ge— segnete Frucht des deutschen Volkes; das ist Reich und Arm, Hoch und Niedrig, Körperkraft und Intelligenz; das sind die Träger unserer Cultur, die Schöpfer unseres Wohlstandes. Und dieses Heer, tapfer und treu wie keines, unser höchster Stolz, der Gegenstand unserer Liebe und— unserer Sorge. Und deßhalb können wir nicht Krieg führen zum Spaß oder der Abwechselung wegen; deßhalb können wir nicht Krieg führen um ein leeres Wort wie „la gloire“, deßhalb jubeln wir nicht in tollem Taumel, wenn der Ruf:„Zu den Waffen!“ erschallt; deßhalb sind wir friedlich trotz unserer Stärke; deßhalb müͤssen wir vorbeugen, mit allen Mitteln, die der Gott der Gerechtigkeit in unsere Hand gegeben, damit wir übers Jahr nicht wieder zum Kriege gezwungen sind; deß— halb sind wir verpflichtet, als Ersatz unserer Opfer eine wahre, materielle Bürgschaft des Friedens zu gewinnen.“ Köln, 5. Sept. Napoleon ist um 2 Uhr Nachmittags ohne jeden Aufenthalt über Gießen nach Kassel durchgereist. Der Bahnzug, aus zehn Wagen bestehend, verließ Verviers um 11 Uhr Vormittags, Aachen um 12 Uhr 20 Minuten. Der Zug mit der Dienerschaft und den Equipagen war zwei Stunden vorausgegangen. Eine große Menge Schaulustiger hatte sich eingefunden.— Wie bier verlautet, sind an der belgischen Gränze auf preußischem Gebiet, angeblich auf Anstiften eines belgischen Bahnhof-Inspektors, Plakate über die Gefangennehmung des Kaisers von den Waggons gerissen worden, was ohne Zweifel Erörterungen im Gefolge haben dürfte. Es ist das nur zu wünschen, indem die Belgter es sich nicht versagen können, auch die armen aus Frank- reich vertriebenen Deutschen bei der Durchfahrt zu verhöhnen. Marburg, 5. Sept. Heute Abend halb Sept. bei Beaumont und Noissevilleftulanten Armee Mac Mabons in Zügen von jes8 Uhr passirte Napoleon in einem Extrazug, wor von der hessischen Division nur die Artillerie 2000 Mann beginnen. Ueber hier sind 50,000 mit einem zahlreichen Gefolge und vielen Chaisen den hiesigen Bahnhof. Bei Abfahrt des Zuges erscholl aus der am Bahnhof anwesenden Menschenmenge ein lautes„Hurrah!“ Daß König Wilhelm seinem Gefangenen gerade die herrliche Wilhelmshöhe statt eine deutsche Festung zum Asyl angewiesen hat, betrachtet man hier als eine große Courtoisie des Königs gegen Napoleon, die zu mancherlei Commentaren Ver⸗ anlassung bietet. Homburg. Der Großherzog von Hessen hat die Kronprinzessin Victoria dahier wegen des großen Sieges bei Sedan und der darauf erfolgten Gefangennahme des Kaisers Napoleon persönlich beglückwünscht.— Die Kronprinzessin besucht täglich das Lazareth, spricht mit jedem Verwundeten und ist voll Leutseligkeit. Frankfurt. Die„Frankf. Presse“(bisher „Tagblatt“) meldet: General Wimpffen ist mit dem preußischen General v. Treskow nach Metz gereist, um Bazaine zur Uebergabe aufzufordern. Großbritannien. Die Sammlungen in allen Theilen Englands werden mit verdop⸗ peltem Eifer fortgesetzt, seitdem Privatcorre⸗ spondenzen aus den verschiedensten Puncten Deutschlands deren Dringlichkeit schildern, und ihre Ergebnisse sind aller Ehren werth. Das National⸗Comite in London hat allein schon baar 350,000 L. und der Londoner deutsche Hülfsausschuß 32,000 L. gesammelt. N — Der Ministerrath ist auf Montag zu⸗ sammenberufen. Lord Granville beabsichtigt einen Waffenstillstand vorzuschlagen. Alle neu⸗ seraleß Cabinete sind darüber einig, Deutsch⸗ land den Rath zu ertheilen, es möge Frankreich nicht zerstückeln. Dies würde den Krieg verewigen. à fl. 1. 48 kr., e Eine Narte von Frankreich Die Reymann'sc Specialkarte Friedberg und Nauheim. Kriegskarten mit Extraplan von Paris fl. 1 12, die als ganz vorzüglich empfohlen werden kann; A gk, 18 kr., 14 kr. in einzelnen Blatt à 36 kr., sowie die große Karte des Kriegsschauplatzes zu fl. 9. Bindernagel 8 Schimpff. Verein für freiwillige Krankenpflege. Generalversammlung heute Donnerstag den 8. September, in Windecker's Gartensaal. Abends 9 Uhr präcis, Der Ausschuß. Möbel Transport G. L. AN SEN Frankfurt Frankfurt a. M. schiossenen Federwagen. Frankfurt a. M Vollständige Umzüge 149 per Bahn oder auf der Landstraße, sowie das Abholen von Möbeln aus den besorge bei Garantie prompt und dilligst mittelst großen ge⸗ Bestellungen oder Frachtbriefe erbitte Brönnerstraße 17. einzelne Möbelfuhren über Land, Eisenbahnwaggons in 1%„A uff r. de r um g, 2091 Forderungen und Ansprüche an den Nachlaß der Friedrich Karl Ludwig Schreitz Eheleute in Nleder⸗Florstadt find binnen einer Frist von 14 Tagen dabier oder bei dem Vormunde Pein rich Alles II. zu Nieder⸗Florstart sogewiß anzumelden als sonst sie bel der Regulirung des Nachlasses unberückfichtigt bleiben. Friedberg am 24. August 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Aufforderung. 