ung N 9 ne dannen deen Staten. * Nude Dahngef ant ** un tene u anden! s aus Ser en int Leih Ut Wrong 9 Hun, Wan * kaufen malt zu arleddenz im. lage; uusien Hef, Tapeziet, i lle. 0 licnderg. adh . eine u * 1870. Dienstag den 2. August. 90. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Miedberger Inkelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Pan etehn Der Bundeskanzler hat den Subscriptions preis der 5 procentigen Bundesanleihe auf Berlin den 30. Juli 1870. m n 88(Acht und achtzig) Procent festgesetzt. Bundeskanzler: Del sber ck Betreffend: Unterftützung bedürftiger Familien von zum Dienste einbeorderter Reserve- und Landwehrmannschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Diejenigen von Ihnen, Friedberg den 1. August 1870. Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. welche mit Erledigung der Auflage vom 26. v. M. stande sind, haben solche binnen 24 Stunden bei Vermeidung der Zusendung von Wartboten zu bewerkstelligen. in Nr. 88 des Oberhessischen Anzeigers noch im Rück— Trapp. Betreffend: Das Departement⸗Ersatz⸗Geschäft für 1870. Friedberg den 31. Juli 1870. Der Cioilvorsitzende der Großherzoglichen Kreis⸗Ersatz⸗Commission des Kreises Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung in Nr. 89 des Ober— hessischen Anzeigers benachrichtige ich Sie, daß das Kreisersatzgeschäft wie dorten angegeben am Dienstag den 9. und Mittwoch den 10. August d. J. dahier auf dem Rat hhause statt⸗ findet. Sie werden sämmtliche bei diesem Geschafte Gestellungs⸗ J pflichtige hiervon in Kenntniß setzen und dieselben unter Bekannt— Aer“ Forn] machung der 88. 176, 177 und 178 hierzu speziell laden. zelle Am Dienstag den 9. Angust d. J., Mittags präeis ceden. 2 Uhr, haben sich auf dem Rathhause dahier einzufinden: — a) die bei dem Kreisersatzgeschäft als dauernd unbrauchbar be— d 906 zeichneten Militärpflichtigen, b) die zur Ersatzreserve 1. und 2. Klasse in Vorschlag gebrachten Suppe. Militärpflichtigen, cb, Nabtangt c) die vor beendeter Dienstzeit auf Reclamation entlassenen erte. Nagtr⸗ Soldaten. a 9 Am Mittwoch den 10. August d. J., Morgens ee bräeis 8 Uhr, haben zu erscheinen: alle von der Kreisersatz. * Apothtter 15. Päd Abbach Iuguf commissson für brauchbar und einstellungsfähig erachteten Militär⸗ oflichtigen einschließlich der aus 1868 und 1869 disponibel Gebliebenen. Die zum einjährigen freiwilligen Dienst berechtigten, aber noch nicht eingetretenen vor dem Jahre 1850 geborenen jungen Leute haben sich ebenfalls in diesem Termine einzufinden. Nicht zu erscheinen haben die von der Kreisersatzcommission als augenscheinlich unbrauchbar befundenen und deshalb jum Loosen nicht zugelassenen, sowie die aus irgend einem Grunde als zeitig unbrauchbar auf ein Jahr zurückgestellten Militärpflichtigen. Dagegen sind die für brauchbar erkannten nach F. 43 u. 44 der Militärersatzinstruction auf Reclamation auf 1 Jahr jurückgestellten Militärpflichtigen auf Mittwoch vorzuladen. Sämmtliche Erscheinende haben ihre Loosungs- und Gestellungs⸗ scheine unfehlbar mitzubringen. Sollten Militärpflichtige, welche der Departementsersatzeommission vorzustellen sind, bis dahin in einen andern Aushebungsbezirk übergehen, so ist hiervon nach§. 92 Sub 2 und 4 alsbald hiervon Anzeige zu machen. Zum Schlusse bemerke ich noch, daß nach§. 96 der Militär⸗ ersatzinstruction auch Sie dem obigen Geschäfte beizuwohnen haben, und daß Sie daher, um rechtzeitig beginnen zu können, sich mit den ur Vorstellung kommenden Militärpflichtigen vor dem Beginn des Geschäfts, also vor der fixirten Zeit im Aushebungslokal einzufinden haben. Dafür, daß die jungen Leute reinlich und nüchtern er— scheinen, wollen Sie noch besonders sorgen. Tyr a p p. J. 176. Strafe für unterlassene Meldung zur Berichtigung der Stammrolle, bez. für unterlassene Gestellung zu den Musterungs- 5 oder Aushebungs-Terminen. 1) Militärpflichtige, welche die im§. 59 vorgeschriebenen An- und Abmeldungen zur Berichtigung der Stammrolle unterlassen, werden auf den Antrag der mit Faͤhrung der Stammrolle beauftragten Behörden mit Geldstrafen bis zu 10 Thalern belegt, welcher im Falle is Unvermögens Gefängnißstrafe zu substituiren ist. f 2) Militarpflichtige, welche der nach den Vorscheiften der 98. 71, 98 und 115 erlassenen Nufforderung: sich zur Musterung oder Aus- übung vor die Kreis-, Departements oder Marine-Ersatz⸗Commisston is Bezirks, in welchem sie nach 5. 20 gestellungs pflichtig sind, zu tellen, keine Folge leisten, oder bei Aufrufung ihrer Name im Muste— sungs, oder Aushebungslocale nicht anwesend sind, werden auf den Antrag des Civil-Vorsitzenden der Kreis., bez. Departements⸗(Marine-⸗) Ersatz⸗Commission mit einer Geldstrafe bis zu 10 Thalern belegt, welcher im Falle des Unvermögens Gefängnißstrafe zu substituiren ist. 3) Unabhängig von den vorstehend ad 1 und 2 gedachten Strafen werden die Militärpflichtigen, welche die Anmeldung zur Stammrolle unterlassen, oder sich nicht vor die Ersatz⸗Behörden stellen, durch die in den nachstehenden 88. 