de freundliche dacht voraus- n r. nontrien russi. Sbertitschaf ches verlaul 1 1 Gesammtzahl elen stehender 0 Nann an ehen alleit —— von Ver ust in der lazarethen rauen Fritd. ei dem Litbte⸗ den hier t und we en und jpr trtrrichtungn dung balen Dit ffetbag, nachen. Bald rtr Jusfunst it Keinigung en, odet vr den Wäste 1 gen bij deidätigung u dagetathdiensit 1 Otlegeahel 1870. Donnerstag den 4. August. M91. berhessischer Anzeiger. Enthäl! die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Aus dem Großberzoglichen Negierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 30. Nr. 31. Nr. 32. Nr. 33. Nr. 34. sub 1. absoluten Richtigkeit betr. sub 1. Verordnung, die Eichordnung betreffend. Verordnung, die Verkündigung des Krtegszuftandes — sub 2. Bekanntmachung, Friedberg den 2. August 1870. der nicht zum Nordbeutschen Bunde gehörigen Gebieistheile des Großherzogtbums bt. Bekanntmachung, die Verkündigung des Kriegszuflandes dere 0 ö l e, ae (Nr. 31 und 32 wurde schon speziell bekannt gegeben.) zub 1. Verordnung, die Erhebung vor Gemelndesteuernachträgen betreffend. Verordnung, die äußersten Gränzen der im öffentlichen Verkehr noch zu duldenden Abweichungen der Maße, Gewichte und Waagen von der das Gesetz vom 11. Mai 1851 wegen der Kriegsleistungen und deren Vergütung und die zur Ausführung di Gesetzes exlassene Inftruktlon vom 8. Januar 1854 betr. 5 1 g 1 g f l ee Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Betteffend: Die Quartierleißung für die bewaffnete Macht während des Friedenszuflandes, insbesondere die Vertheilung der Quartierleistungen in den Gemeindebezirken und die Aufstellung von Ortsstatuten. Friedberg den 1. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wenn Sie nicht binnen 3 Tagen unserer Verfügung vom 2. v. M. Amtsblatt Nr. 12, erinnert in Nr. 87 des Oberhessischen Anzeigers, entsprechen, mũssen wir Wartboten zur Abholung zusenden. Ter a p p. Betreffend: Das Gemeinderechnungswesen, hier die Einsendung von Hand- und Tagebuchsauszügen für 1870. Friedberg den 1. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wenn nicht binnen weiteren 8 Tagen unserer Verfügung vom 22. April d. J. zugesendet. entsprochen ist, werden Wartboten den Saäumigen Trap p. ae en in ma ch eu ng. Betreffend: Die Ausführung des Voranschlags für die Krelskasse des Kreises Friedberg in 1870 Der Kreis Friedberg, vertreten durch den Bezirksrath und die unterzeichnete Behörde, ist zur Erfüllung der ihm nach dem Gesetze über die Kriegsleistungen vom 11. Mai 1851 obliegenden Verbind⸗ lichkeiten demnächst in der Lage, Kapitalien zu einem noch zu be⸗ stimmenden Zinsfuß aufnehmen zu müssen und haben wir in der Sitzung des Bezirksraths vom 23. v. M. die Ermächtigung zur Auf⸗ nahme von Darlehn im Bedarfsfalle im Gesammtbetrag bis zu 25,000 fl. erbalten. Indem wir demzufolge Diejenigen, welche ge⸗ sonnen sind der Kreiskasse die benöthigten Kapitalien, im einzelnen Falle jedoch nicht unter Eintausend Gulden, darzuleihen, auffordern, diese ihre Absicht umgehend schriftlich oder mündlich bei uns kund⸗ zugeben, wird bemerkt, daß die Darlehen durch die sammtlichen Ge⸗ meinden und selbstständigen Gemarkungen des Kreises garantirt und die Schuldurkunden außer uns durch die Bevollmächtigten des Bezirks, raths, nämlich den Vorsitzenden, Kammerherrn Freiherrn W. Löw von und zu Steinfurth und das Mitglied Großherzoglichen Bürgermeister Stoll zu Nieder⸗Wöllstadt vollzogen werden. Friedberg den 3. August 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg red d. Nachtrag zu dem Regulativ für das Droschkenfuhrwerk zu Bad⸗-Nauheim. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 5. d. M zu Nr. M. d. J. 6542 werden die§§. 3 und 23 des obigen Regulativs vom 5. Januar 1868 aufgehoben und treten fol— gende Bestimmungen in Kraft: 1) Für F. 3. Die Aufstellung der Droschken auf den bestimmten Warteplätzen hat während der jedesmaligen Saison und zwar vom 1. Mai bis 1. October, ohne Rücksicht auf die Witterungsverhältnisse, täglich in der Art zu geschehen, daß dieselben vom Publikum vom ersten Morgenzuge bis zum letzten Abendzuge benutzt werden können. Die an Theater-, Ball- und Concert-Abenden am neuen Kurhause stationirten Droschken haben bis zum Schlusse dieser Unterhaltungen am Platze zu verweilen. 2) Für§. 23. Jeder Droschkenfuͤhrer muß stets bei seinem Wagen bleiben und in der Regel auf dem Bocke sitzen; in den Wagen darf sich derselbe nicht setzen. Bei starkem Regenwetter ist es den Droschkenführern gestattet nach gehöriger Sicherung ihres Fuhrwerks in den nächsten Gebäulichkeiten in einer Weise Schutz zu suchen, daß sie ihre Geschirre stets im Auge behalten und etwaigen Anforderungen genügen können. Friedberg den 27. Juli 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tur a p p. Hessen Darmstadt. Der hiesige Han- delsverein wendet sich in einer warmen Ansprache an seine Mitbürger, um vor übertriebenem Miß trauen zu warnen, das so weit geht, durch über- ängstliches und übermäßiges Ansammeln der für ein gesundes Geschäftsleben und einen lebhaften Handelsverkehr unentbehrlichen Zahlungsmittel in der doppelt verschlossenen Geldkiste Sicherheit gegen ede Gefahr zu suchen. Mit Recht wird dagegen geltend gemacht, daß wir insgesammt verpflichtet sind,„nicht in kopflosem Schrecken unsere Geschäfts⸗ freunde, Nachbarn und Mitbürger durch über⸗ riebenes Mißtrauen zu schädigen, sondern mit dem alten Vertrauen und in sester Zuversicht auf den glänzenden Sieg unserer gerechten Sache unsert Geschäfte sortzutreiben, unsere Verbindungen aufrecht zu halten, unsere eigenen Verbindlichkeiten zu erfüllen und hiermit, sowie auf sonstige Wesse nach Möglichkeit zur Erfüllung fremder Verbind⸗ lichkeiten durch Dritte mitzuwirken.