hadua 2 2 — — en dei Af B ibn Gastwirtb. — zinchen, de tatn Ken diener, ttrneifer“ — mmer Nödel zn 10 —— bel. 0 f 2 — . 2˙ in dnn Pütctladet un digen pPreisn csenmacher, Gataillon. — unn.“ Larlsbad. 4. ling. 009 bei ditt deb ensauret = N01; tit Koßltn⸗ 4 Outllen i it ger Uastr⸗ E 7 1 den krsten ckung det rt uarth Nactenleiden r ohne Wein T dellebt 1d 16 flesthtn und acer nt. et atung don arlsbad. zuktn 14 und a 6 Donnerstag den 7. Juli. N 79. Oberhessischer Anzeiger. Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Communalumlagen in den Gemeinden des Kreises Friedberg für 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Sie werden, da Ihnen die Communalsteuerregister unter Couvert gegen die in den Hebregistern enthaltenen Ansätze binnen der ersten zugehen, mit Bezug auf das Ihnen unterm 26. März 1853. Int. Bl. Nr. 27, mitgetheilte höchste Ausschreiben Großherzogl. Ministeriums des Innern vom 3. September 1852 alsbald bekannt machen lassen, daß die Communalsteuerregister zu Jedermanns Einsicht 8 Tage in Ihren Gemeinden offen liegen, unter dem Anfügen, daß Beschwerden mündlich zu Protokoll Friedberg den 4. Juli 1870. 4 Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder bei uns angebracht werden müßten, und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden könnten, Ueber die erfolgte Bekanntmachung werden Sie eine Notiz in der Registratur niederlegen. Trapp. Hessen. Darmstadt. Vom 1. Juli ab ist die Taxe für frankirte Briefe nach England via Ostende auf 9 kr. herabgesetzt. Unfrankirte Briefe kosten dagegen doppeltes Porto. Waaren⸗ proben, Drucksachen und Muster müssen frankirt werden und kosten je 2½ Loth 3 kr. Zeitungen unter Band werden, wenn sie nicht oder auch nicht ausreichend frankirt sind, gar nicht abgesen⸗ det; deßhalb empfiehlt es sich, dieselben am Post⸗ Schalter zur Baarfrankirung zu übergeben. Auch die überseeische Correspondenz ist via Ostende⸗ England im Allgemeinen um 9 kr. einfachen Porto- satz billiger geworden. So kostet jetzt ein Brief nach Neuseeland via Ostende-England⸗New⸗-Nork'⸗ San- Francisco(in Folge der Eröffnung der Pacisse⸗Bahn der gewöhnliche Weg von England ab) 24 kr. Preußen. Berlin. Berliner Blätter melden von der Absicht eines Besuches des Kaisers Napoleon III. bei König Wilhelm in Ems, welcher als Gegenbesuch angesehen wird für den Besuch, den König Wilhelm in Gemeinschaft mit dem Kaiser von Rußland im Jahre 1868 in Paris abstattete. — Die allgemeine Studentenversammlung, welche von der Minorität des ständigen Ausschusses berufen war, um über den Beschluß des letzteren bezüglich der Nichtbetheiligung der Studentenschaft an der Feier des 3. August endgültig zu ent⸗ scheiden, hatte eine so zahlreiche Theilnahme ge⸗ funden, daß das größte Auditorium der Univer- sität die Zahl der Anwesenden kaum zu fassen vermochte. Das Resultat der Abstimmung war, daß die Betheiligung der Studentenschaft an der Feier mit etwa 400 gegen 100 Stimmen ab- gelehnt wurde. Die Minorität erklärte, daß sie sich ihrerseits durch diesen Beschluß nicht als ge— bunden erachte. Wiesbaden. Die„Mittelrh. Ztg.“ schreibt: Durch Entscheidung des k. Amtsgerichts zu Bie- denkopf(welchem als unparteiischem, weil vormals nicht nassauischem Gerichte die Entscheidung über- tragen war) ist nunmehr bestimmt, daß das nassauische Gemeindegesetz von 1854, nach welchem active Staatsdiener Gemeindesteuern nicht zu zahlen brauchen, noch zu Recht besteht. Die königl. Regierung hat gegen diese Entscheidu ng nicht remonstrirt. Bayern. Augsburg. Die„Augsb. Allg. Ztg.“ enthält ein Telegramm aus Rom vom 3. Juli, wonach fast alle Bischöfe aufs Wort verzichteten und die Entscheidung über die Unfehl⸗ barkeitsfrage unmittelbar bevorsteht. — Wie es heißt, soll in Bayern die im Ver- lage von Moritz Schaumburg in Lahr erschienene Broschüre„Der heilige Antonius von Padua“, * 21 von Wilhelm Busch, welche viele Illustrationen en enthält(man sagt wegen Verspottung der Religion), mit Beschlag belegt worden sein. Oesterreich. Wien. Im Reichs⸗Kriegs⸗ ministerium herrscht große Aufregung. Ein hoch- gestellter Offizier, bisher der Militär-Baudirektion in Wien angehörig, soll wegen Unterschleifen, die eine enorme Höhe erreicht haben— man spricht in unterrichteten Kreisen von 280,000 fl.— in Untersuchung gezogen worden sein. — Am 4. d. begann die auf mehrere Tage anberaumte Gerichtsverhandlung gegen die vier- zehn des Hochverraths beschuldigten Arbeiter. Der Staatsanwalt entwickelte in der Anklage, daß dieselben einem sotial-demokratischen Comfte in Oesterreich angehörten, mit ausländischen Arbeiter- vereinen in Verbindung ständen und gleich Letzteren auf die Umgestaltung aller socialen und staatlichen Einrichtungen hinwirkten. Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ meldet aus Madrid: Das Ministerium hat den Beschluß gefaßt, dem Prinzen von Hohenzollern die spanische Krone anzubieten und eine Depu— tation beauftragt, den Prinzen von Hohenzollern hiervon zu verständigen. Die Deputation ist nach Deutschland abgereist. — Das„Univers“ veröffentlicht ein Telegramm aus Rom vom 4. d., wonach die Diseussion über das Capitel, betreffend die Unfehlbarkeit, da un- gefähr 60 Redner aufs Wort verzichtet, im Laufe des Vormittags geschlossen werde. — Der„Moniteur“ hört, daß der Minister des Aeußern sich anschickt, den Kammern die auf das Concil bezügliche diplomatische Correspondenz vorzulegen. In den Regierungskreisen glaubt man, daß die Diskussion über das Schema von der Unfehlbarkeit im Laufe dieser Woche zum Abschluß gelangen werde. Italien. Rom. In einem geheimen Con- sistorium bestätigte der Papst eine Anzahl von Bischöfen, darunter den Bischof Konrad Reither von Speier und Dr. Bernhard Brinkmann von Münster. — In Rom wird viel von der Rede des Cardinals Guidi, Erzbischofs von Bologna, ge— sprochen. Das erste Organ der Kirche, die„Unita Cattolica“, ist wüthend, während die liberale Partei sich ganz gleichgültig zeigt. Die Ver⸗ söhnung wird immer unmöglicher, und doch ist ein gänzlicher Bruch gerade Das, was Italien jetzt am schädlichsten wäre, denn seine natürlichen Folgen sind die Unruhen und Streitigkeiten, deren wir seit langer Zeit ohnehin genug haben. Florenz. Die Klagen über das Briganten- wesen häufen sich in der letzten Zeit. Besonders die römisch⸗neapolitanische Gränze wird von einem gewissen Pomponio, dem Führer einer ansehnlichen Bande, unsicher gemacht. In diesen Tagen ist einer Frau aus der Romagna, Elementine Mon- dolest, eine öffentliche Auszeichnung bereitet worden, weil sie, allein, vier bewaffnete Briganten in die lucht geschlagen hat. 5 Aumlelke. Washington. Das Reprä⸗ sentantenhaus nahm die Schenk'sche Consolidirungs- bill mit 129 gegen 41 Stimmen an. Nach gegen⸗ wärtiger Fassung bestimmt die Bill die Ausgabe von 1000 Mill. Dollar vierprozentiger Bonds, die in baarer Münze in 30 Jahren al pari zurück- zahlbar und abgabenfrei sind. Die neuen Bonds sind al pari umtauschbar gegen die bereits im Verkehr befindlichen Bonds, oder verkäuflich gegen Goldzahlung. Der hieraus resultirende Erlös soll zur Einlösung der fällig werdenden 5/20 Bonds verwendet werden. Die Ausführung der Bill bleibt der Discretion des Schatzamtssekretärs überlassen. Wie es heißt, dürfte aber die Annahme der Bill seitens des Senates unwahrscheinlich sein. Asseuheim. Die Versammlung des Mitteldeutschen Gartenbau⸗Vereins am 4. d. war recht zahlreich besucht, — Nachdem Herr Bürgermeister Best die Versammlung eröffnet hatte, hielt Herr Lehrer Berntheusel einen Vortrag über Düngung tragbarer Odstbäume, Mittheilun⸗ gen der Anhalter Gartenzeitung zu Grunde legend. Herr Pfarrer Hoffmann von Lindheim theilte seine mehr⸗ jährige Erfahrung über Rosencultur mit, eine mitgebrachte schöne Collection Rosen vorzeigend, sprach er zunäachst über die Cultur der Wildlinge, über die Zeit der Versetzung der verschiedenen Rosenarten und das Beschneiden derselben, sodann über Düngung der Rosenstämme durch flüssigen Dünger; ferner erklärte Referent die Systeme und Namen der von ihm ausgestellten Rosen und bob besonders her— vor, wie aus Samen Reuheiten erzielt werden. Referent erklärte sich bereit, auf Verlangen in einer der nächsten Flugschristen einen auf praktische Erfahrung gegründeten Aufsatz in diesem Sinne zu liefern. Alle Anwesenden waren sehr befriedigt über die lebhafte und interessante Discussion, die sich in Folge des Vortrags entspann und man erkannte allgemein wie segensreich es sei, wenn solche Versammlungen regelmäßig gehalten und die gegenseitigen Erfahrungen mitgetheilt würden. Als nächster Versamm⸗ lungsort wurde Lindheim bestimmt und hofft man dorten auf recht zahlreiche Betheiligung. Frankfurt. Bei dem am verflossenen Samstag statt⸗ gehabten Gewitter gingen drei Arbeiter über die Wiesen nach Praunheim, als sie plötzlich mit großer Gewalt zu Boden geschleudert wurden; der eine konnte sich alsbald wieder aufraffen, der zweite und dritte waren einige Mo⸗ mente betäubt, doch erholten sie sich wieder; dem Einen lief das Blut zum Mund heraus, dem Andern waren die Extremitälen gefühllos und mußte nach Haufe transportirt werden. Darmstadt. Seit Februar sind hier im Ganzen 90 Erkrankungen an Blattern vorgekommen, wovon 3 einen lödilichen Ausgang nahmen. Gegenwärtig befinden sich noch 14 Blatternkcanke, welche indeß sämmtlich auf dem Weg der Herstellung begriffen sind, in ärztlicher Behand— lung. Das Militär und die Gensdarmen sind revaccinirt worden. Darmstadt. Am 4. d. Nachmittags um 5 Uhr wurde auf dem hiesigen Friedhof am Grabe des im vorigen Monat an der Blatternkrankheit verstorbenen und aus sanitätlichen Rücksichten Morgens in der Frühe in aller Stille beerdigten Großherzoglichen Hauptmanns Pfaff die militärische Nachscier durch dreimalige Militärsalden und Trauermusik begangen. Vom Taunus. Das Feldbergsest war von dem Welter nicht begünstigt. Es regnete auf dem Berge fast unausgesetzt. Troßdem waren die Turnvereine von Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Hanau, Usingen und vielen andern kleinen Orten zahlreich erschienen. Zu dem Preisturnen batten sich 150 Mann ange— meldet, aber nur etwa 100 waren am Platz. Sturm und Regen erschwerten den Wellkampf unausgesetzt. Die kräftige Schsar hielt troßdem wacker aus. . ͤ——...