fl. ere Bilde gegen N rpolen: 1 Juli Rr deren: Calel. tdetung . W. W neten du n e Sunttlatte ut i Cu 1207 18t. t. aud 20 8 8t /F! auen und en be dent 4, ** „ ben, dl n de Cane recht 0. der; N 1870. Samstag den 1. October. M116. berhessischer Anzeiger. Enthäl! me amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnements ⸗ Einladung. Mir dem 1. October beginut ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Das Abonnement beträgt bei den Poststellen vierteljährlich 328 kr., mit Bestellgeld 47 kr.— Auswärtige Abonnenten sind gebeten i zu machen, damit in der Zusendung des Blatte plare geliefert werden können. Bei der Verlags Expedition kostet das Blatt für die Monate Oetober, November und Dezember 30 kr. hre Bestellungen bei den Poststellen oder Postboten baldigst s keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Exem⸗ Die Expedition. Amtlicher Theil. zetrefsend: Die den Gemeinden zukommenden Feldffrasen vom Jahr 1869, bier deren Einnahmedekretur. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die betreffenden Großherzogl. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Muthellung nachstehender Verzeichnisse der Ihren Gemeinden zukommenden Strafantheile vom Jahr 1869, tragen wir Ihnen nuf, hierüber Einnahme dekretur zu ertheilen und die Beträge vorschriftsmäßig controliren zu lassen. Friedberg den 29. September 1870. Trapp. Auszug aus dem Verzeichniß über Feldstrafen 1) Bodenrod 25 kr. 2) Fauerbach v. d. H. 59 kr. Oppershofen 10¼ kr. 5) Offheim 1 fl. ½¼ kr. SBeienbeim 22 kr. 8) Buchenbrücken 11½ kr. J) Nieder- Florfladt 2 fl. 51½ kr. 1) Hoch⸗Wessel ¼ kr. 2) Oppersbofen 10¼ ) Trais⸗ Münzenberg 4 fl. 5) Assenheim 3 fl. 40 kr. J Friedberg 1 fl. 37½ kr. 8) Melbach 31½ kr. 9) Nieder Rosbach 1 fl. 19 kr. ) Ober⸗Ros bach 1 fl. 35% kr. 11) Ober- Wöllstabt a) Von der 1. Periode. 3) Hoch ⸗Weisel 20½ kr. Rosbach 58 kr. 6) Rockenberg 1 fl. 2 kr. heim 21 kr. 9) Meldach 7 fl. 9½ kr. 3 fl. 4 kr. 11) Nieder⸗Rosboch 2 fl. 32½ tr. 12) Ober-] Gong 168 kr. b) Von der 2. Periode. u. Y Osbeim 10½ kr. 1 fl. 2¼ ke. 6) Bruchenbrücken 17 kr. 15) Rödgen 58% kr. 18) Pohl: Göns 5 ½ kr. 13) Ober⸗Wöllstadt 4 fl. 49¾ kr. 16) Dorbeim 11 kr. 19) Schwalheim 3 fl. 8¾ kr. 20) Butzbach 1 fl. 31 kr. 21) Kirch⸗ 22) Staden 4 fl. 25% kr. 13) Bad⸗Nauheim 1 fl. 16) Schwalheim 35½½ kr. 14) Södel 30 kr. 15) Reichels⸗ 17) Bad-Naubeim 42½ kr. 18) Ober⸗Mörlen 14 kr. 14) Ober-Mörlen 1 fl. 0½ kr. 17) Butzbach 3 fl. 50½ kr. 2 fl. 42 kr. 1) Bönstadt 1 fl. 23¼ kr. 2) Bodenrod 1 fl. 16⅜ kr. 3) Fauerbach v. d. H 2 fl. 25 kr. 12) Dorheim c) Von der 3. Periode. 19) Nieder⸗Florstadt 5 fl. 32 kr. 20) Nieder⸗Rosbach 4 fl. 21) Nieder ⸗Wöllftadt Langenhain 2 fl. 3¾ kr. 5½ kt. 22) Ober⸗Florßadt 59¼ kr. 23) Ober⸗Rosbach 5 fl. 30¾ kr. 24) Ober⸗ 4½% kr. 4) Stiedel 15 kr. 5) Hoch Weisel 1 fl. 2% fr. Maibach 45 ¼ kr. c) Oppersbofen 32½ kr. 9) Oflheim 7 fl. 59½ kt. 1 Rockenberg 4 fl. 36 kr. 11) Assenheim 9 fl. 31¼ kr. 12) Bauernbeim 8 kr. 1% Beienheim 9 kr. 14) Bruchenbrücken 29 kr. 15) Dorn-⸗Assenbeim 1 fl. 15½ kr. . Fauerbach b. Fr. 26 kr. 17) Friedderg 9 fl. 5½ ͤ kr. 18) Melbach 7 fl. 45 ½¼ fr. d) Von der 1) Bönstadt 2 fl. 22 kr. 2) Bad Naubelim 11 fl. 42½ kr. 3) Dorbeim Ifl. 33 ½ kr. 4) Niedet⸗Mörlen 15 fl. 36 ¼ kr. 5) Ober⸗Mörlen 8 fl. 18½ kt. Röogen 1 fl. 32% ke. 7) Schwalbelm 1 fl. 36½ kr. 8) Fauerbach v. d. H. a 9) Hoch⸗Weisel 2 fl. 38¼½ kr. 10) Langenbain 2 fl. 18½ kr. ) Oppersbhofen 2 fl. 27¼ kr. 12) Ostbeim 3 fl. 40 ¼ kr. 13) Rockenberg 6 fl. 7½ kr. 14) Assenbeim 3 fl. 23 kr. 15) Bauernheim 2 kr. 16) Bruchenbrücken fl. 27 kr. 17) Dorn⸗Assenbeim 17 kr. 18) Fauerbach b. Fr. 13 kr. 19) Frled⸗ e) Von der 1) Bönftadt 3 fl. 48 kr. 2) Bad⸗Naubeim 10 fl. 2¾ kr. 3) Dorhelm fl. 23% kr. 4) Nieder⸗Mörlen 15 fl. 58 kr. 5) Ober⸗Mörlen 31 fl. 47¾ kt. Rödgen 21½ kr. 7) Schwalbeim 1 fl. 23 kr. 8) Fauerbach v. d. D. Il. % kr. 9) Griedel 16 kr. 10) Hoch⸗Weisel 1 fl. 15½½ kr. 11) Langenhain 1 fl. ( ½ kr. 12) Matbach 41¾ kr. 13), Münster 40 kr. 14) Oppershofen 7 fl. 4½ kr. 15) Oß helm 6 fl. 6½ kr. 16) Rodenberg 3 fl. 35 ½ kr. 17) Assenbeim 1 fl. 24½ kr. 18) Bruchenbrücken 10% kr. 19) Dorn⸗Assenheim 2 fl. 298¾ kr. ) Von der 1) Bönstadt 21¼ kr. 2) Vad⸗Nauhelm 1 fl. 27 ½ kr. 3) Dorbeim 32½ kr. Niedkr⸗Mörlen 7 fl. 36 kr. 5) Ober-Mörlen 6 fl. 15 fr. 6) Rödgen 43 kr. „Schwalheim 48½ kr. 8) Fauerbach v. r. H. 2 fl. 4½ kr. 9) Hoch- Wetisel H. 10) Langenhan 1 fl 16 kr. 11) Münster 10 ¼ ke. 12) Oppershofen 5 fl. kr. 13) Oßheim 1 fl. 17½ kr. 14) Rockenberg 4 fl. 56 kr. 15) Assenheim 3 fl. Aekr. 16) Bruchenbrücken 38½ kr. 17) Dorn Assenbeim 1 fl. 6 kr. 18) Fauer⸗ Wöllstadt 39¾ kr. 25) Reichelsdeim 51. kr. 26) Dorbelm 1 f. 31 kr. 27) Bad Nauheim 3 fl. 3 kr. 28) Nieder- Mörlen 4 fl. 43 kr. 29) Ober-Mörlen 28 fl. 14½ kr. 30) Rödgen 3 fl. 2½ kr. 31) Schwalbeim 1 fl. 2 kr. 32) Buß bach 3 fl. 285% kr. 33) Kirch⸗Göns 39 ½ kr. 34) Pohl⸗Göns 1 fl. 32½ kr. 35) Staden 8 fl. 16½ kr. 4. Periode. berg 6 fl. 28¼ kr. 20) Ilbenffadt 6 kr, 21) Melbach 13 fl. 37 kr. 22) Nieder ⸗ Florstadt 4 fl. J¾ kr. 23) Nieder-Rosbach 4 fl. 20% kr. 24) Nieder- Wöllftadt 23% kr. 25) Ober⸗Florstadt 9 fl. 40 kr. 26) Oder Rosbach 6 fl. 4½ kr. 27) Ober⸗Wöllfladt 5 fl. 27½ kr. 28) Reichelsheim 3 fl. ½¼ kr. 29) Straß heimer Hübnerschaft 1 fl. 49 kr. 30) Butzbach 12 fl. 3 kr. 31) Kirch⸗Göns 2 fl. 4¼ kr. 32) Pobl⸗Göns 2 fl. 33 kr. 33) Staden 10½ kr. 34) Weckesheim 50 kr. 5. Periode. 20) Fauerbach b. Fr. 2 kr. 21) Friedberg 31 fl. 48½ kr. 23) Melbach 7 fl. 10¾ kr. 22) Ilbenstadt 15 kr. 24) Nieder⸗Florstadt 8 fl. 9 kr. 25) Nieder Rosbach 2 f. 54 ke. 26) Nieder ⸗Wöllstadt 44 ke. 27) Ober ⸗Florstadt 1 fl. 13% kr. 28) Ober⸗Rosbach 9 fl. 5¼ kr. 29) Ober⸗Wöllstadt 3 fl. 44 kr. 30) Ockstadt 1 fl. 40 kr. 31) Ossenbelm 2 kr. 32) Reichelsheim 2 fl. 35½ kr. 33) Södel 6 kr. 34) Butzbach 19 fl. 19 kr. 35) Kirch⸗Göns 2 fl. 26 kr. 36) Pobl⸗Göns 3 fl. 39% kr. 37) Staden 3 fl. 14 kr. 6. Periode. bach b. Fr. 12 kr. 19) Friedberg 5 fl. 53¼½ kr. 20) Welbach 11 fl. 4 kr. 21) Nieder-⸗Flocstadt 2 fl. 57/ kr. 22) Nieder⸗Rosbach 2 fl. 45 ½ kr. 23) Ober⸗ Ros bach 5 fl. 7½ kr. 24) Ober ⸗Wöbstadt 1. fl. 34 kr. 37¼ kr. 26) Butzbach 14 fl. 59 kr. 1 fl. 32½ kr. 25) Reichelsheim 2 fl. 27) Kirch-Göns 36 kr. 28) Pohl⸗Goöns treffend: Den Abverdienst der ßeldstrasen. Friedberg am 28. September 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der sofortigen Einsendung der Nachweise über den Abverdienst der Feldstrafen entgegen. Trapp. Kriegsnachrichten. Dfficielle militärische Nachrichten. Telegramm an die Königin. Mundolsbeim, 28. Sept. Soeben Nachts Uhr Capitulation von Straßburg durch O erstlieutenant Lescinsky abgeschlossen. 451 Osiziere, 17,000 Mann incl. National-Garden srafen die Waffen. Um 8 Uhr werden Straß jungs Thore besetzt. Nichts Neues. v. Werder. linien sind in Ferrieres Ferrieres, 28. Sept. Leitungen von Paris nach Rouen und nach dem Süden sind im Seinebett und unter der Erde diesseits aufgefunden und zerstört worden. Aus Ferrieres, 26. Sept., bringt die„In— dependance“ folgende telegraphische Depesche:„Das Hauptquartier des Königs trifft alle Vorbereitungen zu einem längeren Aufenthalte. Drei Telegraphen— 4 kelegraphische mit den Armeen in Verbindung gesetzt werden. Während seines Aufenthalts in Ferrieres hat Herr Jules Favre nur mit Herrn v. Bismarck und keineswegs auch mit dem General v. Moltke Be- sprechungen gehabt.“ Sonst v. Podbielsky. Der Kronprinz von Preußen hat folgende Proklamation erlassen:„An die französische Be⸗ völkerung! Die in den letzten Tagen mehrfach vorgekommenen Fälle der Verletzung des Völker⸗ eingerichtet und werden rechts und der Sitte von Seite der französischen Bevölkerung gegen die deutschen Truppen veranlassen mich, Nachstehendes zu verordnen: In jeder Stadt oder in jedem Dorfe, in welchem die deutschen Truppen einziehen, sind die sämmtlichen Be- wohner desselben mit Gut und Leben ver⸗ antwortlich, wenn auch nur einem Mann der verbündeten Truppen durch Verrath oder Tücke ein Unfall geschieht. Die Commandanten der einzelnen Truppenkörper der deutschen Armee sind ferner beauftragt, die strengsten Repressalien zu gebrauchen, wenn das Völkerrecht in irgend einer Weise von Seiten der französischen Bevölkerung nochmals verletzt wird. Meaux, den 17. Sept. 1870. Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen.“ — Nach der„Kr. Ztg.