* untern twaffzz 0 1 0 de chen denfalls 1869. Donnerstag den 25. Februar. 23. Oberhessischer Anzeiger. Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. ö Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samsiag. — — Für den Monat März kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. ö 7 Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Lan Amtlicher Theil. dgestütsbeschäler auf die Landgestütsstationen. Friedberg den 21. Februar 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Lassen Sie alsbald in Ihren Bürgermeistereien bekannt machen, daß die Landgestütsbeschaler für die Landgestütsstationen Düdels⸗ heim, Berstadt, Nieder⸗Woͤllstadt und Grünberg von Darmstadt uach diesen Stationen abgegangen sind. Trapp. Lager und Verkaufshalle landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthe zu Friedberg. Um den Landwirthen Gelegenheit zu geben, die Leistungen im landwerthschaftlichen Maschinenwesen kennen anzustellen und an einem Orte ihren ganzen können,— und andrerseits auch den Fabrikanten und einschlagenden Handwerkern den Vortheil eines erleichterten Absatzes und der Con— currenz gegen gleiche Arbeiten Anderer zu biet schaftliche Bezüksverein Friedberg au hiesigem Maschinen-Ausstellung und Verkaufshalle gegründet, in welcher alle Maschinen und Geräthe Aufnahme finden konnen, welche für die Landwirthschaft von Bedeutung sind. Die landwirthschaftiiche Maschinenwerkst zu lernen, Vergleiche Bedarf befriedigen zu[und können dieselben werden. en, hat der landwirth⸗ Orte eine permanente Prüfung einzuladen. ätte von Weckfodt und Sohn zu Niedereschbach hat bereits einige von ihren, in verschiedener Größe angefertigten Häcksel- Maschinen und Schrotmühlen aufgestellt im Ausstellungslocale in der Burg nach vor— heriger Anmeldung bei Herrn Dr. Henkelmann besichtigt und geprüft Andere Fabriken haben ebenfalls Lieferungen zugesagt und wir werden nach deren Eintreffen nicht verlehlen, die Herrn Land⸗ wirthe“ davon in Kenntniß zu setzen und sie zur Besichtigung und Friedberg den 22. Februar 1869. Der Director des landw. Bezirksverein des Kteises Friedberg Ter a pp. Weise, Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 4 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, die Tele⸗ graphen⸗ Ordnung für bie Correspondenz auf den Linien des Telegraphen⸗Vereins betreffend. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Ethebung der»inkommensteuer in den ersten sechs Monaten des Jahres 1869 betreffend. Die Gesammtsumme der Einkommensteuer für die ersten sechs Monate d. J. beläuft sich auf 241,904 fl. 27 kr. Die Erhebung erfolgt in monatlichen Raten, jedoch in der daß auf Grund des Art. 2 des Gesetzes vom 16. Dezbr. v. J. wegen Verzögerung der Ausstellung der Hebregister das bis jetzt außer Erhebung gebliebene Ziel für den Monat Januar dieses Jahrs nunmehr im Monat Februar nacherhoben, mithin gleichzeitig mit dem Februar⸗ ziel eingebracht wird. III. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial⸗ Direktion Oberhessen, die Ausbringung der Mittel zur Bestreitung der Bebürfnisse der Landjudenschaft der Pro⸗ vinz Oberhessen für 1869 betreffend. IV. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäß⸗ heit des Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regicrungsslatn bekannt zu machender Straferkenniisse der Gerichte der Provinz Starkenburg. V. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. S. K. H. der Großherzog haben allerguädigst geruht: um 28. Dec. 1868 dem Geheimen Justizrath Dr. C. Le⸗ vila in Paris die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen nachstehend verzeichneter Dekorationen: des ihm von Sr. Maj. den Kaiser von Oesterreich vec⸗ liehenen Ordens der eisernen Krone dritter Klasse, von weiland Sr. Maj. dem Kaiser Maximilian von Mexiko verliehenen Commandeurkreuzes des Ordens Notre Dame de Guadeloupe,— von Sr. Maj. dem König von Preußen verlichenen rothen Abler-Ordeus 4. Klasse,— von Sr. Maj. dem Kaiser det Franzosen verliehenen Ruterkreuzes der Ehrenlegion,— von Sr. Maj. dem König von Bayern verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Verdienst⸗ Ordens vom heiligen Michael,— von Sr. Maj. dem König von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes des Friedtichs⸗Ordens,— von S. K. H. dem Großherzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Zaͤhringer Löwen Ordens— und von Sr. Hoh. dem Herzog von Braunschweig verliehenen Ritterkreuzes des Ordens Hein⸗ richs des Löwen,— sowie am 7. Januar 1869 dem Territorial⸗Commissär bei der Festung Mainz, Provinzial⸗ Direktor der Provinz Rheinhessen und Bevollmächtigter bei der Mheinschifffahrts⸗Central Commission Geheimenrath Schmitt in Mainz die nachgesuchte Erlaubniß zur An⸗ nahme und zum Tragen des ihm von Sr. Majeslät dem König von Bayern verliehenen Großcomthurkreuzes des Königlich Vayerischen Verdienst-Ordens vom heil. Michael zu ertheilen.