1 — — 24 — . S 2 uten rcgt f. 28 * N nei 2 n Abfob tes asgen ra 10 gen ae e e in mn ebe. 2 bergbet bean bildung. Galt„, 1 28. lens 229 engt. n Diensing den 6. September. 105. 5 4 n N ischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Das zu frühe Einerndten des Obstes in den Gemeinden des Kreises Friedberg. Friedberg am 3. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Der diesjährige reiche Segen an Obst in den meisten Gemeinden des Kreises veranlaßt uns, das im Aborucke nachstehende Reglement Ihnen zur genauesten Beachtung zu empfehlen. Wir ermächtigen Sie zugleich, unter Zuziehung von mehreren der bedeutendsten Be sitzer von Obstbaumstücken die Termine für das Einerndten des Obstes festzusetzen, ohne deshalb vorher uns Vorlage machen zu müssen. Ter a pp. Reglement in Betreff des Einerndtens des Obstes. In Folge Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 6. l. M. zu Nr. M. d. J. 10692 wird in Bezug auf das Einerndten des Obstes Folgendes verfuͤgt: §. 1. Die Einerndtung der Zwetschen, Aepfel und Birnen darf nicht vor dem von dem Bürgermeister mit Zuziehung mebrerer der bedeutendsten Baumstück⸗Besitzer bestimmten und von dem Kreis⸗ amt genehmigten Tag begonnen werden. §. 2. Wer deshalb, weil sein Obst früher zur Reife gekommen, dasselbe vor dem allgemeinen Termin erndten will, hat um die Er⸗ laubniß hierzu bei dem Bürgermeister nachzusuchen, welcher, insofern er es fur nöthig halt, durch einen oder nach Umständen zwei bis drei der in 8. 1 erwähnten Besitzer einen Augenschein darüber einnehmen läßt, ob das Obst den nöthigen Grad der Reife erreicht und ohne Nachtheil des Eigenthümers nicht bis zur allgemeinen Erndte hängen bleiben kann. Wird die Erndte gestattet, so hat der Bürgermeister zugleich einen Termin festzusetzen, bis zu welchem die selbe vollendet sein muß. Von der ertheilten Erlaubniß bat der Bürgermeister die Feld⸗ schützen zu benachrichtigen und fur geeignete Aufsicht Sorge zu tragen. §. 3. Von dem Zeitpunkt an, wann das fallende Obst als Viehfutter verwendet werden kann, ist das Auflesen des Fallobstes außerhalb der von dem Bürgermeister nach Maßgabe der Local⸗— verhältnisse hierfür woͤchentlich zu bestimmenden Tage und Stunden verboten. Der Zeitpunkt, von wann an die vorstehende Bestimmung be⸗ züglich des Lesens des Fallobstes einteitt, wird von dem Bürgermeister festgesetzt und bekannt gemacht. Kinder, welche das Alter der Schulpflichtigkeit noch nicht über⸗ schritten haben, dürfen nur unter Aufsicht von Erwachsenen das Ge⸗ schäft des Lesens verrichten. §. 4. Von den Bestimmungen der 58. 1 dis 3 sind ausgenommen: alle rundum eingefriedigten und an den Wohnhäusern oder innerhalb des Orts an der Ortsstraße liegenden Grundstücke. g §. 5. Uebertretungen der§§. 1 bis 3 des vorstehenden Regle⸗ ments werden nach Artikel 69 des Feldstrafgesetzes bestraft. Friedberg den 18. September 1860. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tyr a p p. Betreffend: Die Anschaffung des Holzsamens zu den 1871er Culturen in den Communalwaldungen des Kreises Friedberg. Friedberg den 2. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Wald besitzenden Gemeinden. Wir weisen Sie an, die Anschaffung der für die Waldceulturen für 1871 erforderlichen Eicheln und Bucheln unter Mitwirkung der Großherzoglichen Oberförstereien mit Beachtung der bestehenden Vorschriften zu bewirken. F Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jakob Dilges von Hoch⸗Weisel wurde zum Jagdaufseher für die von dem Ofsftziercorps der Großherzoglichen Cavalerie— Brigade zu Butzbach gepachteten Gemeindejagden verpflichtet. Kriegsnachrichten. Reille, Generaladjutant des Kaisers, über- Nächtliche Ueberfälle wurden mit ostpreußischen Officielle militärische Nachrichten. brachte in meiner Gegenwart den Brief des Kolben und Bajonnetten zurückgewiesen. Unsere Telegramm an Ihre Majestät die Königin Letzteren des Inhalts, daß, da es ihm nicht hierfür verhaltnißmäßig nicht sehr großen Ver— Augusta in Berlin. Vor Sedan den 2. September, halb 2 Uhr Nachmittags. Die Capitulation, wo— durch die ganze Armee in Sedan kriegsge— rangen ist, ist soeben mit dem General Wimpfen zeschlossen, der an Stelle des verwundeten Marschall Mac Mahon das Commando führte. Der Kaiser hat nur sich selbst mir ergeben, va er das Commando nicht führt und Alles ver Regentschaft in Paris überläßt. Seinen Aufenthaltsort werde ich bestimmen, nachdem ich ihn gesprochen habe in einem Rendezvous, gas sofort stattfindet. Welch' eine Wendung kurch Gottes Fügung! Wilhelm. Avesnes, 2. September Nachmittags. In den Staatsminister Grafen Eulenburg. Seit gestern früh 7 Uhr bis Abends 6 Uhr Schlacht bei Sedan, in Folge davon Napo— eon, mit 80,000 Franzosen in die Festung Sedan zurückgedrängt, sich dem Koͤnige auf Gnade und Ungnade ergeben hat. Graf vergönnt wäre, durch eine Kugel zu fallen, ihm nichts übrig bleibe, als Seiner Majestät den Degen zu Füßen zu legen. Komme soeben vom Schlachtfelde. Hermann Graf Scherr, Malancour, 2. September Vormittags. Vom Morgen des 31. August bis zum Mittag des 1. September hat der Marschall Baͤzaine fast unausgesetzt versucht, mit mehreren Corps aus Metz nach dem Norden durchzubrechen. Unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl hat der General von Manteuffel alle diese Versuche in ruhmvollen Kämpfen, die in den Namen der Schlacht bei Noisseville zusammenzufassen sind, zurückgeschlagen. Der Feind ist wieder in die Festung zurückgeworfen. An den Gefechten waren betheiligt das 1. Armeecorps, das 9. Armeecorps, die Division Kummer(Linie und Landwehr) und die 28. Infanteriebrigade. Die Hauptgefechte fanden um Servigny, Noisseville und Retonfay statt. luste sind noch nicht zu übersehen Die des Fein- des sind sehr bedeutend. General v. Stiehle. Mundolsheim, 2. Sept. Mittags. Der Feind eröffnete heute früh 4 Uhr von der ganzen Front ein sehr heftiges, nicht gut gezieltes Feuer. Ein heftiger Geschützkampf entspann sich. Die Verluste unserer Artillerie sind noch nicht bekannt, jedenfalls sind sie nicht bedeutend. Zu gleicher Zeit fiel der Feind auf die Insel Waaken und gegen den Bahnhof aus. Oberst Renz warf mit dem ersten Bataillon des zweiten badischen Grena— dier-Regiments den Feind vom Bahnhof bis in die Festung zurück. Hauptmann Graff von diesem Regiment ist geblieben, eireg fünfzig Mann todt und verwundet. Der Angriff auf Waaken wurde durch das 30. Regiment abgeschlagen. Ein Offizier und 4 Chasseurs sind gefangen. Lieutenant von Versen ist verwundet. Die zweite Parallele ist fast vollendet. v. Werder. t——.—— der dotigen Nummer ein und konnte nur noch in einem Theile derselben Aufnahme finden.) J An General v. Borke in Königsberg i. Pr. St. Barbe bei Metz, 1. Sept., 9 Uhr 54 Vorm. Seit gestern fräh ist Marschall Bazaine mit seiner ganzen Armee im Kampfe gegen unser erstes Armeecops und der ihm zugetheilten Division v. Kummer bei Tag und in der Nacht gewesen, und gestern in der Nacht und beute überall sieg⸗ reich zurückgeschlagen worden. Die Franzosen haben mit großer Tapferkeit gefochten, mußten aher den Ostpreußischen weichen. Prinz Friedrich Carl, der Oberbefehlshaber der Cernirungstruppen, hat gestern und heute dem 1. Armeecorps seine Anerkennung und seinen Glückwunsch zu beiden Siegen ausgesprochen. Die 4. Landwehrdivision hat an dem heutigen Siege ruhmreichen Antheil. 