urmfels. cet nem gut reh Baget, schuß schuf ir voll. Strauf achs Winbein 91 3.0 lender dacht dna ausgenommen diejenigen erster Klasse zur Erhal- 1869. Samstag den 18. Dezember. * 148. Oberhessisc er Anzeiger. enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Iutelligenzblalt Erscheint jeden Dienstag, Donuerstag und Samstag. Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und vichtigsten Tagesbegebenbeiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nach⸗ lichten, Markt und Cours. Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel, Bilderräthsel ꝛc. Trotz der seit Beginn des Jahres 1869 eingetretenen nicht unbedeutenden Erhöhung des Abonnemenks für auswärtige Abonnenten ist die zeübten Weise auch ferner fortzuführen. Zahl derselben dennoch ständig im Wachsen begriffen, was uns eine erfreuliche Aufmunterung sein muß, die Geschäfte der Redaktlon in der bisher Das Abonnement beträgt bei der Verlagsexpedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel⸗ jährlich 47 kr. mit Bringerlohn. 2 Der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗ brechung eintritt. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Die Redaktion. Setreffend: Die Abnahme des Verfassungseides vom IV. Quartal d. Amtlicher Theil. N 2 Friedberg den 14. Dezember 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 0 Dienstag den 4. Januar k. J., Vormittags 11 Uhr, findet die Ausschwöͤrung des Verfassungseides auf dem Ratbhause dahier durch zie neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie Diejenigen, welche sich verheirathet haben, ohne Ortsbürger zu werden, statt. Laden Sie dieselben hierzu vor und senden Sie vor dem Termin Bescheinigung hierüber oder Bericht, daß keine neuen Orts- kärger aufgenemmen sind, oder keine Leute geheirathet haben, an uns ein. Die noch im Rückstande befindlichen jungen Ortsbürger sind bei 1 Reichsthaler Strafe vorzuladen. Betreffend: Die Aufnahme des Viehstandes im Jahre 1869. an p. Friedberg den 16. Dezember 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg in die Tabelle bei Meidung eines Wartboten. Großherzoglichen Bürgermeistereien. Griedel, Oppershofen, Steinfurth, Wisselsheim und den Großh. Polizeicommissar zu Wickstadt. Mit Bezug auf unser Ausschreiben vom 30. Oktober d. J., erinnern wir Sie an die umgehende Einsendunz der Viestands⸗ Trapp. Hessen. Darmstadt, 15. Dez. Die trste Kammer der Stände beschloß heute Vor- nittag bezüglich des Gesetzentwurss, den Steuer- suß bei außerordentlichen Steuerausschlägen und Gemeindeumlagen betreffend, den von dem Abg. Wernher in zweiter Kammer gestellten Antrag adoptirend: daß die Einkommensteuer-Kapitalien tom 1. Januar 1870 ab an Stelle der Per- sonalsteuerkapitalien treten, jedoch bei den Ge— neindeumlagen nur zur Hälfte ihres jedesmaligen Betrags. Der Arf. 3 des Gesetzentwurfs, wie te aus den Berathungen des andern Hauses her- torgegangen(Aufhebung des Unterschieds zwischen ten verschiedenen Klassen der Gemeindeumlagen, sung und Verbesserung des den Nutzungsrechten ter Gemeindebürger unterliegenden Gemeinde— zermögens), wurde abgelehnt. Preußen. Berlin. In der Abendsitzung tes Abgeordnetenhauses wurde das Consolidations- kesetz im Wesentlichen nach der durch die Vor⸗ schläge der Budgetcommisston modisizirten Regie- zungsvorlage bei namentlicher Abstimmung mit 242 gegen 128 Stimmen angenommen. — In dem Abgeordnetenhause brachte der sinanzminister den Nachtragsetat für 1870 ein. Derselbe wirft größtentheils zu Universitäts- und Seminarzwecken Summen aus, die durch die Consolidirung der Anleihen disponibel werden. — Der„Staatsanzeiger“ publizirt die Be- kanntmachung vom 13. d., betreffend die Aus- sihrung des Gesetzes über die Wechselstempelsteuer in norddeutschen Bunde.