stmagd tm! 1870. Donnerstag den 3. März. 27. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amilichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Ftiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Hetreffend: Die Erhebung der Jahresbeiträge zur Schullehrer-Wittwenkasse, insbesondere die Aufrechnung und Qutttirung derselben. Amtlicher Theil. Friedberg am 28. Februar 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Es ist in neuerer Zeit sehr häufig vorgekommen, daß Rechner von Fonds, welche zur ebrer⸗Wittwenkasse angewiesen sind, die auf Seite 265 des Großherzoglichen Regie zerzoglicher Ober Studiendirektion vom 6. September 1851 nicht befolgt haben. Da durch rungsblattes de Zahlung der Jahresbeiträge an die Schul⸗ 1851 enthaltene Bekanntmachung Groß⸗ die Nichtbefolgung dieser Bekanntmuchung ge⸗ wöhnlich Anstände veranlaßt werden, deren Beseitigung vielfache Schreibereien nöthig machen, so beauftragen wir Sie, die Rechner, ins⸗ besondere die Gemeindeeinnehmer von zur Zahlung der Jahresbeiträge an die Schullehrer Wittwenkasse augewiesenen Befolgung der besagten Bekanntmachung aufzugeben und daß dies geschehen anzuzeigen. Fonds die pünktliche Trapp. Hessen. liche Regierungsblatt Nr. 6 enthält: 1. Bekanntmachung, das Verfahren mit den nach dem 1. Januar 1870 in das militärpflichtige Alter tretenden Studirenden der Theologie ꝛc. bezüglich Ableistung ihrer Militärdienstpflicht betreffend. II. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 11. Dezember 1869 fiel der neunjährige Sohn des Land⸗ gerichtsactuars Wachtel zu Hirschhorn in den reißenden und hoch angeschwollenen Laxbach und war in Gefahr zu ertrinken. Nachdem Joseph Weis von Hirschhorn und Joseph Berthold 1. von da vergeblich versucht hatten, den Knaben zu retten, wobei letzterer von der starken Strömung umgerissen wurde und selbst dem Extrinken nahe war, prang der Gastwirth Theodor Berthold, Sohn des Jose ph Berthold, gleichfalls in die Fluthen und brachte mit zigner Lebensgefahr den bereits besinnungslosen Knaben Zlücklich ans Ufer. S. K. H. der Großherzog haben dem Theodor Berthold für diese mit großer Lebensgefahr aus⸗ geführte That das allgemeine Ehrenzeichen mit der In⸗ christ:„Für Rettung von Menschenleben“ Allergnädigst zu verleihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Ent- chließung wird diese eoͤle That, sowie die menschenfreund⸗ liche und muthvolle Handlungsweise des Joseph Weis und des Joseph Berthold I. zur dssentlichen Kenntniß Zebracht. III. Bekanntmachung Großh. Commisston für Post⸗ Angelegenheiten, den Tarif für die Landpostbestellung betr. Für die von den Landbriefträgern auf ihren Bestellgängen eingesammelten Sendungen gilt nachstehender Tarif: Es werden in Ansatz gebracht: 4. Für Gegenstände zur Wel⸗ tersendung durch die Postanstalt des Stationsorts des Landbriefträgers nach einer andern Postanstalt: für xecom⸗ mandirte Sendungen, für Postanweisungen, für Packete ohne Werthsdeclaration, für Sendungen mit Werthodecla— cation, für Postvorschußsendungen außer den larifmäßigen Porte⸗ und sonstigen Gebühren eine Nebengebühr von 2 tr. für jeden Gegenstand; diese Nebengebühr ist vom Absender im Voraus zu entrichten; für gewöhnliche Briese, Drucksachen und Waarenproben wird eine Nebengebühr nicht erhoben. B. Für Gegzenstände au Adressaten im eigenen Orts- oder Laud⸗Bestellbezirke der Postanstalt des Slationserts des Landbriefträgers, gleichviel ot die Seu⸗ dung an den Adressaten bestellt oder von der Postanstalt abgeholt wird: 1) für gewöhnliche Briefe 2 kr.; 2) für Drucksachen und Wagrenproben, welche den reglementarischen Vorschriften entsprechen, im Frankirungsfalle 1 kr., andere derartige Sendungen unterliegen der ad 1 bezeichneten Gebühr; 3) für recommandirte Sendungen 6 kr., für die Beschaffung des Rückscheins(Relour⸗Recepisses)— welche sich nach dem Verlangen des Absenders richtet— ist sol⸗ chen Falls eine weitere Gebühr von 3 kr. vom Absender im Voraus zu entrichten; 4) für Postanweisungen, ohne Mücksicht darauf, ob zugleich der Geldbetrag dem Adressaten mit Überbracht wird oder nicht 7 kr., Postanweisungen müssen stets frankirt werden; 5) für Packete ohne Werths⸗ declaratien, 6) für Sendungen mit Werthsdeclaration, 7) für Postvorschußsendungen, diejenigen Sätze, welche für dergleichen Sendungen zwischen Postanstalten bei einer Enisernung bis zu 5 Mellen zu erheden sind.(et. 88. 2 und 3 des Gesetzes über das Posttaxwesen im Gebiete des Norddeutschen Bundes vom 4. November 1867, sowie §. VI. der Anlage bes Reglements vom 11. December 1867 zu dem Gesetze über das Postwesen des Norbdeut⸗ schen Bundes.) Es macht dabei keinen Unterschied, ob die Abtragung nur den Beglelbrief, beziehungsweise den Schein, oder auch die dazu gehörige Sendung selbst umfaßt. IV. Verzeichniß rechtekrästig gewordener, in Gemäß⸗ heit des Art. 30 bes Strafgesetzbuchs im Regierungsblatt bekannt zu machender Straferkenntnisse der Gerichte der Provmz Oberhessen. V. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, des Art. 30 des Strafgesezbuchs im NRegierung in Gemäßheit Darmstadt. Das Großherzog kannt zu machender Straferkenninisse der Gerichte der Provinz Rheinhessen. VI. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden. VII. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 5. Februar dem Jacob Fuchs von Jügesheim zu gestatten, daß der⸗ selbe statt seines bisherigen Familiennamens Fuchs künstig⸗ bin den Familiennamen Eiles führe. VIII. Dienfinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst gerubt: am 1. Februar dem evang. Pfarrer zu Moneheim, Friedrich Lauer, die evang. Pfarrstelle zu Wald⸗Uelversheim zu übertragen;— am 9. Februar dem Schullehrer an der ersten evang. Schule zu Königstädten, Mohr, die erste evang. Schul⸗ stelle zu Dudenhofen zu übertragen. IX. Gestorben: am 17. Februar der Schullehrer Lawall zu Essenheim,— an demselben Tage der Mit⸗ prediger Größer zu Grünberg;— am 20. Jauuar der Schullehrer Kopp zu Oderaheim. Darmstadt, W. Febr. Die Zahl der nach zweimonatlicher Unterbrechung der Sitzungen eingelaufenen Eingaben ist eine sehr große. Wir heben von denselben hervor: eine Gesetzesvorlage des Ministeriums des Innern, die Zusammenlegung der Grundstücke betr.; eine Vorlage des Ministeriums des großh. Hauses und des Aeußern über die zwischen den Rhein- uferstaaten bezüglich der Fischerei auf dem Rhein und seinen Zu- und Ausflüssen bis ans offene Meer abgeschlossene Convention; eine Vorstellung der israelitischen Religionsgemeinde zu Friedberg, die freie Wahl ihres Vorstandes betr; eine gegen den Wernher'schen Vorschlag gerichtete Eingabe der Stadt Friedberg bezüglich des Ausschlags der Communalumlagen auf die Einkommensteuercapi⸗ talien; sowie ferner eine Anzahl von Recommuni- cationen des andern Hauses. Seitens des Kriegs- ministeriums wird die Mittheilung gemacht, daß der Präsident dieses Ministeriums, Oberst Dorn- seiff, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen dreimonatlichen Urlaub angetreten, der Major v. Herget das Präftdium interimistisch über— nommen habe und der Hauptmann Ronstadt zum Regierungscommissär bei dem Landtag ernannt worden sei. Der Minister des Innern, von Dalwigk, beantwortet schriftlich eine an ihn von den Abgg. K. J. Hoffmann und Dern⸗ burg gerichtete Interpellation bezüglich der von der badischen Regierung in Aussicht genommenen Bahnlinien Mannheim-Rosengarten und Eberbach— Erbach. Die Antwort lautet, daß diese beiden Linien allerdings der Main-Neckar-Bahn Con- currenz machen könnten, und deßhalb die Regie— rung vor der Concessionirung der Kammer die entsprechende Vorlage machen werde. Dernburg bringt seinen Antrag auf Abschaffung der Todes— strase in Erinnerung und wünscht um so mehr eine baldige Berathung, da sich der norddeulsche Reichstag demnächst mit dieser Angelegenheit bei Berathung des Strafgesetzbuches beschäf— tigen werde. Von den Gegenständen der Tages- plalt be⸗ ordnung erwähnen wir, daß bezüglich der Hunde— Zweite Kammer. steuer die Kammer auf ihrer früheren Ansicht beharrt, die Erhöbung der Staatshundesteuer ver⸗ wirft und den Gemeinden freistellt, eine Com⸗ munalhundesteuer von 3 fl. zu erheben. Preußen. Berlin. Der„Post“ geht die bestimmte Versicherung zu, daß der Rücktritt des Kultusministers seit vorigen Donnerstag ein Faktum sei, nur über den Nachfolger dabe man sich noch nicht geeinigt. — Die Vertagung des Conciles wird hier von gutunterrichteter Seite entschieden bestritten. Der Papst habe, so heißt es, auf derartige An⸗ deutungen sofort die bestimmte Erklärung ab⸗ gegeben, der materiellen Gewalt könne es gelingen, das Concil zu sprengen, niemals aber werde er der Schwäche und der Pflichtvergessenheit sich schuldig machen, durch diese Vertagung es moralisch zu lödten. — Die Berliner Blätter betonen die auffallende Erscheinung, daß das hochconservative„Preuß. Sonntagsblatt“ eine historische Seizze von Otto Spielberg bringt, worin es vom Militaris- mus unserer Zeit heißt:„Die Zeiten kommen nicht mehr wieder. Das Maschinenwesen der Heere hat aufgehört und die Lieferungen von menschlichem Kanonenfutter finden immer weniger „Freunde und Gönner“. Die Tage werden kommen, wo die stehenden Heere gänzlich ab— geschafft und ein Napoleon des Friedens von uns als Erlöser, als Retter und Herr begrüßt werden wird. Die Kriege gehören der Barbarei an; deren Urheber und Durchfechter werden in der Gegenwart zwar noch mit Lorbeeren geschmückt, die Zeit ist aber nicht mehr ferne, wo man nur den Feldherren Kränze reichen wird, die auf dem Schlachtfelde der Industrie, der Kunst und der Wissenschaft Siege errungen.“ — In der Reichstagssitzung begann die De— batte über den die Todesstrafe betreffenden Passus des Strafgesetzbuches, Für die Beibehaltung der Todesstrafe sprachen hauptsächlich Reichensperger und der Justizminister Leonhardt, welcher aus- führte, das Volk sei von der Verwerflichkeit der Todesstrafe keineswegs überzeugt und der Gesetz⸗ geber müsse den Rechtsanschauungen des Volkes folgen. Gegen die Beibehaltung ergriffen der k. sächsische Bundescommissär Klemm, Prinz Hand- jery, Schwarz und Lasker das Wort. Die Rede des Letzteren wurde sehr beifällig aufgenommen. Auch Bundeskanzler Graf Bismarck sprach sich in längerer Rede für Beibehaltung der Todes- strafe aus und erklärte: das Strafgesetzbuch werde schwerlich im Bundesrathe die Majorität exlangen, wenn das Haus die Todesstrafe verwerfe. Preußen werde mit allen Stimmen für Beibehaltung der Todesstrafe stimmen und seinen ganzen Einfluß in diesem Sinne aufbieten. Trotz dieser Erklärung wurde die Aufhebung der Todesstrafe, gemaͤß den KWE 2— 4 ——— — — — ——ę— Anträgen der Abgeordneten Kirchmann und Fries, mit 115 gegen 81 Stimmen beschlossen. — Nach dem„B. B. C.