5 v. Manteuffel. Vendresse(Dep. Ardennes, Arr. Merzières), 31. August. Die Folgen des gestrigen Sieges über Mac Mahon werden bei der großen Aus⸗ dehnung des Schlachtfeldes erst allmälig bekannt. Bis jetzt ist constatirt, daß einige 20 Kanonen, 11 Mitrailleusen, ungefähr 7000 Gefangene in unseren Händen sind. München, 2. Sept. Offizielle Mittheilung des Kriegsministers:„Brüssel, 2. Sept. Der gestrige blutige Schlachttag endete mit der Nieder: lage dei französischen Armee, welche in vollem Rückzuge gegen Mezieres von der deutschen Armee verfolgt wird; der Kaiser befindet sich bei Mae Mahon. Die Schlachtlinie dehnte sich von Ba. zeilles nach La Chapelle aus. Eine große Anzahl verwundeter Deutschen wie Franzosen sind aus Rücksichten der Humanität auf belgischem Boden aufgenommen worden. Ueber 3000 Franzosen, welche mit 500 Pferden auf belgisches Gebiet gedrängt wurden, haben ohne Schwierigkeit die Waffen niedergelegt. Dieselben werden in Beverloo internirt.“ Brüssel, 2. Sepl. Mit den über die bel⸗ gische Gränze getretenen und entwaffneten 3000 Franzosen, darunter ein General und mehrere Stabsoffiziere, die nach Beverloo dirigirt wurden, sind auch mehrere Four gons, 500 Pferde, 2 Ge⸗ schütze und anderes Material über die Gränze gekommen. Auch zahlreiche verwundete Franzosen sind eingetroffen. Diese, sowie die über die Gränze getretenen preußischen Verwundeten, sind in die Militär⸗Hospitäler aufgenommen. — 3. Sept Die„Etoile belge“ meldet außer der gänzlichen Niederlage der französischen Armee und der Gefangennahme des Kaisers und Mac Mahons noch, daß General Failly von einem französischen Soldaten getödtet worden ist. — 3. Sept. Die Zahl der gefangenen Fran— zosen beträgt 80,000. Die Schlacht begann vor⸗ gestern um 4 Uhr Morgens unter den Mauern von Sedan, wurde gegen 2 Uhr unterbrochen, um 3 Uhr wieder aufgenommen und um 5 Uhr beendet. Mac Mahon wurde nach Sedan zurück— geworfen und von 250,000 Preußen cernirt. Um 6 Uhr kam ein Stabsoffizier als Parlamentär an, später der Generaladjutant Reille. Preußen verlangte Uebergabe auf Gnade und Ungnade. Plötzlich riefen die Soldaten:„Der Kaiser ist da!“ Zugleich kam ein eigenhändiger Brief des Kaisers an, welcher sagte: Da es ihm nicht gelang, zu sterben, lege er seinen Degen in die Hände des Königs. Eine Viertelstunde später spielte die preußische Musik. Immenser Enthusiasmus.— Der Kaiser kam gestern in Begleitung mehrerer Generale in das preußische Hauptquartier. Aus Metz kommende französische Gefangene erzählen, daß sowohl Wassermangel als auch eine vollständige Demoralisirung in den Truppen, die sich in Exzessen gegen die Bürgerschaft verrieth, der Anlaß der letzten französischen Ausfälle aus Metz war. Kurz vorher soll zwischen Metz und Thionville, welche durch mehrere Telegraphen miteinander in Verbindung stehen, ein lebhafter Depeschenverkehr statigefunden haben; auch war den Soldaten vor dem Ausfall mitgetheilt worden, daß von dem Gelingen des Ausfalls das Schicksal (Die nachsiehende Depesche traf während des Druckes daß die Armee sich da er selbst würde 1 250,000 0 selbst sofort mit ihm vereinigen. Der Ausfall sich mit seinem Corps von übe erfolgte gleichzeitig an drei Punkten Trotz! dichten Nebels, welcher die Operationen der Fr zosen wesentlich be jünstigte, fand der unlern m Ausfall die Deutschen völlig vorbereitet. Die Post kette zog sich, ein lebhaftes Gewehrfeuer unter ⸗ haltend, fast bis in die Nähe von Courcelles zurück. Hier aber wurde den Franzosen ein so warmer Empfang zu Theil, daß ihnen die Lust eines weiteren Vordringens verging. Heute früh trieben die Deutschen, welche sich durch das Heran⸗ ziehen frischer Truppen verstarkt hatten, den be⸗ deutend überlegenen Feind, der eine größere Anzahl Gefangene zurückließ, in die Festung zurück. — Ein Offizier, der in Metz gefangen war und am 26. entlassen wurde, erzählte von der großen Noth, die dort herrsche; ein Brod würde mit 20 Fres. bezablt, frisches Fleisch sei gar nicht zu bekommen, Trinkwasser fast ungenießbar, da die Besatzung auf das Wasser der Mosel und einiger Pumpbrunnen angewiesen sei, denn unsere Truppen haben bekanntlich die Wasserleitung bei Gorce abgeschnitten. In Mainz ist bereits ein Transport von Verwundeten aus den Ausfallgefechten bei Metz eingetroffen. Nach den Mittheilungen der darun⸗ ter befindlichen verwundeten deutschen Offiziere war der Ausfall der französischen Armee unter Bazaine's persönlichem Befehle klug und umsichtig vorbereitet; er wurde mit drei vollständigen Armee; corps und einer Masse Artillerie ins Werk gesetzt und war wieder durch wohlgespickte Gräben in allen Positionen wesentlich gestützt und verstärkt. Ihm zu begegnen, griffen das erste Armeecorps, die Division Kummer, die 4. Landwehr⸗Division und endlich noch die gerade frisch aus der Heimath in dem Bahnhöfe anlangende mecklenburgische Division ein. Die französischen Corps schlugen sich, nach übereinstimmenden Angaben, mit Muth und Verzweiflung, wurden aber schließlich und, wie unsere competenten Gewährsmänner glauben, für alle Mal zurückgeschlagen. Die Verluste der Franzosen sollen, da die ostpreußischen und mecklenburgischen Truppen„mit fürchterlichem Schwunge“ vorrückten, ganz außerordentlich sein. Man glaubt, daß der Boden, auf dem sie fielen, nicht zu ihren Gräbern ausreichen wird. Die gefangenen französischen Soldaten konnten nicht verhehlen, daß die Noth unter den in Metz ein⸗ gepferchten Massen bereits einen bedenklichen Grad erreicht, der öffentliche Gesundheitszustand gefähr⸗ det sei. Die Besatzungstruppen erhielten bereits seit vier Tagen verkürzte Rationen und nur alle zwei Tage einmal warme Kost. Man schlachtete bereits Pferde und selbst das Fleisch gefallener Thiere wurde schon als Nahrung benutzt. Die beiden Trinkwasserleitungen, welche Metz versorgen (das Moselwasser ist ungesund), waren von dem Cernirungscorps abgegraben worden, die Vor⸗ räthe für eine so zahlreiche Armee nicht bemessen und fast zu Ende. Vor Straßburg, 29. Aug. Eine Procla⸗ mation unseres Hauptquartiers an die Bürger von Straßburg ist richtig erlassen und in Flaschen sorgsam verpackt die Ill hinabgelassen worden. Man sagt, ihr Verfasser sei Berthold Auerbach, der wahrscheinlich in den nächsten Tagen die Armee wieder verlassen wird, um zu seiner Familie zurückzukehren. In Ittenbeim wurde vorige Woche zum ersten Male seit 300 Jahren wieder eine katholische Messe in der dortigen Kirche durch den kath. Feldprobst der Preußen gehalten.— Gestern Mittag 12 Uhr machten die Franzosen einen kleinen Ausfall vom Steinthore aus, der übri⸗ gens sehr bald von einem preußischen Landwehr Bataillon zurückgeschlagen wurde. Abends 8½ Uhr versuchten die Franzosen abermals einen kleinen Ausfall, der aber von Husaren schon nach/ Stunde abgewiesen wurde. Täglich haben wir etwa 20 Verwundete. Die Unseren liegen den 200 Fuß Entfernung. Ihnen gegenüber haben sich die Rothhosen eingegraben, und wo sich ein Vom Oberrhein. In der t vom der 26. auf den 27. galt es, wie der 1 3.7 0 ohne. zu n. 91 sind dadurch trocken gelegt worden, und so ist der Sturm erleichtert.. — Einem Berichte des„Constitutionnel“ zu⸗ folge sind im Lager von Chalons nur die Ma⸗ gazine und die Fourage von den abziehenden Truppen Mac Mahon's verbrannt worden z. die Zelte, Ambulancen und das kaiserliche Quartier stehen noch. Preußische Dragoner suchten sich Weißzeug und Kleinigkeiten aus und luden dann die Bewohner von Groß⸗ und Klein- Mourmelon ein, sich Möbel nach Belieben auszusuchen, was diese sich nicht zweimal beißen ließen— offenbar, um es später dem Kaiser wieder zuzustellen.