— Das amtliche Blatt tringt wieder eine Edictaleitation des hiesigen Stadtgerichts für 115 der Desertion angeklagte Militärpflichtige. — Die Aufhebung der Zeitungsstempelsteuer steht, wie die Offiziösen versichern, in sehr naher Aussicht. Es handle sich nur noch um die Zu— stimmung des Finanzministers, die nach Annahme des Consolidationsgesetzes wohl nicht ausbleiben werde. Die Aufhebung des Stempels würde übrigens, wie die„Zukunft“ meint, der conser— vativen Presse weit förderlicher sein als der liberalen. — Zum Volksschulwesen in Preußen hat der sentliche Bestimmungen: 1) eine Beseitigung des Classenwahlsystems(das der Gesetz-Entwurf bei— behielt); 2) die Ausdehnung der Wählbarkeit als Bürgermeister und Gemeinderath auf sämmt⸗ liche Staatsbürger(der Gesetz-Entwurf wollte nur Gemeindebürger); 3) die Ernennung des Rathsschreibers durch den Gemeinderath(der Regierungs-Entwurf wollte dessen Ernennung durch die Gemeinde auf Vorschlag des Gemeinderaths) und 4) Abkürzung der Uebergangsperiode bis Abg. Friedrich Harkort in der Nordd. Schul⸗ zum 1. Juli 1870. Von da ab müssen inner⸗ zeitung folgende beachtenswerthe Notizen mitgetheilt: halb Jahresfrist sämmtliche Gemeindebehörden er— Elementarschulen: Ständige Schulstellen in den alten Provinzen unbesetzt! 446, Hülfslehrerstellen neuert werden. Oesterreich. Wien. Die Wiener„Abend- 427, fehlen Lehrer 873.— Blos mit Präparanden post“ dementirt enischieden dle Nachricht, daß Cnothdürftig von einem Prediger oder Lehrer zum Schuldienst in wenigen Monaten eingeübten Leuten) besetzte feste Stellen 859, Hülfslehrerstellen 363, Summa 1222.— Unter diesen sog. Präparanden befinden sich z. B auf Rügen noch Haudwerker! — 1045 Stellen sind noch in Gründung be— grisfsen.— Im Budget sind für Bildung der Präparanden 1045 Thlr. ausgesetzt. Für Pferde— rennen dagegen 51,000, Thlr.; Generalordens— commission, 99,969 Thlr.; für Monumente 144,006 Thlr.; für Elementarschulen mehr gegen das Vorjahr 975 Thlr.; für das Cultusministerium für alle laufenden Ausgaben weniger 4213 Thlr. Bayern. München. Das Eisenbahn— anlehen von 18 Millionen Gulden wurde dem Consortium der Münchener Banken, Hirsch und Erlanger, zugeschlagen, dagegen das Anerbieten des Consortiums Rothschild, Berliner Disconto— Gesellschaft und Darmstädter Bank abgelehnt. Baden. Das nun von beiden Kammern angenommene Gemeindegesetz enthält folgende we— die Majorität des Ministeriums ihre Demission eingereicht habe. — Die„N. fr. Pr.“ enthält ein Privat- telegramm, dem zufolge die Insurgenten von Braie ihre Unterwerfung angetragen haben und die Einwohner der Crivoscie in Unterhandlungen zu treten beabsichtigen. Schweiz. Bern. Der Ständerath hat, dem Beispiele des Nationalraths folgend, die literarische Convention mit den süddeutschen Staaten ebenfalls ratifizirt.— Einiges Aufsehen macht die hier soeben erschienene Schrift von Dr. Franz Huber„Die Moral der Jesuiten“. Es sind darin die bekannten(und auch noch in weiteren Kreisen unbekannten) Grundsätze dieses Ordens durch authentische Belege aus den Schriften von Mit- gliedern des Ordens nachgewiesen. Fraukreich. Paris. Im gesetzgebenden Körper fragte Garnier-Pages den Minister des Innern, ob die Regierung den freien Eingang fremder Journale zulassen werde. Der Minister erwiderte, es sei dies eine große Frage, die er nicht mit nein oder ja beantworten könne. Die fremden Journale, welche nicht dieselben Lasten zu tragen haben wie die französischen, könnten nicht in Frankreich dieselbe