(Schluß folgt.) Darmstadt, 22. Febr. In heutiger Sitzung traten die Abg. Schulz und v. Biegeleben ein. Ver- schiedene neue Anträge werden eingereicht. Die Kammer tritt hierauf in Berathung über die all gemeine Einkommensteuer. Art. 1 unterwirft alle Inländer derselben; die Mehrheit des Ausschusses blantragt auch die Actiengesellschaften und juri— stische Personen, mit Ausnahme des Fiskus, der Gemeinden und milden Stiftungen beizuziehen. Gegen diesen Zusatz spricht zunächst Hunsinger, der von dieser Bestimmung eine Masse Reclama— tionen befürchtet, ohne daß dem Staat ein erheb- licher materieller Nutzen erwachse. Dumont spricht sich für Annahme des Zusatzes, als dem Prinzip des Gesetzes durchaus entsprechend, aus. Geh. Rath v. Biegeleben hält die Beiziehung der betr. Gesellschaften für unbillig. Edinger spricht heute für Zuziehung der Actiengesellschaften, da sich seither Unzuträglichkeiten ergeben. Ba m— berger erklärt sich für die Regierungsvorlage. Volhard vertheidigt die Herbeiziehung von Aktiengesellschaften als der Gerechtigkeit entsprechend, in gleicher Weise spricht sich auch Kraft aus. Georg ist für den Antrag der Mehrheit, der ihm sogar nicht weit genug geht, während Röder den beantragten Zusatz als dem Prinzip des Gesetzes zuwiderlaufend bekämpft. Für den An- trag der Mehrheit spricht noch Dumont. Nach- dem noch der Finanzminister den Entwurf ver— theidigt, ergreift Wernher das Schlußwort. Derselbe ist heute ebenfalls für Besteuerung der Aktiengesellschaften. Das Amendement der Ma- jorität des Ausschusses wird bei der Abstimmung mit 33 gegen 14 Stimmen angenommen und ebenso der Antrag Edinger's die Freiheit der Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften, welche auf Gegenseitigteit beruhen mit 20 gegen 19 Stimmen. Zweite Kammer. neuer wählten — Die außerordentlich niedrigen Vergütungs- sätze, welche in Folge der Militärconvention nach dem betr. nord eutschen Bundesreglement an die Quartierträger bezahlt werden, haben schon viel— fach zu Beschwerden geführt, da die Vergütungen so gering sind, daß die Quartierträger und die betreffenden Orte in sehr großen Nachtheil kommen. Mit Rücksicht hierauf haben die Abgg. Edinger, Goldmann und Heß den Antrag gestellt,„die Regierung zu ersuchen, für Verabreichung des Naturalquartiers an großh. Militär die bis vor Kurzem üblichen hessischen Vergütungssäge aus⸗ zahlen und auch für die Vergangenheit die Differenz zwischen den preußischen und hessischen Sätzen nachzahlen zu lassen.“ — Dem„Fr. J.“ wird von hier gemeldet: Bestem Vernehmen nach beabsichtigt die großh. Regierung, die Militärstrafanstalt zu Babenhausen, eine ziemlich kostspielige und(seitdem durch die Militärconvention ein Mitbenutzungsrecht an allen preußischen Militäranstalten, also auch an den der Bestrafung militärischer Verbrecher gewidmeten Instituten, stipulirt wurde) auch überflüssige An⸗ stalt, demnächst aufzuheben. Das ansehnliche Gebäude, welches den fraglichen Zwecken zur Zeit noch dient, ein ehemals hanau⸗lichtenbergisches Schloß, soll als Kaserne für die Mannschaften von drei Schwadronen Reiterei hergerichtet werden, während die nöthigen Stallungen allerdings neu erbaut werden müßten, für welchen Zweck einige Opfer zu ᷣdringen übrigens auch die Gemeinde Babenhausen geneigt ist, zumal dadurch die seit Einführung der preußischen Quartiervergütungs— sätze doppelt drückende Einquartierungslast den Bürgern abgenommen werden würde. Mainz. Der volkswirtbschaftliche Congreß wird in diesem Jahre seine Sitzungen hier vom 1. bis 5. Sept. abhalten und hat unser Gemeinde⸗ rath der ständigen Deputation desselben zu diesem Zwecke die schönen Säle des ehemaligen kurfürst⸗ lichen Schlosses zur Verfügung gestellt. Die acht Positionen der Tagesordnung sind folgenden Re- ferenten zugetheilt: 1) Die Prineipien für Auf⸗ nahme von Staatsanlehen, Referent Professor Emminghaus. 2) Zölle. Einfuhrzölle: auf Twiste, Referent Prince- Smith; auf Soda, Dr. Rentsch. Aussuhrzoll auf Lumpen, Dr. Faucher. 3) Armengesetze und Armenpflege, Professor Dr. V. Böhmert. 4) Das Aketiengesellschaftsrecht, Syndicus Dr. A. Mayer in Breslau. 5) Werth⸗ oder Gewichtszölle?, Dr. Dorn(Wien). 6) Haft- barkeit der Industrieunternehmer für in ihrem Betrieb entstandene Personenbeschädigungen ꝛe. (Eisenbahnen ꝛc.), Dr. Braun(Wiesbaden). 