“ soll der König von Preußen persönlich gegen die Aufhebung der Todesstrafe sein, weil er darin eine Schmälerung der Hoheitsrechte erblickt. i — Wie der„Karlsr. Ztg.“ ohne Zweifel von ofsiziöser Stelle aus Berlin gemeldet wird, entbehrt die Nachricht von der Entlassung Mühler's aller Begründung. 0 Bayern. München. Der baverische Ge sandte in Wien, Graf Brap, hat telegraphischen Berichten nach dem Könige seine Geneigtheit, das Portefeuille des Aeußeren zu übernehmen, aus- gesprochen und man sieht seiner Hierherkunft von Wien in den allernächsten Tagen entgegen. Baden. Karlsruhe. Die„Karlsruher Zeitung“ bringt einen Artikel in Bezug auf den Antrag des Reichstagsabgeordneten Lasker, in welchem sie erklärt, daß die badische Regierung diesem Antrag durchaus fremd sei. Ihre politische Richtung berube wesentlich auf den Landes-In- teressen und Rückfichten Badens. Der Artikel schließt mit den Worten:„Die Regierung stätzt ihre Hoffnung auf die Erreichung Dessen, was die Interessen des Landes dringend erheischen, und darauf, daß diese Interessen im entscheidenden Punkte mit den unvertilgbaren Bedürfnissen und Bestrebungen des gesammten deutschen Volkes zu⸗ sammenfallen. Die Hoffnung kann nur gestärkt werden durch die wiederholte nachdrückliche Er⸗ klärung des Bundeskanzlers, daß auch er die gegenwärtige halbe Einigung Deutschlands nicht als ein Definitivum betrachte.“ Oesterreich. Aus Krakau kommt die Nachricht, daß Barbara Ubrtk am 24. Februar im Heiligengeist⸗Spitale gestorben sei. Das Leichenbegängniß soll aus Furcht vor Demon- strationen geheim Statt finden. Wien. Die Wiener Buchdruckerei und Schriftgießereibesitzer werden am 1. März in ihren Offtzinen einen neuen Tarif, welcher den Verdienst der Gehülfen wesentlich gusbessert, in's Leben treten lassen. Der Strike der Setzer dauert in⸗ zwischen fort und scheint schwere Consequenzen für andere Kreise nach sich zu ziehen; denn W. Bl. zufolge bereiten jetzt auch die Kellner, die Gerber, die Bäcker, die Schneider und Schuhmacher der österreichischen Hauptstadt Arbeitseinstellungen für die nächste Zeit vor. — Ein offizieller Bericht an den Budget⸗ Aus schuß gibt an, daß die Rettungsarbeiten im Salzbergwerk von Wieliczka bis Ende 1869 bereits 294,787 fl. gekostet haben. Der Werth des ausgepumpten und in die Weichsel abgeleiteten Salzwassers ist nicht veranschlagt. Nach den offiziellen Versicherungen sollten die angesammelten Wassermassen spätestens bis Ende Juni 1869 aus gepumpt und die Süßwasserquelle verstopft sein. Es ist aber bis heute noch nicht gelungen. Schweiz. Schweizer Blätter bringen fol. gende Nachricht: Von dem Kanton Aargau wurde dem Bischof von Solothurn anbefohlen, von Rom unverzüglich an den Sitz seiner Diözese zurückzukehren, da ihn, wie es in der Motivirung beißt, die Diözesan⸗Kantone für Besorgung seiner bischöflichen Angelegenheiten und nicht dafür be⸗ solden, daß er in Rom für die Infallibilität des Papstes wirke. Frankreich. Paris. Fast alle Blätter beschäftigen sich mit der Kammersitzung vom 25. Febr., in welcher mit dem Zugeständniß der Regierung, sie wolle auf die offiziellen Kandida⸗ turen verzichten, das„persönliche Regiment“ zu⸗ sammengestürzt ist mit der Niederlage, welche die Rechte der Kammer erlitten. Die„Liberte“ nennt die Sitzung eine würdige Feier des Jahrestages der Ploklamation der Republik. Die„Presse“ sazz Der gestrige Tag ist des Sadowa der Rechen gewesen. Zum ersten Mal hat sie das Minlsterium von vorn angegriffen und ihm eine regelrechte Schlacht geliefert; sie hat eine jener Niederlagen erlitten, von denen man sich nicht wieder erbolt. — Das Abendblatt des„Journal officiel“ bestätigt, daß der Staatsrath die Reduktion des Contingents pro 1871 um 12— 15,000 Mann beschlossen habe. — Obgleich vielfache Bankette zur Feier des Jahrestages der Proclamation der Republik von 1848 abgehalten wurden, so kam es doch nirgends zu Demonstrationen. f Großbritannien. London. Eine Ver⸗ minderung der Flokten- und Heeresausgaben um 1,883,000 L.— dies sind die Ergebnisse dessen, was Kriegs- und Flottenminister in ihrem Bereiche für dieses Jahr zusammengestrichen haben. Davon kommen auf die Flotte 746,111 L., auf das Heer 1,136,900 L. Gewiß ein bedeutendes Er- sparniß, zumal wenn man bedenkt, daß das letzte Armee⸗Budget ebenfalls um eine Million L. ver⸗ ringert worden war. Somit beträgt dessen Er- mäßigung seit der Uebernahme durch das gegen⸗ wärtige Kriegsministerium schon 2,692,000 L. Spanien. Die beschäftigungslosen Arbeiter haben auf ihren Versammlungen ein Gesuch an die Cortes beschlossen und bereits überreicht, welches nach einer kurzen Einleitung lautet:„N die Arbeit unser einziges Erbtheil ist und gegen— wärtig mehr als 40,000 Arbeiter und eben so viele Familien wegen Mangels an Arbeit zu Grunde gehen, so ditten wir die verfassunggeben— den Cortes, mit der erforderlichen Beeilung die sociale Frage zu lösen, indem sie alle Mittel nahelegen, um die Söhne der Arbeit von dem sicheren Tode zu erretten und das Land vor ernsten Kämpfen zu bewahren.