1869. Samstag den 20. Februar. 21 Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. * Diejenigen Lehrer, welche in schädliche und nützliche Thiere ertheilen, können einzelne Wandtafeln mit sehrter Rückgabe, erhalten, dieselben wollen sich daher um Die J. Tafel enthält kleinere Säugethiere. n 1 Reptilien. Friedberg den 14. Februar 1869. Fortbildungsschulen auch Unterricht in landwirtt Amtlicher Theil. ia nen e a ch Abbildungen solcher MF g, Der Director des landw. 2 g. yschaftlichen Fächern, namentlich über der Landwirthschaft Thiere zum Gebrauche, vorbehältlich unver— Aushändigung solcher Tafeln an den Unterzeichneten wenden. Die III. Tafel enthält Vögel „ nützliche Jnsecten, Spinnen u, Asseln. Bezirksvereins des Kreises Friedberg. ea Wee Hessen. Darmstadt, 17. Febr. II. Kammer. Der Präsident widmet zunächst dem Andenken des verstorbenen Abg. Soldan einen ehrenden Nach— ruf.— Unter den neuen Eingaben befinden sich Vorlagen der Regierung in Betreff des Mobiliar— feuerversicherungswesen, die Erweiterung der Sta— tionsgebäude zu Zwingenberg, sowie Anträge des Abg. Schäfer(Aufhebung einzelner Bestim— mungen des Mainzer Landrechts, den Verkauf von Immobilien betr.), des Abg. Curtman (Bildung eines Kurfonds für Nauheim), Wad⸗ a d's,(die Richtung der Bahn von Gießen nach Nidda betr.) Kempf's Abänderung des Gesetzes, zie Ablretung von Grundstücken für Bahnzwecke betr.), George's(Aufhebung der Tranksteuer ür Wein).— Außerdem liegen verschiedene In— erpellationen vor: Stockhausen, in Betreff zer Ausübung der Produktionen heruwreisender Künstler“; Hallwachs wegen Neubaus des iesigen Gymnesitume; Goldmann wegen Be— rctung der Militärpersonen von den Kommunal— asten.— Dernburg beantragt Aufhebung des Zorbehalts des Widerrufs dei der Ernennung der Anwälte.— Edinger verlangt Einbringung nes Gesetzts, welches das Verbot der Beschlag⸗ zahme künftiger Arbeitslöhne enthält.— Außer- lem sino verschiedene Petitionen in Betreff der Jerfassungsreform der evangelischen Kirche ein— lelaufen.— Die auf die Abgg. v. Biegeleben und Schultz gefallenen Wahlen werden für gültig eflärt. Der Antrag des Abg. Metz, wegen wllständiger Ausführung der genehmigten Eisen— lahnen wird nach kurzer Verhandlung, an der sch außer dem Antragsteller, noch Wadsack, lallwachs und Hunsinger betheiligten, für edigt erklärt. — 18. Febr. II. Kammer. Der Gesetzent- rurf, die Versendung explodirender Gegenstände ut der Post, dann mehrere Vorlagen die Aus— ichnung schon im Großherzogthum bestehender Lescge auf die neu erworbenen Landestheile tr., kamen zur Berathung und wurden fast un— wändert angenommen. Ein Antrag von Fink, i Errichtung von Fabrik- und Gewerbsgerichten (k., wurde mit Rücksicht auf die zu erwartende Lesetzgebung des Norddeutschen Bundes abgelehnt, gegen der Vertrag zwischen dem Großberzog them Hessen und den Vereinigten Staaten von erika wegen der Staatsangehörigkeit der Aus— tendernden genehmigt. Die nächste Sitzung ist ünmenden Montag; in derselben wird das Ein— bnmensteuergesetz zur Berathung kommen. — Nach einer von Seiten der Regterung in en zweiten Kammer ertheilten Zusicherung ist der hsische Gesandte beim Nordbund angewiesen, negen der verlangten Befreiung des Militärs von en Communallosten Verhandlungen einzuleiten. — Für Maschinenbaukunde ist der Professor u der Gewerbe- Akademie zu Berlin, Rudolph Verner, für unser Polytechnikum gewonnen eden, mit welchem der seitherige Lehrer In— genieur Waibler das Maschinenfach vertreten Folge„güastsgerer Nachrichten“, welche aus Berlin wird.— Preußen. Berlin. Nach der„C. soll dem nächsten norddeutschen Reichstage ein definitives Wahlgesetz vorgelegt werden. Da die materiellen Vorschriften für das Wahlrecht ver— fassungsmäßig(Art. 20 der Bundesverfassung) feststehen, so wird es sich in der Hauptsache wohl nur darum handeln, dieselben Formalien für das gesammte Bundesgebict festzustellen. — Die„Prov.