“ schwanken die in aufgefangenen Briefen französischer Soldaten ent haltenen Angaben über die bewaffnete Macht in Paris zwischen 200,000 und 500,000 Mann. Noch sind indeß nicht Alle bewaffnet. Mißtrauen gegen die gegenwärtige Regierung blickt hier und da schon jetzt durch. Man wittert schon wieder Verrath. Viele glauben den entthronten Kaiser mit uns im Bunde. In manchen Briefen heißt es sogar, er führe unsere Heere, um denselben die schwachen Stellen der Pariser Befestigungen zu zeigen. Das Lügensystem dauert fort. Viele Soldatenbriefe sprechen von einer siegreichen Schlacht am 18. d. vor Paris, 10—15,000 Gefangenen u. dgl. m. Man muß diese Mittheilung doch officiell den Leuten gemacht haben, die Angaben wären sonst nicht so übereinstimmend. Daß kein wahres Wort an der Sache ist, braucht nicht erst besonders gesagt zu werden. An Lebensmitteln scheint in Paris kein Mangel. Die Fleischpreise sind sogar zunächst gesunken, in Folge einer von der Präfektur eingeführten Tarisirung. —f— Ars sur Moselle, 25. Sept. Aus dem Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl gehen mir folgende Nachrichten über die französische Armee in und um Metz zu.„Nach Aussage von französischen Civilisten, welche gefangen wurden, so wie aus aufgefischten Flaschen, welche die Mosel auf Arganch heruntertreiben und aus Briefen, welche an aus Metz aufgelassenen Luftballons be festigt waren, läßt sich Folgendes über die fran⸗ zösische Armee in und um Metz resumiren: Die Stadt Metz hat nur Garde-Mobil als Garnison, d die Linientruppen um Metz herum can— tonniren und aus Regimentern der Garde, des 2., 3., 4., 5. und 7. Armeecorps bestehen. Was die Verpflegung anbetrifft, so wird fast durchgängig seit etwa 14 Tagen nur Pferdefleisch verabreicht; Salz soll fast gar nicht mehr vorhanden sein. Alle Nachrichten sprechen sich aber darüber ein- stimmig aus, daß an Brod, Reis und getrocknetem Gemüse Ueberfluß ist. Zucker fängt an zu man⸗ eln und wird durch Syrup ersetzt. Fourage für die Pferde soll nicht mehr existiren. Die Pferde erhalten theils Gerste, theils Grünfutter, aber beides in sehr geringen Quantitäten. In Metz selbst sollen zwischen 15,000 und 30,000 kranke und verwundete Soldaten liegen. Obgleich in einzelnen Briefen von Dissenterie gesprochen wird, scheinen keine epidemischen Kranktzeiten unter den französischen Truppen zu herrschen. Außer den 7 in der Stadt befindlichen Lazarethen ist ein temporäres Lazareth in Eisenbahnwagen bei Devant les Pontes etablirt. Die Proklamation der fran— zösischen Republik und des provisorischen Mini⸗ steriums ist in der Stadt Metz affichirt; die Sol daten außerhalb der Stadt erfahren von der Ca— pitulation von Sedan und dem Regierungswechsel nur von Hörensagen und halten diese Gerüchte zum Theil für gemacht und falsch. Diese neuesten offiziellen Nachrichten beweisen, daß es in Metz noch gar nicht so schlecht aussieht. Die noth⸗ wendigsten Lebensmittel sind noch im Ueberflußz vorhanden und wenn auch bald Fleisch fehlen dürfte, so bietet der Reis doch immerhin noch ein recht gutes Aequivalent dafür. — Der Präfekt des Mosel- Departements, Graf Henckel von Donnersmarck, erklärt die Nach; richt von Unort nungen und Excessen, welche in S. Avold und Forbach stattgefunden härten, für vollständig aus der Luft gegriffen. Mezieres soll nach dem„Etoile belge“ schon am 28. Sept. bombardirt worden sein. Nach aus Mühlhausen eingegangenen Ge- rüchten(die jedoch der Bestätigung bedürfen) wäre der Commandant und Adjutant in Belfort vom Militär erschossen und ein anderer in der Person eines bei Sedan entronnenen Offiziers bestellt worden. Der amerikanische General Ripley, welcher gegenwärtig die Fortificationen von Paris armirt, vertheidigte während des amerikanischen Bürger- kriegs die Stadt Charleston(Süd- Carolina) über anderthalb Jahre gegen die Armee und Flotte der Nordstaaten— ob ihm dies mit Paris eben so lange gelingen wird? Der„Stagts-Anzeiger“ sagt über die Kapi⸗ tulation von Straßburg: Eine Vergleichung der Telegramme über die Kapitulation von Straß⸗ burg läßt voraussetzen, daß die bezüglichen Ver⸗ handlungen am 27. Nachmittags, etwa um 5 Uhr, begonnen haben und bereits um 9 Uhr so weit gediehen waren, daß General v. Werder in Folge der von seinem Generalstabschef ihm gemachten Meldungen an Se. Majestät den König die Ka— pitulation telegraphisch melden konnte. Der Ab⸗ schluß der Kapitulations-Urkunde ist in der zweiten Morgenstunde des 28. vollzogen worden, und früh um 8 Uhr sind die deutschen Truppen zur Be— setzung des Platzes durch die Thore Straßburgs eingerückt. Der Uebergabe gingen übrigens noch heftige Kämpfe voraus. Die französische Besatzung versuchte nämlich in der Nacht vom 25. auf den 26. die Belagerungsarbeiten zu zerstören oder wenigstens ihren Weitergang durch verzweifelte Ausfallsversuche zu hemmen. Es gelang ihr aber nicht, obgleich die Franzosen in vierstündigem hartnäckigen Gefechte von den verschiedensten Punkten ausfielen. Die Belagerer, Preußen und Badener, kämpften mit großer Bravour und be⸗ finden sich nach dem„Mannh. Journ.“ unter den Gefallenen und Verwundeten auch Offiziere, dabei ein Offizier vom Geniecorps. Karlsruhe, 29. Sept. Der Special⸗ correspondent der„Karlsruher Zeitung“ meldet aus Mundolsheim vom gestrigen Tage: Heute findet die Uebergabe der Festung Strasburg statt. Die Besatzung ist kriegsgefangen und kommt demnächst nach Rastatt, 400 Offiziere und 17000 Mann. Folgendes ist für die Ueber⸗ gabe festgesetzt: Um 8 Uhr Besetzung der Thore und der Cit delle; Pioniere stellen die Brücke wieder her. Um 9 Uhr kommen der Maire und der Municipalrath hierher. Um 10 Uhr rückt die Besatzung an, um 10½ Uhr Nieder⸗ legung der Waffen und Ausmarsch. Um 11 Uhr Rückkehr der gefangenen Offiziere, wobei zugleich drei deutsche Regimenter, darunter ein badisches, in die Stadt einrücken. Besetzung aller Stadttheile, Posten und öffentlichen Ge⸗ bäude. Drei Batterien stellen sich auf dem Kleberplatz auf. Die Generalität geht heute nach Strasburg. — Die jetzt hier eintreffenden Truppen von der zweiten Reservearmee werden sich, wie es heißt, in und bei Freiburg sammeln und nach ihrem Uebergang über den Rhein die dauernde Occupation von Ober-Elsaß in's Werk setzen. Sie führen 6 Batterien bei sich. Es ist wieder die Rede davon, daß die 1. badische Infanterie— Brigade unter Generalmajor von Degenfeld, 1 Dragoner-Regiment und 4 Batterien Artillerie zu der Armee vor Paris stoßen sollen. Trier. Die„Tr. Z.“ schreibt:„In der Nacht vom 24. auf den 25. d. M. gegen 2 Uhr sollen vom Bahnhofe Luxemburg 100 Waggons Proviant durch vier Locomotiven nach Thionville ge⸗ bracht worden sein, unter Führung eines Bahn; Ingenieurs, der die aufgebrochenen Geleise ver⸗ mittelst der zu diesem Zwecke mitgenommenen Schienen wiederherstellen ließ. Hessen. Friedberg. Die bei ihren Familitnangehörigen dahier in Pflege befindlichen Verwundeten, Oberlieutenant Hauß und Zugs⸗ feldwebel Groß, beide vom 1. Jäg.⸗Bat., sind dieser Tage durch Verleihung des eisernen Kreuzes ausgezeichnet wor den. Wie man 0 N lun eitzen auch noch die Sergeanten Röder und von demselben Bataillon in gleicher Weise derorirt worden sein. Der Erstere befindet sich, f verwundet an beiden Augen, im Lazarethe 1 Habonville. 418 — Von Herrn blätter“ folgende Zuschrift: Von einem mehr⸗ tägigen Aufenthalt bei unserer Division zu Ars, sur⸗Moselle zurückgekehrt, halte ich mich zu der öffentlichen Mittheilung verpflichtet, daß dem Nothstand unserer Truppen, unter welchem dieselben bei dem schlimmsten Wetter in den Bivouaks bei Rezonville schwer gelitten hatten, nunmehr genügend abgeholfen ist. Ich hatte Gelegenheit einen großen Theil der Divisson bei einem Feldgottes dienst zusammen zu sehen und war erstaunt über den guten Zustand, in welchem sich die Kleidungsstuͤcke noch befinden. Dem Bedürfniß nach wollenen Unterkleidungs⸗ stücken ist durch die freiwillige Hilfsthätigkeit für den Augenblick schon ziemlich Genüge ge⸗ leistet, und die von den Landständen bewillig⸗ ten Anschaffungen werden das Fehlende noch ergänzen und voraussichtlich selbst bei einer noch Monate fortdauernden Cernirung von Metz den jeweiligen Bedarf decken. Die Ver⸗ pflegung ist nach mir gewordenen vielfachen Ver⸗ sicherungen von Officieren und Soldaten der⸗ malen durchaus geregelt und gut, ja an manchen Gegenständen z. B. Cigarren ꝛc. ist zeitweise solcher Ueberfluß, daß die herbeigereisten Specu⸗ lanten ihre Waare nicht los werden können. In Ars selbst schaffen die Kaufleute, Metzger, Bäcker und Wirthe, nachdem sie gesehen, daß Alles baar bezahlt wird, genügende Vorraäthe herbei, so daß man einen großen Theil des Bedarfs dort kaufen kaun. Die dermalige Lage unserer Division, von welcher stets ein Theil in Quartieren liegt, gibt also in Ansehung ihres Standortes und der Verpflegung dermalen zu keinerlei Besorgnissen mehr Veranlassung, scheint vielmehr so gut zu sein, als dies unter den gegebenen Verhältnissen überhaupt möglich ist. Ich gebe deßhalb allen Angehörigen und Freunden von Soldaten den Rath, in weiteren Sen— dungen an dieselben nicht voreilig zu sein, viel⸗ mehr die durch den raschen Postverkehr sehr erleichterte Anforderung abzuwarten, und sich bei Sendungen jedenfalls auf nothwendige oder zweckmäßige und dem Verderb nicht ausgesetzte Gegenstände zu beschränken. Durch diesen Rath entspreche ich vielfachen Wünschen von Sol— daten und Officieren. Belgien. Brüssel. Nach der„Indepen⸗ dance“ würde ein verschan tes Lager in Nevers gebildet. Das„Journal de Charleroi“ meldet, daß der General Trochu das erste Zuaven Regiment N decimiren ließ. Diese Execution wäre die Ursache des Gewehrfeuers, welches die Preußen für einen Straßenkampf in Paris gehalten hätten. N — 28. Sept. Der„Schwäb. Merk.