(2) Am 25. rückte eine starke preußische Cavalerie- Division in die Stadt Chalons ein, Ulanen, Dragoner, Husaren, Cuirassiere und Artillerie- Batterien. Die Einwohner mußten die Waffen abliefern; ein Theil derselben, welcher der früheren Nationalgarde angehört hatte, wurde vor dem Stadthause verbrannt. Die Mannszucht der Truppen war streng. In der Nacht auf den 26. brach plötzlich die Division wieder auf, doch, statt auf Paris zu gehen, nach Suippes. 1 Hessen Darmstadt. Der Gemeinde⸗ rath hat eine Adresse an den Großherzog erlassen, in welcher er bittet, derselbe wolle bei dem Bundes⸗ feldherrn Verwendung eintreten lassen; daß mit Ausschluß jeder fremden Einmischung ein nur die Interessen Deutschlands berücksichtigender Friede geschlossen werde. Die Stadt hat aus Anlaß der Gefangennahme Napoleon's geflaggt. Der Groß⸗ berzog befahl Victoria zu schießen. Abends Illu⸗ mination. n af 30 + Friedberg, 4. Sept. Seit gestern früh hörte man gerüchtsweise von der Capitulation der Armee in Sedan und der Gefangennehmung Napoleons. Einer fragte den Andern nach Näherem. Niemand wußte etwas Bestimmtes. Reisende hatten die Siegeskunde von Frankfurt mitgebracht; Anfragen dort per Telegraph ergaben keinen zu⸗ verlässigen Aufschluß. Die Aufregung wuchs von Minute zu Minute, das Telegraphenbüreau auf dem Bahnhöfe wurde von Frageuden bestürmt; Niemand wollte die große Nachricht glauben, ste war zu überraschend, über die kühnsten Erwar⸗ tungen hinausgehend. Endlich um 12 Uhr traf die Depesche ein. Athemlos überbrachte sie Einer dem Andern, man gratulirte sich, man. umarmte sich, Thränen flossen in der Begeisterung, des Hochrufens wollte kein Ende nehmen, der Jubel war unbeschreiblich. Im Nu hatte die ganze Stadt geflaggt, um 1 Uhr wurden die Böller vor die Stadt gefahren und der Sieg unter dem Geläute aller Glocken mit 101 Schuß gefeiert. In der Stadt feuerte man mit allen nur irgend noch leistungsfähigen Pistolen und Gewehren den ganzen Nachmittag. Abends 8 Uhr großer Zug mit Fackeln durch die breite Straße und die Burg; vor der Burg Rede, Gesang und begeistertes Hoch auf das deutsche Vaterland. Bis tief in die Nacht hinein hielt freudige Aufregung und Sieges“ jubel die Bevölkerung wach Rasch verbreitete sich die frohe Siegeskunde auch auf dem Lande und an vielen Orten beeilte man sich, den Gefühlen des Dankes und der Freude durch Glockengeläute, Umzug der Schuljugend mit Fahnen und Gesang patriotischer Lieder durch die Gesangvereine u. dgl. Ausdruck zu geben. Ahends bemerkte man an mehreren Punkten der Umgegend hell in die Nacht hinein leuchtende Freudenfcuer. f = Nauheim. Auch in unserer Stadt rief die Nachricht von dem überaus glänzenden Erfolge Franzosen in Schützengräben gegenüber bis auff der deutschen Tapferkeit bei Sedan stürmischen Jubel und hohe Begeisterung hervor. Böller⸗ schüsse, Fahnenschmuck der Häuser, animirtes Hin- Frankreichs bedingt sel; der Kaiser rechne darauf, Kopf sehen läßt, pfeifen um ihn die Kugeln. und Herwogen der Bevölkerung durch die Straßen Adnsst an 65 i nuf angebenen N dit zu sei bedingunge Mainz un linken Rhe dringen di dem Krieg iberzeuglh duschen derschaff. uhurg, scast eines il Freiheit! Masfella Preu stiert einen gesehen, Dausende föniglichen dem König rufen. D Balkon u Großen i die Nafit singend d Häusern! Lieder ersc theilen wi die Gesche — A älteste Ar. und die brausten die„Wac fei aufg ohue— Straßen, unbeschrei Haus für all snd. gekroffen. des englz auf 0 Bolschafs Neurmtlor Hachen, bat ester Narben.(J de Capeltrie tn, Ulangen * Amillerir· K Waffe der früheren ne dc den zi, doch, dan t Grune erjoz tile den Bd. u daß g t n nette int. 1 du da Ouß⸗ Aente Ju 47101 früh alien Agtuntbmun Nöbenn 0 uche rau a In; 6 wal“ 1 N 12 Ua Ie die Einn r uma tttung * det 90 er Stadt, dies Alles bewies die gehobene Stim- nung, in welche die Einwohnerschaft durch die Siegesdepeschen versetzt war. Abends Umzug der. Hesangvereine unter— einer Musik durch die geschmückte Stadt vor die Wohnung des jungen Grafen Bismarck, wo mehrere patriotische Lieder inter Musikbegleitung gesungen wurden. Ein Hoch dem deutschen Vaterlande“ wurde mit Enthu⸗ sasmus aufgenommen und die noch folgenden Hochs auf den König von Preußen, den Kron-⸗ srinzen, unseren Landesfürsten, den Grafen Bis- narck ꝛc. fanden begeisterte Zustimmung..— Es gat sich hier das Gerücht verbreitet, daß morgen, Nontag, der Bundeskanzler Graf Bismarck zum Sesuch seines Sohnes dahier eintreffen werde. Mainz. Der Gemeinderath beschloß eine dresse an Se. Majestät den König zu erlassen. es sei nur eine Stimme aller dem Vaterlande gebenen Männer, daß Deutschland vor allem zie zu seinem Schutze erforderlichen Friedens- ledingungen zu bestimmen habe. Die Stadt Nainz und fämmtliche Städte und Bewohner des Unken Rheinufers danken es dem siegreichen Vor— nringen der deutschen Heere, daß sie nicht von gem Kriege heimgesucht wurden, und hegen die neberzeugung, daß nur eine neue Regelung der seutschen Gränzen deren künftige Sicherstellung zerschaffe. Das deutsche Volk lebe der Ueber⸗ rugung, daß die erhabenen Heerführer Bürg⸗ haft eines dauernden Friedens erzielen und ein u Freiheit geeinigtes Vaterland die ihm gebührende Nachtstellung erlangen werde. Preußen. Berlin, 3. Sept. Berlin tiert einen Siegesmorgen, wie es noch keinen esehen. Der Enthusiasmus ist unbeschreiblich. Tausende durchwogen die Straßen. Vor dem bniglichen Palais stehen Menschenmassen, welche zem Könige, der Königin und der Armee Vivat nufen. Die Königin erscheint wiederholt auf dem Balkon und dankt. Das Denkmal Friedrichs des Großen ist von der Schuljugend beflaggt, welche ie Nationalhymne und die„Wacht am Rhein“ sngend die Straßen durchzieht und auch vor den häusern Bismarck's, Roon's und Moltke's ihre ieder erschallen läßt. Von den entfernten Stadt- heilen wogen Menschenmengen nach den Linden, die Geschäfte feiern fast alle im Siegesjudel. — An der heutigen Börse brachte der Börsen— Uteste Arnett ein dreimaliges Hoch auf den König ind die Armee aus. Donnernde Hochs durch⸗ lrausten den Saal. Die Börsenbesucher sangen e„Wacht am Rhein“ und die Volkshymne ab, sets aufs Neue in endlosen Jubel ausbrechend, ihne— an das Geschäft zu denken. In den Straßen, insbesondere vor dem königl. Palais, läbeschreiblicher Jubel der unzählbaren Volksmenge. Haus für Haus ist mit Fahnen geschmückt. Ueber— all sind Vorkehrungen für eine heutige Illumination getroffen. Sämmtliche Schulen sind geschlossen. — Nach der„Weser⸗Zeitung“ ist von Seiten des englischen Ministeriums des Auswärtigen auch aaf die neuesten Reklamationen des norddeutschen Votschafters in London wegen der englischen Leferungen von Waffen und Munition an Frank- ich eine ausweichende, den gegenwärtigen Stand der Gesetzgebung vorschützende Antwort erfolgt. Frankfurt. Am Morgen des 3. langten bon Courcelles kommend mehrere Züge mit Verwundeten an, welche die Schlachten vom 31. Aug. und 1. Sept. mitgemacht. Sie erzählten unter Anderem, daß der Kugelhagel der Franzosen unter dem Schutz der Wälle so eminent gewesen, daß nan von gewissen Stellen des Schlachtfeldes ohne lebertreibung hätte sagen können, es sei mit [hassepotkugeln gepflastert. Die Schwerverwun— Kisten und Kasten. Der Zorn der Soldaten sei aber natürlich gewesen, weil die Einwohner eflohen, nachdem sie sämmtliche Brunnen ver⸗ stopft und die Häuser verschlossen gehabt. In Remilly seien es sogar französische Nachzügler und nicht deutsche Soldaten, auf welche die Verwüstung, welche angerichtet worden, zurück— zuführen sei. Frankreich. Paris, 3. Sept., Nachts. Gesetzgebender Körper. Um 1 Uhr Morgens ver- kündet Palikao, daß ein Theil der Armee in Sedan eingeschlossen ist, der andere Theil der Armee capitulirt hat, der Kaiser gefangen ist. Palikabo fährt fort: Diesen