Freiheit genießen. Garnier Pages erwiederte hierauf, es beweise diese Antwort, daß die Regierung trotz der liberalen Worte nicht einen Schritt vorwärts gehe. —„France“ glaubt, die Frage der Minister- krists werde erst nach der Verifikation der Wahlen zur Entscheidung kommen. Das jetzige Cabinet babe sich dahin entschieden, das Votum der Kammer abzuwarten. l Italien. Florenz. Das neue Cabinet hat bereits den Eid geleistet und sich dem Par- lament vorgestellt. Der Ministerprästdent Lanza hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in welcher er erklärte:„Ich lege großes Gewicht auf die absolute Nothwendigkeit von Ersparungen in allen Zweigen der Verwaltung. Die dringendste Frage ist die Finanzfrage. Damit Italien seinen übernommenen Verpflichtungen nachkommen könne, sind nicht nur Ersparungen nöthig, sondern auch irgend eine provisorische Vermehrung der Ein⸗ nahmequellen. Das Ministerium hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Desizit auf 70—80 Mill. zu reduciren und rechnet auf die Opferfähigkeit des Landes und die Mitwirkung der Kammer, um dies Ziel zu erreichen. Es wird einen Gesetzes- vorschlag zur Einführung von Ersparungen im Kriegs⸗ und Marinebudget vorlegen.“ Friedberg, am 15. Dez. Der 2. der für diesen Winter veranstaltelen öffentlichen Vorträge wurde gestern Abend von Herrn Vergrentmeister Nebhuth gehalten. Derselbe sprach über die verschiedenen wirthschaftlichen Be⸗ ziehungen der Familie. Der Redner hat damit ein ver⸗ dienstliches Thema behandelt. Trotz aller kolossalen Fort⸗ schritte der Neuzeit in Handel und Verkehr, in Gewerbe und Industrie muß es mit Volkswohl und Volksglück schließlich zu bösen Häusern hinausgehen, wenn wir jene Forischritte erkaufen durch Zersetzung des Familienlebens. Zwar die Tiefe und Innigkeit des deutschen Geistes slräubt sich mit aller Kraft gegen das Aufgeben dieses hohen Gutes, und ungleich schlimmer ist es damit bestellt bei den romanischen Völkern, den Franzosen zumal. Daß aber auch in Deutlschland das Familienleben mehr und mehr krankt, wer wollte es läugnen? Die öffentliche Auf⸗ merksamkeit wieder einmal kräftig darauf hinzulenken, war die wohlgemeinte Absicht des Vortrags. Der Redner be⸗ rührte gleich Anfangs die nahen Beziehungen zwischen der wirihschaftlichen und sittlichen Seite des Familienlebens. In der That, der wirihschastlich gründlich in Unordnung Gerathene wandert mindestens immer nahe an der Gränze, auch ein sittlicher Lump zu werden, wie umgekehrt Zertüt tung auf sittlichem Gebiet den wirthschaftlichen Ruin nach sich zieht. Beide Gebiete brauchten darum nicht scharf getrennt zu werden. Der Vortrag widmete der Frau, als der Seele des Familienlebens, mit Recht die meiste Auf⸗ merksamkeit. Nach Vorführung einer Reihe von Urtypen ächt deutscher Frauen aus früherer Zeit, in dem Glorien⸗ schein ihrer stillen Häuslichkeit, sucht er nach denselben edlen Zügen in dem Bilde unserer heutigen Frauen und — findet sie nicht. Was er da sagt von der modernen Töchtererziehung zu Zierpuppen und Putzäfschen mit einem schimmernden Firniß sog. Bildung, der die Unwissenhett überkleistert und die gesunden Empfindungen des Herzens erstickt, von der Sucht vieler Frauen, in der Gesellschaft zu glänzen, statt dem Hause die segenspendende Priesterin zu sein, von der Thorheit, die körperliche Arbeiten für gemein und entehrend hält, und von dem geschäftigen Müßiggang, der viel Zeit, Geld und Kunstfertigkeit auf⸗ bietet, um zierliche Nichtse zu schaffen, wo Strümpfe ge⸗ strickt und gestopft werden solllen, von der Modewuth, die mit Vorliebe das erfaßt, was auffällig, ja anstößig ist, und