d ee 9 des 1 rea 0 A erdan Windecker kuhn Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. ia Brack,* daesse. 77 1 8 N 22. 9* 71 % Auf den wöchentlich dreimal erscheinenden„Oberhessischen Anzeiger · 8 D 1. 0 1 22* — kann man für das zweite Quartal l. J. bei allen Poststellen für 1— 10 611 17 FPEy 1* dor—— ung 38 kr., mit Bestellgeld für 47 kr. abonniren. Bei der Verlags⸗ de un Fabri. 1 112 2 0*— 7 1 5 2 1 505 Expedition kostet das Blatt für das zweite Quartal 30 kr. i Aunessung an 7 a e z Amtlicher Theil. alt). Betreffend: Das Abledern und Verscharren gefallener Schafe. Friedberg den 30. März 1870.. 12 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. an Diejenigen von Ihnen, welche unsere Auflage vom 9. d. Mts., Oberhessischer Anzeiger Nr. 20, noch nicht* haben, werden * daran erinnert. ra p p. islisser der. t en Nutr. 1 e dat e Betreffend: Die Anflellung eines Wlesenbaumeisters für den landwirthschaftlichen Verein von Oberbesseu. Laubach am 17. März 1870. 7 1 Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, datz Projectirung von Ent- und Bewässerungsanlagen jeder Art auf Acker— en 0 dem Großherzoglichen Wiesencommissar und Wiesenbautechniker, Herrn] und Wiesenländereien nach der Reihe der einlaufenden Anmeldungen aeg galt en Valentin Greb zu Rixfeld, Kreis Lauterbach, die Stelle als Wlesen⸗ unentgeltlich zur Verfügung gestellt, während die spätere Ausführung un ze ktaßt 500 baumeister des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen mit Wir— der entworfenen und genehmigten Pläne auf Kosten der einzelnen Interessenten zu erfolgen haben soll. dent des landw. Vereins von Oberhessen. Otto, Graf zu Solms-Laubach. lkkung vom 1. April l. J. an übertragen worden ist. e. Gemeinden sowie Privaten, deren Besitz in der Provinz Ober— Der prä W hessen liegt, wird auf desfallsiges jedesmaliges besonderes Anmelden 9 6 6 bei dem Unterzeichneten der Wiesenbaumeister zur Aufnahme und 1& k; . Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ Jacob 58 und Comp. zu Ossenbach ein solches au 5 N 7 51 die durch Muster näher ertanterte Cönstruction eines VBer⸗ 10 5 J. Uh liche Reglerungsblatt Nr. 25 enthält: 4 schlusses für Portemonnaies, Cigarreneluis ꝛc..— am duse 91 I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Großh. 17. März dem Instrumentenmacher C. L. Glück jun. in n., Hauses und des Aeußern, das Portofreiheitswesen in den Friedberg ein sosches Patent auf die durch Zeichnung und — nicht zum Norddenischen Bunde gehörigen Theilen des f Großherzogthums belreffend. II. Oeffenulsche Anerkennung elner edlen That. Am 30. Januar laufenden Jahres brach beim Schlilischuh⸗ laufen auf der Nidda in der Nähe des sog. Pfaffenhofes 1 Kichberg. bei Vilbel, Philipp Ochs, der vierzehnjährige Sohn des Andreas 800% V. zu Vilbel, im Eise ein und gerieth, da 4 Scr der Fluß an dieser Stelle eine nicht unbennächtliche Tiese — hatte, in Gefahr zu ertrinken. Auf den Hülseruf der am 1 Ufer siehenden Personen eilte der 15 jährige Franz Klös, J Kicdbert Sohn des Konrad Klös zu Vilbel, herbei, legte sich auf die Eisdecke vor die Oeffnung, in welcher Philipp Ochs — eingebrochen war, und reichte dem letzleren einen Schliti— g 40 0 Wuhriemen hin. Da sich Ochs an diesen Riemen fest 6 470. klammerte, wäre Klös ebenfalls in das e —ͤ— worden, wenn nicht der 16 jährige Philipp Kreiling, — Sohn des Philipp Kreiling zu Vilbel, demselben cinen Mir 1570. Riemen eworsen hätte, den er von seinen Schlilischuhen — losgelöst hatte. Den vereinigten Anstrengungen des Franz 4 obUget Klös und des Philipp Kreiling gelang es nunmehr, den schon ganz erstarrten Philspp Ochs an das Ufer zu brin⸗ 71 1 en, wo sich derselbe almäblig erholte.