7) Haftpflicht der Transportunternehmer als Frachtführer, Dr. Dorn. 8) Die volkswirth⸗ schaftliche Seite des ehelichen Güterrechts in Deutschland, v. Behr. Worms. Das Großh. Ministerium hat in der Sache des Bürgermeisters Brück gegen die Wormser kath. Geistlichkeit, welche dem Bürger— meister, der nach dem Gesetze ständiges weltliches Mitglied der beiden kathol. Kirchenvorstände ist, wegen seiner beim Lutherseste gehaltenen Rede die Ausübung seiner Rechte entziehen wollte, ent— schieden und den Recurs der Geistlichen gegen die Verfügung dis großh. Kreisamtes, welches die Ansprüche jener Herren als unberechtigt zurück— gewiesen hatte, gleichfalls verworfen. Der Buürger— meister hat demnach vollständige Genugthuung erhalten und verdient auch die Anerkennung, die ihm für sein zentschiedenes Festhalten an seinem Rechte gezollt wird. Preußen. Berlin. Der deutsche Pro⸗ testantentag wird diesmal in Berlin zusammen— treten, aber nicht Pfingsten, sondern erst im Herbst — Bezüglich der von dem Grafen Bismarck im Abgeordnetenhaus aufgestellten Behauptung, daß der Kurfürst von Hessen sich die Ertheilung der Concession zum Bau der Hanauer Eisenbahn mit der„unentgeltlichen“ Ueberlieferung von 200 Actien dieser Bahn à 250 fl. habe bezahlen lassen, erklärt dessen Cabinetsrath Schimmelpfeng, daß der Kurfürst sich bei der Sanctionirung der frag— lichen Bahn⸗Concession nur die Betheiligung an dem Unternehmen mit einem Actiencapital von 50,000 fl. vorbehalten habe, daß diese Betheiligung indessen niemals wirklich stattgefunden und am Allerwenigsten jemals„weder unmittelbar, noch mittelbar das Ansinnen einer unentgeltlichen Ueberlassung von Actien an die Conkcessionäre gestellt worden sei. Schließlich appellirt die Er— klärung an die öffentliche Meinung bezüglich des „von solcher Stelle unternommenen Versuchs“, die kurfürstliche Ehre anzulasten. — Das Handelsministerium hat die Ueber- nahme der Zinsgarantie für die Mehrkosten, welche die Fortsetzung der Bahn von Gelnhausen über Orb nach Gemünden gegen die andere projektirte Linie Gelnhausen-Partenstein verursachen würde, abgeschlagen und zwar aus dem allgemeinen Grunde, daß man neuerdings das Prinzip auf— gestellt habe, für neue Bahnen durchaus keine Zinsgarantien mehr zu übernehmen. Die Ober— hessische Eisenbahngesellschaft wird nun die, Linie Gelnhausen⸗Partenstein möglichst bald in Angriff nehmen. a — Der„St.⸗Anz.“ publizirt die beiden Ge⸗ setze, betreffend die Beschlagnahme des Vermögens des ehemaligen Kurfürsten von Hessen und eine Abänderung der Beschlagnahmeverordnung vom 2. März 1868, sowie eine Bekanntmachung des Staatsministeriums, betr. die von den Häusern des Landtags ertheilte Genehmigung zu der Ver⸗ ordnung vom 2. März 1868, betr. die Beschlag⸗ nahme des Vermögens des Königs Georg. Die Gesetze sind von sämmtlichen Mitgliedern des Staatsministeriums unterzeichnet. — Am 22. d. Nachmittags 4 Uhr fand unter dem Vorsitze des Königs ein Cabinetsrath statt. Die„Kreuzzeitung“ glaubt, daß darin über die Frankfurter Angelegenheit und namentlich darüber berathen wurde, ob der Stadt 2 oder 3 Millionen Gulden zu überweisen seien. Eine Entscheidung ist auch am 23. noch nicht bekannt gewesen. — Die Frankfurter Deputation hatte am 23. d. Nachmittags Audienz bei dem König.— Nach dem am 22. im Bundesrath vorgelegten Bundeswahlgesetz sollen aktive Militärs nicht mehr wählen. — Laut einer Verfügung des königl. Kriegs- ministeriums sollen im Falle einer Mobilmachung des Heeres für jedes Armeecorps 400 Privatwagen zur Benutzung für Militärzwecke gemiethet werden. Aus Nassau. Mit beiläufig 7000 Thlr. aus der ihm anvertrauten Kasse in der Tasche hatte sich unlängst ein Postexpeditor aus Rams⸗ bach über London nach Amerika auf den Weg gemacht. Schneller aber, als ihn das Schiff über vas Wasser, trug durch das Wasser unter ihm das Felegraphentau die Nachricht seines Ver⸗ brechens, und bei der Landung in Portland harrten seiner bereits die Männer des Gesetzes. Er wird nun mit dem Dampfer„Donau“ nach Europa zurückgebracht werden, und mit ihm was das Beste, der größte Theil der veruntreuten Summe. Biedenkopf. Die Verbindung der Ruhr— Sieg- mit der Main- Weserbahn ist zu Elberfeld [(in der Generalversammlung der Bergisch-Märki⸗ schen Eisenbahngesellschaft) einstimmig beschlossen worden. Frankfurt. Die diesjährige Ostermesse beginnt für den Großhandel wie für den Klein— handel am Mittwoch den 17. März und endigt mit Dienstag den 6. April. Das Auspacken der Waaren darf schon am Montag den 15. März und Dienstag den 16 März geschehen. Für Leder beginnt die Messe am Mittwoch den 24. März. Sachsen. Leipzig. Wie die„D. A. Z.“ aus Leipzig berichtet, hat ein dortiger Bürger, welcher seinen Namen nicht genannt haben will, der Stadt ein Kapital von 20,000 Thlr. zum Bau von Arbeiterwohnungen geschenkt. Bayern. München. In der Abgeord— netenkammer wurde das Schulgesetz mit 114 gegen 26 Stimmen angenommen und nur facultative Theilnahme der Geistlichen an der Ortsschulcom— mission beschlossen. Baden. Karlsruhe. Im„ZBadischer Beobachter“ wird die gemeldete Ernennung des Capitel⸗Vicars Kübel zum apostolischen Delegaten und die Kündigung des landesherrlichen Patronats über gewisse katholische Kirchenstellen in Abrede gestellt. An beiden sei kein wahtes Wort. So hat es Anfangs auch bezüglich der Sinuesänderung der Capitelsmehrheit geheißen. Warten wir's also ab. Mannheim. Die erste Nummer des hier