ig: Lern a c Sernt 10 — 5 — 2 — 1 dated, Donnerstag den 1. September. 103. berhessischer Anzeiger. Enthäl: die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Ermittelung latitirender Verwundeter. Friedberg den 30. August 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an Großherzogliche Polizei-Verwaltung Bad⸗Nauheim, den Großherzoglichen Polizei-Commissär in Wickstadt und die Großherzoglichen Bürgermeistereien. In Auftrag Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 27. J. M. zu Nr. M. d. J. 8392, und unter Bezugnahme auf die im Abdruck nachstehend, von dem General- Gouvernement am Rhein an die stellvertretenden General- Commandos erlassene Ver— fügung weisen wir Sie an, die Großherzoglichen Landwehr-Bezirks— Commandos in der Ermittelung über den Aufenthalt aller in ihrem Bezirke in Privatpflege befindlichen Verwundeten oder Kranken, welche der Armee angehören, thunlichst zu unterstützen und denselben zu diesem Behufe von allen in ihren Gemeinden in Privatpflege befindlichen oder demnächst aufgenommen werdenden verwundeten oder kranken Angehörigen der Armee entsprechende Mittheilung zugehen zu lassen. ra Bei den Transporten der Verwundeten vom Kriegsschauplatze haben die Transportführer häusig auch nach Ortschaften des dies— seitigen Befehlsbezirks, Beurlaubungen eintceten lassen, oder Ver— wundete haben selbst ohne Urlaub den Transport verlassen, um sich zum Zwecke der Heilung in ihre Heimath oder sonst in Privatpflege zu begeben. Von dem Aufenthalte solcher Mannschaften in ihren Bezirken werden die Ersatz⸗Truppentheile in der Regel gar keine Nachricht erhalten, und daher weder die ihnen im§. 74 der Instruction über das Sanitätswesen der Armee im Felde vom 29. April 1869 vorgeschriebene Controle üben, noch die rechtzeitige Rückkehr der Reconvalescenten zu den Truppen anordnen zu können. Dieser eben sowohl die militarische Ordnung in meinem Befehls- bezirke, als die regelmäßige Ergänzung der Feldtruppen gefährdende Uebelstand muß beseitigt werden. Es sind daher die Bezirls Commandos anzuweisen, sich Kennt niß uber den Aufenthalt aller in ihrem Bezirke in Privatpflege be⸗ findlichen Verwundeten oder Kranken, welche der Armee angehören, zu verschaffen. Zu diesem Zwecke ist nach Analogie der 58. 28 und 30 der Verordnung über die Disciplinarbestrafungen in der Armee, das Meldewesen der Landwehr und beurlaubten Mannschaften betreffend, zu verfahren, und zugleich auf die Mitwirkung der Ortsbehorden zu recurriren, welche durch strenge Handhabung der Bestimmungen über das polizeiliche Meldewesen am Besten in der Lage sind, die erforder- lichen Recherchen auszuführen. Von dem Resultate der eingezogenen Nachrichten resp. von den erhaltenen Anmeldungen haben die Bezirks ⸗-Commandos alsbald, und für die Folge periodisch, den Ersatz⸗Truppentheilen Mittheilung zu machen. Coblenz. Der General- Gouverneur (gez.) v. Herwarth. Oeffentliche Der§. 22 der Statuten des Mathildenstifts des Kreises Fried— berg hat, mit Genehmigung Großherzoglichen Ministerlums des Innern laut Entschließung vom 19. d. Mts. zu Nr. M. d. J. 8226, eine Abänderung erlitten und eine Fassung erhalten wie folgt: „F. 22 Die Einlagen werden mit dem etsten des denselben folgenden Monats verzinst. Eine Ausnahme hiervon tritt nur dann ein, wenn die Ver— Bekanntmachung. waltung zur Deckung von Verbindlichfeiten der Anstalt ein Kapital sucht und aufnehmen muß. Diesenfalls fangen die Zinsen vom Tage der Kapitalaufnahme zu lausen an.““ Friedberg den 28. August 1870. Groß berzogliches Kreis amt Friedberg Trapp. Betreffend: Das Auffinden eintr unbekannten männlichen Leiche in einem Brunnen in Friedberg. Resol. Am 25. August d. J. wurde in einem Brunnen der hiesigen Stadt eine unbekannte männliche Leiche aufgefunden. Sie war be— kleidet mit 1) einem Paar blau leinenen Hosen—) blau leinenen Strümpfen— 3) alten benagelten, zerrissenen Schuhen mit Huf— weschlag— 4) weißem leinenen Hemde, an der Brust roth gezeichnet mit*— 5) blau leinenem Kittel— 6) blau leinenem Wams imit weißhornenen Knöpfen— 7] einer baumwollenen weißgestreiften Weste— 8) schwarzem baumwollenen Halstuch— 9) einem Paar Hosentrager von Gurt— 10) einer grüntuchenen Schildfappe. Die Größe der Leiche ist sechs Fuß ein Zoll, ziemlich kräftiger Bau und guter Ernährung. Das den Kopf bedeckende Haar ist dicht, dunkelblond, theilweise mit Blut befleckt. Die Augen geschlossen, das rechte Auge krankhaft entartet, an der Stelle der Hornhaut ragt aus dem übrigens verkümmerten Augapfel ein kugelförmig gestalteter, bläulich⸗weiß, undurchsichtig aus sehender Vorsprung hervor, Zustand, den man wissenschaftlich staphyloma bezeichnet, unzweifelhaft alteren Datums. Das linke Auge, wohlbehalten, zeigt blaß blaue Farbe. Die Nasenhöhle frei von Fremdkörpern. Mund fest geschlossen. Zähne unvollständig, nicht verletzt. Das Alter vermuthlich 40 Jahre oder mehr. Das Gesicht bartlos. Indem man bemerkt, daß die Effekten des Verlebten in dem hiesigen Hospital aufbewahrt sind, ergeht die Aufforderung zur Her⸗ stellung der Identität die geeigneten Nachforschungen anstellen und etwaige Ergebnisse uns baldgefaͤlligst mittheilen zu wollen. Friedberg den 26. August 1870.. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Großes Hauptquartier, 28. Aug., 7 Uhr Abends. Gestern fand ein siegreiches Hefecht des dritten sächsischen Reiterregiments, einer Eskadron des Ulanenregiments Nr. 18 und der Batterie Zwicker gegen sechs Eskadrons— Chasseurs in der Gegend von Busanch statt. Der französische Commandeur wurde verwundet gefangen genommen. Großes Hauptquartier, 28. Aug. Alle als direct und telegraphisch von Bazaine unter stammend, in Paris veröffentlichte Nachrichten ist, außer vielen anderen Gesangenen, ver- sind in Paris geschmiedet, da Bazaine keine wundet in unseren Händen. telegraphische Verbindung mit Paris hat. Ein etwafger Bote desselben hätte eine volle Parallele bei Schiltigheim wurde 600 bis Tagereise zwischen Metz und der nächsten 800 Schritte von den Werken heute Nacht französischen Telegraphenstation zurückzulegen. von der combinirten Infanteriebrigade ohne Das bei dem glänzenden Gefecht ö 27. August in der Gegend von Busancy vierzig Geschütze wurden neu in die Batterie (zwischen Vouziers und Beaumont, Depar- geführt und feuern. tement Ardennes) auseinandersprengte, fast aufgeriebene Chasseur-Regiment war das 12. in den letzten Tagen mehrfach Telegramme ein- Oberstlieutenant Mundolsheim, 30. August. Die vom Verlust und Widerstand eröffnet. Zweiund⸗ Berlin, 29. Aug. Von der Armee sind Laporte. Derselbes gegangen, die indeß 3—4 Tage bedurften, um —— in Berlin einzutreffen, somit von Privatnachrichten überholt sind. Nicht bekannt bis jetzt war, daß die französischen Generale Frossard und Bourbaki verwundet sein sollen. 5 — Den 30. Aug., Morgens 2 Uhr, ist aus dem großen Hauptquartier ein Telegramm des General⸗Quartiermeisters v. Podbielski eingegangen, das bereits den 24. aufgegeben worden ist. Da der Stand der Dinge bei der Armee sich seit dieser Zeit verändert hat, so mag von den gege— benen Nachrichten nur die mitgetheilt werden, daß eine Correspondenz in unsere Hände gefallen ist, die von der bei Metz eingeschlossenen Haupt. armee durch einen Spion nach Paris abgeschickt worden war. Vor Straßburg, 29. Aug., Vormittags. Gestern Abend 8 Uhr starkes Kleingewehrfeuer; ein Ausfall der Franzosen zurückgeschlagen. Nachts 11 Uhr 2 Brände in Straßburg im Entstehen. Bei der Belagerung von Metz werden die neuen gezogenen 120 pfündigen Mörser ihr Probestück in der Ernstverwendung ablegen. Auch von der Verwendung der neuen Marinegeschütze zu demselben Zweck ist viel die Rede, doch bleiben darunter wohl nur die mittleren Caliber zu ver— stehen, da der Transport und die Aufbebung der ganz großen Geschütze jedenfalls wohl zu große Schwierigkeiten bieten möchte. Der gesammte Belagerungstrain soll, wie verlautet, mit 1000 Zügen seinem Bestimmungsort zugeführt werden, was ein Material an Geschützen und Munition voraussetzen läßt, wie es in der Geschichte noch nicht vorgekommen sein dürfte. Außer den 11 bei den vor Metz vereinigten preußisch-norddeut— schen Corps befindlichen Pionier⸗Bataillonen sird noch 12 Pionier und 24 Festungs Artillerie- Compagnien nach Frankreich beordert worden, welche größtentheils vor Metz eine Verwendung finden werden. — Die deutschen Truppen sind nicht ohne Erfolg bemüht, der Festung Metz das von außer— halb zufließende Trinkwasser zu entziehen, was um so empfindlichere Folgen haben muß, da das Moselwasser fiebererzeugend ist. In Gravelotte hat man einen dort angelegten riesigen Brunnen entdeckt, dessen Wasser nach Metz geleitet ist. Die Truppen haben den Metzern dieses Wasser ent— zogen. Eine zweite Wasserleitung befindet sich in Gorce, deren man sich ebenfalls zu bemächtigen bestrebt ist. Auch herrschte nach Mittheilung französischer Gefangenen schon vor dem 18. d. in Metz die Cholera. Es ist wahrscheinlich, daß diese Seuche bei der Anhäufung so gewaltiger Truppenmassen und eines großen Theils der Metzer Landbevölkerung, die in der Festung Zu— flucht gesucht, riesige Dimensionen annehmen wird. — In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag wurden von den Franzosen 734 deutsche Gefangene von verschiedenen Truppengattungen, welche in Metz internirt waren, aus der Festung geschafft und zwar ohne Aus wechselung französischer Gefangenen. Sie trafen Nachts 1 Uhr im Lager der preußischen Armee ein. Nach Aussage der Leute erhielten Anfangs je zwei Mann täglich ein Brod, in den letzten Tagen aber je sechs Mann nur ein Brod, Es ist das ein Zeichen, daß ein Mangel an Lebensmitteln in Metz sich bereits anzumelden beginnt. — Nach Mittbeilungen von Augenzeugen sind die Schutzgräben, Parallelen und Batteriebettungen vor Metz mit einer erstaunlichen Schnelligkeit vollendet und eröffnet worden. Es sollten vorerst 600 Belagerungsstücke aufgestellt