2104 Forderungen und Ansprüche jeder Att an den Nachlaß der Joseph Dickenberger Eheleute von Ilbenstadt sind binnen Frist von 14 Tagen so gewiß dahier anzumelden, als sonst sie bei der Regultrung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. K Friedberg den 2. August 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Bekanntmachung. 2150 Die Lieferung des für das Bezirksgefängniß zu Friedberg auf ein Jahr erforderlichen Brennholzes soll Mittwoch den 14. September l. J,. . Vormittags 10 Uhr, im Landgerichtslocale an den Wenigstnehmenden ver⸗ steigert werden. Friedberg am 6. September 1870. Gr oßherzogliches Landgericht Friedberg 5 N Grummetgras-Versteigerung. 2148 Samstag den 10. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende diesjährige Grummetgras in einzelnen Abtheilungen auf hiefigem Rathhause öffentlich meiffbletend versteigert werden. Fauerbach b. Fr. den 6. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Jauer bach b. Fr. Helfrich, Beigeordneter. l Faselochs ⸗Versteigerung. 2143 Montag den 12. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, zum Schlachten geeigneter Faselochse, auf dem Rathhause meistbtetend versteigert werden. Reichelsheim den 5. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim Schmid. Grummetgras⸗Versteigerung. 2151 Freitag den 9. l. Mts., des Mittags um 1 Uhr anfangend, sol das der Gemeinde Nieder- Rosbach, so⸗ wle der dortigen Pfarrei zustehende Grummetgras, circa 10 Morgen, auf dem Rathhause daselbst meistbietend verstelgert werden Nleder⸗Rosbach am 5. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Nieder-Nosbach Grummetgras⸗Versteigerung. 2142 Freitag den 9. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird das der Gemeinde zuftebende Grummet⸗Gras meist⸗ bietend versteigert. Schwalbe im den 7. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisserei Schwalheim Hensel. Dachdeckerarbeit. 2149 Die zur Umdeckung des Kirchtburme zu Bönstadt erforderliche Dachdeckerarbeit, veranschlagt zu 234 fl., soll Samftag den 10. September, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhaus zu Bönstadt an den Wenigstnehmen⸗ den in Accord gegeben werden. Friedberg den 6. September 1870. . Der Bezirks Bauaufseher Schneider. Bekanntmachung. 2144 Der nächste biesige Vieh- und Krämermarkt findet am 12. dieses Monats statt, was hiermit zur öffent⸗ lichen Kenntniß gebracht wird. Reichelsheim den 5. Sepfember 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim Schmid. Panorama-Karte der deutschen Meeresküsten. (Sehr schönes Blatt von größter Deutlichkett.) Preis: 54 kr. Vorräthig bei Bindernagel 8 Schimpff in Frledberg und Nauheim. Magensalz, 1252 bekannt als Bullrichs Universal Reinsgungssalz, gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in ½, ½, ½ Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. Ein Schuhmachergeselle kann dauernde Beschäftigung erhalten bei Ph. Künstler II. in Södel. 2128 Bel Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim ist zu haben: Wacht am Rhein! Illustrirte Kriegschronik Nr. 6.— Preis 9 kr. Die Wacht am Bhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zweihändig Preis 11 kr., vierhändig Preis 14 kr. Germania. 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. P r e i 8 21 E E. Für Pianoforte allein 18 kr. Ne u e st e Frankfurter Latern. Preis: 6 kr. 0 2 Gefunden 5 2147 wurde am 1. September am Nauhelmer Teiche ein kleines Portemonnale mit etwas Geld. Der f i ich legitimtrende Eigenthümer kann dasselbe gegen Erstattung der Insertlonskosten bei der Exped. in Empfang nehmen. 2141 Ein vollständiger sog. Schwarz'scher oder Dampfapparat zum Branntweinbrennereibetrieb, nebst kupferner Matschpumpe, sowie sonssige hierzu nöthige Gerätbe sind sowohl im Ganzen, als auch im Einzelnen zu verkaufen bei 1 Ludwig Kopp in Ossenheim. 