neu erscheinenden humoristischen Blattes„Der Wecker“ wurde mit Beschlag belegt und dessen Redakteur und Herausgeber in Untersuchungshaft genommen. Freiburg. Das Anzeigeblatt für die Erz⸗ diöcese Freiburg bringt einen Hirtenbrief des Herrn Bisthumsverwesers Dr. Kübel gegen die landesherrliche Verordnung vom 28. Januar, die weltliche Feier der Sonn- und Festtage betreffend. Derselbe erklärt, daß diese Verordnung an dem seitherigen Sachverhalt weiter nichts ändere, als daß der kirchlichen Feier an den dort angegebenen Tagen der polizeiliche Schutz entzogen sei; nach, wie vor sei es Pflicht der Katholiken, die von der Kirche als Feiertage bezeichneten Tage als solche anzuerkennen und zu halten. Doch solle vorkommenden Falls, wo die Vornahme einer Arbeit als nothwendig erscheine, der Dispens nicht vorenthalten, überhaupt die kirchliche Disciplin so mild wie möglich gehandhabt werden. Oesterreich. Wien. In Budgetausschuß kam der interessante Umstand zur Besprechung, daß der verfassungsfeindliche Bischof von Linz in der Schmerling'schen Aera statt der fixen Besol⸗ dung von 16,000 fl. die zwei Staatsgüter Garsten und Gleint zugewiesen erhielt, welche jährlich gegen 35,000 fl. abwerfen. Die oberösterreichi⸗ schen Abgeordneten Groß und Wickhof bemerkten dazu, daß in den letzten Jahren die zu jenen Gütern gehörenden Wälder in unverantwortlicher Weise ausgebeutet worden stien, um den Ertrag noch mehr zu steigern. Der Cultusminister er⸗ theilte auf Befragen die Antwort, es seien bereits die nöthigen Einleitungen getroffen, um die Ein⸗ künfte des Linzer Bischofs wieder auf den ur— sprünglichen Status zu setzen. Der Budgetaus⸗ schuß beschloß, daß auch alle andern Staatsgüter, welche kirchlichen Würdenträgern ohne die Zu⸗ stimmung der Reichsvertretung verliehen worden seien, künftig ins Budget eingestellt werden müssen. — Das Abgeordnetenhaus genehmigte den deutsch⸗österreichischen Telegraphenvertrag. 2 2 2 88— Wie man der Wiener„Presse“ von hier telegraphirt, hat der Oberstaatsanwalt ein Circular erlassen, in welchem er die Unterbehörden auf eine in Böhmen zu verbreitende, in Berlin gedruckte Broschüre, betitelt:„Keinen Groschen Steuern mehr, nicht Worte, sondern Thaten,“ Prag. aufmerksam macht. Einzelne Exemplare wurden bereits confiscirt. Die Broschüre fordert zur Steuerverweigerung auf. Pest. Die vorläufige Entscheidung in dem Prozesse gegen Karageorgiewitsch lautet: Der Gerichtshof erkennt das vorhandene Material als rechtlich genügend, um die in Voruntersuchung ge⸗— wesenen Beklagten Karagcorgiewitsch, Trifkowitsch und Stankowitsch wegen des Verbrechens der Theilnahme an der Ermordung des Fürsten von Serbien in Anklagezustand zu versetzen. Sämmk⸗ liche Angeklagten meldeten Berufung an. Schweiz. Solothurn. Bei der Volks⸗ abstimmung siegten die Anhänger einer theilweisen Verfassungsrevision, die Regierungspartei, mit circa 9000 Stimmen gegen 6000 Stimmen der Ultra- montanen und Anhänger einer gänzlichen Reviston. Frankreich. Paris. Auf der Pariser Gürtelbahn hat sich ein schrecklicher Unfall ereignet. Ein Güter- und Personenzug stießen am 19. d. Morgens 10 Uhr in dem Tunnel, der unter dem Ostkirchhofe hinläuft, zusammen. Durch das Versehen eines neuangestellten Weichenstellers braus⸗ ten beide Züge, mit voller Dampfkraft auf dasselbe Geleise geschoben, gegeneinander, ohne daß es möglich gewesen wäre, den Zusammenstoß zu ver— hindern. Die Verwirrung inmitten der völligsten Dunkelheit war schrecklich, bis endlich Rettungs⸗ mannschaften herbeieilten, die bei Fackelschein die Ordnung wiederherstellten und Hülfe brachten Etwa 40 Verwundete wurden auf Tragbahren gelegt und in die nahen Hospitäler transportirt. Mehrere von ihnen waren in fürchterlicher Weise verstümmelt. Heizer und Zugführer des Personen⸗ zuges sind im wahren Sinne des Wortes zermalmt, während die des Güterzuges mit schweren Ver⸗ wundungen davonkamen. Acht Waggons, durch den Zusammenstoß zertrümmert, füllten den Tunnel aus. Mehrere große Weinfässer waren eingestoßen und der Wein bedeckte in schauderhaftem Gemisch mit dem Blute der Verwundeten den Boden, von welchen Letzteren noch im Laufe desselben Tages fünf starben. — Die„France“ und das„Pays“ haben wieder einen neuen Beschwerdepunkt gegen Preußen gefunden; sie finden es nämlich empörend, daß bei einem Bankett alter Militärs in Berlin das Uhland'sche Lied:„Vorwärts“! gesungen worden sei. Das„Pays“ nennt dieses Gedicht grotesk und entrüstet sich namentlich darüber, daß der Dichter auch an Elsaß, Lothringen und Burgund seinen Ruf gerichtet habe; es antwortet dem schwäbischen Sänger in höchst unpoetischer Weise, daß man die Deutschen, wenn sie an diese Pro⸗ vinzen rühren wollten, mit dem Kehrbesen heim⸗ jagen werde. 