werden. Ebenso rasch war die neue, fast drei Meilen lange Ver— bindungsstrecke zwischen dem westlich von St. Avold nach Metz und von da südöstlich auf Nancy laufenden Schienensträngen ihrer Fahrbarkeit nahe gebracht und damit die ununterbrochene Eisen— bahnverbindung zwischen Saarbrücken und Nancy wiederhergestellt worden. — Von einem Ausfall der in Metz ein— geschlossenen französischen Truppen wird aus Remilly berichtet: Freitag den 26. gegen 9 Uhr Vormittags ertönte Kanonendonner in der Gegend von Metz. Oben am Berge von Remilly erschienen lange Züge von Train— soldaten, welche die im Thale liegenden Muni⸗ tionswagen abführten. Staffetten auf Staffet⸗ ten jagten hin und her, durch welche man die Kunde vernahm, daß bei Metz gefochten worden. Mit einem Sanitätszuge eilten wir dem Kampf⸗ platze näher nach Courcelles. Dort war Alles in größter Spannung, der Kanonendonner schwieg seit einigen Stunden. Deutlich ver— nahm man das Knattern des Kleingewehrfeuers, welches gegen 3 Uhr Nachmittags näher kam. Die Staffetten theilten mit, daß von Metz in der Richtung nach Courcelles ein Scheinaus— fall gemacht worden sei. Ein weiterer Ausfall sei gegen Pont à Mousson versucht. Bei Courcelles, wie überhaupt auf den Höhen um Metz, hatten die Preußen sich verschanzt, Schützengräben gezogen und erwarteten vor denselben stehend die heranrückenden Franzosen. Langsam zogen sich die Preußen in ihre Ver⸗ schanzungen zurück und empfingen den Feind mit einem solch kräftigen Feuer, daß er sich nach dreistündigem Gefecht wieder hinter die Mauern von Metz zurückzog. Vor Straßburg, 27. Aug., Nachmittags 3 Uhr. In diesem Augenblicke brennt es in Straßburg an wenigstens vier Stellen, u. A. auch ganz in der Näbe des Münsters. Wiewohl derselbe absichtlich möglichst geschont wird, soll doch das Kirchendach bereits von einigen Kugeln getroffen worden sein, und man ist nicht sicher, ob es nicht im Münster selbst schon gebrannt hat. Abends. Es ist jetzt ganz stille geworden; um so schauerlicher leuchtet es von dem brennenden Straßburg her durch die Nacht. Was vor Allem, deutlich erkennbar, in hellen Flammen steht, ist die Gärtnervorstadt von Straßburg, der Stadttheil zwischen dem Weißenthurm und dem Kronenburger-Thor; dort wüthet die Flamme nun seit vorgestern. Außerdem lodert es aber noch an 5—6 anderen Orten, auch in der Cita— delle. Auch das Dorf Bischheim, von der Stadt aus in Brand geschossen, steht in Flammen. Von Zeit zu Zeit zuckt gegen Osten hin ein glühender Streifen auf; das sind die Bomben, welche von Kehl aus in die Citadelle fliegen. Auf dieser Seite ist es seit dem 27. Morgens ganz ruhig. Aus dem Elsaß, 26. Aug. Sicherem Vernehmen nach hat neuerdings ein badischer Offizier in B. ein ärarisches Tabaks magazin auf⸗ gefunden, worin 52,000 Centner Tabak lagern. Es stellt dies einen Werth von über 300,000 fl. dar. Hessen. Friedberg. Prinz Ludwig von Hessen ist in Anerkennung seiner persönlichen Tapferkeit in der Schlacht bei Metz am 18. d. von dem König von Preußen mit dem eisernen Kreuz decorirt worden. In dieser Auszeichnung liegt zugleich eine wohlverdiente und ehrende Würdigung des von unserer hessischen Division bewiesenen ausdauernden Muthes während des zwölfstündigen heißen Kampfes an jenem Tage. Darmstadt. Hiesige Blätter melden, daß Lieutenant Anton(1. Infant.-Reg.) an seinen bei Metz erhaltenen Wunden erlegen ist. Der Ver— storbene war ein sehr beliebter Offizier.— Brigade⸗ Adjutant Krömmelbein, der durch einen Granat— splitter leicht verwundet ist, befindet sich auf dem Wege der Wiederherstellung und wird bald wieder dienstfähig sein.— Ein verwundeter hessischer Offizier gibt von dem Geiste, welcher die fran— zösischen Bauern beseelt, folgendes Bild. Dieser Offizier sollte mit noch 10— 12 andern Verwun- deten zur Bahn transportirt werden, als plötzlich der Bauer absichtlich den Wagen in den Chaussee- graben warf, die Stränge durchschnitt und mit dem Pferd davon eilte. Dieser Bösewicht soll übrigens von den preußischen Feldgensdarmen er⸗ mittelt worden sein und seine Grausamkeit inzwischen mit dem Tod gebüßt haben. Preußen. Berlin. Die Kronprinzessin Victoria von Preußen wird sich mit ihren Kindern zu einem vierwöchentlichen Aufenthalte nach Hom- burg v. d. H. begeben. Das landgräfliche Schloß ist zu ihrer Aufnahme in Bereitschaft gesetzt worden. — Es verbreitet sich das Gerücht, General v. Steinmetz sei erkrankt und werde sein Com⸗ mando niederlegen. Andrerseits wird behauptet, es läge andere Veranlassung zu diesem Schritte Neuere Nachrichten stellen das ganze Gerücht in Abrede und bezeichnen dasselbe vor als Krankheit. als Erfindung müßiger Köpfe. — Der Name des kürzlich erwähnten helden. müthigen Hauptmannes vom 67. Regiment, der in der Schlacht von Gravelotte eine ganz decimirte Truppe an dem entscheidendsten Punkte wieder ge⸗ sammelt und dem Feind aufs Neue entgegengeführt 0 hat, obgleich er nicht unbedeutend verwundet war, ist nicht v. Weihern, sondern v. Schrader. Heilung seiner Wunden. — Graf Renard ist zum Präfecten von Nanch ernannt.