51 8 8 e 1869. Donnerstag den 26. August. N 99. ö 8*—— neee eee 9 f** f . 5 1 d 0 I don f — dar hen 5 2 7 6 2 501 en t: Neschug e 1 I 1 digerau Naß e N aulhält die amilichen Erlasse sür den Kreis Friedberg. Sriedberger Antelligenzblalt. Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag und Samfsag. n e urg N 2 tr—* N eee Amtlicher Theil. Kr. 38. sab. 1. Bela N 77 denn Wie den dalleden Aegisrungsblatte sind zu publizireu: 8 38. sub. 1. untmachung, den zwlsche und f i 7 bee fried. Nr. 30. 755 1. Finanzgesetz für die gabre 1869 1870 2 Mie oll⸗ und Handels verein und der Schweiz abgeschlossenen Dandels⸗ und Zollvertrag betreffend. n Friedberg am 23. Auguft 1869. Großherzogliches Kreisamt Friedberg enge. dest Tur a p p. A geschninten wer l f 3 a 5 odaug. reg deg gwährende Quartlerverpflegung einschließlich a berg k mlich: * d us ide uu Be 11 1 Ole Prüfung der einjährig Freiwilligen. Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 24. Juni 9 J. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: ntag den 6. u. Dienstag den 7. September d. J. ungen duard Ruth hir die im Jahr 1852 geborenen Angehörigen schuhe, 2. ich geben der Fe B wie für sammtliche Angehörige eines anderen Staates, welche nach Achuhe 20 der Militär⸗Ersatz⸗Instruction im Großherzogthum gestellungs— 1 llichtig sind. Mittwoch den 8. September d. J. CTecosst u. zr Diejenigen, welche in den Jahren 1849 und 1850 geboren sind, 1 tetreffend: Die Marschverpflegung für die Truppen. J Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach einer Mittheilung Großherzoglicher Provinzial Direction Aral al Serhessen ist Seitens des Königlichen General-Commandos die Geld— vrgütung für die große Victualien-Portion auf 3 Sgr. 8 Pf. fest⸗ essetzt worden und es sollen bei den diesjährigen Diwissonsübungen im Großherzoglichen Gemeinden für die den Preußischen Truppen zu Brod 6 Sgr. ½ Pf., 7 kinn nennt aum a chen des ·. 5 ö es Großherzogthums Die Prüfungen nn t m a ch u n der Zuschuß mit das Brodgeld mit 1* der Löhnungsantheil 1 3 1 per Kopf und Tag ausbezahlt werden. Zahlung leisten lassen. n Friedberg am 24. August 1889. Pf. 6 Sgr. ½ Pf Sie werden sich hiernach T T a pip 8 soweit Ersteren durch besondere Verfügungen gestattet worden ist, sich einer nochmaligen Prüfung im September d. J. zu unterziehen. 3. Donnerstag den 9. September d. J. für Diejenigen, welche im Jahre 1851 geboren sind. beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Capellstraße Nr. 7. Darmstadt den 17. August 1869. Großherzogliche Prüfungs⸗Commissson für einjährig Freiwillige v, Gr dle, te Die Forfiftrafen vom III. Quartale 1869 können an den bestimmten Zahltagen Dienstag und Donnerssag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. ischine, 1 1 September die Mahnung erfolgt. Uhr, bel Herrn Gaflwirth Joutz zu Butzbach. Als besonderen Erbebungstag für den Landgerichtsbezirk Butzbach bestimmen wir Montag den 6. September d. J., Morgens von 8 bis Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeisterelen dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem Groß herzogliches Rentamt Friedberg nend —— Frtedberg den 24. Auguft 1869. 1 Koch 3 Hessen. Darm stadt. Das Großherzog⸗ Vogts lun lle Regierungsblatt Nr. 39 enthält(Schluß): e I. Indirecte Auflagen. 8. 3. Die Tranksteuer und lioscisde bote von Wein und die Tranksteuer von Obst⸗ 0 ut sollen in dem vierten Quartale des Jahres 1869 0 Sturmfell im in den Jahren 1870 und 1871 nach den Bestimmungen 1 en Gesetze erhoben werden.— 7 Besteuerung 7 Branntweins findet nach der bezüglichen, vertrags⸗ rgeselle ig im ganzen Großherzogthum zur Anwendung menden Gesetzgebung des Norbdeutschen Bundes statt.— Tranksteuer von Bier wird bis dahin, wo vertrags— U Scteinermeister ig ebenfalls die Gesetzgebung des Norbdeutschen — des bezüglich der Besteuerung des Biers im ganzen LL flach ze berzogthum in Wirksamkeit tritt, nach den Be— 8 mungen der bestehenden Gesetze erhoben.§. 4. * Lage 1 Einstellung der Chausseegeldererhebung soll auch in tb gegenwärtigen Finanzperiode fortdauern.§. 5. Die dard Nur und Ausgangszösle nebst der Rübenzuckersteuer, so— die Salzstecur sollen auch in dem vierten Quartal Jahres 1869 und in den Jahren 1870 und 1871 ih Maßgabe der bestehenden Zollvereinsbeträge und nach oczüglichen Gesetzgebung des Zollvereins verwaltet erhoben werden.§. 6. Die übrigen in der vorigen zperiode bestandenen indirecten Abgaben, nämlich: junge 0 Winde 53 1 0 k. Stempelabgabe, sowohl in den Provinzen Starkenburg 11 Oberhessen, als wie in der Provinz Rheinhessen, ueiude den Einregistrirungs⸗, Inscriptions⸗, Expeditions⸗ N Transscripiionsgebühren in der letzteren; 2) die en gelen ggteralgelder; 3) die Hundesteuer nebst der Nachtigallen⸗ eng he,) bie Abgabe von Schicßpässen, sowie endlich 5) 11 ponstigen in dem Staatsbudget aufgeführten Staats⸗ i Sclnhmen sollen auch in dem vierten Quartal des Jahres ce Süß und in den Jahren 1870 und 1871 fortbestehen * nach ben gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden, he bermalen für dieselben gelten.—, Die Erhebung Brückengelds und der Ueberfahrtsgebühren bei Malnz, dig, Oppenheim, Gernsheim und Kostheim soll jedoch bem mit Unseren getreuen Ständen vereinbarten t vom 3. August l. J. stattfinden. 