Nachrichten gegen— über dürste es unmöglich sein, hier eine Discussion über die möglichen Folgen dieses Ereignisses zu beginnen. Die Minister haben sich darüber noch nicht besprechen können. Ich verlange die Ver— tagung der Discussion auf morgen. Jules Favre bringt einen Antrag ein, welcher den Kaiser und die Dynastie aller Rechte, die die Verfassung ihm übertragen hat, für verlustig erklärt, welcher ferner verlangt, eine Commission des gesetzgebenden Körpers zu ernennen, die mit den Rechten der Regierung versehen wird und die Mission haben Posten als Generalgouverneur von Paris beläßt. Dieser Vorschlag wurde mit tiefem Stillschweigen aufgenommen. Die Kammer beschließt, Sonntag Mittag wieder zusammenzutreten. — 3. Sept. Sitzung des Senates. Der Minister Jerome David erklärt: Wir haben auf vielfachen, und nicht officiellen Wegen erfahren, daß ein neuer Versuch Bazaine's sich von den feindlichen Armeen zu befreien, welche ihn in Metz einschlossen haben, gescheitert ist. Seine An— strengungen waren heldenmäßfg. Der König von Preußen hat nicht umhin gekonnt, der Tapferkeit unserer Soldaten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Mac-Mahon, nachdem er versucht hatte, bindung zu erzielen, wurde gezwungen sich in die Umgebung von Sedan zurückzuziehen. Es wurde mehrere Tage gekämpft, mit beiderseitig verschiedenen Erfolgen. Wir kämpften aber gegen einen numerisch zu überlegenen Feind und ungeachtet der ener- gischesten Anstrengungen scheint dieser Versuch in einer für unsere Waffen unglücklichen Weise ge— endet zu haben. Andere aus preußischer Quelle stammende Mittheilungen sind noch ungünstiger für uns, sie scheinen aber nicht glaubwürdig zu sein. Auf jeden Fall würde die Regierung nicht um- hin können, diesen Mittheilungen einen gewissen Werth beizulegen, wenn sie sie öffentlich mit⸗ theilte.—— Belgien. Brüssel, 3. Sept. Es wird hierher gemeldet: Der kaiserliche Prinz ist in Chimay(Belgien) eingetroffen und im Schlosse des Fürsten von Chimay abgestiegen.— Die Zahl der nach Belgien übergetretenen Franzosen betrug gestern etwa 12,000. Alle haben die Waffen niedergelegt und werden vorläufig nach Namur geschafft. Mit ihnen sind 400 Artillerie- fahrzeuge, 1200 Pferde und 2 Geschütze über die Gränze gekommen. Von beiden kriegführenden Mächten soll mit der diesseitigen Regierung eine Vereinbarung getroffen sein, wonach Belgien eine gleiche Anzahl deutscher und französischer Ver— wundeter zur Pflege übernehmen wird. Die ent— Städten werden bereit gehalten. Die„Indepen— dance belge“ meldet noch über die Schlacht von Donnerstag, daß schon um 2 Uhr der linke Flügel der Mace Mahon'schen Armee, den Failly comman— soll, den Feind aus Frankreich zu vertreiben, welcher schließlich den General Trochu in seinem mit Bazaine in nördlicher Richtung eine Ver sprechenden Räumlichkeiten in Brüssel und anderen Italien. Die„Triester Ztg.“ bringt aus Florenz die Mittheilung, daß die italtenische Re⸗ gierung, gedrängt von der sich immer entschiedener manifestirenden öffentlichen Meinung in Italien, sich entschlossen habe, einen entscheidenden Schritt zur definitiven Lösung der römischen Frage zu thun und trotz ihrer in der Kammer abgegebenen Erklärung, an der September Convention festzu⸗ halten, ihre Truppen in den Kirchenstaat einrücken lassen zu wollen, um mit einem fait accompli vor den eventuell behufs des Frievensschlusses zu⸗ sammentretenden Congreß treten zu können. Florenz. Die Kriegsrüstungen und Pferde Ankäufe beschränken sich auf die Mobilisirung von drei Armeecorps oder neun Divisionen. Verschanzte Lager werden bei Verona und San Maurizio in Oberitalien errichtet werden. Frankfurt. Der hiesige Verein, welcher sich zur Aufgabe gestellt hat, für die Gefangenen und Verwundeten die Correspondenz zu vermitteln, hat auf dem Main⸗ Neckar-Bahnhof allein bei 6000 Correspondenz⸗Karten ge⸗ schrieben. 12 Frankfurt. Dem„Fr. J.“ wird von glaubwürdiger Seite mitgetheilt, daß sich in einem dortigen Lazarethe ein Turco durchaus nicht habe verbinden lassen; als man schließlich Gewalt angewandt und zu diesem Zwecke die Person zäher untersucht habe, habe man in einer der Brusttaschen verschiedene goldene Ringe, mit abgeschnittenen Fingern untermischt, vorgefunden. 5 Mainz. In den verschiedenen Sälen des Theater⸗ gebäudes in Mainz sind eben Hunderte von Frauen und Jungfrauen beschäftigt, um flanellene Leibbinden für unsere Krieger anzufertigen. Der hierdurch täglich erwachsende Vorrath zählt nach Tausenden. 160,000 Binden werden schon in wenigen Tagen mittels directer Beförderung an die Armeen abgehen und für Weiteres wird fortwährend noch Vorsorge getroffen. Kassel. Die für die Kasseler Industrie-Ausstellung bestimmte Mitrailleuse ist von Berlin hier eingetroffen. In Schweinfurt existirt eine Dose von 1807, wo Napoleon in Berlin war, mit der Ausschrift:„Die Illumi⸗ nation zu Berlin“; darunter steht: Durchmarschiren, ver⸗ alimentiren, fouragiren, contribuiren, requfriren, Weiber und Töchter verführen, Haus und Nahrung verlieren, sich nicht moquiren, nicht raisonniren, sonst arretiren oder gar füsiliren und doch illuminiren! Das ist doch zum exepiren. Sigmaringen. Von Interesse dürfte die Notiz sein, daß ein preußischer Offizier seinen biesigen Angehörigen Ordensbänder des Mac Mahon geschickt hat; dieselden befanden sich in einer Brieftasche, die dei der bei Wörth erbeuteten Bagage des Marschalls vorgefunden wurde. Berlin. Das Centralcomite in Berlin bat an alle Hülfsvereine, welche in der Lage sind, Sanitäismann⸗ schaften auszurüsten und ins Feld zu schicken, die sehr zeitgemäße Aufforderung ergehen lassen, darüber zu wachen, daß sich die Betreffenden mit warmer Kleidung, womöglich mut wollenen Leibbinden versehen, um auf diese Weise namentlich in der jetzigen Jahreszeit gefährlichen Erkran⸗ kungen vorzubeugen. Bern. Der Winter sendet bereits seine Vorboten. Schon am 21. hat es in den Alpen bis tief hinunter ge⸗ schneil und der Schnee ist bis auf die Höhe des Gurnigels gefallen. Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Neunte Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) an Naturalien: 5 Maaß Branntwein(von Södel), 6 Flaschen Wein(von Södel), 4 Maaß Milch, 14 Pfund Fleisch und Wurst, 185 Laib Brod(142 von Södel, 43 von Ildenstadt), 1070 Eier(von Södel.) b) an Geld: 30 fl. von Wohnbach, 7 fl. 38 kr. an kleineren Gaben ꝛc. 9. Liste im Ganzen 37 fl. 38 ke., dazu von voriger Liste 1510 fl. 18 ke, zusammen 1547 fl. 56 kr. Unter besiem Danke für die reichen Spenden um gütige weitere Gaben Friedberg den 5. September 1870. Das Comité für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger. bittet Bescheinigung. 5 0. f 0 e e ee Bei dem Rechner des Comités für die Unterslützung Sledt deten sind hier verblieben, die Leichtverwundeten digen um Centrum Nad dem rechten Flügel abe der eee*— Soda ten 3 n 0 f sind in die Lazarethe von Rödelheim, Oberweiler, geschnitten, auf Sedan zurückgeworfen wurde. der nothleidenden Familien von Soldaten sind weiter ein. rnit köchst a. d. N. und Oberursel verbracht worden. General de Failly ist durch eine preußische Kare gegangen und werden dankbar quittirt; fl. ke. 1 80 Saarbrücken. Der„Saarbrücker Zei- tätschenkugel getöptet worden. Donnerstag Abend von 1 C. 8* n f f 12 5„ er Ken 1 5 Altre von Fräulein V. 5 3 1 ung geht eine Erwiderung auf die in der sandte der Kaiser seinen Degen dem Könige. Am durch Venen Pfarrer Utich d Behn a w N Köln. Ztg. erhobene Beschuldigung zu, daß Freitag war der Kaiser im preußischen Haupt dem J. Abendgottesdiene 5 4 30 . wutsche Regimenter in Falkenberg und Remilly quartier. Aus Virton in belgisch Luxembourg durch Herrn Pfarrer Müller Kirchenopfer in—ꝗ— unt J lü ü ichtet wird elde aß ein preußischer Parlamantär Nieder-Rosbach 1 2 uten 5 Jlünderung und arge Verwüstung angerach t. t, daß g 1 Fe 9 9 durch Hrn. Oberlieutenant Stegmeyer Ungenannt 2— ee hben. Dieser Erwiderung nach soll die Plün⸗ in ontmedp eintraf un e Ulebergabe des durch Herrn Dr. Lorenz aus einer Weite 1— rung in Falkenberg zurückzuführen sein auf Platzes forderte, welche der Commandant abge- von dem Gesangverein gesammelt in Nieder- — enige eingeschlagene Weinfässer und etliche lehnt hat. Rosbach 17 9 45 I. 4 a 1 * 5 a 1 4 —————* in der Turnhalle: 1) von Herrn R.