— Graf Tauffkirchen, bisher bayerischer Gesandter in Rom, soll zum Präfecten des Departements der Maas und der Regierungs— präsident von Unterfranken Graf Luxburg zum Prä⸗ fecten des Departements Niederrhein ernannt sein. — Dem Kronprinzen von Sachsen ist nach der Schlacht von Gravelotte das eiserne Kreuz verliehen worden. — Verschiedene Auslassungen von Officiösen deuten darauf hin, daß die Aufstellung der drei neuen Reserve⸗Armeen bei Berlin, am Rhein und in Schlesten nicht ausschließlich auf die Ergänzung der auf französischem Boden in Action befindlichen Operationsarmeen berechnet ist. Im Widerspruch mit dieser Auffassung steht ein Telegramm, das der„Weser-Ztg.“ von Berlin aus in folgender Fassung zugeht:„Die Voraussetzung, daß die Bildung der Reservearmeen im Zusammenhange stehe mit diplomatischen Vorgängen, wird nicht bestätigt.“ — Sonntag Mittag fand die feierliche Einholung von 27 erbeuteten französischen Ge— schützen, worunter 4 Mitrailleusen, vom Anhalter Bahnhof aus statt. Auch war der vor kurzer Zeit hier eingebrachte eroberte französische Adler des 36. französischen Infanterie-Regiments aus dem hiesigen Zeughause durch eine Fahnensection abgeholt und nach dem Anhalter Bahnhof über— bracht worden, von wo aus sich unter dem Commando des Majors v. Notz, Vorstand des Artilleriedepots, der militärische Zug in Be— wegung setzte. Ein zahlreiches Publikum begleitete die Einholung unter begeistertem Hochrufen. Als der Zug sich dem königlichen Palais näherte, stimmte die Musik die Wacht am Rhein an. Die Koͤnigin erschien auf dem Balkon des Palais und wurde von dem Publikum begrüßt. Fulda. In der hier stattfindenden Versamm⸗ lung deutscher Bischöfe wird ein Hirtenbrief an die Katholiken Deutschlands redigirt werden, der sich über die Concilsbeschlüsse und die Stellung der Opposition gegen das Unfehlbarkeitsdogma verbreitet. Die Versammlung beginnt wahrschein— lich Mittwoch den 31. August. Frankfurt. Um einen längeren Transport von Schwerverwundeten zu ermöglichen, ist eine Anzahl von Eisenbahnwagen vierter Classe so ein- gerichtet worden, daß die Tragbahren mit den Verwundeten in der Schwebe hängen und die Bewegungen des Wagens keine schmerzliche Erschütterung auf den Kranken hervorbringen können. Diese Wagen sind außerdem so ein— gerichtet, daß der die Verwundeten begleitende Arzt von einem Wagen in den anderen auch während der Fahrt gelangen kann. Man hat, um die Zweckmäßigkeit dieser Wagen festzustellen, vorerst deren 36 für den Krankendienst eingerichtet; dieselben sind bereits gestern nach Weißenburg abgeschickt word n. Um den Betrieb der Eisen⸗ bahnen in den occupirten französischen Departements nutzbar zu machen, sind von den westphälischen Eisenbahnen die abkömmlichen Locomotiven re quirirt worden. Frankfurt. Die Verwundetenzüge dauern ununterbrochen fort. Wiederum wurden ca. 600 Franzosen, Badenser und Preußen nach Breslau dirigirt; fast die gleiche Zahl ist zur Verbringung nach Kassel angesagt. Hamburg, 28. August. Der Senat hat dem Berliner Magistrat die Summe von 25000 Thlr. 6 10 Mal Mil facht Theil Sch 121 hicht Derselbe befindet sich jetzt in Nordhansen zur Gra nach Sein schein 4 stger Arm Aug brad caser die U Cha um zoge Che ließ Arm unset konn fortg Prei Aus, um ö Truf geste habe ihre ihre was daß Güt zügl. wur! Waf übersandt zur Vertheilung an die durch den Krieg schwerbetroffenen Gränzbezirke des gemeinsamen Vaterlandes. Bayern. München. In Bayern sind bereits über 8000 Gefangene, die meisten in den Festungen Ingolstadt, Oberhaus(bei Passau), Marienberg(bei Würzburg) und Wülzburg in Mittelfranken, sodann eine Abtheilung auf dem Lechfelde, die dort unter Zelten campirt. Ein Theil der Gefangenen in Ingolstadt wird zu Schanzarbtiten verwendet, wofür der Mann 12 kr. den Tag bekommt; aber es findet sich lange nicht für Alle Arbeit. Würzburg. Der kgl. Regierungspräsident Graf Luxburg wurde von dem König telegraphisch nach München berufen und begab sich sofort dahin. Seine Ernennung zum Gouverneur von Lothringen scheint bevorzustehen. Oesterreich. Wien. Die Meldung hie⸗ siger Blätter, daß die Aufstellung einer Reserve- Armee bei Glogau Gegenstand von Auseinander- setzungen zwischen dem Grafen Beust und dem preußischen Gesandten in Wien, General ev Schwei— nitz, gewesen sei, ist vollständig unbegründet; hier⸗ zu ist keinerseits Anlaß gegeben. Frankreich. Paris. Seit vorgestern wird Paris polizeilich, wie es heißt auf Veranlassung des Generals Trochu, von allen schädlichen Ele— menten: abgestraften Verbrechern, Vagabunden, Prostituirten u. s. w. gesäubert. Die Polizeiorgane, „Gaulois“ und„Figaro“, behaupten, daß man bei dieser Gelegenheit wieder mehreren preußischen Spionen auf die Spur gekommen sei, darunter einem Individuum aus dem Großberzogthum Posen, bei welchem man 10,500 Frs. in eng- lischem und deutschem Gelde gefunden