“ Nußland. Petersburg. Der bereits vor zwei Jahren angeregte Plan, in Sibirien eine Universität zu errichten, ist neuerdings wieder aufgenommen worden. Es haben sich von den in Irkutsk, Tobolsk und Omsk freiwillig zurück— gebliebenen Verbannten mehrere zur Uebernahme von Lehrerstellen erboten, unter ihnen zehn Lite— raten, die auf deutschen Univeisitäten studiet haben, und acht Priester, die im Seminar ihre Ausbil- dung erlangten. Amerika. Die„Newyorker Handelsztg.“ meldet einen Vorgang, welcher ernste Folgen haben könnte. Auf den Straßen von Havana wurde auf vier Amerikaner gefeuert, weil sie blaue Hala— binden trugen. Zwei von ihnen wurden getödtet, die Anderen verwundet. Der Generalcapitän ist außer sich, und Herr Fish verlangt Erklärungen. Wollte man Krieg, so würde es nicht an Grün— den fehlen. — Ober-Mörlen.— Unser Gesundheitszustand beschästigt noch immer(in Nr. 46) das Mainzer Abend— blatt“).— Nur tritt stait des H' Correspondenten ein R⸗Correspondent auf(falls nicht P-Correspondent aus Gründen schwieg und als R-Correspondent hervorsprang, um den H zu sekundiren). R behauptet gerade wie, mit solchen Beweisen den hiesigen unzünstigen Gesund— heitszustand, daß wir kaum mehr zu folgen vermögen, zumal„des Lebens Unverstand mit Wehmuth zu genießen“ uns eben nicht amüsirt.— Der R bricht eine neue Bahn in der statistischen Berechnung: denn nach seiner Theorie ist, falls z. B. in einem Dorfe von 2000 Seelen in einer Woche 4 Personen zufällig sterben, die Sterblich— keit eine enorme, nämlich 10,5%; sterben gar z. B. in einem solchen Dorfe in einem Tage 3 oder 4 Personen so ist die Sterblichkeit unerhört, denn nach R's Theorie sind es ganze 540%.— E ist aber auch galant, er wirft uns vor, daß wir in Nr. 20 d. Bl.„die Grenzen des Anstandes und der guten Sitte überschritten hätten.“ Das kann wahr sein, denn wir haben gegen etwas zu kämpfen versucht, wogegen die Götter vergebens kämpfen, nämlich gegen Gescheidigkeit im Uebermaß.— R wirft uns weiter „eine närrische Wuth“ vor. Das Ist, gelinde gesagt, ein zu kühner Sprung, haben wir doch in Nr. 20 uns schuldig erklärt aus Versehen geirrt zu haben, während wir nur die Behauptungen des H nicht gelten ließen, und sogar zum Schlusse harmlose Wünsche in Bezug auf Berichte über Consum gebratener Gänse und Epidemieen des Borstenvieh's in K. äußerten, um damit die seltene Begabung unseres Freundes in R anzuerkennen. Und wenn X in solchen harmlosen Wünschen„närrische Wuth“ erblickt, so muß es ihm, als er die Antwort an M beherzigte, ergangen sein, wie dem Prinzen Katzen⸗ jammer, dem sich, weil er voll Galle ist, Alles was sich um ihn befindet, in grüngelber Farbe repräsentirt.— Indessen sehen wir in aller Wuth, wenn's denn so sein soll, den wuthlosen weiteren lilerarischen Produkten des R oder Hentgegen, vielleicht dürfte auch, da eben der März begonnen, ein ergänzender Bericht über die Katzen⸗ sepidemieen in K., bald zu erwarten sein. Schließlich 1 ) Wir hatten in dieser Angelegenheit die Debakten für geschlossen erklärt. Da aber das„Abendblatt“ die— selbe wieder aufgreift, so glaubten wir nachstehender Er⸗ wiederung einen Platz einräumen zu sollen. Die Red. bitten wir H und R die sogenannten Retourchatsen 1 vermeiden, denn wir sind nicht einmal angehender Journallt, geschweige denn ein Publicist. Noch zum Schlusse das Wort an H und R!„Macht noch Artikel mehr, daburch empfeblt ihr sehr, Namen und Ort.“ Gießen, 25. Februar. Die Sitzungen des Schwur⸗ gerichts der Provinz Oberhessen vom I. Quartal l. J. werden Montag den 4. April, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmten Großher⸗ zoglichen Hofgerichtsraths Herrn Dr. Müller beziehungs⸗ weise des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen Hofgerichtsrachs Herrn Muth eröffnet werden und es sind demzusolge in der heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts dieser Provinz die Haupt⸗Geschwornen in folgender Ordnung ausgeloost wor⸗ den: 1) Konrad Kromm VI., Metzger in Schotten, 2) Hein⸗ a rich Suppes, Landwirth in Maar, 3) Wilhelm Ros, Branntweinhändler in Lauterbach, 4) Karl Jugharbt, Zeugfabrikant in Gleßen, 5) Johann Wilhelm Kurz, Kaufmann daselbst, 6) Conrab Dietz II., Bürgermeister in Heisters, 7) Johannes Hofmann III., Landwirth und Müller in Altenschlirf, 8) Johannes Oehl, Mehlhändler in Grünberg, 9) Franz Vost, Fabrikant daselbst, 10) Jo⸗ hannes Schrimpf I., Landwirth in Schlechtenwegen, 11) Heinrich Diefenbach XI., Landwirth in Berstadt, 12) Christian Löber I., Bäcker und Oeconom in Gießen, 13) Albert Kraatz, Commissionär daselbst, 14) Georg Slark II., Landwirth in Harbach, 15) Philipp Zinßer, Färber in Grünberg, 16) Louis Kloch, Pachter in Birk⸗ lar, 17) Philipp Scheuermann, Landwirth in Echzell, 18) Dr. Hermann Hoffmann, Professor in Gießen, 19) Heinrich Müller, Landwirth in Weid-Moos, 20) Jacob Pflanz, Landwirth in Unter- Wegfurth, 21) Friedrich Möller II., Müller in Angersbach, 22) Wilhelm Sei⸗ bold II., Bürgermeister in Vilbel, 23) Heinrich Simon, Landwirth in Fleschenbach, 24) Idhannes Alt, Geld⸗ wechsler in Lauterbach, 25) Johannes Jöckel V., Schild⸗ wirth in Grünberg, 26) Heinrich Conrad Schaubach, Deconom in Nieder-Florstadt, 27) Georg Schul, Lein⸗ wandfabrikant in Schlitz, 28) Heinrich Stöpler II., Fabri⸗ kant in Lauterbach, 29) Friedrich Maurer, Rentier in Gießen, 