lar deen Mum dein. Feb Februar uß dag 1869. Donnerstag den 18. Februar. N20. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren: Nr. 4. sub 1. Bekanntmachung, die Telegrapbenordnung für die Cortespondenz auf den Linien des Telegraphen-Vereins betreffend.— sub 2. Bekanntmachung, Zedürfnisse der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für 1869 betr. Friedderg den 15. Februar 1869. Lokalreglement, ie Erbedung der Einkommensteuer in den ersten 6 Monaten des Jahres 1869 betr.— sub 3. Bekanntmachung, die Aufbringung der Mittel zur Beffreitung der Großherzogliches Kreisamt Friedberg rap p- den Verkehr in dem Quellenweg zu Nauheim betreffend. Auf Antrag der Lokalpolizeibehoͤrde und mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 7. Dezember 1868 zu Nr. M. d. J. 12287 wird hiermit für die Stadt Nauheim verordnet: Das Aufstellen von Schubkarren, Handwagen u. Friedberg den dergl. und das Fahren damit innerhalb des Quellenwegs ist verboten. Unterricht im Hufbeschlag. detreffend: Unterricht im Pufbeschlag 1868/69. Zuwiderhandlungen unterliegen nach Artikel 114 des Polizei⸗ strafgesetzes einer Polizeistrafe von 30 kr. bis 2 fl. 12. Februar 1869. Großherzogliches Kreisamt Friedberg . Die Prüfung der jungen Schmiede, die im laufenden Winter den Unterricht im Hufbeschlag zu Butzbach besucht haben, wird an senanntem Orte Mittwoch den 24. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, beginnen. verden zum Besuche dieser Prüfung ergebenst eingeladen. Laubach am 12. Februar 1869. Alle diejenigen, die sich für diesen Unterricht interessiren, Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen Otto, Graf zu Solms-Laubach. Hessen. Darmstadt. Cassationshofe wurde die Nichtigkeitsbeschwerde des beoßh. Hofgerichts Advokaten Emmerling II. tegen das ihn wegen Ehrenkränkung des Abg. Netz I.— in dem bekannten Aufsatze„Neues Netz'sches Rückzugsg⸗plänkel“— zu einer drei⸗ ügigen Gefängnißstrafe und einer Geldbuße von zvölf Gulden verurtheilende Erkenntniß Großh. Nypellhofs der Provinz Starkenburg für unbe— gründet erkannt und Cassationskläger in die Kosten Vrurtheilt. * Gießen. Abermals ist einer der renom— zirtesten Lehrer unserer Universität, Professor Ur. Leuckhardt für diese verloren gegangen, idem derselbe einen Ruf nach Leipzig angenommen. zuch noch weitere Berufungen an tüchtige Lehr- häfte sollen stattgefunden haben, Aussicht auf dren Erhaltung jedoch vorhanden sein. Preußen. Berlin. Die Frankfurter Teputation hat wiederholt mit den verschitdenen Pinistern conferirt und reiste am 15. d. wieder nach Frankfurt zurück. Ihre Vollmacht berechtigt nur zur Verhandlung mit der Regierung und iu einem Abschluß vorbehaltlich der nachfolgenden Katification. Die Regierung will jedoch einen finitiven Abschluß herbeiführen. Die Deputatton zeht deßhalb nach Franksurt zurück, um die Voll- gacht zu einem solchen einzuholen. — Gemäß dem früheren Beschlusse des Bun- nisrathes ließ der Justizminister einen Bundes- zesetzentwurf ausarbeiten, wonach das deutsche handelsgesetzbuch und die allgemeine Wechselord— ung zu Bundesgesetzen erklärt werden. — Das preußische Barkschiff„Emma“, von lardiff nach Barcelona bestimmt, ist nach einem gusammenstoße mit dem Londoner Schiffe Kalkutta utergegangen. Von der aus elf Personen he ⸗ henden Bemannung sind nur vier gerettet. — Die Gründung einer stettiner amerlkanischen Dampfschifffahet, vorläusig mit vier Schiffen, ist n seiner Ausführung als gesichert zu betrachten. — Das in hiesigen Blättern wiederholt auf— geauchte Gerücht, wonach der Oberpräsident „ Möller zum Minister des Innern, Graf Eulenburg, zum Botschafter in Paris und hrr v. . Von dem Großh. ernannt werden sollen, wird Pato w zum Oberpräsident in Kassel! in gutunterrichteten Kreisen als vollständig unbegründet erklärt. — Die Angabe, wonach der Herzog Adolf von Nassau die Theilnabme der Depossedirten von Hannover und Kurhessen an den antipreußi— schen Agitationen abgelehnt habe, wird als richtig bezeichnet und hinzugefügt, der Herzog habe die Gelegenheit benutzt, sich über die früheren klein— staatlichen Zustände in seinem ehemaligen Lande auszusprechen, und dem gegenüber die Sorglosigkeit seiner jetzigen Lage betont. Köln. Hier ist das Stadttheater vollständig niedergebrannt. Neun Menschenleben gingen ver— loren. Die Nachbarhäuser blieben verschont. Kassel. Die„Hess. Volkeztg.“ schreibt: „Schon seit etwa 14 Tagen ist hier eine Crimi— naluntersuchung im Gange, welche gegen nicht un— beträchtliche Betrügereien, die bei Militärlieferun— gen verübt worden sein sollen, gerichtet ist. Es haben in Folge derselben schon vorige Woche und in jüngster Zeit mehrfache Verhaftungen von Lie— feranten und Bediensteten derselben, sowie von Militärbeamten stattgefunden. Die Untersuchung hat nach glaubhaften Nachrichten allerneust ziem— lich große Dimensionen angenommen und soll sich auch nach auswärts hin verbreiten.