“ hal folgende Telegramme: Der eben aus Tours ein. treffende„Constitutionnel“ vom Samstag fahl: Nach dem Scheitern aller Versöhnungsversuchk unsererseits setzen wir den Kampf fort, stark dur unser gutes Recht und Europas moralische Unter. stützung. Wir vernehmen, Bazaine und Admiral Fourichon seien liberal demokratische Candidaten in der Dordogne, Trochu für Nantes. Die hannoversche Legion entpuppte sich angeblich durch aus als preußische Spione. Eine deutsche Heeres abtheilung, bemächtigte, sich mittelst Handssreich der Besatzung der französischen Festung Montmedp. Großbritannien. London. Die Königin hat ein Beileidsschreiben an die Kaisetin Eugenie gerichtet.— Gladstone hat zahlreiche Arbeiter Depytationen empfangen, welche die Friedensber⸗ mittelung und die Anerkennung der französischen Republik befürworteten.— Der„Morning Ad⸗ vertsser ist in der Lage versichern zu können, d ein schließlicher Protest der norddeutschen Bundes⸗ regierung gegen die Waffen Ausfuhr nach Frank- 124 Hofgerichtsadvocat Ohly, welcher die letzte Sendung der für unsere Trup, pen bestimmten Liebesgaben auf den Kriegs, schauplatz geleitete, erhalten die Hess.„Volks- an 28 blätter eines It. soll f Stuhl Soub. werden tin Ge der le und w komme auch d und fe aus wal die Ci dinale e 2 nen zu sch den Zuflaud, noch desiunn tgrreisten Etc. uerrten fin fleur, Nee dani U. fett tu Teal u Zuscbung it 26 eermalen nlassung, scht diee under ui mig Iade pen ur„bee reich demnächst von der norddeutschen Bundes⸗ negierung bei dem diesseitigen Cabinet eingereicht werden solle.— Nachrichten aus der Pariser egend melden: In Paris desertiren die ge- preßten Mobilgarden in Schaaren von 20—25 Mann in die Heimath. Gegen 200 wurden wegen Widersetzlichkeit erschossen. Die von den französischen(2) Truppen vertriebene Bevölkerung kehrt allmählich mit dem mitgenommenen Eigen⸗ thum in die verlassenen Dörfer zurück. — 29. Sept. Berichten aus Tours zufolge verbreitet die Regierung ein Telegramm des fran— jösischen Consuls in Basel vom 28. d. Dasselbe dementirt categorisch die Nachricht von der Capi⸗- mulation Straßburge und versichert, daß drei Sturmversuche unter großen Verlusten des Feindes zurückgeschlagen worden sind. a — Dreizehn französische Panzerschiffe passirte am 28. Dover, westwärts steuernd. Die Morgen- blätter rathen Frankreich, die Hoffnungslosigkeit eines ferneren Widerstandes anzuerkennen. Italien. Florenz. Die italienische Regierung oll sich definitiv dahin entschieden haben, dem heil. Stuhle in der leoninischen Stadt seine absolute Souveränität zu lassen. Von diesem Beschlusse werden die Mächte verständigt und derselbe durch in Gesetz bekräftigt werden. Der Papst wird in der leoninischen Stadt seine Flagge beibehalten und werden demselben alle einem Souverän zu⸗ ommenden Ehren erwiesen werden. Hierzu sind auch die bei ihm bestellten Gesandten zu rechnen, und sieht es ihm frei, selbst auch solche an die auswärtigen Höfe zu senden. Die päpstliche Schals, die Civilliste des Papstes und der Tisch der Car⸗ inäle werden durch ein Gesetz garantirt werden. II. Verzeichniß er im Reserve-Lazareth zu Friedberg oder bei Privatleuten verpflegten kranken und verwundeten Soldaten bis zum 26. Sept. 1870. 1) John, Heinrich, Görlitz(Schlesien), Schles. Neg. Ar. 6 Schußwunde r. Unterarm. 2) Zimmer, Fr. August, Ober⸗Mednitz, 1. Nieberschles. Inf.⸗Reg. Nr. 46. Schußwunde I. Fuß, amputirt. mam 9. Sept. ) Bauch, Karl, Oelse in Schlesien, Feldwebel im —Niederschles. Inf.⸗Reg. Nr. 50. Schußwunde im Bauch. um 11. Sept. entlassen.. 4) Winkler, Karl, Zaumgarten in Schlesien, Gefreiter in 1. Niederschles. Inf.⸗Reg, Nr. 50. Wunde durch einen Hranatsplitter am l. Fuß. Der vord. Theil des Fußes emputirt. 5) Hemmer, Joh., Coburg, Sergeant im 50. Reg. Schußwunde r. Oberschenkel. In die Heimath enllassen. 6) Nixdorf. Franz, Bernsdorf in Schlesien, 1. Nleder⸗ Yles. Ins.⸗Reg. Nr. 50. Schußwunde r. Unterschenkel. 7) Deepe, Heinrich, Bochum, Weßphalen, 7. Wessph. anf.⸗Reg. Nr. 50. Schußwunde r. Oberschenkel. 8) Müller, Johann, Stetlen in Hechingen, 3. Rhein. anf.⸗Reg. Nr. 29. Schußwunde durch die l. Hand. Am . Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen ent⸗ Ussen. 9) Schürrmann, Daniel, Lennep in der Rheinprovinz, 27. Niederschles. Füs.⸗Reg. Nr. 39. Schußwunde am leinen Finger der J. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗ Commandantur in Gießen emilassen. 150) Penne, Engelbert, Coblenz, 27. Niederschles. Füs.⸗ kerg. Nr. 39. Schußwunde am Zeige- und Mittelfinger ur l. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Comman⸗ bintur in Gießen entlassen. 11) Zuxmühlen, J. F., Eggeberg, Westphäl. Neg. Nr. 15. Echußwunde am Zeigefinger der. r. Hand. Am 7. Sept. en die Etappen-Commandantur in Gießen entlassen. 12) Böcker, Fr. Heinrich, Gelenbeck in Wesiphalen, Lesiphäl. Reg. Nr. 15. Streisschuß am Zeigefinger der Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur „Gießen entlassen. 13) Joctzo, Ludwig. Kaziwen in Ostpreußen, Ostpreuß. Reg. Nr. 33. Schußwunde l. Unterarm. Am 7. Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 14) Bohne, Heinrich, Lauenstein in der Prov. Hannover, 7. Westphäl. Inf.⸗Reg. Nr. 56. Schußwunde l. Arm. 15) Landwehr, Friedr. Hesseln in Westphalen, Westphäl. Inf.: 8 Nr. 15. Schußwunde am Daumen der. l. Hand. Am 7. Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen enslassen. 16) Kulakowski, Franz, Chricstowo in Posen, Posen'sches Reg. Nr. 54. Streisschuß an der l. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 17) Zapkau, August, Knöppelsdorf in Ostpreußen, Ost⸗ preuß. Reg. Nr. 33. Schußwunde l. Backen. Am 12. Sept. an die Etappen Commandantur in Gießen entlassen. 18) Pies, Joh. Adam, Merl in Rheinprov., Rheinisches Inf.⸗Reg. Nr. 69. Schußwunde auf dem Rücken. Am 2. Sept. geheilt entlassen. 19) Oleszewski, Anton, Lochocin in Posen, Posen'sches Inf.⸗Reg. Nr. 54. Schußwunde Zeigefinger der r. Hand. Am 7. Sept. an die Elappen-Commandantur in Gießen entlassen. 20) Balcerowski, Stanis., Dompki in Posen, Posen⸗ sches Inf.-Reg. Nr. 54. Schußwunde Zeigefinger der l. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen Commandantur in Gießen enilassen. 21) Schnehage, Friedr., Rethen in Prov. Hannover., Sergeant im Reg. Nr. 57. Schußwunde am Schädeldach. Am 7. Sept. an die Etappen-Commandantur in Gießen entlassen. a 5 22) Pazkonky, Franz, Skodnok in Posen, Posen'sches eg. Nr. 54. Schußwunde am kleinen Finger der. I. Hand. M 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 23) Böger, Leopold, Ahmsen in Lippe-Detmold, Reg. Nr. 55. Schußwunde J. Unterarm. Am 7. Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 24) Seidel, Eduard, Groß-Gräfendorf, Reg. Nr. 72. Schußwunde in die Mittelhand. Am 7. Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 25) Krüger, August, Wirsitz, Posen'sches Reg. Nr. 54. Bajonettstich in die r. Hand. Am 7. Sept. an die Elappen⸗ Commandantur in Gießen entlassen. 26) Szukai, Peter, Groß⸗Lanek, Posen'sches Reg. Nr. 54. Gestürzt. Am 7. Sept. an die Etappen⸗-Commandantur in Gießen entlassan. 27) Zientack, Peter, Groß Lansk, Posen'sches Reg. Nr. 54. Schußwunde an den Fingern der l. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 28) Kümmel, Simon Heimbach, Rheinprov., Rheinisches Reg. Nr. 30. Schußw. hinter dem Ohr. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 29) Piisch, Kark, Pielborg in Pommern, Pommern⸗ sches Reg. Nr. 60. chußw. Brust. Am 7. Sept. an die Etappen⸗-Commandantur in Sießen entlassen. 30) Sell, August, Bukowitz, Pommern, Pommern'sches Reg. Nr. 61. Schußw. Zeigefinger. Am. 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 31) Steinicke, Wilh., Zossen in Brandenburg, Reg. Nr. 70. Schuß durch die r. Hand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗ Commandantur in Gießen entlassen. 32) Thomas, Michael, Celazuo in Posen, Reg. Nr. 54. Schußw. in kleinen Finger der l. Hand. Finger amputirt. 