30) Seligmann Reiß, Kaufmann in Herbstein. Gießen. Vergangenen Samstag brannte es in der im Oswald'schen Garten befindlichen Menagerie Kleeberg's. Durch Unvorsichtigkeit beim Pfannkuchenbacken gerieth das Fett in Brand. Um das Feuer zu ersticken, schüttete man Wasser in dasselbe, worauf denn die Flamme erst recht in die Höhe schlug, so daß das über dem Coaksofen zum Trocknen lagernde Stroh alsbald sich entzündete und die hellen Flammen aus dem Zeltbache schlugen. Der Kalt⸗ blütigkeit der Wärter gelang es indeß, des entfesselten Elementes ohne weiteres Unglück Herr zu werden, so daß, als eine Spritze ankam, die Gefahr beseitigt war. Von den Insassen der Menagerie ist keines beschädigt, nut bedurfte es längerer Zeit, um die erschrockenen Thiere zu berubigen. Möge man sich in Zukunft ein wenig vor⸗ sichtiger benehmen. Frankfurt. Das Immobilien-⸗Geschäft hat im ab⸗ gelaufenen Monat Februar einen ungeahnten Ausschwung genommen und erinnert der erzielte Umsatz an die Glanz⸗ periode vor 1866. Dae umgesetzte Capital beziffert sich, soweit uns bekannt, auf 1,120,000 fl. Hand in Hand damit gingen die Er- und Vermiethungen von Wohnungen. Hoffentlich wird die wiedererwachende Baulust den Mangel an Logis mittlerer Größe bald beseitigt haben. Vom Main. Nach einer Bekanntmachung der Direction der Main-Neckar-Bahn werden nunmehr auf dieser Bahn Rundreise-Billets, gültig während 30 Tagen und für alle Züge, mit bedeutend ermäßigten Fahrpreisen abgegeben. Vor der Hand sind folgende 4 Touren einge⸗ richtet: 1. Tour. Frankfurt nach München und zurück— über Heidelberg, Bruchsal, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Aschaffen⸗ burg, oder in umgekehrter Richtung. II. Tour. Frankfurt nach Prag und zurück— über Mannheim, Heidelberg, Bruchsal, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Regens⸗ burg, Schwandorf, Furth a. W., Prag;, Furth a. W., Schwandorf, Nürnberg, Würzburg, Aschaffendurg, oder in umgekehrter Richtung. III. Tour. Frankfurt nach Wien und zurück— über Heidelberg, Bruchsal, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg, Wien, Linz, Passau, Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Aschaffenburg, oder in umgekehrter Richtung. IV. Tour. Frankfurt nach Constanz (Bodensee) und zurück— über Heidelberg, Carlsruhe, Baden, Appenweier, Offenburg, Freiburg, Müllheim, Basel, Waldshut, Neuhausen, Schaffhausen, Constanz, Bodensee⸗ Dampfschiffe, Friedrichshafen, Ulm, Stuttgart, Heilbronn, Jaxifeld, Wimpfen, Heidelberg, oder ab Heidelberg in um⸗ gekehrter Richtung über Wimpfen ꝛc. Graz. Die Affaire Unger fährt fort, die öffentliche Aufmerksamkeit zu beschäftigen. Das von der Grazer „Tagespost“ publicirte medieinische Gutachten der Gerichts⸗ ärzte spricht sich für die in hohem Grade vorhandene Wahrscheinlichkeit eines gewaltsamen Todes aus, Verloosungen. 5 Wien, J. März. Bei der heutigen Ziehung der 100 fl.⸗Loose von 1864 fiel der Hauptgewinn von 200,000 fl. auf Serie 3950 Nr. 71, der zweite Treffer auf Serie 2562 Nr. 14, der dritte Treffer auf Serie 3950 Nr. 29, der vierte Treffer auf Serie 3544 Nr. 89. Außerdem wurden folgende Serien gezogen: Serie. 41 509 803 1284 1748 und 2574. Istaelitischer Goltesdienst in Friedberg. B 90 i 3 Freitag Abends 5½ Me 5 Samstag Morgens 8½ Uhr. * Domanic Berstege Buchel, Eichen, Jung Aspen 1 Nadelho U 22 f 281 ö 5 Das Deschsel 3 9757 sur dez Broßherzogliches Schullehrer-Stminar zu Friedberg. s Forderungen an Seminaristen aus dem laufenden interrichtehalbjahr wollen innerhalb der nächsten vier Pochen um so gewisser det uns angemeldet werden, a sonst auf unsere Mitwirkung zur Berichtigung der⸗ den nicht gerechnet werden kann Friedberg, 21. Februar 1870. Steinberger. Hoghrensteherung. 1) Montag den 7. März kommen aus dem Lomanialwald⸗District Klein-Orlitz zur öffentlichen dersteigerung: Prügelbolz. Stockbolz. Reisholz. 82 40 332 rn Luchen, Stecken dm(ichen,„ 155 30 111 iel Jadelbolz,„ 1— 12 I Klen ꝛc. 8 6 1— SSleendtgN 1 Cichenstamm von 7“ Durchmesser und 307% Länge 1 Verfa mit 11 Cubikfuß, * in Giczen 107 Eichenstangen von 4— 5“ Durchmesser u. 13— 200 n. 10 Ga Länge mit 281 Cubikfuß, Zn 15 Buchenstangen von 3— 3½“ Durchmesser und dur in 15—207 Länge mit 22 Cubikfuß, Fei 289 Fichtenstangen von 1½— 3“ Durchmesser und Rite 15-307 Länge mit 164 Cubikfuß. % J 2) Dienstag den 8. März aus dem Distrikt 4% druenz Achberg: den E Prügelbolz. Stockholz. Retsholz. Ei duchen, Stecken 130 24½ 174 (chen, 1 17—— Schl pen c.,„ 4—— del Audelholz, 1.——* 1 Buchenstamm von 6½“ Durchmesser und 2˙⁷ Länge mit 9 Cubiksuß, unter in 22 Eichenstangen von 4— 5“ Durchmesser und derben 15—25“ Länge mit 159 Cubikfuß, in d 2181 Fichten⸗ und Lärchenstangen von 1—3½“ Durch⸗ Kleldetg'! messer und 15— 507 Länge mit 1739 Cubikfuß, 26 Buchenstangen von 3—5“ Durchmesser u. 15— 16“ 0 Länge mit 17 Cub icfuß. * ud us Das Stangenholz in beiden Difßfrikten eignet sich zu fleichseln, Pflugsreben, Hopfen⸗ u. Bohnenstangen u. s. w. 3) Mittwoch den 9. März aus dem District Ranne: Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reis holz. b Sung ee e n. t kuchen 49 94 24½ 67 gat un Lichen 98¼ L. u. II. CI. 16½ 62 26 1 Jadelbolz ꝛc. 1 1 1 2 29 Eichenstämme von 14—33“ Darchmesser u. 20—457 Länge mit 6835 Cudikfuß, 521 bel im 9 Nadelbolzstämme von 5½—11“ Durchmesser und * Aufchr 30—70“ Länge mit 211 Cubikfuß. 