“ Frankfurt. In der von mehr als 3000 Personen besuchten Bürgerversammlung wurden in der Rezeßfrage nachstehende Resolutionen mit allen gegen 2 Stimmen angenommen: „In Erwägung: 1) daß die Staatsregierung, indem sie die Rezeßangelegenheit zur thatsächlichen Entscheidung des preußischen Landtags bringt, den Weg der Ver— handlungen verlassen hat, ohne den einzig zulässigen Weg des Rechts zu betreten; 2) daß überdies die beim Landtag eingebrachte Vorlage, weit entfernt, die Grund— sätze des Rechtes noch auch nur die der Villigkeit an— uerkennen, der Stadt Franksurt einen großen Theil ihres Eigenthums entzieht, und dadurch deren finan— lelle Lage höchlich gefährdet; 3) daß es, Angesichts bieter Sachlage, weder der Würde noch dem Rechte noch den Interessen unserer Stadt entspricht, ihkerselts den Schein einer freien Einwilligung in die gegen sie geübte Vergewaltigung auf sich zu nehmen; erklärt die Bürgerversammlung: 1) die Beschlüsse des Magistrats und der Stadtverordneten vom 10. Februge d. J. werden von den Bürgern Frankfurts mißbilligt; 2) gegen jede Entziehung des Eigenthums der vormals freien Stadt Frankfurt, sowie gegen jeden Beschluß der slädti— schen Behörden, der einer solchen Entziehung zustimmen würde, legen die Bürger Frankfurts entschiedenste Ver⸗ wahrung ein.“ Wiesbade, Die Nachricht, daß die von den Bewohnern der Stadt Wiesbaden pro 1869 zu entrichtenden Klassen- und Einkommensteuer abermals um ein Viertheil erhöht worden sei, ist, was die Klassensteuer anbelangt, unrichtig. Die Klassensteuer für Wiesbaden betrug Ende 1868 mit Berücksichtigung der Ab- und Zugänge 34,012 Thaler. Für das Jahr 1869 ist dieselbe auf 33,754 Thlr. festgesetzt. Für dieses Jahr ist also die Klassensteuer nicht erhöht, wohl aber um den Betrag von 258 Thlen, ermäßigt worden. Oesterreich. Wien. Die„Presse“ mel⸗ det: Der griechische Minister des Aeußeren, Delyarnis, hat am 13. d. eine Circulardepesche an die griechischen diplomatsschen Agenten versandt, welche die Anzeige von der Annahme der Con- ferenzerklärung Seitens Griechenlands enthält und den Standpunkt der Regierung erläutert. Aus der Schweiz. Die von Preußen wieder in's Leben gerufene politische Spionage en gros wird von schweizerischen Blättern durch folgende Anekogte illustrirt:„Im Anfang der dreißiger Jahre ciel sich auch die preußische Re- gierung einen Spion in der Schweiz zur Ueber wachung der deutschen Flüchtlinge. Natürlich hatte auch Oesterreich(Metternich) den seinigen. Die beiden Herren, nämlich der preußische und der österreichische Spion, waren gute Freunde, und eines schönen Frühlingstages wollten sie gern eine gemeinschaftliche Reise nach Italien machen, natürlich nicht für ihr Geld. Da machten sie ein Attentat und zwar so: Der Preuße schrieb an seinen Minister in Berlin, hier in der Schweiz sei ein sehr gefährlicher Demagoge und er nannte den Oesterreicher, der, wie er vernommen, heim- liche Vorbereitungen zu einer geheimnißvollen Reise nach Italien treffe, namentlich sich einen langen Dolch mit einem durchstochenen Herzen und einer zerbrochenen Fürstenkrone darauf, bestellt habe; es handele sich also unzweifelhaft um einen Demagogencongreß zur Ermordung aller Fürsten; der Mensch müsse auf seiner Reise des Strengsten überwacht werden; Seine Excellenz möge zu diesem Zwecke schleunig Reisegeld schicken. Ganz so schrieb der Oesterreicher, indem er als den gefährlichsten Fürstenmörder den Preußen nannte, nach Wien an den Fürsten Metternich. Beide erhielten natürlich sofort Reisegeld, machten eine sehr vergnügte Reise nach Italien und schrieben dann haarsträubende Reiseberichte nach Berlin und Wien, in denen, wiederum natürlich, Jeder von dem Andern leider zu früh entdeckt war, so daß nichts hatte ermittelt werden können. Frankreich. Paris. In Erwiderung auf die Anklagen der Berliner Presse macht die hiesige Regierungspresse geltend, daß der Vergleich zwischen dem Aufenthalte der Hannoveraner in Frankreich und der Bildung von Banden in Griechenland durchaus nicht stichhaltig sei; die hannoveranischen Soldaten wären über das ganze Land zerstreut und auch von ihren Offizieren ge— trennt; Frankreich habe nur die Pflicht, zu ver⸗ hindern, daß die Hannoveraner nicht conspiriren, und diese Pflicht habe es erfüllt, werde aber nach wie vor den Verbannten gastfreundliche Aufnahme ähren. 