33) Domalski, Joseph, Raclawice in Posen, Reg. Nr. 54. Schußw. r. Hand. 34) Müller, Wilh., Obudno in Posen, Posen'sches Reg. Nr. 54. Von einem Pferde gedrückt. Am 7. Sept. an die Elappen⸗Commandantur in Gießen entlassen. 35) Wienecke, Heinrich, Rosendorf in Brandenburg, Brandenburgisches Reg. Nr. 24. Schußw. Nasenbein. Am 7. Sept. an die Etappen⸗ Commandant. in Gießen entlassen. 36) Nabolny, Valentin, Mlint in Posen, Posen'sches Reg. Nr. 54. Schußw. Zeigefinger der r. dand. Am 7. Sept. an die Etappen⸗Commandantur in Gießen eutlassen. 37) Gabriel, Gustav, Trepkoßb in Brandenburg, 6. Bran⸗ denburg. Inf.⸗Reg. Nr. 52. Schußw. l. Arm u. Unterleib. 38) Tobien, Karl, Groß-Pogirmen in Ostpreußen, 1. Grenadier⸗Reg. Kronprinz, Magen- und Darmkatarrh. 39) Kostanizky, Peter, Kirlzewo in Posen, 4. combi⸗ nirtes Landwehr-Reg. Nr. 58. Lungenentzündung. Fam 15. Sepf. 40) Herms, Franz, Klüllenkempe in Brandenburg, preuß. Fuhrparkscolonne. Rubr. 41) Roß, Gottlieb, Rampietz in Brandenburg, 5. Bran⸗ denburg. Inf.⸗Reg. Nr. 45. Ruhr. 42) Prosotowitz, Joseph, Dakau in Westpreußen, 1. Ost⸗ preuß Ins⸗Reg. Nr. 44. Schuß in den Schädel. 43) Stroschein, Friedr., Bagno in Posen, Unteroffizier im 3. Garde Reg. zu Fuß. Rheumatismus. 44) Rönicke, Friedrich, Golbdewitz in Prov. Sachsen, Garde⸗Füs.⸗Reg. Fieber. 45) Lenz, Wilh., Fürstenwalde in Brandenburg, Garbe⸗ Füs.⸗Reg. Brust⸗ und Rückenmarkleiden. 46) Borkeloh, Fr. W., Wegeleben in Prov. Sachsen 4. Garbe⸗Reg. zu Fuß. Fußbeschwerden. J) ulrich, H. A., Wegeleben in Provinz Sachsen. 2. Magdeburgisches Inf.⸗Reg. Nr. 27. Fieber. 48) Oylbrecht, Wilg., Güstow in Brandenburg. 8. Brandenburgisches Inf.⸗Reg. Nr. 64. Fußleiden. 49) Zilschki, Karl, Stettin, Garde-Füs. Reg. zu Fuß. Rheumatismus. 50) Friedrich, Heinrich, Dirschdigel in Posen, 3. Garde⸗ Reg. zu Fuß. Mhenmatismus, Leibschmerzen. 51) Trueble, Friedrich, Laderitz in Provinz Sachsen. 2. Madeburg. Inf.⸗Reg. Nr. 24. Rheumatismus. 52) Schlichteisen, A. K., Drebbin in Brandenburg. 3. Brandenburg. Inf.⸗Reg. Nr. 20. Rheumatisches Brustleiden. 53) Gillner, Franz Alb., Laßwitz in Schlesien, 3. Bran⸗ denburg. Inf.⸗Reg. Nr. 20. Brustleiden. 54) Bölter, Friedrich, Fechland in Pommern, Unter⸗ offizier im 3. Garde-Reg. zu Fuß. Rheumatismus. 55) Lamm, Ludwig, Bockenheim, 2. Hess. Inf.⸗Reg. Nr. 82. Rbeumatismus. Am 17. Sept. entlassen. 56) Weise, Wilhelm. Lallenberg im Königreich Sachsen, Nr. 2. Blattern. Im Bürgerhospital. 57) Biedenweg, Joh. Thurow in Pommenr, Grenadier⸗ Reg. König Friedrich Wilhelm Nr. 34. Ruhr. 58) Mull, Peter, Strebendorf, Kr. Alsfeld, 2. Inf.⸗Reg. Katarrh der Lungen. 7 59) Fix. Johannes, Bleichenbach, Kr. Nidda, 1. Jäg.⸗B. Schuß durch d. l. Arm. 14 0 60) Schreiber, Katl, Eichelsdorf, Kr. Nidba, Reit.⸗Bat. uhr. 0 7 61) Diehl, Philipp, Ober⸗Wöllstadt. 4. Inf. Reg. Ruhr. 62) Kunz, Joh. Joseph, Ober Erlenbach, Artlllerie. Schußwunde l. Unterarm. In Privatpflege. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Untetstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankbar bescheinigt: von den Herren Alles& Brück⸗ mann in Florstabt vom 6. dis 28. September jeden Tag 4 Maas Milch; von Herrn Pachter Leonhard in Stein⸗ furtb 6 Flaschen Wein, 2 Krüge Branntwein; in Ober⸗ Rosbach gesa'nmelt durch Frl. Werner und Beider 58 Kuchen, 62 Cigarren, 19 Eier, 1 Körbchen Frühäpfel; durch Herrn Bürgermeister Helferich in Fauerbach 2 Malter Kartoffeln; von der Gemeinde Assenheim 500 Eier. Wir bitten um fernere Gaben. Friedberg den 30. September 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zuräückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Zwölfte Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a) an Natutalien: ½ Ohm Branntwein(von Södel),/ Ohm Bier, 1 Ohm Aepfelwein, 10 Flaschen Wein, 12 Maas Milch(von Florstadt), 112 Laibe Brod (12 von Fauerbach, 100 von Asseuheim). b) an Geld: im Hötel Trapp gesammelt 11 fl. 5 kr., an Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend 11 fl. 57 kr., 12. Liste im Ganzen 23 fl. 2 kr., dazu von voriger Liste 1568 fl. 1 kr., zusammen 1591 fl. 3 kr. Unter bestem Danke für die Gaben bitten wir um gütige weitere Beiträge. Beiträge, die für unsere im Felde stehen⸗ den Truppen bestimmt sind, müssen bis zum Samstag an uns abgegeben werden. Bei der letzten Aufsührung der Gaben ist zu berichtigen, daß Metzger Blum 1 fl. gegeben hatte, was im Manu⸗ scripte vergessen war. Friedberg den 30. Sepiember 1870. Das Comité für die Erfrischung der durchpassirenden Krieger und für die Verpflegung der im Felde stehenden hessischen Truppen. Bei uns gingen ferner ein von: Forstmeisler Herpel 5 fl., aus früheren Jahren von einigen Partien uͤbrig⸗ geblieben 3 fl., zusammen bis jetzt 37 fl. 30 kr. Die Expedition. Mobiliar ⸗Versteigerung. 263 Oienstag den 4. October, Vormittags 8 Uhr an⸗ sangend, sollen in der Behausung der Peter Wolf II. Dilttwe zu Oppershofen nachfolgende Gegenstände ener öffentlschen Versteigerung ausgesetzt werden, als: 1) 25 LU 83“ Kiefernholz, 190 J“ 4½ bis 2“ Klefern⸗ holz, 25 J 3“ Kirschbaumholz, 28[, 3“ Nuß⸗ baumholz u. 28[O] Wurzelabschultte Nußbaumholz 2) 4. bis 6 latisge Doppeldiele und mehrere Stück reine Bord. 3) Mehrere vollfländige Betten, Welßzeug u. s. w. 4) Alle Sorten Haus- und Küchengeräthschaften. 5) 2 Ziegen und 1 Schaf mit Lamm. Oppershofen am 29. September 1870. 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Aus dem Hauptquartiere des Königs wird unterm 23. d. gemeldet, daß der Ring um die Hauptstabdt sich seit vorgestern nicht lein vollständig geschlossen, sondern auch noch nehr verengt hat. Der Ingenieur-General des roßen Hauptquartiers, General-Lieutenant von Rleist, hat vorgestern und gestern bereits mit seinem Adjutanten, dem Major Peters, die Angriffsfronten ecognoscirt. Der Feind hat seit dem 19. keinen Ausfall gemacht, und verhält sich seitdem abwar⸗ end. Bei dem Kampf am 19. zwischen Sceaux und Montrouge glaubt man das Bestreben der Zesatzung erkannt zu haben, die deutschen Truppen urch Zurückweichen auf unterminirte Stellen zu ocken. Es genügt dieses Erkennen aber, um die Absicht des Feindes zu vereiteln. Gestern Nach- nittag und Abend will man Gewehrfeuer und ogar einige Kanonenschüsse in Paris selbst gehört gaben, worüber indessen alle weiteren Nachrichten zhlen, da jede Verbindung mit der Stadt nach len Seiten hin vollständig abgeschaitten ist. — Der neue Sieg der deutschen Waffen, die Zapitulation Straßburgs, die mit so viel Zlut und Trümmern erkauft ist, kann nicht ver- shlen, auf die Stimmung der französischen Be- lölkerung einen tiefen Eindruck zu machen. Daß ger energische Widerstand des eisernen Comman⸗ zanten gebrochen ist, daß derselbe den Sturm uf die Wälle nicht abgewartet, sondern zur Schonung der Stadt und des schon genug gergossenen Menschenblutes die Capitulation vor- zogen hat, deutet darauf hin, daß die deutschen kanonen bereits eine gangbare Bresche gelegt gatten, die es dem Commandanten gestattete, zur lebergabe zu schreiten. Bekanntlich ist es durch gen Codex der militärischen Ehre dem Festungs⸗ ommandanten, wenn nicht andere zwingende Ursachen(wie äußerste Hungersnoth, Epidemie, Rangel an Munition, Aufruhr in der Garnison 1c.) nitwirken, nicht erlaubt, an einen solchen Act zu senken, bevor der von ibm vertheidigte Wall eine ninreichende Bresche zeigt. Näheren Nachrichten über die der Capitulation vorausgegangenen Er- gnisse und über die Bedingungen der Capitulation hen wir noch entgegen. Ein Telegramm der„Presse“ meldet von berlin, 27. Sept.: Bazaine und Uhrich haben ich für den Kaiser Napoleon, beziehungsweise die Legentschaft erklärt. Palikao begibt sich von Wilhelmshöhe direkt in das preußische Haupt Gartitr. Das Manifest Napoleon's, welches in uuglischen und belgischen Blättern erscheinen wird, zählt wahrheitsgetreu die Genesis des Krieges, ahnt zum Frieden, schildert das zweifache Ver⸗ erben, die drohende Gefahr der Fortsetzung des Krieges mit dem besser gerüsteten und in vor⸗ heilhaften Stellungen befindlichen feindlichen Nach⸗ lar und die Gefahr eines Bürgerkrieges. Das sübe erklärt in energischen Ausdrücken, die Mit- gieder der jetzigen Regierung seien Usurpatoren uind Hochverräther gegen Krone und Nation. — Die bisherigen deutschen Trophäen betragen nuch dem„Staatsanzeiger“: 1 Kaiser, 1 Marschall, 39 Generale, 3250 Offiziere, 118,750 Mann, luclusive der Verwundeten bei Sedan, 10,280 erde, 56 Adler, 102 Mitrailleusen, 690 Ge⸗ scütze, 400 Fahrzeuge, mehrere Pontons⸗Colonnen, Magazine, Eisenbahnzüge, eine fast unberechenbare enge Waffen, Munition, Bekleidungsstücke, swurage und Proviant. Laon und Toul sind dübei noch nicht mitgerechnet, Straßburg selbst⸗ orständlich auch nicht. 