1 tu Gl 2 Eichenstangen von 4— 5“ Durchmesser u. 25—307 duftet ft Länge mit 9 Cubikfuß, n in bn 410 Naͤdelholzstangen von 3½— 5“ Durchmesser und ame 20—50“ Länge mit 53 Cublkfuß, N 5 51 Buchenstargen von 4—4½“ Durchmesser und 207 Länge mit 41 Cubikfuß, n sowie 7 Stecken Eichen⸗Werk⸗Scheitbolz. Antdt u Das Elchenstammholz eignet sich zu Schnitt⸗ und e Ereckholz, das Stangenbolz zu Deichsein, Leiterbäumen und Wagnerholz u. s. w. 12 4) Donnerstag den 10. März im Difirik: d ec kopf: iagetu Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reisholz. N Acchiff. Ftanlm Fachen 9 3 4 17 abe chen— 7 6 36 Nadelholz 33 20 46 134 67 Eschenstämme von 6— 14“ Durchmesser u. 30— 607 10 Länge mit 1258 Cubitfuß, 710 Bien 286 Kiesern⸗ u. Lärchenstämme von 8-14“ Durchm. 1 und 20— 70“ Länge mit 9659 Cubikfuß, Gasen 8 Eichenstangen von 5“ Durchmesser und 30-407 . der l. Länge mit 52 Cublkfuß, 1 1 9 Nadelholzstangen von 5“ Durchmesser und 15“ Ae Länge mit 26 Cubikfuß. gie Die Zusammenkunft findet am ersten Tage im District eine Kein-Orlitz an der Halnwiese, am zweiten und dritten Iilbrem ige am Vieinalwege von Bobenhausen nach Wallern— „(leasen im District Finkenlocherheege und am vierten F ge im Oistrict Kleekopf jedesmal Vormittags 9 Uhr statt. 20 Ortenberg den 28. Februar 1870. ern Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg Thaler. 4 Holz ⸗Versteigerung. i Künftigen Dienstag den 8. d. M., Vormittags Uhr, gelangen im Domanialwald⸗ODistriet Hochholz u Versteigerung: 6 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 2 77„ Prügelholz, 53 1 Kiefern⸗ 5 1 18* Buchen⸗Stockholz, 1 Kiesern„ 900 Wellen Buchen⸗Neisholz, 2050 Kiefern- ꝛc.„ Peldenbergen den 1. März 1870 Großherzogliche Oberförsterei Altenstadt Rumpf Holz- Versteigerung. 590 Im Licher Stadtwald, Districten Speterlings kopf und Eisenkaute, kommen den 10. und 10, Wg d. J. folgende Holzsortimente zur öffentlichen Ver⸗ steigerung: Donnerstag den 10. März. 132 Eichen- u. Buchen⸗Stämme von 6-18“ Durch; messer und 15— 45“ Länge, 120 Fichten Stämme von 6—13“ Durchmesser und 40- 70 Länge, 60 Birken⸗ und Weichholz Stämme von 6— 18“ Durchmesser und 15—30“ Länge, 1070 Eichen-, Birken- und Fichten⸗ Stangen von 2—5“ Durchmesser und 15—507 Länge. Freitag den 11. März. 80 Stecken Buchen Scheitholz, 01 Buchen ⸗, Eichen ⸗, Nadel- und Weich; holz⸗PYrügel, 190 desgl. Stockholz, 9000 desgl. Wellen. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Hattenröder Vieinalweg. Lich den 28. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Lich Helm. Holz⸗Versteigerung. 594 Dienstag den 8. März wird in dem Frei⸗ herrlich v. Franckenstein'schen Walddistrict„Zwerg schlag“ nachverzetchnetes Holz verstelgert: 23½ Stecken Birken-⸗Prügelhbolz, 18½ 7 Nadel- 7 3745 Wellen Buchen ⸗Reisbolz 19396„ Birken- u. Elchen⸗Reisholz, 4140„ Nadel- u. Weiden⸗ 958 Stück Fichtenstangen von 1—3“ Durchmesser und 10-20 Länge, Kiesernstämme von 5½—10½“ Dürch⸗ messer u. 15— 25“ Länge, 7 Gebund Erbsenreiser. Die Zusammenkunft findet Vormittags 9 Uhr in dem genannten Distriete zunächst dem Vlehtrieb statt. Credit dis zum 1. September 1870. Ockstadt am 1. März 1870. Der Freihertl. v. Franckenstein'sche Oberförster Wilbrand. Pn ener 589 Da die auf den 21. Februar d. J. anberaumte Holz- Versleigerung wegen ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden konnte, soll dieselbe nunmehr Mon⸗ tag den 7. März d. J., Vormittags 9 Uhr, in dem Maibacher Gemeindewald, Distrlet Paasenterg und Mühlkopf, stattfinden: 26 5 1) 1 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 2 NIN Aopen · 5 3) 26 Buchen Prügelholz, 4 10 5 Aspen;* 50 33 Buchen⸗Stockholz, 8 6) 7/„ As pen⸗ 5 7) 14475 Stück Buchen Wellen 8) 800—Eichen⸗ 9) ᷣ 400„ Aspen⸗„ 775 Ne 11) 4„ Eichen⸗Stammholz, 12) 1, Fichten⸗ 7 13 1„ Eichen⸗Stangenholz 14) 184„ Fichten⸗ 1„welche sich zu Leiterbäumen und Sparren eignen, 15) 875 T Kliefern⸗Bobnenstangen. Die Zusammenkunft ist in loco Maibach. Es wird bemerkt, daß das Holz gegen vorschrifts⸗ mäßige Bürgscheine bis den 1. September d. J. ge⸗ borgt wird. Maibach den 28. Februar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Maibach Pbilippl. Vergebung von Bauarbeiten, 588 Die zur Erbauung einer Kleinkinderschule zu Groß⸗Karben erforderlichen Bauarbeiten, veranschlagt: Maurerarbelt 451 fl. 51 kr. Steinhauerarbeit 19 Zimmerarbeit 201%„ Dachdeckerarbelt S 0 Schreinerarbelt 2615 58% Glaserarbeit 225„ 46„ Schlosserarbeit 88 Weißbinderarbeit Ne sollen auf dem Submisssonswege vergeben werden Plan, Voranschlag und die Submissionsbedingungen liegen in dem Pfarrhause zu Groß Karben zur Einsicht der Uebernehmer offen, woselbst auch die Offerten bis zum 7. März l. J., Mittags 12 Uhr, verschlossen und srankirt und mit der Aufschrift Offerte zur Uebernahme der Arbeiten an der Kleinkinderschule zu Groß Karben eingereicht sein müssen. Groß⸗Karben den 28. Februar 1870. Oer Vorstand der Kleinkinderschule. Zwei neue Wagen 509 nebg Pferde- und Acker-Geschlrren sind zu der · kaufen. Näheres bel der Exped. d. Bl. Brod ⸗ Lieferung. 