4 gupptun * be 0b 0. 1 000 III. S. 7. Sämmtliche Staatsausgaben sollen auf die verschiedenen Verwaltungszweige so verwendet werden, wie die Bedürfnisse derselben von Unseren getreuen Sländen verwilligt worden sind. Die bei der Einnahme im Ganzen entstehenden Ueberschüsse, sowie die bei den einzelnen Ver⸗ waltungszweigen erfolgenden Ersparnisse, sollen dazu dienen, unvorhergesehene Bedürfnisse zu befriedigen. Das Betriebs— kapital der Hauptstaatskasse einschließlich des baaren Re—⸗ servefonds soll auf der Summe von 1,100,000 fl. erhalten werden. II. Diensi nachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. August dem Schullehrer an der fünften evangelischen Schule zu Friedzerg, Bitsch, die erledigte vierte evangelische Schulstelle daselbst und dem Schulamtsaspiranten Schmitz aus Zornheim die erledigte kath. Schulstelle zu Heimersheim zu übertragen;— am 9. Aug. den provisorischen Hofgartenwärter Conrad Weckler zu Bessungen zum Großherzoglichen Hofgartenwärter in der Hofgärtnerei Bessungen II.,— am 10. August den Ex⸗ peditionsgehülfen bei der Güterexpedttion Darmstadt der Main⸗Neckar⸗Eisenbahn, Expeditor Schnittspahn zum Güter Expeditor daselbst— und den provisorischen Expeditions— gehülfen Reinhardt aus Pfungstadt zum Expeditionsgehül⸗ fen bei der Station Darmstadt der Main-⸗Neckar-Eisenbahn zu ernennen. III, Charakterertheilungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 27. Juli den Schlosser⸗ meistern Carl Bernet und Heinrich Bernet zu Darmstadt den Charakter als„Hofschlosser“,— dem Gastwirth Schott zu Friedberg den Charakter als„Hofrestaurateur“— und am 10. August dem Expeditionsgehülfen bei der Main- Neckar⸗Eisenbahn, Steinius, den Charakter als„Expeditor“ zu ertheilen. IV. Dienstentlassung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. August den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Dauernheim Dickel aus dem Schuldienste zu entlassen. V. Versetzung in den Ruhestand. S. K. H. der Groß herzog haben allergnädigst geruht: am 4. August den Schullehrer au der ersten evangellschen Schulstelle zu Eber— stadt Mahr, unter Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienste, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. VI. Concurrenz für: die evangelische Schulstelle zu Dortelweil mit einem Gehalt von 357 fl. 30 kr., wovon ledoch die Heizungskosten zu bestreiten sind. — Die beiden Kammern der hessischen Stände sollen im Laufe des nächsten Monats wieder ein⸗ berufen werden. — Die Großherzogliche Centralbehörde des Vereins zur Unterstützung und Beaufsichtigung der aus den Großherzoglichen Strafanstalten Ent— lassenen hat unterm 12. August ihren fünfzehnten Hauptrechenschaftsbericht für die Jahre 1866 und 1867 ausgegeben. Wir entnehmen daraus Fol— gendes: Die Einnahme für die zwei Jahre zu⸗ sammen beziffert sich auf 8245 fl. 46 ½ ͤkr., die Ausgabe auf 6679 fl. 53 ½ kr., bleibt ein Cassen⸗ vorrath von 1565 fl. 53 kr. Die Zahl der männlichen Sträflinge zu den weiblichen stellt sich wie 3 zu 1. Mehr als die Hälfte der aufge— nommenen Sträflinge stand im Alter von 20 bis 40 Jahren, die jugendlichen Sträflinge(unter 20 Jahren bildeten /. Bis Ende 1867 wurden 952 unter Aufsicht und Pflege des Vereins gestan⸗ dene entlassen, 192 im Jahre 1866, 265 in 1867. Auf Unterstützung der Vereinspfleglinge wurden 1866 und 1867 zusammen 2871 fl. 43 kr. verwendet, lediglich zur Vermittelung eines recht- lichen Erwerbs oder moralischer Besserung. A- beitsunfähig und gestorben sind von den in 1866 und 1867 aufgenommenen 1372 Pfleglingen 75, bleiben 1297, wovon noch 176, die theils ab— wesend, ausgewandert oder rückfällig waren, ab— r gehen, also 1121, die als Handwerker, Fabrik⸗ arbeiter, Taglöhner, Krämer, Makler, Handarbeiter oder beim Militär beschäftigt wurden. Im Ganzen wurden nahezu ¼ gebessert(165), 271 oder ¼ mit gegründeten Hoffnungen entlassen, 67 als un⸗ verbesserlich ausgestvßen(1) und 221(½) ohne Erfolg beaussichtigt. Aus Rheinhessen wird dem„Frft. J.“ geschrieben: Die Bewegung für eine freiere Ver⸗ fassung der evangelischen Landeskirche scheint sobald nicht zu einem allgemein zufriedenstellenden Ab⸗ schluß gelangen zu wollen. Der in Aussicht stehende, von Mitgliedern des Consistoriums bearbeitete Entwurf einer solchen Verfassung befriedigt wenig. Die rheinhessische Geistlichkeit sieht in der landes herrlichen Zusage einer freigewählten Synode mit Recht ein Kleinod, während die vom Consistorium vorbereitete Vorlage weder der Forderung einer zeitgemäßen Reform noch der Mündigkeit und dem Rechte der Individuen Rechnung trägt. Zur Berathung der unter diesen Umständen nöthig gewordenen Schritte wird sich die evangelische Geistlichkeit unserer Provinz nächsten Mittwoch in Alzey versammeln. Preußen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt gegenüber dem Berner„Bund“ und dessen Aeußerungen in der Frankfurter Aus⸗ weisungsfrage: dies sei lediglich eine innere An⸗ gelegenheit und könne daher die freundschaftlichen Beziehungen zur Schweiz, auf welche Preußen hohen Werth lege, in nichts alteriren. — Für die an Waldecks Stelle zu veranstal— tende Neuwahl im ersten Wahlbezirke wird, wie es scheint, von demokratischer Seite die Candidatur Freiligrath's ernstlich in Angriff genommen. — Die„Volksztg.