—— 3 V—— ————————— . — Vom Rhein. Die Traubenblüthe ist allgemein nach Wunsch ausgefallen und berechtigt der Weinstock bis jetzt zu recht erfreulichem Resultat in qualitativer Hinsicht. Besonders verspricht die Rieslingrebe vorzugsweise den besten Herbst; denn sie hat die meisten Gescheine und steht im üppigsten Holze da. Dagegen trugen sämmtliche Bur⸗ gunderreben sehr wenige Gescheine; auch Ruland gibt es wenig, und Oesterreicher wie Kleinberger Stöcke stehen den Rieslingen nach. Aus Wien melden die dortigen Blätter einen zweiten Betrugsfall mit einem gefälschten Treffer, der darauf hin⸗ deutet, daß der großartige Betrug der am 23. Juni in der Handelsbank verübt wurde, auf eine verzweigte große Gaunerbande zurückzuführen sei. Schon vier Tage zuvor war ein anderes Bankhaus auf gleiche Weise betrogen worden. Am 19. Juni erschien ein anständig gekleideter Mann, der fich Idseph Richter nannte und Goldhändler in Wiener⸗Neustadt zu sein vorgab, gegen /12 Uhr Mit⸗ tags in der Wechselstube des Bernhard Pechkranz und übergab ein Loos der herzoglich braunschweig⸗lüneburgischen Lotterie⸗Anleihe vom 1. März 1869 zur Escomptirung. Dieses Loos war in der Serienziehung vom 2. Februar und in der Nummernziehung vom 31. März d. J. mit einem Gewinne von 6000 Thalern gezogen worden. In der Wechselstube wurde das Loos mit 10,440 fl. anstands⸗ los escomptirt. Der angebliche Gewinner kaufte um das Geld sofort Werthpapiere und entfernte sich hierauf. Der Plan der Gauner ist nun insoferne blosgelegt, als ersichtlich ist, wie sie zuerst mit einem Loose, auf das ein kleinerer Treffer gefälscht war, den Betrug versuchten, und als dieser das ersie Mal glückte, vier Tage später mit dem Haupttreffer die Handelsbank beschwindelten. Wien. Der verschwindelte Haupttreffer bildet in Wien augenblicklich das Haupttagesgespräch. Man zweifelt sehr, daß es möglch sein wird des Betrügers habhaft zu werden. Ueber die Ausführung des Betruges entnehmen wit Wiener Blättern noch folgende Details; als der an⸗ gebliche Scholz in der Wechselstube der Handelsbank das Braunschweiger Loos zur Escomptirung überreichte, sendete man es, um die Aechkheit desselben zu constatiren, an den Vertreter der Darmstädter Bank, das Haus Dutschka, mit der Frage, ob es escomptirt werden könnte. Bei Dutschka Uu. Co. wurde das Loos genau geprüft und die Antwort ertheilt, daß der Ausbezahlung des Treffers nichts im Wege stehe. Während der Zeit, die das Hin- und Her⸗ senden des Looses und die Prüfung desselben in Anspruch nahm, blieb der angebliche Scholz ruhig in der Sothen“'⸗ schen Wechselstube. Das Loos hatte 80,000 Thaler ge⸗ wonnen, was zum Course dom 23. Juni gerechnet 141,600 fl. 8. W. macht. Nach Abzug des Escomples mit 3907 fl. 40 kr. wurden ihm 138,692 fl. 60 kr. aus⸗ bezahlt. In der Wechselstube machte man ihm die Be⸗ merkung, was er mit einer so großen Summe Baargeldes thun wolle, er möge doch einen Theil seines Vermögens in sicheren Papieren anlegen. Darauf ging der angebliche Scholz offenbar um jeden Argwohn zu euffernen ein und kaufte in derselben Wechselstube um circa 100,000 Gulden Papiere, so daß also mit ihm ein doppeltes Geschäft ge⸗ macht wurde. Gleich darauf aber verkaufte er dieselben Papiere, wie die spätere Untersuchunz herausstellte, in der Wechselstube der Escomptebank(Schnapper). Von da ab ist seine Spur verschwunden. Mittlerweile übersendete die Wechselstube das Loos mit dem Haupttreffer dem Hause Dutschka zur Zahlung. Dieses avisirte die Darm⸗ stäbter Bank, von dort aber kam die Nachricht, daß der⸗ selbe Haupttteffer bereits ausbezahlt sei, daß also das in Wien präsentirte Loos falsch sein müsse Sofort wurde dieses nach Darmstadt geschickt, dort genau untersucht, und nun stellte es sich nach Anwendung der Loupe heraus, daß die Loosnummer durch eine äußerst künstliche Radirung der Ziffern gefälscht worden war, während die Serien- Nummee sich als die richtige erwies. Nach einer andern Version ist die Serienzahl gefälscht und die Loosnummer richtig. Von einer dritten Seite wird behauptet, daß die Fälschung keineswegs durch Radiren begangen worden sei, sondern es soll eine förmliche Nachahmung des ganzen Losses vorliegen, die so täuschend ist, daß es von einem ächten Stücke fast gar nicht zu unterscheiden ist. . Pflanzenesser. „Der Mensch ist doch ein wahres Raubthier!“ Wenn wir mit diesem oft gehörten Ausspruch be⸗ ginnen, so brauchst Du, lieber Leser, der Du vielleicht gerade damit beschäftigt bist, die Fleisch⸗ reste Deinet Mahlzeit aus den Zähnen zu stochern, Dich darob nicht zu entrüsten. Es soll damit kein Attentat auf Deine Menschenwürde begangen werden; im Gegentheil, wir verwahren uns vorerst selbst gegen die nächstliegenden Consequenzen des- selben. Indessen kann nicht geläugnet werden, uns Alle beschleicht ein Gefühl ähnlich dem, welches obigem Ausspruch zu Grunde liegt, wenn wir une etwas genauer nach unserer Exnährungsweise um⸗ sehen. Freilich, wenn der Metzger mit tadellos weißer Schürze so säuberlich und fein das schön gemachte Stück Fleisch auf netter Bolle in die Küche bringt, so finden wir darin nichts Anstößiges. Ohne viel Rumor wird von ihm das Vieh ein⸗ und abgethan, alle das zärtere Gefühl etwa ver⸗ letzende Manipulationen werden dem öffentlichen Blick möglichst entzogen, es ist in dem ganzen Vorgang, der Oeffenklichkeit gegenüber, Ordnung und Methode, es geschieht Alles so zu sagen mit Anstand. Anders schon gestaltet sich die Sache, wenn uns etwa ein statistischer Bericht über den jähr⸗ lichen Fleischverbrauch einer großen Stadt in die Hände fällt. Millionen Ochsen, Kälber, Schafe, Geflügel ꝛc. starren uns da entgegen, und diese Zahlen reden doch eine eigenthümliche Sprache. Trotz der gänzlich objektiven Betrachtung der vor ⸗ liegenden Thalsache, die gemeiniglich auf Schluß⸗ folgerungen hinsichtlich des Wohlstandes und der Bedeutung der betreff. Stadt hinausläuft, fällt es uns ein wenig schwer auf's Herz:„Der Mensch ist doch ein arges Raubthier.