⸗Corresp.“ meldet: Die Worte dee Grafen Bismarck bei der Debatte über die Beschlagnahme des Vermögens der depossedirten Fürsten reichen in ihrer Bedeutung weit über den unmittelbaren Berathungsgegenstand hinaus. Die Zuversicht, welche der Minister bezüglich der fried lichen Absichten der! curopälschen Regierungen äußerte, die entschiedene Hinweisung auf das fried— liche Streben unserer Regierung, endlich die offene und herzliche Aussprache über die„starke und kriegstüchtige, aber gleich uns friedliebende fran— zösische Nation“ werden nicht verfehlen, die Zu- versicht auf den Frieden in Deutschland Europa zu erhöhen und zu befestigen. hasselbe Blatt glaubt, daß über einige Wünsche und Anträge in der Frankfurter Rezeß⸗ Angelegenheit weitere Verständigung erzielt wer— den wird. Fulda. Der hiesige Anzeiger meldet: Gutem Vernehmen nach sind Ingenieure der Oberhessischen Bahn, welche gegenwärtig sich hier befinden und in Horas ihr Bureau haben, beauftragt, eine Zweigbahn von Salzschlirf nach Schlitz zu vermessen. Wie verlautet, wird auch eine Fort— setzung dieser Bahn nach Hünefeld beabsichtigt und soll der Großherzog von Hessen gegen eine Deputation von Schlitzer Bürgern sich sehr günstig über diese Zweigbahn ausgesprochen und die Aus— führung derselben bestimmt zugesagt haben. Oberursel. Nach der„Mittelrh. Ztg.“ hat Pfarrer v. Linde zu Oberursel von der Kanzel die Excommunicatlon gegen 2 Glieder seiner Gemeinde angekündigt; die feierliche Ver— lesung des Dekrets werde nächstens vor sich gehen, wenn die Betroffenen nicht in sich gingen. Frankfurt. Die Stadtverordnetenversamm— lung verhandelte in 5½ stündiger Sitzung über die Rezeßangelegenheit. Das Resultat einer sehr erregten Debatte war, daß ein Antrag v. Heyber's, die Deputation zum definitiven Abschlusse zu be⸗ vollmächtigen, insofern eine Baarentschädigung für die Eisenbahnen und Immobilten von mindestens 3 Mill. Gulden über die Landtagsvorlage hinaus erzielt würde, mit 27 gegen 24 Stimmen ange— nommen wurde, — Nachdem auch der Magistrat am 16, d. zu zwei verschiedenen Malen darüber berathen hatte, ob auf Grund dee letzten Stadtverordneten— beschlusses, nämlich 8 Millionen zu fordern, der Magistrat sich überhaupt noch an der Deputation nach Berlin betheiligen könne, verlautet, daß in 3.7 23. und eingetroffen seien, die ganze Rezeßtommission nach Berlin abgereist ist. Bayern. München. In der Abgeord⸗ netenkammer hat der Kriegsminister einen Gesetz⸗ entwurf über eine Creditforderung von 4,765,000 fl. zur Neubewaffnung der Jafanterie vorgelegt. Oesterreich. Wien. Im Abgeordneten— haust stand die polnische Frage wieder auf der Tagesordnung. Mit allen gegen eine Stimme wurde beschlossen, daß der Verfassungsausschuß die ibm von dem Minister des Innern mitgetheilte Resolution des galizischen Landtags in Berathung ziehe und über die verfassungsmäßige Erledigung der bezüglichen Anträge dem Hause Vorschläge mache. Prag. Der Kurfurst von Hessen hat infolge ver letzten sein Vermögen betr. Consiskationsgesetze seine Sommervpilla aufgegeben. In der Kündigung, welche dieser Tage der Besitzer derselben erhielt, heißt es, daß den Kurfürsten jene Gesetze zwängen, sich möglichst einzuschränken. Frankreich. Paris. Das von der bel— gischen Kammer genehmigte Gesetz gegen eine Verschmelzung der Luxemburger Bahnen mit der franz. Ostbahn(siehe den Artikel Brüssel) bildet bier das alleinige Tagesgespräch und hat die öffentliche Meinung aufs Neue aufgeschreckt. Die Blätter fast ohne Ausnahme erheben einen Heiden— lärm und erblicken im Hintergrunde Preußen, von dem sich Belgien habe bestimmen lassen. Die „France“ widmet der belgischen Angelegenheit einen Artikel, ein nichts weniger als beruhigendes Stimmungsbild, in welchem Preußen aufs Neue beschuldigt wird, im Osten wie im Westen, in Rumänien wie in Belgien insgeheim seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um Frankreich Verlegenheiten und Aergernisse zu bereiten. Die„Liberte“ meint, das sei kein Schlag, den Frankreich in's Gesicht erhalte, es sei ein Nasenstüber. Die„Patrie“ nennt den belgischen Gesetzentwurf„monströs“, der„Public“ spottet über die Brüsseler Regierung, welche sich in ihrer Furcht vielleicht einbilde, daß die Waggons der französischen Ostbahn ein tto— janisches Roß verbergen könnten. Ein im „Peuple“ veröffenlichter Artikel wird der Eingebung des Kaisers zugeschrieben. Folgende Stelle soll wörtlich aus seiner Feder sein:„Man darf nicht vergessen, daß die französische Regierung zugleich eine nationale und eine der öffentlichen Meinung unterworfene Regierung ist. Die öffentliche Meinung läßt sich von ihr leiten, weil sie weiß, daß die Regterung das Gefühl der Natlsonalehre hat, aber sie läßt sich nicht trotzen. Wenn Bel— gien durch ein System von unfreundlichem Ver— sahren die Empfindlichkeit des französischen Volkes wach rufen würde, wenn es namentlich den, wenngleich ungerechten, Verdacht erweckte, daß es das Werkzeug oder die Vorhut irgend einer Feind— seligkeit gegen uns sei, dann würde der kaiserlichen Regierung ihre mäßigende Aufgabe sehr erschwert werden.“ Von hier aus wird man instnuiren, das brüsseler Kabinet möge seine freundliche Ge⸗ sinnung dadurch an den Tag legen, daß es dem eben angenommenen Gesetze jede rückwirkende Kraft abspreche. Es heißt, Graf Solms, der preuß. Gesandte, habe Hrn. v. Lavalette erklärt, seine Regierung stehe dem Entschlusse der belgischen Regierung ganz fern und sie habe auch keine Kenntniß davon gehabt. — Der„Constitutionnell“ weist nach, daß das Verfahren der belgischen Regierung verletzend ist und mit Recht die nationale Empfindlichkeit der Franzosen wachgerufen hat; indessen dürfe man dieser Angelegenheit nicht die Tragweite einer erlittenen Demüthigung beilegen, die zu einem Bruche führen würde; der„Constitutionnel“ glaubt vielmehr auch zu wissen, das belgische Cabinet werde zuftiedenstellende Erklärungen geben oder der Seuat werde das in der Abgeordnetenkammer angenommene Gesetz nicht sanctioniren und ist der Meinung, der belgische Zwischenfall habe nicht die Macht, den Frieden der Welt zu trüben. — Der heute siattgefundene Ministerrath dauerte vier Stunden.— Der„Public“ sagt: Die Frage der belgischen Eisenbahnen bildet den Gegenstand friedlicher Verhandlungen. Die öffent⸗ liche Meinung würde sich täuschen, wenn sie über⸗ triebenen Auslegungen und kriegerischen Gerüchten Glauben schenkte. Das Blatt versichert, das bel gische Cabinet habe eine erklärende Note nach Paris gesandt, welche dazu angethan sei, die französische Regierung zu befriedigen und den Empfindlichkeiten der öffentlichen Meinung zu ge— nügen.— Der„Temps“ gibt zu verstehen, daß der ganze in den französischen Regierungsblättern erhobene Lärm vielleicht nur darauf abziele, auf den belgischen Senat, welchen das Gesetz noch zu passiren hat, einen Druck zu üben und zu bewirken, daß dieser das Gesetz ablehne. Uebrigens ist der „Temps“ das einzige Blatt, welches den Muth hat, Zweifel darüber zu äußern, ob denn auch wirklich Preußen hinter diesem belgischen Staats- streich stecke. Es bezweifelt sehr, daß sich die preußische Politik einiger Sympathien in Belgien erfreue, auf alle Fälle könnten diese Sympathien nicht zahlreich sein. Es brauche nur daran erinnert zu werden, daß Herr v. Bismarck für Jemand gilt, der Belgien ein oder mehrere Male in sehr großmüthiger Weise Frankreich angeboten hat. Die