zualität Macest R N Ver enden ttel Trtest 1. n. dei ⸗Tarate, Hl p. zertsch. scher „Hr U. 869. Dienstag den 30. November. 1 N 140. Oberhessischer Anzeiger. Subält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Ftiedberger Inlelligenzblalt. Erscheint jeden Diensiag, Donnerstag und Samsiag, * Für den Monat Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags- Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: Nr. 37. Nr. 376 Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtlaten zum Bundeorathe des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zuvereins. Vom 18. November 1869.— Nr. 377— 385. Die Bestellung von Consuin betreffend. Otreffend: Die von den Großherzoglichen Bürgermeistern zu sährenden Geschästebücher. Friedberg am 26. November 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Es stehen noch viele von Ihnen mit Ecledigung unserer Verfügung vom 5. d. M.(Amtsblatt ohne Nummer) zurück, weshalb wir al die sofortige Berichterstattung hiermit erinnern. e eee Bitreffend: Vorkehrungen gegen Beschädigungen junger Obstbäume durch Schaafe und Wild. Friedberg am 27. November 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. N Wir lassen Ihnen nachstehend Abschrift unseres Ausschreibens vom 22. November 1865(in Nr. 94 des Intelligenzblattes von 1865) in Abdruck zur Nachachtung zugehen. e Um die jungen Obstbäume gegen Beschädigungen durch Haasen,] geflochtenen oder gewickelten Strohseilern 1c. gehörig einzu wickeln. Sbaafe ꝛc., namentlich während die Felder und Gärten mit Schnee Da diese Regel vielfach nicht befolgt wird, so beauftragen wir Sie, bockt sind, zu schützen, ist es bekanntlich zweckmäßig und schon viel,] die Oostbäume, welche den Gemeinden gehören,(auch in Gemeinde⸗ fach empfohlen worden(vergl. Ausschreiben vom 27. November 1861 baumschulen, wo dies nöthig ist) durch Einbinden schützen zu lassen in Nr. 94 des Intelligenzbiattes vom 26. November 1863 in Nr. 96 and dies auch den Grundbesitzern zu empfehlen. d Intelligenzblattee) die Baume mit Dornen, Reisern, Ginstern, 1 Iltreffend: Die Verwendung der eingegangenen Feldffrafdritttheile zur Sesolr ung des Aussichtopersonals. Friedberg am 27. November 1809. N Das Großherzogliche Kreisanit Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie hierdurch, die in unserer Verfügung vom 30. Juli d. J.(Amtsblatt ohne Nummer) verzeichneten Beträge „ Pfandgeldern und Strafantheilen zur Auszahlung an die darin genannten Gemeindebediensteten anzuweisen und fuͤr die sofortige Iizahlung besorgt zu sein. F nne lreffend: Die Aufnahme des Erndte Ertrags im Jahre 1869. Friedberg am 26. November 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg au die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bönstadt, Butzbach, Fauerbach b. Fr., Gambach, Ilbenstadt, Ober⸗Florstadt, Oppershofen, Rockenberg, Steinfurth und Wisselsheim und den Polizei-Commissär zu Wickstadt. An die sofortige Erledigung unserer Verfügung vom 29. v. M. werden Sie erinnert. Weng, Atreffend: Die Gründung einer Anstalt für blödfinnige Kinder im Großberzogthum Hessen. Friedberg am 27. November 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Pfarrämter und Großherzoglichen Bürgermeistereien Bruchenbrücken, Dorheim, Gambach, Ilbenstadt, Langenhain, Münzenberg, Nieder⸗Weisel, Ober⸗Florstadt, Ober⸗Rosbach, Oppershofen, Södel, Staden, Weckesheim. 