“ — Deutsche Hülfsvereine in London zur Unterstützung der Verwundeten haben dem groß— herzoglichen Ministerpräsidenten v. Dalwigk Ein- tausend Pfund Sterling(12,000 fl.) zu Gunsten hessischer Hülfsvereine zur Verfügung gestellt.— Nach zuverlässigen Privatnachrichten aus Bayern sind dort ungeheure Massen Lebensmittel, ins- besondere Schlachtvieh angekauft, welche sofort nach Beendigung der Militärtransporte hier ein⸗ treffen werden.— Wie man hört, soll ein großer Theil der beim Bahnbau in hiesiger Gegend arbeitenden Italiener Ordre erhalten haben zu ihren Truppentheilen heimzukehren. § Friedberg. Die Landstände sind auf den 8. d. M. einberufen, um die Gesetzesvorlage über die Errichtung von Darlehenscassen zu berathen. Gießen. Der ordentliche Professor der Rechte in unserer juristischen Facultät, Dr. Bülow, hat für die Dauer des Kriegs Urlaub genommen, um in preußische Dienste zu treten. Bülow war als geborner Breslauer schon früher Militär. Mainz. Nach der„Mainz. Ztg.“ sind dem hiesigen Hülfsverein 1000 Pf. St. durch den in London lebenden Herrn E. Pohl übermittelt wor⸗ den, die derselbe unter den dort wohnenden Mainzern gesammelt hat. * Mainz, 2. Aug. Nachdem der König im Laufe der Nacht Koblenz passirt hatte und dort mit enthustastischen Jubelrufen empfangen worden war, ist derselbe heute früh hier ein- getroffen und im groß herzoglichen Palais abgestiegen. Während der Nacht sind Rapporte von allen Armeecorps eingegangen. Es herrscht überall Ruhe und Zuversicht. Worms. Da die hessische Division als Glied des 9. Armeecorps nunmehr der Rheinarmee zugehört und unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl steht, so hat Letzterer in einem Tagesbefehl die Hessische Diviston begrüßt. Preußen. Berlin. Der König hat fol ⸗ gende Proclamation erlassen:„An mein Volk. Indem ich heute zur Armee gehe, um mit ihr für Deutschlands Ehre und für die Erhaltung unserer höchsten Güter zu kämpfen, will ich im Hinblick auf die einmüthige Erhebung meines Volkes eine Amnestie für politische Verbrecher und Vergehen ertheilen. Ich habe das Staatsmini⸗ sterium beauftragt mir einen Erlaß in diesem Sinne zu unterbreiten. Mein Volk weiß mit mir, daß der Friedensbruch und die Feindschaft wahrhaftig nicht auf unserer Seite war, aber herausgefordert, sind wir entschlossen, gleich unseren Vätern und in fester Zuversicht auf Gott den Kampf zu bestehen zur Errettung des Vaterlandes! Berlin, den 31. Juli 1870. Wilhelm.“— Der König empfing die Minister, soweit dieselben nicht zur Begleitung befohlen waren. Die Abreise des Königs erfolgte am 31. d. um 6 Uhr. Die Königin verabschiedete sich vom Könige im Warte⸗ saal. Der Perron war mit Blumen geschmückt Vor demselben hatten sich zahllose Menschenmassen versammelt, welche den König mit enthustastischen Hochrufen begrüßten. — Nach einer Bekanntmachung des General postamts sind bezüglich der gesammten deutschen Armee gleichmäßig portofrei zu befördern: 1) In Militärdienst⸗ Angelegenheiten gewöhnliche und retommandirte Briefe, Geldsendungen und Packete mit und ohne Werthsdeclaration; 2) in Privat- Angelegenheiten der Militärs und Militär⸗Beamten gewöhnliche Briefe und Correspondenzkarten, sowie Geldbriefe unter und bis 100 Thaler einschließlich. — Die„Provinzial ⸗Correspondenz“ bringt einen Artikel mit der Ueberschrift:„Zur all“ seitigen Betheiligung an der Anleihe.“ Es heißt in demselben:„Die einmüthige Volkserhebung wird in den nächsten Tagen Gelegenheit und dringenden Anlaß finden, sich zu bewähren. Soll der Kampf für die Ehre und die höchsten Güter Deutschlands glücklich durchgeführt werden, so muß die Regierung über ausreichende Mittel verfügen und die Truppen mit Allem versorgen können, was zur Erhaltung der militärischen Schlagfertigkeit erforderlich ist. Je mehr die Regierung vermag, die nothwendigen Operationen mit vollster Energie zu betreiben, desto zuver⸗ sichtlicher ist zu erwarten, daß mit dem Sieg der vollständige Ersatz aller Kosten errungen wurde. Vor Allem wird die Energie der Kriegführung dazu beitragen, die Kriegslasten auf eine möglichst kurze Zeit zu beschränken. So hat ein Jeder ein dringendes Interesse daran, daß die Absicht des Reichstags betreffs der Kriegsanleihe in Erfüllung gehe, und in solcher Zuversicht wendet sich die Regierung unmittelbar an das Volk. Die all⸗ seitige kräftige Betheiligung an der Bundes⸗An⸗ leihe ist patriotische Pflicht.