177 bis 179 enthaltenen Bestim— mungen betroffen, über deren Anwendung lediglich die Ersatzbehörden zu entscheiden haben. §. 177. Folgen der unterlassenen Anmeldung zur Stammrolle, bez. der unterlassenen Gestellung zu den Musterungs⸗ oder Aus⸗ hebungs⸗ Terminen. 1) Militärpflichtige, welche die im§. 59 vorgeschriebene Meldung zur Eintragung ihres Namens in die Stammrolle unterlassen haben, können je nach dem Grade der Fahrlässigkeit oder Absichtlichkeit, welcher die unterlassene Anmeldung zuzuschreiben ist, unter Verluͤst: a. der Berechtigung, an der Loosung Theil zu nehmen, 9 b. des aus etwaigen Reclamationsgründen erwachsenden Anspruchs auf Zurückstellung, bez. Befreiung vom Militärdienst, vorzugsweise zum Militärdienst herangezogen werden.(S. 21, 7.) 2) Militärpflichtige, welche ohne einen genügenden Entschul⸗ digungsgrund der Aufforderung, sich zur Musterung bez. Aus hebung zu stellen, keine Folge leisten, verlieren: a. die Berechtigung an der Loosung Theil zu nehmen. 2 b. den aus etwaigen Reclamationsgründen erwachsenden Anspruch auf Zurückstellung bez. Befreiung vom Miltitärdienst.“ Wer ohne einen genügen den Entschuldigungsgrund bei Auf— rufung seines Namens im Musterungs⸗- bez. Aushebungs⸗Locale nicht anwesend ist, verliert die vorstehend ad a. gedachte Be— rechtigung. Alle diese Militärpflichtigen werden wie die unter Passue 1. bezeichneten vorzugsweise zum Militärdienst herangezogen event. als unsichere Heerespflichtige nach Vorschrift des§. 179, behandelt. 3) Die zur vorzugsweisen Einstellung designirten Militärpflich⸗ tigen können bis zu den gewöhnlichen Aushebungen in ihrer Heimath verbleiben. §. 178. Anwendung der Vorschriften der§§. 176. und 177. auf disponibel gebliebene Militärpflichtige. Militärpflichtige, welche in den Vorjahren ihrer Loosnummer nach disponibel geblieben, sind den im§. 176. enthaltenen Strafbe⸗ stimmungen unterworfen; die Vorschriften des§. 177. finden jedoch nur in dem Falle auf sie Anwendung, wenn sie in dem Aushebebezirk, in welchem sie zur Zeit der unterlaffenen Anmeldung zur Stammrolle oder zur Zeit der unterlassenen bez. verspäteten Gestellung nach F. 20. gestellungspflichtig waren, bei dem Zurückgreifen auf die Disponiblen ihrer Altersklasse, ihrer Loosnummer nach in der vorgeschriebenen Reihenfolge ebenfalls zur Aushebung gekommen wären.“) Sobald sie hiernach zur Einstellung gelangen müͤssen, gehen siie auch der Vergünstigung verlustig, welche ihnen aus etwaigen Recla— mationsgründen erwachsen würde. ) Verlust der eventuellen Berechtigung, welche aus der etwa bereits erhaltenen Loosnummer erwachsen ist, ot.§. 178.„ ö ) g. B. der Militärpflichtige A., 1855 geboren, ist 1875 in Teltow dis⸗ ponibel geblieben. Derselbe verzieht nach Berlin. i Berlin wird im Jahre 1876 auf die Disponiblen des Jahrgangs 1855 zurückgegrissen, es würde der A. in Gemäßbeit der Vorschriften des§. 23 zur Einstellung gekommen sein, wenn er sich gestellt hätte. Da Letzteres nicht geschehen, was sich aus dem Loosungs⸗ und Gestellungs— Attest ergeben wird, so wird er in der Folge vorzugsweise zur Einslellung gebracht 1 2 6 15 11 . 6 Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Kegierungsblatt Nr. 33 enthält: a I. Verordnung, die Erhebung von Gemeindesteuer⸗ nachträgen betreffend. 5 5 II. Bekanntmachung Großh. Commission für Post⸗ Angelegenheiten, Veränderungen im Postcourswesen der Pro⸗ vinzen Oberhessen und Rheinhessen betreffend. — Das Gr. Regierungsblatt Nr. 30 enthält: I. Verordnung, die Eichordnung betreffend.. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Bestätigung einer Stiftung betreffend. III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 17. Nov. v. J. fiel der achtjährige Sohn des Schiffers Kirch zu Mainz von dem im Hafen daselbst haltenden Schiffe seines Vaters in den Rhein. Sofort sprang der auf dem Schiffe anwesende Schiffsknecht Johann Ullrich aus Nierstein in vollen Kleidern in den an jener Stelle sehr tiefen Strom und brachte den Knaben, der bereits eine Strecke weit im Rhein fortgetrieben war, glücklich wieder lebend an das Land.— Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johann Ullrich aus Nierstein für diese menschenfreundliche, von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgeführte That, neben einer Geld⸗ prämie, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben“ Allergnädigst zu ver⸗ leihen geruht.— In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dieses zur öffentlichen Kenntniß gebracht. IV. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Juni den Revisions⸗Controleur bei dem Hauptzoll⸗ amte Mainz, Thomin, auf sein Nachsuchen und unter An⸗ erkennung seiner langjährigen treuen Dlenste— sowie am 29. Juni den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Richen, Spahr zu Grof-⸗Umstadt auf sein Nachsuchen— in den Ruhestand zu versetzen und Letzterem unter Aner⸗ kennung seiner langjährigen treuen Dienste den Charakter als Rendant zu verleihen. V. Concurrenz für: die 17., 20. und 21.