0 Wir bringen diesen Gegenstand, unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben in Nr. 101, 118 und 128 des Oderhessischen Anzeigers un baldigsten Erledigung in Erinnerung. Tur a p p. Hessen. Darmstadt. Der Großherzog“ Preußen. Zu weiterer Verhandlung in der bloß simulirten Auswanderung entkräftet werden e: am 20. Nov. den vortragenden Rath in bekannten Celler Denkmals Angelegenheit wurde konnte. em Ministerium des Innern, Geh. Regierungs- Termin auf den 16. Dezember angesetzt. Des Bayern München. Das definitive uh Wilhelm Reuling zum Ministerialrath in Gericht schlug einen Vergleich vor, wonach für Wahlresultat ergibt 80 Ultramontane, 60 Fort- en Ministerium des Innern und den vortragen das Denkmal unentgeltlich ein anderer Platz an- schrittepartei, 10 Mittelpartei und 4 sonstige Liberale. en Rath bei dem Ministerium der Finanzen, gewiesen werden soll. f L— Nach der„Baperischen Landeszeitung“ hat lh. Finanzrath Johann Baptist Meisenzahl, Frankfurt. Die„Köln. Ztg.“ erfährt, das Staatsministerium in Folge des Ausfalles um Ministerialrath in dem Ministerium der daß im Ganzen die Ausweisung gegen 129 Per⸗ der Wahlen dem Könige die Ministerporteseuilles zmanzen ernannt, sowie am 19. l. M. dem Hos⸗ sonen verfünt worden, von denen 54 sich den zur Verfügung gestellt. lrichtsrath Ludwig Zimmermann dahier den Titel als Schweizer Bürger erkauft, die übrigen Baden. Karlsruhe. Die erste Kammer Abarakter als„Geheimer Hofgerichtsrath“ verliehen, 75 aber keine andere Staatsangehörigkeit erwor- nahm den von der zweiten Kammer bereits ge— d unterm 22. d. den Großh. Bezirksgerichis⸗ ben hatten. Die Vollstreckung der Auswelsung nehmigten Gesetzentwuef über Competenzerweiterung liessor Dr. Rödler und den Großh. Advokat- ist nur gegen 5 Personen erfolgt, da die mei der Schwurgerichte hinsichtlich der politischen und luwalt Becker, beide zu Alzey, zu Bezirks- Betroffenen sich der Zwangsmaßtegel durch recht- Preßvergeben mit 13 ü gegen 7 Stimmen an. sechtsräthen, sowie den Großh. Friedensrichter zeitige Abreise oder durch das Gesuch um Wieder- Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener (eist daselbst zum Ergänzungerichter bei dem aufnahme in den preußischen Unterthanenverband Zeitung“ meldet: Der seit mehreren Tagen an- heßh. Bezirksgericht Alzey ernannt, sowie unterm entzogen. Einigen 30 Personen ist bereits die dauernde Abgang pesitiver Nachrichten veranlaßt . d. den Revisor bei der Steuercontrole und Wiederaufnahme in den preußischen Staat be- die Regierung, von der Stalthalteret und dem Ullculator der Ober⸗Steuer-Direktion, Maximilian willigt worden. Uebrigens hat die Frankfurter Truppencommando Dalmatiens sofortige telegraphi⸗ Suriba, unter Ertheilung des Charaktere als Behörde überall dem Ausweisungs Verfahren ssche Berichte einzufordern. guchnungsrath, auf sein Nachsuchen in den Ruhe- keine Folge gegeben, wo bei näherer Unter-— Eine spätere Nachricht desselben Blattes end versetzt. suchung der Verhältnisse der Verdacht einer veröffentlicht einen Bericht des Grasen Auereperg, Obercommandanten in Dalmatien, datirt 21. Nov. Derselbe erklärt es für notbwendie, die Operationen bis zum Eintritt der günstigeren Jahreszeit ein- zustellen, da gegenwärtig der Kampf nur mit großen Opfern und unter steter Gefahr, die Gräͤnze zu überschreiten, weiter geführt werden könne. — Nachrichten aus Cattaro zufolge ist die Verfolgung der in die unzugänglichen Gebires⸗ theile zurückgezogenen Insurgenten der Kriwoschie unmöglich. Die bleibende Besetzung der bei Dragali und Zogvesdae eingenommenen Höhen ist wegen der Terrain⸗ und Witterungs verhältnisse unthunlich und die Truppen werden daher in das Hauptquartier Cattaro und in die Hafenplätze verlegt. An mehreren Punkten der genommenen Höhen werden Blockhäuser errichtet, — Die„Presse“ meldet aus zuverlässiger Quelle, daß die Absendung eines Ultimatums der Pforte an den Khedive unmittelbar bevorstebe. Krakau. In dem Prozeß Barbara Übryk ist die Untersuchung eingestellt. Der Staatsanwalt hat Berufung eingelegt. Frankreich Paris. Das„Parlement“ läßt sich aus Cairo vom 20. Nov. telegraphiren: „Die Vereinigung der beiden Meere ist vollzogen. Allein an mehreren Stellen ist der Canal kaum 16 Fuß tief. Mehrere Schiffe sind auf Sand geratben und konnten erst am folgenden oder dritten Tage in Ismaila ankommen. Die„Guyenne“ und der„Mehemed Ali“ wurden beschädigt; au- dere Schiffe konnten nicht passiren. Ungefähr dreihundert Reisende waren gezwungen, sich auf den„Tabor“, den„Peluse“ und einen andern kleinen Dampfer zu begeben. Der Kanal ist an mehreren Punkten 22 Fuß, an anderen 16 bis 20 Fuß, zwischen Jsmaila und Suez 24 und wischen dem Bitteren See und Suez etwa 15 Fuß tief. Bei der Ebbe ist die Fläche des Canals schmal. Man wird nod viel Geld ausgeben müssen, um das Unternehmen zu Ende zu führen.“ — In einer Versammlung von 21 Mitgliedern der Tiers⸗Partie wurde beschlossen, die Regierung wegen per Verzögerung in der Zusammerberufung des gesetzgebenden Körpers zu interpelliren. — Auf Boulevard Rente sehr flau 71. 50, in Folge der Nachricht von der Absendung eines Ultimatums der Pforte an Aegypten. — Ein Telegramm von Ismaila, unterzeichnet Lesseps, bezeichnet die über den mangelhaften Zu stand des Canals verbreiteten Berichte, in Folge deren die Canalactien gefallen sind, als absurd und sagt, im Verlaufe von zehn Tagen seien 50 Schiffe von zusammen 35,000 Tonnen Gehalt aus dem mittelländischen Meere durch die Bitter⸗ seen nach dem rothen Meere gefahren und nach Port Said zurückgekehrt, ohne daß die Ufer eine Beschädigung erlitten hätten. Großbritannien. London. Gegenüber den günstigen Nachrichten über die Eröffnung des Suez ⸗ Kanals verdient nachstehendes Telegramm der„Times“ von ihrem Berichterstatter Beachtung: „Aitxandria, 20. Nov. Der P.⸗ und O.⸗Dampfer „Delta“ hot den Suezcanal durchfahren und ist bei einem Tiefgang von 15 ½½ Fuß mehrmals auf gestoßen. Der ägyptische Dampfer„Fayum“ randete zehn Minuten lang. Daß Schiff„Latiff“ fuhr auf und kehrte um; der Nacht„Malaroussah“ wurde nicht gestattet, weiter zu fahren als Azidick; der Dampfer„Garbieh“ mußte seine Fahrt unter⸗ brechen, weil sein Anker sich mit der Schraube verwickelt hatte. Die Ufer sind arg beschädigt.“ — Die„Times“ meldet, daß ihr Briefe des Herzogs von Genua an seine Mutter bekannt geworden seien, in welchen derselbe sich weigere, auf den spanischen Thron an- die Candidatur zunehmen. Spanien. Madrid. Die„Times“ warnt Spanien vor einem Oito von Griechenland wie vor einem Maximilian von Mexiko.„Wenn die Spanier,“ sagt sie,„sich mit einem Knaben an ihrer Spitze regieren können, so können sie es auch ohne ihn. Wenn ihnen nur ein wirklicher Herrscher Noth thut, so haben sie Prim; und wenn sie durchaus eine Puppe über Peim setzen woller, so können sie eine solche auch in ihrem der Zeit, als die Könige noch wegen vermeintlicher Vorzüge des Blutes verehrt wurden. Einige der tüchtigsten Völker Europas gehorchen Herrschern, deren Väter oder Oheime oder Großväter die Gründer der hohen Geschicke ihrer Familien waren. Warum soll Spanien nicht eben so gut seine Emporkömmlings⸗Dynastie haben wie Schweden und Frankreich?