“ Königsberg. Ein Tagesbefehl des com⸗ mandirenden Generals Frhrn. v. Manteuffel an die Soldaten des I. Armeecorps sagt: Es ist an Euch, zu zeigen, daß Ihr der Bildung des Jahr⸗ hunderts entsprecht, durch Eure Führung auf den Eisenbahntransporten, auf den Märschen und in den Quartieren. Hierzu gehört: blinder Gehorsam, Mäßigkeit, unbedingte Achtung fremden Eigen- thums bei Freund und Feind, gesittetes und freundliches Benehmen gegen Eure Quartiergeber. Jeder Einzelne von Euch hat auch hierin Ehre und Ruf seiner Compagnie, seines Truppentheiles, des ganzen ersten Armeecorps zu vertreten. Hannover, 1. August, 6 Uhr Morgens. Soeben traf der König hier ein. Große Menschen⸗ massen sind auf dem Bahnhofe versammelt. Ein glänzender Empfang, bei welchem der General— Gouverneur Vogel v. Falkenstein, sowie die Spitzen der Behörden anwesend waren, fand statt. Beim Erscheinen des Königs und des Grafen Bismarck 4 des Bahnhofes erscholl enthustastischer ubel. Saarbrücken. Nach der„Saarbr. Ztg.“ wird über das Gefecht vom 30. Juli Folgendes berichtet: In Folge einer eingelaufenen Meldung, daß die Franzosen die Eisenbahnbrücke über die Saar zwischen Saargemünd und Hanweiler, an der sie vor einigen Tagen die Schienen selbst aufgerissen, wieder hergestellt hätten, wurde für heute früh eine starke Recognoscirung angeordnet und zwar hatte eine Compagnie 40 er Füstliere den Befehl erhalten, bei Tagesanbruch am Hal⸗ berge zu stehen. Nachdem die Infanterie Aufstellung genommen hatte, wurde von der dort permanent stehenden Feldwache um 3 Uhr eine Ulanen⸗ Patrouille über Fechingen hinaus vorgeschickt. Gegen 6 Uhr kehrte die Patrouille zurück und meldete, daß unterhalb der Eisenbahnbrücke bei Welfferdingen die Franzosen drei Brücken über die Saar geschlagen und sie vom rechten Ufer aus bemerkt habe, daß auf dem jenseitigen Ufer zwischen Saargemünd und Großblittersdorf große Zeltlager der Franzosen sich befinden. Kurz nach dieser Meldung wurde eine Ulanenpatrouille, bestehend aus 4 Mann von der 3. Escadron in der Richtung von der französischen Gränze nach dem Dorf St. Arnual abgesendet. Einige Hundert Schritte vor genanntem Dorfe gab eine im Versteck lie- gende Abtheilung französischer Infanterie einen starken Kugelregen auf die vier Mann ab, so daß der Ulane Müller schwer in den Hals getroffen, nur noch bis in das nahe Dorf reiten konnte, woselbst er verschied; von den drei andern wurde des Einen Pferd schwer, das des Andern leicht verletzt, während der Vierte mit seinem Pferd glücklich dem Hinterhalt entronnen ist. Auf die schleunige Meldung der Ulanen eilte die am Aus- gang der Stadt liegende Feldwache 40er Füstliere nach Arnual, den sich zurückziehenden Feinden entgegen und in der Nähe der Tabaksmühle kam es zum Gefecht. Heftig wurde hin und her ge⸗ schossen, einem Füsilier drang eine Kugel vom Hals aus quer nach unten durch die Brust und zweifelt man an seinem Aufkommen; außerdem sollen noch zwei andere Füsiliere leichter verwundet worden sein und einem Ulanen wurde das Pferd erschosen. Doch auch der Feind hatte Verluste und bemühte sich, seine Verwundeten durch den Wald nach dem Spicherer⸗Berg zu bringen, wo⸗ hin auch die übrigen Franzosen sich zurückzogen. Die Arnualer Bevölkerung ließ den Verwundeten große Sorgfalt zu Theil werden und dieselben nach der ersten Pflege hierher ins Lazareth bringen. Die Franzosen haben die Batterien auf dem Spicherer⸗Berg und beim Styringer Wald, von wo aus sie am 28. Granaten bis in die Straßen von Saarbrücken geworfen haben, eingeschnitten, d. h. durch Erdaufwürfe ꝛc. die Position der Ge⸗ schütze befestigt, woraus man schliegen darf, daß sie einen Angriff von unserer Seite erwarten und ihre jetzigen Stellungen behaupten wollen.“ Ein Telegramm der„Trierer Ztg.“ besagt noch:„Feind⸗ licher Seits sind 14 Chasseurs gefallen. Unser Verlust beträgt 1 Todten und 3 Verwundete. Auch bei Gersweiler war heute ein Scharmützel, wobei einer der Unsrigen verwundet wurde. Details fehlen.“ — Die Nacht vom 30. zum 31. Juli ist ohne besondere Vorfälle auf der Vorpostenlinie verlaufen. Im Verlaufe des Tages waren die Franzosen in der Stärke von ca. 25 Mann von Großblittersdorf aus durch die Saar nach dem gegenüber gelegenen preußischen Dorfe Klein- blittersdorf gekommen, sind jedoch alsbald wieder abgegangen, ohne irgend Jemand belästigt zu haben. Trier. Die Richtigkeit der von der Tr. Z. gebrachten Nachricht betreffs des Einrückens fran⸗ zösischer Truppen in Perl kann verbürgt werden. Es waren 2 Schwadronen Cavallerie und 1 Com- pagnie Infanterie; sie gingen durch Perl bis Borg vor, wo sie fouragirten. Das Dorf Borg liegt vier Stunden von Saarburg auf der Höhe zwischen Saar und Mosel. Bremen. Der„Weser⸗Ztg.