hätte. Das ganze Gesindel ist einstweilen in der Conciergerie und den Polizeigefängnissen untergebracht, von wo des nach Provinzial⸗Strafanstalten abgeführt wer— lden soll. — Dem„Monde wird aus Rheims, 24. Aug., geschrieben:„Um 12 Uhr Mittags brachen die zwei noch in der Stadt Chalons casernirten Regimenter plötzlich auf und ließen die Stadt gänzlich ohne Vertheidigung. Um 2 Uhr erschienen 80, sage achtzig Ulanen, in Chalons und zeigten ein kleines Corps an, das um 3½ Uhr folgen werde. Die Preußen zogen ins Hotel der Militärdivision, wo ihr Chef sich festsetzte. Die Eisenbahnverwaltung ieß eilends ihr Material, das mit dem der Armee beladen ist, auf Mourmelon, das noch Anser ist, schaffen. Indeß 88 beladene Waggons Fonnten aus Mangel an Locomotiven nicht Fortgebracht werden und die erste Sorge der Preußen war nun, die Eisenbahn vor dem Ausgange aus dem Bahnhofe zu zerstören, um sich das Material zu sichern! Die letzten Truppen aus dem Lager von Chalons waren gestern(23. Aug.) abgezogen. Die Preußen haben sich beeilt, diese Position zu besetzen; ihre Plänkler trafen im Laufe des Tages, ihre ersten Truppen um 5 Uhr Abends ein. — Der Correspondent des„Figaro“ bestätigt, was der„Temps“ bereits früher berichtet hatte, aß am 22. August von 6—9½ Uhr der Hüterbahnhof zu Rheims von 3—400 Nach⸗ üglern des Corps von de Failly geplündert wurde. Diese Soldaten gehörten verschiedenen Waffengattungen und besonders der Artillerie n. Sie hatten sich vor Beginn der Plünderung mit einem halben Hundert Aufkäufern verständigt; sie brachen nahe an 150 Waggons auf, warfen le Wein- und Pulverfässer, die Patronen— und Zwiebackkisten, die Kugeln und Montirungs— üffecten, sowie einen großen Theil der Bagage zes Kaisers auf's Pflaster. Die Aufkäufer amen nun herzu und zahlten 20 Centimes für as Stück kaiserlichen Tuches, 1 Fr. 9 Cent. ür den Ballen Kaffee, 50 Cent. für den Hut zucker. Auch die Bagagen der Offiziere eines Narine-Jufanterieregiments wurden verhandelt. Die Bahnhofbeamten machten einen Angriff euf die Plünderer, diese aber leisteten tapferen iderstand. Endlich wurden etwa 50 von zen Plünderern ergriffen, darunter 40 Soldaten. — Pfalzburg leistet, wie die Correspondance Havas versichert, einen heroischen Widerstand; die Kirche und 51 Häuser seien bereits zerstört, doch die Stadt sei gut verproviantirt und habe bereits vier Mal die Aufforderung zur Uebergabe abgewiesen. — 27. Aug., Abends. Gesetzgebender Körper. Arago verlangt Aufklärung über die Situation der preußischen Armeen. Palikao weigert sich, hierauf eine Antwort zu geben. — 28. August. Der Minister des Innern theilt unter Reserve mit, die preußischen Truppen scheinen im Marsch auf die Aube aufgehalten, sie repliiren sich gegen St. Diziers. Der Feind steht vor den Thoren von Reims. Man stignalisirt, preußische Materialeolonnen marschiren durch Lune— ville und Bazan. — 29. Aug. Der Minister des Innern theilt unter Reserve mit, daß aus sämmtlichen einge— laufenen Depeschen bervorgehe, daß die Truppen ihren Marsch auf Rethel und Vouziers fortsetzen. Bei beiden Städten seien feindliche Plänkler be⸗ merkt. 20,000 Mann passirten heute Chalons und haben den Marsch gegen Epernay fortgesetzt. Straßburg und Pfalzburg setzen ihren Widerstand energisch fort.— Ein Erlaß Trochu's vom 28 August ordnet an, daß Diejenigen, welche mit Frankreich im Krieg befindlichen Staaten ange— hören, das Seinedepartement zu räumen und binnen drei Tagen Frankreich entweder zu verlassen oder sich in das Loire-Departement zurückzuziehen haben. Zuwiderhandelnde werden vor die Kriegsgerichte gestellt. Die Municipalbehörde fordert die Ein— wohner zur Verproviantirung für die Belagerung auf. Die Personen, welche außer Stande sind, dem Feinde Widerstand zu leisten, sollen Paris verlassen. — Der Kaiser hat, wie die„Presse“ erfährt, die Nacht vom 24. zum 25. in Rethel verbracht, wo er mittelst der Ardennenbahn angekommen war. Das Gefolge des Kaisers und seines Sohnes be— stand„nur noch“ aus den Generälen de Beville und Lepie, den Ordonnanz-Offizieren Gusmann und Avril, dem Dr. Conneau und den Herren Bathon, Franceschini und Pietri. Der General de Failly, welcher des Oberbefehls enthoben wor— den, tritt wieder in seine Funetionen als Adjutant des Kaisers. Seitdem die Verbindungen durch den Feind gestört sind, geht täglich der Dr. Conneau oder ein Ordonnanz⸗Offizier selbst nach Paris, um der Kaiserin Nachrichten von ihrem Gemahl zu überbringen. — 29. August. Das„Journal offiziell“ veröffentlicht die Absetzung des Maire von Eper— nay, welcher anempfohlen batte, den Preußen keinen Widerstand zu leisten. Eine Depesche aus Schlettstadt meldet, daß ein sehr lebhaftes Feuer seit 2 Tagen gegen Straßburg eröffnet wurde. — Im Laufe des Tages wurde noch folgendes amtliche Bulletin„unter allem Vorbehalt“ ausge— geben: Die preußischen Truppen, welche unter dem Befehl des Kronprinzen Chalons besetzt hatten, scheinen sich gegen Suippes zu wenden. Die in dem Departement der Aube zerstreuten Steitkräfte haben ihr Lager verlassen und mar— schiren auf Sommepuis. 