(evangelische) sowie die 23. und 24.(katholische) Lehrerstelle an der Stadtschule zu Offenbach, im Kreise Offenbach, mit einem jährlichen Gehalt von je 600 fl. Die Heizung der Schul⸗ locale wird von Seiten der Gemeinde besorgt. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg⸗Birstein steht das Präsentations⸗ recht zu diesen Stellen zu. — Der seitherige Chef der 1. Abtheilung des Kriegsministeriums, Hauptmann Ronstadt wurde in die Feldartillerie zurückversetzt, der Oberstlieu⸗ tenant in Pension Scholl ist zum Chef der der 1. Abtheilung des Kriegsministeriums unter Stellung zur Disposition im Dienste ernannt worden, und der Ministerialrath in Pension Frei- herr v. Preuschen wurde als Mitglied des Kriegsministeriums vorerst auf Kriegsdauer wieder angestellt. — Durch Befehl des Bundesoberhaupts ist Fürst Heinrich XI. von Pleß als Gniglicher Com- missär mit der Leitung der gesammten freiwilligen Krankenpflege auf deutscher Seite betraut worden. Sein Delegirter für die Südarmee ist der Graf von Görtz. — Im Laufe dieser Woche noch soll die zweite Kammer behufs Entgegennahme, resp. Be⸗ rathung einer Regierungsvorlage, die Förderung des Creditwesens in unserem Lande betreffend, zusammeatreten. Mit Annahme dieser Vorlage, welches durchaus keinem Zweifel unterliegt, wird einem der berechtigtsten Wünsche des Handel- und Gewerbestandes Rechnung getragen werden. * Friedberg, 1. August. Der Großherzog begab sich heute Vormittag nach Mainz, wie ver⸗ lautet, zur Begrüßung des Königs von Preußen. Es beißt ferner, der Bundesfeldherr werde dort sein Hauptquartier aufschlagen und Wohnung im großherzoglichen Palais nehmen. Unser Landes⸗ fürst wird in einigen Tagen zurückerwartet. Mainz. Prinz Friedrich Karl ist hier ein⸗ getroffen. Bingen. Ein von Trier und Saarbrücken kommender Bahnzug brachte 10 gefangene Fran- zosen hierher. Es waren Douaniers und 6 De⸗ lerteure, von welchen letzteren einer der Spionage verdächtig ist. Die Douaniers hatten bei Saar⸗ louis auf unsere Truppen geschossen und 2 Mann und 2 Pferde verwundet, wurden aber durch unsere sofort vorgehenden Ulanen glücklich abgefaßt. Preußen, Berlin. Die dem badischen Staate gehörenden Werthsachen sind unter mili⸗ tärischer Begleitung hier angelangt und an einem sicheren Orte aufbewahrt worden. Bei der Nähe Badens am Kriegsschauplatze ist eine solche Maß⸗ regel durchaus gerechtfertigt. — Anknüpfend an die jüngsten Enthüllungen über das französischerseits Preußen angebotene Bündniß bemerkt die„Nordd. Allg. Ztg.“, daß noch andere Enthüllungen bevorständen. Der Entwurf Benedeiti's sei nicht das einzige derartige Aktenstück, auch vom Prinzen Napoleon seien hier ähnliche Verhandlungen angeknüpft, wobei unter andern von der französischen Schweiz die Rede gewesen und die nicht mißzuverstehende Andeutung gefallen sei, daß man in Piemont gar nicht wisse, wo das Französische aufhöre und das Italienische anfange. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht einen telegraphischen Erlaß des Grafen Bismarck an den Botschafter des Norddeutschen Bundes in London, in welchem der Bundeskanzler außer den bereits bekannten Enthüllungen mittheilt, daß auch 1866 Frankreich nicht aufgehört habe, Preußen durch Anerbietungen auf Kosten Deutschlands und Belgiens in Versuchung zu führen. Bismarck habe im Interesse des Friedens diese Zumuthung geheim gehalten und dilatorisch behandelt. Der Erlaß schließt: Die schließliche Ueberzeugung, daß mit uns keine Grenzerweiterungen Frankreichs zu erreichen seien, dürfte den Entschluß gereift haben, eine solche gegen uns zu erkämpfen. Ich habe sogar Grund zu glauben, daß, wenn diese Ver⸗ öffentlichung unterblieben wäre, nach Vollendung der französischen und unserer Rüstungen Frankreich uns angeboten hätte, an der Spitze bewaffneter Heere dem unbewaffneten Europa gegenüber das gemeinsame Benedetti'sche Programm durchzuführen, d. h. auf Kosten Belgiens Frieden zu schließen. — Der„Staatsanzeiger“ publicirt einen Erlaß betreffend die Annahme des Anlehens ge⸗ mäß der Gesetze vom 21. Juli 1870. Der Erlaß verfügt die einstweilige Beschaffung von 100 Millionen Thalern gegen Schuldverschreibungen. Eine weitere Kundmachung setzt den 3. u. 4. August zu Subscriptionstagen fest. Der Subscriptions⸗ preis wird wenige Tage vor dem 3. August be⸗ kannt gemacht werden. Eine 10proc. Einzahlung ist festgesetzt. Statt baaren Einzahlungen wird auch eine Caution von 20 Procent des gezeich⸗ neten Nominalbetrags in Effecten angenommen und zwar in Staatsschuldverschreibungen der Staaten des Norddeutschen Bundes, in Renten⸗ briefen der preußischen Rentenbanken, in Pfand⸗ briefen der landwirthschaftl. Pfandbrief ⸗Institute, in