601. Donnerstag den 10. März 1870, Vormittags um 10 Ubr, soll die Lieferung des Brodbedarfs pro II. Vierteljahr 1870 für die Schwadronen zu Butzbach auf dem Büreau der Garntsons⸗Verwaltung, nach den daselbst zur Einsicht offen liegenden Bedingungen, auf dem Wege der Soumission vergeben werden. Bußbach den 1. März 1870. Becker, Ritimeister und Schwadronschef. Holz-⸗Versteigerung. 597 Im Gemeludewald Ober⸗Ros bach, Diffriet große Johannes⸗Hecke, wird Montag den 7. und Dienstag den 8. März d. J. folgendes Polz öffentlich meistbietend verfletgert: 40½ Stecken Kiefern ⸗Scheitholz, 35% 25 2 Prügelholz, 33 7* Stockholz/ 2831 Wellen 5 Reiserholz, 570 Kiefern⸗ Stämme von 15— 75“ Länge und 718“ Durchmesser mit 11958 Cubikfuß, 16 desgl. Stangen von 20-307 Länge und 5“ Durchmesser, 12 Kiefern⸗Werkholzstämme?“ lang. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr im Schlag selbst, nächst dem Löwenhof. Mit dem Brennholz wird der Anfang gemacht und gegen 11 Uhr mit dem Verkauf des Stammholzes be⸗ Jonnen. Ober Rosboch am 28. Februar 1870. Groß herzogliche Bürgermeifteret Ober-Rosbach B lecher. Versteigerung. 579 Wegen Aufgabe der Oekonomie läßt der Unter⸗ zeichnete Mittwoch den 9. März d. J., Morgens 9 Uhr aufangend, in seiner Hofraithe Nachflehendes öffentlich versteigern: 1 größe Quantität Weizen-, Korn⸗, Gersle⸗, Hafer⸗ und Erbsenstroh; desgleichen auch die Spreu von der⸗ selhem Gattung gemischt, beides in großeren und kleineren Abthetilungen; ferner 1 Vorderpflug und 2 Hinterpflüge; 2 Eggen, wovon die eine noch ganz neu ist, sowie noch viele einzelne Theile der Ackergeräth⸗ schaften; 1 einspänniges Pferde-Wagengeschirr mit neuem Kummetz l altes Kummet; 1 Reitsattel; 1 Wagendeichsel; 1 Wagenscheere; 1Hemmwerk; 1 Rad- schub; Ketten verschledener Art; 1 Kasten mit Brill auf 1 zweispännigen Wagen; 1 großes schweres Pfubl⸗ saß; 1 Krautfaßz mehrere andere Fässer und Büttchenz 2 steinerne Tröge und Krippen; 1 großer Gußkessel; 2 gleiche Paar Wagenräder; 1 elserne Achse; zel Kartendeste; 1 Strohbank;z 2 Dickwurzmüblen; 1 Futter⸗ kasten; 1 Pafetrreff und Sensen; 1 noch ganz gute Treppe von Eichenholz und mehrere kleine Fenster. Für Beträge üder fl. 5. wird gegen Bürgschaft Credit bis den 1. Juli d. J. gestattet. Bersfadt dei Hungen. C. B. Eichelmann. ** Leinene Maschinengarne 1 5 580 sowie gefärbte und weiße Baumwoll-Garne, beides in allen Nummern, als auch meine beliebten Baumwoll- bosen⸗ und Betizeuge eigner Fabrikatton, nebst den sog. selbstgestrickten, melirt⸗blättigen Wämsen, in verschiedenen Größen, in guter Waare und großer Auswahl dilligst bel Berstadt a bei Hungen. Ch. Eichelmann Sohn, Färber. „ 2 Glycerinseife, feinste Transparent, 0 per Dutzend 48 kr.— 36 kr.— 26 kr. per Stück 6 kr.— 4 kr.— 3 kr. empfiehlt Wilh. Sturmfels, Hof⸗ Apotheker. Dachschiefer, 589 sehr haltbar, sest und schöͤn blau, in einer immer größeren Tiefe gewlunend, verschiedene Sorten sind wieder auf der Grube„Maria“ bier zu den billigsten Preisen zu haben. Gladenbach bei Gießen den 28. Februar 1870. Die Diery'sche Schiefergruben-Gesellschaft zu Gleßen J. V. Verwalter Krug. Ein steundliches Zimmer 598 nebst Cabinet, mit oder ohne Moͤbel, ist zu ver mietben bei Ehr. Hanstein auf dem Haagk. Fechs Stöcke Dienen 592 bat zu verkaufen Fauerbach b. Fr. 567 M. Schmidt Witwe. —— 3——— —(— .—. ß— Kölnische Feuer-Versicherungs⸗Gesellschaft COLONIA. Grundkapital fl. 3,250,000. 559 Wir beehren uns hiermit zu veröffentlichen, daß wir neben der von Herrn Fritz Hecht zu Friedberg verwalteten Agentur der Colonia eine solche dem Herrn Rechnungspraktikanten J. Faatz in Friedberg übertragen haben. Darmstadt, im Februar 1870. Die General-Agentur der Colonia J. G. Kahlert& Söhne. Im Anschlusse an Obiges empfehlen wir uns hiermit zur Vermittelung von Ver⸗ sicherungen beweglicher Gegenstände jeder Art, als häusliches Mobiliar, Waaren, Vieh, Feldfrüchte u. s. w. zu billigen, festen Prämien gegen Brand⸗ schaden bei der Colonia und sind zu jeder Auskunft und Anleitung bei Versicherungsnahmen, deren Formalitäten bei der Colonia auf ein Minimum beschränkt sind, gerne bereit. Friedberg, im Februar 1870. 2 Fritz Hecht& J. Faatz. Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft. Dritte Einzahlung. 588 In Gemäßheit des§. 4 der Statuten wird hiermit eine dritte Einzahlung auf die zum Bezug von Actien der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft berechtigenden Interims-Certi⸗— ficate, und zwar von 20 Procent des Nominalbetrages der Actien, also mit 70 Gulden oder 40 Thaler per Stück auf die Zeit vom 1 1. bis 19. April 1870 einschließlich festgesetzt. Bei dieser Einzahlung werden die Zinsen auf die bereits eingezahlten 40 Procent für die Zeit vom 19. Oktober 1869(incl.) bis(excl.) 19. April 1870 im Betrage von fl. 2. 27 kr. oder Thlr. 1. 12 Sgr. per Stück vergütet, und sind daher auf jedes Interims-Certificat effectiv zu zahlen fl. 57. 33 kr. oder Thlr. 38. 