25,000 Mann ungefähr und Transporte sind in Joinville eingetroffen, in⸗ dem sie sich nach Vassy und Montir- en- Der wandten. Der Feind rückt über Monthois, Grand-Pé und Croix-aux⸗Bois gegen Rethel und Vouziers vor. — Die„France“ gibt folgende neue Einzel heiten über die Verproviantirung von Paris:„Ab— gesehen davon, daß alle Bäcker mit Vorräthen für vierzehn Tage versorgt sind, hat der Handelsminister hach Paris kommen lassen: 350,000 Centner Mehl, 150,000 Centner Reis, einen ungeheuren Vorrath von Erdäpseln und frischen Gemüsen aller Gattungen, 100,000 Ochsen und 500,000 Hämmel sind mit dem für ihre Fütterung nöthigen Heu und Getreide im Innern von Paris unter— gebracht. An Salz, Gewürzen, Kaffee, Zucker und anderen Colonialwaaren ist Paris auf 3 Monate versorgt. Mehr als 60 Millionen Ra- tionen eingelegtes Rind- und Hammelfleisch oder den Entrepots. Man ist eben im Begriff, das für die Pferde der Armee und der Bevölkerung nöthige Stroh und Futter einzuführen. Was endlich den Wein und die Spirituosen betrifft, so ist Paris bekanntlich auch in gewöhnlicher Zeit damit stets auf 6 Monate versehen. a Belgien. Brüssel, 28. August.„Etoile belge“ meldet: Wegen der an der Grenze bei Longupon signalisirten Anwesenheit von Truppen der kriegführenden Mächte haben die belgischen Truppen den Befehl erhalten, näher an die Grenze heranzurücken. In den benachbarten Ortschaften wurde belgische Einquartierung angesagt. — Metz ist überfüllt von Verwundeten, deren Hülflosigkeit außerordentlich ist. Der Mangel an Lebensmitteln erzeugt schreckliches Elend. Die Pariser Journale fordern die Minister auf, die preußischen Generale anzugehen, den Transport Verwundeter in das Innere Frankreichs zu ge⸗ statten. Der Kaiser Napoleon zeigt sich fast gar nicht mehr, desto mehr sein Sohn.— Das belgische Observationscorps concentrirt sich mehr und mehr nach der äußersten Grenze hin. Der größte Theil der Brüsseler Garnison wird einen Bestandtheil des Observationscorps ausmachen. Die ersten Truppenabtheilungen sind schon ab⸗— gerückt.— Der„Independance belge“ zufolge ist das Hauptquartier Mae Mahon's zu Sedan (befestigte Stadt im Departement Ardennes, nahe der belgschen Grenze), woselbst auch Napoleon mit seinem Sohne sich befinden soll.— Die preußischen Ulanen zeigten sich bei Mouzon, drei französische Meilen von Sedan.— Ein am Pgriser Bahnhofe angeschlagenes Placat kündigt an, daß bis auf weitere Ordre seit dem 30. August 7 Uhr Morgens die Personenzüge nach Belgien eingestellt sind.— Es geht das Gerücht, daß man sich heute längs der ganzen Gränze zwischen Sedan und Montmedy schlägt. Großbritannien. London. Die im gesetzgebenden Körper zu Paris besprochene Be⸗ stellung von Gewehren für die französische Armee in englischen Fabriken bringt die Times wieder auf die Frage von den Rechten und Pflichten der Neutralen, und während sie auf der einen Seite auseinandersetzt, daß die Lieferung von Waffen nicht verboten sei, und daß man sich in der Union auch in diesem Punkt freie Hand gehalten habe, bedauert sie doch, daß das Parlament nicht be— züglich der Waffenaussuhr die bestehen den Be⸗ stimmungen geändert und verschärft habe. „Observer“ will Folgendes von den Friedensbedingungen Frankreichs für den Fall des Sieges erfahren haben: namentlich Abtretung des Kohlen-Reviers von Saarbrücken und Saar- louis an Frankreich, Zahlung der Kriegskosten durch Preußen, Reducirung Preußens auf die Grenzen vom Jahre 1848, Wiederherstellung des Rheinbundes. Spanien. Madrid. Die Carlisten haben die Eisenbahn von Pampeluna nach Aldasna(2) durchschnitten. Neue Banden unter dem General Imaquiro sind erschienen Infanterie, und Gebirgs- artillerie ist nach Navarra geschickt worden. Neu e st e 8. Angekommen: Friedberg, den 31. August, 4 Uhr 40 Nachmittags. Varennes, 30. Aug., 2 Uhr 30 Nachm. Die Avantgarde des 12. Armeecorps hatte heute Nachmittag ein glückliches Gefecht bei Nouart mit Truppen des französischen 5. Armeecorps. Die die Verbindung von Thionville nach Paris vermittelnde Eisenbahn ist zwischen Thionville und Mezidres an zwei verschiedenen Stellen durch diesseitige Detachements unterbrochen. Zwei Preußi⸗ sche Husaren-Escadrons stürmten abgesessen Cy (L undeutlich) machten daselbst viele gefangene Turcos, Infanterie, Pompiers ꝛc. Frankfurt. Von einem unserer bei Wörth ver— wundeten Frankfurter, welcher sich jetzt hier in elterlicher Pflege befindet, erfahren wir folgendes. Der Tapfere lag unverbunden bei 20 Stunden auf dem Schlachiseldz seine Lippen brannten vor Durst, da kam ein Zuave, be⸗ eingesalzenes Schweinefleisch und Fische liegen in merkte den jungen Mann, welcher mit seinem Kopfe auf dem Tornister lag, eilte herzu, sachte legte er den Ver⸗ wundeten von seiner Unterlage hinweg, öffnete den Ranzen und nahm ihm alle seine Habseligkeiten heraus. Darauf legte er den