— S. K. H. der 5 5 Großherzog haben dem Franz Klös für diese muthvelle 6 mit eigener Lebensgefahr verbundene That das allgemeine e Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für Rettung von Men⸗ 1. schenleden“ und dem Philipp Kreiling für seine enischlossene 7 Rund erfolgreiche Miiwirkung zur Rettung des Philipp 0 1 66 5 Ochs eine Geldprämie Allergnäoigst zu verleihen gelubt. 15 1 In Gemäßheit Allerböchster Enischließung wird dieses 5 1 hiermit zur öffentlichen Kennimiß gebracht. 1 u, III. Betannimachung Großh. Ministeriums der Justig. 1.% 6. S. K. H. der Großherzog haben unterm 19. März zu 4 beschlußen geruht, daß der bisher zum Sprengel des 5 Bezirtestrafgerichts Michelstadt gehörige Landgerichtobezirk — 77 Wimpfen dem Sprengel des Bezikssnafgerichto Darmsladt 2. jugeiheilt werde, und wird diese Zutheilung vom 1. Mai 1——1 4 Jan in Wi tiemkeit neten. 9 1. IV. Nameneveränderung. S. K. H. der Großherzog „ 2 aben allergnädigst geruhr: Am 11. März dem Heimich 9* Trautmann von Groß⸗Gumpen zu gestatien, daß derselbe 75 1 seines bieherigen lünftighin den Familiennamen . licolay führe. 8 45 g 1 Werihellung von Erfindunge patenten. S. K. H. 1 ber Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. März 9** ö em Nicosaus Champeaux zu Paris ein Erfindungspalent 1 uf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläu⸗ 112 rte Genutuen eee Kriegs oder Zagdgewehrs mit ae ünfache m oder deppelien Laufe, Pinterladung und cen— galer Percussion,— am 16. März dem Fabrikanten Beschreibung näher erläuterte Construktion von Pianinos zur Verbesserung der Stärke und Fülle des Tons der— selben, sämmilichen auf deren Nachsuchen und unter dem ausdrücklichen Vorvehalte, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits srüher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums zu ertheilen. — Dem Vernehmen nach hat das Justizmini- sterium eine Vereinbarung über den Ankauf des in der Hügelstraße gelegenen Anwesens des Bier— brauereibesitzers Ritsert abgeschlossen, auf welchem sich bereits ein als Assisensaal sehr wohl verwend— bares Gebäude befindet und welches Raum für Errichtung der sonstigen durch die in Aussicht stehende Reorganisation des Gerichtverfahrens er— forderlichen Justizgebäude in ausreichendem Maße bietet. Das Kaufobjcet liegt ganz nahe bei den kürzlich in Eigenthum des Staates übergegangenen sog. Brust'schen Häusern, in welchen Stadtgericht, Kreisamt ic. Unterkunft gesunden haben. — Die Ausdehnung des im norddeutschen Bund gesetzlich eingeführten Wechselstempels auch auf die nicht zum Gebiet des Nordbundes gehörigen Theile des Großherzogthums soll in Aussicht stehen. Preußen. Berlin. Die„Provinzial- Correspondenz“ sagt: Die Regierung wird voraus— sichtlich das Abgeordnetenhaus einige Zeit vor Ablauf der gegenwärtigen Periode auflösen, da die wichtigen Aufgaben, welche in der nächsten Session zu erledigen sind, eine zeitige Einberufung der Kammer nothwendig machen. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz vom 27. März d. J. über die Ausgabe von Banknoten. Bayern. München. In der Abgeord— netenkammer fand die Debatte über die außer— ordentlichen Militärbedürfnisse statt. Der Minister lüttzigen Lage. Die Lage Bayerns ist unangreif⸗ dar, jeder Angriff, jede ernste Drohung würde Complicationen hervorrufen, denen sich auch die größte Macht nicht aussetzen wird. Ich ver⸗ spreche Ihnen eine offene, loyale Politik; es existiren leine geheimen Verträge, keine geheimen Ver— pflichtungen, keine politischen Geheimnisse. Wir wollen Deussche, aber auch Bayern sein! Die Verträge vom Jahre 1866 sind der einzige Er- satz für die durch den Krieg