“ b Italien. Florenz. Die„Opinione“ meldet, daß Lanza den ihm gewordenen Auftrag, ein neues Cabinet zu bilden, definitiv angenomman und zu diesem Behufe bereits mit mehreren poli⸗ tischen Notabililäten Rücksprache genommen habe. Donaufürstenthümer. Bukarest. Zur Eröffnung der regelmäßigen Kammersession hebt die Thronrede die Wiedecherstellung guter Be ziehungen zu den Mächten und die Beseitigung allen Argwohns hervor. Die Grenzstreitigkeiten seien beigelegt, die Schifffahrt hebe sich, die Er- öffnung eines rumänischen Hafens am schwarzen Meere werde erwartet. „Friedberg. Freiiag Arend branuzen in Ossen⸗ heim die Wirthschastsgebäude des Gräfl. Solms-Rödel— heimschen Hofguts ab. Das weiihin leuchtende Feuer, wel⸗ ches durch den Wind dirckt den nächstliegenden Häusern des Ortes zugetrieben wurde, drohte bedenkliche Dimen- sionen anzunehmen, besenders als in einem Schoppen 24 Oym Blanntwein waren ergriffen worden. Nur der an— strengenden Träligkeit der mit den Spritzen aus den um liegenden Orten herbeigeeilten Löschmannschaften gelang es, die Feuersbrunst auf ihren ursprünglichen Herd zu deschtänken. Insbesondere zeichnete sich die Mannschaf von Fauerbach b. Fr. und Baule rnheim aus, welch' letztece mehrere Stunden lang unausgesetzt trotz furchtbaren Raus und inmitten eines Funkenregens mit der Spritz arbeiteten und ist es ihr wesentlich zu danken, wenn die nächsiliegende Hofraiihe von dem Feger nicht ergriffen wurde. Beson dere Anerkennung veroient auch die bereit— willige und ihatkräftige Hülfe, welche die beim Ausbruch des Brandes auf einer Nachsübung gerade in der Nähe befindliche 2. Compagnie Großh. 1. Jägerbataillons, uner der Führung des Heren Haupim un Oaudistel, mehrere Stunden lang und namentlich zu Anfanz bis zur Ankunft der auswärtigen Spritzen leisteie. e Nauheim. Am Donnerstag den 18. November fand zu Bad⸗Nauheim ein eihebendes Fest statt: das da selbst neu eroaute prächtige Schulhaus wurde an diesem Tage eingeweiht. Morgens um 11 Uhr dewegte sich der Fisizug, bestehend aus einem kleinen Musikcorps an der Spitze der Schuljugend mit ihren betteffenden Lehrern zur Seite den Mugliedern des Orisschulvorstandes, der Kreis schulcommission, des Kreisbauam es und einer Anzahl Bürger und Schulfecunde vom alien Schulhaus an ducch die Haupistraßen der Stadt Am neuen Schulhaus an gekommen stimmie der Gesangverein„Froyst n“ ein Lob⸗ und Danklied an; nach verschiedenen kurzen Ansprachen vor dem Schulhaus von Seiten der Vorseher des Kreie⸗ bauamles, der Xreisschulcommission, der busigen Stadr⸗ gemeinde und des Leiters der neu organssixten Schul, und nach Uebergabe des Schlüssels an den Letzteren öffgete dieser die Pforte des neuen Gebäudes. Hierauf folgte in einem der innecen Schuljäle der eigentliche Weiheact indem Herr Seminardirector Steinberger eine der Sach angemessene, würdige und ergreifende Wetherede hieli. Deu Schluß der Feier budete ein gemeinschafiliches Mabl, das in jeder Beziehung Nichss zu wünschen übrig ließ und die Festtheilneymer in heiterer Sümmung bis zur Abend⸗ funde vereinigte. Gewiß war es eines der schönsten Fiste, das die Siadt Nauheim je gefeiert, und das ihr stels zur Eyre und zum Ruhme gereichen wird. Die bereil⸗ willige Gewährung der Mute zur Hebung des Schul⸗ wesens von Seiten der Stadt Naudeim und der dadurch beurkundele Sinn für eine tüchtige Bildung und Erziehung der Jugend verdient gewiß ösfentlich lobend erwähnt du werden; nicht minder gebührt den Bemühungen der Kreie⸗ schulcommission, welche sich die innere Organisalion der Schule Nauheims sehr angelegen sein li ß, gerechte Aner⸗ kennung. Möge der Eifer der Stadt Naugeim für das Wohl ihrer Schule nicht erkalten, und möge ihr Veippie in der Erbauung zweckmäßiger Schulbäukr und in der Einführung zeugemäßece Organtsanson der Schulen in del Nähe und Ferue Nachabmung fi tiden, und der Segen einer tüchtigen Volks- und Schulbildung immer mehr une mehr erkannt werden.