“ Geradezu bedenk⸗ lich aber können wir werden, wenn unser Gefühl unmittelbar veranlaßt wird, sich geltend zu machen; wenn wir z. B. eine Köchin überraschen, wie sie unter dem Geflügel ärger wüthet, als der blut⸗ gierige Marder, oder wenn wir es über uns ge⸗ winnen, ein großstädtisches Schlachthaus zu be⸗ suchen, und da das Hinmorden im Großen, das Todesröcheln ganzer Heerden sehen. Fallen wir auch nicht in Ohnmacht, so können wir, falls unser Gefühl nicht durch Gewohnheit abgestumpft ist, doch ernstlich verstimmt darüber werden, Klein⸗ laut entfernen wir uns, indem wir uns, so gut es eben gehen will, mit dem Gedanken trösten: Das ist einmal so! Wohl! Wir selbst wissen, wie bereits angedeutet, recht gut die Gründe zu würdigen, die uns diesen Trostgedanken an die Hand geben; interessant ist es abet immerhin zu wissen, daß es Leute gibt, die sich des Fleisch⸗ genusses enthalten. Wir meinen damit nicht Diejenigen, deren Verhältnisse es leider mit sich bringen, daß in ihre Küche nur höchst selten ein Pfündchen Fleisch sich verirrt. Man könnte sie die unfreiwilligen Pflanzenesser nennen. Auch die indischen Braminen, die keine Thiere tödten und kein Fleisch essen, aus Furcht, sie möchten in eine unliebsame Begegnung mit ihrem Gotte Wischnu gerathen, der von Zeit zu Zeit sich in ein Thier verkörpert, sollen hier nicht berührt werden. Das indische Volksleben liegt uns zu fern, und allzu fern liegende Beispiele sird keine Beispiele mehr. Nein, inmitten unserer modernen abendländi⸗ schen Kultur gibt es Pflanzenesser, Vegetarianer, wie sie sich mit dem fremden Worte nennen, d. h. Menschen, die absolut kein Fleisch essen und sich nur von Pflanzenkost nähren. In Nordamerika sind dieselben so zahlreich, daß es in den größeren Städten sogar Gasthäuser gibt, deren Küche nur ausschließlich Pflanzenkost bereitet und verabreicht, und„Vereine für naturgemäße Lebensweise“ exi⸗ stiren bereits in verschiedenen Städten Deutschlands. Der erste Apostel des Pflanzenesserthums in Deutschland war der bekannte badische Agitator Gustav Struve, der nach 1848 lange Jahre in Amerika zubrachte, wo er in dem Bürgerkrieg der vereinigten Staaten eine hervorragende Rolle spielte, und jetzt in Wien lebt. Im Jahre 1832 geschah es, daß die Lektüre eines Citats aus Plutarch in Rousseau's Emil einen so tiefen Ein⸗ druck auf ihn machte, daß er den Fleischgenuß als abscheulich fortan unterließ, so eindringlich seine Freunde ihn auch warnten, die schlimme Folgen für seine Gesundheit davon befürchteten. Seine literarische und private Wirksamkeit zu Gunsten seiner neuen Lebensweise blieb aber ohne allen Erfolg, bis er nach 13 Jahren den ersten Be⸗ kehrten gewann in— seiner jungen Gattin, die ihm eine treue Gefährtin auch in dieser Lebens- weise geblieben. Beide haben sich bei derselben stets wohl befunden; Struve konnte selbst die ärgsten Kriegsstrapatzen ertragen so gut wie irgend ein tüchtiger Fleischesser. Seit 1866 hat die Sache der„Vegetaxrianer“ in Deutschland einen eifrigen Verfechter in dem auch als Schriftsteller bekannten Prediger der freien Gemeinde in Norbhausen, Dr. Baltzer, ge⸗ funden, durch dessen Rührigkeit Einheit und Zu⸗ sammenhang in ihre Bestrebungen gekommen ist. Sie sind der Ueberzeugung, Fleischnahrung sei der Menschennatur zuwider und schädlich, ebenso alle Spirituosen und nervenreizende Genußmittel, wie Kaffee, Thee, Tabak; auch Milch, Butter, Käse und Eier werden von den eifrigsten Vege⸗ tarianern mit dem Bann belegt. Eine Bestätigung ihrer Lehre wollen sie sowohl in dem analomisch en Bau des Menschenkörpers, als auch in der Ge⸗ schichte finden. 5 4 Die Form der Zähne und die Beschaffenheit des Verdauungsapparates zeige, daß der Mensch weder auf Fleisch, noch auf Gras, wohl aber auf Frucht, Obst, Getreide ꝛc. als seine Nahrung an- gewiesen sei. Diesem Naturgesetz seien die Griechen und Römer bis zur Zeit ihrer höchsten Blüthe, sowie auch die meisten asiatischen Völker ziemlich treu geblieben, und sie hätten sich wohl dabei befunden. Auch in unserm Volksleben würde ein Heer von Krankheiten und Gebrechen, an denen das jetzige Geschlecht stiecht, schwinden oder bedeutend gemildert werden, wenn man von einer Lebensweise ablasse, die überdies der stttlichen Natur des Menschen, der Religion und Philosophie gleichmäßig wider⸗ strebe, da diese den Mord auch der Thiere ver⸗ böten. Daß auch der Genuß von Milch und Eiern von den eifrigsten Aposteln der„naturgemäßen Lebensweise“ Verurtheilung findet, geschieht wohl nur der Consequenz wegen, während diese Con⸗ sequenz gerade die schwächste Seite ihrer Gründe aufdeckt. Ist doch der Mensch mit dem Tag seiner Geburt auf Milch angewiesen! Ebenso ist nicht abzusehen, wie nach ihrem Vorgeben auch die heutige national⸗ökonomische Völkerentwickelung, die außerordentliche Zunahme der Bevölkerung zur ausschließlichen