garantirten Prioritäts- Obligationen norddeutscher Eisenbahnen. — Ein hiesiger Einwohner, W. Häßlein, hat nachstehende Erklärung in verschiedenen Blättern veröffentlicht:„Von meinem bescheidenen Ein⸗ kommen, festgesetzt durch die Einkommensteuer, offerire ich dem Staate während der Dauer des Krieges den vierten Theil, und bin bereit, monat- lich pränumerando vom 1. Juli c. angefangen, sofort die Zahlung zu leisten. Ich bitte um Zahlungsanweisung. Außerdem werde ich meine Einkommensteuer sofort für dies ganze Jahr zahlen. Ich bitte um Nachahmer und Veröffentlichung durch die resp. Zeitungen. — Nach der„Hamb. Börsenhalle“ hätte Dänemark sich zur Neutralitätserklärung erst dann verstanden, als es von Seiten der englischen und russischen Regierung Garantien erhalten, daß sein Gebiet, wie auch der Ausgang des Krieges sein möge, unverletzt bleiben solle. Diese Nachricht sei(meint die„Börsenhalle“) aus inneren Gründen nicht unwahrscheinlich. — Nach Mittheilung Berliner Blätter war die Abreise des Königs auf gestern Sonntag Abend festgesetzt. — Der Bundeskanzler hat den Subscriptions⸗ preis der 5prozentigen Bundesanleihe auf—88— (Acht und Achtzig Prozent) festgesetzt. Königsberg. In Folge des Aufrufs zur Bildung einer freiwilligen Seewehr hat die Elbinger Dampfschifffahrts ⸗Gesellschaft ihre sämmtlichen Dampfer, darunter fünf seetüchtige, der k. Werfte in Danzig zur Disposition gestellt. Kiel. Sicherem Vernehmen nach, schreibt die„Kieler Zeitung“, wird Herzog Friedrich von Schleswig ⸗Holstein, um an dem Kriege gegen Frankreich Theil zu nehmen, in die Südarmee eintreten. Nachrichten aus München melden, daß der Herzog bereits zum Generalmajor à la suite in der bayerischen Armee ernannt worden sei. Köln. Eine dahier stattgehabte, sehr zahl⸗ reich besuchte Bürgerversammlung hat solgenden Zuruf an die süddeutschen Brüder beschlossen: „Eure Hochherzigkeit erfüllt uns mit gerechtem Stolze auf den deutschen Namen! Obwohl Ihr dem ersten Angriffe des mächtigen Feindes aus⸗ gesetzt seid, obwohl Ihr nicht wußtet, ob die Heere des Nordens früh genug zu Eurer Hülfe kommen könnten— so habt Ihr doch, unter dem Vorgange Eurer für die Ehre des gemeinsamen Vaterlandes warm fühlenden Fürsten— keinen Augenblick gezaudert, Euch mit männlichem Ent⸗ schlusse zu den Ersten auf die blutige Wahlstatt zu stellen, auf der sich die Geschicke des geliebten Vaterlandes erfüllten. So gehört Ihr Alle zu Denen, die mit Heldenmuth die Sturmfahne Deutschlands vorantragen, so habt Ihr die Bürg⸗ schaft dafür gegeben, daß es fortan keinen Süden und keinen Norden mehr gibt, sondern nur ein einiges gewaltiges Deutschland, welches das ihm in die Hand gezwungene Schwert jetzt auch nicht eher niederlegt, als bis der dauernde Frieden er⸗ kämpft ist. Gottes Segen über Euch und Deutsch⸗ land! Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Noth uns trennen und Gefahr!“ Frankfurt. Das,, Fr. J.“ meldet: Als leuchtendes Beispiel der Opferfreudigkeit der Deutschen in England sei erwähnt, daß folgende Firmen in London: Kleinword u. Drake 1500 L., Böninger u. Co. 1000 L., Jameson u. Koebe 500 L., de Clermont u. Ev. 300 L. für verwundete Krieger des deutschen Heeres bei— tragen. In ähnlichem Verhältniß sollen andere Häuser gezeichnet haben, deren Namen uns noch nicht bekannt sind. Saarbrücken. Der Correspondent des „Frankfurter Journals“ schreibt von hier: Von dem kecken Handstreich, dem glänzenden Reiter⸗ stücklein unserer Ulanen, der die Sprengung des Viaductes auf der Saargemünd⸗Hagenauer Bahn vollbrachte, wissen sie schon. Dieser Viaduct liegt ohnweit Bitsch, zwei Stunden einwärts der französischen Gränze. Während links und rechts die Ulanen die französischen Vedetten beschäftigten, sprengten berittene Bergleute diese Brücke, deren Wiederherstellung mindestens vierzehn Tage in Anspruch nehmen wird. Die Vorposten der Franzosen an unserer Gränze leiden immer noch nach ihren eigenen Aussagen den bittersten Mangel; die Chasseurs d' Afrique hielten ohnlängst die vom Alsbacher Hof in die Stadt fahrende Milchfuhre an, um ihren brennenden Durst und Hunger zu stillen. In Betreff der Fußbekleidung sollen die an der Gränze stehenden Regimenter vor Allem übel bestellt sein; wir selbst sahen einen gefangenen Franzosen, dessen Schuhe nur noch fragmentarisch waren. — Aussagen der von Metz Kommenden nach soll es dort noch lange nicht so bestellt sein, als daß man an eine Action denken dürfte.