9 Die Münzceommission hat am 28. Januar ihre Sitzungen geschlossen und sich für den Ueber- gang zur reinen Goldwährung ausgesprochen. Die Ansichten Wolowski's über die Doppel- währung sind in der Minorität geblieben. Gleich— zeitig empfieht die Commission die Prägung und Ausgabe don Fünfundzwanzig-Francsstücken als internationale Münze. Man kann nunmehr er— warten, daß Frankreich demnächst die Einladung zu einer anderweitigen Welt-Münzconferenz er⸗ lassen wird. 5 N — Der„Siecle“ sagt:„Wir haben den Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“, des offiziösen Blattes des Hrn. v. Bismarck, vor uns, auf welchen der Telegraph aufmerksam machte. Es ist eine ziemlich heftige Anklage gegen die offiziöse sranzösische Presse, deren Betrachtungen bezüglich der Belegung mit Scquester der Güter des Königs von Hannover und des Kurfürsten von Hessen die preußischen Journalisten über die Maßen gereizt zu haben scheinen. Wir denken nicht, nachdem wir reiflich darüber nachgedacht, daß es nöthig sei, irgend welche Wichtigkeit dieser Polemik bei⸗ zulegen. Sie bestätigt höchstens ein Faktum, welches wir bereits sehr gut kennen, nämlich, daß es nicht gerade Gefühle gegenseitiger Herzlichkeit sind, die die Cabinette von Paris und von Berlin beseelen.“ g — Auf die Kunde vom Tode Fuad Pascha's hatte der Kaiser befohlen, daß ein Aviso der kais. Marine sich nach Nizza begebe, um die sterblichen Reste dieses Staatsmannes aufzunehmen. So— bald der Sultan dieß erfahren hatte, sprach er auf telegraphischem Wege dem Kaiser seinen Dank aus und gab dem türkischen Schiffe, das nach Nizza beordert war, Gegenbefehl. — Aus Besangon wird telegraphirt: Vor einigen Tagen wurde um 5 Uhr Morgens im Zuge 205, der von Dijon nach Belfort geht, ein Zahlmeister der Compagnie, der sich allein in einem Wagen zweiter Klasse befand, plötzlich, als der Zug von Dannemarie abging, von zwei In⸗ dividuen angegtiffen, die durch die Thüre rechts eindrangen und die den Zahlmeister aus dem Wagen warfen, um sich der Summe von 28,000 Fr., die er bei sich führte, zu bemächtigen. Der Zahlmeister, Hr. Marielle, ist verwundet.“ — Die„Liberte“ will wissen, daß Don Fernando von Portugal die Candidatur zum spanischen Throne angenommen habe. Großbritannien. London. Der deutsche Turnverein hielt vor einigen Abenden sein fünftes jährliches Winterschauturnen, bei dem einige 2000 Personen sich ale Zuschauer eingefunden hatten. Dem Jahresberichte zufolge haben sich seit der Gründung im Jahre 1861 4759 Mitglieder dem Verein angeschlossen und es ist bemerkeuswerth, daß unter der jetzigen Mitgliederzahl die Eng⸗ länder doppelt so stark als die Deutschen sind. Das französische Element ist durch etwa ¼6 der Zahl der Deutschen vertreten. Im Rahmen des Turnvereins besteht noch ein Liebhaber ⸗Orchester, ein dramatischer und Gesangverein, die alle das Ihrige zur Erheiterung der Gesammtheit mit beitragen. Spanien. Man liest im„Imparcial“ vom 9. d., daß die Regierung ein Telegramm vom General Dalce aus der Havanna erhalten hat, worin er neuerdings die Zusendung von 6000 Mann Verstärkung und von Geld verlangt. Es wird versichert, daß diese Forderung durch eine neue Insurrektion veranlaßt worden ist, welche in Villaclara, im Distrikt von Cuatro Villas, aus- gebrochen sein soll. Madrid. Die Cortes haben Rivero(De— mokrat) mit 168 Stimmen gegen 80, die Herr Orense erhielt, zum Präsidenten erwählt. Zu Vicpräsidenten sind ernannt worden: die Herren Vega-Armijo(liberale Union), Martes(Demo- krat), Cantero(Progressist), C Valera(Demo- krat⸗Progressist) Türkei. Konstantinopel. Das neue Ministerium ist gebildet; Ali Pascha wurde zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten und zum Großvezier ernannt, beide Posten sind also vereinigt. Griechenland. Athen. Die kandiotischen Flüchtlinge richteten an die Gesandten in Athen die Bitte, ihnen Schiffe zu verschaffen, um nach Kandia heimzukehren. Nußland. Petersburg. Die„russische Telegraphenagentur“ meldet aus Tauris vom 14. Februar, daß die Nachricht, der Schah von Persten wäre mit Truppen in der Richtung nach Bagdad abgegangen, unbegründet sei und von demselben ein solcher Kriegszug auch nicht beab— sichtigt werde. Amerika. Newyork. Das Repräsen— tantenhaus nahm eine Bill an behufs Annullirung aller zur Emission von Bonds autorisirenden Ge— setze, ausgenommen für Eisenbahnsubsidien oder für die Convertirung von Coupons einregistrirter Bonds. Eine im Repräsentantenhause eingebrachte Bill verbietet geheime Goldverkäufe oder Bonds⸗ verkäufe durch die Regierung.— Der Dampfer „Nellie Stievens“ verbrannte; 63 Menschenleben gingen verloren.. E Friedberg. Von den regelmäßigen Donnerstags— Vorlesungen wären hier noch zu erwähnen: der Vortrag des Herrn Seminarlehrers Stamm über„Augußin und die Donatisten“ und der des Herrn Bergrentmeisters Nebhuth über„die Arbeiterfrage.