“ bringt bezüglich der Vor⸗ fälle in Moabit folgende ihr zugekommene Notiz: „Bei angestellten Ermittelungen hat sich heraus⸗ gestellt, daß dem Polizeipräsidium von der Errich- tung eines Dominikanerklosters in Moabit bis zu dem Erscheinen des Berichts über die Einweihung desselben überhaupt gar nichts bekannt gewesen, daß dem Dominikaner Orden oder der hiesigen katholischen Gemeinde nur der Bau⸗-Erlaubnißschein zur Errichtung einer Erziehungsanstalt ertheilt worden, und daß hierauf der Anirag auch gerichtet gewesen sei.“ Sonderbar! Die Polizei führt doppelt und dreifach Buch über jeden Fremden, über jedes an- und abziehende Dienstmädchen, als wenn das Wohl der Stadt und des Staates davon abhinge, und ist mit Strafen hinterher, wenn eine Anzeige einen Tag zu spät kommt, aber wenn sich unter ihren Augen ein Dominikaner⸗ oder Franziekaner⸗Kloster etablirt, so weiß sie nichts davon. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, daß der Beschluß des Bundesraths vom 7. Detember v. J., betreffend die eveniuelle Vereinbarung mit den Südstaaten über die wechselseitigen Militärtrans⸗ porte auf Staatseisenbahnen, den Südstaaten mit dem Ersuchen mitgetheilt worden ist, sich über ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen auf dieser Basis auszusprechen. — In einem Artikel über die Frankfurter Ausweisungen führt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ aus, daß die betreffende Maßregel un⸗ möglich als Beleidigung der Schweiz angesehen werden könne, da dieselbe gegen die Umgehung des bestehenden Gesetzes über allgemeine Wehrpflicht gerichtet und keineswegs unmotivirt sei. Köln. Der junge Graf Bismarck, welcher in der vorigen Woche bei dem Pferde⸗Rennen stürzte, hat nur das Schlüsselbein gebrochen und die Rippen beschädigt, so daß seine Herstellung eine nicht zu große Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Das Defizit hat auf die Bewilligung für das Rennen keinen Einfluß gehabt; denn, wie im vorigen Jahre, wurden auch diesmal 4000 Thlr. als Staatspreise für diese„nobele Passton des Adels“ bewilligt. Kassel. Am Nachmittage des 21. d. ist der von Hannover um/ 5 Uhr kommende Schnellzug mit voller Schnelligkeit auf einen am Ende des hiesigen Bahnhofs im selben Geleise stehenden Güterzug gestoßen. Der Locomotivführer und Heizer wurden erheblich verwundet, mehrere Passa⸗ giere erhielten leichte Contusionen. Die drei letzten Wagen des Güterzuges wurden vollständig zer⸗ trümmert. eee, Wiesbaden. Ueber die in unserer Nähe in den bevorstehenben Tagen stattfindenden Manöver berichtet die„Mittelrh. Zgt.“:„Die 21. Division ist in und um Frankfurt versammelt. Am 23. d. beginnen die Divistons⸗Manöver, welche bis zum 30. d. M. währen. Am 1., 2. und 3. September findet im Verein der großh. hessischen Division großes Corps-Manöver statt, welches am 3. Sep⸗ tember in der Nähe von Bockenheim endigt. Der König wird während dieser Corps-Manöver auf Schloß Homburg Hauptquartier haben. Während der Corps Manöver haben sämmtlich Truppen zu bivouakiren.“ Sachsen. Dresden. In den Burgker Bergwerken vermuthet man nur noch etwa fünf Leichen. Daß man die Zahl immer noch nicht bestimmt angeben kann, zeigt leider doch von einer gewissen Nachlässigkeit der Bergwerksbeamten. Neuerdings wird die Zahl aller Verunglückten wieder auf 278 angegeben. Gestern besuchten der König und die Königin die Unglücksstätte und den allgemeinen Begräbnißort. Der Betrag der von allen Seiten eingelaufenen Geldspenden ist vom Centralcomite bereits auf rund 100,000 Thlr. berechnet worden. Für die 213 Hinterbliebenen der am 1. Juli 1867 verschütteten 100 Lugauer Bergleute waren rund 121,000 Thlr. eingegangen. Um den 221 Wittwen und 650 Kindern der jetzt Verunglückten nur annähernd eine ähnliche Unter— stützung, wie jenen, zukommen lassen zu können, fehlt also noch viel. Sobald alle Leichen ermit— telt, herausbefördert und beerdigt sein werden, wollen die Gemeinden des Plauen'schen Grundes am Begräbnißorte eine große kirchliche Feierlichkeit veranstalten. Bayern. Culmbach. In der Diöcesan⸗ Synode stellte Decan Sittig u, A. folgenden Antrag:„daß die Abgeordneten zur General— Synode beauftragt würden, daselbst den Antrag zu stellen, daß von der Generalsynode eine An⸗ sprache an die Glieder der evangelischen Kirche in Bayern erlassen werde, worin die Mißbilligung, wenn nicht Entrüstung über die päpstliche An- maßung, die Protestanten zur Theilnahme an dem beabsichtigten römischen Concil einzuladen und zum Abfall von ihrer Kirche zu ermuntern, gehöriger Ausdruck gegeben werde. Neustadt a. d. H. Der Vereinstag der deutschen Genossenschaften wurde am 23. und 24. d. in unserer Stadt abgehalten und hatten sich dazu 100 Deputirte von Vereinen als stimmführende Mit⸗ glieder des Genossenschaftstages legitimirt. Der Anwalt der deutschen Genossenschaften, Herr Schulze⸗ Delitzsch, war anwesend, auch hatten die russische und die belgische Regierung Commissäre Bezur richterstattung über die statifindenden Verhandlungen gesendet, Frankreich. Paris. Von den französi⸗ schen politischen Flüchtlingen werden eine Anzahl keinen Gebrauch machen