5 — Eine Depesche aus Toulon vom 17. d. meldet, daß zwischen dem Dampfer„Prince Pierre“, der von Bastia kam, und dem Schiffe„Latouche“ im Golfe von Jouan im Mittelmeere ein Zu⸗ sammenstoß stattfand, wobei 13 Personen um's Leben kamen und der„Latouche“ Schaden erlitt, so daß er umkehren und der Dampfer„Renard“ nach Nizza fahren mußte, um Fuad Pascha's Leiche akzuholen. — Dem„Gaulois“ ist ein Telegramm aus Lissabon zugegangen des Inhalts, daß Don Fernando bei einem Bankette erklärt hat, er nehme den spanischen Thron nicht an, da dieß ein für Spanien wie für Portugal gleich unnützes Opfer sei. Belgien. Brüssel. Die„Independance“ spricht von einem friedlichen Schreiben, welches Bismarck unterm 3. d. an Napolebn gerichtet haben soll. Es heiße darin:„Lassen Sie uns den Handel begünstigen und den Continent gegen die Ueberschwemmung mit englisch-amerikanischen Pro⸗ dukten sicher stellen“. Großbritannien. London. Die eng⸗ lischen Actionäre der Luxemburger Bahn verlangen b un Regler beltch c vil ute glche. liche u gen 00 1 Huth fir d wenig offen wehr dag 10 b 15 22. d. fillt und so fonfl peil 6 im dem el daß e irgend Span gufso cl lefang kung selbe n. zu beat Ti Hafen f nel wor Unterth. G1 Gesand sie könn zösiche würden, vifanisd Gierung Lichsig t Parist kteigget. 2 1 10. l. iu vir⸗ delligden Nellungs⸗ schein dit brachten agbahren portal. er Weist personen · malt, bn Vr. „ durch Tunnel geftoßen reich den, von 1 Tagts beabkn Preußen 15, daß lin det worden t greteil daß del bergan net den Vat, It Pro⸗ 15 deim den Ankauf dieser Bahn von Seiten der belgischen Regierung, indem sie sich sonst zu Schuldklagen berechtigt halten. ö 1e Spanien. Die republikanische Partei gibt wieder ein Lebenszeichen von sich, indem sie eine Ansprache an das spanische Volk erlassen hat, in welcher sie die Idee der Republik, sowie die sitt⸗ liche und materielle Macht der Partei betont, gegen das Verfahren der Regierung Einspruch thut und ihre Gesinnungsgenossen aufruft, den Muth nicht sinken zu lassen. — Die jüngsten Nachrichten aus Cuba lassen für die Besiegung der Insurrektion nur noch wenig Hoffnung. Die radicale Presse spricht offen ihre Ansicht dahin aus, daß die Insel nicht mehr zu retten sei. Die offiziösen Blätter bieten dagegen alle Rhetorik auf, die sinkenden Hoffnun— gen der Bevölkerung zu beleben. Madrid. In der Sitzung der Cortes vom 22. d. erklärte Rivero dieselben als definitiv con- stituirt. Serrano appellirt an die Versöhnlichkeit und fordert die Deputirten auf, die Arbeiten der constituirenden Cortes rasch zu Ende zu führen, weil Gefahren drohen könnten.(Groher Beifall.) Prim erklärt sich mit Serrano einverstanden, in— dem er gleichzeitig gegen das Gerücht protestirt, daß er die abgesetzte Dynastie restauriren oder irgend einen andern Fürsten zum Beherrscher Spaniens machen wolle, indem er die Deputirten auffordert, auf dem durch die Revolution ein— geschlagenen Wege muthig fortzuschreiten. Castellar bekämpft den Vorschlag, der provisorischen Regie⸗ rung den Dank der Cortes zu votiren und die— selbe mit der Bildung eines neuen Ministeriums zu beauftragen. Türkei Konstantinopel. Alle türkischen Häfen sind für die griechische Flagge wieder geöff⸗ net worden. Die Maßregeln gegen die griechischen Unterthanen sind aufgehoben. Griechenland. Athen. Der französische Gesandte erklärte den candiotischen Flüchtlingen, ie könnten mit einem Erlaubnißschein der fran⸗ jösischen Consuln, welche die Ueberfahrt bezahlen würden, nach Candia zurückkebren.— Der ame- tikanische Gesandte eröffnete der griechischen Re⸗ zierung, die Vereinigten Staaten wünschten auf⸗ ichtig die Erhaltung des Friedens zwischen Griechenland und der Türkei und er sei beauftragt, zu diesem Zwecke den beiden Parteien seien offi⸗ ziellen Dienste zu leihen, ohne jedoch die Ver— einigten Staaten zu compromittiren. Amerika. Washington. Der Senats- ausschuß für auswärtige Angelegenheiten berichtete in ablehnender Weise über den Vortrag wegen der Alabama-Angelegenheit, aber günstig über den Vertrag wegen San Juan.— Das zweite atlantische Kabel hat seine Arbeit wieder auf— genommen. Frankfurt. Die Landwirthe der näheren und ferneren Umgebung von Frankfurt haben die Errichtung von Zuckerfabriken in hiesiger Gegend erneut in Angriff genommen und wird dieser Gegenstand auf der am 1. Mälz vier im Hotel Drexel stattfindenden Monatsver⸗ sammlung des landwirthschaftlichen Clubs zur Behandlung und Beschlußfassung gelangen. Gleichzeitig werden die Landwirihe sich mit der Frage ber Einführung des Ver kaufs von Schlachtviey nach lebendem Gewichte beschäftigen und Mittheilung über die bevorstehende Brenusteuer-Resorm erhalten. Offenbach. Wie sehr der Wucher von Seiten einer gewissen Sorte von Geldleuten und Blutsaugern in einer bedenklichen Weise zunimmt und namentlich die arbeitende Klasse einer Fabrikstadt wie unser Offenbach bebroht, das möge durch einige Beispiele hier bewiesen werden: Ein verarmter Bäcker hat von einem solchen Spekulanten hier zweihundert Gulden gegen Pfänder geliehen und muß ihm für jeden Gulden 6 kr. per Woche und außerdem 6 Laib⸗Brode Tribut entrichten.