von der durch all das hervorgerufenen gefährlichen Neigung zur Büdgetüberschreitung,— das und noch vieles Andere, was. damit in Verbindung erörtert worden, wie z. B. über Gesindedemoralisation, über Kinderasyle, öffentliche Speise— anstalten für Familien ꝛc., kann hier keine Stelle finden. — Gleichwohl war der Redner weit entfernt, Geschlechts— parteilichkeit walten zu lassen. Das Conto der Männer ist nicht minder schwer belastet, sagt er. Oder wäre es nicht an dem, daß die Männer mehr als gut ist, Zeit und Geld im Wirthshaus und am Spieltisch, sogat beim Frühschoppen verthun und sich dafür Unlust zur Arbeit und Scheu vor Anstrengung einhandeln? Wird das Mühen und Sorgen der Frau, deren ganzes Leben oft ein einziges Martyrium ist, auch immer von dem Manne nur aner- kannt und gewürdigt? Die Frauen würden in hundert Fällen mehr stillen Fleiß, mehr Häuslichkeit, mehr Zufrie— denheit in der ihr angewiesenen Sphäre als Hausfrau und Mutter und weniger Neigung zu verkehrten Eman⸗ cipation sbestrebungen zeigen, wenn und sobald die Männer mehr Männec wären.— Der Redner hat über seinen Gegenstand reiflich nachgedacht, scharf beobachtet und sich in der einschlägigen Literatur fleißig umgesehen. Nicht vorzugsweise Neues will er bieten; aber das Gebotene ist darum nicht minder beherzigungswerth. Sätze wie: Es geht ein Schwindelgeist durch die Welt— Jedermann will mehr scheinen als er ist— Einfachheit, Genügsamkeit, Zucht und gute Sitten in den Familien weichen allmählich — das Wirthshaus- und Allerweltsleben tritt an die Stelle des Familienlebens— der wirthschaftliche Krebs⸗ gang ist die unausbleibliche Folge davon— solche und ähnliche Sätze müsse man nicht blos für den Nachbar gemünzt, sondern auch als an die eigene Adresse gerichtet erachten. 1— N Friedberg. Der vor etwa einem Jahr begrün⸗ dete und kürzlich neu constituirte Musikverein, der sich aus kleinen Anfängen rasch zu einer verhältnißmäßig recht staltlichen Mitgliederzahl emporgeschwungen hat, wird in den ersten Tagen des kommenden Jahres sein erstes Concert abhalten. Es muß dies ein für Friedberg um so erfreulicheres Ereigniß sein, als, während die hiesigen Männer gesangvereine schon seit einer Reihe von Jahren Tüchtiges leisteten, die Pflege des Gesangs für gemisch⸗ ten Chor leider hier lange gänzlich darniederlag und somit in dem kommenden Concert ihre— hoffentlich recht lebens⸗ kräftige— Auferstehung feiert. Daß dies aber auch wirk⸗ lich der Fall sei, ist nicht allein Sache des Vereins, son— dern in eben demselben Grade Sache des empfangenden Publikums. Ein Blick in das vorläufig festgesetzte Pro⸗ gramm, aus dem wir entnehmen, daß neben der Auf⸗ führung von Haydn'schen, Mendelsohn'schen und Schu⸗ mann'schen Chören Sosovorträge von tüchtigen auswärtigen Kräften in Aussicht genommen sind, läßt uns einem genuß— reichen Abend entgegensehen; wir wünschen daher dem jungen Verein und besonders dem ersten Concert desselben recht sehr die entgegenkommende und fördernde Theilnahme des hiesigen kunstsinnigen Publikums. Friedberg. Ein rheinisches Blatt bemerkt u. A. über die Vorlesungen, welche Herr L. Burmeister auch in unserer Stadt über Fritz Reuter's Dichtungen halten wird: Zu den populärsten unserer neuen deutschen Dichter gehört unstreilig Fritz Reuter. Seine Werke im mecklenburgischen Plattdeuisch haben ihren Weg in Palast und Hütie gefunden, und hier wie dort fand der gemüth— liche, echt deulsche Dichter eine Aufnahme, wie wenige vor ibm. Fragt man, woher es komme, daß diese originellen Dichtungen sich so schnell Bahn gebrochen, so ist die Ant⸗ wort eine sehr einfache. Nichts spricht den