5 sur Moselle, 22. Sept. Dem „Mz. Abdbl.“ wird von seinem Cortespondenten on der Hess. Diviston geschrieben: Dank den berr⸗ then Herbstwetter und den Freunden, welche nisere Soldaten mit Kleidungsstücken, Eßwaaren, eld u. s. w. beschenken, ist jetzt das Befinden niserer Soldaten ein befriedigendes. Die Kranken id in den Lazarethen und werden nach Mög- Oberhessischer Anzeiger. M 116 — lichkeit weiter geschafft, indem täß lich Kranken- Depesche ihres Correspondenten:„Saarbrücken, züge mit je 150 bis 200 Mann von hier nach Deutschland gehen. Ter Wohlthätigkeitssinn in unserem Großherzogthum verdient alle Anerkennung. Täglich kommen hier Waggons aus den ver— schiedensten Städten und Dörfern mit Liebesgaben an. Besondere Anerkennung verdient die Sendung, welche gestern von Mainz eintraf. Die Ver theilung wurde sofort vorgenommen, und als wir Abends durch die Bivouaks gingen, fanden wir jeden Soldaten bis auf den letzten Vorposten be— reits im Besitze seiner für ihn bestimmten Gaben. Unsere Leute sind jetzt fast alle so reichlich mit warmen Kleidern, Teppichen u. s. w. beschenkt worden, daß wir uns selbst, wenn es nöthig würde, vor einem Winterfeldzuge nicht zu fürchten brauchten. — Ein Berichterstatter des„Fr. J.“ sagt über die Verpflegung der im Felde stehenden Truppen Folgendes: Wenn Klagen laut geworden sind über die Verpflegung unserer Truppen vor Metz, namentlich der hessischen Division, so kann ich die beruhigende Versicherung geben, daß diese Gerüchte im Ganzen jeder Begründung entbehren. Es mag bei den oft großen Schwierigkeiten, die dem Transport entgegenstehen, vielleicht in ein— zelnen Fällen einmal knapp hergegangen sein, das ist eben im Kriege nicht immer zu vermeiden; Thatsache ist, daß unsere deutschen Soldaten, Hessen wie Preußen, Bayern wie Würtemberger und Sachsen, wie alle anderen, nach und mit der besten Möglichkeit verpflegt werden, und daß ich persönlich nie einen Soldaten getroffen habe, vom 22. Juli bis zum 25. Sept.(und ich bin mit allen Contingenten in Berührung gekommen), der geklagt hätte. Ich selbst habe oft von dem Ueber fluß der Soldaten meinen Hunger gestillt, wenn (und das war oft genug der Fall) weder für Geld, noch im Wege der Requisition, Nahrungs— mittel aufzutreiben waren. Spectell vor Metz sah ich schöneres Fleisch, als je noch in Deutsch— land gefunden, in den Feld'kesseln der Soldaten, und diese selbst waren so munter, wohlgenährt, kräftig und guter Dinge, daß man sich freuen mußte. — Alle Nachrichten aus den verschiedenen französischen Landestheilen stimmen darin überein, daß der Volkskrieg die Schleußen seiner traurigen Erscheinungen öffnet und deutscherseits hiergegen Repressalien und Vorsichtsmaßregeln in großem Maßstabe getroffen werden müssen. Wie es in dieser Beziehung in der Gegend von Paris aus- sieht, mag die folgende Stelle aus einer Corre- spondenz dei„Allg. Ztg.“ aus Palaiseau, 19. Sept. zeigen:„Die Feindseligkeiten der Civil- bevölkerung nahmen in den letzten Tagen einen bedrohlichen Charakter an, der die strengsten Re— pressivmaßregeln zur Sicherung unserer Armee nöthig macht. In Coulommiers mußten gestern 15 Civilpersonen erschossen werden, die nach un— serem Abzug auf zurückgebliebene Truppen gefeuert hatten. 24. Sept. Gestern fand bei Metz ein heftiger Angriff statt, bei dem ich gegenwärtig war. Die Franzosen versuchten mit Macht nach Thionville durchzubrechen, während gleichzeitig ein Schein⸗ ausfall gegen Mercy le Haut gemacht wurde. Vier Stunden lang starkes Kanonenfeuer. Schließ lich wurden die Franzosen zurückgetrieben. Das Gefechtsfeld nahm einen Raum von mehreren Meilen ein. Die Verluste der Franzosen waren bedeutend. Bazaine hat die Gefangenen, welche er gemacht hatte, abermals den Preußen zurück geschickt.“ Hessen. Darmstadt. Die Zahl der in die Großherzogliche Division gekommenen eisernen Kreuze beträgt jetzt 98, wovon 43 an Offiziere, 36 an Unteroffiziere und 19 an Gefreiten nnd Soldaten vergeben wurden. Ueber die Stärke der hessischen Felddiviston sind verschiedene Angaben im Umlauf, sie zählt im mobilen Verhältniß an Combattanten 348 Offiziere und 13,190 Mann, an Noncombattanten 154 Offiziere und 1450 Mann, im Ganzen daher 502 Offiziere und 14,640 Mann, also an Offizieren und Mannschaften 15,142 Mann. Preußen. Berlin. Die„Provinzial⸗ correspondenz“ schreibt: Frankreich kann nicht hoffen, seine Niederlage in Sieg zu verwandeln. Jede Fortsetzung des Krieges ist vergebliches und deßhalb doppelt frevelbaftes Blutvergießen. Graf Bismarck hat diejenigen Forderungen angekündigt, welche Deutschland unbedingt stellen muß. Bei Frankreich steht es, zu verhüten, daß schließlich die Friedensbedingungen größer werden. Ganz Deutschland wird der wiedergewonnenen deutschen Stadt Straßburg nunmehr die herzlichsten Ge⸗ sinnungen entgegenbringen. — Sicherem Vernehmen nach ist die Nach- richt über den Kampf und den Untergang der preußischen Corvette„Hertha“ vollständig unbe⸗ gründet. Die„Hertha“ ist seit ihrer Abreise nach den ostasiatischen Gewässern weder nur an- nähernd in das rothe Meer, noch überhaupt in die dortige Gegend gekommen. — Aus Berlin wird der„Presse“ gemeldet: „Unsere Verluste bei Beaumont und Sedan stellen sich verhällnißmäßig geringer, als in den früheren Schlachten. Für die Tage des 30. August und 1. September berechnet man hier den Verlust nach ziemlich sicheren Nachrichten zusammen auf 12,000 an Todten und Verwundeten. Weißenburg und Wörth haben 10,000, Forbach 6000, der 14. August vor Metz 5000, der 16. 17,000, der 18. 14,000 Mann gekostet. Bazaine's Ausfall am 31. August und 1. September wird auf 4. bis 5000 Mann Verlust für uns geschätzt. Dies er⸗ giebt an Gesammtverlusten in den bisherigen neun bis zehn Schlachten die Ziffer von 69. bis 70,000 Mann todt und verwundet. Die fühl⸗ baren Lücken, die manche Regimenter und Corps In der Richtung nach Fontainebleau in ihrem streitbaren Stande erlitten, sind jetzt sahen wir gestern Nachmittag ein Dorf brennen. durch die nachgesendeten Ersatzmannschaften voll⸗ Dasselbe war angezündet worden, weil dort eben- ständig ausgefüllt und es stehen bereits complette falls fünszehn Personen— darunter drei Franc- neun Armeecorps vor Paris. Einige Landwehr— tireurs, zwei Maires benachbarter Ortschaften und Divisionen auf dem Marsche dahin dürften in ein blut- und wundenbedeckter Zuave von dem den nͤchsten Tagen dort eintreffen.“ dritten Regiment, der Rest waren Bauern aus der Umgegend— auf eine Abtheilung schwarzer Sie wurden, nach Dragoner geschossen hatten. dem sie uns einen Lieutenant getödtet und zwei Mann verwundet hatten, sämmtlich gefangen ge— nommen und zur kriegsrechtlichen Aburtheilung nach Corbeil gebracht. Bereits seit mebreren Tagen ist im Hauptquartier der dritten Armee keine Post angelangt, weil dieselbe bei der entschieden feind— seliger werdenden Haltung der Landbevölkerung nur noch bei Tage befördert werden kann. Auf unserer heutigen Fahrt sahen wir in den Ort— schaften, welche wir passirten, fast nur noch Weiber, Kinder und ältere Männer.“ — Die„Times“ bringt fol gende telegraphische — Hiesige Blätter melden:„Es soll ein Schreiben des Prinzen Luitpold aus dem preußi— schen Hauptquartier an den König Ludwig von Bayern angezeigt haben, es sei der Wunsch des Königs von Preußen, bei dem hoffentlich nahe bevorstehenden Einzug der deutschen Armee in Paris die Könige von Bapern und Würtemberg und den Großberzog von Baden um sich zu sehen.“ — Der„Wes.⸗3tg.“ wird von hier telegra⸗ phirt:„Wie zuverlässig verlautet, haben die ver⸗ bündeten Regierungen sich dahin geeinigt, Elsaß und Lothringen als deutsches Bundesland unter unmittelbarer Verwaltung der Bundesbehörden, vorläufiger Befreiung von Militärpflicht und Aus- schluß von Vertretung im Parlamente zu constitutren.“ —— — Das„Mil. W. Bl“ veröffentlicht diesen Abend den Text der mit der Besatzung von Toul abgeschlossenen Kapitulation, welche gleichlautend mit der Kapitulation von Sedan ist. Ein weiterer Artikel bestimmt indeß, daß im Falle ein be dauerlicher Vorfall, wie der in Laon, sich wiederholen sollte, mit der ganzen Garnison nach dem Belseben des Großherzogs von Mecklen⸗ burg verfahren werden solle. Einer gleichen Borsichtsmaßregel wird man sich auch wohl in Straßburg bedient haben.— Der Staats- minister Delbrück wird aus München zurücker⸗ wartet. Seine Mission, die ihn in Angelegen⸗ heiten des deutschen Einigungswerkes nach München führte, wird in eingeweihten Kreisen als von dem be⸗ friedigendsten Erfolge begleitet angesehen.