Belgier wissen das gewiß recht gut. — Die Regierung will in Erfahrung gebracht haben, daß der belgische Minister, Herr Frere Orban, unmittelbar vor der Einbringung des Gesetzes in Berlin gewesen ist und dort mit dem Grafen Bismarck conferirt hat; im Hinblick hierauf will man sich die Einflußnahme Preußens auf den erwähnten Act nicht ausreden lassen. Belgien. Brüssel. In der Repräsen⸗ tanterkammer wurde am 13. d. ein Gesetz an⸗ genommen, welches den belgischen Eisenbahn⸗Gesell⸗ schasten verbietet, ihre Unternehmungen ohne vor⸗ herige Genehmigung der Staatsbehörde an Andere zu cediren und gibt der Regierung die Ermäch⸗ tigung, iw Falle einer solchen von derselben nicht genehmigten Cession die betreffenden Eisenbahn⸗ linien durch Staatsbeamte für Rechnung der Ge— sellschaften verwalten zu lassen. Den ursprünglichen Anlaß zu dieser neuen Bestimmung haben Unter— handlungen gegeben, welche im Werk waren, um die belgisch ⸗luxemburgisch-limburgische Bahn in den Besitz der Gesellschaft der französischen Ost— bahn zu bringen, die bekanntlich vor Kurzem die großherzoglich⸗luxemburgischen Bahnen erworben hat. Es würde dadurch einer der bedeutendsten Verkehrswege für Belgien und demnächst, nach Vollendung einiger Bahnbauten in Holland, eine Hauptverbindung der holländischen Häfen mit dem Inlande in die Hände einer fremden Gesellschaft gekommen sein, auf welche die belgische Regierung keinen Einfluß ausüben kann. Nach einer ziem⸗ lich lebhaften Verhandlung ward das Gesetz mit 61 gegen 16 Stimmen angenommen. — Das Eisenbahngesetz ist im Senat ein⸗ gebracht und wird Freitag discutirt werden. Man erwartet Opposition von Seiten der Rechten. Großbritannien. London. Die Thron-⸗ rede der Königin bei Eröffnung des Parlaments am 16. d. constatirt, daß die Beziehungen zum Auslande insgesammt freundlichster Art seien und sagt: Sämmtliche Mächte theilen, wie ich freudig glaube, meine Wünsche bezüglich der Erhaltung des Friedens, welche ich jederzeit bestmöglichst fördern werde. Vereint mit unseren Alliirten gelang die Beilegung der griechisch⸗türkischen Differenzen. Die Verhandlungen mit Amerika werden hoffentlich die Freundschaft zwischen Eng- land und Amerika dauernd befestigen. Die Ruhe— störungen auf Neuseeland werden, wie ich hoffe, ehestens gehoben sein.— Die Thronrede verspricht Ersparnisse im Budget, Aufhebung der irischen Ausnahmszustände, Verbesserung in der Reformbill und im Erziehungswesen, in der Bankerottgesetz⸗ gebung und in der Organisation der irischen Kirche.— Die Stelle der Thronrede über Irland lautet: Die kirchlichen Verhältnisse in Irland werden sobald als möglich Ihnen zur reiflichen Erwägung vorgelegt werden und die Erlassang der Gesetze, welche nothwendig sind diese Frage definitiv zu regeln, wird eine starke Anforderung an die erleuchtete Weisheit des Parlamentes bilden. Ich habe die Ueberzeugung, daß Sie bei dieser Arbeit allen berechtigten Interessen, welche dabei berührt werden können, in sorgsamer Weise Rechnung tragen und dabei fortdauernd von der Absicht geleitet werden, die Sache der Religion zu fördern. — In der Unterhaussitzung sprach Gladstone seine Freude über die Beendigung des türk isch— griechischen Confliktes aus. Er lobt das Be- nehmen aller an der Pariser Conferenz betheilig⸗ ten Mächte, besonders dasjenige Preußens, Rußlands und der Türkei. — Der Senat hat die Vorlage, das Eisen- bahngesetz betreffend, an die Justizeommission zurückverwiesen.— Das„Echo du Parlament“ meldet, daß der Kriegsminister General Renard nach Paris abgereist sei. Spanien. Wie man voraussagte, hat nur ein einziger der gewählten Geistlichen seinen Sitz in der Constituante eingenommen.