— Eine arme Frau lieh hinter dem Rücken ihres Mannes 1 Thaler und zahlt schon mehrere Wochen 9 kr. Zinsen.— Arbeiter, welche Kleiderstoffe auf Credit nehmen und ratenweise abzahlen, be⸗ kommen häufig das Doppelte ja Dreifache des reellen Werthes der Waaren berechnet.— Eine arme Wöchnerin mußte Vett⸗ stoffe kim Werth zu 9 bis 10 kr. per Elle) zu 33 kr per Elle annehmen.— Wir könnten derartige haarsträubende Prellereien noch zu Hunderten anführen.— Wechselmak⸗ ler discontiten bedrängten kleinen Geschäftsleuten ihre Wechsel oft mit 30—40 Procent, machen ohne jedes Risico ein brillantes Geschäft und finden schamlose Ab— nehmer genug 3 Darmstadt. Der Rechenschaftsbericht des hiesigen Vorschußvereins documentürt wiederum die segensreiche Entwickelung dieses Vereins, der am Schluß des Jahres 241 Mitglieder mit 15,451 fl. eingezahlter Stamman⸗ theile zählte. Vorschüsse wurden 489 im Gesammibetrag von 106,240 fl. gegeben und ein Reingewinn von 926 fl. erzielt, der die Vertheilung von 4 pCt. Dividende und Dotation des Reservefonds mit 232 fl. gestattet. 5 In Cleeberg(Amt Usingen) lebt eine israelitische Wiliwe, Lea Julius, welche erwiesener Maßen über 100 Jahre alt ist. Ihr Mann und ihre Kinder sind längst verstorben und ihre Enkel und Urenkel sind in alle Welt zerstreut. So lebt sie nun in bitterer Armuth, aber nichts vermag die Heiterkeit ihres Wesens zu stören. Der Fürst von Braunfels übersandte ihr neulich ein Geschenk. Men⸗ scheufreunde, welche diesem schönen Beispiel folgen wollen, belieben ihre Gaben an Herrn Pfarrer Weigand zu Clee— berg einzusenden. Aus Niverpool wird gemeldet, daß die dort gegen⸗ wärtig weuende Mander'sche Menagerie vor einigen Tagen der Schauplatz einer Entsetzen erregenden Scene war. Als ber Thierbändiger Maccomo während der Vorstellung in einen Löwenkäsig trat, warf ihn unmittelbar darauf ein großmächtiger mähnenloser Löwe von hinten nieder und bearbeitete ihn mit seinen fürchterlichen Tatzen. Ein schrecklicher Kampf enlspann sich; mit einem Faustschlag gelang es schließlich Maccomo, den Löwen von sich heruntetzuwerfen. Er war im Begriff aufzuspringen, als ein zwetter Löwe auf ihn losging. Ein Schlag mit dem schwer mit Blei geladenen Petischenstiel brachte den neuen Angreifer sehr bald zur Raison, und einige Hiebe desselben Instruments auf den Kopf des ersten Löwen machten diesen besinnungslos. Trotz seines zerfleischten Rückens setzte der unerschrockene Thierbändiger die Vorstellung ruhig fort. Verloosungen. Freiburger 15 Fr.⸗Loose. Serien⸗Ziehung am 15. Februar. Serie 319 507 627 652 1472 1585 1789 2213 2301 2337 2469 2498 3563 3964 4024 4415 4585 4663 4794 5212 5304 5823 35838 5964 6449 6646 6752 6765 7177 7318 7370 7812 7844 7955. ür die nothleidenden Juden in Westrußland ist bei E. Ehrmann hier eingegangen: Von J. Haas in Bönstadt 1 fl. 45 kr.— Von Joseph Löwendhal daselbst 1 fl. 45 kr.— Von Feist Löwenthal daselbst 1 fl.— Von Levi Hofmann daselbst 1 fl.— Von A. W. 30 kr. — Aus der Sparkasse von J. H. E. 30 kr. Bei der Expedition: Von G. A. Velte 30 kr.— Von Landrichter Reitz 1 fl.— Ungenannt 1 fl.— Von R. 1 fl.— Von E. Th. K. 1 fl. Dank den edlen Gebern, fernere Beiträge nehmen ent⸗ gegen die Expedition dieses Blattes und das Comits. ür die hülfsbedürstige Lamilie des verunglückten Friedrich Jung von Wisselsheim e gingen ferner bei uns ein: Von Dr. F. S. 1 fl.— Von G. A. Velte 30 kr.— Von Landrichter Reitz 1 fl — Von Schreinermeister Feiling 36 kr.— Von Gebr. Grödel 1 fl. 45 kr.— Von C. Th. K. 1 fl.— Von den Bediensteten des Postamts 4 fl.— Durch E. Ehrmann: Von E& Comp. 1 fl.— Von J. Haas in Bönstadt 18 kr.— Von A. W. 30 kr. Mit herzlichem Dank für die empfangenen Gaben sind wir zur Entgegennahme weiterer Beiträge gerne bereit. Die Expedition. Jaselochs⸗Versteigerung. 74 Mutwoch den 3. März d. J., Morgens 10 Uhr, oll ein der Gemeinde Weckes heim geböriger Fasel⸗ ichs öffentlich meistb tetend versteigert werden. Weckegbhelm am 22. Februar 1869. Großherzogliche Bücgermeisterel Weckesheim Bienne Holz ⸗Versteigerung. 62 Im Oemeindewald der Gemeinde Södel kommt olgendes Holz zur Verffeigerung: Donnerstag den 4. und Freitag den 5. März d. J., desmal Vormittags 9 Ubr anfangend: 28 Eichen Bau⸗, Werk⸗ und Nutzbolzstämme von 15— 30“ Duüurchmesser und von 20—707 Länge, im Ganzen 4000 Eubiksuß haltend, 19 Eichen⸗Staͤmme mit 405 Cubikfuß, 1 Buchen⸗Stämme mit 500 Cubiksuß, 430 Nadelhelz⸗Stämme mit 7500 Cubikfuß, 36 Eichen⸗ODeichseln, 30 Buchen Langwteden. 5 „(Das Eichen ⸗ Bauholz wird am ersten Tage Vor⸗ mittags versteigert) Samsftag den 6. März, Vormittags 9 Uhr: 110 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 20„ Eichen Scheitholz, 75„ Nadcl-⸗Scheitholz, „ Buchen⸗Prügelholz, 2⁵„Eichen Prügelholz, 50„ Nadel⸗Prügelbolz, 60„ Buchen⸗Stockholz, 16„ Eichen⸗Stockholz, 30„ Nadel⸗Stockholz. 