— Noch wollen wir schliaßlich darauf aufmerksam machen, daß auf vielsetligen Wunsch der, Ein⸗ wohner Nauheims die Nede des Herin Dircklor Stein— berger in den nächsten Tagen im Druck erscheinen wird. Frankfurt. In der jünasten pomologischen Sitzung des Wartenbauvereins wurde die schon vor zwei Jahren angeregte Frage über Bepflanzung der Eisenbahn⸗ Böschungen mit nutzbringenden Obst- oder sousigen Bäumen und Suäuchern einer eingehenden Be prechungen unter zo en. Die Wichiigk it solcher Anlagen läßt sich nicht verk unen und konnte dezhalb die Verbandlung über diesen Gegen stand nicht zu Ende geführt werden, was in der Sitzung am 2. Dec. geschehen soll. Es liegt in der Absicht des Vereins, über diese Frage sich mit verschiedenen Direktionen ins Einvernehmen zu setzen. In derselben Sitzung machte die Verwaltung die Mitheilung, daß aus dem Versuchs⸗ garten eiliche Hundert Stück Stämme der edelsten Obst⸗ eigenen Lande finden. Wir leben nicht mehr in Mainz. Die Frau eines Fabrikanten in Gau⸗Alges⸗ heim halle vor einigen Abenden das Unglück, als sie ihre Eliern auf dem Vahnhofe abholen wollte, in ihrem allzu⸗ großen Eifer über die Schienen zu laufen und dabei von der Lokomotive erfaßt und sofort getödtet zu werden. Die Unglückliche war erst scit einigen Wechen verheirathet, Paris. Eine Plivatdepesche aus Belfort meldet, daß man die Leiche des Johann Kinck endlich entdeckt hat, Die Kleider, namentlich die Strümpfe und das Hemd ber Leiche, haben die nämlichen Zeichen, wie die, welche man auch bei Madame Kinck und den Kindern gefunden hal.— Spätere Nachrichten bringen folgende näbere Angaben; Die Leiche des achten Opfers der Mordthat von Panssa ist nun endlich entdeckt worden. Auf Grund neuer von Traupmann gegebenen Andeutungen ist die Leiche Kinck's des Va ers von dem Polizeibeamten Souveret in der Nähe von Wanwiller in Gegenwart des Untersuchungs⸗ richters von Belfort aufgefunden worden. Die Strümpfe und Leibwäsche des Leichnams lassen an der Idensseät keinen Zweifel; derselbe wind der vorschriftsmäßigen Ob⸗ duction unterzogen, aber nicht erst nach Paris besörbert werden; die ärztliche Untersuchung wird namentlch auch darauf gerichtet sein, ob Kinck Vater, wie Traupmann vebauptet, an Gift, welches ibm dieser gereicht häfle, ge⸗ storben ist. Im„Gaulois“ ist auf diese Kunde die alte Sensationsjagd wieder erwacht und das Blatt erzählt; ein Schwarm Raben, der in dem Walde von Herreufluch bei Watwiller sich Fetzen von Menschenfleisch streitig ge⸗ macht hät en, habe zu der Entdeckung des Leichnams ge⸗ süyrt. Natürlich ist daran kein wahres Wort. 0 „* Theaterbrände. Es sind in diesem Jahr⸗ hundert 75 Theater ein Raub der Flammen geworden, also durchschuntlich alle 11 Monate eines, und geiade das heurige Jahr ist das verhängnißvollste, indem binnen sieven Monaten schon sechs Theater abgebrannt sind, nämlich in Köln, New-Orl'ans, Kiew, Hull, Nizza und Dresden. Das an solchen Ungläcksfällen nächstreiche Jaht war 1855, in welchem sieben Theater abgebrannt sind und zwar in Brüssel, Dessau, Nio-⸗Janairo, Reval, Nantes, Bourdeaux und Bourges. In Deuischland fanden eit 22 Jahien folgende Tbeaterbrände stait: In Karls⸗ zuhe und Berlin(1847), Regensbura(1849), Donau⸗ eichingen(1850), Dassu(1855), Kön(1861), Wien (Treumannibeater, 1803) Breslau(1865), Juslerburg (1866), Kaiserslautern(1869), Köln und Dresden(1869). O Zustände in Paraguay. (Schluß aus Nr. 138.) Authentische Nachrichten, dit nachgerade nach Europa gelangten, stellen die Sache in anderem Lichte dar. Lopez ist, obgleich nicht ohne militärische Talente, kein Held; er ist nur ein wahnwitziger Wütherich.