Menschen mehr an, als das Natürliche, und in Reuter's Büchern findet man die Natur, wie sie lebt und webt, vom ersten bis zum letzten Blatt. Das Ganze ist srotz und eben durch eine Natürlichkeit vom Hauche reinster Poesie durchwoben. Das ist ses, was den Leser einestheils überrascht(denn es wird in andern Büchern selten oder niemals so geboten) und gleichzeilig sesselnd in die Handlung mit hinkinzieht. Wir geben zu, daß es für Viele schwer ist, in das Ver— ständniß der eigenthümlichen Sprache einzudringen, namentlich ist es für die Mittel- und Süddeutschen kein Leichtes, diese breite, schwere Sprache mit ihren oft son⸗ derbaren Wortverdrehungen sofort zu verstehen: um so dankenswerther ist es, wenn das Verständniß derselben durch den lebendigen Vortrag erleichtert wird. Alle, welche schon einmal Gelegenheit hatten, der Vorlesung des Herrn Bur⸗ meister beizuwohnen, werden darin mit uns übereinstimmen, daß derselbe eine seltene Begabung besitzt, die Reuter'schen Dichtungen verständnißvoll und drastisch vorzutragen. Auch Solchen, denen Fritz Reuter's Werke bisher noch unbekannt sind, wird es durch die klare, bestimmte Aussprache des Vorlesers leicht gemacht, sich in die Form der Sprache zu finden. Doppellen Genuß aber finden Diejenigen, welche sich schon früher mit diesem originellsten der Dichter ver⸗ traut gemacht haben und die in den zum Vortrage kom⸗ menden Sachen liebe, alte Bekannte begrüßen, die uns jedoch aus dem Munde des Herrn Burmeister in anderer, lichter Gestalt erscheinen. Wir verfehlen nicht, jedem Ge⸗ bildeten und jedem Freund einer heiteren Stunde den Be⸗ such der in Aussicht stehenden Vorlesung anzuempfehlen. Frankfurt. Der Bildhauer Ed. von der Launitz, der Schöpfer des Guttenbergdenkmals in Frankfurt und vieler anderer Kunstwerke, ist nach längerem Leiden ge⸗ storben. Bei seiner Beerdigung war das Guttenbergdenk⸗ mal, die bedeulendste Schöpfung des Verblichenen, mit Immortellenkränzen geschmückt. Während der Leichen⸗ condukt sich an demselben vorüber bewegte, spielte ein Musikcorps einen Trauermarsch. Dem Sarge folgte, was Frankfurt an Künstlern und Kunstfreunden aufzuweisen hatte. Australien. Eine Schreckensgeschichte von einem Kuli⸗ Schiffe. Vor elwa 6 Monaten schickte die Tahiti Cotton Company ein Schiff nach den Gilbert-Inseln, um dort 300 Kulis aufzutreiben. Auf der Rückreise brach eine Meuterei aus und der Capitän sowie zwei Offiziere fielen den wüthenden Kulis zum Opfer. Der Mate ent— rann in den Schiffsraum und es gelang ihm, ein Faß Schießpulver auf das Deck in die Näbe der Treppe zu bringen. Mit Hülfe von Pulver und Lunte legte er so— dann eine Verbindung an und lockte die unvorsichtigen Kulis in die Nähe der Lucke, wo sie durch die Explosion größtentheils getödtet wurden. Der Rest sprang ins Meer oder wurde von der Mannschaft niedergehauen. Das Schiff kehrte nach Tahiti zurück. „* Mittel gegen Hühneraugen. Frische Epheu⸗ blätter, 48 Stunden in Essig gebeizt und dann 8 Tage lang aufgelegt, sollen die Hühneraugen mit der Wurzel vertreiben, nur bei älteren muß das Verfahren zuweilen wiederholt werden.. „% Der Ursprung des Hutabnehmens. In einer Abhandlung über dieses Thema in Dickens Wochen⸗ schrift:„All the Tear Round“ wird hervorgehoben, daß die alten Britanier und Gallier ihr Haar ungestört wachsen ließen, so daß es öfter die Hüfte erreichte. Den Römern, welche späler die Länder der beiden Völkerstämme eroberten, war dieser lange Haarwuchs ein Gräuel, und sie unter— zogen die Gallser und Briten einer schimpflichen Schur. Zum Beginne des fünften Jahrhunderts gründete Phara⸗ mond sein Königreich in der