zerrissenen Bande, sie haben keine offensive Bedeutung, sondern nur die Abwehr zum Zweck. Wenn unseren Ver- gelegen sein muß, daß wir nicht bündeten daran wehrlos sind, so haben wir ein höheres, ein mächtigeres Interesse daran. Der Kriegs- minister erklärte sich entschieden gegen die bean— tragte Herabsetzung der Präsenzzeit. Das baperische Heer müsse an Stärke und an Gehalt den übrigen Bundesheeren relativ gleichkommen. Eine Aenderung des Systems jetzt, wo die vorgenommene Heeres- reform kaum Fruchte getragen habe, wäre gleich- bedeutend mit Desorganisatlon der Armee. Was die Einführung des Milizsostems betreffe, so könne Bayern damit nicht vorangehen. — In einer an die Abgeordneten vertheilten Flugschrift„Mahnruf an Bayerns Kammern“ ist mit Ziffern nachgewiesen, daß Bayern verhältniß- mäßig mehr Soldaten hält, als die meisten Länder der Welt. Nach der Friedensstärke kommt ein Soldat in England auf 2363 Einwohner, in Nordamerika auf 705, Holland 407, Türkei 206, in Spanien auf 193, in Oesterreich auf 137, in Rußland auf 135, in Italien auf 132, Belgien und Württemberg auf 125, Schweden auf 123 und in Bayern auf 96 Einwohner. Oesterreich. Wien. Gutem Vernehmen nach ist das Ministerium Hasner entschlossen, aus der Annahme des Nothwahlgesetzes im Reichs- rathe eine Cabinetsfrage zu machen. — Im Reichsrath brachten der Abg. Rech- bauer u. Gen. einen Gesetzentwurf ein behufs des Auswärtigen, Graf Brey, erklärte:„Ich theile nicht die Ansicht über die Unhaltbarkeit der Abänderung der Verfassung durch Einführung unbet ingter direcker Wahlen zum Reichsratb, sowie Creirung eines Länderhauses(aus Deputirten der Landtage bestehend) und eines Volkshauses (durch direkte Wahlen gebildet.) Der Gesetzes antrag ist unterstützt. — Nach dem vom Finanzminister Brestel dem Reichsrath vorgelegten Gesetzentwurf über die Einziehung der Münzscheine(Zehnkrenzerzettel), sowie der Sechskreuzerstücke aus den Jahren 1848 und 1849 werden dieselben nur bis zum 30. September 1870 zu dem Werthe von zehn Neu⸗ kreuzern angenommen; nach diesem Termine werden die Münzscheine ganz ungültig, die Sechskreuzer · stücke aber sollen noch zu ihrem Metallwerthe an⸗ genommen werden. Aus Wieliezka sind, wie die„Tages- presse vernimmt, authentische Nachrichten in Lem⸗ berg angelangt, welche die Catastrophe eines neuen Wassereinbruches im Salzbergwerke constatiren. Hierüber herrscht allgemeine Bestürzung. Frankreich. Paris. Der Untersuchungs⸗ richter Bernier erließ wieder über 30 Verhaftsbe⸗ fehle gegen solche, welche in das Complott ver- wickelt sein sollen. Mehrere derselben können aber nicht ausgeführt werden, da sie gegen Männer, wie Mazzini, Felix Pyat und Blanqui gerichtet sind, welche sich nicht in Frankreich befinden. — Inm gesetzgebenden Körper entwickelte Ferry im Hinblick auf die baldige Auflösung der Kammer einen Antrag, betreffend die Wablreformen. Ollivier erklärte, die Regierung halte immer noch eine Kammerauflösung für unzeitig. Der Antrag Ferry wird mit 164 Stimmen gegen 64 Stimmen verworfen. Picard verlangte, daß die Inter- pellationen über die(onstituirende Gewalt auf morgen festgesetzt würden. Ollivier entgegnete hierauf, constitutionelle Nothwendigkeiten und die Schicklichkeit erlaubten nicht, daß jetzt diese Dis- cussien aufgenommen würde. Picard besteht auf seinem Verlangen. Ollivier erwiderte: Wir ver⸗ langen die Vertagung der Interpellationen als einen Act des Vertrauens; verweigern sie uns dies, so müssen wir aufhören Minister zu sein! (Große Bewegung.) Die Interpellation wurde mit 147 gegen 75 Stimmen vertagt. — Prinz Peter ist in Paris wieder einge⸗ troffen. In dem Hause versehen Polizei⸗Agenten das Amt