— Viel Auf⸗ sehen erregt Don Pablo Alsina, ein Deputirter Barcelona's, der bei der Eröffnungsfeier in der catalonischen Arbeiterblouse erschienen war, und die Insinuationen von gewisser Seite, die ihn zur Anlegung der üblichen Modetracht bewegen wollten, rund weg abgelehnt hatte. Die Haltung der Republikaner macht einen sehr günstigen Eindruck. Madrid. Die Cortes werden nach ihrer Constituirung Serrano mit der Bildung eines neuen Ministeriums betrauen. Aller Wahrschein⸗ lichkeit nach werden die seitherigen Minister fast alle in ibren Aemtern verbleiben. — Die„Correspondencia“ sagt, daß am 15. d. im Conserenzsaal der Cortes viele Deputirte sich der Idee geneigt zeigten, die Marschälle Serrano und Prim und den Admiral Topete mit Bildung eines neuen Ministeriums zu beauftragen. Sie fügt hinzu, daß in dasselbe wahrscheinlich eintreten werden die Herren Rivero, Ulloa, Cantero, Silvela und Martos. Herr Rios Rosas würde in diesem Falle Präsident der Cortes werden. Portugal. Aus Lissabon wird gemeldet, der König Ferdinand und der regierende König Ludwig von Portugal verweigerten die Annahme der Candidatur für den spanischen Thron. Die Cortes sind gegen den Herzog v. Montpenster. Amerika Washington. Der Präsident Johnson hat dem Senat einen Vertrag mit Co- lumbla übersandt, welcher den Vereinigten Staaten ausschließlich das Recht zusichert, einen Canal durch die Landenge von Darien anzulegen.— Das Repräsentantenhaus hat einen Vorschlag auf Besteuerung der Zinsen von Bonds verworfen. E, Ockstadt. Unser landwirihschastlicher Ortsverein halte am Mittwoch Abend die Ehre, Herrn Kreis-Accessisten Haas und Herrn Dr. Henkelmann und dessen Schüler als Gäste zu begrüßen. Zwei der letzteren leiteten die Dis⸗ tussion über Pferbezucht und zweckmäßige Behandlung des Stalldüngers durch Vorträge ein. Durch Herrn Henkel— manns Erläuterungen und praktische Winke ward die Diskussion sehr anregend und höchst beachtenswerth. Nicht minder fesselte die Aufmerksamkeit die klar durchdachte und schön vorgetragene Einleitung zur Diskussion über Drai⸗ nage(Dränasch— Enzwässerung nasser Grundstücke durch gebrannte Thonröhren). Man verspricht sich hiervon für Ockstadis Wiesengrund einen guten Erfolg. Ueberhaupk hegt man die Hoffnung, daß ber heutige ehrenwerthe Be— such, die aufmunternden Vorträge und Herrn Henkelmanns Experimente mit der Elektrisirmaschine dein seither ge— lähmten Vereine wieder auf die Beine und zum dauern: den Fortschriit verhelsen werden. * Fauerbach b. Fr. Der hiesige Ortsbürger Ger⸗ hard Billasch begeht nächsten Sonntag den 21. d. das Fest der goldnen Hochzeit. Der kirchlichen Feier, zu deren Erhöhung der hiesige Gesangverein durch Gesangsvorträge beitragen wird, soll im Holler'schen Saale eine fröhliche Feier dieses seltenen Jubelsestes folgen, bei der wohl mehr oder weniger die ganze Einwohnerschaft unseres Ories sich betheiligen wird. 8 Frankfurt. Die israelitische Religionsgesellschaft erhielt durch einen hier verstorbenen Schweden, welcher ihr anhörte, ein besonderes Vermächtniß von 60,000 fl. Darmstadt. Der unlängst wegen angeblichen Kirchen⸗ diebstahls verhaftete P. Keller von Bütlelborn wurde, da keine gravirenden Indicien in der Untersuchung sich er⸗ gaben, seiner Haft entlassen. Berlin. Die ständige Deputation des Congresses deutscher Volkswiethe hat beschlossen, den Congreß auf den 1. bis 4. September nach Mainz zu berufen. Biedenkopf. Uebermäßige Anwendung von Chloro⸗ form hat kürzlich dahier ein beklagenswerthes Opfer ge⸗ fordert. Die 25jährige Tochter aus einer hiesigen Familie erhielt als Mittel gegen anhaltenden Zahnschmerz vom Arzt Chloroform verschrieben. In Folge eines neuen hefligen Anfalls begab sich dieselbe auf ihr Zimmer, in welchem sie, auf dem Bette liegend, schon nach kaum einer halben Stunde als Leiche aufgefunden werden sollte. Die Unglückliche hatte den letzten Rest aus dem Fläschchen auf ihr Taschentuch geträufelt und dasselbe sich über das Ge⸗ sicht gelegt. Wiederholie ärziliche Versuche, sie ins Leben zurückzurufen, blieben ohne Ecsolg. Jür dit nothleidenden Zuden in Westrußlund ist dei Unierzeichneuem eingegangen: Von Prf D. 1 fl. — Frau Pfr. Wickenhöser 1 fl. 10 kr.