„Und was er sinal ist Schrecken,.„ und was er schreibt, ist Biut.“ Das läßt sich buchstäblich auf Lopez anwenden. Der Robespierre von 1792—94 ist gegen ihn ein harmloses Kind. Zwar ließ Robespierre, um die Republi? zu retten, Tausende sogenannter Verdächtigen aufgreifen, in die Gefängnisse und don da auf die Guillotine schleppen; aber inner⸗ halb der Gefängnisse wenigstens waren die Todes · kandidaten vor Miß handlungen sicher; Geißel und Folter waren unbekannt. Anders bei diesem mo⸗ dernsten Staatsretter auf dem„jungfräulichen“ Boden von Südamerika. In dem Maaße, alt die Verbündeten vorrückten, und hie und da Einer zu denken wagte, daß bei diesem wahnsinnigen Kampfe Mann und Maus zu Grunde gehen müsse, wurde ihm Alles der Conspiration mit dem Feinde verdächtig. Zuerst waren es die Fremden, dann die Eingeborenen, zuletzt die Mitglieder seinet. tigenen Familie. Die Verdächtigen aber zu Hunderten, selbst Greise, Weiber und Kinder, abschlachten zu lassen, war bei ihm noch eint mild! Praxis. Die gewöhnliche war die: sie in Ketten schlagen, in enksetzlichen feuchten Kerkerlöchern auf ein wenig verfaultem Stroh oder unter freiem Himmel in der Sonnengluth verschmachten zu lassen, sie auszupeiischen, ihnen Daumenschrauben anzulegen oder andere Foltetqualen anzuwenden. Die ganze mittelalterliche Rüstkammer grauenvollet Folterwerkzeuge, in Europa läagst außer Gebrauch gesetzt, wurde dort mit raffinirtester Bosheit zut Verwendung gebracht. So unglaublich es klingt, so wenig ist nunmehr an der Wahrheit der haar⸗ sträubenden Berichte über das entsetzliche Drama zu zweifeln, dessen Sch zuplatz Paragnay geworden. Damit ist freilich das Räthsel der energischen Kriegführung des Dictators gelös'l, einer Kriege führung, die weit über hunderttausend Menschem durch's Schwert, sowie ducch Hunger und Seuchen (Cholera) dem Tode opferte. Dafür drängt sich aber die andere Frage auf, warum dies Völkchen sorten abzugeben sind. so beroisch im Dulden, nicht sich auftaffte, solch“ „ dates an 2artt dit Teth an; Hape 1 ditsen u fungstä lic. 8 Naußt, ib it und da Eil. 4 bah tfie 1 gehen ni * den Feindt franken, kü gau et 08 t 1 ain Wuthregiment abzuschütteln. Die Antwort auf diese Frage liegt in der Eigenart der Bevöl- erung und in ibrer staatlichen Erziehung. Die Bevölkerung von Paraguay besteht großentheils uus Guarani-Indianern, einem von Haus aus iemlich anstelligen, bis zu einem gewissen Grad sildungsfähigen, dabei äußerst gefügigen Menschen⸗ chlag. Das war ein empfänglicher Boden für zie Erziehungsweise der Jesuiten, die den Staat Paraguay im 17. Jabrbundert gründeten. Die Zesuilen wurden schließlich vertrieben, nicht aber bre Regierungs- und Erziehungsmaximen. Die wurden in der Folge getreulich beibehalten.„Ganz Paraguay war eine Maschine, die der Maschinen⸗ meister arbeiten ließ.“ Dieser Maschinenmeister von außen wurden dabei strengstens abgehalten. Kein Fremder durste ohne Erlaubniß das Land betreten, kein Buch ohne besondere Ermäch'igung vom Ausland bezogen werden. Vollends ein vor“ her nicht controlittes Zeitungsblatt zu lesen, war Hochverrath. Das All' schließt ein gewisses Wohlbefinden der einmal an solch' streng patriarchalisch Regiment Gewöhnten nicht aus, wie denn auch in Para- guay lange verhältnißmäßig erträgliche Zustände berrschten, während in den übrigen südamerikani— schen Staaten Alles drunter und drüber ging. Wohin aber ein solches System, abgesehen