Pflanzenkost hindrängen soll. Von anderer Seite wird aus denselben Gründen wohl mit mehr Recht der Genuß des Pferde⸗ fleisches zu verallgemeinern gesucht. Doch der Zweck dieser Zeilen ist nicht, kritisch zu beleuchten, sondern nur zu reftriren. That⸗ sache ist, das Pflanzenesserthum ist aus dem Stadium der Vereinzeltheit herausgetreten; als Extravaganz einzelner Schwärmer kann es nicht abgethan werden; es ist zur kulturgeschichtlichen Erscheinung geworden, deren Bedeutung selbst Virchow, obgleich Gegner, in seinen öffentlichen Vorträgen anerkannt hat. Die Vegetarianer erachten es als Pflicht, die Erfahrungen über den Einfluß des ausschließlichen Pflanzengenusses auf sittliches und körperliches Wohlbefinden gewissenhaft festzustellen und zu sammeln, um sie als ebenso viel Beweismittel für die Naturgemäßheit ihrer Lebensweise verwenden zu können, und sind von warmem Bekehrungseifer beseelt. Sie wenden sich dabei namentlich an das Gefühl. Um nur Eins anzuführen: wie abscheulich und des Men⸗ schen unwürdig, sagen sie, ist es, wenn ihr eure Thiere, nachdem sie Jahre lang euch treu gedient, euren Pflug gezogen und eure schwersten Arbeiten ver⸗ richtet haben, schließlich als Dank dafür hinmordet und sie mit Stumpf und Stiel aufzehrt! Und das könnt ihr thun, ohne etwas dabei zu denken! Erschreckt ihr nicht vor euch selbst?— Die deutschen„Vegetarianer“ haben am 9. Juni d. J. in Berlin unter Baltzers Vorsitz ihre 2. Jahres⸗ versammlung abgehalten. Bei dem Festmahl fehlten Fleischspeisen und Spirituosen; gleichwohl soll man herzlich vergnügt dabei gewesen sein. Unsere Zweckesser gewöhnlichen Schlages würden sich schlecht dabei amüsiit haben. ür die von ihrem Manne verlassene Frau ist ferner eingegangen: Bei J. Cronenberg: Von L. Rodaug 30 kr., Frau Hofg.⸗Adv. Suppes 30 kr. und einige Kleider, Frau C. C. Weis Wwe. 30 ke., Dr. Born 35 kr., Ad. Heß 18 kr., Königl. Pr. Offizier⸗Corps in Homburg v. d. H. durch Herrn Hauptmann v. Versen 15 Bei G. Philippi: Ungenannt 12 ke., D. Kümmich 36 kr., Ungenannt 6 kr., Ungenannt 6 kr., E. Grödel 30 kr., Ungenannt 3 kr., J. Walz 30 kr. Bei J. Engel: Von M. Friedberger 18 kr., Ludw. Engel 30 ke. Bei Friedr. Reuß: Gesammelt im Gesangverein Frohsinn 2 fl. 18 kr. Alle Diejenigen, welche dieser Frau, in ihrer sehr be⸗ drängten Lage, noch eine Unterstützung zugedacht haben, werden gebeten, ihre Gaben bis zum nächsten Samstag einzusenden, da ihre Abreise bis dahin bestimmt ist und wir deßhalb unsere Sammlung schließen müssen. Be (664 Bei Lumrfestes Besucher des Rüchahrt in II. Classe zu Billels I. C Gültigkeit h ermächtigen Am 10. Exligug vt Gießen 1 Daseigerun dom 12. d tiedberg in Abfuhtter orgens 7 auch das ne 29. Natz d. T bußbohh bei gisahren wer Ober. R 1 91 241080 5 147 Zusannt — S G E dae den dai, n der qr. a r Nenst abe auf 1 an. n richten 8 eee 1840 Montag den 18. b. W., Vormittags 10 uhr, wird der Bedarf von 1580 Centner Steinkoblen und 4* 8 Stecken Kiesern⸗Scheitholz für die Garnison Butzbach im Bürcau der unterzeichneten Berwaltung auf dem Soumissionswege in Fieferung vergeben. 85 1 Die Lieferungsbedingungen liegen jetzt schon zur 1 1 2 Soumisston anzugeben, daß er Kenntniß von den Be dingungen genommen hat. Butzbach den 4. Juli 1870. Großherzogliche Garnison- Verwaltung Butzbach. en Ulüthe, ler pensich dohl dabti n Ster von des jetzige d dwwildert tise ablase, Mensch, 15 vidtr⸗ iert ver⸗ Nilch und krrgemäßen Wiehl wobl diest Con · er Gründt dem Tag Ebenso if geben auch awiclung, 277 Bekanntmachung. 7 7 5 Nee 8 N 2 mD 1864 Die in unserer Bekanntmachung vom 14. v. M für jeden Sonnadend angekündigte Beförderung eines Extrazuges von Frankfurt a. M. nach Cassel unter⸗ dleibt von jetzt ab. Cassel om 4. Juli 1870. „ lKönigliche Direction der Main⸗Wefer Bahn 0 Ober he ssische Eisenbahn ⸗Gesellschaft. —— re Scroll———— augen sol Bekanntmachung. 5 ena 9 1854 Bei Gelegenheit des zu Lich stattfindenden e Pferde- 5 Turnerfestes am 10. und 11. Juli d. J tritt für die Besucher des Festes eine Ermäßigung für Pin⸗ und 107, kit Rückfahrt in der Art ein, daß an diesen Tagen Billets n H. Classe zur Hin⸗ und Rückfahrt in III. Classe und 1a. Thu: Billete I. Classe zur Din ⸗ und Rückfahrt in II. Classe aus den Gültigkeit haben. Die in dieser Art gelösten Billets uten: at ermächtigen auch noch zur Rückfahrt am 12. Jult. 2 5 Am 10. Juli, Abends 11 Uhr, wird außerdem ein 1 8 ic Extrazug von Lich nach Gleßen abgelassen werden. scichichen. Sießen den 5. Juli 1870. 12g selbt Der Verwaltungsrath. aui, Bekanntmachung. 1855 Die am 4. d. M. im Domantalwald Wester⸗ pflicht,* seld'scher Wald, Schlag Nr. X., abgehaltene Holz⸗ clichlichn z Versteigerung ift genehmigt und lönnen die Abfubrscheine rptrlicn e vom 12. d. M. an bei Großherzoglichem Rentamt ut 1 Friedberg in Empfang genommen werden. 