“ wird mitge- theilt, daß ein unterseeisches Kabel, welches Scilly mit London verbindet, gelegt ist. Aufträge, deutsche Schiffe zu warnen, werden, wenn an Lloyds, Seilly, gerichtet, ausgeführt werden. Bayern. München. Der Commandant der Cavallerie-Brigade, Generalmajor B. v. Tausch, wurde Nachts beim Herausgehen aus dem Gast⸗ baus zum Bären von einigen ihm auflauernden Individuen meuchlerisch angefallen und durch zwei Dolchstiche verwundet; beim zweiten Stich blieb der Dolch in der Wunde stecken und wurde dem General⸗Major, der sofort ins Gastzimmer zurück⸗ kehrte, dort herausgezogen. Die Verwundungen sollen nicht bedeutend sein. — Durch eine königliche Verordnung ist allen Städten und Marktflecken im ganzen Lande die Errichtung von Bürgerwehren als Civilsicherheits⸗ institute gestattet worden. Aus Germersheim, vom 29. d., wird ge⸗ schrieben:„Bei Bienwaldmühle glückliches Gefecht des bayerischen 10. Jäger Bataillons mit dem französischen 20. Linien⸗Regiment. Die Bienwald⸗ mühle liegt an der Lauter zwischen Weißenburg und Lauterburg auf pfälzischem Gebiete. Baden. Karlsruhe. In Betreff der Niederbronner Affaire ist zu berichtigen, daß Graf Zeppelin nicht gefallen ist, er hat sich vielmehr durchgehauen. Graf Zeppelkn ist der Schwieger⸗ sohn des reichen Mühlhauser Industriellen Köchlin, eines geborenen Stuttgarters, welcher im Elsaß ein Corps von 5000 Freiwilligen ausgerüstet haben soll. Sodann heißt der zweite der gefangenen Badenser nicht v. Rottberg, sondern v. Wechmar. Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ theilt mit, daß von jedem Reisenden, welcher Nationalität er auch immer angehörig sei, bei seinem Eintritt und Austritt aus Frankreich während des Krieges die Vorzeigung eines Passes verlangt wird. Reisende aus Preußen und den mit ihm verbündeten Staaten bedürfen einer Specialvollmacht. — Vom 28. Morgens wird aus Metz tele⸗ graphirt: Seit gestern keine neuen Begegnungen mit dem Feinde. Man sah an der Saar Ab- theilungen des 8. und 11. preußischen Corps, aber der Feind zeigte sich nirgends in größerer Stärke.— Während eines Gewitters hat sich ein bedauerlicher Fall in der Division Lorenees ereignet. Der Blitz schlug in das Haupjquartier ein und verletzte drei Offiziere. — Ein kaiserliches Decret vom 27. Juli er⸗ klärt folgende Plätze in Kriegszustand: 1) Im Bereich der fünften Militär⸗Division: Metz, Thion⸗ ville, Longwo, Bitche, Marsal, Phalsbourg, Mont⸗ méry, Verdun und Toul; 2) in der sechsten Militär⸗Division: Straßburg, Schlestadt, Neu⸗ breisach, Belfort, Lichtenberg und la Petite⸗Pierre. — Die Kaiserin hat im Namen ihres Gemahls eine Proclamation an die Flotte bei ihrer An- wesenheit in Cherbourg verlesen. — Die beiden gefangenen badischen Offiziere sind am 29. in Orleans angekommen; sie haben ihr Ehrenwort geben müssen, diese Stadt nicht ohne Erlaubniß zu verlassen. — In Chalons ist nach Privatbriefen der Wassermangel so groß, daß den Haushaltungen verboten ist zu waschen. Einem frei in der Straße umhergehenden Pferde war ein Ze mit der Inschrist um den Hals gehängt:„Wer mich er⸗ nährt, dem gehöre ich als Eigenthum.“ Das Aufhören der Zufuhr von Hämmeln, Ochsen und anderem Schlachtvieh aus Deutschland hat die Fleischpreise in Frankreich bedeutend gesteigert. Das Pfund Ochsenfleisch soll in Straßburg 5 Fres. kosten. — Man berichtet der„Londoner Times“, daß die Pariser Bataillone der Mobilgarde bei ihrer Abfahrt nach Chalons eine widerspenstige Haltung einnahmen und riefen:„Hoch die Repu⸗ blik!“„Nach Cayenne mit den Ministern!“ „Nieder mit Ollivier!“ Es sind deßhalb diese Bataillone der Vorsicht halber ohne ihre Waffen mittelst der Ostbahn nach dem Lager dirigirt worden. Großbritannien. London. Bei dem Citybankett sprach sich Gladstone dahin aus, England werde eine ehrliche Neutralität bewahren, nicht aus Selbstsucht, sondern um den Krieg zu lokali⸗ siren und nützlich vermitteln zu können, dabei werde aber England seine eigene Vertheidigungs ai l schwilng ber—5 — stehenden Ital geschebe Städten und gegen die behau Leute, die sach verhe die ganze laßt keine Regierung zun wied 100,000 das beder Geld vot vill. M. otz der Hauptqua zuwohnen Tur sagt: De sranzösise itglienisc erklärt. sprechen, dieser bezweifel zuwarten derlagen Frankre garantir, durch die Mantas Cip. Ordre er tenttiren . d 8 wird ge.. Aces Gefecht u mit den Dit impalz. a Weßebunz biete. u Betreff dg Seu, daß Gro 1 sich ditlnth er Schritge, nellen Köchl in Elsaß en ditt haden sel. stnen Badersn „at. Des„Jeumt en Rtisende angehörig st aut Franui ig kints Poft ßen und da debursen dien us Meg l 1 Begegnen der Saar ll bischen Con d in größtun hel sich ein acts ereignet. rtitt ein und N. Jul n zund: I) Niz, Thier sabertz, Nun, iu det schin Sleladt, Na 1 Petitt- Pic ihre Oenal ei ihrer d dicht 155 4 1 n; sit bab mittel nicht vernachlässigen. Die Neutralität sei schwierig gegenüber den mancherlei Forderungen der Kriegführenden. — Das ersie Contingent deutscher Matrosen, 70 Mann stark, hat sich gestern von Liverpool auf den Weg gemacht um über Hull und Rotter dam in die Heimath zu ziehen und in die preußische Flotte einzutreten. Landsleute gaben ihnen unter patriotischen Gesängen das Geleit. — Die„Times“ schreibt: Der Erlaß eines Verbots der Kohlenlieferungen an Kriegsschiffe ist unwahrscheinlich. Das an die Arsenale ergangene Verbot wird Deutschland hoffentlich befriedigen. Doch genügt dies nicht. Der Export von Waffen und Schießbedarf muß ebenfalls verboten werden, nöthigenfalls durch neue Gesetze, wofern die be— stehenden unzureichend sein sollten. Italien. Florenz. Wie der N. Fr. Pr. geschrieben wird, finden täglich in den italienischen Städten Demonstrationen für Deutschland und und gegen Frankreich statt, und unsere Regierung, die behauptet, sie wolle neutral bleiben, läßt die Leute, die„Es lebe Preußen!