von der jüngst erlassenen Amnestie. Henri Rochefort weist dieselbe im „Rappel“ zurück, indem er u. A. sagt: Ei wie? Ei wer? Was will man von mir? Von welchen Verurtheilungen ist die Rede? Von welcher Am⸗ nestie spricht man mir? Bin ich verurtheilt wor- den 2 Das ist wohl möglich. Bin ich begnadigt? Ich weiß nichts davon. Was die Gerichte einer— seits und die Regierung andererseits thun, das geht mich in keiner Weise etwas an und ich bin entschlossen, schlechterdings damit nichts zu thun haben zu wollen. Die einzigen Verurtheilungen und die einzigen Amnestien, welche ich annehmen kann, sind diejenigen, die das Volk austheilt, Das ist das einzige Tribunal und die einzige Macht, vor welcher ich mich gern beuge. Ich werde daher erst an dem Tage nach Frankreich zurückkehren, da es mich durch sein Votum hin⸗ rufen wird. Ich werde nur in Folge des im— perativen Mandats zurückkehren, welches ich nächstens bei den Wählern des ersten Bezirks nachsuchen werde. Von ihm, das ich kenne und liebe, nehme ich gern Alles an; aber es sagt mir nicht zu, der Verpflichtete von Leuten zu sein, welche ich sind. Ferner lehnen die Amnestie ab 2 der bekannte Chef der Communisten, der von bis 1859 fast ohne Unterbrechung im Gefä saß und seit 1865 in Brüssel lebt, sodann Watteau, Arzt in Brüssel; Eugen Baune, C missär der Republik im Jahre 1848 und Mitg Volksvertreter, der ebenfalls seit 1852 in Brüssel lebt; endlich Miot, ehemaliger Volksvertreter, 1852 in Lambessa(Afrika) internirt und nach der Amnestie von 1859 wieder verurtheilt, und noch mehrere weniger bekannte Persönlichkeiten. — Von offiziöser Seite wird entschieden dem Gerücht widersprochen, Minister Latour d' Auvergne habe an den österreichischen Reichskanzler eine Note gerichtet, in welcher de letzte Note des Grafen Beust an Preußen gebilligt würde. Es wird hinzugefügt daß Frankreich dem Austausch diplomatischer Mittheilungen zwischen Wien und Berlin gänzlich unbetheiligt gegenüber stehe. — Wie verlautet, sollen die Wahlen fur die vier Mandate von Paris für den Monat October ausgeschrieben werden. Als Candi⸗ daten nennt man Henri Rochefort, hinter welchem sich nach einer sehr unglaubwürdigen Angabe des„Public“ im letzten Augenblick Victor Hugo als der wirkliche Candidat zu erkennen geben würde, Emanuel Arago, Glais— Bizoin, Labertujo und Felix Pyat. — Der neue französische Kriegs minister, General Leboeuf ist 60 Jahre alt. Er hat die Feldzüge von 1837, 38, 39, 40 und 41 in Algieren, die von 1854 und 1855 im Orient und den von 1859 in Italien mitgemacht. Er ist einer der schönsten Männer der Armee und hat sich in Folge seines mehrfach bewiesenen glänzenden Muthes einer großen Popularität in der Armee zu erfreuen. An seinen Eintritt in das Ministerium soll sich, wie versichert wird, die Abschaffung der großen Armeecorps knüpfen. Diese Erfindung des Kaiserreiches ist nirgends beliebt und würde die Aufhebung der großen Commando's wohl allgemein freudig begrüßt werden. Spauien. Madrid. Da die spanische Regierung erfahren hat, daß man im Auslande glauben zu machen sucht, der Regent begünstige die Candidatur des Herzogs von Montpensier und werde dieselbe den Cortes vorschlagen, weist ste viese Nachricht auf das Formellste als gänzlich unbegründet zurück. Der Regent unterstützt keine einzige Candidatur und will in dieser Frage weder eine offizielle noch eine Privatinitiative ergreifen. Die Frage bleibt den Cortes zu entscheiden übrig, denen es allein zukommt, den Monarchen zu wählen. Aegypten. Alexandria. Die Stim⸗ mung Ismail Pascha's ist seit seiner Rückkehr eine sehr gedrückte geworden und hat namentlich der Empfang, den er an den Höfen Europa's fand, seinen hochstrebenden Gelüsten einen soliden Dämpfer aufgesetzt. An die Stelle herausfordern, den Trotzes ist, seit die Pforte es mit ihrer dro⸗ henden Haltung ernst nahm und keine der Mächte Miene machte, für den Khedive einzutreten, eine bedeutende Nachgiebigkeit und die begründete Sorge um die Aufrechterhaltung der eigenen Herrschaft getreten. B. Aus dem Usathale. Seit einigen Jahren cou sirt täglich zwischen Nauheim und Usingen eine Fahrpost mit Personenbeförderung. Diese lang ersehnte Einrichtunz wurde von den Bewohnern des Usathals und dessen Um⸗ gegend sreudig begrüßt, da denselben dadurch namentlich gegen Abend von derselben wieder nach Haus gelangen zu wurde, daß oft s. g. Beichaisen nöthig waren. Während in der Regel alle Posten, wenn nicht ganz besondere Ver⸗ hältmisse eine gegentheilige Anordnung gebieten, Vormil tags nach und Nachmittags don den Bahnen ihre Route einschlagen, findet seit mehreren Wochen bei unserer Post⸗ verbindung gerade das Gegeatheil Statt, was allgemeines Erstaunen und Bedauern hervorrufen mußte. Obgleich der National⸗Versammlung, derselbe lebt set 1852 als Verbannter in Brüssel; Anselm Roselli, früher Mitglied der National-Versammlung, und 1852 verbannt; Madier de Monkjan, ehemaliger in rauher Jahreszeit Gelegenheit geboten war, schnell und. bequem des Morgens zur nächsten Eisenbahn-Station und können, welche Gelegenheit denn auch so stark benußt unsers Wissens schon Beschwerden über die in dieser Au“ niemals gesehen habe und die mir nichl eee estellt 5 Au ö ordnung liegende Rücksichtslosigkeit gegen die Bewohnek Neige und ungünstig glichen ermäßigu lat. 12 k.. ft tage ein werben, u bet Zola gewähren. letzterer unter den Sttauf kleiner a Kost und 6. worden n Ganzen lich unter Köll ersten siel der Dom lichen Be daß in de nur 2412 v e Anfreng abgefaßt, bestrasun, wechald Enthüllur reden in deponirte. Mehrzahl Reisen, ä 1 Begiun 1 huechschn. 