von der unwürdigen Rolle, die es einer ganzen Be⸗ völkerung zuweis't, führen kann, wenn die Um- war der Dictator, und sein Wille war das Evan⸗ selium, dessen gläubige Verehrung der Bevölkerung n Fleisch und Blut übergegangen war. Einflusse stände sich darnach anlassen, das zeigt der Wütherich Lopez. von vernünftigen Zuständen noch weit entfernt. Die Südamerikaner sind eben allewege 3270 Essen. Erbaulich und ergötzlich ist solgenbe wabre Geschichte. Am verflossenen Sonntig hat der katholischt Pfarrer in Gelsenkiichen den Kalender des Lahrer Hinkenden“) gebörig abgekanzelt und in der Sonntags⸗ predigt von der Kanzel herab ihn als das verworfenste und schlechteste Buch bezeichnet, vor dessen Ankauf er jeden katholischen Christen, dem sein Seelenbeil lieb, warne, Und was geschah: Der Buchbinder des Ortes, welcher zu⸗ gleich mit Schul- und Gebetbüchern, sowie mit Kalendern aller Art handelte, hatle auch vom Hinkenden 80 Cxem⸗ plare auf Lager— Da wuft' den Hinkenden man sehen, Wie flott der heute konnte gehen— berkaufte an demselben Morgen nach dem Gottesdienste alle 80 Exemplare, so daß er schon Nachmittags neuen Vorrath anschaffen mußte. *) Der Jahrgang 1870, in 800,000 Exemplaren ge⸗ druckt, ist zu haben bei allen Buchhändlern und Buch bindern. Edietalladung. 749 Nach erkanntem formellen Coneurse über das Bermögen des biesten Bürgers und Schlossers Car! Reuker wird Liquidatlonstermin auf Mittwoch am 8. December l. J., Vormittags 9 Ubr, mbetaumt, in welchem von allen Denjenigen, welche lorderungen und sonstige Ansprüche an denselben zu lden haben, solche mit etwaigen Vorzugsrechten bei Meidung fstillschweigend eintretenden Aussch usses von r Masse, dahier anzumeiden und zu begründen find an dem nämlicher Termine soll ein Arrangement ver auch!, auch üder die weitere Behandlung der Soche geschlut gefaßt und sollen die durch gebörig Bevoll nächtigte nicht vertretenen Gläubiger insoweit als den eschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger aitretend angesehen werden. Friedberg am 24. September 1869. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger. Landrichter. Landgerichte Assessor. Edictalla dung 018 Ueber den Nachlaß des verstorbenen Hrtsdieners konrad Denkelmann zu Mänster, hat Großheriog ches Hofgricht der Provinz Oterbessen in Folge dessen ledeischuldung förmlichen Concurs erkannt. ODte An neldung und Spez fication von Ansprüchen jerweder Urt an diese Nachlaß masse mit etwaigen Vorzugsrechten zat in dem auf Frettag den 3. Dezember l. J., Vormittags 9 Uhr, aher beftimmten Termin bei Meidung Ausschlusses von äeser Mosse zu gescheben. Alsdann soll auch wegen e finstiver Bestellung einee Massede: walters wegen Ver⸗ äußerung der Masse, Genebmtgung saltberiger provi⸗ drischer Maßlegeln und zur gütlichen Erledigung dieses oncurses verhandelt und Beschluß gefaßt werden und werden dieserhalb, die nicht oder mit nicht gehöriger Vollmacht ersckeinenden Gläubiger als dem Beschlusse wr 1 Mehrheit derselben betgetreten angesehen werden. Butzbach den 23. October 1869. Großherzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gilmer, Fresentus, Landrichter, Landgerichts ⸗Assessor. In Sachen des Chrtsttan Klein II. von Wohnbach, Klägers, gegen seine Ehefrau dried r e geb. Heeb daselbst, dermalen in Amerika Beklagte Ebescheidung betr. 019 Der abwesenden Ehefrau des Chrtsttan Klein II on Wohnbach, Friederike, geb. deeb, wid biermit er⸗ iffnet, daß ihr Ebemann wegen ihrer döslichen Ent ernung am 21. d. M. eine Klage auf Ehbescheidung erhoben habe und daß sie sich auf dieselbe, deren Ein⸗ licht auf dein Actuariat geffattet ist, binnen drei Monaten non heute an zu erklären babe, gegenfalls der Inhalt er Klage für eingestanden angenommen und unter Uusschluß mit Einreden weiter wie Rechtens erkannt werden wird. Alle weiteren Verfügungen werden nur durch An⸗ chlagen an die Gerichtsthüre publicirt. Pungen den 27. October 1869. Großberzogliches Landgericht Hungen Dreier. N Jau p os ng av Mga duns oe uu e auen ien ee tene eee edu unt uber an pie mu ee unis Ein braver Junge * 25 Drehermesster. Bekanntmachung. 