Frankfurter wieder auf den leeren Tornister, reichte ihm seine Feldflasche zum Trinken, worauf er sich mit seiner Beute zufrieden entfernte. Darmstadt. Die Polizet fahndet eben auf einen Hauptgauner, einen gewissen Jacob Redlich, Fruchthändler aus Raab in Ungarn, welcher nach verübtem Betrug von 100,000 fl. flüchtig geworden. Derselbe hatte Geschäfts⸗ verbindungen sowohl an hiesigem Orte als auch in Lin⸗ dau und Romanshorn, was die Vermuthung nahe legt, daß der Flüchtige sich wohl nach dieser Gegend gewendet haben wird.: Mainz. In dem Kriegslärm hören wir von einem traurigen Vorfall bei den auf dem großen Schießplatz bei Gonsenheim vorgekommenen Uebungen des 8. Festungs⸗ artillerie-Regiments(Landwehr). An einem von der Seite zu besetzenden Hinterlader schwereren Kalibers hatte der Gefreite entweder den Keil nicht recht eingestoßen, oder den Kreuzhebel nicht tief genug in den Hackenverschluß eingedreht; genug, beim Abfeuern flogen Deckel und Keil seilwärts heraus, die Stücke rissen dem Vormanne die linke Seite des Kopfes hinweg, verursachten dem Unter⸗ offizier mehrere schwere Verletzungen der Knochen des rechten Beines und zwei Kanonieren leichtere Verwundungen. Merkwürdiger Weise erreichte gleichwohl die Kugel bei⸗ nahe die richtige Entfernung. Der Verunglückte ist Familienvater aus der Gegend von Aachen. Diez. Am 28. August ist der seiner Zeit zum Tode verurtheilte und nachher zu lebenslänglicher Zuchtbaus⸗ strafe begnadigte Raubmörder Blank von Irmtraut aus hiesigem Zuchthause vermittelst zusammengeknüpfter Bett⸗ tücher enssprungen. Blank ist für die öffentliche Sicher⸗ heit ein höchst gefährliches Subject. Freiburg. Auf dem Bahnhofe dahier wurde einer vom Unterlande kommenden Dame durch Absch leiden der Umhängetasche der Betrag von 7500 fl. in Frankfurter Bankpapieren entwendet. Verdächtig ist ein Reisender, der den gleichen Zug bis hierher benutzte. Lindau. Am 28. August wurden wir von dichtem Schnee überrascht, der alle unsere nächstgelegenen Berge bedeckte. Bei Oberstaufen ist der Schnee auch in den Niederungen gefallen. Kassel. In der Kasseler Industrie⸗Ausstellung, welche bis zum 1. October verlängert worden ist, wird in den nächsten Tagen ein interessanter Gegenstand zur Schau ausgestellt werden— eine von den Truppen eroberte siellung an den Grafen Bismarck gerichtete Bitte, eines der berüchtigten Mordinstrumente, durch welche Napoleon seine Friedensversicherungen illustrirt hat, den Besuchern der hiesigen Ausstellung zugängig zu machen, ist folgende telegraphische Antwort eingelaufen:„Pont 3 Mousson 26. August, 3 Uhr 44 Min. Nachm. An den Vorstand der Industrie-Ausstellung Kassel. Mitrailleuse wird aus Berlin geschickt werden. Bismarck.“ Berlin. Unter den hier angekommenen Verwundeten befand sich ein Sechziger, dem eine Chassepot-Kugel vier Löcher in den Körper gemacht hatte. Sie war dem im Anschlag auf dem Boden Liegenden an der Schulter hinein, durch den Arm und dann durch den Schenkel gegangen. Bescheinigung. Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldalen im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten sind weiter ein⸗ gegangen und werden dankbar quittirt: fl. kr. durch Herrn Regierungsrath Trapp: 1) von den Schülern der 1. Schule in Gambach aus eigenem Antriebe gesammelt und durch Herrn Lehrer Bernhard daselbst eingesandt 9 10 2) von J. F. 1— 3) von H. F. 2— durch Herrn Lehrer Schindel aus wöchentlichen Beiträgen der Schulkinder in Beienheim 145 von Herrn Brucker in Bruchenbrücken— 36 durch Herrn Actuar Nau aus dem Vereine der Krankenpflege und Unterstützung für Sol⸗ daten im Felde 54 34 von zwei Dienstmädchen— 24 von den Herren Bindernagel& Schimpff: 1) Erlös der zum Besten der Verwundeten bis jetzt verkauften Depeschen 5— 2) Ungenannt 2 20 in der Turnhalle: 1) Ungenannt aus Sddel 154 2) Ungenannt— 6 aus den Collecten in Friedberg 11 30 von Herrn Freiherrn von Franckenstein in Ocksiadt als monatlicher Beitrag— 120 19 hierzu die bereits bescheinigten Beträge 3093 29/ 3213 48½ Naturalien: durch den Fleiß der Volksschulen in Fried berg viel Charpie; durch die Bewohner Friedbergs viele und mancherlei Gaben; durch Herrn Lehrer Schinde i f Beienheim 1 Paar Schuhe, 4 Betttücher, 5 Ueberziigt 48 Binden, 14 Handtücher, 22 Hemden, 6 Paar Strü 40 durch die Schulkinder 1 Bällchen Charpie; aus den Zinßer'schen Institute Binden, 1 Bällchen Charpie; auß der Großherzoglichen Taubstummen⸗Anstalt 1 Sack vol frisch aufgezupfte Charpie; aus einer bei Fräulein A. Rin abgegebenen Leinwand⸗Sammlung der Frau Decan Blumho in Melbach 5 Pfund Charpie, 22 leinene Binden, wollene Binden, 108 Compressen, 2 Leibbinden, 4 wollen 11 Tücher; durch Herrn Bürgermeister Helferich aus Tauerbag Södel zweite Sendung 45 Hemden, 24 Dutzend Com pressen, 18 Dutzend Salbenläppchen, 7 Pfund Charpi 56 Binden, 4 Häckselsäckchen, 8 3kantige Tücher, 3 Kopf netze, 6 Handtücher, 1 Kissenüberzug, 1 Betttuch, 3 Stich lacken; von Herrn Kassirer