„ 2— 2) von Herrn A. F. 9. 5 durch Herrn Regierungsratb Trapp: 1) von Herrn Decan Keller in Ockstadt 9 30 2) von dem Freiherrlich von Franckenstein'⸗ schen Oberförsser Herrn Rumpf in Ockstadt 10— 3) von Herrn Friedrich Alles in Münzenberg 6 45 von Herrn Kirchenrath Görtz in Florstadt 12 30 von Herrn Hermes in Ockstadt gesammelt in seiner Wirthschaft 5 30 von den Herren Weid u. Emmerich in Dauernheim 3— durch Herrn Pfarrer Breldenstein in Södel Kirchenopfer von zwei Sonntagen 15— von Herrn Ludwig Schudt von der Görbel— heimer Mühle 1 50— von Herrn Dr. A. T. als Siegesnachricht 9 30 durch Herrn Dr. Schmidt von Herrn Decan Keller in Ockstadt 5 15 Kirchenopser in der Stadikirche hier 20 55 Friedberger Colleete 9— von den Herren Bindernagel& Schimpff: 1) Erlös für die zum Besten der Verwun⸗ deten bis jetzt verkauften Depeschen(2. Ablieferung) 8— 2) H. S. bei der Sieges nachricht von Sedan 10— 218 1 hierzu die letzte Bescheinigung 3213 48 ½ zusammen 3431 49¼ Berichtigung. In der Bescheinigung über Gaben im Oberhessischen Anzeiger Nr. 103 von Herrn Regierungsrath Trapp hat unter 2. und 3. eine Verwechselung staltgefunden, 2. J. F. hat die 2 fl. und 3. H. F. 1 fl. gegeben. Naturalien: aus dem Pfarrhause Staaden gesammelt in der dortigen Gemeinde 17 Hemden, 18 dreikantige Tücher, 22 Binden, 193 Compressen, 193 Salbenläppchen, 11 uu 1 4„Ai Charpie; von Herrn Wilhe LN 0 4 Pfund Butter; aus der Gemeinde rau Bürgermeister Blecher und ral, ebe Jaadnche 37 drestantige Tücher, 8 Belttlcher, 2 Belt⸗ überzüge, 5, Kissenüberzüge, 4 Spreusäckchen, 2 Paar wollene Strümpfe, 22 Binden, 19 ber een Compressen, Charpie; durch Herrn Lehrer Biebenkapp in Nieder ⸗Rosbach 7 Pfund Charpie, 1 Päckchen Gitter⸗ Charpie, 24 Binden, 38 Compressen, 22 Halsbinden, 1 Hemd; von den Herren Heil und Chelius in Wickstadt 6 Hemden, 4 Unterhosen, 7 Betttücher, 7 Paar Strümpfe, verschiedene Verbandrollen; von Frau Maides in Melbach Cbarpie; durch Herrn Bürgermeister Blecher in Ober⸗ Rosbach 24 Pfund Dörrobst, 2 Pfund Nudeln, 7 Pfund Butter, 581 Eier, frisches Obst; durch Herrn Lehrer Bapst aus der Gemeinde Bönstadt(4. Sendung) 63 Spreukissen, 19 Binden, 2 Hemden; durch Herrn Pfarrer Möbius aus der Industrieschule in Bönstadt auf Kosten der Gemeinde 23 Paar wollene Strümpfe; von Herrn Kirchenrath Görtz in Florstadt weitere Gaben aus dessen Familie 6 Paar wollene Socken, 6 Leibbinden, 2 Betttücher, 2 Kissenüber⸗ züge, 1 Pack Verbandzeug und Charpie; von den Herren Weid und Emmerich in Dauernheim 24 Binden, 195 Compressen, 36 Salbenläppchen, 10 dreikantige Verband⸗ tücher, 1 Kissenüberzug, 1 Bettiuch, 4 Paar wollene 9 8.615 *. * n 797 2757 b% ges 1 1 St 3½ ie; n Lehrer F. ö ö g e e Fe le ee eee, ee Fauerbach zeugz von Herr er Lau in Ziegenberg Verbandgegenstände; von Herrn Hammel a preuß 1 0 en 45 gedörct en; von Herr 30. Staad 0 gedi b Aer e e. Ben le rie olf hannes Geist in Stammheim 1 was 3 Hemden, 1 Handtuch; von Frau Guth in brücker⸗Mühle 6 Hemden, 6 Handtücher, 2 Spreusäcke; von Frau Pfeil in Wisselsheim 100 Eier; von den Gebern Ant et. Friedbergs sehr verschiedene Gaben. milie teu Unterm 13. August gingen an die Materialcommission 115 abtt nach Darmsiadt 100 Hemden, 81 Pfund Compressen, am des 3. September 80 Hemden, 45 Pfund Charpie ab. An(eits die Lazarethe nach Nauheim am 15. August 50 elne 0 die Ablie er, am 3. September 1 Ballen Charpie, 60 Hemden, 6 Puat 5 Inbustrieschule in Bönstadt gesandten 23 Paar Strümpfe Eblelsung— 1 Päckchen Charpie, 14 Päckchen Compressen, 6 Halstü b der dell . 1 Unterhosen, 6 Paar Strümpfe, Compressen. Die aus der eraßbug, gingen zur Beförderung nach Angabe auf bas Schlachtfeld zu zu elbe an die Materialcommission nach Darmstadt ab. gaubente Weitere Gaben werden dankbar entgegengenommen. nung, de Friedberg den 5. September 1870. 1 11 Für das Comité: in dur J. Huber, Rechner.[rigen ist Verein für freiwillige Krankenpflege. ie Abtrelus z Zeit viel Da trotz der in letzter General⸗Versammlung stattgehabten Besprechungen in Bezug auf dusche 1 pünktliches Einhalten der Dienstzeit in den letzten Tagen der Dienst dennoch sehr unregel⸗ sechilng mäßig eingehalten und sogar oft vollständig versäumt wurde, so sehen wir uns gendthigt, lende finan diejenigen Herren, welche den ihnen zugetheilten Dienst nicht einhalten können oder wollen, hren kein; zu ersuchen, ihren Austritt aus dem Vereine bei dem unterzeichneten Aus schuß sofort anzug agen. L zeigen, da durch solche Unregelmäßigkeiten Einzelner das Fortbestehen des prhung d 2 Paar Strümpfe, 2 Paar Beinkleider, 2 Nachtmützen ganzen Vereins gefährdet wird. Falck. Hirsch. Dr. Heid. i Bellwerl⸗ e mussn So mufst es gescheh'n! 188 Wie der Schiffer, den jach auf dem tobenden Meer So mußte der Mann, der das Recht zertrat, Und wähnst Du, Europa, es sei nur ein Traum, 0 Ln 1 Umwirbelt der Wogen unzähliges Heer, Der mit Blut sich bahnte zum Throne den Pfad, Nur ein Nebelgebilde, ein Schemen, ein Schaum— 1 06 Wenn der Kiel zerbarst, mit der zitternden Hand Der mit Blut und Lügen gekittet sein Reich, Blick her, schau' an, was aus eigener Kraft ga Umklammert das Bret, das ihn trage zum Strand; Wie der Spieler, der oft mit dem Glücke gespielt Und gierigen Blickes das Gold durchwühlt, Wenn das Glück entschwand und die Karte versagt, Mit dem letzten Treffer die Rettung wagt; Wie der Mörder, der heimlich in Waldesnacht So Manchen vom Leben zum Tode gebracht, Selbst endlich erspäht und zu Tode gehetzt, Auf Bitten und Flehen sein' Hoffnung setzt: Er, Spieler und Mörder und Kaiser zugleich, Da ihn traf des Himmels vernichtender Strahl, Sich selber zu retten sein Leben zumal, Hingeben die Freiheit, entsagen der Macht, Hingeben den Purpur, entsagen der Pracht, Und dem Feinde sich beugen, im Staube fleh'n, Da den Feind er lieber im Staube geseh'n, Den Frieden erbitten, den Frankreich's Heer Dietiren sollt' an dem baltischen Meer.— Das Volk in Waffen, das deutsche, geschafft. N Was nimmt es Dich Wunder? Dort thronet der Lug, i der Mob Hier waltet die Treue, dort herrscht der Betrug, G responde. Hier einiges Handeln, dort feindlicher Zwist, bu den. E Hier offene Sprache, dort tückische List. Deselben b lch! Ein lebendiges Grab, von den Würmern zernagt, 1 1* Hat das Haus nur zu lang in die Wolken geragt; 00 mien Da nahte das Wetter, es konnte nicht steh'n; lie a Das Haus ist gefallen.— So mußt' es gescheh'n! n m eahveudel 9 3. Sept. 1870. Ferdinand Bender. dim stlichen 5 noch nie —* Bei re Schimpff in Friedberg— de und Nauheim ist zu haben: f 1 2 * Material-Lieferung. W ba acht am ein! n 1 g den 1 d.„ 2 55 11 die Lieferung der auf den Fürstlichen Wee* 1 5 u Weckes heim, Dorn⸗ enheim und Wölfersheim pro 1871 erforderlichen Bedarfs an nachstehenden n 7 f auf's N Materialen, als: Schachtpfähle, Rüböl, Groß- und Kleineisen, Nägeln und Schmiedekohlen an den Mindest⸗ Illustrirte Kriegschronik f ast alen fordernden vergeben werden. Nr. 5.