100 Wellen Buchen Ressholz, 1000 Eichen Retoholz, 2000 Nadel-Retsholz. S del am 23. Februar 1869. eee eee Södel 2 e 0* 45 Pfropfreiser z von elrca 50 Sof ten des besien Tafel- und Ulrthschaft⸗Obsies in Aepfeln und Birnen, find hier vrfäuflich. Echzell im ßebruar. v. Darnier'sche Gärtnerei K. Sepboldt. Carl Koch's Siegeloblatenfabrik 8 Frankfurt a. M. 584 sucht Agenten für den Verkauf ihrer Fabrikate: Ein- und zweifarbige geprägte Siegeloblaten. g Von den meisten Ministerien, Ober-Post'- Direktionen, Zollamtern und Gerichten ist mein Fabrikat Neu est e Ex adoptirt. fin dungen: Briescouverts mit sarbig geprägten Stempeln, genähte Musterduten und Etiquetter, aus vegetabili⸗ schem Pergament, zum Versandt von Kaffee, Getreide und Mehlpreben. Geschüͤtzt gegen Feuchtigkeit. Hohe Provision. Reichhaltigste Mustercollektionen gratis und franco. Vortheilhafte Artikel far Export-Häuser, Commissionäre, Provisionsreisende ic. Holz⸗Versteigerung. 571 Montag den 1. Merz l. 3., Vormittags 10 Ubr, sollen in dem an der Landftraße gelegenen Gräff ichen Oeconomiehof zu Ulpbe versteigert werden: 1) 20 Fichten ⸗Stämme ven 5½—6½“ Durchm., 30- 40“ lang= 186 Cubikfuß. 2) 1517 Fichtenstangen von 1½— 5“ Durchmesser, 25-35“ lang= 2064 Cubikfuß, Das Ho'z eignet sich zu Balken, Sparren, Hopsen⸗ stangen und Latsen ꝛc. ic. Utphe den 22. Februar 1869. Die Gräfliche Forss⸗Verwaltung Henkel. 3 2 5 l Eine Nähmaschine, 558 noch in sehr gutem Zustande, iß billig zu ver— taufen bri G. A. Velte. Lehrlings-Gesuch. 490 Ein mit den nölbigen Vorkenntnissen versebener junger Mann kann sofort bel mir in die Lehre treten Ph. Fendt, Hungen, Colonsal und Eisenwagren⸗Geschäft. Mehl-⸗Offerte. 580 Durch directe Bezüge aus Ungarn und Dapern bin ich in der Lage, alle Sorten Mehl in bester Qualitt und zu sehr billigen Preisen, sowte unter guͤrstigen Be⸗ dingungen verkaufen zu können und balte ich mein Lager destens empfohlen. 5 Friedder g. 5 Lb Strauß. Eine Grube Bung 568 hat zu verkaufen K. Ehrhardt, Casinodiener. Frucht preise. Per Malter. Friedberg, 24. Februar. Waizen 11 fl. 30 tr., Korn 8 fl. 40 kr.; Gerste 8 fl.— kr. 3 Hafer 6 fl.— kr. Frankfurt, 22. Februar. Waizen 11 fl. 45 kr.; Kor 9 fl. 40 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 10 kr. Grünberg, 20. Februar. Waizen 11 fl. 26 kr.; Korn 0 fl.— kr.; Gerste 7 fl. 44 kr.; Hafer 5 fl. 40 kr.; Molter 8 fl.— kr.; Erbsen 10 fl. 5 k.; Wicken— fl. — kr.; Saameu 15 fl. 35 kr.; Kartosselr 2 fl. 2 kr. Mainz, 19. Februar. Waizen 11 fl. 51 tr.; Koen 9 fl. 20 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 5 fl. 45 kr.; Kartosseln 1 fl. 48 tr.; Roggenstroh per 100 Gebund 24 fl.— kr. Wir machen das Publiku m wiederholt darauf aufmerksam, daß ohne Ausnahme nur solche Inserate in der nächsterscheinenden Nummer des Anzeigers Aufnahme finden können, welche Montags, Mittwochs und Freitags bis längstens der Expedition abgegeben worden sind. 10 Uhr Vormittags bei Bei späterer Annahme der Inserate ist die rechtzeitige Versendung der Blätter durch die Post nicht möglich. Concert zum Besten der Familie Jung in Wisselsheim im Saale des Hotel Trapp, Montag den 1. März. Mehrere bedeutende Kräfte von Frankfurt haben ihre Mitwirkung zugesagt. preis der Einzelkarte 30 kr.; Preis der Familienkarte 1 fl. Näheres durch die Programme und eine in Circulation sich befindende Liste. Aufruf. 586 Außer den vielen ehrenwerthen Männern, welche sich gleich von vornenherein entschieden und laut für die Candidatur des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen ausgesprochen und für solche thätig gewirkt haben, zählt unsere Stadt noch eine große Anzahl gleich ehrenwerther Männer, welche, wenn auch Gegner der Candidatur Herrn Oppenheim's und Anhänger der Candidatur des Herrn Buff, aus verschiedenen Gründen sich doch für letztere durch Wort und That noch nicht offen erklärt haben. An diese ergeht hiermit die Mahnung, mit ihrer Ansicht ebenfalls nicht länger hinter dem Berge halten, sondern mann: haft in die Agitation für Herrn Buff eintreten, jedenfalls aber für ihn am Tage der Wahl ihre Stimmen abgeben zu wollen. Trotz aller Deklamationen hat die Parthei Oppenheim keineswegs die Oberhand und die Freunde Herrn Buffs haben von einem Terrorismus dieser Parthei, wie er schon bier und da in Aussicht gestellt wurde, auch nicht das Mindeste zu befürchten. Die„Stadt Friedberg“ ist noch lange nicht die„Stadt Oppenheim“, für welche sie die Oppenheimer ausgeben wollen. 