1„ Abfuhrtermin bis zum 23. Juli jeden Tag von neut n Morgens 7 bis Mittags 12 Uhr, während welcher Zeit wenden auch das noch aus der Verfieigerung Nr. III. vom laifet besell. J 23. März d. J. im Schlag lagernde Baus, Werk⸗ und Senübl. l Nutzholz, bei Meidung forfsgerichtlicher Bestrafung, ab Vesu gefahren werden muß. i des Na! Ober⸗ Rosbach am 5. Juli 1870. au iht enn Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Rosbach run gebitu, Jochem, Verwalter iber bHolz- Versteigerung. amel 1836 Montag den 11. d. I., von Morgens ½9 Ubr det das an, werden in dem zunächst den Schießmauern gelegenen deulen. Schlag Nr. II. des Domanlalwaldes Burgwald 1 Dit versteigert: a „ Stecken Eichenschäl⸗ Scheitholz, 1b. ie ee, rügelbols. d, 24ʃ50 Elchenschl⸗ Wellen, chu 147 Läste Allerletholz. N 120 1 fl Zusammenkunft und Anfang bei Holznummer 235. ell Dber⸗Rosbach am 5. Juli 1870. . ae Großherzogliche Obersörsterei Ober⸗Rosbach b schl“ o chem, Verwalter. N 7 — Holzversteigerung. 1 fl. 1858 Die am 5. Jult l. J. in dem Frh. v. Ritter'schen ö f Walde zu Hof⸗Hasselheck abgebaltene Polzversteigerung i gegebmigt und der erste Fahrtag auf Samstag den J k.. n. J. M. fefigesetzt worden. Die Abfuhrscheine können „ beon da an an folgenden Zabltagen: Dlensiag, Donnerstag * ie id Samfsag bet dem Unterzeichneten in Empfang ge⸗ adio mmen werden. 5 1 Friedberg den 6. Juli 1870. eint In Auftrag 1 e zer ßih. v. Ritter'schen Gutsverwaltung zu Rüdesheim Pei dt. 1 Bekanntmachung. 4357 Nächsten Freitag den 8. d. M., Nachmittags 15 Uhr, wird auf hlefigem Rathhause ein zur Zucht noch „ uuuglicher gemeinbeitlicher Faselochse versteigert. n RNieder⸗Wöllsadt den 6. Juli 1870. 1 1 Großherzogliche Burgermelsteret Nieder⸗Wöllfladt en Stoll. Einsicht dahier offen.— Jeder Soumittent hat in seiner 3 e Sraunkohlen-Perkauf. 1786 Für die gegen Credit zu beziehenden Braunkoblen beginnt auf dem Großberzoglichen Dor heimer Bergwerke mit dem 1. Jult d. J. eine neue Creditperlode laufend bis Ende Sw 25 2 40 etner Zahlungsfrist bis Ende Dezember 1870. Die Preise bleiben wie seither. N Die Fuhrleute wollen die Gegenscheine, welche ihnen bei Abgabe des Bürgscheins eingehändigt werden, bei jedem Kohlenbezuge mitbringen, damit die einzelnen Bezüge in dem Gegenschein notirt werden können. Bei ahlung der Crediisumme an Großherzogliche Bergkasse zu Friedberg ift glei. scheine arforderlie herzoglich gkasse zu 8 g ift gleichfalls die Vorzeigung des Gegen Dorhelmer Bergwerk den 27. Junk 1870. Groß berzogliches Bergamt Dorheim Tecklenburg. Erklärung. 1862 Herr Friedrich Roßbach hat in seiner Eigenschaft als Vorsteher der hiesigen Turner⸗ feuerwehr im Jahre 1868 eine Aufforderung zu freiwilligen Beiträgen für letztere erlassen und wurden in Folge derselben ven Mitgliedern der Feuerwehr bei den hiesigen Ein⸗ wohnern Beiträge im Betrage von 200 fl. gesammelt. Herr Roßbach deponirte unter Zu⸗ stimmung der übrigen Mitglieder des Vorstandes die genannte Summe im hiesigen Vorschuß⸗ und Creditverein und zwar ausdrücklich auf den Namen der hiesigen Turnerfeuer⸗ wehr. Herr Roßbach legte Anfangs 1870 sein Amt als Vorsteher der Turnerfeuerwehr nieder, es wurde an seiner Stelle Herr Georg Falck gewählt und öffentlich bekannt gemacht, daß dieser allein fortan für die freiwillige Turnerfeuerwehr Rechtsgeschäfte abschließen und gültig quittiren konne. Trotz wiederholter Mahnung legte Herr Roßbach weder specielle Rechnung ab, noch gab er die der Turnerfeuerwehr gehörigen Papiere, sowie das Einlagebuch beim Vor⸗ schußverein heraus, deponirte vielmehr dasselbe bei Herrn E. Ruths. Der Verwaltungsrath forderte nunmehr an letzteren die Herausgabe des Eigenthums der Turnerfeuerwehr, worauf Herr Roßbach die Papiere von Herrn Ruths sich zurückgeben ließ und sich unterfing, den Betrag von 204 fl. im Vorschußverein zu erheben. Obwohl es kein Zweifel sein kann, daß Herr Roßbach von dem Tage an, wo er sein Amt bei der Turnerfeuerwehr niederlegte, nicht das mindeste Recht mehr hatte, über das Eigenthum derselben zu verfügen, so hat er deunoch keinen Anstand genommen, unter Verschweigung des wirklichen Sachverhaltes, die Geber der freiwilligen Beiträge aufzufordern ihm zu gestatten, das zu Zwecken der Turnerfeuerwehr gesammelte Geld der Stadt zu überweisen. Selbstverständlich ist diese Aufforderung des Herrn Roßbach null und nichtig und hat Niemand ein Recht, über ein bereits zu einem bestimmten Zweck gegebenes Geschenk zum zweitenmal zu verfügen. Die genannte Summe muß zur Zahlung für neue, durch die Ausdehnung der Turner⸗ feuerwehr nöthig gewordene Ausrüstungsgegenstände schon jetzt theilweise in Anspruch genommen werden und wird, wie seiner Zeit hervorgehoben, dieselbe also einzig und allein im Interesse hiesiger Stadt und im Sinne der Geber ihre Verwendung finden. Wir glaubten diese Thatsachen veröffentlichen zu müssen, damit Jedermann in der Lage ist, sich über den wirklichen Sachverhalt, sowie über das Verhalten des Hrn. Fr. Roßbach ein Urtheil zu bilden. Wir haben kaum nöthig zu bemerken, daß wir unser Eigenthumsrecht voll⸗ kommen aufrecht erhalten und wenn erforderlich, gegen Herrn Roßbach auf gerichtlichem Wege geltend machen werden. Die freiwillige Turnerfeuerwehr glaubt bei allen in den letzten Jahren stattgehabten Bränden ihre Schuldigkeit gethan zu haben und daher auf das Wohlwollen der hiesigen Bürger Anspruch erheben zu dürfen. Versuche, sie durch Gehässigkeiten und Intriguen zu schädigen, werden daher bei unseren Mitbürgern sicher keinen Anklang finden und wird die— selbe, unbeirrt durch die in letzter Zeit von gewisser Seite gegen sie angeschürten Feindselig— keiten, ihre vollkommen uneigennützige Thätigkeit für das Wohl der Stadt und aller ihrer Bürger auch für die Folge