des Portiers und auch die Umgebungen werden polizeilich bewacht. Der Prinz empfing von dem Kaiser den Befehl, sobald als möglich das französische Gebiet, und zwar auf unbestimmte Zeit zu verlassen; er hat sich hierfür eine drei⸗ tägige Frist ausgebeten. Nach den Einen wird er sich nach Italien, nach den Andern in die Vereinigten Staaten begeben. Die„France“ be— hauptet übrigens, der Kaiser habe dem Prinzen nicht den Befehl, sondern nur den freundschaft⸗ lichen Rath gegeben, Frankreich zu verlassen, und es sei noch nicht gewiß, welchen Entschluß der Prinz fassen werde.— Ledru⸗Rollin ist, wie der „Sidcle“ meldet am Sonntag in Boulogne und am Montag in Paris angekommen. — Der Dr. Tardieu hat seine Entlassung als Professor an der medieinischen Fakultät der Pariser Universität eingereicht. Die Studenten, welche ihm sein Auftreten und seine Aussagen im Pro- zesse gegen Peter Bonaparte nicht hingehen lassen wollten, pfiffen ihn nämlich in der Vorlesung, welche er vor einigen Tagen abhalten wollte, auf eine so furchtbare Weise aus, daß er mit den Worten, er werde seine Entlassung einreichen, den Saal verließ. Die Scene hatte über eine halbe Stunde gedauert. Tardieu wurde auf alle mög- liche Weise insultirt, und man warf ihm die Worte:„Corse! Bonaparte! Geh' nach den Tuilerien!“ u. dgl. an den Kopf. Zu Ruhe⸗ störungen kam es nicht. Die Studenten zogen nämlich, nachdem sie Tardien vertrieben, ruhig und ohne weitere Kundgebungen zu machen ab. Italien. Rom. Das kühne Auftreten des Bischofs Stroßmayer im Coneil hat das größte Aufsehen hervorgerufen; man spricht von nichis Anderem. In dem Schema de side werden bekanntlich Materialismus, Atheismus, Pantheis⸗ mus u. s. f. kurzweg aus der Irrlehre des Pro⸗ testantismus hergeleitet. Stroßmayer erklärte nun, daß man mit einer solchen Behauptung die größte Unwissenheit verrathen und die Wahrheit auf's schlimmste entstellen würde, da Jedermann wisse, daß es lange vor dem Protestantismus Materialisten, Atheisten und Pantheisten gegeben habe. Hierüber erhob sich ein unbeschreiblicher Lärm und Viele verlangten, man solle dem Redner das Wort entziehen. Stroßmayer aber rief aus, trotz allen Lärmens und Murrens werde er sich nicht nehmen lassen, noch dies Eine beizufügen, daß er viele Protestanten kenne, die sehr sittenstreng, sehr gläubig seien, ja daß vielleicht im Protestantis mus noch mehr Glaubenefestigkeit vorhanden sei, als im Catholicismus. Hierbei fuhren 4 Cardi⸗ näle zumal von ihren Sitzen auf und verboten ihm weiter zu reden. «Friedberg. In dem hiesigen Bezirksgefängniß echängle sich in vergangener Nacht ein in die Untersuchung gegen den früheren Bürgermeister Vogt vou Reichelsheim verwickelter Agent. Frankfurt. In hiesigem Lazareth ist dieser Tage ein Unteroffizier, welcher seit 1866 daselbst schwer ver⸗ wundet lag, nach fast 4 jährigem Schmerzenslager ge⸗ storben.— Die Blumen- und Pflanzen- Ausstellung in den Palmgärten wird am 9. April beginnen. Darmstadt. Der Historiograph des Großherzogl. Hauses, Großh. Hofrath Dr. Steiner, ist am 30. März gestorben. Der Verblichene hatte sich bis in sein hohes Alter die geistige Frische bewahrt und war erst vor Kurzem noch eine geschichtliche Arbeit über Hessen von demselben erschienen. Heidelberg. Kürzlich wickelte sich bei bieftgem Hof⸗ gerichle folgende Briefmarken-Geschichte ab: Ein Heidel⸗ berger, der eine Sammlung von Briefmarken aller Herren Länder angelegt, las in der Zeitung eine Annonce, worin Mecklenburger Briefmarken zum Verkauf angeboten wurden. Er schrieb an die betreffende Adresse in Mecklenburg und erbat sich den Vorrath der Marken. Da der betressende Mecklenburger einen sehr bedeutenden