1 deren 50 aussucht. Gesellchn anziehen ungerflügt auf eigene eine kinhef 0 Uhache üben w binnen, 0 dern N Urtrauen se in En 4 Aufl dit kein tagt bcbt! 1 tif. — 8 N e An nassucht. bei der Ober⸗Posldirektion eingelaufen sind, ö 355 diese, nach unserer Ansicht nicht febr erung immer noch fort. Hoffen wir, daß die frühere zweckmäßigere und deßhalb mehr frequentirte Einrichtung recht bald wieder hergestellt werde. Frankfurt. Wenn sich zum ersten Rennen am Samstag nur wenig Publikum eingefunden hatte, so lockte der zweite Renntag Tausende hinaus in den Wald. Kopf un Kopf drängte sich die Menge auf den Tribünen und un dem Waldsaum. Aus den Bädern hatten sich viele Frauzosen und Engländer, Freunde des Sports, eingefun— den und auf der ersten Tribüne hörte man fast eben so viel sanzöfisch als deutsch sprechen, namentlich, da die Damen der„haute volse“ sich auffällig bemühten, entweder englisch oder französisch zu reden. Die Toileiten waren ausgesucht prächtig. An Wetten auf dies oder jenes Pferd fehlte es zicht; es war ein eigenes Bureau etablirt, wo Jeder mit Napoleons- und Friedrichd'ors auf fünf Gulden(letzteres waren der gexingste Einsatz) sein Glück versuchen konnte. Um dem Publikum etwas Neues zu bieten, hatte eine Unzahl junger Leute um die Erlaubniß nachgesucht, in einer der Pausen ein Velocipederennen zu veranstalten, was edoch für diesmal nicht gestattet werden konnte. Das Schluß— dennen am dritten Tage war ebenso lebvaft von Seiten ves Publikums besucht, wie diejenlgen Tags vorher. Die Rennen fielen außerordentlich glänzend aus, namentlich rtweckte hohes Inieresse, daß fast jedesmal eine größere Anzahl Pferde um den Preis concurrirten. Sämmiliche Renuen verlief ohne besondern Unglücksfall. Frankfurt. Der Sommer geht mehr und mehr zur Neige und das demnächst zu erwartende Herraunahen der ungünstigeren Jahreszeit hat die Verwaltung des Zoolo⸗ zischen Gartens veranlaßt, ausnahwsweise eine Preis⸗ rmäßigung für Sonniag den 29. August eintreten zu assen. Es wird an diesem Tage der Eintrittspreis auf 2 kr. für jede Person herabgesetzt sein und am Nachmit⸗ ge ein Concert stattfinden. Die betreffenden Eisenbahnen werden, wie seuher, auch an diesem Tage den Besuchern es Zoologischen Gartens eine Ermäßigung des Fahrpreises zewähren. Die Thiersammlung des Etablissementis hal in etzterer Zein wieder wesentliche Bereicherungen erfahren, Nachdem alle Gauner zurückgekehrt sind, erfolgt erst bie Vertbeilung der Beute. Alles dieses geschleht mit der größten Gewissenhastigkeit. Die Ausflüge der Berliner Gauner sollen in diesem Jahre vorzüglich auf Wiesbaden, Ems und ähnliche deutsche Bäder gerichtet sein, was durch einzelne hierher gelangte Mittheilungen von Berliner Bade⸗ gästen, die schon in unliebsame Berührung mit den Industrierittern gekommen sind, bestätigt wird. Aus Ungarn wird folgende harmlose Schauerge⸗ schichte gemeldet: Die berüchtigte Krakauer Klosteraffaire hat eine förmliche Manie für Klostermysterien hervorge— rufen, so daß in diesem Genre überall die furchtbarsten Gräuel an das Tageslicht gezogen werden. Auch das Franziskanerkloster zu Kerskemet in Ungarn war der Schauplatz einer„erschrecklichen Einsperrung.“ Dieser Tage schrieb Jemand einen Brief an den Bürgermeister, daß im Franziskanerkloster ein Mönch eingemauert sei. Der Bür⸗ germeister war zwar fern, aber der Magistrat versammelte sich sosort, telegraphirte an das Ministerium und erhielt bald die Erlaubniß, eine Untersuchung im Kloster vor- nehmen zu dürfen. Darauf erscheint die stäbtische Depu— lation im Kloster:„Wir wollen den eingemauerten Mönch schen.“ Die Patres scheinen nicht sehr entsetzt; man sucht einen Pater Ubryt, findet ihn aber nicht. Schließlich be⸗ merkt man an abgelegener Stelle eine geschlossene Thüre. Was ist das? Die muß geöffnet werden. Allgemein ist die Ueberzengung, daß hier die Stätte des Entsetzens ist. Die Thüre öffnet sich, und im Halbdunkel sieht man wirk⸗ lich einen Mönch, der aber weder unbekleidet, noch mager, noch traurig, sondern im Gegentheil sehr lustig ist; er war wirklich eingesperrt, aber nur, weil er sich des Morgens betrunken hatte und man ihm im Kühlen Gelegenheit bieten wollte, ungestört seinen Rausch auszuschlafen. Die Commmission entfernte sich befrtedigt! Alexander von Humboldt. (Schluß.) Die Richtung seines Geistes, welche zur geistigen Richtung seines Jahrhunderts geworden ist, trach— tete in allen Stücken nach dem Vergleiche, denn unter denen wir besonders einen prächtigen afrikanischen die Bedeutung des Einzelnen wird erst durch seine Strauß, ein Stachelschwein und eine große einer afrikanischer Vögel hervorheben. Kostheim Nachdem die hiesigen Schulen am 5. und 6. Juli wegen der Masernkrankheiten geschlossen worden waren, sind sie heute wieder eröffnet worden. Im Janzen sind seit dieser Zeit 28 Kinder gestorben, sämmt⸗ ich unter 4 Jahren, kein Schulkind. Köln. Zum Fortbau des Domes wurden in den rsten sieben Monaten 96210 Thlr. verwendet, zum größten er Dombau⸗Lotterie entnommen. Wie sehr die gewöhn⸗ ichen Beiträge abgenommen, erhellt aus der Thatsache, aß in den drei letzten Monaten durch dieselben zusammen ur 2412 Thlr. vereinnahmt wurden. Der Bau schreitet „ rüstig vor, daß nur noch wenig Jahre bei derselben Anstrengung bis zur Vollendung erforderlich sind. Berlin. Einer der gewandtesten hiesigen Taschen⸗ ebe, der Exschneidermeister Jablowsky, wurde am 13. Aug. Übends auf dem Hamburger Bahnhof auf frischer That übgefaßt; der Verhafteie sieht, wegen mehrfacher Vor⸗ zestrafungen, einer vieljährigen Gefängmißütafe entgegen, weshalb er es für aut fand, sein Herz durch interessaute Enthüllungen zu erleichtern, die er auf freundliches Zu— eden in gemessener Resignation bei der Criminalpolizei eponirte. Nach seinen Mittheilungen befindet sich die Nehrzahl der Berliner Industrieritter gegenwärtig auf teisen, und zwar größtentheils in den Bädern. Beim beginn der Saison finden sich kleine Diebsgesellschaften, urchschnittlich vier bis fünf Personen stark, zusammen, eren jede sich ein besonderes Terrain für ihre Thätigkeit In der Regel befindet sich bei einer solchen Hesellschaft auch ein Frauenzimmer, welches durch eine mziehende Persönlichkeit die Unternehmungen der Gauner imterstützt. Obwohl jede dieser Berliner Diebsgesellschaften auf eigene Hand operirt, so fehlt dem Ganzen keineswegs ene einheitliche Orgauisauon. Größere Geldsummen und Werihsachen, welche im Falle einer Entdeckung zu Ver— mihern werden oder der Polizei in die Hände fallen nuten, werden gleich nach ihrer Ennvendung aus den Lädern nach Berlin geschickt, wo eine, Allen gemeinsame Lertrauensperson, die zu diesem Zwecke hier zurückbleibt. se in Empfang nimmt und förmlich Buch darüber führt, weisen. Sendung Stellung im Ganzen erkannt. So prüfte er die Erzeugungswerthe Mexicos im Gegensatze zu den anderen spanischen Colonieen und den englischen Besitzungen in Indien. Ex ermittelte die Gefammt— leistung der Erde an gewissen Gütern, um der örtlichen Erzeugung ihren bestimmten Rang anzu⸗ Er zuerst zeigte den tiefen Unterschied zwischen dem Ackerbau der gemäßigten und der heißen Zone. Aus den Akten der Bergbauämter und der Münzstätten der neuen Welt wagte er zuerst urkundlich die Menge edler Metalle zu er⸗ mitteln, die seit det Entdeckung aus Amerika nach der alten Welt sich ergossen haben und er zuerst beobachtete mit Sicherheit die merkwürdige Strö— mung der edlen Metalle von West nach Ost. Es läßt sich daher behaupten, daß Humboldt es ge— wesen sei, der die Staatswirthschaft zur mathe— malischen Begründung der Verkehrsgesetze ange- halten habe. Von nicht geringerer Wichtigkeit war Humboldt's zweite große Reise, die er im Jahre 1829 in Gesellschaft von Ehrenberg und G. Rose nach Central-Asien unternahm. Durch die eigenen Beobachtungen, sowie vermöge der durch sie an— geregten Studien chinesischer geographischer Quellen gelangte Humboldt zu neuen und wichtigen Auf— schlüssen über den Bau und die Gliederung dieses ungeheuren Continents. Die tepographischen und geologischen Erörterungen hierüber bilden den ersten Theil seines berühmten Werkes über Central— Asien.— Die mühselige Anhäufung von Messungs— ergebnissen führt uns doch nur zu einem Bild des senkrechten Baues unserer Erdvesten, welches so starr und leblos ist, wie das Antlitz der rauhen Mondoberfläche. Aber tiefe und sinnreiche Be⸗— ziehungen für den Entwicklungsgang unseres Ge⸗ chlechtes liegen in dem senkrechten und wagrechten Bau der Erde versteckt. Es ist die Abhängigkeit der örtlichen Klimate von der gegebenen Gliederung und Stellung der Festlande, welche Humboldt im zweiten Abschnitte seiner Arbeit zu ergründen ver— sucht. Ein Leser, der sich über Centralasien zu unterrichten wünscht, sieht sich hier von dem Ver⸗ fasser verrathen, der ihn fortzieht zur Betrachtung des ganzen Erdkörpers, welche allein zur Erkennt⸗ niß höherer Gesetze führen kann. Hier bricht die Sonne des Humboldt'schen Genius in aller Klar heit hervor. Selbst ein Erdenraum wie Central— Asien wird ihm nur eine Oertlichkeit, die ihn nicht fesseln darf, sondern von der er sich losringt, um zur Anschauung des Ganzen zu gelangen. Im Jahre 1826 siedelte Alex, v. Humboldt dauernd nach Berlin über und hielt daselbst vom 3. November 1827 bis 26. April 1828 seine berühmten 61 Vorträge in der Singakademie, deren Inhalt später im Kosmos sorgfältig aus⸗ gearbeitet wurde. Dieses Werk gibt in einer noch unerreichten Art der Compilation den Stand des Wissens von der Erde und den Himmelsräumen, wie er war zur Zeit jener Vorträge, ja noch zur Zeit des Erscheinens vom ersten Bande(1845). Bei der Ausarbeitung des dritten und folgender Bände, welche den speziellen Ergebnissen auf dem Gebiete der kosmischen und tellurischen Erscheinun⸗ gen gewidmet find, überholte den Autor das Alter mit seiner Weitschweifigkeit und der sinkenden Fähig⸗ keit, neue Forschungen zu verarbeiten.