— Zwei Herren, welche vor einigen Tagen noch Saarge⸗ münd passirten, können nicht genug davon sagen, wie trostlos es mit der Equipirung der aus dem Innern anlangenden Regimenter aussähe. Die Uniformen defect, und vor Allem das Schuhwerk in einem nicht zu beschreibenden Zustande; die Schuhe mit Bindfaden geheftet, Holzschuhe sind die Regel. Nachschrift. Soeben bringen zu⸗ verlässige Personen die Nachricht, daß in der Nacht vom 26. auf den 27. ein Corps von 30—36,000 Mann an die Gränze gerückt ist und bei Styring(Hüttenwerk des Herrn de Wendel, kaum Stunde von hier entfernt) steht. Kürz⸗ lich fand ein Gefecht zwischen Geislautern und Ludweiler statt. Die Franzosen wurden zurück⸗ geschlagen mit Verlust eines Offiziers und 8 Mann. Dies geschah bei Regenwetter; die Chassepots bewährten sich schlecht. Von den Unseren erhielt nur ein Mann einen Streifschuß. Beste Stimmung und Heiterkeit herrscht unter den Soldaten, welche nach den ermüdendsten Märschen und Feldwachen mit Gesang heimziehen. Die Franzosen haben auf den Höhen von Schönecken, Burbach gegen— über, Kanonen aufgefahren. — Am 27. v. M. Morgens fand bei Lud⸗ weiler, drei Stunden von Saarbrücken dicht an Mann 0 Lags 1 28. b. puußische Gränze l Feuerns Hachmitta ald feuer Auppen Aanonade urüc. Feind eb Husaren Auf sein! — Af gichten vo deutung. breitete uin Elsaf wohl un dden Tar Bestätig ganze 6 dem„C daß an Agoner bi Station Straß bu Daß sie And da Abzogen. wurde e Fegriffen Nadi nn A de Birz⸗ 3— Süden Adern nur in uchts das ihm ett auch nicht Frieden er⸗ und Deutsch⸗ * sceudigkeit der at, daß folgende 1. Drake 1500 „Jameson 1. Ev. 300 L. für den Heeres bei b sollen andert Namen un rrtspendent de von hier: De irzenden Rtitn Sprengung dl Hagenauer Bahn Dieser Viadun t einwaͤrts dit lug und rechts tu beschäftigten, Brüdt, dun n Tagt Borposten da m iuntt nic inerten Marzi dulängt die vor nende Nilchful unf Hunger tung feln d. nter ver Ala tints gtfangenn 16 fragntuturis gennenden nal, bett ein, a 2 1 der französischen Gränze, ein lebhaftes Rencontre mit dem Feinde statt. Bei genanntem Orte war ein Zug Infanterie des 69. Regiments aufgestellt und sah sich plötzlich von drei Compagnien feind⸗ licher Infanterie und einer starken Abtheilung Thasseurs à Cheval angegriffen. Das kleine Häuflein wies den Angriff jedoch so kräftig zu⸗ rück, daß die Franzosen neun Mann, darunter einen Offizier, auf dem Platze ließen. Die Anderen zogen sich alsdann eiligst zurück. —(Offizielle Mittheilung.) Am 27. v. M. früh ging ein feindliches Detachement von 3 Com- bagnien und 80 Pferden aus der Richtung von Forbach gegen Voneklingen vor, und griff daselbst einen Zug Infanterie unseres 69. Regiments an, vurde jedoch mit einem Verkust von 1 Offizier und 8 Mann abgewiesen. Diesseits wurde ein Mann verwundet. Sonst fiel im Laufe des Tages nichts neues vor. —(Offizielle Mittheilung.) Die auch am 28. v. M. bei Saarbrücken vorgegangenen preußischen Recognoscirungen trafen jenseits der Hränze überall auf den Feind. Trotz lebhaften Feuerns desselben haben wir keine Verluste. Am Nachmittage rückte der Feind mit Artillerie vor und feuerte mit Granaten, welche den dieseitigen Truppen keine Verluste beibrackten. Nach kurzer Kanonade zog sich der Feind über die Gränze zurück. Bei der Station Perl überschritt der Feind ebenfalls am Vormittag die Gränze mit Husaren und Infanterie, kehrte aber sehr bald zuf sein Gebiet zurück. — Auch die weiter eingetroffenen neueren Nach— gichten vom Kriegsschauplatze sind ohne große Be deutung. Das in den letzten Tagen weit ver— breitete Gerücht von einer bei Weißenburg im Elsaß stattgehabten blutigen Schlacht darf vohl unter die heute zum täglichen Brod gehören⸗ gen Tartarennachrichten registrirt werden, da eine Sestätigung derselben bis jetzt ausgeblieben. Tas ganze Gerücht redue rt sich vielleicht auf die von em„Courrier du Bas⸗Rhin“ gebrachte Nachricht, jaß am 26. d. eine Abtheilung badischer Dra— toner bis Hunspach(2) vorgedrungen sind, einer Station auf der Eisenbahn von Weißenburg nach Straßburg, 9 Kilometres von Weißenburg und daß ste hier die Telegraphen- Apparate zerstörten und dann ohne andere Schädigungen wieder abzogen.“(Siehe: Aus Weißenburg.) —(Officiell) Am 30. d. Vormittags vurde Saarbrücken von den Franzosen an⸗ gegriffen. Trotz der sehr bedeutenden Ueber⸗ (genheit des Feindes wurde der Angriff segreich abgewiesen. Details fehlen. Bayern. Auch in Bayern werden von eifrigen Vaterlandsfreunden Ehrengaben für Soldaten oder Truppenabtheilungen ausgesetzt, welche fich durch besondere Thaten vor dem zeinde auszeichnen werden. So sind in Würz⸗ urg der dortigen„N. W. 3.“ 100 Thlr. und ein silberner Becher für einen bayerischen Soldaten zur Verfügung gestellt worden, welcher ine französische Fahnenstange erbeutet. Ein zugsburger Bürger erbietet sich, wie die „Allg. Z.“ berichtet, zu einer Belohnung von 100 fl. für diejenige Abtheilung bayerischer Truppen, welche die erste französische Fahne, Kanone oder Kugelspritze erobert. Endlich ist dem Commando der 3. Infanterie-Division in fürnberg folgendes Schreiben zugegangen: „Mit Gott für den König und das gesammte Rutsche Vaterland. Inliegende 100 Gulden widmet der Unterzeichnete demjenigen Soldaten der derjenigen Abtheilung der dritten Armee Division der bayerischen Truppen, welche in im jetzigen Kriege gegen Frankreich sich be⸗ snders auszeignet. Nürnberg, den 24. Juli 670. G. S.