Provinz, welche seither den Namen Frankreich trägt. Knechtschaft herabgewürdigt und die Eroberer legten die Scheere an die Häupter ihrer Opfer. Seitdem wurde es in ganz Europa zur Regel, daß langes Haar die aus⸗ schließliche Apanage der Großen und Edlen des Landes sei. Nicht nur Leibeignen und Vasallen, sondern freien Bürgern und Bauern wurde nicht gestattet, ihr Haar lang zu tragen. Den Leibeignen eines adeligen Gutsbesitzers schor man sogar während des fünften, sechsten und siebenten Jahrhunderts gänzlich den Kopf kahl, und von dieser Zeit datirt sich die Sitte des Hutabnehmens beim Grüßen. Das Entblößen des Hauptes hieß so viel als:„Sehen, Sie, mein Herr, ich bin ihr Diener, ich habe kein Haar!“ Sagen aus der Wetterau. Von Heinrich Hensler. 13. Von der Altenburg bei Holzhansen. Mehrere hundert Schritte von dem Dorfe Holzhausen entfernt, ist eine Stelle, worauf in alten Zeiten eine Burg stand, von der man noch viele Spuren alten Gemäuers und einen Graben unweit der Huckmannsmühle sieht. In dieser Burg hatte ein alter heidnischer König seinen Sitz. Noch jetzt haben dort allerlei Erscheinungen statt, wie z. B. die von einem schwarzen Manne, der bald auf der einen, bald auf der andern Seite zu sehen ist und unbeweglich, als ob er leblos wäre, dasteht. Niemand wagt sich in seine Nähe, da man nicht weiß, ob Gutes oder Böses von ihm zu erwarten ist. Es zeigte sich auch einmal ein Esel, welcher einen Menschen, der sich auf ihn gesetzt hatte, durch alles Gesträuche, ohne den vorhandenen Weg zu benutzen, auf den Gipfel der Anhöhe brachte, ihn dort abwarf und verschwand. Zu einer andern Zeit wurde ein großer Feuerklumpen inmitten der Ruinen bemerkt. Ein Müller aus der Nachbarschaft fand einstens dort einige Leintücher ausgebreitet, auf welchen ein großer Haufen des schönsten Waizens lag. Da nahm er sich eine Hand voll zur Probe mit. Als er diese Probe zu Hause untersuchen wollte, hatten sich die Körner in Gold verwandelt. Er eilte sogleich wieder an den Platz wo die Lein— tücher gelegen hatten,— sie waren aber mit den Waizen verschwunden.(Friedberger Intell.⸗Blatt von 1835, Nr. 22.). 5 Eingesandt. Friedberg. Wir haben Polizeiverordnungen und Gesee über die Einhaltung der Sonntagsfeier. te Werkstätten sollen leer stehen, die Läden sollen geschlossen sein, alle öffentliche, die Feier des Sonntags störende Ar⸗ beiten sind verboten. Sehen wir uns aber ein wenig um, beobachten wir, wie diese Gesetze unb Verordnungen ge— halten werden. Da wird selten ein Sonntag vergehen, an dem nicht Heerden von Rindvieh von jüdischen Händlern in die Stadt und durch dieselbe getrieben werden, so daß die christlichen Kirchengänger oft nicht wissen, wie sie den⸗ selben ausweichen und ohne Gefahr oder Schaden vorüber kommen sollen; und nicht minder selten sehen wir, wie jüdische Geschäftsleute ganze Kacrrenladungen und Traglasten voll blutiger Häute, stinkenden Fettes, alten Knochen und der⸗ gleichen über die Straßen transportiren und die Sonntags⸗ feier slören. Wenn man solches sieht, jahraus, jahrein, so darf man wohl fragen, sind die Juden den Gesetzen über die Sonntagsfeier nicht unterworfen, und kann man den⸗ selben nicht verbieten, am christlichen Sonntag das zu thun und zu schaffen, was sie ihres mosaischen Gesetzes wegen am Sabbath nicht thun dürfen oder nicht thun wollen? Literarisches. „Interessante Erzählungen für die Jugend und das reifere Alter von G. Bauer. Mit vier Bildern und einer Einleitung von Professor Eisenau. Stuttgart. Verlag von Chr. Belser. 