Vorrath dieser Marken besaß, die seit 1866 werthlos geworden, schrieb er dem Heidelberger zurück, daß er ein bedeutendes Quantum Marken habe, ob er dieses ganz verlange, oder wie viel davon. Es wurde der ganze Vorrath vom Heidelberger verlangt— und der Mecklenburger schickte dem Heidel⸗ berger für 17,000 Thaler Mecklenburgische Briefmarken. Der Heidelberger verweigerte die Annahme der zwei Kisten, allein das Gericht verurtheilte ihn zur Zahlung obiger Summe von Rechtswegen. München. Der„Grog“ schreibt: Dem König von Ungarn soll seine Civilliste um 400,000 fl. erhöht werden; als das der Kaiser von Oesterre ich hörte, rief er:„Na, dem Mann gönn' ich's!“ Köln. Im vergangenen Jahre wurden 202,511 Thlr. zum Weiterbau des Domes verwendet. Es ist gut, daß die Dombau⸗Lotterie so enorme Summen zur Disposition stellt; denn die gewöhnlichen Beiträge bleiben weit hinter denen früherer Jahre zurück; sind doch in den beiden ersten Monaten d. J. zusammen nur 512 Thlr. einge⸗ zahlt worden. Berlin. Eine auf Veranlassung des Bundeskanzler⸗ amtes angefertigte Uebersicht über den Postverkehr inner⸗ halb des norddeutschen Postbezirks im Jahre 1869 ergiebt ein sehr befriedigendes Resultat. Der Briefverkehr beläuft sich auf 341,490,414 Stück gegen 307,293,676 Stück im Vorjahre und mit einer Einnahme von 7,059,147 Thlr. gegen 6,565,980 Thlr. im Jahre 1868. An Zeitungen wurden 152,369,734 Stück gegen 145,964,961 Stück im Vorjahre befördert, an Packeten und Geldsendungen 37,304,622 Stück(gegen 36,468,828 Stück im Vorjahre) mit einem Gewichte von 198,011,250 Pfund und einem declarirten Werthe von 2,310, 123,564 Thlrn. Es beziehen sich diese letzteren Zahlen jedoch lediglich auf den betreffenden Verkehr innerhalb des nord⸗ deutschen Postbezirks; rechnet man hinzu die Geldsendungen aus Süddeutschland, Oesterreich und anderen Ländern, serner die betreffenden Sendungen aus dem norddeutschen Posibezirk nach Süddeulschland, Oesterreich und anderen Ländern und endlich die betreffenden Geldsendungen, welche im Transit durch den norddeutschen Postbezirk befördert wurden, so erreicht der declarirte Werthbetrag die Höhe von 2,687,66 1,144 Thlrn. V. Kurze Antwort auf eine lange Frage. Der größte Mangel, welcher unserem Schul wesen noch anhaftet, ist das Abbrechen des Unter richts und der Schulerziehung, wenn beide an dem Punkte angelangt sind, wo sie dem Menschen zur geistigen Entwicklung, zur Erlangung seines Lebensunterhalts und seiner Stellung in der Ge⸗ sellschaft am nothwendigsten sind. Denn Niemand wird behaupten wollen, daß der Verstand vor den Jahren kommt und ingleichen der Charakter, d. i. der Sinn und das Streben, das Dichten, Trachten und Wollen, oder das innerste Wesen des Menschen, woraus sein Thun und Lassen hervorgeht. Zeigen sich aber beide, Verstand und Charakter, dann ist es Zeit, ihnen die rechte Nahrung und Richtung zu geben; die Kraft zu üben und zu stärken am rechten Stoff. No th⸗ Dies einzusehen, recht zu beherzigen und uns endlich in die Nothwendigkeit zu finden, daß es anders werden müsse mit der Erziehung der Jugend, wäre es wohl an der Zeit. Aber von selbst und ohne unser Zuthun wird und kann dies nimmer geschehen. Abgesehen aber auch davon, daß das Kind bei weitem nicht die zur Selbstbestimmung erfor⸗ derliche geistige Reife hat, wenn es die gewöhn⸗ liche Schule verläßt, so ist ja die Kluft zwischen Schule und Leben, Kindes- und Mannesalter eine zu große und gefährliche, daß sie nicht, wenn auch nicht alles, so doch sicher das Meiste wieder ver⸗ schlingen sollte, was die Schule mit Mühe und Sorgfalt gesäet und gepflegt hat. Aber obwohl man dies längst erkannt, zum Bessermachen, zur Ausfüllung