“ Der erstere dieser Vorträge handelt von für die Kirchengeschichte wichligen Vorgängen in der nordafrikanischen Kirche im 4. und zu Anfang des 5. Jahrhunderts. Dort, wo später der Mu⸗ hamedanismus sich ausgebreitet und nur erst in neuester Zeil durch die Franzosen in Algier das Christenthum wieder einigen Boden zu gewinnen anfängt, hatte der christliche Glaube zahlreiche Gemeinden gesammelt, die ihren Mittelpunkt in Karthago hatten. Bei den letzten allgemeinen Christenverfolgungen der römischen Kaiser im Anfang des 4. Jahrhunderts zeigten viele Glieder dieser Gemeinden eine außerordentliche Glaubensstärke und Glaubenstreue. Willig ging man für seinen Glauben in den Tod; ja man suchte das Marlyrium geradezu. Andere freilich zeigten sich nachgiebiger, fügten sich dem kaiserlichen Machigebot und lieferten Bibeln und Gebetbücher aus. Als bald darauf unter Constantin dem Großen das Christenthum zur Herrschaft gelangte, eiferten die Treu⸗ gebliebenen gegen die Bibelauslieferer(Traditores), wollien mit ibnen keine Gemeinschaft haben und ihre Priester und Bischöfe nicht anerkennen. Die Separatisten, von ihrem sanalischen Bischof Donatus Donatisten genannt, führten einen ein ganzes Jahrhundert sich hinziehenden erbitterten Kampf gegen die allgemeine Kirche, der selbst durch Con⸗ cllien und kaiserliche Entscheidungen nicht beschwichtigt werden konnte. Erst dem überwältigenden Einfluß Au⸗ gustins, seit 395 Bischof in Hippo, gelang es, den Wider⸗ stand der Donatisten zu brechen. Vas Wesen und Wirken dieser großartigen Persönlichkeit, in ihrem Suchen und Riugen nach Erkenntniß, ihren Verirrungen und Aus⸗ schweifungen, ihrem durch das Christenthum bewirkten Läuterungsprozeß und ihrer bedeutungsvollen Thätigkeit im Dienste der christlichen Kirche, zeichnete der gediegene Vortrag in wenigen großen Zügen in trefflicher Weise. Die Haupifragen, die den Donatistenstreit bewegten, sind die über die Berechtigung oder Nichiberechtigung des Scktenwesens in der Kirche und die über das Verhältniß der Kirche zum Staat. Bezüglich der ersten Frage stellie Augustin der donalistischen Maxime:„Die Kirche ist keine Kirche mehr, wenn sie unreine Glieder zählt,“ den Satz entgegen:„Nicht die Glieder machen die Kirche heilig, sondern der Grund, auf dem sie erbauet ist; darum kann die Kirche auch unreine Glieder vertragen.“ Hinsichtlich der zweiten Frage sei nur der für die Bestrebungen der Gegenwart bedeutungsvolle Ausspruch des Donatus er⸗ wähnt:„Was geht die Kirche den Kaiser an?“— Der Vortrag des Herrn Bergrentmeisters Nebhuth sieht in der„Arbeiterfrage“ ein Gewitter heranziehen, das, zun Ausbruch gekommen, leicht eine schreckliche Katastrophe herbeiführen könnte. Eine friedliche Lösung dieser Frage, die nach ihm in der Versöhnung des Kapitals mit ber Arbeit besteht, will er zum Heil der menschlichen Gesell⸗ schaft vom Standpunkt der Humanität durchgeführt haben. Dazu nimmt er die menschensreundliche Hülfe der Vertreter des Kapitals, speciell der Fabrikherren, die energische Thäligkeit der Arbeiter selbst und sekundär die Unterstützung des Staates in Anspruch. Von den ersteren verlangt er, unter Hinweisung auf das menschenfreundliche Bemühen einzelner Fabrikbesitzer in Mühlhausen im Elsaß, in Eng⸗ land und anderwärts um das Wohl ihrer Arbeiter, daß sie dieselben mit der Dampfmaschine mindestens in gleiche Linie stellen, deren Speisung mit Steinkohlen nicht allein, sondern deren Abnutzung auch mit in den Calcul auf⸗ genommen wird. Darnach habe der Arbeitgeber nicht blos den Unterhalt des Arbeiters durch die Lohnhöhe zu ermöglichen, sondern es liege ihm die Pflicht ob, die Ab⸗ nützung der Arbeits- und Lebenskraft zu vergüten, wozu sich der Eintritt des Arbeiters in eine Lebensversicherung auf Kosten des Fabrikherrn besonders eigne. Tausend— fachem Elend würde dadurch bei eintretenden Sterbsällen vorgebeugt sein. Ebenso verdienten die spgenannten Partuer⸗Etablissements alle Anerkennung, die ihren Ar⸗ beitern außer ihren Lohnsätzen nach feststehenden billigen Normen Antheil am Reingewinn und die Möglichkeit ge⸗ währten, ihre Ersparnisse im Geschäft selbst auf Interessen anzulegen und so Arbeiter und Ackionär zugleich zu sein. Der mächtigste Factor aber zur Lösung der Arbeiterfrage sei die Selbsthülfe der Arbeiter.— Selbsthülfe durch lüchtige, treue Arbeit— Arbeiter sind wir Alle, gleichviel ob auf geistigem oder materiellem Gebiet, und arbeiten muß, wer existiren will; die Natur bietet ohne Arbeit nur Wasser, Luft und Licht—, durch solide Sparsamkeit, durch Association zu Vorschuß⸗ und Ckedit-, Cansum⸗ und Produktionsvereinen, vor Allem aber durch Streben nach Bildung, welche eine werthvollere Arbeit erzeugt und das Leben menschenwürdiger gestallet,— das ist der Haupt schlüssel zur Lösung der Arbeilerfrage. Dem Staal aber liegt es ob, durch energische Hebung und sorgliche Pflege der Schulen, der Volks- wie Realschulen, und durch all gemeine Einführung von(nicht blos landwirthschaftlichen) Fortbildungsschulen Bildung für Alle zu ermöglichen, alle Interessen der arbeitenden Klasse zu ermuntern und za fördern, zu schützen und zu pflegen und für Zeiten außer- ordentlicher Noth, aber nur für solche, mit duekier Hülfe zur Hand zu sein.— Damit ist schon augescutes, daß der Vortrag den Bestrebungen eines Schulze ⸗Dalitzsch vollste Anerkennung zollt, während er die Theorien eines Lassalle als utopisch und nimmer zum wahren Wohl der Arbeiter ausschlagend bekämpft. Wir siimmen dem Redner, dessen Vortrag eine Fülle edler Gedanken und praktischer Vor⸗ schläge enthält, aus vollem Herzen in dem Wunsche bei, daß seine Worte, als ein Beitrag zur Lösung einer der dringendsten Zeitfragen, nicht ganz wirkungsles verhallen möchten. 