2 Bändchen. à 45 kr. Dieses Schriftchen läßt sich als Christgeschenk für die reifere Jugend bestens empfehlen, denn die Erzählungen sind mit gutem Geschmack gewählt und wirklich interes⸗ sant. Die Darstellung ist anziehend— bald spannend, bald überraschend. Der Styl ist fließend und leicht faßlich. Das Ganze ist von sittlich⸗religibsem Ernste getragen und kann einen wohlthuenden Einoͤruck auf das Gemüth nicht verfehlen. Auch die äußere Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. S Volkskalender für 1870. Herausgegeben von Karl Steffens. Dreißigster Jahrgang. Berlin, Louis Gerschel Verlagsbuchhandlung. a Steffens Volkskalender hat sich nicht nur in Preußen, sondern in ganz Deutschland ein dankbares Publikum er⸗ worben, das ihn jedes Jahr mit Befriedigung aufgenom⸗ men und sich auch mit jedem Jahre gemehrt hat trotz der vielen Concurrenz, die seit der Zeit seines ersten Er⸗ Die Gallier wurden bis zun * — scheinens in Volkskalendern erwachsen ist. Steffens Volkskalender für das Jahr 1870 enthält außer dem herkömmlichen Kalendarium, der eben so herkömmlichen Genealogie der europäischen Regentenhäuser und dem Verzeichniß der Märkle und Messen, poetische Beiträge von Juliue Rodenberg, Adolpf Mützelburg, Karl Neumann ⸗ Strela, Max Ring. Seorg Hiltl und Sacher⸗ Masoch. Diese Skizzen und Erzählungen sind durchweg anziehend und für einen Volkskalender sehr geeignet; nur die Verherrlichung eines Räubers in den Karpathen und seiner Geliebten v. Sacher-Masoch hätten wir gern ver⸗ mißt. Von solchen edlen Burschen ist schon zu viel für das sittliche Urtheil gefabelt worden. Andere Aufsätze sind eben so lebrreich, wie nützlich. Die Rückblicke auf die Weltereignisse des Jahres 1868/69 sind vom Standpunkte eines liberalen Preußen geschrieben, und in übersichtlicher welche Scenen aus dem Kinderleben höchst charaktexistisch darstellen und durch Gedichte von H. Kletke geistvoll und wahr empfunden erklärt werden. Dringende Bitte. Für eine Familie, die vor Kurzem hierber gezogen ist und die sich in grenzenloser Noth befindet, bittet man nochmals dringend um milde Gaben und ist die Expe— dition bereit dieselben in Empfang zu nehmen. Mehrere Menschenfreunde. Zu den früheren Gaben gingen ferner bei uns ein: Frau Apotheker Trapp 1 fl, Dekan Buchhold in Ossen⸗ heim 1 fl., Pfarrer Bornagius in Fauerbach 18 kr., Für den Prandbeschädigten Joh. Weis in Wingershausen gingen serner bei uns ein von: Pfarrer Ebel in Stein⸗ surth 1 fl., Ungenannt 36 kr. Um Zuwendung weiterer Gaben bittet Die Expedition. 3478 Der Herriedener Laubfroschkalender und Wetterprophet auf das Jahr 1870 zeichnet sich wieber durch trefflichen Humor ganz besonders aus. Da er keine religlonofeindliche Tendenz hat, se kann er in jeder Fa⸗ milie unbeanstandet die verdiente Aufnahme finden. Kürze ganz angemessen. Allerliebst sind die Stahlstiche,“ H. S. 30 kr. 8 Versteigerung Bekanntmachung. 11 von altem Grubenholz und altem Eisen. 3484 Die heute in dem Frh. v. Franckenste ln schen 3 3445 Dienstag den 28. Dezember d. J., Nachmittags 1 Uhr anfangend, werden auf dem Großherzoglichen Walddißrict„Löwenwald“ abgehaltene Polzversteigetung n. Dorheimer Bergwerk einer öffentlichen Versseigerung ausgesetzt: ist genehmigt. Der erste Fahrtag wied auf Montag den Nraber 34 Stecken altes Grubenholz, ferner 72 Pfund alte Abflechschippen, 20. Dezember anberaumt. Burg 775 Pfund verschiedenes altes Eisen, 65„ alte Feilen, Ockstadt am 14. Dezember 1869. 1 132„ altes Gußeisen, 8 Stück alte Sägeblätter und Der Freiherrl. v. Franckenstein'sche Oberförster * 8 190„ alte Förderketten, 50 Pfund alte Grubenseil- Abfälle. Wilbrand. dungen Dezember 1869. roßherzogliches Bergamt Dorheim 2 Nan Dorheimer Bergwerk den 13. Dezem Groß zog ee b Aechten Jamaica Num und Sti Das Neueste in Herrenkleidern sowohl als Damen⸗ Punsch⸗Essenzen 945 N 5 8 g 3467 empfiehlt Carl Bauer in Assenheim. „ Mänteln ist in großer Auswahl wieder neu an⸗ ü gekommen. Becker& Engel. Krippen lan 3492 von s. g..