— Die so schmerzlich von den Angehörigen der im Felde stehen⸗ den Truppen vermißte Einrichtung, Packete nach dem Kriegsschauplatze senden zu können, tritt binnen Kurzem, zunächst versuchsweise, ins Leben. Die Packete sind, und zwar in ½ Folio-Briessorm auf. ugeben, in Leinwand zu verpacken und ist die Adresstung durch Anheften einer Correspondenz- karte zu bewirken. Das Gewicht des Packete darf 3 Pfund nicht übersteigen. Wiesbaden, 28. Sept. Marschall Mac Mahon ist beute Mittag mit seiner Gemablin hier angekommen. Bayern. München. Die Infanterie⸗ Kanonen Batterie ist nach dem Kriegsschauplatz abgegangen. — Staatsminister wieder verlassen. Frankreich. Tours. Touls Einnahme, durch einen Reitboten bekannt geworden, ver⸗ schlimmert noch die Stimmung der Stadt. Der Sitz der Regierung wird in den nächsten Tagen südwärts verlegt werden. — 27. Sept. Die„Amtszeitung“ sagt: „Frankreich nimmt jeden billigen Friedensvorschlag an, opfert aber nichts von seinem Gebiet und seinen Festungen.“ Gambetta versichert in seinem Luftballonbillet: die Hauptstadt könne sich über den Winter balten.— Der Präfekt von Mezieres meldet vom 26. Sept., daß der behufs Wegschaffung der Verwundeten auf 48 Stunden geschlossene Waffenstillstand gekündigt ist und die Belagerung von Mezieres erwartet wird. — Das„Journal officiel“ vom 25. Sept. veröffentlicht einen Bericht über die Vorgänge am 24. Sept. Der Tag verlief ruhig. Das Fort Mont Valerien und die Batterie von St. Quen feuerten in großer Entfernung auf feindliche Co- lonnen vor Montexon und dem Steinbruch von Orgemont. Vor St. Cloud sinb Kanonenboote die von Suresnes nach Paris zurückgingen, leb— haft angegriffen worden. Das Feuer der Mitrailleusen brachte den Feind zum Schweigen und fügte ihm beträchtliche Verluste zu. Diesseits sind zwei Matrosen schwer verwundet. Das Fort d'Jssy unterhielt ein lebbaftes Feuer auf Sevres, wo der Feind Batterien zu etabliren scheint. Die bei Triel vom Feind erbaute Brücke soll unter dem Gewicht der Kanonen nachgegeben haben, wobei 3 Kanonen in den Fluß gestürzt sein sollen. Der Bericht schließt: Die Situation ist eine gute. — 26. Sept. Der Präfect des Departements du Nord telegraphirt von Lille an den Minister des Innern in Tours:„Wir erhalten von Paris folgende Nachricht durch eine von uns dort zurück gelassene Brieftaube. Gestern, am 23. Sept., hat die Division Mandhy die Höhen des Plateaus von Villejuif, welche die Preußen besetzt hielten, angegriffen. Der Kampf hat um 3 Uhr Nachts begonnen. Nach einem mehrstündigen Feuer haben unsere Feldbatterien, von den Geschützen der Forts unterstützt, die Redoute der Mühle Jaque bei Ville⸗ juif und die Redoute des Hautes Bruyeres voll— ständig genommen. Sie haben sich dort gehalten und nehmen sie noch ein. Der Verlust des Fein— des war beträchtlich. Die Mobilgarden hielten sich gut. An demselben Tage hat Contreadmiral Saisset eine glänzende Recognoscirung nach Bourges zu, an der Spitze von 200 Füsilieren, 400 Mann Marine-Infanterie und 8 Compagnien Eclaireurs der Seine gemacht. Der Admiral hat den Feind Delbrück hat München aus dem Dorfe Drouch energisch vertrieben. Gleichzeitig ließ General Bellamont das Dorf Pierresitte bei Paris angreifen. Der Feind, in beträchtlicher Stärke, ward nach recht lebhaftem Kampf aus seinen Positionen geworfen. Unsere Truppen haben ihren Rückzug auf Saint-Denis, ohne beunruhigt zu werden, vollführt. In Coreux ist ein aeronautischer Ballon mit zahlreichen Depeschen angekommen. — Wie man hört, ist in Paris sehr stark die Rede davon, den Herzog von Aumale zum Präsidenten der französichen Republik ernennen zu lassen. Auf der französischen Botschaft zu Brüssel versichert man Aehnliches. Trochu will dadurch die conservative Partei für die Republik gewinnen. — Aus Orleans vom 26. Abends wird ge⸗ meldet, daß die Stadt von den Franzosen geräumt ist. Preußische Truppen sind noch nicht eingerückt. Belgien. Brüssel. Es geht das Ge⸗ rücht, daß die zwei letzten Altersclassen, welche die Regierung erst vor einiger Zeit entlassen hatte, abermals, und zwar auf Veranlassung Preußens, einberufen sein sollen. Bestätigt sich die Nachricht, so läßt sich daraus schließen, daß die preußische Armee eine abermalige Action nahe bei der bel gischen Gränze, Lille, Dünkirchen u. s. w. im Schilde führt.— Ein aus Paris mit großer Noth und Mühe entkommener Mann, der über Calais hier eingetroffen, entwirft ein schreckliches Bild der dort herrschenden Zustände. Es ist die vollste Anarchie. Tag und Nacht, sagt er, hört man Flintenschüsse fallen. Von einer Polizei ist ebensowenig mehr die Rede, als von Gerichten, An dem Tage, wo er sich rettete, hatte man ge— rade die flüchtigen Zuaven mit Kanonen und Flintenschüssen empfangen und eine beträchtliche Anzahl in den Straßen von Paris niedergemacht. — Aus Paris wird vom 26. d. gemeldet: Die Regierung hat eine Proclamation erlassen, in welcher die Gerüchte als unwahr bezeichnet werden, daß die Regierung die Politik, wegen welcher sie auf den Ehrenposten der Gefahr ge— stellt worden sei, zu verlassen gedenke. Die Re- gierung werde diese Politik bis zum Ende aufrecht halten und keinen Zoll Gebiet, keinen Stein der Festungen abtreten. Italien. Rom. Versuchte Ruhestörungen in republikanischem Sinne wurden sofort unter- drückt. Die politischen Gefangenen wurden am 22. d. in Freiheit gesetzt. Die Schweizerwache versieht nach wie vor den Dienst im Vatican, wo. der Papst residirt. General Masi wurde durch königl. Dekret zum Militär ⸗Commandanten der Stadt ernannt. Rußland. Warschau. Eine kleine An⸗ zahl gefangener Turcos ist aus Preußen nach dem Königreiche Polen entlaufen; dieselben wurden in den hiesigen Kasernen untergebracht. Offenbach. Dem vor einiger Zeit dahier verstorbe⸗ nen Volksschullehrer und pädagogischen Schriftsteller Fried- rich Eck ist noch nach seinem Tode eine späle Anerkennung dadurch zu Theil geworden, daß ihm, nach kürzlich hier eingetrossener Zuschrift, bezüglich einer von den„Freien pädagogischen Blättern“, herausgegeben von Jessen in Wien gestellten Preisfrage:„Ist ber Religionsunterricht in der Schule dem Lehrer oder Pfarrer zu überweisen?“ der Preis für seine Abhandlung zuerkannt wurde.— In der hiesigen Chaisenfabrik Dick und Kirschten werden eben zwölf Wagen für den Transport Verwundeter vom Schlacht⸗ seld für den deutschen Hülssverein in London nach eng⸗ lischem Modell gebaut. Darmstadt. Zur Beruhigung für Diejenigen, welche ein Interesse daran nehmen, daß Staats-⸗Reservelazarethe nicht zur Aufnahme ansteckender Krankheiten benutzt werden, diene die Nachricht, daß das Gesetz des Nord- deutschen Bundes die Pflege der Verwundeten durch die Reservelazareihe ausdrücklich vorgesehen hat, und daß S. K. H. der Großherzog die Pflege der mit ansleckenden Krankheiten Behafteten in diesen Lazarethen ausdrücklich verboten hat.— Einer der hier internirten französischen Offiziere, welcher der deutschen Sprache mächtig, richtete unlängst auf dem Markte an Jemand die Frage: Ob die Umgegend von Darmstabt romantisch sei? und erhielt da— rauf dle Antwort: Na se is hesse⸗damstädtisch! Darmstadt. Dieser Tage wurden einem in der Schützenstraße wohnhaften Anwalt eine große Partie Klei— der und Teppiche im Werth von etwa 400 fl. von einem Dieb, ber sich eingeschlichen, entwendet. Um dem vollen— deten Gaunerstück noch die Krone aufzusetzen, hatte der Dieb die Frechheit einen Dienstmann zu requiriren, um bas gestohlene Gut in mehrere Packete zusammengeschnürt Hause bes Bestohlenen wegbringen zu la* eines schon oft bestraften auswärtigen Subsects von dem Hause Inbeß gelang es der Thätigkeit in Person in der Herberge„zur Heimath“ ausfindig zu machen und in Sicherheit zu bringen. Darmstadt, 28. September. Heute Früh ging unsere 4. Expedition zur Hessischen Division ab. Dieselbe bestand 1) aus allgemeinen Liebesgaben in 18 Faß Branntwein, 6 Faß Bordeaux, 400 Flaschen Rum, circa 1000 wollenen Demben, Jacken und Strümpfen, und 40000 Cigarren; 2) aus an und zur Besorgung übermittelten Gaben für einzelne Angehörige der Division aus circa 4000 Collis. Mitie nächster Woche wird die 5. und bis auf weitere Bekanntmachung letze Sendung zu unseren Feldtruppen abgehen und rechnen wir darauf, daß uns bis dorthin noch außer allgemeinen Neebesgaben, wozu sich ganz besonders Branntwein eignet, auch baare Beiträge zur Deckung unserer sehr bedeutenden Expeditionskosten zufließen. Mannheim. Der Krieg entwickelt ganz neue Branchen von Erwerbsthätigkeiten. Man braucht nur auf die Marketender hinzuweisen, Leute, welche durch einen Feldzug meist— relativ— ceich werden. Einen Breslauer Juden traf ich, welcher der Armee nachreiste und die Felle der geschlachteten Ochsen und die Häute der gefallenen Pferde aufkaufte. Er zahlte für das Stück durchschnittlich 10 