— Preis 9 kr. en 5 1 Die Offerten, welche sowohl für jede einzelne Grube, als auch für die drei Werke zusammen eingegeben— 100 Suren werden können, müssen längstens bis zum angeführten Termin versiegelt, frankirt und mit der Aufsschrift: 2 5 inn zössscht „Lieferung von betr.“ veisehen, bei unterfertigter Stelle eingereicht sein, bei welcher auch die Die dag deu Lieferungsbedingungen eberzeit eingesehen werden können. Grube Weckesheim den 3. Septemder 1870. Fürsiliche Berg⸗ Verwaltung er. Eine Stimme aus 3 Volke. 2139 Man weiß es immer allsogleich, Wie viel als Kavaliere Gefallen sind in jeder Schlacht Als tapfere Offiziere! Doch was die Mannschaft anbelangt, Wie wunderbar auf Erden! Das kann erst immer hinterbrein Langsam erhoben werden! Als hätten Grafen-Mütter nur Die Kinder zu beweinen, Als sehnte sich nach Kunde nicht Die Mutter des Gemeinen. Drum sputet Euch im Hauptquartier, Euch kostet's keinen Heller. Bedenkt, es zittern Tausende, Und zählt ein wenig schneller! Denn seht, in puncto Tapferkeit Sind nicht blos Offiziere, Gemeine und Gefreite auch Fast lauter Kavaliere. 2140 Der Unterzeichnete hat einen Baum voll Honig⸗ birnen zu verkaufen. Gotthard Walther in Bauernheim. 2060 Fahnen! Illuminations⸗Sachen! Bonner Fahnen fabrik. Bonn. Mobiliar ⸗ Versteigerung. 2137 Die von Hoftaxator Schwarz auf Mittwoch den 7. d. M. in dem Oberhessischen Anzeiger Nr. 104, Inserat 2116, ausgeschriebene Mobiliarversteigerung des verstorbenen Freiherrlich v. Franckenstein'schen Rentamt; manns Trösch von Ockstadt wird nicht in dlesem Termin, sondern Donnerstag den 8. d. M. in der Rentamtswohnung daselbst abgehalten. Ockstadt den 4. September 1870. Großberzogliches Ortsgericht Ockstadt Gröninger, Ortsgerichts⸗Vorsteher. Meine Obstkelter 2136 ist aufgestellt und kann benutzt werden 8 Wilhelm Reuß. Kirchen buchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 28. August. Johannes Konrad Thomas, hlesiger Bürger und Fuhrmann, gebürtig aus Fauerbach b. F., und Katharina Elisabeth Scharch, Tochter des Ortsbürgers und Drechslers zu Nieder⸗-Gemünden im Kreise Alsfeld. Beerdigte: 1. Sept. Johann Heinrich Muncker, hiesiger Bürger Wacht am hein. asen, war Marsch für Pianoforte. woreilg von K. Werner. J Reinstecke Zweibhändig Preis 11 br., vierhändig Preis 14 kr. ihm noch ee unulle, 7 ler Eigen er mana. 408 1 5 4 0 gekroffe 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pull Pianoforte. 1. Unschlt Preis 21 kr. seusson Für Pianoforte allein 18 kr. den 10 1 fabi Ne u e st e ad d Frankfurter Latern. Preis: 6 kr. Airlie Aweigen sür gricdberg⸗ und Küfermeister, gebürtig aus Lauf im Königreich Baiern, alt 43 Jahre 6 Monate, ü den 30. August. Evangelische Gemeinde. an f Mittwoch den 7. September, Nachmittags 5 Uhr, heinz 1 in der Burgkirche:„nch df. Betfiunde mit Ansprache von Herrn Pfarrer Otegel. un„ Wame 0 Verantw. Ned.: Hermann Schimpff. failesen 1 Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf, (Hierzu eine Beilage.) 6 0 00 * a geila ge. Oherhessischer Ameiger. 105 05 f.——— 4 0 lng, Preußen. B erlin. Zur Frage der gebracht, ohne daß sich aber die betr. Behörde er- heute durch Belgien passiren und nach Deutsch— „ 2 Sen von Elsaß und Lothringen schreibt weichen ließ, den armen hülflosen Kinvern die ihnen land gebracht werden.— Die Gräfin Walewska den nge ane die officibse„Nordd. Allg. Zig.“:„Das abgenommenen Effecten und Papiere berauszugeben.(Ehrendame der Kaiserin Eugenie), die gestern 1 Nindeste, was wir sortern müssen, das Mindeste, Namutenusse vomit die deutsche Nation in allen ihren Theilen, vor— che en glich aber unscre Namens- und Kampfgenossen * u fefeits des Mains sich befriedigt erklären können, 8 ade t die Abtretung der Ausfallspforten Frankreichs dender g de ab der deutschen Seite hin, die Erwerbung von *. Shaßburg und Metz für Deutschland. Von der Sqchleifung dieser Festungen einen dauernden Frie— 0 gen zu erwarten, wäre eine auf Kurzsichtigkeit bee embende Illusion von derselben Art, wie die . befnung, daß es möglich sein werde, die Fran- —— osen durch Schonung zu gewinnen, und im (ebrigen ist nicht zu vergessen, daß, wenn wir ese Abtretungen verlangen, es sich um ursprüng— — 45 deutsches und zum guten Theil deutsch ge— (Hlibenes Gebiet handelt, dessen Bewohner mit her Zeit vielleicht lernen werden, sich wieder als * Sezug 4 5 8 4. d sedr untege Jätsche zu fühlen. ant genöthig Dynastiewechsel kann uns lleichgültig sein, Kriegskosten sind nur vorüber zehnde finanzielle Schwächung Frankreichs, ge— 1 91 nähren keine Erhöhung der Sicherheit deutscher egunzen. Letztere ist nur erreichbar durch Ver- besteben da 8 6. wafdlung der beiden uns bedrohenden Festungen beit, n Bellwerke unserer Sicherheit. Straßburg und Nez müssen aus französischen Agressionsfestungen deussche Defensivplätze werden.“ *— Das General- Postamt bat eine Bekannt- „ Sen mac ung erlassen um das Publikum über die sehr bea veischiedenen und zahlreichen Ursachen der Ver⸗ 1280 shatungen in den Versendungen der Feldpost— 5 enstalten aufzuklären. Wir entnehmen ihr, daß crenet de silder Mobilmachung bis 22. August 10 Millionen i en(lotrespondenzkarten durch die Feldpost befördert 1 gik müden. Es gibt 71 mobile Felvppostanstalten. * Dieselben befördern nach einem approximativen Anschlage von und nach der Armee täglich 200 000 bernagzt, Amfe und außerdem ca 40,000 Thlr. meist in en geragt Ghelobriefen von 1— 2 Thaler. Beilin allein e blesirdert täglich 238 geschlossene Brief- und Fahr⸗ n gesch postdeutel zur Armee. Die ungemein zahlreichen tadtt dierstlichen Geld- und Packetsendungen sind hier —— ei xnoch nicht mitgezählt. n ee— Der„Nat. Ztg.“ wird aus Baden, 20. August ein Vorfall mitgetheilt, von dem sich ronussetzen läßt, daß derselbe von den Franzosen hell mitker gegen uns ausgebeutet werden dürste, während ö er guf's Neue zeigt, wie leichtfertig und sorglos pronif i sast allen Beziehungen das Kriegshandwerk von 7 dun Herren Franzosen ausgeübt wird. Zwei ffatzösische Offiziere aus Straßburg hatten sich in das deutsche Hauptquartier als Parlamentäre blegeben, zu welchem Zwecke ist uns nicht bekannt. Von General v. Werther auf's Freundlichste ent- lüssen, waren sie auf der Rückkehr begriffen, als sie soreilig die Parlamentärflagge zusammenrollen und einstecken zu sollen glaubten. Sie befanden sich abnn noch keineswegs außer dem Bereiche unserer Pahouillen. Eine solche, die natürlich nichts von im Eigenschaft wußte und wissen konnte, stieß auf sie und gab Feuer. Ein Offizier wurde tödt lach getroffen, dem andern das Pferd erschossen. Eu e. In der Bischofsversammlung war du Unfehlbarkeitsdogma einziger Gegenstand der Digussion. Nach zuverlässigen Mittheilungen be— sihlosen die Bischöfe, in dem zu Klassenden Hütenbriefe die Gläubigen zur Unterwerfung uli das Dogma aufzufordern. Bayern München. Graf Luxburg, der wut Präfect des Departements Bas-Rhin, ist am 28. und Graf Tauffeirchen, der Präfect des Dwartemente Meusse, ist am 30. August auf sülnen Posten abgereist.— Die franz Regierung wess selbst Kinder in dem Alter von 11 bis 15 Jahen aus, wenn deren Wiege jenseits des hein forte 0 1 K ia. gang! Pheins gestanden hat. So wurden jüngst fünf — Meitchen, welche in der klösterlichen Anstalt einer * Matame Collin in Toul erzogen wurden, aus- gewsesen und über die Grenze des Departemente Kaiserslautern. Die Rinderpest nimmt leider die größten Dimensionen an. Die treff lichsten Vorsichtsmaßregeln haben leider nicht ver— bindern können, daß die Seuche auch andere Ortschaften ergriffen hat, so Winnweiler, Höringen, Otterbach und Umgebung. In Zweibrücken ist unter dem Rindvieh der Milzbrand ausgebrochen. Oesterreich. Wien. Nach dem„Nürn- berger K.