“ rufen, ganz ein— fach verhaften und ins Gefängniß werfen. Daß die ganze italienische Neutralität eine Lüge ist, läßt keinem Zweifel mehr Raum, und da die Regierung jüngst erst zwei Altersklassen und nun wieder zwei andere Altersklassen, zusammen 100,000 Mann einberufen hat, so ist klar, was das bedeutet; da ihr auch die Kammer das nöthige Geld votirt hat, so kann sie wirthschaften, wie sie will. Man rüstet, und man rüstet für Frankreich, trotz der Entrüstung des ganzen Landes. — General Lamarmora ist in das französische Hauptquartier abgereist, um den Operationen bei— zuwohnen. Turin. Die officiöse„Turiner Zeitung“ sagt: Der preußische Gesandte habe die Ersetzung sranzösischer Truppen in Civitavecchia durch talienische als Neutralitätsbruch und Kriegsfall erklärt. Würde die Antwort Italiens nicht ent⸗ prechen, so kehre er nicht zurück. Die Richtigkeit »ieser Nachricht wird indeß von vielen Blättern vezweifelt, jedenfalls ist vorerst Bestätigung ab— uwarten. — Die„Opinione“ sagt:„Die Nachricht „er„N. fr. Pr.“ von einer französisch⸗italienischen Allianz, wonach Italien u. a. im Falle von Nie- serlagen Frankreichs 150,000 Mann stellen, und Frankreich für deren Ausrüstang 100 Millionen jarantiren werde, seien die Ausgeburt einer urch die Ereignisse der Gegenwart überspannten Phantasie.“ Civitavecchia. General Dumont hat die Ordre erhalten, die französischen Truppen zu con- lentriren und bei dem ersten Befehl einzuschiffen. J Geht der Krieg uns alle an? II. Die schrecklichen Verwüstungen und Er⸗— pressungen, welche die Heere Jourdan's und Moreau's sich zu Schulden kommen ließen, muß man zum Theil auf Rechnung der Zucht⸗ losigkeit setzen, die in jenen revolutionären Heerschaaren eingerissen war. Diese Zucht— losigkeit hörte aber auf, als Napoleon Bona⸗ parte das Commando übernahm. Er hielt auf strenge Disciplin in der Armee und gestattete auch weder den Soldaten, noch den Offizieren und Generalen, auf eigne Hand zu plündern und zu stehlen. Darum waren aber die Be- wohner der von seinen Truppen besetzten Lan— destheile nicht besser daran als früher. Er verstand es meisterlich, ein Land auszusaugen und dessen Kräfte ganz und gar zu Gunsten ciner Armee zu verwenden. Er brachte in dlese Sache erst Methode und betrieb sie wie eine Kunst. Es würde ermüden, wenn wir die Contributionen und Requisitionen und wie die Quälereien alle heißen, einzeln aufzählen wollten Es ist genug gesagt, wenn wir be⸗ werken, daß diese Geißel jahrelang über Süd— westdeutschland geschwungen wurde und daß dadurch die Bewohner fast in Verzweiflung gebracht wurden. Wenden wir uns lieber nach enem andern Theile Deutschlands, betrachten wir das merkwürdige Stück französischer Ver⸗ waltung, dessen Schauplatz Hannover wurde. Im Jahre 1803 ließ Napoleon das Kur⸗ fürstenthum Hannover durch den General Mortier mit Truppen besetzen. Die schwache Regierung dieses Landes wagte nicht einmal einen ernstlichen Versuch des Widerstandes. Als die Franzosen nun das ganze Gebiet Hannovers in Besitz genommen hatten, begann eine systematische Aussaugung des Landes. In der kurzen Zeit vom 5. Juli bis zum 23. Dezember des Jahres 1803 wurden ledig— lich für Sold, Lieferungen, Pferde und Equi— pirung der Truppen die Summe von 17½ Million Franken erpreßt, ungerechnet die Ein— quartierungslast und die kostspielige Verpflegung der Offiziere, welche den Einzelnen zur Last siel. Der mäßigste Anschlag für den Tisch eines Offiziers betrug einen Thaler täglich, es gab aber viele, die das 2 und Zfache kosteten. Der Brigadegeneral Paethod z. B. war be— rüchtigt durch die Sultanslaunen, denen er auf Kosten der armen Einwohner fröhnte. Manche kleine Stadt, die von der Einquartierung heim— gesucht war, hat sich in eine Schuldenlast ver— strickt, die ihren ökonomischen Ruin nach sich zog. Die Schulden des Landes nahmen in den ersten 5 Monaten um 16 Million Franken zu. Außerdem mußte man die Wälder lichten, eine außerordentliche Kriegssteuer einführen und, wie auch das nicht reichte, mit Defensions-, Personen- und Pferdesteuern das schon ausge— sogene Land bedrängen. Die französische Occu⸗ pation währte 26 Monate lang. Man greift nicht zu hoch, wenn man die Kosten, welche während dieser Zeit durch die französische Occupation dem Kurfürstenthum Hannover erwuchsen, auf 45 Million Gulden veranschlagt. Die jährlichen Einkünfte des Landes dagegen betrugen damals kaum 9 Million Gulden. Man sieht, die feige Nachgiebigkeit der hannö— verschen Regierung kam das Land theuer genug zu stehen. Am 12. Juli 1806 stiftete Napoleon