— Bürgermeister Walz 30 kr.— Von Mitgliedern der Hülfsgesellschast bei einem Abendessen im Hölel Trapp 7 fl. 39 kr. l Um weitere Gaben wird gebeten, die Noth ist groß. In einem jüngsien Bericht heißt es u. A. wörtlich: die meisten Gemeinden sind vollständig verarmt, so daß Viele mit den elendesten Speisen als Krautstrünken, Kohlrüben⸗ und Kartoffelschalen sich das Leben fristen; nur selten wird ihnen der Genuß eines Stückchen Brodes zu Theil. Der Hungertyphus wüthet dort in schrecklicher Weise der Art, Jaß in einer einzigen Gemeinde während 4 bis 6 Wochen 266 Personen gestorben und ebenso viele noch krank dar⸗ niederliegen. Mayer Hirsch. Von Apotheker Sturmfels 1 fl. 45 kr.— Von C. L. Glück 30 kr.— Von Apotheker Ph. Werner 1 fl. 12 kr.— Von Michael Nosenthal zu Nauheim 1 fl. 45 kr.— Von Louis Rosenthal zu Nauheim 1 fl.— Von einem Landmann aus H. 6 kr. 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Hoverbeck, Twesten ic. auf der Seite der Oppenuheim'schen Parthei und punkt sind die Fürsprecher des Herrn Buff 2 bis 3 an der Zahl als der nationa Fortschrittsmänner geriren, aber seit dem Bewegungsjahr Ein Diogenes hätte sich mit der Laterne in der Hand wenigstens vergeblich Mühe gegeben, sie als Solche Regierung durch die Kreisämter, andere Behörden und Bürgermeistereien Herren mit Herrn Buff sich als radicale vollständig fremd geblieben sind. aufzufinden. für sie einen entschiedenen Einfluß geltend macht. b 0 ö Die Blätter, die für Herrn Buff Parthei ergreifen, sind Mainzer Journal, Franlfurter Journal und die Regierungs- und theilweise die Kreisblätter, welche es mit des ganzen Volkes zur Seite. die sich diesen politischen Ereignissen in jüͤngster Zeit mit Der Buff'schen Parthei kommt zu statten, daß die ihr Schild geschrieben haben, finden mehrere Bürgermeister, einige und sämmtlich in dem Wahlkreise. in dem politischen Leben bemerkbar gemacht und sich auf die Herren Dernburg und Görtz und außer Hessen Carriere, Professor in München, bei der bevorstehenden Reichstags wahl bieten dem stillen Beobachter interessante wir in Beziehung auf die Männer, die Herrn verwandtschaftliche und nicht verwandtschaftliche Advocaten, Be— Unabhängige Männer aus dem Bürgerstande, die im politischen Leben schon seit Jahren bekannt, und Aufopferung hingegeben, finden wir hier Niemand; wir haben Während die Herren, die Herrn Buff empfehlen, erst Balist und v. Rabenau beschränken, stehen des Reichstags, die Abgeordneten v. Unruh, In Bezug auf den politischen Stand— 1848 bis 1868 dem politischen Leben Der Parthei des Herrn Oppenherm steht das nationale und vollswirthschaftliche Juteresse vorzugsweise die Hess. Volksbl., Landeszeitung, der Wahrheit gar oft nicht genau nehmen. Für Oppenheim kämpfen die Main⸗Zeitung und Wetterauer Bote, beide nation al-liberale Partheiblätter.— Was das Redner— talent betrifft, so ist es außer Frage, daß Herr rechts und Gewaltthätigkeiten sind in Altenstadt sammengefaßt ergibt, daß die reactionären den Herrn Dr. Oppenheim wählen werden. Dr. Oppenheim— Herrn Buff weit übertrifft. Störungen des freien Versammlungs— und Rodheim von Seiten der Buff'schen Anhänger versucht worden.— Das Resultat zu⸗ Beamten und Bürger den Herrn Buff und die freien un abhängigen Bürger und Beamten r Schnell achtstündigen Unterrichts. größerer Betheiligung 3 fl. à Person. bei Herrn Zinßer, Institutsvorsteher, melden. 