3274 Gestern Abend kurz vor 10 Uhr hat eln Schand— bube von der Chbaussee aus einen Stein mit solcher Gewal! in ein hell erleuchtetes Zimmer des Wohnbaues unster Anstat geworfen, daß detselde nicht nur das Renster durchschlug, sondern das ganze Zimmer durch fliegend an der gegenüberstehenden Wand abprallte. Hätte er einen der im Zimmer arbeitenden Seminaristen getroffen, so hätte er ihn jedenfalls schwer verletzt. Wer uns der erbä mlichen Tropf nennen kann, der zu solchem Unfug fähig war, erbält eine Belohnung von b fl. Friedberg, 27. November 1869. Großherzogliche Seminar-Direction Steinberger. neun 3242 Samstag den 4. Dezember 1869, Vormittags 10 Ubr, soll die Lieferung des Brodbedarfs pro erstes Quartal 1870 für die Schwadronen zu Butzbach auf dem Büreau der Garnison Verwaltung nach den daselbst zur Einsicht offenltegenden Bedingungen auf dem Wege der Summission vergeben werden. Butzbach den 25. November 1309. n Röittmeißser und Schwadronchef. Ausleerung der Kehrichtgrube in dem Garnison— Lazareth Friedberg auf die Jahre 1870 u. 71. 2273 Samstag den 4. Dezember d. J., Vormittags 0 Ubr, soll auf dem Büreau des Garnison⸗Lazareths obige Auslecrung an den Wenigstfordernden durch Sou⸗ mission vergeben werden. Friedberg den 27. November 1869. Groß herzopliche Garnison Lazareth Commission Stock Dr. Steinbäuser. Oeffentliche Aufforderung. 3272 Nachdem Groß berzo zliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Gastwirths Heinrich Karl Henkel von Bad Nauheim den förmlichen Concuis erkannt dat, werden dessen fämmtliche Gläubiger zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, sowie zur Geltendmachung eiwaiger Vorzugsrechte auf Montag den 14. Februar k. J., Morgens 9 Uhr, unter dem Rechtenachtherle des stillschweigend eintreten⸗ den Ausschlusses von der Concursmasse, geladen. In der erwähnten Tagfahrt soll sodann über definitive Bestellung eines Massecurasors, sowie über die Wabl eines Gläubiger⸗Lusschusses und Verfilberung der Con⸗ cutsmasse verbondelt werden, was unter dem Anfügen dekannt gemacht wird, daß bezüglich der weder in Selbst⸗ person erscheinenden, noch durch gehörig devollmächtigte Mandatarten vertretenen Gläub'ger der slillschweigende Beitritt zu den von der Mehrbeit der Etschienenen, auch bezüglich eines etwa zu Stande kommenden Ar- rangemenis gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt werden wird. Bad Nauheim am 24. November 1869. Groß berzogliches Landgericht Nauheim Ulrich, Schnitispahn. Landtrichter. Landgerichts ⸗Ahessor. 9 0 tei 0 Versteigerung. 3278 Die Lieferung des Brennbolzbedarfes von 2) Stecken Buchen Scheitholz erster Classe zur Heizung des Land- gerichtagefängnssses soll Donnerstag den 16. December d. J., Mittage 12 Ubr, im Landgerichtslecal an den Wenigstfordernden vergeben werden und werden Stelglustige bierzu eingeladen. 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Med.: Hermann Schimpff. 3204 bidig bei K. Friedrich neben der Post. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. gehen Bei ehen gefüh überh der Ein! deut hebu mit