den Rheinbund, in welchen allmählich fast alle Fürsten Deutschlands mit Ausnahme des Kaisers von Oesterreich und des Königs von Preußen eintraten, die Häupter der ältesten deutschen Fürstengeschlechter sowohl wie die neugebackenen Fürsten von Napoleon's Gnaden d. h. seine Generale, Günstlinge und Ver— wandten. Dieser Rheinbund ist die größeste Schmach, die jemals Deutschland widerfahren ist, ein Denkmal für die tiefste politische Ver kommenheit der Nation und ihrer Fuͤrsten. Wir wollen das indessen hier ganz außer Be— tracht lassen. Wir fragen jetzt allein danach: in welcher Lage befand sich die Bevölkerung, während ihre Fürsten im Bunde mit Frankreich standen, während der franzoͤsische Kaiser Na— poleon ihr Protector war? Die Bevölkerung der Rheinbundsstaaten lieferte damals ihre Söhne als Soldaten für die großen französischen Kriege. Die Bayern, Würtemberger, Badenser, Darmstädter ꝛc. ließen sich damals für Na— poleon todtschießen im Kriege gegen Oester— reich, gegen Preußen; für den Ruhm und die Größe Frankreichs, oder vielmehr des fran— zösischen Herrschers, düngten sie mit ihrem Blute den Boden von Spanien, bleichten ihre Gebeine auf den Schneefeldern Rußlands. Wer bezahlte die Kosten für diese furchtbaren, allein im Interesse Napoleons unternommenen Kriege? Die Unterthanen. Bald stieg die Steuerlast zu einer fast unerschwinglichen Höhe. Wie schlimm der Steuerdruck war, dafür möge einer der besten Rheinbundsfürsten Zeugniß geben, der Großherzog Karl Friedrich von Baden. Derselbe schrieb an Napoleon:„Es ist unmöglich, daß solche Anstrengungen noch länger fortgesetzt werden. Ein Drittel der Landeseinkünfte wird durch Pensionen und Staatsschulden verschlungen; sie nicht bezahlen, würde Elend und Verzweiflung in alle Familien tragen. Die Auflagen sind gesteigert, Miß— vergnügen ist die Folge gewesen. Der öffent— liche Credit ist Null, die Unsicherheit der Er⸗ eignisse zerstört ihn. Die Abgaben sind im Rückstand, weil Handel und Verkehr gehemmt sind, Anleihen lassen sich keine machen.“ Weil Napoleon den Handel mit England verboten hatte und alle englischen Waaren consiscirt wurden, erlitt nicht allein der deutsche Handel die empfindlichsten Verluste, sondern es wurden auch manche Handelsartikel und Nahrungsmittel außerordentlich vertheuert. Das Pfund Kaffee oder Zucker z. B. mußte man damals mit einem Kronenthaler bezahlen. Indessen diese materiellen Lasten waren noch nicht der empfindlichste Druck, den man damals zu spüren hatte. Die Chikanen der auf deutschen Boden verpflanzten französischen Polizei berührten vielleicht noch empfindlicher. Gegen Bücher und Zeitschriften wurde die strengste Censur geübt. Im Groß⸗ herzogthum Frankfurt gar durfte nur eine ein⸗ zige Zeitung erscheinen, nämlich die offizielle. Polizeispione schlichen sich in die Familien ein, suchten selbst, indem sie sich für politische Märtyrer ausgaben, den Gefangenen unvor— sichtige Aeußerungen zu entlocken. Die Briefe wurden auf der Post erbrochen. Wehe dem, der in den Geruch eines Franzosenfeindes kam! Für ihn gab es keine schützenden Rechtsformen mehr. Der Hofrath Becker in Gotha wurde wegen eines Aufsatzes in der Nationalzeitung von franzosischen Soldaten aus dem Schooße seiner Familie gerissen und auf die Festung Magdeburg geschleppt, wo er 18 Monate lang gefangen saß. Der Buchhändler Palm in Nürnberg hatte eine nicht verbotene Schrift, „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ be⸗ titelt, deren Inhalt er wahrscheinlich nicht einmal kannte, im Buchhandel verbreitet. Dafür wurde er, der Unterthan eines mit Frankreich ver- bündeten Fürsten, vor ein französisches Militär— gericht gestellt, auf ausdrücklichen Befehl Na— poleon's kriegsrechtlich zum Tode verurtheilt und erschossen. Ueber das Königreich West— phalen, das aus vormals kurhessischem, braun— schweigischem, hannöverschem ꝛc. Gebiet gebildet und Jerome, dem liederlichen Bruder Napo— leon's, übergeben worden war, kam außer all den geschilderten Uebelständen noch ein ganz besonderes Unglück. Mit den französischen Beamten, Polizeispionen und Abenteurern der verschiedensten Sorte zog auch die französische Sittenlosigkeit ein. Kassel, die Hauptstadt des Königreichs, wurde Klein-Paris. Hören wir darüber einen hessischen Geschichtsschreiber. Rommel sagt:„Nicht der vorübergehende Druck der Einquartierung und der Kriegssteuern, nicht der Waffendienst und die gesetzwidrige Verstärkung des westphälischen Heeres für eine französische Weltherrschaft, nicht die Erschöͤpfung und liederliche Verschleuderung der Staatsein⸗ künfte war es allein, was den deutschen Vater⸗ landsfreund mit bangen Besorgnissen erfüllte. Der Despotismus und die geheimen Denun— ciationen der von inländischen und ausländischen Spionen bedienten Polizei, die schamlose Sitten losigkeit des Hofs unter einem leichtsinnigen und verschwenderischen, dem Volksbewußtsein fremden Usurpator, die Prostitution des weib— lichen Geschlechts, die tief eingeprägten bösen Flecken des französischen Sittenverderbnisses untergruben die alte treuherzige Biederkeit, die männliche Kraft und das dem deutschen Bürger und Landmann noch immer inwohnende sitt— liche Gefühl.