— Man ist in unseren Tagen geneigt, den Werth des Kosmos zu unterschätzen, weil die Wissenschast sich mittlerweile zu höheren Wahrheiten erhoben hat, aber das Verdienst jener großartigen Arbeit kann nur gerecht beurtheilt werden nach der Zeit, in welcher sie erschien. Strahlend von Jugendfrische und geschmückt mit allen Zierden Humboldt'schen Geistes sind die „Ansichten der Natur“, ein Buch, das jeder Ge— bildete gelesen haben sollte. In ihnen entwarf er mit einem für Nachahmer gefährlichen und nicht ganz tadellosen Styl, aber mit malerischer Kraft und zündenden Worten, erregt durch den Wechsel der Gemüthsstimmung, jene unvergleichlichen Schil⸗ derungen der Orinocofälle, der nächtlichen Stimmen im Urwalde und vor Allem der Steppen und Wüsten. Diese künstlerischen und wissenschaftlichen Gemälde der starren und lebendigen Natur frem⸗ der Räume hat die meisten seiner Nachfolger zur Nachahmung gereizt, aber noch immer ist das Muster und der Meister unerreichbar geblieben. Neben den bahnbrechenden Gedanken und Arbeiten, welche sich an die Betrachtung des Erd balls als eines kosmischen Individuums anknüpf⸗ ten, erscheinen die übrigen Arbeiten Humboldt's über spezielle Gegenstände der Geognosie, Physik, Chemie u. s. w. weniger bedeutend, und wir können uns hier umsomehr der Nothwendigkeit entheben, davon zu sprechen, als es in dieser Skizze nur galt, diejenigen Verdienste Humboldt's hervorzuheben, die seinen Namen für alle Zeiten unsterblich machen. Markt- Anzeige. 2371 Freitag den 27. d. M. wird der zweite diesjährige Schweinemarkt dahier abgehalten, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Rodheim am 21. August 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim Jacobi. * Material-Lieferung. 2369 Montag den 6. September d. J., Nachmittags 2 Uhr, soll dahier der Bedarf an nachstehenden, zum triebe der Braunkoblengruben Weckesheim, Dorn⸗Assenheim und Wölfersbeim pro 1870 erforder⸗ then Materialien, als: „Schachtpfähle, Rüböl, Groß- und Kleineisen, Nägel, Drahlstifle, Putzwolle und Steinkohlen“ auf dem Submissionswege an den Wenigstfordernden vergeben werden. Die Offerten müssen längstens bis zum angeführten Termine versiegelt, frankirt und mit der Aufschrlft: „neferung von betreffend“ versehen, bet der unterzeichneten Stelle abgegeben sein, bei nelcher auch die Lleferungobedingungen jederzeit eingesehen werden können. Grube Weckesheim den 23. August 1869. Fürftliche Berg- Verwaltung Kr ö ber. Oeffentliche Aufforderung. 2370 Heinrich Görg II. Eheleute von Nieder⸗ Florstadt haben zur Abwendung des förmlichen Con⸗ cursprocesses um Zusammenberufung ibrer Gläubiger Behufs Abschlusses eines Nachlaß- oder Stundungs⸗ vertrags gebeten. In dem Termine Freitag den 17. September l. J., Morgens präeceis 9 Ubr, sind desbalb die Forderungen an die schuldnerischen Ehe⸗ leute um so gewisser anzumelden und etwaige Vorzugs rechte geltend zu machen, als sonst von den ausblelben⸗ den oder picht gebörig vertretenen Gläubigern unterstellt wird, sie stimmten den von der Mehrheit der erschienenen Gläubiger in obiger Beziehung gefaßt werdenden Be⸗ schlüssen bei. Friedberg am 20. August 1869. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann, 4 Lanorichter. Landgerichte⸗Assessor. 1 8 be K. Friedrid Glacé-andschule, rep ——————————— —U U— Bei Bindernagel& Schiwpff in Friedberg und Nauheim ist vorräthig: Manöver⸗Karte für 1869. Preis: 36 kr. Panorama vom Feldberg. Preis: 24 kr. Limburger Käse, 2373 das Pfund 8 Kreuzer, bei N 5 119 Friedberg. A. Stahl Wittwe. Schwalheimer Yrunnen. 2376 Zur Feier des Kirchweihfestes zu Schwalheim findet Sonntag den 29. und Montag den 30. August gut besetzte Tanzmusik bei mir statt. Für gute Speisen und reine Weine habe bestens gesorgt. Samstag den 28. August sind frische Obst- und andere Kuchen ꝛc. zu haben. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein George Bailly. Bei günstiger Witterung Abende Illumination des Gartens. Laute Bitte! 2377 Eine Anzahl Kurgäste erlauben sich hiermit öffentlich die Bitte auszusprechen, die Concerte bei der vorgerückten Jahreszeit des Abends nicht mehr im Freien, sondern im Saale abhalten lassen zu wollen, indem es nichts weniger als erbaulich ist, die Wahl zu haben, sic) entweder den Gefahren einer Erkältung Preis zu geben, oder auf die angenehmste Unterhaltung, welche Nauheim bietet, zu verzichten. Man wird es gewiß billig und recht finden, daß man vor Allem den Wünschen desjenigen Theiles der Anwesenden Rechnung zu tragen hat, welcher Nauheim zu seiner Erholung einzig als„Heilbad“ besucht. Die Fournirfabrik von L. Nodaug 2337 empfiehlt sich im Schneiden von Stammholz, Fourniren und Anfertigen aller Arten Kisten zu möglichst billigen Preisen. Auch werden nach Möglichkeit Lieferungen aller Arten von geschnittenen Hölzern in jeder Dimension übernommen und schnellstens ausgeführt. Wichtig für Vierbrauereibesitzer! Nur was ächt ist, bewährt sich. 2142 Jedes schaal, sauer und trübe gewordene Lager-, sowie auch neue Schenkbiere, welche ursprünglich hell waren, werden unter Garantie durch mein unschädliches Mittel wieder glanzhell, fein moussirend und schmackhaft hergestellt. Die Unschädlichkeit, sowie der aus⸗ gezeichnete Erfolg dieses Präparats beweist eine Masse besitzender Zeugnisse von den größten Brauereien Deutschlands, Schweiz, Frankreich c., analysirt und begutachtet von geprüften berühmten Chemikern. Prämiirt im Jahre 1868 mit der großen Bronee⸗Medaille von der Kunst und wissenschaftlichen Provinzial⸗Ausstellung Pleschen. Bei Bestellung bitte um genaue Angabe der Zahl der Fässer und des Maas Inhaltes jedes einzelnen Fasses. Versendungen nehme der Kürze wegen nach; Briefe bitte zu frankiren. Nähere Auskunft ertheilt Aug. Sigerist, Mengen, Wartemberg. NB. Die Bestellbriefe bitte ich mit meiner Adresse versehen der Expedition dieses Blattes zu übergeben, von wo aus mir dieselben zugeschickt werden. Portland Cement, Teuusperent Bigge Ein Lehrling ent b 2375 kann in einm frequenten Manufactur Waaren⸗ geschäft placirt werden. Adressen bellebe man an dle— Expedition d. Bl. zu richten. 