“— Das Münchener Bankhaus J v. Hirsch hat 5000 fl. für den Hülfsverein zur Unterstützung und Pflege im Felde ver— wundeter und erkrankter Krieger gegeben, Herr Deivatier Adolf Kohn 500 fl., Hr. Sedlmayer 400 fl., Hr. Fabrikant Seligmann von der Naxhütte(Sauforst) wird allen seinen zum Militär einberufenen Arbeitern während der Dauer des Krieges ihren Gehalt fortzahlen. — Die Redaction des„Corresp. v. u. 5 NN erhielt folgende Zuschrift:„Zur Belohnung hervorragender Thaten in unserer bayerischen Armee während des gegenwärtigen Krieges fuͤr Deutschlands Ehre, Recht und Unabhängigkeit setze ich 1000 fl. aus und zwar für denjenigen Krieger, der die erste feindliche Kanone erobert, 400 fl., fur den, der die erste Fahne erobert, 300 fl. und für den, der die erste Kugelspritze erobert, 300 fl. ꝛc.“ Würtemberg. Stuttgart. Der König von Preußen hat folgendes Telegramm an den König von Würtemberg gerichtet: Ew. Majestät haben getreu den zwischen uns bestehenden Verträgen Ihre Truppen unter meine Befehle gestellt und sind dieselben speciell dem Commando meines Sohnes, des Kronprinzen, zugetheilt. Gott wolle unsere gemeinsamen Anstrengungen segnen bei hartem Kampfe, damit endlich ein gesicherter Frieden Deutschland zu erneuter Blüthe führe. Dank Ew. Majestät und der einmüthigen Gesinnung Würtembergs stehet Deutschland in Festigkeit zusammen. Wilhelm.“ Der König von Würtemberg habe hierauf geantwortet:„Mit voller Zuversicht übergebe ich der bewährten Führung Ew. Majestät meine Truppen, fest entschlossen, mannhaft in den Kampf für Deutschland einzutreten. Rückhalts— los vertraue ich in diesem Kriege die Interessen Würtembergs dem ritterlichen Sinne Ew. Majestät. Karl.“ — Ein Herr Schaffert in Bremen, geborener Würtemberger, setzt eine Belohnung von 100 Thlr. aus und zwar: 1) Für eine ausgezeichnete Waffen- that vor dem fremdländischen Feinde demjenigen Soldaten oder Unteroffizier des k. würtembergi⸗ schen Truppencorps, den die competente Behörde seiner Zeit dafür bezeichnen wird, eine Ehren- prämie von 100 fl.; 2) für eine ausgezeichnete brave Handlung überhaupt, ausgeübt von einem Soldaten oder Unteroffizier desselben Truppencorps in dem bevorstehenden Kriege gegen Frankreich, eine Ehrenprämie von 75 fl. Demjenigen, der wie oben dafür genannt werden wird. Baden. Der Kronprinz von Preußen traf am Abend des 28. d. von Stuttgart kommend in Karlsruhe ein und fuhr alsbald mit dem Großherzog ꝛc. durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Residenzschlosse, von der Ein- wohnerschaft mit begeisterten Zurufen begrüßt. — Die Namen der bei der Ausspähung der Festung Hagenau in der Nähe von Niederbronn gefangenen badischen Dragoneroffiziere sind von Villiers und v. Rottberg, der des Gefallenen Winslos. Der Letztere ist ein Sohn des reichen Geranten der„Times“ Winslos in London. Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener Zeitung“ vom 31. d. bringt folgende Note:„In Folge der Erklärung der Infallibilität beschloß die Regierung, den Vertrag des Concor-⸗ dats nicht länger aufrecht zu erhalten und denselben außer Wirksamkeit zu setzen; der Reichskanzler hat demzufolge Schritte eingeleitet, der Curie die formelle Aufhebung des Conebfvats zu notificiren. Der Kaiser hat durch ein Hündschreiben den Cultusminister beauftragt, die nöthigen Gesetzentwürfe vorzubereiten.“ — Die neueste Sensationsnachricht, die einem Wlener Blatte aus Florenz telegraphisch zugeht, wonach in dortigen„ortentirten“ Kreisen versichert wird, daß der Vertrag uber eine Tripelallianz zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien bereits in Wien acceptirt und darin die Betheiligung der beiden neutralen Mächte an dem Kriege an gewisse voraus— gesetzte Fälle geknüpft sei, wird von dem Blatte selbst als„höchst unwahrscheinlich“ charakterisirt. Dadurch verliert inzwischen das hoͤchst zwei⸗ deutige Verhalten des„neutralen“ Italiens nichts von seiner Auffälligkeit. Prag. Der„N. fr. Pr.“ telegraphirt man: Graf Beust richtete durch den Statt— halter Fuͤrsten Mensdorf an den Kurfürsten von Hessen die Mahnung, der Neutralität Oesterreichs eingedenk zu sein. Graz. Die Burschenschaft Arminia, Orion und Stiria haben einen Aufruf an die Studenten der deutschen Hochschulen erlassen, der wie folgt schließt:„Die deutsche academische Jugend Oesterreichs stimmt begeistert ein in die helden⸗ hafte Erregung, die ganz Deutschland durch⸗ braust von den Gehängen der Alpen bis zu den Gestaden des Meeres. Nur ein Schmerz erfüllt ihre Seele, der Schmerz, daß sie nicht kämpfen und siegen darf mit Euch, Commili⸗ tonen! Aber ihr Geist umgibt Euch auf den Beschwerden des Kriegszuges und in dem Ge⸗ töse der Schlacht. Glück und Unglück wird sie mit Euch tragen und Hülfe wird sie spen⸗ den, dort wo sie helfen kann, aus ganzem Herzen und mit ganzer Kraft. Der Sieg sei mit Euch! Hoch Deutschland! Hoch die deutschen Waffen!