Winter zu Bergwerk Dorhei 0 30 Eier, Dörrobst; von Frau Steiger Block in Beienhein 96 Eier; durch Herrn Bürgermeister Rack von den Orts⸗ bürgern zu Dornassenheim 290 Eier, 25 Hemden, Charpie, Verbandzeug, 82 Laib Brod abgegeben an dae Erfrischungs⸗ Comité; durch Herrn Lehrer Epple in Ockstadt wöchen! licher Beitrag 1 Beittuch, 1 Hemd, 32 Binden, 4% Ell. Shirting, Compressen, Charpie, 2 Servietten; aus den Missionskränzchen 135 Compressen, 40 Binden, 4 Hemden, 4 Sacktücher, 6 große Halstücher, 2 Kissenüberzüge, Partie Charpie, 4 Spreusäckchen. Herzlichen Dank für alle diese Gaben mit der Bit um reichliche Fortsetzung derselben. Friedberg den 30. Auguft 1870. Für das Comité: J. Huber, Rechner. Um den dahier in Pflege befindlichen 160 verwundeten Soldaten einige Unterhaltung zu verschaffen, bitten wir um leihweise Ueberlassung f von passenden Lesebüchern; auch Zeitungen werden dankbar angenommen. Unser Vorstandsmitglied, Herr Lehrer Quehl, wird Bücher und Zeitungen in Empfang nehmen. Auch freiwillige Gaben an Cigarren verkürzen sehr die Lazareth⸗Langeweile. Bad Nauheim, am 28. August 1870. Der Vorstand des Hülfsvereins. Mitrailleuse. Auf die vom Vorstand der Industrie⸗Aus⸗ — 4 2 2 ür Lazarethe. Militärhemden, ordonanzmäßig angefertigt, das Stück fl. 1. 15 kr. Graue Militärkolter, das Stück fl. 3. 15 kr. W. Fuhrländer Nachfolger, 2095 Vilbeler Straße 23 in Frankfurt a. M. Peinfässer 2101 in allen Gattungen bei 8 5 Ph. Dan. Kũümmich. 2092 Die Geburt eines gesunden Mädchens zeigen ergebenst an Düsseldorf den 27. August. 1870. Heinrich Heck und Frau. Ein freundliches Logis 2094 in der Burg im Schweitzerischen Hause, bestehend in 4 Zimmern mit Speisekammer und 2 Holzftällen, nebst einem Gärtchen am Hause, ist zu vermiethen und am 1. Oktober zu beziehen. Näheres bei M. Mon- digler J. zu erfahren. Für Elementarlehrer. 2096 Ein unverhetratheter Schulamtscandidat oder auch ein tüchtiger Aspirant wird zu sofortiger Ver⸗ wendung in der ersten Elementarklasse eines größeren Instituts gesucht. don D. Frenz in Mainz zu richten. Merkwürdige Prophezeihung vom Welt- kriege und Weltuntergange 1870. Aus einem alten Klosterarckive des Pater Josephus. Preis 4 kr. NAB Jes alten Pfarrers zu Neustadt Prophe⸗ zeihung auf das Zahr 1870 und das Ende der Napolconischen Hertschaft. Preis 4 tr. Vorräthig bei Bindernagel& Schim i zrsedberg und Nauherm. 5 muff in eeuc hol. Dolhäringe! 2098 bei Wilhelm Fertsch. . Zeugnisse in Abschrift und Gesuche]? frankirt unter Chiffre S. 600 an die Annoncen Expedition? Ein sehr gut gearbeiteter Festungsplan von Paris Preis 12 kr. ist vorräthig dei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Naubeim. E. 8 50 fl. Belohnung 2097 für den Finder oder denjenigen, der sichere Aus⸗ kunft über eine Brieftasche, welche in Dorheim verloren wurde und Geld enthielt, geben kann. Der Finder wolle dieselbt bei der Expedition d. Bl. abgeben. AMuhlet Steinkohlen 2100 à 48 kr. per Centner bei Ph. Dan Kümmich. Glace-AHandschuhe K. Friedrich neben der Post. Todesanzeige. 2099 Entfernten Freunden und Verwandten hier— mit die schmerzliche Mittbeilung, daß es dem Herrn gefallen hat unseren lieben Gatten und Vater, den Großberzoglichen Schullehrer ter nach einem vierteljährigen Lungenleiden am 30. August aus diesem Leben abzurufen und ditten wir um stille Theilnahme. Wohnbach am 31. August 1870. Die Hinterbliebenen: Louise Döll, geb. Vogt. Emma Döll. Istaclitischer Gottesdienst in Friedberg. Be g ien Freitag Abends 6½ Uhr. Bei Bindernagel 8 Schimpff in Friedbert und Nauheim ist zu haben: Wacht am Rhein! Illustrirte Kriegschronik Nr. 5.— Preis 9 kr. Die 1 Wacht am Uhein. Marsch für Pianoforte. von K. Werner. Zweihändig Preis 11 kr., vierhändig Preis 14 kr. Germania. f 22 vaterländische Lieder für Gesang mit Pianoforte. Preis 21 kr. Für Pianoforte allein 18 kr. Ne u e st e Frankfurter Latern. Preis: 6 kr. Luzerner Aleesamen 2102 feisch angekommen bei Ph. Dan. Kümmich. Fruchtpreise. per Malter. Friedberg, 31. August. Waizen 14 fl. Kor“ 9 fl. 20 kr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 6 fl. 45 fl. Frankfurt, 29. August. Waizen 15 fl. 40 kr. Kor, 11 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.;— Hafer 11 fl. 50 fl. Grünberg, 27. August. Waizen 14 fl. 31 fe. Nor! 10 fl. 2 kr.; Gerste 8 fl. 2 kr.; Hafer 5 fl. 10 kr. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl — kr.; Saamen 21 fl. 40 kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 20. August. Waizen 15 fl. 35 kr.; Kort 10 fl. 31 tr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 7 fl. 4 kr. 1 5 fl. 30 kr.; Roggenstroh per 100. Gebund! — 11.0 Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Samstag Morgens 8 Ubr. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. (Hierzu eine Beilage.) 150 Stück Eier, Charpie, Binden; aus der Gemeint 0 Het Herb sorge Ben det im gew Kraf in E bertr auf dach babe Unt ew 0 siege wer! Folg pfleg derse Legl entt Dot aus Pri