1 Zu verkaufen 4 2378 eine Schnellwaage, über 200 Pfunt saus wiegend. ein großer kupfeiner Fleischlesse, mebrere kupferne Wasch.- kessel bet Mändle Garde. 6 Hessen Versteigerung auf den Ahbruch. 2372 Die nachsiebend näher bezeichneten Getäulich⸗ 1 keiten bin ich willens aus freier Pand zu verkaufen: In 1) Wohnhaus 40,5“ lang, 23,5 breit, 1. Stockwerk odere 10,0 II. desgleichen, Dachwerk 13,0“ Höhe. pülen. De 2) l Haus 29,5“ breit 24,0 lang. 0 Hentindera 3) Scheuer 38,5“ lang, 21,4 breit, 18,0“ Stockhöhe, 17% b 13,7“ Oachböͤbe. Lau e 4) Schweinstall 79,0, lang, 13,7 breit; die Schwein. pril he flälle haben ein Länge von 56,0“ und der Schuppen r betreffe 13,0, dit Stockhöhe an den Ställen ift 9,8“ und Flamziele der Kntestock 5.8“. un ni Bönssad! den 23. August 1869. 4 115 1 Heimburg. 22 022. W 8 sönig die d 4 aß der G. Unterleibs⸗ 1 und d Bruchleidende,, 2178 selbst solche mit ganz alten Brüchen, finden in Fülersemef weitaus den meisten Fällen vollständige Heilung m neu durch die Bruchsalbe von Gottlieb Sturzen⸗ Ehranstalt egger in Herisau, Schweiz. Gebrauchs⸗ ich blos zi anweisung nebst Zeugnissen gratis. Zu beziehen lei in Töpfen zu 3 fl. sowohl durch den Erfinder ale 19 selbst als durch Herrn J. A. Lindt, Apotheker, Un, Die Schnurgasse 58 in Frankfurt a. M. iin durch —— er ünfigste 2349 liegen in der Kirchenkasse zu Ober⸗-Rosbach sahlch o gegen genügende Sicherbeit zu 5% zum Ausleihen bereit. en Techn Werner, Kirchenrechner. Aachens Frucht preise. hscastli⸗ Per Malter. Eulsaulkeit Friedberg, 25. August. Waizen 12 fl.— kühe, wele gorn 8 fl. 20 kr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 6 fl.— kr. sßigen S Frankfurt, 23. August. Waizen 12 fl. 36 kr. 13 Korn 9 fl. 24 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 30 kr. 1 bita Grünberg, 21. August. Waizen 11 fl. 20 kr. lobe, Korn 8 fl.— kr.; Gerste 6 fl. 47 kr.; Hafer 5 fl.— kr. In zur 2 2 Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl. Sri — kr.; Saamen 18 fl. 20 kr.; Kartoffeln— fl.— kr.. Mainz, 20. August. Waizen 12 fl. 36 kr.; Korn lr Kön 8 fl. 22 kr.; Gerste 7 fl. 56 kr.; Hafer 5 fl. 46 kr. ade heue 9 8 1 Sturmfels. 1 10 fl. 12 tr.; Roggenstroh per 100 Gebund fange gesei 2328 bester Qualität, bei n Ein Zapfjun e n geraume Friedberg. A. Stahl Wittwe, f Verantw. Red.: Hermann Schimpff, ten Land; Matertal⸗ u. Farbwaarenhandlung. 2366 wird gesucht von Ph. Windecker. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. unn um Mitgetheilt von ö I Oest. 250 fl. b. R. 1839 200 P. S. Lindheimer Söhne in Frankfurt a. M. C O Urs. 8„ 250%„ 1854—— i— D„ 100 Pr. L. 1858 157 P. 25. August 1869. Cours der Staatspapiere. 8„ 500, v. 1860% 82% G. Oesterreich 50% Met. 1859 1. Lst. 67½ G. Gr. Hessen 4% Obligat. 92 Pp. 1 100 Pr. v. 1804 120% F. 5 50% Nat.-Anl. 1854 50¾ 6. 8 3½% Obligation. 87¼ P. S e e. 2 50% steuerfreie Oblg. 52% G6. Nassau 4½% Obl. b. Rth. 928 P. 5 7* Bad. 4 0075 79 Preussen 4 ½'% Obligat. b. Rth. 93 ½ G. 2 4% do do 85 ½ P. 9 4 i eee ee 1 4⁰ do. do.—— Kurhessen 40% Obl. b. R. à 105 85½½ P. 2 Er len k. 75 Beem 50/0 Opllgstion. 101 P. Frankfurt 3½% Obligat. 80¾ P. 2[. 1 f. Lip., 17%. 5 4½% ½ ähr. b. ktn. 94 FP. 5 30% 72 b. 5„„%„„ i 5 2 de 88 p. Russland 0% Obl. I. L. à fl. 1284/ G. Reer Würtemb. 4½0% Obl. b. Rth. 92/8 P. Finnland 4½0% Pfdbr. I. R. 105—— 4 Pistolen fl. 9 49—51 5 40% do do 86 P. Schweden 4½0% O. 1. R. à 105 85 6. 2 5 Doppelte„ 9 50—52 Baden 4½0% Odligat. 93½ 6. 9 4½0% Pfb. 1. R. à 050— 2 Preuss. Frleded'or„ 9 58½—59½ 2 lat, 185¼ 1 N.-Amer. 60% St. 1. E. 1882 88/ G. Holl. fl. 10 Stücke„ 9 54—56 Voll einbezahlte Eisenbahn- Actien und Prioritäten. 2 hand-Dneaten,„ 1 e 20 Francs- Stücke„ 9 32½—33½ 4½% Bayr. Ostbahn 128½ 6. 30% Liv. C. D.& P/2. fr. à 28 kr. 33% G. 2 Engl. Sovereigns.„ 11 56— fl. 12. 4½0% Pfandbr. d. Frkf. Hyp.-B. 94½ F. 5% Tose. Centr.-Eisenb.-Pr. 54 G. 2 Russ. Imperiales„ 9 50—52 30% Oesterr. St-Elsenb.-Prior. 58/ G. 5% Elisabethbahn-Prior. 6% 76½ G. 2 Gold pr. Zoll- Ef.% ö 60, Oest. Süd. St. u. Lomb. E. B. 100 ½ 6. 50% do. neueste Emiss.% 75 G. I Achh.Sib. pr. Z. Pf.—— öh 30% Oest. Süd. St. u. Lomb. E. B. 50½ P. 4½0% Hess. Lud wigsb.-Prior. 95½ G. 0 8 Preuss. Kassensch.„ 1 44%% 45 ½ ab Wiener Wechsel- Cours 96½ G. Für An- und Verkauf aller Werthpapiere empfehlen sich bestens unter Zusicherung reeller Bedienung und ertheilen gerne jede gewünsche S. Lindheimer Söhne ip Frankfurt a. M. Zeil 29. Auskunft über Verloosungen, Coupons- Zahlungen u. 8s. W. Dollars in Gold„ 228—29 e