fortsetzen. Für den Verwaltungsrath der freiwilligen Turnerfeuerwehr Georg Falck. Zum Beweis, daß die gesammelten Beiträge nur für die Turnerfeuerwehr bestimmt waren, bringen wir den 1868 erlassenen Aufruf des Herrn Roßbach nachfolgend zum Abdruck: Aufruf an die Bewohner Friedbergs. Es hat sich bei dem letzten Brandunglücke herausgestellt, daß der hiesigen freiwilligen Turnerfeuerwehr noch Mancherlei fehlt, um bei einem Brande wirksame Thätigkeit entfalten zu können. Vertrauend auf die Opferwilligkeit der hiesigen Einwohner ersuchen wir den von uns abgesandten, unser Butgesuch colportirenden Feuerwehrmännern Beiträge zu spenden, um unster lückenhaften Ausrüstung theilweise aufzuhelfen. Indem wir Ihnen die Versicherung geben, die gespendeten Gelder auf das Vortheilhafteste und nur zum Besten der Stadt an⸗ legen zu wollen, sehen wir einer dem Werthe der Sache entsprechenden Betheiligung Seitens der hiesigen Bewohner vertrauensvoll entgegen. Die freiwillige Turnerfeuerwehr, Fr. Roßbach. Arbeits-Versteigerung. 1845 Samstag den 9. d. M., Nachmittags um 3 Uhr, soll in der Stein'schen Wirthschaft zu Beien beim das Brechen, Anfahren und Kleinschlagen von 2 Cubik⸗ Klafter Unterhaltungssteinen an den Wenigfinehmenden veraccordirt werden. 8 Beienheim am 2. Juli 1870. 5 Großherzogliche Bürgermeisteret Beienheim Muth. Arbeits-Versteigerung. 1867 Künftigen Freitag den 8. d. M., Nachmittags 1½ Uhr, wird das Auswerfen von Gräben, zusammen zu 83 fl. veranschlagt, auf hiesigem Rathhause ver— accordirt, ö Nleder-Wöllstadt den 6. Juli 1870. Großherzogliche Wag Nleder⸗Wöllstadt 0 1 Ein Athüriger Aleiderschrank, 1849 sebr gut erhalten ist billig zu verkaufen. Nabe bel Schreinermelster Leierzapf⸗ Arbeits-Versteigerung. 1866 Künftigen Freitag den 8. d. M., Nachmittags 1 Ubr, wird die bei dem Abbrechen und Wiederaufbau eines Leiterhauses vorkommende Dachdecker⸗, Zimmer⸗ und Maurerarbeit, zusammen zu 20 fl. 10 kr. ver⸗ anschlagt, auf biesigem Rathhause veraccordirt. Nieder⸗Wöllstadt den 6. Juli 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Wöͤllstadt Stoll.. Makulatur-Verkauf akulatur- Verkauf. 1863 Von den Herren Bindernagel& Schimpff babe ich eine größere Partbie alte Intelligenzblätter, Zeitungen, sowie Journale aus dem Lesezirkel(meistens complete Jahrgänge) übernommen, die ich billig wieder abgebe. N. Hirschhoen. Ein kräftiger Zunge 1835 kann mit oder ohne Lehrgeld sn die Lehre treten bel Friedrich Ritzel, Hufschmied. 1804 halt sein dießjähriges Gesangfest am findet der Festzug um 2 Uhr statt, nach dem Tage ist von 2 Uhr an Instrumentalconcert, hess. Infanterie⸗Regiments. Rockenberg den 26. Juni 1870. Alle Freunde des Gesanges und der 1 5— 3 Der Wetterauer Land⸗ Sängerbund 10. und 11. Juli hier ab. Am ersten Tage Zuge folgen die Gesangesvorträge. Am zweiten ausgeführt von einer Abtheilung des 2. großh. Musik ladet freundlichst ein Das Festeomité. Turner feuerwehr. präels 8 Uhr in Untform auf dem Turnplaß. e. Fal ck. Turnverein. 1860 Frettag den 8. d. N lung, zu der insbesondere diesenigen Turner sich ein · Sänger sest zu dienung wird bestens gesorgt sein. Rockenberg den 4. Juli 1870. Nockenberg. 1852 Bei dem am nächsten Sonntag und Montag stattfindenden Sängerfeste empfehle ich meine Wirthschaft auf dem Festplatz den geehrten Besuchern. Für prompte und G. Krämer, finden wollen, welche das Turnfest in Lich besuchen werden. 4 2 J 1859 In C. Scriba's Buchhandlung in Friedberg ist soeben erschienen: a 1 Datterich, Localposse in der Mundart der Darmstädter. Vierte Auflage. Preis 36 kr. Schon das Erscheinen dieser 4. Auflage liefert den Be gute Be⸗ Gastwirth zu map e iß 3. Roß. Ii weis von der unvergänglichen Lebenskraft des Datterich; Doblogischer Gatten in Frankfurt g. Kl. 1847 Sonntag den 10 Juli, Vormittags von 6 Uhr bis Abends, ist der Eintrittspreis auf 12 Kreuzer per Person ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr Concert vom ganzen Musik⸗ Corps des Königl. Preuß Infanterie⸗ Der Verwaltungsrath. Regiments Nr. 82. dieses kößlichen, von Pumor strotzenden Büchleins, das in seiner Art classich genanns werden darf und dessen aus dem Leben gegtriffenen Scenen nicht nur in Darm? sad, sondern überall wo noch Sinn für heitere Launt sich erhalten hat, mit Vergnügen gelesen und wieder gelesen werden. Die neut Auflage hat, trotz freund⸗ licherer Ausflattung den seitherigen Preis beibehalten. Annonce. 1850 Alle geschäftlichen Aufträge für A e er Bekanntmachung. 1895 Bei Gelegenheit des am 10. und 11. Juli für die Besucher dieses Festes auf beiden Linien des Fahrgeldes in der Weise ein, daß die Billete I. Classe classe und die Billete II. Classe zur Hin und Rückfahrt in III. Wagenclasse berechtigen. d. J. dahier stattfindenden Turnfestes tritt der Oberhessischen Bahnen eine Exmäßigung zur Hin, und Rückfahrt in II. Wagen⸗ Auch kann die Rückfahrt noch am 12. Juli cr. auf diese Billete stattfinden. NB. Auch geht ein Extrazug Sonntag den 10. Juli, Gießen ab. Lich den 5. Juli 1870. Nachts 11 Uhr, von Das Fest: Comité. Art sie auch selen, bitte ich dei Herrn Hof ⸗Schl Rumpf, nächst der Stadikirche, abzugeben. H. Engel, Büchsenmacher in Gießen. Zur Fabrikation 1851 eines solsden Artikels werden im Umkreis von lichkeiten für circa 50 Arbeiter gesucht. Billige und vorhandene Arbeitskräfte ist Hauptsache. Vermittlet werden anständig honorirt. Schriftliche Anerbietungen sub F. 231 befördert die e von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M.