“ Wie schwer, schwer haben doch die Bevöl— kerungen der Rheinbundsstaaten büßen müssen für die Schmach, daß sie durch Stiftung des Rheinbundes statt deutscher Reichsfürsten fran— zoͤsische Vasallen zu Oberherrn bekommen hatten! Für die Einrichtung eines Kriegs- lazarethes in der Turnhalle bedarf es eines Vorrathes von Haushaltungs— gegenständen verschiedener Art, als: Teller, Schüsseln, Trinkbecher, Thee, und Kaffeetöpfe, Waschschuͤsseln, Loͤffel, Messer und Gabeln, Nachtgläser, Spirituslampen, Leuchten, Later— 5 N Nieder⸗Florstadt 83 54 3) durch Herrn Bürgermeister Möbs in Nieder⸗Mörlen 74 1½ von Herrn Bergverwalter Schwarz, Kaisergrube 1— 8„ Hermes in Ockstadt 775— 5„ J. Müller in Wölfersheim— 30 durch Herrn Bürgermeister Helfrich in Fauerbach 27 16 *„ Mayer Hirsch von dem israelitischen Verein hier 20— in der Collecte Frieddergs 430 471 19½ nen, Lampendochte, Oel zum Brennen), Lichter, Seife, Wachsstöcke, Nachtstühle, Servietten, Tischtücher, Knöpfe und Nähzeug, Tische, Stühle, Küchengeräthschaften aller Art. Alle hiesigen Einwohner, welche in ihren Haushaltungen dergleichen Gegenstände ent⸗ behrlich haben, werden gebeten dieselben dem Lazareth zu überlassen, und zwar leihweise, so weit nicht die Gegenstände durch den Gebrauch sich abnutzen oder verzehren. Mitglieder des Turnvereins werden sich nächsten Freitag und Samstag mit der Ein⸗ sammlung von freiwilligen Gaben dieser Art beschäftigen, und werden Alle, die das Lazareth mit solchen Gaben unterstützen wollen, ersucht dieselben an den genannten Tagen in ihren Wohnungen bereit zu halten. Bescheinigung. Bei Herrn Jean Huber, Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten, sind weiter eingegangen an baarem Gelde: fl. kr. durch Herrn Pfarrer Walloty in Ostheim 54 7 „„ Pfarrer Urich in Beienheim 9 2 2 Bürgermeister Hensel in Schwalheim 31— 8„ Pfarrer Eckhard in Dorheim 21 24 —„ Pfarrer Fuchs in Langenhaln 17— 1„ Pfarrer Müller in Staden 81— Frau Regicrungsrath Trapp hier: 1) durch Herrn Lehrer Pabst in Bönstadt 45 35 2) durch Herrn Bürgermeister Wagner in Hierzu die erste Bescheinigung 844 22 Zusammen 1315 41½ Ferner gingen ein: von Herrn Kammmacher Mai 18 Frisirkämme, von Fräulein Volk 1 Pack Baumwollwa tte, Schreibpapier, Stahlsedern, Bleistiften, durch Herrn Pfarrer Arich in Beienheim 20 Hemden, 6 Betttücher, Bettüber⸗ züge, 50 Binden, Tücher, Charpie und Leinwand, durch Herrn Bürgermeister Wolf in Rödgen 1 Korb Leinwand, durch Herrn Polizeidiener Rack in Schwalheim 1 Pack Leinwand, durch Herrn Bürgermeister Geibel in Seen 1 Korb Leinwand, durch Herrn Pfarrer Fuchs in Ziegen⸗ berg und Langenhain 1 Sack Leinwand, durch Herrn Lehrer Pabst in Bönstadt 57 Binden, 31 Tücher, 106 Compressen, 9 Hemden, Charpie, durch Herrn Pfarrer Müller aus der Gemeinde Staden 25 Hemden, 3 Paar Unterhosen, 3 Paar Strümpfe, 3 Betttücher, 22 Binden, 160 Compressen, 11 Tücher, Charpie, 3 Töpfchen Gelce, 3 Pfeifen, 79 Salbeläppchen, von Herrn Lenz in Bauern⸗ heim 1 Päckchen Leinwand und Charpie, durch Herrn Director Matthias von Frau Decan Buchhold und Frau Bürgermeister Maul in Ossenheim 5 Betttücher, 13 Hem⸗ den, 2 Paar Strümpfe, 16 Binden, 106 Compressen, Charpie, Leinen, Shirting, von Herrn W. Fertsch hier 4 Schwämme, durch Frau Regierungsrath Trapp aus Nieder⸗ Florstadt 21 Hemden, 6 Betttücher, 1 Pack Binden, Compressen, Charpie, durch Herrn Bürgermeister Helfrich in Fauerbach 5 Hemden, 3 Betttücher, 3 Handtücher, 2 Halsbinden, Leinwand und Charpie, durch Herrn Lehrer Üsinger in Fauerbach v. d. H. Flanell, Binden, Oe„ Compressen, Charpie, durch Herrn Pfarrer Siebert Münster 11 wollene Binden, Hemden, Compressen, Lein⸗ wand, Charpie, von Frau Pfarrer Siebert in 4 1 Korb mit Himbeersast, eingemachte Kirschen, getrock ete Zwetschen, durch Frau Pfarrer Becker in Bruchenbrücken 34 Hemden, 12 Taschentücher, 6 Handtücher, Betttücher, Binden, Compressen, Strümpfe, durch Herrn Lehrer Werner in Ober⸗Rosbach 12 Hemden, 17 Handtücher, 2 Verband⸗ tücher, 2 Pack Compressen, Charpie und alte Leinwand. Hierfür dankend wird um weitere Liebesgaben gebeien. Friedberg den 2. August 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. Hurrah, Germania! Hurrah, du stolzes schöͤnes Weib, Hurrah, Germania! Wie kühn mit vorgebeugtem Leib Am Rheine stehst du da! Im vollen Brand der Juligluth Wie ziehst du frisch dein Schwert! Wie tritist du zornig frohgemuth Zum Schutz vor deinen Heerd! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Du dachtest nicht an Kampf und Streit: In Fried' und Freud' und Ruh' Auf deinen Feldern, weit und breit, Die Ernte schnittest du. Bei Sichelklang, im Aehrenkranz Die Garben fuhrst du ein: Da plötzlich, horch, ein and'rer Tanz! Das Kriegshorn über'm Rhein! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Da warfst die Sichel du in's Korn Den Aehrenkranz dazu; Da fuhrst du auf in hellem Zorn, Tief aihmend auf im Nu; Schlugst jauchzend in die Hände dann: Willst du's, so mag es sein! Auf, meine Kinder, alle Mann! Zum Rhein! zum Rhein! zum Rhein! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Da rauscht das Haff, da rauscht der Belt, Da rauscht das deutsche Meer; Da rückt die Oder dreist in's Feld, Die Elbe greift zur Wehr. Neckar und Weser stürmen an, Sogar die Fluth des Mains! Vergessen ist der alte Span: Das deutsche Volk ist Eins! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania 4. Schwaben und Preußen Hand in Hand; Der Nord, der Süd Ein Heer! Was ist des Deutschen Vaterland,— Wir fragen's heut nicht mehr! Ein Geist, Ein Arm, Ein einz'ger Leib, Ein Wille sind wir heut! Hurrah, Germania, stolzes Weib! Hurrah, du große Zeit! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Mag kommen nun, was kommen mag: Fest steht Germania! Dies ist All⸗Deutschlands Ehrentag: Nun weh' dir, Gallia! Weh', daß ein Räuber dir das Schwert Frech in die Hand gedrückt! Fluch ihm! Und nun für Heim und Heerd Das deutsche Schwert gezückt! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Für Heim und Heerd, für Weib und Kind, Für jedes theure Gut, ö Dem wir bestellt zu Hütern sind Vor fremdem Frevelmuth! Für deutsches Recht, für deutsches Wort, Für deutsche Sin' und Art,— Für jeden heil'gen deutschen Hort. Hurrah! zur Kriegesfahrt! Hurrah, hurrah, hurrah! Hurrah, Germania! Auf Deutschland, auf, und Gott mit Dir! In's Feld, der Würfel klirrt! Wohl schnürt's die Brust uns, denken wir Des Bluts, das fließen wird! Dennoch das Auge kühn empor! Denn siegen wirst du ja: Groß, herrlich, frei wie nie zuvor! Hurrah, Germania! Hurrah, Victoria! Hurrah, Germania! 5 Ferdinand Freiligrath. Kriegskarten bei Bindernagel& Schimpff. Vorschuß- und Credit-Verein zu Mieichelsheim. 1996 Sonntag den 7. August, Mittags 3 Uhr, General-Versammlung im Gasthaus zur Lilie daselbst. Tages o 1) Vorlage des Rechenschaftsberichts vom abgelaufenen 2. Quartal. 2) Ob und wie weit aus der Casse des Vereins eine Unterstützung an baarem Gelde an die im Felde stehenden Truppen und deren Hinterlassenen geleistet werden sollꝰ rden un g: Oeffentliche Aufforderung. Betreffend: Den verschwenderischen Lebens⸗ wandel des Heinrich Cris- pens II. in Lindheim. 1990 Ansprüche an Peinrich Crispens II. zu Lind⸗ heim find binnen 8 Tagen bei dem unterzeichneten Gericht zur Anzeige zu bringen. Altenstadt am 26. Juli 1870. Groß herzogliches Landgericht Alten stadt Hoffmann. Pferde ⸗Versteigerung. 2001 Dienstag den 9. August d. J., Vormittags 11 Ubr/ soll am hiesigen Rathhause ein leichtes Zugpferd, dunkel⸗ braune Stute, öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg am 3. August 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg o uc ar. Ein israelitisches Mädchen 1989 wird gegen hohen Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Obst⸗Versteigerung. 1999 In den gräflichen Gärten dahier sollen Freitag den 5. d. M., Nachmittags 2 Uhr, nach verzeichnete Obst⸗ sorten baumweise gegen Baarzahlung versteigert werden: 16 Bäume Pflaumen, 8 Aprikosen, 3„ Frübbirnen, 1 Baum Frühäpfel, 1„ Maulbeeren, 8 Sauerkirschen. Schloß Ilbenstadt, 2. August 1870. Gräflich Leiningen'sche Rentet Bie trau. Ein geräumiges Logis 2000 in meinem Hause in der Vorssadt ist zu vermiethen Heinrich Rumpf, Schlossermeister. Ein gutes Pferd 1997 ist billig zu verkaufen bei Edictalladung. 1995 Die nachstehenden in der Gemarkung Ockstadt gelegenen Grundftücke, nämlich: 3 Ord.⸗Nr. Flur. Ne.[I Klftr. 10 XXVI. 5. 116. Wiese Gewann im Ried, A 1 XVI. 525, 1 ace e A e- 5512.„5 r 5 XXVI. 104. 36.„„„ 1 welche in dem Grundbuch auf den Namen der Georg geblich auf deren Sohn. J. A. Wagner übergegangen find, find veräußert worden. an diese Parzellen urkundlich nicht nachgewlesen werden kann, so werden Alle, welche an solche Eigenthums⸗ ansprücht zu bilden haben, aufgefordert, solche so gewiß binnen 8 Wochen a dato dahier zur Anzeige zu bringen, als sonst die vorliegenden Kausbriese beffätigt und der Eintrag der Erwerbtitel in das gerichtliche Mutatlous⸗ verzeichniß verfügt werden wird. Friedberg den 23. Juli 1870. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Arbeits ⸗Versteigerung. 1998 Dienstag den 9. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Oppersbofen das Anfertigen eines Hofthors am Schulhaus einer öffent⸗ lichen Versteigerung ausgesetzt werden und beträgt del Kostenüberschlag hierfür 25 fl.— kt. — die Schlosserarbeit 7„ „ Weißbinderarbeit 6„ẽ 40, „ Maurerarbeit 4% Gambach am 1. August 1870. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher. Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Freitag Abende 7 ub. 15 Samstag Morgens 8 Ubr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. — Konrad Engelhard in Butzbach. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. e Wagner Wittwe in Friedberg eingetragen und an? Da das Eigenthumsrecht enthält! — 1 bie zu G1 belt, die blatt Sestt Vom 21. dedarfs de Betteff U. hessische wie dor den 10 findet. pflichtige präeis commiss pflichtig Die zun eingetr. ssch ebe Departe und 4