“ Agram. Bischof Stroßmeyer wurde auf seiner Durchreise am hiesigen Bahnhofe von circa 5000 Menschen mit größtem Enthusias⸗ mus begrüßt. Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ veröffentlicht die Proclamation des Kaisers an die Rheinarmee, datirt Metz, 28. Juli. Dieselbe lautet: „Ich stelle mich an Eure Spitze, um die Ehre des vaterländischen Bodens zu vertheidigen! Ihr werdet eine der besten Armeen Europas bekämpfen, doch auch andere Armeen, welche eben so tüchtig waren, konnten Eurer Tüchtigkeit nicht widerstehen, Gleiches wird heute der Fall sein. Der Krieg wird lang und mühevoll sein, aber nichts über- trifft die zähe Kraft der Soldaten, welche in Afrika, in der Krim, in Italien und in Mexico kämpften. Welchen Weg immer wir außerhalb der Gränzen des Vaterlandes einschlagen werden, wir finden stets ruhmreiche Spuren unserer Väter und wir werden uns ihrer würdig zeigen. Ganz Frankreich begleitet Euch mit glühenden Wünschen, die Welt hat die Augen auf Euch gerichtet, von unserem Erfolge hängt das Schicksal der Freiheit der Civilisation ab! Thue Jeder seine Pflicht, der Gott der Schlachten wird mit uns sein.“ — In Metz trafen vier Batterien Mitrailleusen ein, die vorläufig in einem Kasernenhofe unterge⸗ bracht wurden. Jeder Soldat hat seit dem 22. seine 90 Patronen und sein vollständiges Feld⸗ material. — Aus Weißenburg meldet der Courrier du Bas-Rhin, daß an diesem Tage 25 badische Reiter die Telegraphendrähte zwischen Weißenburg und Lauterburg abgeschnitten haben, so daß die Be⸗ hörden der letzteren Stadt ohne telegraphische Mittheilungen waren und durch Estafette dem Uebel abhelfen mußten. Das Gerücht ging, der Feind sei noch tiefer ins Innere des Arrondisse⸗ ments Weißenburg eingedrungen, und es wurde in Bischwiller versichert, daß Preußen bei Münch⸗ hausen(2), einem Dorfe am Rheine zwischen Lauterburg und Seltz, erschienen seien. Der Courrier fügt hinzu: Eine Depesche, die wir diesen Morgen aus Bischwiller erhalten, meldet, dieses Gerücht sei reine Einbildung; aber gewiß scheint es zu sein, daß eine Abtheilung badischer Dragoner bis Hunspach vorgedrungen ist, einer Station auf der Eisenbahn von Weißenburg nach Straßburg, neun Kilometres von Weißenburg, und daß sie hier die Telegraphen-Apparate zerstörken und dann ohne andere Schädigungen wieder abzogen. — Die Anordnung der Befestigung von Paris hat dort große Verstimmung und Bestürzung er⸗ zeugt, weil man den Leuten stets nur von der Offensivaction vorsprach und nun auf einmal Paris eiligst zu befestigen befiehlt. Die Heerstraßen, welche an verschiedenen Punkten durch die Be- festigungen gehen, sollen durch Zugbrücken unter- brochen werden. Indessen kann sich die Bevölke- rung von Paris der Ansicht nicht verschließen, daß, wenn die französischen Truppen den Feind nicht von Paris fernzuhalten vermögen, diese Auf- gabe für die Festungswerke gar schwierig werden würde. Mehrere Blätter besprechen indeß die Legalität des bezüglichen Befehls, da nach dem Gesetze die Hauptstadt nur nach einem Beschluß der Kammern und mittelst regelmäßig votirten und promulgirten Gesetzes als Festung betrachtet und behandelt werden könne. Das betreffende Gesetz datirt aber vom Jahre 1840 her, und Napoleon hat sich schon über manches aus jener Vorzeit Datirende hinausgesetzt. — Am Morgen des 27. d. soll der Kaiser und der kaiserliche Prinz in Begleitung des Ministe⸗ riums des kaiserlichen Hauses, des Seine ⸗Prä⸗ fecten und des Polizei-Präfecten Saint Cloud verlassen haben, um sich auf der Gürtelbahn nach dem Straßburger Bahnhof zu begeben, von wo aus der Kaiser und der junge Prinz zur Armee abgehen würden. — Es heißt der Kaiser habe sich zunächst nach Metz begeben.— Wie man durch die France erfährt, sollte die Submission für die Lieferung von Fleisch an die Rhein⸗Armee stattfinden. Da aber kein Lieferant erschienen war, der innerhalb der Zahlen und Bedingungen sich befand, so konnte die Lieferung nicht zugeschlagen werden. — In der Gränzfestung Bitsch ist nach einem Berichte des„Temps“ eine ungeheure Ueberfüllung mit Menschen eingetreten. Bitsch ist ein Städt⸗ chen von 2000 Seelen und hat jetzt fast ein Armeecorps zu cantoniren. Der General de Failly, der dort commandirt, läßt allen Leuten, die der Spionage verdächtig eingebracht werden, die Köpfe halb abscheeren. — Der„Paris-⸗Journal“ wird aus Forbach von einem neuen Eisenbahnunglück telegraphirt, welches sich auf der Ostbahn in der Nähe von Nancy zugetragen hätte. Ein von Paris kommender Personenzug wäre mit einem von Straßburg kommenden leeren Militärzuge zusammengestoßen; der Heizer wäre getödtet und etwa zehn Personen wären verwundet worden. — Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Schreiben Benedetti's vom 29. Juli, in welchem derselbe behauptet, Graf Bismarck habe mehrfach Frankreich angetragen, demselben gegen Compen- sation