2146 Denjenigen jungen Leuten, welche sich in 1865, 1866, 1867 freigeloost und jetzt ein⸗ stehen wollen, ertheilt auf Anfrage nähere Auskunft Kreisbüreaugehülfe Fin k. 2060 Fahnen! Illuminations⸗Sachen! Bonner Fahnen fabrik. Bonn. Die Dr. Steffan'sche Augenheilanstalt zu Frankfurt am Main 150(Krögerstraße 8. und Sachsenhausen, Dreikönigs⸗ straße) auf's Bequemste eingerichtet, nimmt jederzelt Augenkranke auf. Unbemittelte zu ermäßigtem Preise und unentgeldlich. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 7. Sept. Waizen 13 fl. 30 kr. Kore 9 fl. 20 kr.; Eerste 8fl.— kr.; Hafer 6 fl. 30 kr. Frankfurt, 5. Sept. Waizen 15 fl. 40 kr.z Korn 11 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.;— Hafer 11 fl. 50 kr. Grünberg, 3. Sept. Waizen 14 fl. 20 kr.; Korn 10 fl. 18 kr.; Gerste 8 fl. 20 kr.; Hafer 5 fl. 25 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— 11 — kr.; Saamen 22 fl. 45 kr.; Kartoffeln— fl.— ke. Mainz, 2. Sept. Waizen 15 fl. 37 kr.; Korn 10 fl. 50 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 7 fl. 10 kr.; Kartoffeln 5 fl.— kr.; Roggenstroh per 100 Gebund 2145 Ein einzelner Herr sucht sogleich auf der breiten 36 fl Straße ein möblirtes Logis. Von wem sagt die 2152 ohne Hörner, 1½ Jahre alt, hat zu verkaufen Wölfersheim, 7. September 1870. Conrad Unschück. Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. B i 1 Freitag Abends 6½ Abr. J Samstag Morgens 8 Ubr. a Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff— (Hierzu eine Beilage.) 1 geilat — Wat globe die um des 50 it des U dict Ze Hie Weligesch 0 war der it Nom u 10 hpöchsen Dab Bal! al nannte Doch de ba Ide heul zum N a Lieb von 10 5 7 och als zum 100 det 5 Sit sanken Die um fein nd durch de 1s welsch Es fand ber Der Schwab puctah, das dum ew gen . K Det bie Bewo welcher er Proklamat Würgern huns ber Vaß seine Züuwohnert Der Genet hei Wide u ergrei Autorität — N Wraf b. 2 Un die Be Wesentlich mation üb. Der 0 Kühlwet Sac 6 d sse zu ungen Weneralge 1 0 bio Dal. d Sig in Lochen „Aktz krhielt 99 Heim Aug Zuschen N zucht zwei 5 100 1 Muli Aer. ö Aheimtt Teicht ed. Der ttt Ertan eng uta ——ů * chet d a 10 Ossenbein. — vtlcht 0 unt jttzt eil rage naher ragt bülft Beilage. Oberhessischer Anzeiger. 4 106 Sch warz⸗Noth⸗ Gold. Von Emil Rittershaus. Welch' große Zeit! Verschwunden sind die Raben, ist des Lebens werth, gelebt zu haben dieser Zeit, voll Muth und Heldengeist! ie Weltgeschichte schreibt mit Flammenzeilen: Vo war der Tag, der größ're Thaten sah? Pit Rom und Hellas darf die Kränze theilen, den höchsten Preis das Land Germania! Das Volk der Träumer wurden wir gescholten, Pan nannte Rausch, was unser Herz beseelt', Loch als des Kriegs gewalt'ge Würfel rollten, da hal zum Kopfe nicht die Faust gefehlt! a s Lied von Deuischlands Ruhm, sie nannten's Phrasen, dacht von Schwärmern, hinterm Becher froh, Loch als zum Angriff das Signal geblasen, Var's der Posaunenklang von Jericho! che g um des Bardarossa's Berg gekreist; Sie sanken nieder, die lebend'gen Mauern, Tie um sein Reich der Korsenkaiser zog, 8 durch der Schlachten wilde Wetterschauern ies welsche Land der deutsche Adler flog. s stand der Pommer fechtend bei dem Baier, Ter Schwab beim Franken, von dem Blitz umsprüht, irrah, das ist die große Hochzeitsfeier m ew'gen Bündniß zwischen Nord und Süd! Ein Boden ward genetzt vom Blut von Allen, Und Alle folgten freudig einer Spur— O, laßt fortan ob allen Häuptern wallen Ein deutsches Banner, o, ein einz'ges nur! Gestorven sind der Zwietracht gift'ge Nattern! So sei ein einzig Banner denn entrollt, Das strahlend mög' in allen Gauen flattern, Die alte Fahne schwarz und roth und gold! Schwarz ist die Nacht des Todes, drin wir betten Der Jugend Kraft in diesem heil'gen Streit! Roth ist das Blut, das Blut, mit dem wir retten Des Valerlandes Ehr' und Hertlichkeit, Doch golden ist der Einheit Souneumorgen, Durch den der Freiheit Lerche jubelnd schwirrt, Der uns nach dieser Zeit, voll Gram und Sorgen, Nach diesen Kämpfen kommen muß und wird! Den Lorbeer für des großen Friedrichs Degen, Das beste Schwect im ganzen Erdenreich, Dem Baiernmuthe Jubelgruß und Segen Und ein Hurrah für jeden„Schwabenstreich!