4 Friedberg. Wir haben uns von den ganz über⸗ raschenden Erfolgen des achtstündigen Schreibunterrichts des Herrn Wolff überzeugt und können nicht umhin obigen Lehrer Jedem zu empfehlen, der seine Handschvift in kurzer Zeit ohne erhebliche Mühe bessern will. Die Methode des Herin Wolff beruht auf einfachen Prinzipien und ist ebenso praktisch als ranonell. Gießen. Direction des Herrn Mickher veranstaltet nächsten Don⸗ neistag den 18. d. in der hiesigen Stadtkirche ein großes Concert, in welchem„Samson“, Oratorium für Solo⸗ stimmen, Chor und großes Otrchester, componirt von G. F. Händel zur Aufführung kommen wird. Gefällige Mitwirkung baben zugesagt die Herren August Ruff und Nathan Reis aus Mainz. Wir glauben die aus, wärtigen Musikfreunde auf dieses vielversprechende Concert aufmerksam machen zu sollen. Der Anfang ist auf 3 Uhr bestimmt, Ende halb 6 Uhr. Karten à 1 fl. 12 kr., 48 kr. und 24 kr. werden in den hiesigen Buchhandlungen aus⸗ gegeben. Grünberg. Die in der Nacht vom 12. auf den 13. d. anderwärts verspürte Erderschütterung wurde auch hier wahrgenommen. l N Mainz. Der des Giftmordes an seiner Gattin an⸗ geklagte Schäfer von Bretzenheim, welcher vor einiger Zeit von der Union an die hessischen Gerichte ausgeliefert wurde, soll am verflossenen Samstag ein vollständiges Geständuiß seiner Schuld abgelegt haben. Worms. Der Rechnungsabschluß des Ausschusses des Luther-Denkmal-Vereins ergibt an Einnahmen 236,772 fl. 1 kr., an Ausgaben 216,479 fl. 52 kr., mit⸗ hin einen Ueberschuß von 20,292 fl. 9 kr. Unser akademischer Musikverein unter der Worms Nach dem Jahresbericht des hiesigen Vorschuß⸗ und Creditvereins beträgt die Zahl der Mitglieder 346 Das Vereinsvermögen weist die Summe von fl. 39,43 also über tausend Gulden mehr als im vorigen Jahre aus. Geschäfte wurden im Betrage von fl. 640,348 ab- geschlossen, während die Summe im vorhergehenden Jahr über 54,000 weniger hoch war. Von vorsichtiger Ge schäftsleuung gibt der Umstand Zeugniß, daß im Verlaufe des Jahres keine Verluste vorgekommen sind. Der Rein: ertiag berechnet sich auf fl. 2017, wovon 6 Pet. Dividende fen und fl. 577 dem Reservefonds zugewiesen werden ollen. Leipzig Eine sehr überraschende Wendung hat es mit der Urheberschaft des kürzlich gemeldeten auf der Leipzig⸗Dresdener Bahn bei Riesa verübten Eisenbahnk frevels genommen. Es war dort eine Eisenbahnschiele gewallsam herausgebrochen, durch rechtzeitiges Signalisiten Seitens des nächsten Bahnwärters aber dem herau brausenden Schnellzuge noch Gelegenheit gegeben worden, vor der verhängnißvollen Stelle zu halten. Dieser selbe Eisenbahnwärter, den die dankbaren Passagiere des gefähr⸗ 7 * deten Zuges schon beschenkt hatten, steht nun in dringendstem erdachte, jene Ruchlosigkeit selbst ausgesonnen und ins Werk gesetzt zu haben, um hintendrein für seine scheinbare Aufmerksamkeit und die dadurch bewirkte Vereitelung des Bubenstücks Dank, Lob und Belohnung zu erhalten. Der Bahnwärter wurde verhaftet, mußte aber wegen Mangel hinreichenden Beweises wieder entlassen worden. Berlin. Im vergangenen Jahre sind im norddeut⸗ schen Bund ca. 255 Millionen Briefe befördert worden von weschen ungefähr 55 Millionen portofreie waren. Von diesen bestanden zwei Drittel aus Dienstbriefen, d. h. aus solchen, welche portofrei von den Behörden, nament— lich von den Gerichten, versendet wurden. Die Zahl der Postbeamten im norodeutschen Bunde belief sich auf ca. 34.000. Rechnet man die Postillone und Posthalter hin— zu, welche nur in einem contractlichen Verhältnisse zur Postverwaltung stiehen, so besteht das Gesammtpersonal der norddeutschen Postverwaltung aus etwa 43,000 Personen. An Postanstalten zählt der norddeutsche Bund ca. 4400, so daß auf ungefähr 1 Quardratmeilen eine Postanstalt kommt. Berlin. Die sich so häufig wiederholenden Ueber— zieher⸗Oiebstähle in öffentlichen Localen, über die in letzter Zeit vielfach Klage geführt worden ist, sind ein beredtes Jeugniß für die Verzweigtheit des Diebgewerkes in Berlin. Dieselben werden in der Regel von kleinen, wohlorgani⸗ sirten Diebsgesellschaften ausgeführt, die dabei mit solcher Schlauheit operiren, daß selbst im Falle der Entdeckung der Dieb selten überführt werden kann. Drei oder vier solcher Strolche treten z. B. in eine stark frequentirte Restauration, und zwar nicht gleichzeitig, sondern in kurzen Zwischenräumen und anscheinend, ohne sich zu er⸗ kennen. Ein paar von ihnen, Pelz versehen sind, hängen diese Kleidungsstücke möglichst nahe zu denen anderer Gäste. Ein anderer, ber ohne Winierhülle gekommen ist, nimmt sich nach kurzer Zeit ganz ungenirt eine solche, und zwar diejenige, welche der eines seiner Complizen am ähnlichsten ist, von der Wand und eutfernt sich damit. Wird