* hier nach Epileptische Krämpfe(Fallsucht) HKillisch in Berlin, hellt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doctor 0. 6 jetzt: Louisenstraße 45.— Beretts über Hundert geheilt. Frucht preise. Per Malter. 2 Friedberg, 6. Juli. Waizen 13 fl. 40 kr.; Kor 10 fl.— kr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 6 fl. 10 kr. 1853 Sonntag den 3. d. M. hat sich mein Huͤhnerhund, männlichen Geschlechts, von brau⸗ ner Farbe Ane Abzeichen, auf den Namen Nammas hörend, von dem hiesigen Selzer⸗ brunnen aus verlaufen. Wer mir denselben Futtermehl, 1848 sowie Roggenkleie billigst bei Jacob Stern, nächs der Burg. Frankfurt, 4. Juli. Waizen 14 fl. 20 kr. Kot! 10 fl. 45 kr.; Gerste— fl.— kr;— Hafer 10 fl. 15 kr. Grünberg, 2. Juli. Waizen 14 fl. 2 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— — kr.; Saamen 19 fl. 50 kr.; Kartoffeln 5 fl. 44 ke Mainz, 1. Juli. Waizen 13 fl. 56 Ur.; Korn zurückbringt, erhält: eine angemessene gute Belohnung. Gleichzeitig wird vor dessen An⸗ kauf gewarnt. Groß⸗Karben am 5. Juli 1870. G. Fauerbach. Ein möblirtes Zimmer, 1797 auf die Straße gehend, hat zu vermietben Adam Engel, Breitestraße Nr. 28. Kartoffeln 6 fl. 30 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund 22—24 fl. 7 2 Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 4 Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. 7 2 Den Au-& Detkauf von Staatspapieren Provi besorgt gegen billige F. Hirschhorn in Krrdberg sion 1861 Ausrüden sämmilicher Mannschaften beute Abend M. Generalversamm⸗ nicht über 10 Stunden von Frankfurt a. M. Rãum⸗ Kor 10 fl. 16 kr.; Gerste 8 fl. 20 kr.; Hafer 6 fl. 20 ke. 9 fl. 4 kr.; Gersse 8 fl. 25 kr.; Hafer 6 fl. 49 kr. — erhält di — estiffenr Das betreffend, ahent Decl davon ausg fein soll 1 willigen haltnisse zu betreffenden 1 Mit werden die Hungen hi. ihnen in je 1 Betreffend Nach wirthschaftl Landwirthse hessische la zahl von Commissio, Lundwirthe L“ Wir Bemerken sich bei d anfaufen — Hessen blätter“ sch an der Ein, in den nord i den bien sazoghuns suchs für Provinzen S u zweifeln derbst oder kttenden S von Staatspapieren, 5 80 8 33 An- und Verkauf Coupons etc. besorgt billigst J. 4. Nauheim 27 Friedber 0 bollage 1 5 6 Frankfurter Börse.(Nach dem Syndicats-Coursblatt.) 5. Jul 1870. bmg 10 2— 85 ame Staatspapler e. Vollbz. Aetien, Priorit. Tong,— 0 Preussen 4 ½% Obligationen 33/8 P Baden 4 ½% Obligat. 3 105. 30% Frankfurter Bank fl. 500 129% F. ½ G. a scheint U 5 4⁰ do. 83% G 5 70 do. 88½ P. 88 G. 4% Darmstädter Bank à fl. 250 327 F. 326 6. bor d— Fraxkfurt 3½0% Obligationen 81 b. Gr. Hessen 4% Obligationen 92% G. 30% Oesterr. Nat.-Bank-Actien 706 705 b. u. G. i as 8 5 3% do. 72 P. 5 3½%/ do. 88 P. 50, Oesterr. Cred.-A. Oest. W. ½ 200 ½ 61 60 ½ 60 1 le sich bisl Nassau 4½0% Obligationen 92½ b. Oesterreich 50% Einh. Staatsch. 1. S. 58½½ P. ½ G. 4½0% Bayer. Ostbahn à fl. 200[127½ P. egen hat; 5 40% do. 85 G. ö„ 5%—„ 1. P. 50% b. 4½% Hess. Ludw.-Pr. Obl. i. fl. 94 G. 155 Kurhessen 40% Obligat. 3 105 83¼ P.„ 30% 0 5„ 50½ 6 50% Elisab.-B. Pr.-Obl. 1. Em. /½79½ P. Bayern 5% Obligationen 101 etw. b. u. G. Russlend 5% Obl. i. L. à fl 12 86½ P 50% Elisab.-B. Pr.-Obl. 2. Em. ½— 5 4½%, ͤ ½ jähr. 93½ P./ G. Finnland 4½0% O. i. R. à 105 85. G. 60% Oest. süd. Lom. E.-B. i. fr. 74101 ½ P. 5 4%— do. 86 P. ½% G. Schweden 4½0% Obl. Thlr. à 105 89% G 30% Oest. Süd. St. Lomb. E.-B. Pr.] 49 P. Sachsen 50% Obligat. à 105 103% P. 5 4½0% Obl. i. L. à fl. 12 885/ P. 30% Oesteri. St.-Eis. Pr.-Obl. i. fr. 60 ½ b. Würtemb. 4½0% Obligationen 92½ P. N.-Amer. 60% Bonds 18821 v. 62 96/8 ½/ G. 30% Liv. Pr.-Obl. Lit. C., D.& P/ 33 b. u. 6. 9 5 4% do. 86½ P. 7 60% Bonds 18857 v. 65 90 b. 50% Tose. Centr. E.-B. Pr.-Obl. 25 2¼/ P. 52. was I Kurhess. 40 Thlr.-Loose] 61 ½ 62 b. u. G. 0 Amsterdam k. 8. 100% ½ b. u. G. 0 Preuss. Kassensch. fl. 1 45—/ Com, Nass. 25 fl.-Loose 39 6. 2 Augsburg k. 8. 99% G.* Preuss. Friedrichsd' er 9 58¼—59½ lle 90 2 4% Bad. P.-L. Thlr. 100196, b. 2 Berlin Thlr. k. S. 105½ B. 104 ½ G. 8 Pistolen„ 9 4„. ke d S Badische 35 fl- Loose 59 P. 8 Bremen Thlr. k. S. 97½ ¼ B. 5 Doppelte„ 9 46-48 dealegenh „ Gr. Hess. 50 fl.-Loose 174 b. S Cöln Thlr. k. 8. 104% 6 7 Holl. fl. 10 Stücke„ 9 54—56 andere 0 85„„ 1 46 ¼ P. 7 Hamburg M. B. k. S. 88 ½ G Ducaten„ 5 36—38 eise 0 5 Oesterr. f. 250 v. 1839 198 ½ b. 7 Leipzig Thlr. k. 8. 104% G. 12„ al marco„ 537-39 0 N ahn!! 2„ 4% 250 v. 1854 ⅝ 73/ P.— London Lst. k. 8. 119% ½ b. 20 Franes-Stüeke„ 9 28—29 it können *„ 30% 500 v. 1860% 80% F./ G6.— München fl. k. S. 99/ 6 2 Engl. Sovereigns„ 11 54—58 ser —„ 100 fl. v. 1861 h. W. 114/ P. 3 Paris Fr. 200 k. S. 94% ½ b. D Russ. Imperlales„ 9 45—47 8 8 2„. 100 Pr.-L. v. 1858 153 G. Wien 8. W. k. S. 98½ 98 b. u. G. 0 2 5 Franes Thaler—— 1 Schwed. Thlr. 10-L. 12 FP. 11% G. 2 Bankdisconto 3½0% G. b Dollars in Gold„ 2 27½.—281 N 0 b ier Jas 34 in Prenkfurt a. M. Zeil 29. S. Lindheimer Söhne An- und Verkauf aller W Auskunft über Verlosungen, erthpapiere unter Zusicherung reeller Bedienung. Coupons- Zahlungen u. s. w. wird gerne ertheilt. 5 2