“ Ein Hoch den Franken und ein Hoch den Sachsen, Doch werde Wahrheit nun der schönste Traum: Die Stämme all', sie müssen endlich wachsen Zusammen jetzt zu einem Riesenbaum! Wie wir zum Kampf uns alle eingefunden Mit einer Losung, einem Felogeschrei, So laßt uns steh'n im Frieden eng' verbunden Und eine„Freiheit mach' uns alle ftei!“ Geschworen sei's bei uns'rer Helden Leichen: Vereint im Frieden fest wie in dem Streit! Laßt hoch sie weh'n die schwarzrothgoldenen Zeichen, Als Zeichen ew'ger, deutscher Einigkeit! Kriegs nachrichten. Der Generalgouverneur v. Bonin erläßt an de Bewohner Lothringens eine Proclamation, in gelcher er, unter Bezugnahme auf die königliche Jroklamation vom 11. August, den friedlichen kürgern Sicherheit der Person und des Eigen— tums verspricht und die Erwartung ausdrückt, daß seine Befehle von den Behörden und den Enwohnern beobachtet und genau befolgt werden. der Generalgouverneur erklärt, er würde sich ei Widerstand gezwungen sehen, alle Mittel Mergreifen, welche zur Aufrechthaltung der kueritat ihm zu Gebote stehen. — Auch der General⸗Gouverneur im Elsaß, Craf v. Bismarck⸗Bohlen, hat eine Proklamation h die Bewohner des Elsassee erlassen, welche im Vesentlichen mit vorstehend mitgetheilter Procla- Uation übereinstimmt. Der Civilcommissär des Elsasses, Präsident Kühlwetter, macht bekannt, daß er die Leitung der gesammten Civilverwaltung übernommen, die beamten zunächst in ihren Funktionen bestätigt ind sie zur pünktlichen Nachachtung seiner An- üdnungen auffordert. Der Sitz der mit dem eneralgouvernement Elsaß vereinigten Präfektur ir Saarburg, Salzburg, Saargemünd, Metz und Thionville ist in Saargemünd, Präfekt Graf henkel ⸗Donnersmark. Präfektur Nieder Rhein, Sitz in Hagenau ist von dem Grafen Luxburg (baperischer Regierungspräsident) übernommen. Metz. Ein Spezialcorrespondent des„Fr. J.“ hielt von einem verwundeten Franzosen, welcher im Ausfall vom 26. gefangen in die Hände der deutschen siel, über die Zustände in der Festung Nittheilungen, an deren Glaubwürdigkeit derselbe ischt zweifeln kann Danach liegen in der Stadt wer 10,000 Verwundete; davon sind etwa 1200 n Militärlazareth, die übrigen in Kasernen, in Gvil⸗ und Militärschulen und in Kirchen unter- gebracht; der prächtige Dom, sowie mehrere andere Kirchen sollen Kasernendienste leisten. Ein sonderes Hospital habe man in der Stadt den Wolcrakranken gewidmet; die Sterblichkeit soll sch in beständiger Progression verhalten, doch ver- gochte er hierüber keine Details zu erlangen. In Proviant und Munition mangele es vorläufig ch nicht, die Rationen wurden zwar karg zu— gal doch hätten die Soldaten bisher immer üzelmäßige Lieferungen erhalten. In wahrhaft trauriger Lage sollen sich jedoch die Bürger be⸗— finden, die lediglich auf ihre geringen Vorräthe angewiesen sind, die man unklugerweise auch noch mit den Soldaten getheilt, beziehungsweise den— selben verkauft hat. Die Lebensmittelpreise haben eine noch nie dagewesene Höhe erreicht und zu alle Dem tritt noch ein empfindlicher Wassermangel. Dräte zu diesem Mangel noch ein Bombardement der Stadt, so sei ein Aufstand der Bürger, die sich jetzt schon in äußerst gereizter Stimmung gegen Napoleon und seinen Helfershelfer Bazaine befin- den, nicht unwahrscheinlich. Standrechtliche Ver— urtheilungen von Bürgern sollen bereits mehrfach stattgefunden haben. Vor Straßburg, 30. August. eute Morgen erschien abermals der Bischof von Straßburg als Parlamentär in unserem Haupt- quartier, bat um Schonung der Stadt und erbot sich zupleich, Vermittlungen mit dem General Uhrich einzuleiten. Es ward dem Bischof mit— getheilt, der General möge einen höheren Offizier absenden, der sich von der Stärke unseres Be— lagerungscorps, den vielen schweren Geschützen, die zum Feuern bereit ständen und auch zugleich von der Cernirung von Metz und dem Einmarsch unserer Armee in Chalons selbst überzeugen könne, damit die Hoffnungslosigkeit eines ferneren Wider- standes und die Unmöglichkeit, daß die Stadt entsetzt werden könne, dadurch bestätigt würde. Zugleich wurden ihm englische und belgische Zeitungen, welche ursere Erfolge meldeten, mit— getheilt. Als der Bischof, von einer Escorte von uns mit der Parlamentärflagge geleitet, wieder in die Stadt zurückkehrte, schossen die Franzosen von den Wällen auf letztere und verwundeten einen Mann. — Die„Karlsr. Ztg.