Groschen, selten einen halben Thaler. So habe er in Böhmen 1866 gegen 20,000 Thaler verdient, versicherte er schmunzelnd, und ich bin sehr geneigt, ihm zu glauben. Einen Berliner fand ich, der nur leere Säcke aufkauste, natüllich um ein Spottgeld; ein anderer, der wahrschein⸗ lich kein Anlagekapital besitzt, sammelte die Scherben zer⸗ trümmerter Flaschen c. und auch der machte sein Ge; schäft dabei. Saarbrücken. An die städtische Behörde dahier kam dieser Tage ein Schreiben des Commandeurs des Füsilier⸗ bataillons des 40. Infanterie-Regiments des Inhalts, daß aus dortiger Gezend und dem übrigen Deulschland zahl⸗ reiche Gaben eingingen, welche für Füsilier August Kuischke bestimmt seien. Da aber ein Soldat solchen Namens weber jetzt noch früher bei seinem Bataillon stehe, glaube er im Sinne der freundlichen Geber zu handeln, wenn er die aus Cigarren Tabak, Pfeifen, Geld ꝛc. bestehenden Gaben der Mannschaft des Bataillons vertheile, die erklärten, alle „Kulschkes“ zu sein. Eine ebenfalls für den gemüthlichen Kutschke gesandte schöne Uhr habe er unier Zuflimmung sämmilicher Kameraden einem Füsilier übergeben, ber sich in einem der letzten Gefechte besonders tapfer benommen hätte und seines Humors wegen jetzt von der Mannschaft den Spitznamen Kutschke erhalten habe. Durch diese pro⸗ saische Auflösung wäre demnach die schnell populär gewor⸗ dene Person des poctischen Kutschke amtlich in das Reich der Fabel perwiesen. Magdeburg. Der amiliche„Anzeiger“ spricht mit Recht seine Entüstung aus über die in Magdeburg vor⸗ kommenden Prellereien, deren Opfer die gefangenen französischen Offiziere sind. Beim Geldwechseln gibt man ihnen österreichische Gulden für preußische Thaler, die Droschkenkulscher lassen sich doppelte Taxe zahlen u. s. w. unserer Polizei den Literarisches. „Vom Kriegsschauplatz“ verlangt augenblicklich Jeder zu hören und zu sehen, und wer Beides in hohem Maße besriedigen will, dem empfehlen wir Hallberger's illustricte Kriegs ⸗Zeisung„Vom Kriegsschauplatz“. Die neueste Nummer derselben bringt an Illustrationen: das Porträt des Prinzen August von Württemberg; einen Plan der norpwestlichen Befestigung von Straßburg mit den Belagerungsarbeiten; die Verladung eines eroberten französischen Provianttrains bei aus dem Kampfe bei Weißenburg kanern); Prinz Friedrich Karl rekognoszirt vor Metz; Verwundete auf der Ludwigsbahn in Mainz; das frauzö⸗ sische Panzergeschwader vor Helgoland, und vier humoristische Bilder: Sinnverwandtes im Krieg und Frieden. den literarischen Inhalt betrifft, so gesiehen wir gern, daß die von Wilhelm Müller geschriebene, in dieser Zeitung laufende„Geschichte des Kriegs von 1870“ zu den Volks⸗ thümlichsten und übersichtlichsten Beschreibungen wichligsten Geschichtsepoche unseres Jahrhunderts gehört. Der übrige Text reiht sich diesem Hauptartikel würdig an und so können wir wohl sagen, daß diese Kriegozeilung lexllich und bildlich zu den besten und dabei preiswürdigsen Erscheinungen dieser Ari gehört. (Gesecht mit den Afri⸗ ——— Wir erinnern an die Mittheilungen über Gesundheitspflege, welche Herr Ur. Lorenz, an ihn gerichteten Bitten entsprechend, heute Abend am 1. October 7 Uhr im Trapp'schen Saale zu machen die Güte haben will, und laden zu zahlreichem Besuche ein.— Gewiß wird diese Ge⸗ legenheit, sich über die Maßregeln zur Verhütung von Krankheiten belehren zu lassen, Vielen will. kommen sein, denn hat man diese kennen gelernt und befolgt man sie, so hat man gethan, was man thun kann und darf darum das Weitere ohne Furcht Gott anheimstellen. Ein Eintritts“ geld von 12 Kreuzern(und wems beliebt meht) wird am Eingange des Saales zum Besten unserer Verwundeten erhoben werden. Lemberg; eine Episode dieser Was 2200 8 der Par! wurden! 02, 95, bencgt dleßfähr! an der heeffger 1 tüchahlt dem An Ende dit berschreil hlesger eine wei Natifnd. Off anderne 15 ug Idregn geln Uel Alt Güter ⸗ Verpachtung. 281 Montag den 3. October d. J., Vormittags 1 Ubr, sollen im blesigen Rathhause die zur zweiten Marre Friedberg gehörenden und nach der dieß⸗ schrigen Erndte leihfällig werdenden Güterftücke, nämlich: Gemarkung Friedberg. 40 Klafter Grabgarten in den Kappusgärten, E Acker im Kirchhofs⸗ oder Usafeld, Gemarkung Ockstadt. 14 Morgen 167 Klafter Ackerland, 33„ Grabgarten im Ried, 291„ Wiese daselbst, e derweit auf 9 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet erden. Friedberg den 22. September 1870 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg J. V. d. B.: Steinhäußer N Beigeordneter. Bekanntmachung. 200 Bei der am Heutigen flattgebabten Verloosung du Partial- Obligationen der Gemeinde Arms heim vrurden pro 1870 gezogen die Nummern 16, 23, 41, 77, N., 95, 104 und 114, welches mit dem Anfügen bekannt gmacht wird, daß der Werth derselben(nebst allen deßjährigen Zinscoupons) gegen Einsendung von heute a der Gemeindekasse dahier ausbezahlt wird und der inslauf mit Ende dieses Jahres aufhört. Wiederholt wund bemerkt, daß die Obligation Nr. 76 son pro 1869 zur Zurückzablung gezogen wurde. Arma heim am 13. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Armsheim Zim lich. Obligations Verloosung. 292 Bei der heute dahier statigehabten Verloosung besiger Partial⸗Obligationen ist die Nr. 26 mit 100 fl. nerzahlbar geworden, was dem Inhader derselben mit dim Anfügen mitgetheilt wird, daß der Betrag bis zu Ende dieses Jahres gegen Rückgabe der quittirten Schuld⸗ bschreibung und der nicht fälligen Zinscoupons dei seßger Gemeindekasse in Empfang zu nehmen iß, da te weitere Verzinsung von jenem Tage an nicht mehr sttfindet. Ossenbeim den 22. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Ossenheim 8 Aepfel-Versteigerung. 229 Montag den 3. October d. J., Vormittags 10 Ubr, und das der biesigen Gemeinde zustehende Obst, be⸗ dend in eirca 500 Malter Aepfel und 8 Malter Ennen, meisftbietend versteigert. Schwalbelm den 27. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Schwalheim ene l. Edictal ladung. 245 An Katbarina, Ehefrau des Heinrich Bommer, gd. Sargk, von Hof-Schwalheim,— unbekannt wo? 1 Amerika abwesend, oder deten etwaige Rechtsnach⸗ seger ergebt biermit die Aufforderung, ihre Rechte „t der Vertheilung des Nachlasses ihrer Großmutter, de Heinrich Schäfer's Wittwe von Nleder⸗Mockstadt, banen drel Monaten à dato dabier selbd zu vertrelen. dernfalls nach den Anträgen des für sie bestellten birators verfügt werden wird. Zugleich wird ihr bemerkt, daß nach aufgestellter drechnung Seitens des Miterben Wilhelm Traut tue Ueberzahlung von 980 fl. an sie behauptet wird. Altenstabt am 22. September 1870. Großherzogliches Landgericht Altenstadt Hoffmann. Obligations- Verloosung. las In der beutigen Gemeinderaths- Versammlung vurden die nachstehend verzeichneten Partial-Obligationen dee Gemeinde Altenstadt, aus dem Anlehen vom Jahre 1835, durch das Loos auf den 31. Dezember d. J. u Rückzahlung bestimmt, als: Nummer 70 über 200 fl. 17 77 7 200* s 0 wird dieses hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht ind bemerkt, daß diese Beträge gegen Ende d. J. bei ge hiesigen Gemeindekasse in Empfang genommen werden himen, und die Verzinsung drrselben mit dem 31. Dezem⸗ bei I. J. aufhört. Gleichzeitig wird der Besitzer der Nr. 89 wiederholt zu gefordert, die im vorigen Jahre zur Rückzahlung seausgeloosten 200 fl. bet der hiesigen Gemeindekasse n Empfang zu nehmen, da deten Verzinsung schon am . Januar d. J. aufgehört hat. Altenstadt den 24. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterel Altenstabt Kreuder. Jaselochs ⸗Versteigerung. 49 Mittwoch den 5. October, Mittags 12 Uhr, soll z dem Buürgermelsterel- Bürcau zu Gambach ein i gut gehaltener Faselochs, zum Schlachten geeignet, sessteigert werden. Gambach am 29. September 1870. Großherzogliche e eee Gambach a u x. An die Bewohner der Stadt Friedberg. 2347 Obgleich das Schießen in der Stadt polizeilich verboten ist, so würde doch wohl im Falle der Feier eines Sieges polizeiliche Ein— mischung in die Aeußerung der Freude nicht passend erscheinen, wohl aber glauben wir an den gesunden Sinn der Bewohner Friedbergs die Aufforderung erlassen zu können, das Schießen in der Stadt, in Berücksichtigung der nachtheiligen Folgen für Kranke und Verwundete, bei der Feier neuer Siege oder sonstigen freudigen Veranlassungen unterlassen zu wollen. Friedberg, 28. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg J.„ Ded A. Steinhäußer, Beigeordneter. Güter ⸗ Verpachtung. 2360 Dienstag den 4. October l. J., Vormittags 11 Ubr, werden auf Antrag der Elise Briel dahier folgende Grundftücke Gemarkung Friedberg Flur. Nr. DOKlltr. 13. 65. 123. Acker im Großgalgenfeld und 13. 245. 