18 Sgr. Die weitere Verzinsung der Intezims-Certificate mit dritter Einzahlung läuft vom 19. April 1870 an. In dem nämlichen Termin kann statt der Theil auch Vollzahlung geleistet werden. Wer die ausgeschriebene Einzahlung nicht leistet, hat von dem Betrag derselben sechs Procent jährlicher Verzugszinsen vom 19. April 1870 an und eine Conventionalstrafe von fünf Procent zu zahlen und wird unter Angabe der Certisicat-Nummer während der ersten vier Wochen nach Ablauf des Zahlungstermins durch dreimalige Bekanntmachung aufgefordert, die rückständig gebliebene Einzahlung sammt Verzugszinsen und Conventionalstrafe binnen zwei Monaten nach Ablauf des Zahlungstermins nachträglich zu leisten. Solche Interims⸗Certi⸗ sicate, bezüglich deren dieser Aufforderung vor Ablauf der weiteren zwei Monate nicht voll⸗ stäandig nachgekommen sein wird, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf bereits geleisteten Ein— zahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Es sind die Interims-Certisicate vorzulegen und mit denselben nach der Reihenfolge der Zahlen geordnete Nummern-Verzeichnisse in doppelter Ausfertigung einzureichen, wozu Formu⸗ lare bei den Zahlungsstellen ausgegeben werden. Die Zahlungen haben zu geschehen: in Frankfurt a. M. bei Herren Gebrüder Bethmann, „ v. Erlanger und Söhne, 17 2 9 7 5 5„ Herrn M. Königs warter, 9„Berlin 1 1 Jo s. Jaques, .„Stuttgart„ der Württembergischen Vereinsbank, „Darmstadt„ Herrn M. Wolfskehl, „ Gießen„ unserer Hauptkasse. Gießen den 21. Februar 1870. Der Verwaltungsrat h: Baron R. v. Erlanger, Ferdinand, Fürst zu Bsenburg, Präsident. Vice Präsident. Lebensversicherungsbank f. D. in Gotha. 45% Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1869 waren überaus günstiger Art. Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen(3182 Personen mit 6,620,800 Thlr.), welcher erheblich größer war als in irgend einem der früheren Jahre, ist die Zahl der Versicherten auf 35150 Pers., die Versicherungssumme auf 65,050000 Thlr., der Bankfonds auf etwa 16,300000 Thlr. 0 gestiegen. Bei einer Jahres einnahme von 3,000000 Thlr. waren nur 1,340000 Thlr. für 780 ge⸗ storbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurückbleibt und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende in Aussicht stellt. In diesem und den nächsten vier Jahren werden nahe an Drei Millionen Thaler n vorhandene reine Ueberschüsse an die Versicherten vertheilt. Die im Jahre 1870 für das zum Theil von schweren Ereignissen heimgesuchte Versicherungsjahr 1865/66 zur Vertheilung kommende Dividende beträgt 34 Prozent. Versicherungen werden vermittelt durch Hofgerichts⸗Advocat G. Trapp II. in Friedberg. Ortseinnehmer Louis Höhler in Büdingen. Louis Stork in Nidda. Epileptische Krämpfe(Fallsucht) Herzliches Lebewohl 593 allen Freunden und Bekannten bei unserem Neber⸗ zuge nach Malnz. Familie Battenfeld und Stock's Witiwe. 600 unterzeichnete Metzger verkaufen das Pfund Kalb⸗ fleisch zu 12 kr. Heinr. Gröninger. Karl Söllner. Ludwig Kreuter. Wilhelm Kreuter Vorschuß- und Credit-Verein zu Friedberg. Ausweis pro Februar 1870. 595 Einnahme. Kasse⸗Bestand am 1. Februar 1870 fl. 3815. 7 Wechsel„ 16488. 27 Depositen 7 146. 45 Inkasso⸗Wechsel 18. Conto⸗Corrente„ 14504. 30 Spar⸗Einlagen„ 4198. 2 Liquidation„ 2246. 47 Stamm-Antheile, Monatsbeiträge„ 266. 39 fl. 10492. 44 Wechsel in Conto⸗Corrent fl. 10872. 3 1157. 24 Wechsel zum Incass Ausgetreten im Monat Februar: 8. Mitgliederzahl am 1. März 1870: 446. Der prov. Controleur: Er. Ermus. Aechter bayrischer, medizinischer Malzzucker, 566 anerkanntes bestes Mittel für Heiserkeit und Husten, ätztlich empfohlen. Haupt⸗Depot bel Wilh. Sturmfels, Hof⸗Apotheker. Z ur bevorstehenden 596 empfehlen alle Sorten Kleesaat als rotbe, weiße, Luzerner, beste Qualttät, sowie reine Wicken und Erbsen zu billigen Preisen. May& Oppenheimer. Ein braves Mädchen, 591 welches füttern und melken kann, am liebsten von Land, wird gesucht von Pfarrer Hunzinger Witiw⸗ geb. Morell. 1 590 Unsere Verzeichnisse über Gemüsesamen und Topfpflanzen find erschienen und werden auf frane Reservesonds, Beitritt 5 10.— Jahresbeiträge 1 70. 45 Wechsel⸗Zinsen 5 725. 3 Depositen-Zinsen 5 13. 25 Spareinlagen⸗Zinsen 5— 10 Wechsel⸗Spesen 7 6. 29 Agio⸗Gewinn 5 20. 33 fl. 44192. 22 Ausgang. ö Wechsel fl. 12253. 10 Depositen 5 170.— Inkasso⸗Wechsel 5 983. Conto-Corrente„ 20929. 27 Spar⸗Einlagen 4 895. 48 Darlehen„ 1500.— Stamm⸗Antheil⸗Rückzahlung 5 107. 59 Darlehen-Zinsen 8 57. 49 Spar⸗Einlage-Zinsen 5 18. 11 Wechsel⸗Zinsen„ 114.— Wechsel⸗Spesen 5 6. 22 Unkosten 5 29. 24 Kasse⸗Bestand am 1. März 1870 125. fl. 44192. 27 Eingang. Ausgang. Aussaal Verlangen gratis zugeschickt. Assenheim am 28. Febrnar 1870. Welle, gräfl. Hofgärtuer. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 2. März. Waizen 10 fl. 35 ki. Korn 7 fl. 55 kr.; Gerste 7 fl.— kr.; Hafer 4 fl. 45 U Frankfurt, 28. Februar. Waizen 11 fl. 15 kr. Kor' 8 fl. 45 kr.; Gerste— fl.— kr.;— Hafer 8 fl. 15. Grünberg, 26. Februar. Waizen 10 fl 45 kr. — ̃ Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Linsen— — kr.; Saamen 19 fl.— tr.; Kartoffeln— fl. Mainz, 25. Februar. —— Korn 8 fl. 15 kr.; Gerste 6 fl. 40 kr.; Hafer 5 fl. 14. Waizen 11 fl. 27 k.; Kom 8 fl. 2 kr.; Gerte— fl.— kr.; Hafer— fl.— k Kartoffeln 3 fl. 44 kr.; Roggenstroh per 100 Gebun 2022 fl.— kr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. heilt brieflich der Specialarzt für Epllepsie Doctor G. Killisch in Berlin, 6 Mittelstraße 6— Bereits über Hundert geheilt. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 6 Enthält 8 gestüte abgega ——— He Kamme ist eint dem d Instru das un hofs, und d tend! Comm nahme unterf Aust und! Gem Jig Maoiß Aunssch bie K Bescht deren Besch Offen Birstr recht daselb unterst lehnte. die Ka Anscch ah exit