einer Vergrößerung Preußens bei der An— nexion Belgiens behülflich zu sein. Der von der „Times“ veröffentlichte Vertragsentwurf sei von Benedetti nach dem Dictat des Grafen Bismarck geschrieben. Der Kaiser habe beständig diese Propositionen abgelehnt. Seit dem Prager Frie- den habe kein neues Pourparler über diesen Ge⸗ genstand stattgefunden. Holland. Amsterdam. Nach hier ein⸗ getroffenen Berichten ist der Kaiser der Franzosen am 28. d. zur Armee abgereist. Dänemark. Aus Skagen wird vom 28. d. gemeldet: Heute Mittag 12 Uhr 48 Minuten passirte hierselbst ein aus 7 Panzerschiffen und 2 kleinen Dampfern bestehendes französisches Ge⸗ schwader. i Großbritannien. London. Ein Tele⸗ gramm von dem New⸗Aorker Berichterstatter der Daily News meldet, daß die Stimmung in den Vereinigten Staaten fast allgemein zu Gunsten Deutschlands ist. Unter den besseren New. Norker Blättern steht der World in der Vertheidigung Frankreichs ganz allein. In den Städten des Westens geben fast alle Zeitungen ihren Sympa thieen für Preußen Ausdruck und unter der deut⸗ schen Bevölkerung der Vereinigten Staaten sind die politischen Flüchtlinge und Radicalen nicht hinter dem Rest ihrer Landsleute in ihrem Enthu⸗ siasmus für die deutsche Sache zurück. Die ein- geborenen Amerikaner sind der Ansicht, daß Frankreich den Krieg ohne Ursache angefangen habe. — Die Tagesblätter fordern insgesammt, auf- geregt durch die jüngsten Mittheilungen Bismarck's an Lord Granville, den Heeresstand zu erhöhen und die Flotte in Bereitschaft zu halten, um Belgien eventuell zu vertheidigen. — Die„Times“ zieht die Enthüllungen des Grafen Bismarck denen des Herzogs v. Gramont vor. Graf Bismarck habe ein handgreifliches Klagefundament vorgelegt, während der Herzog v. Gramont sich auf bloße Gegenanschuldigungen beschränkt habe, welche keinerlei Schriftstück unterstütze. Spanien Einem Privatbriefe aus Madrid vom 22. v. M. entnehmen die„Basler Nachr.“: „Es herrscht hier großer Enthusiasmus für Preußen, die Antipathie gegen Frankreich wächst von Tag zu Tag. Kürzlich hat man das hiesige französische Gesandschaftsgebäude angreifen wollen, doch ist die Autorität bei Zeiten dazwischen getreten, be— vor das Wappenschild abgemacht war.“ Italien. Turin. Die„Turiner Zeitung“ sagt:„Visconti Venosta spielt ein doppeltes Spiel, weil er, nachdem er sich Frankreich schon ver⸗ pflichtet, noch mit Oesterreich und England Friedensvermittlungen macht.“ Mailand. Ein beabsichtigtes Friedens- meeting wurde abgesagt. Es fand ein bewaffneter Straßenkrawall statt, der dem Frieden und der Republik galt. Dabei fielen mehrere Flinten⸗ schüse. Man confiscirte eine größere Anzahl verborgen gehaltener Waffen, Munition und Or⸗ sini⸗Bomben. Rom. Vierzehn französische Ofstziere haben den päpstlichen Dienst verlassen, dreimal soviel Deutsche gehen heim, am meisten beeilen sich die Bayern. Rußland. Die Norddeutsche Gesandtschaft in Petersburg hat am 20. Juli von einem dortigen Kaufmann 300 Rubel empfangen, und zwar je 100 Rubel für den deutschen Soldaten, der die erste französische Kanone, resp. Fahne ꝛc. nimmt. — Wie man aus der preußisch⸗polnischen Gränzstadt Beuthen meldet, sind von der ganzen Gränzlinie von jener Stadt bis gegen Kalisch sämmtliche preußische Truppen abgezogen. Es ist dies besonders erwähnenswerth, weil die Entblößung der Gränze von Seiten Preußens eine freundliche Haltung Rußlands zur deutschen Sache voraus- setzen läßt.— Reisende behaupten: die in Czen⸗ stochau, Radomsk und Petrikau stationirten russi⸗ schen Truppen hätten Befehl zur Marschbereitschaft erhalten. Ueber das Ziel des Marsches verlaute noch keine posttive Nachricht. Die Gesammtzahl der gegenwärtig im Königreich Polen stehenden russischen Truppen wird auf 120,000 Mann an⸗ gegeben. In und um Warschau stehen allein 50,000 Mann. 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Es wird außerdem bemerkt, daß die Reinigung von in eckelerregender Weise beschmutzten, oder von ansteckenden Krankheiten herrührenden Wäsche⸗ stücken nicht Gegenstand der freiwilligen Hülfe leistung sein wird, und daß die Bethätigung in den obengenannten Branchen des Lazarethdienstes zur Berührung mit Kranken keine Gelegenheit bieten wird. Kriegskarten bei Bindernagel& Schimpff. 1959 Im Besitz mehrerer Strickmaschinen sind wir jetzt im Stande, Bestellungen in Strümpfen noch schneller und billiger als seither in Ausfuhrung bringen zu können. Fertige Strümpfe sind in allen Größen vorräthig. 1541 9 Wissenschaft festgestellt sind. ——— in Assenheim bei Kollwerk' ene Brust-Bonbons. Prämiirt auf allen Ausstellungen. Eine Verbindung von Zucker und solchen Kräuter⸗Extracten, deren wohlthätige Einwirkung auf die Respirations⸗Organe von der medicinischen Depots dieser Brust⸗Bonbons in versiegelten Packeten mit Gebrauchs⸗ anweisung 3 14 kr. befinden sich in Freidberg bei Wilh. 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