jener Kluft, zur Beseitigung des unberechenbaren Schadens, den sie bringt, hat man sich trotz Mahn- und Weckruf von allen Seiten noch nicht entschließen können. Und warum? Weil man sich auch in unserer, wegen ihrer Intelligenz so hochgepriesenen Zeit, aller Intelligenz zum Trotz, noch nicht überwinden konnte, mit dem Herkommen und dem bequemen Schlendrian zu brechen. Und, fragen wir weiter, warum Dieses? so wird die Einzige Antwort sein: Weil es Geld kostet, und Geld, das ist ja eben das, um was sich Alles dreht; Geld wird ja auch heutzutage noch höher geschätzt als Bildung. Und wer soll es geben? Wer die Fortbildungs- schulen, um die es sich ja hier einzig und allein handelt, errichten d Die Gemeinde Oberrosbach gibt hierauf, wie uns bedünken will, die klarste, treffendste Antwort. Diese Gemeinde hat nämlich aus eigenem An⸗ trieb eine Fortbildungsschule errichtet, d. h. ihre drei Lehrer, worunter ein Geistlicher ist, zur Er⸗ theilung des nöthigen Unterrichts für ihre heran⸗ reifende männliche Jugend aufgesordert; wogegen anderwärts die Anregung zu Dergleichen fast nur von Behörden, Vereinen und Lehrern ausgegangen ist. Wo aber das Bedürfniß nicht von den Eltern empfunden wird, da weiß man auch die Leistungen einer solchen Anstalt nicht zu würdigen, scheut den Aufwand an Zeit und Geld, und die liebe Jugend, sie wendet sich, je eher, je lieber wieder dem gewohnten Zeitvertreib zu, und die kaum begonnene Schule leert sich mit noch größerem Eifer, als sie sich gefüllt hat. Demnach wird es immer am besten sein, wenn die Sache aus der Gemeinde hervorgeht; dann aber auch die Lehrer sich bereit finden lassen, das Ihre zur Förderung beizutragen, und somit beide Theile Opfer bringen. So in Oberrosbach.— Die Väter verpflichten sich mit ihrer Namens⸗ unterschrift zur Einhaltung der in einer andern, mehr gewerblichen Anstalt längst bewährten Schul⸗ ordnung, und die Gemeinde gibt den Lehrern für ihren Aufwand an Zeit und Kraft ein anständiges Honorar.— Ein Beweis aber dafür, daß man hier das Bedürfniß einer solchen Schule nicht ur erkannte, sondern deren Leistungen, obwohl sie noch neu ist, zu würdigen weiß, liegt darin, daß sich bereits eine Anzahl junger Leute zur Theilnahme gemeldet, welche das vorläufig zur Aufnahme festgesetzte Alter von 18 Jahren bereits überschritten hat. Soweit geht die Kunde, welche Schreiber dieser Zeilen, der fraglichen Gemeinde fern steht, über den interessanten Gegenstand erlangen konnte. Mögen alle, die das Werk begonnen haben, aus- harren, dann wird der Segen nicht fehlen und sie werden die Ehre haben, Andern als Muster vorzuleuchten. Mittheilungen aus dem Verein det Gustav-Adolf- Stiftung. 6. Ueber die Schulnoth der evangelischen Kirche in Oesterreich, welcher der Verein abzuhelsen sucht, erlaube ich mir den Lesern noch einige nähere Nachrichten zu geben. Eine sehr beträchtliche Zahl von Gemeinden, selbst Mukter⸗ gemeinden, sind noch ohne jegliche Stätte der Jugend⸗ bildung, ohne Lehrer, und müssen sich, um die Kinde nicht einer gänzlichen Verwahrlosung preiszugeben mit und Winkelschulen, mit ausgedienten ab. 125 iht in de 950 Die soll in der Polzart. Buchen Eichen Apen Vdelholz 10 Lic dür 531 Die, in dim migung e den 6. Sueigtter — e 1 f. drr. 1 Nummer Söchentlich E — — 1 — SF virticiaprtt trlannt, zun * Klust, zur Sens, den m Wedruf zuütßen können. n unserer, ritsenen Zeit, icht überwinden dem begutmen zen wir weiter Antwort stin: at i ja eben Deld wird ja mals Bildung Fortbildung ig und allein dach gibt 1 will, die 1 tigtetm An- ttt, d. b. ihre u ist, zur Er⸗ für ihrt heran⸗ tettt; wogegen leichen sast nut r ausgtgangn icht don den nat auch die u windige, Dad, und du ther, it litbet , ind dit tech groͤßtten den sein, penn vorgeht; daun den lassen, das at somit beide btttesbach.