“ schreibt: In Straß burg wurden am 2. d. durch Anschwellen des Rheins Keller unter Wasser gesetzt, wodurch den Belagerten ein großer Schaden zugefügt wurde. Am Sonntag ist der Dachstuhl des Münsters theilweise abgebrannt, das Schiff und die astro⸗ nomische Uhr beschädigt worden.(Wird von anderer Seite widersprochen. — Am 2. und 3. sollen wieder stärkere Aus- fälle der Straßburger Garnison stattgefun⸗ den haben, die zurückgeschlagen wurden, jedoch nicht ohne einen bedeutenden Verlust der Unsrigen. Näheres ist noch nichts bekannt. Zur Vermeidung irriger oder übertriebener Gerüchte wäre zu wünschen, daß die offiziellen Berichte von unserem Belagerungscorps etwas reichlicher flössen. — Man schreibt der„Allg. Zig.“:„Aus Straßburg erfahren wir jetzt, weßhalb im Anfange, wo es noch Zeit war, die dortige Be— völkerung keine Pression auf den Commandanten übte. Der Divisionsgeneral Barral war nämlich als Viehhändler verkleidet nach der Stadt gekommen und hatte als solcher eine Anzahl Vieh den Be— lagerern zugeführt, um deren Stärke und Stellung zu erkundigen, und sich dann in die Stadt ge— schlichen, wo seine Nachrichten das Volk vollständig beruhigten, indem er versicherte, bis zur eigent- lichen Belagerung könnten noch Wochen vergehen und es seien von Paris her in kürzester Zeit glänzende Siege und Entsatz zu erwarten.“ Würtemberg. Stuttgart. Eine massenhaft besuchte Volksversammlung nahm in begeisterter Stimmung Resolutionen an, deren wesentlicher Inhalt folgender ist: 1) Das deutsche Volk weist jeden Vermittlungs- oder Einmischungs⸗ versuch der neutralen Mächte bei dem Friedens- schlusse zurück. 2) Wiedergewinnung von Elsaß und Lothringen für das deutsche Reich, welches die einzige Bürgschaft gegen die französischen Gelüste und der Nationalpreis des nationalen Kampfes und Sieges ist. 3) Durch den Beitritt der süd⸗ deutschen Staaten und die Erwerbung lange ver— loren gewesener deutscher Länder muß der nord— deutsche Bund ein deutscher Bundesstaat werden. Ein einiges Volk, ein Reichstag, ein deutsches Staatswesen ist für Deutschland und Europa die Gewähr eines dauernden und sichern Friedens. — Eine an den König beschlossene Adresse ist im Wesentlichen identisch. Baden. Aus Freiburg wird gemeldet, daß am 3. früh zwischen 7 und 8 Uhr von dem nahen französischen Ufer aus auf den von Freiburg nach Basel passirenden Personenzug geschossen wurde. Glücklicherweise gingen sämmtliche Schüsse zu hoch und hat keine Kugel in den Zug eingeschlagen. — Das in Freiburg liegende Bataillon rückte eilends nach Breisach ab, wo man Besorgnisse vor dem gegenüberliegenden Neubreisach und Fort ortier hat. Für die Pflege verwundeter deutscher Krieger erhielt der Oberbürgermeister Lauter in Karlsruhe 1000 fl. zugeschickt mit folgendem Schreiben:„Im Anschlusse beehre ich mich, von Frau Adelheid Grunelius zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger 1000 fl. zu übermachen, wovon aber vorzugsweise unsere deutschen Brüder zur Ausgleichung für die Zurücksetzung, welche dieselben gegenüber den Franzosen von einer An- zahl leider deutschen Frauen erleben mußten, be rücksichtigt werden sollen.“ — Aus einer Correspondenz der„Allg. Ztg.“ vom Oberrhein, 31. August, geht unzweifelhaft hervor, daß, bis zu diesem Tage wenigstens, der Straßburger Münster unversehrt war. Oesterreich. Wien, 3. Sept. Die Mel- dung einer hiesigen Zeitung, wonach Italien zu Gunsten der Integrität Frankreichs intervenire, wird unterrichteterseits als völlig grundlos be— zeichnet.— Die Gefangennahme Napoleons er— zeugte in der hiesigen Bevölkerung eine freudige Sensation. Frankreich. Paris, 4. Sept. Das „Journal officiel“ bringt folgende Proclamation des Ministerrathes:„Franzosen! Ein großes Unglück hat das Vaterland betroffen. Nach drei Tagen heroischer Kämpfe, welche die Armee Mae Mahon's gegen 300,000 Feinde geführt hat, sind 40,000(7) Mann zu Gefangenen gemacht. General Wimpffen, der das Commando der Armee in Vertretung des schwer verwundeten Marschalls Mac Mahon über nommen hatte, hat die Capitulation unterzeichnet. Dieser Schlag hat unsern Muth nicht erschüktert. Paris ist heute im Stande, sich zu vertheidigen, 4 Die militärischen Streitkräfte des Landes organi⸗ stren sich; binnen wenigen Tagen wird eine neue Armee unter den Mauern von Paris stehen. Eine andere Armee wird an der Loire gebildet. Euer Patriotismus, eure Einigkeit, eure Energie werden Frankreich retten. Der Kaiser ist beim Kampfe gefangen. Die Regierung ist in Uebereinstimmung mit den Staatskörpern, sie ergreift alle Maßregeln, welche die Wucht der Ereignisse gebietet.