er von dem rechtmäßigen Eigenthüwer dabei ertappt, so entschuldigt er sich höflich mit einer Verwechselung und bezeichnet den Ueberzieher oder Pelz seines Complizen als den seinigen. Glaubt man ihm nicht, so bittet er einsach zu constatiren, daß das Kleidungstück keinem der anwesenden Gäste gehört. Da der Complize wohlweislich keine Eigenkhumsansprüche erheben wird, so muß man ihn wohl oder übel ziehen lassen. Glückt der Coup jedoch von vornherein, so können die zursckgebliebenen Complizen natürlich nicht für den Diebstahl verantwortlich gemacht werden. Vielleicht trägt dieser Wink dazu bei, manchen vor dem Verlust seines Ueberziehers zu bewahtren. die mit Ueberzieher oder Jür die Wittwe des verungl. Jahnwärters Müllet in der Erzählung des Lahrer Hinkenden Boten kam uns weiter zu: Aus den Sparbüchsen von Joseph, Rosa, Emilie, Emanuel und Georg Hitrsch 15 fl. Die eingegangenen Gaben von 3 fl. 1 kr. haben wir dem Verleger des Lahrer Hinkenden Boten übermittelt. Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers. ür die hülfsbedürftige Familie des verunglückten Friedrich Jung von Wisselsheim gingen ferner bet uns ein: Von S. 36 kr.— Mit dem Bemerken: Louis, schaff den Bisser ab 1 fl.— Von Philipp Werner 1 fl. In der Gemeinde Steinfurth gesammelt 7 fl.? Mit herz ichem Dank für die empfangenen Gaben sind wir zur Entgegennahme weiterer Beträge gerne bereit. Die Expedition. DVerloosüungen. Darmstadt, 15. Febr. Bei der heutigen Ziehung der hessischen 25 fl. Loose wurden folgende Nummern mit Happfpreisen gezogen: Nr. 57350 mit 20000 fl., Nr. 12503 mit 4000 fl., Nr. 12218 mit 2000 fl. Nr. 44182 mit 1000 fl., 1555 mit 400 fl., Nr. 68336 mit 400 fl., Nr. 42839 mit 200 fl., Nr. 86020 mit 200 fl. Nr. 57265 mit 100 fl. Nr. Bekanntmachung. 414 Da wegen des bevorstebenden Umbaues eines Theils während unserer Localitäten sämmtliche Seminaristen des 1. Quartals des kommenden Sommersemesters aus quartitt werden müssen, so ersuchen wir alle hiesigen Einwohner, welche Wohnungen zu vermiethen haben, sich in den nächsten Wochen unter Angabe, wie viele unserer Zöglinge sie aufzunehmen im Stande sind, ent⸗ weder persoͤnlich oder schriftlich bei ons anmelden zu wollen. Friedberg am 8. Februar 1869. Großherzogliche Seminar- Direction. Si beig en ea Holz⸗Versteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Ortenberg. 422 Es werden versteigert Montag den 22. Febr. im Distriet Hain: Auch eigenthümlich 493 Volksblättern abgedruckten Artikel„Aus der eine Beantwortung der darin aufgeworfenen diesen jedoch— es ist eigenthümlich— aber e und mag, da jener Artikel inzwischen von Auf den, unter den Inseraten der letzt U — Und auch wahr! ten Samstagsnummer d. Bl. aus den Hessischen Wetterau“ ist sosort am vorigen Freitag schon Frage an die Hess. Volksbl. eingesandt, don s ist wahr 5 stillschweigend übergangen worden, anderer Seite seine Abfertigung hier bereits gefunden, die Mittheilung jener Beantwortung hier unterbleiben. Das Verfahren der Hessischen Volksblätter aber— polltische Gegner zu verdächtigen, unter der heuchlerischen Maske der Toleranz den Saamen der Zwietracht und des Glaubens— hasses auszustreuen und wahrheitsgetreue Berichtigungen zu unterdrücken— war eben von jeher eine Eigenthümlichkeit der Reaction und ihrer Helfershelfer! Vergebung von Bauarbeiten. 442 Die zur Erbauung eines Zwischenbaues zwischen dem Hauptgebäude und dem Schuttaus im Schullehrer⸗ seminar zu Friedberg erforderlichen Bauarbeiten und Lieferungen, veranschlagt: Scheidholz. Prügelbolz. Stockholz. Reisholz 1 Holzart: rn. Mauterarbelt 163 8 Buchen 93 35 50 488 Backsteinlieferung 240— Eichen* 1 r 2 Kalklieferung 36— Kiefern 1 2 5 12 Sandlieferung 30 2 Eichenstämme von 10 und 13“ Durchm., 20 und 30“ Steinbauerarbeit 972. 14 Länge= 56 Cubtfsuß, Zimmerarbein 451 44 23 Hainbuche nstämme von 9— 15“ Durchm., 10-40“ Dachdeckerarbeit 112 5 Länge= 480 Cubikfuß, Schreinerarbeit 125 37 19 Kieserustämme von 6— 11“ Durchmesser, 10— 407 Schlosserarbeit 272 33 Länge= 281 Cubiffuß. Glaserarbeit 16 46 Dienstag den 23. Februar in den Distrtcten Weißbinderarbeit 176 52 Mann, Eschberg, Kohlplattenwald und Tannenwald: Spenglerarbett 27 12 Scheitholz. Prügelbolz. Reisholz. sollen auf dem Submtissionswege an dle Wenigstfordern Holzart Stecken. den vergeben werden. Plan, Voranschlag und Be— Buchen 1 8 106 dingungen tegen vom 15. d. M. an auf dem Bürcau Eichen 2 2 4 der unterzeichneten Stelle offen, woselbst auch die Nadelholz 1 2 10 Offerten mit der Ausschrift: Aspen 2 22 26„Submission zur Uebernahme der.... Arbelten 52 Fichten und Klefernstämme von 6—14“ Durchm., 10—75“ Länge= 1479 Cubikfuß, dergleichen Stangen zu Sparren und Latten geeignet. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage auf der Ranstädter Chaussee im Hain am alten Steinbruch, am zweiten Tag bei Gastwirth Ruppel zu Wallernhausen, jedesmal Morgens früh 9 Ubr. Ortenberg den 9. Februar 1869. Wesenzeassde Funker Ortenberg . ä Holz-Versteigerung. 