— rer Nanent“ tintt andern, übten Schul gen Lehrern für n anslandiges beginnt ein neues Quartal dieses allgemein beliebten uftrirten Familtenblattes. der Schluß des höchsst interessanten geschichtlichen Romans: von Georg Hiltl, die vorzügliche Novelle von Paul 1 1 7 1 ö 1 1 * 9.3 Korporälen oder ergrauten arbeitsunfähigen Bergleuten, als hrern, oder auch mit den äußerst traurig bestellten ka⸗ olischen Schulen behelfen. Die Unterrichtszimmer sind eistens bervölkert; 150—200 Kinder müssen von einem hrer unterrichtet und gebildet werden. Sehr traurig bt es mit dem Gehalt, den die evangelischen Lehrer beziehen. Nur Wien und Triest bringen Lebrergehalte mit 1000 und 1200 fl. auf. Einzelne Stadigemeinden flriren die Dotation mit 500—700 fl. Meist beträgt sie aber nur 150—200 fl. In Galizien, in der Bukowina, in Mähren und in Kärnthen fällt sie sogar bis 100 fl. herab. Manowa, Walddorf und Dobrzaniz in Galizien bieten ihren Lehrern einen Gehalt von 24 fl. Die Ge⸗ meinde Groß⸗Webna in Mähren sleigt noch tiefer. Sie giebt dem Lehrer jährlich nur 16 fl. Träten zu diesen Gelddotationen nicht noch die sogenannten Accibenzien d. h. Naturalleistungen an Getreide, Holz, Butter u. a., Benutzung eines Gartens oder Feldes, Funktionsgebühren, Kirchenopfer, freie Wohnung, Geschenke u. A., würde an vielen Orten nicht noch von den Lehrern ein Nebenerwerb cultivirt,— gewiß, die Armen könnten ihr Brod nicht einmal mit Thränen esseu, sondern müßten bei aller Opfer⸗ willigkeit der Gemeinden geradezu verhungern. Noch er⸗ laube ich mir, als Beleg zu dem Gesagten aus einem Brief des Pfarrers von Neu⸗Sandez in Galtzien Folgen⸗ des mitzutheilen:„Ein Anderer könnte hier an meiner Stelle gar nicht leben, wenn er nicht auch eigenes Wer⸗ mögen hätte, weil die Gemeinde durchaus nicht im Stade ist, ihrem Pfarrer das ihm zugesicherte Gehalt auezu⸗ bezahlen. Ich kann es nicht über das Herz keingen e executivem Wege mein Gehalt eintreiben zu lassen. Und kommt ein armer Kolonist, um mir 6 fl. Pastoratsgehalt in 10—12 Raten zu 4, 5 bie 10 Sechstel abzuzahlen, und ich sehe wie er die Paar Kreuzer aus allen Taschen zusammensucht, und ich denke an sein Kinderhäuflein da⸗ beim, dann kommt's mir wie eine Sünde vor, das Gelb zu 1 702 und freudigen Herzens geb ich's ihm wieber zurück.“ * SGraunkohlenverkauf. 945 Für die gegen Credit zu beziehenden Braunkohlen werke mit dem 1. April d. J. eine neue Creditperiode laufend bis Ende Juni und verbunden mit einer Zablungsfrist bis Ende September 1870. Der Preis der Koblenklötze ist wie selther 12 kr für den Centner S 14 Stück Klötze. Holzkoblen können nur sowrit der Vorrath reicht der gemessene Centner à 16 kr. abgegeben werden. 18 welche Ihnen bei Abgabe der Bürgschelne eingehändigt werden, bei sedem Kohlenbezuge mitbringen, damit die einzelnen Bezüge in dem Gegenscheln notirt werden können. Die Fubrleute wollen die Gegenscheine, Zahlung der Creditsumme an Großberzogliche Bergkasse scheins erforderlich. Dorheimer⸗ Bergwerk den 31. März 1870. beginnt auf dem Großherzoglichen Dorheimer Berg— Bel zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen⸗ Großherzogliches Bergamt Dorheim Storch. Holzversteigerung in der Oberförsterei Nidda. 