“ Ge— zeichnet von sämmtlichen Ministern. — 4. Sept. Gesetzgebender Körper. Graf Palikao bringt einen Gesetzentwurf ein, wonach ein Conseil für die Regierung und Landesverthei— digung eingesetzt werden soll, das vom gesetz⸗ gebenden Körper gewählt wird. Die Minister werden unter Gegenzeichnung dieses Conseils ernannt. Palikao erhält die Stellung eines General statthalters. Jules Favre fordert, daß der von der Linken eingebrachte Antrag vorher in Erwägung gezogen werde. Thiers bringt einen Antrag ein, der von 45 Mitgliedern aus dem rechten und linken Centrum unterzeichnet und gemeinsam redigirt ist. In dem Antrag heißt es:„Unter den gegen— wärtigen Umständen ernennen die Kammern Com- missionen für die Regierung und Landesverthei⸗ digung. Die constituirenden Kammern werden einberufen, sobald es die Umstände gestatten. Palikabo ist damit einverstanden, daß auch das Land befragt werden soll, sobald die gegenwärtige schlimme Lage überwunden sei. Die Kammer er— klärt sämmtliche Anträge für dringlich. Dieselben werden sofort zusammen an die Büreaus gehen, von welchen die Commission ernannt wird. Die Sitzung wird hierauf suspendirt. — Abends. Gesetzgebender Körper. Die Tribünen, alsbald auch die Sitzungssäle werden von Volksmassen erfüllt, welche die Absetzung der Dynastie und die Proclamation der Republik ver⸗ langen. Die meisten Deputirten verlassen den Saal. Gambetta und andere fordern das Volk auf, die Freiheit der Berathung zu nespectiren und stillschweigend zuzuhören. Ihre Versuche bleiben erfolglos. Die Aufregung ist unbeschreiblich. Von draußen hört man den Ruf:„Es lebe die Republik!“ Gambetta und andere Mitglieder wollen sich nach dem„Hotel de Ville“ begeben, um die provisorische Regierung zu proclamiren — 4. September Große Bewegung auf den Boulevards. Die National- und die Mobilgarde, sowie die Liniensoldaten singen die Marseillaise. Die Rufe:„Es lebe die Republik“ vermischen. sich mit denen:„Wir müssen die Fremden ver⸗ treiben.“ 9 N — 4. Sept., Abends. Die provisorische Regierung ist gebildet, sie besteht aus: Jules Favre, Jules Simon, Picard, Pelletan, Cremieux, Ferry, Glais-Bizoin, Rochefort, Arago, Garnier⸗Pages. Die Thüren des gesetzgebenden Körpers sind unter Siegel gelegt. — 5. Sept. Das„Journal officiel de la République frangaise“ veröffentlicht folgende Pro⸗ clamation:„Franzosen! Das Volk hat die Kammer hinter sich zurückgelassen, welche nur zögernd für vie Rettung des gefährdeten Vaterlandes arbeitete. Das Volk hat die Republik verlangt, es hat seine Vertreter nicht auf die Höhe der Macht gestellt, sondern fie inmitten von Gefahren eingesetzt. Die Revolution vollzieht sich im Namen des Rechts und der allgemeinen Wohlfahrt. Bürger! Wachet über der Stadt, die Euch anvertraut ist, morgen werdet Ihr zusammen mit der Armee die Rächer des Vaterlandes sein.“ Das Ministerium ist jetzt definitiv folgendermaßen constituirt: Trochu, Präsi⸗ dent, zugleich mit militärischen Vollmachten für die Nationalvertheidigung; Favre, Auswärtiges; Gambetta, Inneres; Leflo, Krieg; Fourichon, Marine; Cremieux, Justiz; Simon, Unterricht und Cultus; Dorian, öffentliche Arbeiten; Magnin, Ackerbau. Das„Journal officiel“ veröffentlicht ferner ein Decret, welches den gesetzgebenden Körper auflöst und den Senat, sowie die Stellung eines Vorsitzenden des Staatsraths abschafft. Die Fabrikation und der Handel mit Waffen ist völlig freigegeben. Etienne Arago ist zum Maire von Paris ernannt, Floquet und Brisson sind zu seinen Ad⸗ juncten ernannt. Steenackers übernimmt die Diretion der Telegraphen. Eine vollständige Amnestie für alle politischen Verbrechen und Vergehen ist er⸗ lassen. Die Commission für die Nalionalverthei⸗ digung besteht aus sämmtlichen Deputirten von Paris, Rochefort eingerechnet. Trochu ist Vor⸗ sitzender, Favre dessen Stellvertretender, Ferry Secretär. Die Ordnung ist nirgends