8 Wolff, Lehrer der Kalligraphie aus Frankfurt. Gasthaus zu den drei Schwertern. FEEEFFECCC᷑ ð.. ⁰õꝙy y ˙»—ß1i%ðið Die Dampf Chocoladen, Bonbons-, Dragées-, Mareipan, Traganth⸗ 2831 und Zuckerwaaren Fabrik von Franz Köln a/ Nh. brehrt sich ihre reiche Auswabl anerkannt feiner und seinfler Confitüren angelegentlich zu empfehlen. Die seit mehr als 30 Jahren sich eines stets vermehrten Rufes erfreuenden„Stollwerck schen Brust⸗ Bonbons“ sind das beste bis jetzt bekannte Hausmittel Die Chocoladen von ausgesuchter Feinheit unterscheiden sich von jenen der ersten Pariser Fabriken nur Gefüllte Chocoladen-Bonbons und Tafel-Desserts find Specialität der Fabrikation. 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Hotel zu den drei Schwertern. Sonntag den 21. Februar 1869 CONCERT, ausgeführt von der Kapelle des Herrn Wachsmann aus Frankfurt. Anfang 6½ Uhr. Nestauration mit Glasbier. Reichstagswahl. 513 Da die Reichstagswahl am Montag den 1. März mit dem Handelstag in Frankfurt zu sammenfällt, so ist von einer großen Anzahl Geschäftsleuten uad den bedeutendsten Muͤhlen⸗ besitzern beschlossen worden, den Montagsmarkt auszusetzen und statt dessen den Mittwochsmarkt zu besuchen und bin ich mit Veröffentlichung dieses betraut worden. Groß⸗Karben den 17. Februar 1869. K. May. Reichstagswahl. 515 Auf den Wunsch vieler Wähler ist Herr Dr. H. B. Oppenheim in dieser Woche im hiesigen Wahlkreis anwesend und werden an folgenden Tagen Versammlungen stattfinden, zu welchen alle Wähler hiermit eingeladen sind. Am 20. in Vilbel in der Stadt Cassel, Abends 7 Uhr, „ 21. in Friedberg in den drei Schwertern, Nachmittags 3 Uhr. Die Wahlkomite's von Friedberg und Butzbach. Branntweinsteuer frage. 517 Dem Bundesrath des Norddeutschen Bundes ist vom Bundeskanzler der Bericht der Commission vorgelegt worden, welche mit der Prüfung der Frage über die Einführbarkeit, sowie die wirthschaftlichen und finanziellen Vorzuge der Branntweinfabrikatsteuer vor der Maischsteuer beauftragt war.— Diesem Bericht, welcher sich für ein vorläufiges Neben— einanderbestehen deider Besteuerungsarten nach Wahl des zu besteuernden Brenners ausspricht,— find drei Anlagen beigefügt, nämlich der Eutwurf eines Gesetzes betreffend: Die Besteuerung des Branntweins in den zum Zollverein gehörigen Theilen des Norddeutschen Bundes, wescher von der Commission ausgearbeitet ist,— dann der Entwurf eines Gesetzes betreffend: Die Erbebung der Branutweinfabrikatsteuer im Nordbund, welcher von dem Königlich Sächsischen Commissar bearbeitet, und zur Annahme empfohlen wird,— und endlich die zu dem letzteren Eutwurf gebörigen Motive. Es unterliegt nun— mehr feinem Zweifel mehr, daß die in der vorigen Reichstagssession von den oberhessischen Reichstagsabgeordneten Graf zu Solms Laubach und Freiherr v. Rabenau angeregte Branntweinfabrikatsteuer in emer, den hiesigen Interessen volle Rechenschaft tragenden Weise noch vor dem 1. Juli d. J. zur Einführung gelangen wird. Mit Bezug auf vorstehende authentische Nachricht möchten wir uns denn doch die Frage an die verehrten Fortschrittler erlauben: Haben unsere Abgeordneten des 1. und III. Wahl⸗ bezirks von Oberhessen nicht ihre Pflicht gethan, haben sie nicht diese unserer Provinz und ihren Kleinbrennern den größten Vortheil bringende Maßregel— abgesehen von dem erzielten Aufschub der Besteuerung— herbeigeführt, was im„Wetterauer Boten“ gegen bessres Wissen in Abrede gestellt worden ist. Beweist Vorstehendes nicht, daß unsere Provinz ihre sehr besouderen„Eigenthümlichkelte n. hat, deren Beachtung im Reichstag unseren einheimischen Abgeordneten zu verdanken ist 2! Armer Herr Or penheim, sind Sie leider zu spät gekommen mit Ihrer in den Fort⸗ schritisblättern laut ausposaunten Absicht, die Sachverständigen des preußischen A b— geordnetenhauses, wo die Sache