— bei der dann* N Ale bester Ersatz des iegelei am? 2 11 nde r Se. Heiligkeit der Kaffer's dient Hoff sche Zieg 6 Arbe i 3 8 8 Malz⸗Gefundheite⸗ 2933 Trassirung, Diseont- u. Aeeept- * Heil und Stärkungs⸗I 3464 3 Chocolade, sehr wohl⸗ f Credit auf ein ält. resp Firma(Fabr.-& Comm. mittel, à 6 Sgr., Papst schmegend, à 20 und Gesch.] Näheres Cöln N. L. 6, poste rest. 1 pto Flasche incl. Glas. 30 Sgr. pro Pfund. niert nahm am 8. April 1869, dem Tage Seines Jubiläums und wiederbolt am 8. September 1869 durch den Herrn Präceptor G. Spugno in Rom von dem ihm zur Gesundheit sehr dienlichen Hoff'⸗ schen Malzextract.— Gott zum Gruß! Man ersucht höflichst für anruhende 10 fl. Malzextract-Chocolade feinfler Qualität gefl. senden zu wollen an Se. Excellenz H. D. J. von Ranoldes k. k. Geheimerath, Bischof von Vesprim. Vesprim am 16. März 1869.— Herr Erzpriester J. Kottas in Zabrze Winterhandschuhe! 2819 in schönster Auswahl billigst dei K. Friedrich neben der Post in Friedberg. rel schrieb am 24. September 1869: Ihr Malzextrakt hat meinen e. 30 Bade i n ee 55 f 2 2 6 it.— Ebenso Herr Kaplan P. Ingnaz Hauptmann in Sellwitz: Ich ersuche um weitere Sendung* 28 * 5 geschätten e l 5 zwar diesmal um mebrere Pfund von Ihrer Malz-Gesundheits⸗Chocolade. Schwarze Kaiser Tinte Aar 6 nde Weihnachtsfeste eignen ch die is in Flaschen 8 und 14 kr. stets zu baben bei 10 Zu dem bevorstehenden Weihnachts feste eignen sich. 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(Hierzu Unterhaltungs⸗Blatt Nr. 51 und zwei Beilagen.) Liederkranz. 3488 Sonntag den 26. d. M. Abendunterhaltung im Saale des Hotel zu den drei Schwertern. Beginn präcis 7½ Uhr. 0 Friedberg. Der Vorstand. Der Lahrer Hinkende Bote für 1870, 3200 Dieser Jahrgang doppelt so reichhaltig wie früher, ist erschsenen und zu baben bei allen Buchhänd⸗— lern und Buchbin dern. M. E. Cellarius in zie aut Alsfeld. smibolt 8—— 138 Das begreif' ein Anderer 3479 woher der Herrtedener„Laubfroschkalender und Mit Welterprophet für das Jahr 1870“ wieder seine kreuz ⸗ dienstag, Do lustigen Späße und komischen Bilder hat.(Er ist bei schligsen Te allen Buchhändlern und Buchbindern um 11 kr. zu haben.) uche al g f Unterhalt. Alac de Batavia!„ Jabl derllber übten Weiß Das jährlich 4 Rum de Jamaica feinste Puufch Gssenzen 3110 bei Wilh. Fert Srische Obergährhese 3475 bei C. Altmannsperger. 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In der vorigen Nummer d. Bl. ist des h zeige der Preis des Hammelflelsches irrthümlich zu 12 kr. Dandelsmin statt zu 15 kr. angegeben. 1 bgzüglich 1 8 5 8 5 Sudiengit auf Kirchliche Anzeigen für Stiedberg. Sin bene Evangelischt Gemeinde. e dienste w Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. 4. Adventsonntag. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. Nachmittags: Herr Candidat Schmidt. Gottesdienst in der Burgkirche Vormittags: Herr Diakonus Meyer. Nachmittags: Candidat Weigold. U Karleru anstalten* — Im 2 der von mehr. ung über sosedirten di alsge Aufra Katholische Gemeinde. Sin Urgn Samsiag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. hiser lt 4. Sonntag im Advent. n Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Predigt. i ae Nachmittags: ½2 Uhr Ehristenlehre und Andacht. aatesg ld 0 Verants. Red.: Hermann Schimpff. das Ab Ornck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. saushalt“