gestört worden. Der Sitzungssaal des gesetzgebenden Körpers befindet sich unter Siegel. Die Republik ist ferner proelamirt in Lyon, Bordeaux, Grenoble und anderen großen Städten. Eine Proclamation des Polizeipräfecten Keratry erklärt, das Ziel der Republik sei, wie 1792, die Vertreibung der fremden Truppen von französischem Boden. — 5. Sept. Der Minister des Innern gibt bekannt, daß sich preußische Plänkler zu Fimes, zwischen Reims und Soissons, gezeigt haben. Das Armeecorps Vinoy bewerkstelligt seinen Rückzug nach Laon, wo es bereits ein— getroffen, um sich weiter zurückzuziehen. — 6. Sept. Eine Depesche des Unter⸗ präfecten von Mühlhausen meldet: Der Feind ist an mehreren Puncten des Arrondissements erschienen; er hat den Rhein gegenüber Kambs überschritten, Freischützen und Nationalgardisten zogen ihm entgegen. — 6. Sept. Das„Journal officiel“ ver⸗ oöffentlicht eine Proclamation der Regierung an die Armee. Dieselbe sagt: Die Abschaffung der Dynastie, welche für das Unglück ver— antwortlich ist, sei ein großer Act der Gerechtigkeit und des öffentlichen Heils. Um sich zu retten, bedarf die Nation nur sich selbst wiederzufinden, um auf ihre Entschlossenheit und Euren Muth zu rechnen. Ein Decret hebt den Stempel für Zeitungen und für Veröffentlichungen auf. Die Beamten sind des Diensteides entbunden, der politische Eid ist abgeschafft. Die Gesandten in London, Wien und Petersburg sind abberufen. Alle Deutsche, welche keine Specialerlaubniß besitzen, sind verpflichtet, binnen 24 Stunden die Departements Seine und Seine-Oise zu verlassen, widrigenfalls sie der kriegsrechtlichen Behandlung verfallen. Das„Journal officiel“ publicirt ferner Ernennungen von Präfecten. — Der Feind nähert sich Paris. Ein Circular Gambetta's sagt, die neue Republik sei keine Regierung für Zwistigkeiten und kleinlichen Parteihader, sondern eine Regierung der natio— nalen Vertheidigung, des Kampfes gegen die fremden Eindringlinge. Belgien. Brüssel, 4. Sept. Ueber den weiteren Vormarsch der Preußen wird gemeldet, daß größere preußische Corps 24 Kilometer vor St. Quentin direct auf Paris marschiren. Die Eisenbahnverbindung zwischen Brüssel und Paris dürfte demnächst unterbrochen werden.—„Etoile belge“ meldet, daß Douah mit Adjutanten des Kaisers in Brüssel eingetroffen ist. Ein Theil der Verwundeten aus den letzten Schlachten soll über Belgien fortgeschafft werden.— Der kaiserliche Prinz soll in Maubeuge sein.— Die „Independance belge“ meldet: Zwei Regimenter Turcus, zwei Regimenter kabhlischer Freiwilliger, zwei Escadrons Spahis und ein Zuavenregiment sind in Frankreich eingetroffen. — 4. Sept. Der Kaiser Napoleon hat gestern eine zwei Stunden lange Zusammenkunft mit dem Könige von Preußen in Sedan gehabt. Er hat diese Nacht in Bouillon geschlafen und ist heute zu seiner Internirung nach Kassel abgereist. — 5. Sept. Montmedy, seit heute Morgen 8 Uhr bombadirt, befindet sich im Vertbeidigungs⸗ zustande.— Der Herzog von Aumale, der Prinz von Joinville und der Herzog von Chartres sind heute abgereist, um Frankreich ihre Degen anzu⸗— bieten.— Es heißt die Kaiserin werde in Braine le Comte(Belgien, Provinz Hennegau) mit dem kaiserlichen Prinzen zusammentreffen.— Die„In⸗ dependance belge“ beziffert die Zahl der gefangenen französischen Truppen wie folgt: Capitulirt 70,000, gefangen 30,000, nach Belgien übergetreten 15,000, Summa 115,000 Mann. Der Sohn Napoleons ist in Namur eingetroffen. Man glaubt, daß er sich zu seinem Vater nach Wilhelmshöhe begeben wird. — 4. Sept. Die„Independance“ meldet 1870 aus Sedan: Die deutsche Armee setzt ihren E Marsch auf Paris fort. Londoner Privat, f depeschen zufolge bewilligt Preußen einen Waffenstillstand nur, wenn seine Friedens prä-“ liminar-Bedingungen angenommen werden. 1 — 5. Sept. Es geht das Gerücht, daß Jules Favre einen Friedens vorschlag auf fo gende Bedingungen macht: Räumung Frank“ reichs Seitens der Preußen und Abschaffung 1 des stehenden Heeres in Frankreich.— Der“ 0 „Reveil“ meldet die auf der Westbahn erfolgte“ Anthäl Verhaftung der Kaiserin. 2 — Der„Independance“ wird aus Namur vom 5. geschrieben, der kaiserliche Prinz werde um 5 Uhr über Brüssel nach Ostende abreisen, 118 — Graf Palikao ist in Namur eingetroffen.] 5. 