424 Freitag den 19. Febr l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen im Walddistricte Jungfernwald: 34 bei Erbauung eines Zwischenbaues im Schullehrer— seminar zu Friedberg“ veisehen, versiegelt und frankirt bis spätessens Donner— stag den 25. d. M., Vormittags 11 Ubr, ein ereicht sein müssen. zriedberg am 11. Februar 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg „ Schnitzel, Bauacceffist. Arbeits-Versteigerung. 484 Kommenden Mutwoch den 24. Februar, Vor- mittags 11 Uhr, werden auf dem Rathbause zu Stader nachfirhende Ardeiten an die Wenigfinchmenden in Accord gegeben, als: dt. 1 1. Reparaturen im Schulhause betreffend 3 1 Nan Men e. a) Schlosserarbeit 11. Kostenüberschlag für 15 fl. 36 kr. 3 4 9 gichten⸗ 7 b) Schreinerarbeit N 35„ 40 1 w Kirschen⸗ 5 o) Weißbinderarbeit 15 7 54„ 50 2„. Eichen Stockholz, 2. Unterhaltung der. Oetsstraßen und Vizinalwege: 7 808 7„ Fichten⸗„ a) Handarbeiten.. Nee Al O3 fl. 40 kr. f 0 Stück Buchen Wellen, b) Brechen und Fahren von 4, Ebk. Klftr. 8) 3050„ Eichen⸗ Unterdaltungssteine 1 9) 100„„ Eschen⸗„ e) Aufsetzen derselben in ½0 Cbl.⸗Klstr. 18„ 0, 10) 300 Birken. d) Zerschlagen derselben 90„—„ 1) 300„ Aaven. 3. Grabenarbeitin der Gemarkung Staden 40%—„ 13 85 1 1 5 4. Fertigung eines Ortsgerichis Schrankes 5 4 65 50 3 rbeil 37„ 20, 14 4 Eichen⸗-Stämme von 11 16“ mittlerem 5 eee 10 2 a„Durchmesser und 15—30“ Länge, Friedberg den 15. Februar 1869. 41 rennen 5 Der Bezirks-Bauaufseher 16) 33 Fichten Stämme von 5—11“ mittlerem Sd nel de. Durchmesser und 30— 70“ Länge und 17) 150 Stück Kiefern-Bohnenßangen öffentlich an den Melstbietenden verflesgert werden. Schloß Ilbenstadt den 9. Februar 1869. Gräflich v. Leiningen-Westerburgssche Rentei Lo tz. Zu vermiethen 487 ein Logis, Anfangs April beziehbar. K. Staubi. Bekanntmachung, Holzversteigerung in dem Großberzoglichen Domanial⸗ wald Frauenwald der Oberförsterei Ober-Rosbach. Donnerstag den 25. d. M. werden in dem oben gedachten, bei Nieder-Mörlen gelegenen Walddistriete an die Meistbietenden versteigert: ** Stecken Birken Prügeltolz, 6 Stecken Birken⸗ Stockholz, n 12110 Wellen Eichen- u. Birken⸗, 75 Wellen Weiden⸗ Reiserholz, 7 Stammabschnitte von Eichen, in 76 Cubiksuß. Der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im Schlag Nr. VII. an der Feldgrenze. 4592 Oder⸗Rosbach den 13. Februar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Oder⸗Ros bach Bing mann. Holz- Versteigerung. 189 Montag den 22. d. M., Morgens 9 Uhr anfangend, sollen im hiefigen Gemeindewalde, District Langerderg, versteigert werden: 2 Stecken Fichten⸗Prügelbolz, 60¼ 2„ Stockbolz. 1050 Eichen Wellen, 11300 Fichten⸗„ 2 Eichen⸗Stämme, 2 Cubikfuß haltend, 332 Fichten⸗„ 3670 3 1884 Fichten-Stangen, 3928„ 5 Die Stangen eignen sich hauptsächlich zu Gerüsten und als Nutzholz fur Wagner, theilweise auch zum Bauen. Die Zusammenkunft ist im Schlage. Gegen Burgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. J. gestattet. Oder-Mörlen am 15. Februar 1869. Großherzogliche eee Ober ⸗Mörlen NN Haus» Versteigerung. 491 Auf freiwilliges Anstehen der Vormünder der minderjährigen Kinder des verstorbenen Georg Reich zu Nauheim weeden die denselben in hiesiger Stadt zu⸗ stehenden Immobdilten P. M. B. 1240= 10¼½ R. Hofraltbe in der Fürsten⸗ straße und 1 1140 S 5%ü R. Garten dabei, Montag den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf hie⸗ sigem Rathhause öffentlich an den Meistbietenden ver⸗ steigert. Das in bestem Zuftande befindliche Haus ist drei— stöckig, bat 11 Zimmer, 3 Mansarden und 1 Küche und ist zur Aufnahme von Kurftemden eingerichtet. Naubelm am 16. Februar 1869 Groß berzogliches Ortsgericht Naubeim J. E. d. V Der dienssälteste Gerichtsmann Gebe ringer. Ein kräftiger junger Mann 178 wird als Hausbdursche gesucht. Joh Bechstein II. Auf den Oberhessischen Anzeiger kann man für die Monate Februar u. März bei den Poststellen mit 32 kr. abonniren. Die Nummern vom Januar können, soweit der Vorrath reicht, noch nachgeliefert werden. 3 488 Sonntag den 21. Februar 1869 Streich- Concert, ausgeführt von dem ganzen Musikcorps des 1. Jäger-Bataillons. Anfang 7 Uhr.— Entrée für Herren 12 kr., für Damen Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein L. C. Trapp Nachfolger. Reichstagswahl. 483 Auf den Wunsch vieler Wähler ist Herr Dr. H. B. Oppenheim in dieser Woche im hiesigen Wahlkreis anwesend und werden an folgenden Tagen Versammlungen stattfinden, zu welchen alle Wähler hiermit eingeladen sind. Am 18. in Butzbach im Joutz'schen Gartensaale, Nachmittags 5 Uhr, „ 19. in Münzenberg bei Herrn Jäger, Nachmittags 5 Uhr, „ 20. in Vilbel in der Stadt Cassel, Abends 7 Uhr, „ 21. in Friedberg in den drei Schwertern, Nachmittags 3 Uhr. Die Wahlkomite's von Friedberg und Butzbach. Schnell- Schön- Schreib- Unterricht. 