“ ist der hiesige Vertreter des nord— deutschen Bundes von seinem Cabinet angewiesen, der kak. Regierung Eröffnungen zu machen,„die durch wohlwollende und sehr erfreuliche Tendenz und Tragweite sich auszeichnen.“ Gleichwohl werden diese Eröffnungen nur als vorläufige und eventuelle bezeichnet. Frankreich. Paris. 1. Sept. Die Aufregung, welche sich aller Köpfe bemächtigt hat, ist grenzenlos, man schwebt fortwährend in fieber— hafter Erwartung und wiegt sich in den unge— messensten Hoffnungen. Man begrüßt die Aus geburten einer krarkhaft angespannten Phantasie als zweifellose Thatsachen und verzehrt sich in wahnsinnigen Wünschen. Man triumphirt in ver— blendetem Jubel, wäbrend man dem Abgrunde entgegeneilt. Wie fürchterlich wird das Erwachen aus diesem Rausche sein, wenn die schreckliche Wahrheit zugleich mit dem Feinde ibren Einzug in die Weltstadt an der Seine hält! Selbst im Gesetzgebendem Körper war man förmlich im Taumel über die Siegesgerüchte, welche im Kriegs- Mjnisterium eingegangen sein sollten, man gab sogar auf's Haar die Zahl der Feinde an, welche kampfunfähig gemacht waren, man fügte hinzu, daß ein Theil der preußischen Armee aufgelöst und von Mac-⸗Mahon umzingelt sei. Das Kriegs- Ministerium beobachtete diesen Angaben gegen— über ein vorsichtiges Schweigen, man ließ jedoch am 1. Sept. noch genaue Mittheilungen boffen. Die Minister waren um 2½ Uhr noch nicht auf ihren Bänken erschienen. Man baute um so mehr auf Sieg, als man versicherte, daß das am 29. Aug. von Paris abgeschickte Armeecorps bereits am Orte seiner Bestimmung eingetroffen sei. Dies die letzten Nachrichten der France aus der Kammer von 4 Uhr Nachmittags. Wie es sich mit dem letztgenannten mysteriösen„Armeecorps“ verhält, werden die nächsten Tage lehren. — 3. Sept. Das„Journal officiel“ meldet: Das Kriegsministerium hat gestern über das Re— sultat des Kampfes am 1. Sept. noch keine offi— cielle Depesche erhalten, anderweitige hier einge- laufene Nachrichten sind zu widersprechender Art, um berücksichtigt zu werden. Belgien. Brüssel, 1. Sept., Abends. 250 Franzosen sind heute an der belgischen Grenze bei Bouillon(Provinz Luxemberg, an der Semoy) gefangen und entwaffnet worden, dabei 50 Pferde. — 2. Sept. Aus Bouillon vom 1. Sept. wird gemeldet: Die heutige Schlacht bewegt sich zwischen Douzy und Sedan. Die Preußen rücken entschieden vor und haben schon La Chapelle und Givonne genommen. Die Ortschaften Bageilles, Ballan und Remilly stehen in Flammen. e 2 September. Heute Abend werden hier 2000 französische Soldaten(1500 Infanteristen und 500 Cavpaleristen) erwartet, welche über Namur hierher transportirt und im Lager von Beverloo internirt werden sollen. — 4. Sept. Der Kaiser mit einem Gefolge von ungefähr 100 Personen, Pferden und Equipagen ist in Begleitung eines preußischen Generals gestern Nachmittag in Bouillon(in Luxemburg) eingetroffen und begibt sich über Lüttich nach Deutschland. Der König von Preußen und der Kaiser haben in Ueberein— stimmung die belgische Regierung um Gestattung der Reise durch Belgien ersucht. — 4. Sept. Der Kaiser Napoleon wird hier angekommen ist, hat die Vermuthung aus— gesprochen, daß die Kaiserin sich zur Abreise von Paris rüstet.— Ueber den Tod Failly's hört man, daß der Herzog von Magenta, auf— gebracht über die Unfähigkeit Fally's, denselben habe erschießen lassen. Man sagt, Mac Mahon sei verwundet worden, als er sich baarhäuptig und mit offener Brust in das Handgemenge gestürzt habe, um den Tod zu suchen. Großbritannien. London.„Daily News“ erklären es für notorisch, daß nicht Zehn⸗ tausende, sondern Hunderttausende von Chaffepots augenblicklich in einigen der ersten englischen Fabriken in Arbeit sind und zu sofortiger Aus- fuhr vorbereitet werden. Unsere Hoffnung beruht, nächst der Hülfe des allmächtigen Gottes, auf unserer bis dahin sieg⸗ reichen, unermüdlich vorwärts dringenden Armee und deswegen gerade auf ihrer Erbaltung. Diese wird aber nicht blos vom feindlichen Kriegsheer bedroht, sondern fast mehr noch von dem tückischen Feinde der Kriegs-Epidemien und Krankheiten, besonders dann, wenn(wie jetzt) üble Witterung durch Nässe und frühzeitige Kälte die Gesundheit des Soldaten aufreiben und er unter freiem Himmel oder an schlechter Aufenthaltsstätte sich so oft sein unwirthliches Nachlager bereiten und dabei einer hinreichend kräftigenden Nahrung und hinreichend wärmenden Bedeckung eben so oft entbehren muß. Die traurig reiche Erfabrung vergangener Kriege hat unwiderruflich erwiesen, daß auch die ruhm— reichsten Siege des gehofften Erfolges völlig ver— lustig gingen, wenn der Bestand des Heeres durch Nothstände solcher Beschaffenheit allmählich ver— ringert und schließlich aufgerieben wurde. Eine ernste, bedeutsame Erinnerung lag deswegen in dem Anruf des Herrn Dr. Wix vom Kriegsschau— platze her(in Nr. 232 der Darmstaͤdter Zeitung), welcher über diesen Gegenstand sich genauer ver— breitet, als in vorstehenden Zeilen möglich ist und von dem man wünschen muß, daß er in allen Zeitungen des Vaterlandes aufgenommen werde. Er räth dringend, im Interesse unserer braven Truppen und für den glücklichen Ausgang des Kriegs, zur Mit— wirkung der Anschaffung betr. Präservative gegen die erwähnte nahe rückende und schon bestehende Ge— sahr(der Ruhr, Cholera u. dergl. Krankbeiten) sein Scherflein auf den Altar dee Vaterlandes niederzulegen. Man hat gestrebt in unserer Ge— meinde diesem Anruf gerecht zu werden. Nach geschehener vorläufiger Anzeige auf dem Rathhause und warmer, begeisterter Ansprache in der bezüg— lichen Predigt des vergangenen Sonntags wurde besonders für genannten Zweck eine Sammlung an hiesigem Orte veranstaltet, welche 130 Gulden eintrug, von denen 100 Gulden nach Darmstadt und 30 Gulden nach Friedberg(an letzterem Orte für die durchpassirenden Truppen) gesendet worden. Der pflichtmäßigen Sorge für die ver— wundeten Krieger, für welche früher vorerst 188 fl. 53 kr. nach Friedberg und Sammlung von Leinen und Verbandzeug für das Lazareth in Hungen, gespendet wurden, soll dadurch kein Abtrag ge— schehen und ist, nachdem auch eine Privatsammlung speciell die Soldaten hiesigen Orts mit Gaben bedacht hat, die Vorkehrung getroffen, weitere 100 Gulden aus hiesigem Kurchenfonds(nach er— folgter Genehmigung der Behörde) alsbald zu weiterer Unterstützung für unsre Truppen abgehen zu lassen. Möchten diese Zeilen, um ihren Zweck zu erfüllen, die Wirkung haben, daß an recht vielen Orten rasche Entschließungen zur sofortigen heilsamen Mitwirkung für die Erhaltung der Ge— sundheit der in Feindesland mehrfach bedrohten deutschen Krieger, von deren Aufrechterhaltung unsre Hoffnung abhängig ist, freudig gefaßt werden. Wohnbach, den 29. August 1870. ECdictalla dung. 1772 Peter Häuser VI. von Nieder⸗Weisel hat gegen den mit unbekanntem Aufenthalt abwesenden Ambrosius Winter von da durch einen Anwalt dahin Klage erhoben! Beide Litiganten hätten in Folge eines Soctetäts vertrags gemeinschaftlich und zu gleichem Gewinn- und Verluftantheil in den Australischen Goldwinen gearbeitet und zum besseren Betrieb des Geschäftes im Jabre 1856 zu Ballarat eine Dampfmaschine angeschafft, welche im Jahre 1863 von der Societät over dem Beklagten als Vertreter derselben, für 200 Pfund Sterling wieder ver⸗ kauft worden sei. Das Kaufgeld babe der Beklagte verelnnahmt, von solchem aber mehrfacher Interpellatton ungeachtet nur 20 Pfund an den Kläger bezahlt, während dessen An⸗ tdeti 100 Pfund betrage. Es wud daher gebeten, den Beklagten zur Zablung der restirenden 80 Pfund Sterling= 960 fl. nebst Zinsen à 5% von Ende 1863 als dem Zeitpunkte der Auflösung der Societät, eventuell von Mitte 1866, bezithungsweise vom Tage der Bekanntmachung an schuldig zu eikennen und in die Prozeßkosten zu verur theilen. Demgemäß wird Ambrostus Winter, oder im Falle seines Ablebens werden seine gesetzlichen Erben andurch aufgefordert, sich dinnen 3 Monaten vom Tage des ersten Eischeinens der Aufforderung an, bei Strafe Eingefländnisses und Einrede⸗Ausschlusses auf die Klage zu erklären. Zugleich wird bekannt gemacht, daß alle weitere ge⸗ richtliche Verfügungen durch Anschlag in dem Gerichts local veröffentlicht werden sollen. Butzbach den 22. Juni 1870. Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer. Bekanntmachung. 2058 Philipp Emmel III. von Wohnbach kann nach dem Ergebnisse einer ftattgebabten Sachuntersuchung seinem Vermögen nicht seldffftändig vorstehen, webhalb er sich unter Curatel gestellt hat. Indem man dies zur öffentlichen Kenntnit bringt, bemerkt man, daß alle mit demselben ohne Zustimmung seiner Curatoren, Heinrich Rahn IV. und Jo b. Bommersbeim von Wohndach, abgeschiossen werden⸗ den Rechtsgeschäfte unverbindlich find. Hungen den 18. August 1870. Groß herzogliches Landgericht ungen Die, Pilger, Laudrichter. Landgerichts⸗Assessor. Arbeits ⸗Versteigerung. 2093 Für die Gemeinden meines Dienstbezirks sollen die mit dem 1. Januar 1872 gesetzlich eingeführt werden⸗ ven neuen Maaße zu fertigen auf dem Submissions. wege in Accord gegeben werden und find folgende Arbelten vorgesehen: fl. kr. 1) Für ein Stelnmaaß, ½ Kbm. haltend, Schreinerarbeit 6 4 Schlosserarbeit 7 56 2) Für ein Sandmaaß desgl. Schreinerarbelt 5 14 Schlosserarbeit 6 58 3) Fü. 2 Meterstangen, 3 5 M. lang, Schreiner⸗ arbeit 22 Schlosserarbeit 2 24 Weißbinderarbeit 1— 4) Für 3 Visir'reuze Schreinerarbeit 1 12 Weißbinderarbelt— 36 Koflenüberschlag und Accordsbedingungen liegen bis zum 15. September l. J. bet dem Unterzeichneten zur Einsicht bereit und müssen alle Sumissionen verstegelt bis dab in abgegeben sein. örledberg den 30. August 1870. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider. Bekanntmachung. 2133 Der Bäckermeister Hermann Stock zu Kessel⸗ stadt hat seine Insolvenz angezeigt. Es wird desbalb Termin zur summarischen Anmeldung der Forderungen und zum Güteversuch auf den 4. October d. J., Vormittags 9— 10 Uhr, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts, Schloßsteaße Nr. 26, anberaumt. Die nicht erscheinenden Gläubiger werden als dem Beschluß der Mehrheit beitretend an⸗ gesehen und ein etwaiger Vergleichsbescheid wird nur durch Anschlag im Gerichtslocal veröffentlicht. Han au am 1. September 1870. Königliches Amtsgericht Abtheilung II. C st er. vdt. Strohmeper. Grummetgras⸗Versteigerung. 2127 Donnerstaa den 8. d. M., Vormintags um 10 Uhr, soll das der hlefigen Gemeinde zustebende diesjährige Grummeigras in einzelnen Abtheilungen bei Gastwirih Döres dahler öffentlich meistbietend versteigert werden. Baueruheim am 2. September 1870. Großherzogliche e Bauernheim dt 2130 In einem Manufacturwaarengeschäft in einer Kretsstadt Oberbessens wird ein mit den nöthtgen Schul⸗ Herrn C. F. Walz. wird dringend verlangt. 18 0 9200 50 8 Freiwilliges Sanitätscorps. Heute, Dienstag Abend 9 Uhr, Versammlung der Krankenträger im oberen Local del Besprechung und Feststellung des Wachtdienstes. Der Aus schuß. à fl. 1. 48 kr., U Eine Karte von Frankreich Die Reymann'sch Specialkarte Friedberg und Nauheim. Kriegskarten mit Extraplan von Paris fl. 1 12, die als gan vorzüglich empfohlen werden kann; 18 kr., 14 kr. Allseitiges Erscheine 3 36 kr., 27 ff. in einzelnen Blatt à 36 kr., sowie die groß Karte des Kriegsschauplatzes zu fl. 9 Bindernagel 8 Schimpff. Grummetgras⸗Versteigerung. 2134 Donnerffag den 8. d. M. Mittags 1 Ubr, wird das Grummetgras von elrca 15 Morgen Gemeinde⸗ und 3 Morgen Schäfereiwiesen auf dem Rathhause zu Ober⸗Rosbach in Abthellungen öffentlich meiftbietend verfteigert. Ober⸗ Rosbach am 2. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Oben-Rosbach Blecher. Bekanntmachung. 2135 Donnerstag den 15. d. M., Mittags um 1 Uhr, soll das Grummetgras auf der Fürßlichen Wiese bei Dungen, genannt der Grassce, im Gehalt von circa 60 Nm. Mrg. öffentlich verkauft werden. Hungen den 2. September 1870. Fürstliches Rentamt De mme. Kriegs nummern der Gartenlaube. Die Nr. 36 bringt folgende Beiträge: Die Thurm⸗ schwalbe. Erzählung von Levin Schückin.(Jorts)— Ein Dutzend von einer Millton. Mit den Porträts der Befehlshaber der zwölf norddeutschen Armeecorps: I. Erwin Freiherr von Manteufel. II. Eduard Friedrich o. Fransecky. III. Constantin v. Alvensleben. IV. Gustav v. Alvensleben. V. Hugo Ewald v. Kirchbach. VI. Wilbelm v. Tümpling. VII. Heinrich Adolf v. Zastrow. VIII. August v Göben. IX. Gustav v. Mansteln. X. Constantin Bernhard v. Voigts⸗Rletz. XI. Julius v Bose. XII. Kronprinz Albert von Sachsen.— Eine Recognosctrung auf der Unter⸗-Elbe. Von unserem Speckal⸗Correspondenten A. Dk.(Schluß.)— Am Grabe der Mutter. Mit Ab⸗ bildung Am Grabe der Königin. Origlnalzeich⸗ nung von C. Schaal.— Carl Wilhelm vor zwanzig Jahren.— Blätter und Blüthen: Die falschen Gerüchte über die Arrettrung dreter Deutschen in Bordeaux. — Die unblutige Eroberung einer Stadt. Mit Abbildung: Lteutenant v. König erobert mit 3 Husaren Saargemünd. Nach einer Ortginalzeichnung, ein⸗ gesandt von unserm Berichterftatter Porn im Haupt⸗ quarlier.— Erich Mosen. Von A. Schwarz.— Ein Unterflützunge tag.— Der große Schweiger. Mit dem Porträt des General v. Moltke, Chef des großen Generalstabs der deutschen Armee.— Kleiner Briefkasten.— Für die verwundeten und die Frauen und Kinder unserer unbemittelten Wehrleute.— Die Franzosen dret Tage auf deutscher Erde. Von Conrad Derrmann in Saarbrücken.— In der Weißen⸗ burger Gartenlaube. Mit Abbildung von Prof. Paul Thumann.— Die Deutschen Amerikas in der Kriegsfrage. Von Theodor Kirchhoff in San Francisco. Jeden Bandwurm 2017 entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollfländig schmerz- und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Voigt, Arzt zu Croppenstedt(Preußen.) Ein Schuhmachergeselle 2128 kann dauernde Beschästigung erhalten bei Pb. Künstler II. in Södel. Ein goldener Ning 2132 wurde in der Kaffeeküche im Bahnhofe oder auf dem Wege von da nach der Stadtkirche verloren. Um Rückgabe an die Exped. wird gebeten. Ein sehr gut gearbeiteter Festungsplan von Paris Preis 12 kr. kenntnissen versehener junger Mann in die Lehre gesucht. Auskunft in der Erped. d. 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Fenntniß De. 81) 8 p) aller rock 0) von von fl) von wor 60 9 iber die K. Friedrich neben der Post in Friedberg, kusen 9, Das waren keine Deutschen! Ist es denn möglich, daß in diesen Tagen, Wo unsre theuren Gatten, Sohne, Brüder Verwundet kehren und verkrüppelt wieder — Olorreiche Sieger, doch selbst schwer geschlagen- Noch deutsche Mädchen, Frauen kokettiren Mit den frivolen fremden Offizieren, Halbwilden Turcos, Zuaven und Zephiren, Die wir gefangen auf die Festung führen; Mit Speis' und Trank sie förmlich überschütten, Cigarren, Blumen spendend überall Mit zärtlichem französ'schem Wörterschwall, Und ein„mon ange!“ aus ihrem Munde bitten?!—“ — Es ist nicht möglich!— Nein! und nochmals neil Ich ruf' es laut durch alle deutschen Gauen Im Namen aller deutschen Mädchen, Frauen: „Das waren keine Deutschen, können keine sein **