1 Lüttich, 4. Sept. Der Kaiser Napoleon, D von Namur kommend und auf dem Wege nach Ju Kassel, hat heute unsere Stadt passirt. 5. l. Mi Verviers, 4. Sept. Napoleon ist mit Ge. hurch die folge hier angekommen und im„Hôtel du chemin] genaueste de fer“ abgestiegen, von preußischen und zwe]) Kei belgischen Offizieren geleitet. Die Weiterreise Sol findet wahrscheinlich morgen statt. gehe an d a elnkt Frankfurt. Täglich treffen aus Paris ausgewiessene Fransurter hier an. Die durch Belgien gereisten stimmen mit früher hier angelangten Personen darin überein, daß sie von belgischen Arbeitern insultirt worden seien.— Wie man hört, wurde bei dem hiesigen Magistrat die“ Betreff Anfrage gestellt, ob und welche Kunstschätze und Alter⸗ 9 thümer s. Z. von den Franzosen zu Anfang dieses Jahr Reichelt hunderts von hier weggeschleppt worden seien.— Auf dem ehemaligen Bundespalais wurde 1866 am 14. Juli. 5 die deutsche Tricolore abgenommen, am 4. Sept. wurbe sie an derselben Stelle, wo ihre Vorgängerin sich befand, wieder aufgehißt. i Rödelheim. Auf dem hlesigen gräflichen Schlosst weht nun auch die Sanitätsflagge. Der Herr Graf Solms pettesle hat nämlich die herrlichen Räume dieses großartigen Ge⸗ bäudes in patriotischer Weise zur Errichtung eines Laza⸗ Na rethes zur Verfügung gestellt. Das frühere Comite für pest in Saarbrücken hat bereitwilligst die innere Einrichtung soforl. Gemäßhe übernommen und in kürzester Zeit in jeder Beziehung. 22. Na ebenso zweckentsprechend als praktisch vollendet hergestell, 6 a1 einen Sanitätsdienst organisirt und die Rödelheimer Damen 23. Mai bereit gefunden, sowohl in der Küche, als bei der Ver⸗ lhezirkle pflegung thaikräftig Hand anzulegen, so daß man hoffem Ber Veror darf die Verwundeten, welche nach Rödelheim kommen, Puudee werden mit ihrem Loos zufrieden sein. en Darmstadt. Der direct aus dem großen Haupt nd der“ quartier an den hiesigen Hülfsverein ergangene Besehl, Folgende. wonach die weitere Aussendung von freiwilliger Sanitäls⸗ 1) Jede mannschaft vorerst zu unterbleiben hat, mag vielleicht bei einer Manchem Befremden erregt haben, kam indeß Solchen, welche der Sache näher stehen, durchaus nicht unerwartel entst. und muß als vollkommen gerechtfertigt bezeichnet werden. ohne Unter den namentlich in der letzten Zeit auf den Kriegs⸗ der schauplatz Abgegangenen, befanden sich eine Menge blut⸗ Grof junger Leute, die aber trotz dem besten Willen, ibre Auf gabe nicht zu lösen vermögen, da es ihnen einerseits an Auze der so nothwendigen Kenntniß des Verbandanlegens, sowie Tobe andererseits an einer zweckentsprechenden Ausrüstung gän;) Big lich mangelle. Solche Leute hindern nur, statt zu helfen 90 0 und es sind im Felde die ärgsten Mißstände zu Tag ge⸗ 105 1 neten, welche, wir wiederholen es, den besprochenen Erlaß rankt durchaus rechtfertigen. 5 zu ste zu b. poliz Verloos ungen. Karlsruhe, 31. August. Bei der heutigen Serien⸗ derd iehung der 35⸗fl.⸗Loose wurden folgende Serien gezogen: 0 7067 2666 5016 5449 5919 4130 1460 1049 5260 554 9 and 5044 490 5818 3560 5077 4930 5890 749 7636 3430) Aus 7610 481 5210 7332 7858 6543 3911 89 4596 6394 brach 5330 2138 5365 2205 7043 4432 6078 5728 1470 4127 a. 7119 413 4774 1310 1408 5151 2481 2953 6780 2306 b. ö 2014 2950 42 1120 439 3463 4021 1707 2338 3390 l 6730 2592 5755 7703 6224 6837 5312 6784 7983 5700 3 Wien, 1. Sepiember, Bei der heutigen Ziehung A der Loose von 1864 wurden nachstebende Serien gehoben! d. en Nr. 372 1692 1699 1813 3351 3488 3551 und 39109 ge Gewinne fielen: 200,000 fl. auf S. 1692 Nr. 90, 8 50,000 fl. S. 1813 Nr. 79, 15,000 fl. S. 1699 Nr. 86, 4 10,000 fl. S. 3551 Nr. 173 je 5000 fl.: S. 1699 Nr. fir 69, S. J408 Nu. 105 je 2000 fl. S. 1692 Ne 2% dun S. 1699 Nr. 49, 74; je 1000 fl.: S. 372 Nr. 10 40 ohl fu 62. S. 1813 Nr. 80, S. 3551 Rr. 29, S 3019 Ar. 100 f.. 98: je 500 fl.: S. 1692 Nr. 79. S. 1699 Nr. 55, 8 obere S. 1813 Nr. 12, 50, S. 3351 Nr. 34, 44, S. 3551 e in Nr. 19, 21, 75. 83, S. 3919 Nr. 9 11 39 59; je 400 ff,„ das S. 372 Nr. 29, 89, 90. 99, S. 1692 Nr. 22, 80, e fd a 94, S. 699 Nr. 14, 18 47, S. 1813 Nr. 1, 68,, eth 3351 Nr. 14, 19, 84, S. 3488 Nr. 1, 5, 12, 54 11 8 S. 3551 Nr. 26, 64, 82, S. 3919 Nr. 42, 47. 56, 67, 94. Auf alle übrigen Nummern der ver c. Le Serien entfallen je 165 fl. e bei