581 Allen, die sich für die Wahl des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen zum Abgeordneten in den Reichstag interessiren, diene hiermit zur Nachricht, daß sie sich wegen etwa nöthiger Aufklärungen, Stimmzettel ꝛc. an Herrn Hofgerichts Advokaten L. Seyd zu Friedberg wenden können. Friedberg den 23. Februar 1869. b b Das Comite für die Wahl des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm Buff zu Gießen. Wähler in Stadt und Land! 590 Nach dem Verschen „Deß Brod ich eß, deß Lied ich sing“ laufen viele von den Anhängern des Herrn Buff herum um Euch bei der bevorstehenden Reichstags- wahl für dessen Wahl zu gewinnen. Diese Herren, die eher das Glück haben werden dereinst mit einem Orden bedacht zu werden als die Gegner, die Euch als schlichte Bürger den Herrn Dr. Oppenheim empfehlen, sprechen jetzt so süß, zart und berablassend und warum??— nach der Wahl können Sie Euch ja wieder über die Achseln ansehen. Darum müßt Ihr nun wissen was Ihr zu ihun habt! Ein Sieg des Volkes ist es wenn Dr. Oppenheim gewählt wird und ein Sieg der Regierung— des Rückschritts, wenn Buff aus der Wahlurne hervorgeht. Das ist offene und ehrliche Wahrheit. Beherzigenswerth für Ortsvorstände! 589 In Friedberg und Butzbach haben sämmtliche Gemeinderäthe als echte, freie und unabhängige Männer bei der bevorstehenden Reichstagswahl sich für die Candidatur des Herrn Dr. Oppenheim ausgesprochen und sich dadurch des Vertrauens, das ihre Wähler s. Z. in sie gesetzt, würdig gezeigt. An Euch Ihr Ortsvorstände in den übrigen Orten des Wahl⸗ kreises ist es, da Ihr auch durch das Vertrauen Eurer Wähler in diese Stelle berufen wurdet, daß Ihr dies Vertrauen rechtfertigt und vereint mit Euren Wählern zur Wahlurne eilt und Eure Stimmen einem Mann aus dem Volke— dem Dr. Oppenheim gebet.— Die Bürgermeister mögen, wenn sie glauben, sie seien in ihrer Stellung gefährdet, sich jeder Agitation enthalten, keinesfalls sollen sie aber gegen die, die sie zunächst doch durch die Wahl als Gemeinderath in ihre Stellung berufen, dieses Vertrauens sich unwürdig zeigen.— 8 Empfehlung. 519 Einem geehrten Publikum mache ich hiermit die ergetene Anzeige, daß ich an blesigem Platze ein Frucht⸗ und Mehl- Geschäft eröffnet habe. Bad Nauheim. Louis Löb. Zwei Chaisen, 547 zum Ein- und Zweispänntigfahren, die eine sehr gut erbalten, sowie dret Omnibue steben billig zu ver— kaufen bei A. Joutz, dessischer Hof. Wahl- ersammlungen. Wirth Engel in Ober⸗ Rosbach. An demselben Tage, Abends 7½ Uhr, bei Wirth Schweitzer in Ober⸗Mörlen. Sonntag den 28. d., Nachmitags 3 Uhr, bei Wirth Wagner in Nieder⸗Mockstadt. An demselben Tage, Abends 6 Uhr, bei Dauer n⸗ heim in Nieder⸗Florstadt. Derr Abgeordneter Metz und andert angesehene Männer der nationalen Partei werden zugegen sein. Stimmzettel 569 für Herrn Dr. H. B. Oppenheim sind in der Kuhl'schen Buchdruckerei in Butzdach, bei Herrn Buchbändler Scriba in Friedberg, bei Herrn J. Birkenholz in Vilbel und bei Herrn P. Haber⸗ mann in Büdingen vorräthig und bitten wir solche Interessenten, welchen dergleichen voch nicht zugegangen sein sollten, sich dorthin zu wenben. 585 Alle Mitglieder der bicsigen lor. Gemeinde werden hlermit dringend eingeladen, Samstag den 27, d. M., Vormittags 10 Uhr, auf der Gemelndestube sich ein⸗ zufinden. Tagesordnung: I. Freie Schule; II. Zeitgemäßer Gottesdienst; III Anstellung eines Lehrers ꝛc. ꝛc. Das Comite. Zum Oberhessischen Anzeiger Ur. 6. 576 O hört, wär' doch die Wahl vorbei, Dann hörte auf all das Geschrer: Da ftreiten sich die Leut herum, Der Eine heiß: den Andern dumm, Ein jeder Fortschrittsmann der spricht, Ein'n Staatsbeamten wähl' ich nicht; Der Oppenhelm, der muß 2s sein, Der muß in Reichstag jetzt hinein. Doch hört, ihr aufgeklärten Leut' Ihr denkt, wir wären nicht gescheidt; Nun gut, das sst uuns einerlet, Wir sagen es hier offen, frei: Es muß ein lreuer Hesse sein, Der muß in Reichstag nur hinein, Das halten wir für unste Pflicht, Wir wählen Oppenheim d'rum nicht. Was euer Fortschritt uns genützt, Worauf idr euch allzeit gestützt, Das weiß ein jeder schlichte Mann Der nur ein wenig denken kann. Und was ihr habt noch uns errungen Mit euren aufgeklärten Zungen, Das ist gar nicht der Mühe wertb, Da hat der Fortschriit aufgehört. Ihr schreiet und ein Jeder spricht, Ein Staatsmann darf in Reichstag nicht, Denn dieser ist fürs Volk nichis werth, Dae hab' von vielen ich gehört. Das ist die treue Volkspartei, Die allzeit macht ein solch' Geschrei, Als wär' ein jeder Staatsmann hier Ein reißend und ein wildes Thier. Doch käm' es auf's Zerreißen an, Wer welß, wer ginge dann votan, Ein jeder Staate mann blieb in Ruh' Und machte seine Thüre zu. Das wär denn auch das Allerbest, Denn Jeder will nicht solche Gäst, Weil die Geschichte ver uns führt, Wie die sich haben aufgeführt. Wer seinen Fürst ncht iteulich ehrt, Hört, der ist auch für'r Volk nichts werth, Nur wer ihm Treu und Glauben hält, Der taucht auch etwas für die Welt.— Drum sage ick bier noch zum Schluß Herr Hofgerichtsrath Buff, er muß Fur uns in Rtichstag nur hinein— So sümmet Brüder mit mir ein. Gambach im Februar 1869. Ph. R. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf (Hierzu eine Beilage.) 578 Samstag den 27. d., Nachmittags 2 Uhr, bet 1 * schast A