936 Dienstag den 12. u. Mittwoch den 18. k. M. soll in dem Domanfalwald⸗District Klausekopf nach⸗ verzeichneles Holz verfleigert werden: Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reis holz. S t n Holzart.. Buchen 70 540 60 684 Eichen— 144 ½— 128 Aspen 36 45— 74 Nadelholz——— 7 16 Eschenstämme von 6—8½“ Durchmesser, 15—25“ Länge mit 120 Cubikfuß, 3 Nadelholztämme von 5½—8½“ Durchmesser, 20-30“ Länge mit 27 Cubikfuß, 1 Aspenstamm von 13“ Durchmesser, 207 Länge mit 26 Cubiksuß, 25 Elchenstangen von 4— 5“ Durchmesser, 20—25˙ Länge mit 76 Cubikfuß(Wagnerholz), 87 Buchenstangen von 3—4“ Durchmesser, 15— 257 Lange mit 175 Cubikfuß(Wagnerholz), 39 Nadelholzstangen von 3½—5“ Durchm., 2030 Länge mit 147 Cubikfuß. Zusammenkunft in dem Holzschlage, der oberhalb Untet⸗Schmitten gelegen i; Beginn der Versteige⸗ rung präcis 9 Uhr Vormittags. Nidda den 30. März 1870. Großherzogliche Oberförsterel Nidda Georgi. Repskuchen! 23 ffets frisch von der Müble bei Wilh. Fertsch. Saar-, Ruhr⸗ und Sehmiedekohlen 841 empfieblt Jacob Schimpf II. Bad Naubelm. Geßsucht. 886 Ein in allen Hausarbeiten tüchtiges, reinliches istaelstisches Mädchen wird nach Frankfurt auf sogleich oder auch zur Wechselzeit auf Ostern gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. 5 8— Für Schmiede! 2„ 14 926 Die unterzeichnete Handlung unterhält fortwährend Lager einer ganz vorzüglichen, reinen und schweren Schmiedekohle.— Preis reell und fest.— Bei Abnahme von Original⸗Waggons geschleht der Versandt direct ab Zeche unter Berechnung des Zechen-⸗Preises. G. H. Freundlieb, Steinkoblenbandlung. Bekanntmachung. 931 Die am 7. März d. J. abgehaltene Holzversteigerung in dem Maibacher Gemeindewald hat die Geneh- nigung erhalten und ist der erste Fahrtag auf Mittwoch den 6. April d. J. bestimmt worden, welches den Steigerern hiermit bekannt gemacht wird. Maibach den 30. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterel Malbach Philipp. Daheim Mlt der nächsten Nummer 27 des laufenden VI. Jahrganges ert 7. er Wöchentlich 1 Nummer. usgzsteg nt z upoch en b audgng zn aug Im Laufe desselben wird „Eine Cabinetsintrigue“ eyse: „Das schöne Käthchen“, wle eine Menge der gedlegensten Auffätze und vor⸗ gefflichssen Illustrationen unserer ersten Schriftsteller und Fünstler zum Abdruck kommen. Zu Bestellungen empfehlen sich Bindernagel und Schimpff in Frledberg.. Zu permiethen der obere Stock meines Hinterhauses per 1. Jult. Dan. Kümmich. Ein Zapfjunge kann sofort eintreten bel Philipp Windecker. 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Blutwurst 24„ Gesuch „ungem. 14„ Bratwurst 8 Hammeffleisch 16„ Schwartenmagen 28„ Verwi Keil und Carre 16„ U Cervelatwurst 44 erwil Kalbfleisch 14„ Fleischwurst 5 Keil und Carre—„ Geräucherter Speck 32„ Nierenfett 20 1 Doörrfleisch 4 Hammelsfett 16„ Schinken 30 Schaaffleisch—„ Solperfleisch 19 0 Schmalz, ausgelassen 32 kr., unausgelassen 28 kr. 850 Ausnahmspreise: Bei Gebr. Rosenthal Hammelskeil 18 5 und Carre 18 kr.— Bei D. Fritz Schinken 26 kr., Gul Bratwurst 26 kr.— Bei Krauch(Chausseehaus) Sol⸗ 0 kr., Schinken 26 kr., Leber- und Blut⸗ wurst 20 kr., Schwartenmagen 24 kr., Fleischwurst 26 kr., Bratwurst 24 kr., Schmalz, ausgel. 30 kr. WN N i 8 5 H. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. den Evangelische Gemeinde. 4 8 0 Sonntag Judica. 1 faul Pfarramtswoche: Herr Diakonus Meyer. 1 fine Gottesdienst in der Stadtkirche: d ü Vormittags: Herr Diakonus Meyer. 1 Beam Nachmittags: Herr Candidat Sommerlad. Sum Gottesdienst in der Burgkirche: Samiinde Vormittags: Herr Pfarrer Köbler. t du Nachmiulags: Herr Candidat Weigold. 3 fan 8 N er An. Katholische Gemeinde. Kb a Samstag um 4 Uyr Nachmittags Beichle. 5 kae Passionssonntag. dene Vormittags: 10 Uhr Hocham! und Predigt. Au 0 Nachmittags: ½2 Uhr Christenleyre und Andacht. 4 in den Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Mor⸗ Ton. gens 7¼ Ubr. 5 dune 0 Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungs- Zlatt Nr. 14 und e Beilage.)