245. Acker daselbst auf hiesigem Rathhause öffentlich verpachtet. Friedberg den 29. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg o gerne O bst⸗ Versteigerung. 2357 Nächsten Mittwoch den 5. k. M., von Vor⸗ mittags 9 Uhr ab, wird das gemeinbeitliche Odst, bde⸗ stebend aus Birnen und circa 300 Malter Aepfeln, in passenden Abthellungen an Ort und Stelle meiftbietend versteigert und der Anfang in der s. g. alten Lehmkaute gemacht. Bad⸗Nauheim am 28. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisteret Bad Nauheim chu tt. Bekanntmachung. 2340 In der Behausung des verlebten pract. Arztes Dr. med. Trapp dahbier werden Donnerstag den 6. October l. J. Morgens 9 Uhr, folgende Gegenstände öffentlich gegen baare Zahlung verstelgert: 1 Pferd, 1 einspännige Chaise, 1 Oekonomtewagen, 1 Sattel nebn Zaum, 2 einspänntge Chaisengeschirre mit Bruftblättern, 1 einspänniges Wagengeschirr, Stohbank, Hafer- kasten, Wasserjoch ic. Friedderg den 28. September 1870. In Auftrag Schwarz, Hof⸗Taxator. Augenkranken ist das weltberühmte, wirklich ächte Dr. White's Augenwasser von Traugott Ehrhardt in Großbreitenbach in Thüringen à Flacon 10 Sgr. deflens zu empfehlen. Man verlange aber nur ftets nach Dr. White's Angenwasser von Traugott Ehrhardt, denn nur dieses ist das wirklich ächte. Dasselbe ist mit Allerhöchst fürffl. Concesflon beliehen und hat sich seiner unübertrefflichen Heilkraft wegen seit 1822 großen Weltruhm erworben, welches Tausende von Attesten bescheinigen. Aufträge hierauf übernimmt Herr Jos. Hoffmann in Friedberg. 2356 Erfolg und gute Atteste empfeblen dle An⸗ wendung! Hier übersende ich Ihnen ein Zeugniß der Wahrheit gemäß, daß mir Ihr Augenwasser gute Dienste geleistet und meine Augen von einem Fläsch⸗ chen wieder sehr gut hergestellt find, sage ich Ihnen hiermit den herzlichssen Dank, und empfehle sedem Augen⸗ leidenden Ihr berühmtes Augenwasser. Schwann, O. A. Neuenburg, im September 1869. Jacob Köntg. Ew. Wohlgeboren! Das von Ihnen bezogene ächte Dr. Whites Augenwasser von Traugott Ehrhardt hatte bei mir die beste vorzüglichste Wir⸗ kung und sch habe nicht unterlassen, dasselbe mehreren Freunden zu empfehlen. Im Auftrage einiger Freunde ersuche ich Sie freundlichst mir(folgt Auftrag) per Poft⸗ nachnahme zu übersenden, und grüße Sie Achtungsvoll. Joans Untrosche, Regimentsschuhmacher. Osternburg. Krippen, Cröge& Gossensteine 1821 aus s. g. Lungstein(Dolerit) empfieblt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad- Nauheim. Auch nimmt dieselbe Bestellungen auf Brunnen— tröge, Keltersteine, Treppentritte ic. aus genannter Steinsorte entgegen. Ein Drauntwein-Brenn-Apparal, 2289 neuer Construction, die Blase circa 40 Maaß Füllung baltend, erst einige Jahre im Gebrauch, mit allem Zubehör, die Gährungsbütten 230 Maaß baltend, ist wegen Aufgabe der Oekonomie sehr billig zu verkaufen. Auch werden Zahlungstermine auf Verlangen anberaumt. Näheres ber Gottfried Mondigler, Frtedberg. Auwpferschmled. 5 2359 Welches Entzücken erregt nicht bei Jung und Alt ein schöner Walzer!— Alles schwebt und unwidersteblich erheitert sich jedes Gesicht.— Obne überschwenglich zu sein rathen wir daher zum Ankauf dreier Phänomen dieses Genre's.— Es sind dies: Jugendträume von O. Hübner⸗ Trams(Pretscompofiton)— Burschentänze von Johannes Schondorf— Früblingsreigen von Zul. Lammers— Preis pro Piece(4 Bogen fark) nur 12½ Sgr. und zu beziehen von Robert Apitz sch in Leipzig, sowie durch alle Buch⸗ und Musikaltenhandlungen.— Daubitz⸗ Liqueur.) 2353 Bei der in diesem Jahre ungünstigen Witterung kann es nicht Wunder nehmen, daß fich bel Alt und Jung die Körper- Beschwerden mehr einstellen als sonft, und auch die Erkältungen des Magens eine Hauptrolle spielen. Aber namentlich diejenlaen beider Geschlechter, welche an ihren eingefleischten Hämorrhoidalbeschwerden schon so genug zu leiden baden, find schlimm daran. Ein gediegenes Hausmittel hiergegen wird uns durch den Apotbeker R. F. Daubitz in Berlin in seinem Daubitz⸗Liqueur gedoten, dessen wohl⸗ thättige Wirkung sich, wie die öffentlichen Aner⸗ kennungen von allen Orten der Welt beweisen, in tausend und aber tausend Fällen glänzend be⸗ währt hat. ») Zu baben bet J. A. Windecker in Rriedberg und Friedr. Aut. Bauer in Reichelsheim. Unter jacken und Unterhosen 1802 zu verschledenen Prelsen bei K. Friedrich neden der Post in Friedberg. . 5 0 Versteigerung. 2362 Wegen Abzug lasse ich Montag den 3. October, Vormittags 9 Uhr, 1 junge Kuh. 2 Schlachtschweine, circa 5 Fuder Strob, 50 Körbe Spreu, 1 Gartenhütte, 2 gute Bienen, ¼ Morgen Dickwurz öffentlich meisidtetend gegen baate Zablung versteigern. Beienheim den 30. September 1870. K. Schindel. 2362 Von heute an befindet sich meine Wohnung und Geschästslokal Eck der Augufliner»Schulstraße. Frtedderg. Eduard Grödel. Düngemittel der Chemischen Fabrik Griesheim 2161 in Frankfurt a. M. 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Dieselben werden fortfahren, unabhängig nach allen Seiten, die politischen Tagesfragen im Sinne frei⸗ heitlicher Entwickelung nach Innen und nach Außen zu 0 Die Depeschen und gängen durch Extrablätter— mitgetheilt und belletriflischen Inhalts besprochen. 1 Die Localnachrichten aus Hessen enthalten in gedrängter Darstellung herzogthume; durch unsere, in sämmtlichen Landestheilen thätigen Correspondenten Nachrichten vom Kriegsschauplatz werden ra in fortlaufenden Leitartikeln und Au besprechen. diese Berichte mit größter Raschbheit und Vollständigkeit zu bringen. Ueber die Landtagsverhandlungen berichten wir Das Feuilleton bringt neben auserwählten Novellen, gemei über Kunst und Literatur, Miscellen, Aufsätze und Rec Inserate finden bet der flarken Auflage(3800) allseitige Verbreitung. Die Einrückungsgebühr beträgt nur 3 Kreuzer für die fünsspaltige Petitzeile für Localanze Der vierteljährige Abonnementeprets beträgt i Pofigebiet(einschließlich des Postausschlags und Bestellgeld) Bei dem reichen Inhalte, den die„Hessischen V rasch und erschöpfend. enstonen über Schauspiel, Oper und Concerte c. igen nur 2 Kreuzer n Darmstadt 1 fl., 1 fl. 27 kr. oltsblätter“ darbieten, müssen sie als die billigste aller politischen Zeitungen angesehen werden. Wir bilten auswärtige zugeben, damit keine Unterbrechung in der Zusendung e Darmstadt, im September 1870. Abonnnenten, ihre Brstellungen bei ihrem betreffenden Postamte sofort auf⸗ intritt und vollsländige Exemplare geliefert werden können. ene holl Polpäringe! Kopftücher 2098 bei Wilhelm Fertsch. bei K. Friedrich neben der Post ien Friedberg. schestens— bei besonders wichtigen Vor⸗ ssätzen politischen, sowie alle Neuigkeiten innerhalb des Groß⸗ find wir in der Lage, auch nnützige Eczählungen, gedrängte Erörterungen im früheren Thurn und Taxis'schen 2321 Ich zeige ergebenst an, daß ich in hie, siger Stadt als praktischer Arzt und Geburts helfer mich niedergelassen habe. Gleichzeitig bemerke ich, daß ich, wie schon seither, die Praxis des Großherzoglichen Stabs, arztes Dr. Steinhäußer bis zu dessen Rück⸗ kehr fort versehe. Meine Wohnung befindet sich in dem Hause meines verstorbenen Collegen Dr. Hermann Trapp, woselbst ich täglich Morgens vor 8 und Mittags von 2 bis 3 Uhr zu sprechen bin. Friedberg, im September 1870. Dr. Wagner. Gesu cht 2253 wird für einen größeren städtischen Haushalt eint tüchtige gesunde Köchin im Alter von eiwa 30— 40 Jahren gegen guten Lohn. Oute Zeugnisse find unerläßlich. Franco⸗Offerten sind zu richten an Fräulein Kasten in Bad Naubeim. Liebig's Fleischertract, 2302 ½ Pfund zu 48 kr. ¼ Pfund zu 1 fl. 30 kr. Reine Chocolade. Tropfen zum Schutz gegen die Ruhr. f Hof-Apotheke zum Engel C. G 0 PMWeinfässer 2101 in allen Gattungen bei 1 1 Ph. Dan. Kümmich. Junge Leute, 2293 welche die Lebranflalten Darmfladt's besuchen Probator Paul daselbst, Rheinstraße 13. Emser Pastillen, 1589 aus den Salzen der König- Wilhelms ⸗Jelsel⸗ quellen bereitet, ärztlich empfoblen gegen Magen- beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Aufftoßen und Verdauungsschwäche, Preis der plom“ birten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf in Friedberg bei Hof⸗Apotheker C. Görtz. Die Administration der Felsenquellen Wohnung zu vermiet hen. 2341 Der dritte Stock meines Hauses iß zu vermiethen und gleich zu beziehen. M Philippi. 2146 Denjenigen jungen Leuten, welche sich stehen wollen, auf Anfrage nähere Auskunft ertheilt 1 Kreisbüreaugeh ülfe Fink. . Frankfurt a. M, in 1865, 1866, 1867 freigeloost und jetzt ein Schwere graue wollene Colter, das Stuck : zwei⸗ wollen, werden in Penfion genommen bei Ober⸗Rechn:⸗ Bett Bete der daß fene geor Auf der Ene sper Wor ordt Sn ob wei ben zuld des mit Dol in d very fort Gre de det