überdies gar nicht hingehört, zur Prüfung der Brannt— weinsteuerfrage zu veranlassen. Mit der Landwirthschaft und ihren dermalen ventilirten Fragen scheinen Sie sick noch sehr wenig befaßt zu haben. Wenn Sie mit Ihrer Wahl im Bezirke nicht mehr Glück haben als mit Ihrer oben erwähnten„Absicht“, dann o Weh! dann können Sie nicht, wie Herr Jockel in Nauheim meinte in Berlin, fondern in den drei Schwertern zu Friedberg Ihren Bündel packen und sich nach dem Mandat eines andern Wahlbezirks umsehen, hier blüht für Sie kein„Waizen“(das ist eine Getreideart, falls Sie mit diesem landwirthschaftlichen Product, als einer„Eigenthümlichkeit“ von Oberhessen, auch nicht belannt sein sollten). 512 Herr Hofgerichts-Advocat Jöckel soll sich in der Büdinger 511 Wahlversammlung des ver— Lehrerconferen 3 l Sektion Friedberg, 518 Mittwoch den 24. Februar, Nachmittags 1½ Uhr. Die Mitglieder werden um Rückgabe der aus der ersucht. 534 Gemeinschaftliche Reise nach Marburg zur Heilung des Familienfehlers. Ab fabrt: Montag N 7 Uhr.. Eine alte Fabel. (Gottlieb Konrad Pfeffel) Ochs und Esel zankten sich Bei'm Spaziergang um die Weite: Wer am meisten Weisbeit hätte; Kelner siegte, Keiner wich. Endlich kam man überein, Daß der Löwe, wenn er wollte, Diesen Streit entscheiden sollte; Und was konnte klüger sein? Beide treten tiefgebückt Zu des Tbierbeherrschers Throne, Der mit einem edlen Hohne Auf das Paar herunterblickt. Eudlich sprach die Majestät Zu dem Esel und dem Farren: „Ihr seid alle Beide Narren!“ Jeder gafft ihn an und geht. 509 Geschäfts, Haushaltungs- u. Notizbücher von J. C. König& Ebhardt in Hannover sind zu den Fabrikpreisen stets vorräthig bei 8 E. C. Weis, gegenüber dem Hotel Trapp. Strohhüte 535 werden gewaschen und nach neuester Fagon ge⸗ ändert bei Elise Hanau. Empfehlung. 519 Einem geehrten Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich an hlesigem Platze ein Frucht- und Mehl⸗Geschäft eröffnet habe.* 85 Bad Naubeim. Louis Löb. Kallslüssiges Jaumwachs 525 à 1 Pfund 26 kr., ½ Pfund 8 kr., ist stets vor⸗ rätbig in der Apotheke zu Bad Nauheim. 540 Zu verkaufen. 527 Ein leichtes Wägelchen mit Sitz, zum ein⸗ und zwetspännig Fahren, and ein zweispanntger Oekonomie⸗ wagen, beide sebr gut. Ferner ein leichtes gußeisernes Mühlwerk für 2 Mahlgänge, nebst Beutelkasten und Vorkasten, noch wenig gebraucht. Friedberg. A. Vorbach, Müblenbesitzer. Strohhüte 497 werden gewaschen, gefärbt und nach den neuesten Mustern fagonnirt bei K. Friedrich neben der Post. Einen 6fitzigen Post wagen, in gutem Zuftande, verkauft billigst S Eduard Grödel. Kuh⸗ und Ochsenfleisch, 490 Prima⸗Qualität, das Pfund 15 ke, verkaufen K. Neuhof. L. Imroth's Wittwe. Kirchliche Anzeigen für Hriedberg. Eruvangelische Gemeinde. Sonutag den 21. Februar 1869. Pfarramts woche: Herr Pfarrer Diegel. 537 gangenen Sonntags darüber oͤffentlich beschwert haben, zur Abhaltung derselben der Rathhaussaal in Büdingen Seitens des Bürgermeisters daselbst ver— weigert worden ist. Zur Beruhigung des Herrn Jöckel wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß ein gleiches dem Herrn Hofgerichtsrath Buff widerfahren ist und sonach Sonne und Wind in gerechter Weise zwischen den Parteien vertheilt wurden. Ob es den Herrn Nationalliberalen vielleicht nicht lieber gewesen, wenn letzteres nicht stattgehabt hätte, wollen wir dahin gestellt sein lassen daß dem Herrn Oppenheim und Genossen Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Brand. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Köhler. Nachmittags: Herr Candidat Sommerlad. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von f Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungs- Blatt Nr. 8 und eine Beilage.) Bibliothek entltehenen oder noch eirculirenden Bücher g