485 Montog den 22. d. M. beginnt der dritte und letzte Cursus meines nur achtstündigen Unterrichts. Zahlreiche Proben Hiesiger, worin der Beweis geliefert ist, daß selbst die schlechteste Handschrift in eine schöͤne und geläufige voll⸗ ständig umgewandelt ist, sind in meiner Wohnung von 11—3 Uhr einzusehen. Das Honorar beträgt in großem Zirkel 5 fl., in kleinem 8 fl., allein 16 fl., in Schulen bei größerer Betheiligung 3 fl. à Person. Die geehrten Damen wollen sich zur Betheiligung bei Herrn Zinßer, Institutsvorsteher, melden. Sprechstunden nur Freitags u. Montags. J. Wolff, Lehrer der Kalligraphie aus Frankfurt. Gasthaus zu den drei Schwertern. Ex kl a rklärung. 495 In Nr. 19 des Oberhessischen Anzeigers befindet sich ein Inserat, in welchem gesagt ist, daß der Bürgermeister in Sch. durch Vorspiegelung falscher Thatsachen verleitet worden sei, den Wahlaufruf zu Gunsten des Herrn Dr. Oppenheim zu unterzeichnen, daß er aber, als er die Täuschung erfahren, seine Unterschrift zurückgezogen habe. Es kann sich hier nur um den Herrn Bürgermeister Heusel in Schwalheim handeln, der dem Unterzeichneten seine Unterschrift unter den gedachten Wahlaufruf gegeben hat, bezüglich welcher es sich in Wahr— heit folgendermaßen verhält: Ich kam am 26. Januar gegen Abend, nachdem mir ein anderer Einwohner Schwalheims bereits seine Unterschrift zu dem erwähnten Aufruf gegeben, zu Herrn Bürgermeister Hensel in persönlichen Geschäften, wir sprachen dabei auch von der Wahl und forderte mir Herr Hensel den gedruckten Wahlaufruf ab, um ihn zu lesen. Nachdem derselbe dies gethan, er— liärte er mir, daß er solchen auch unterschreiben wolle. Ich machte Herrn Hensel Vor⸗ stellungen, daß er dies nicht thun solle, da es ihm in seiner Stellung als Bürgermeister Unannehmlichkeiten bereiten könne, und trotzdem ich ihm dies wiederholt verficherte, blieb er bei seinem Entschluß und unterschrieb. Nachdem er später seine Namensunterschrift widerrufen, habe ich ihn darüber zur Rede gestellt und erklärte er mir zu seiner Rechtfertigung, daß er durch einen Beamten zum Widerruf seiner Unterschrift genöthigt worden sei— f Dies der einfache wahrheitsgetreue Sachverhalt, aus dem sich ergibt, daß der Juhalt des oben erwähnten Juserats von Anfang bis zu Ende vollig wahrheitswidrig und grundlos ist. Zur Abwehr der Verunglimpfung der Partei, der ich angehöre und meiner Person, fordere ich daher den Einsender jenes Inserats auf, seinen Namen zu nennen und mir seine Mittheilungen zu erweisen, als sonst ich hiermit erklaren muß, daß er erbärmlich gelogen und verläumdet habe. Heinrich Neuß von Dorheim. 6. L. DAUBE& Comp. Brussel Rue de Pepin 33. 9 kr. J bie Am Hruntfurt d. M. Rossmarkt 7. doncen- Expedition von in Ssutigarl Königstrasse 25. Munclien Nien I anzug 0 Stadt, Schulerstrasse 11. Neuer Wall 62. belordert täglich zu den Originalpreisen Inserate in alle Zeitungen aller Länder, liefert über jede Annonce den Beleg gratis und bewilligt bei grösseren Aufträgen die günstigsten Bedingungen. 498 Ausfülarlieche Zeitunksverzeiehulsse gratis-franeo. reer Naufipgerstrasse 21. n MobelTranspbor G. LAN SEN.— 2525 Frankfurta/M. Uu m z üg e per Bahn oder auf der Landstraße, einzelne Möbelfuhren über Land, sowie das Abholen von Möbeln von der Bahn, besorge mittelst großer, geschlossener Federwagen bei Garantie, prompter und billigster Bedienung. G. L. Jausen, Brönnerstraße 17 Frankfurt a. M. 1 Ein braver Junge kann dauernde Veschäftigung finden in der Buchdruckeret von Bindernagel& Schimpf. 486 Mit der deginnenven Saison erscheint ein Fremdenführer durch Nauheim und Umgegend, durch dessen Inseratentheil Annoncen aller Art eine aus⸗ gedehnte Verbreitung finden(2000 Exemplare). Wer sich daher dem Nauheimer Kurpublikam empfehlen will, schicke seine Annonce bis Ende dieses Monats an das unterzeichnete Directorium. Eine Seite mit 26 Zellen (klein Oktav⸗Format) kostet 2 fl., die einzelne Zeile nach Verhältniß. Das Olrectorium des Kurvereins zu Nauheim. Strohhüte 497 werden gewaschen, gefärbt uad nach den neuesten Mustern fagonnirt bei K. Friedrich neben der Post. 1500 Gulden 494 find gegen gute hypothekarische Sicherheit aus⸗ zulethen und bei der Exped. d. Bl. za erfragen. Kuh⸗ und Ochsenfleisch, 490 Prima⸗Qualität, das Pfund 15 kr., verkaufen K. Neuhof. L. Imroth's Wittwe. Ein Pferd, 428 gjährig, zum Ackerbau wie zum Chaisenfabren gleich gut geeignet, sowie verschiedene Oekonomiegeräth— schaften zu verkaufen bei Bergmeister Storch auf dem Dorheimer Bergwerke. Lehrlings-Gesuch. 496 Ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versebener junger Mann kann sofoct bei mir in die Lehre treten Ph. Fendt, Hungen, Cokonial⸗ und Essenwaaren-Geschäft. Geachtenswerth! 172 Unterzeichneter befitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Breese france. Shyectalalarzt Dr. Kirchhoffer Kappel bei St. Gallen(Schweiz). Ein Pferd, 473 zu jeder Arbeit brauchbar, steht zu verkaufen bet Anton Möds IV. Nieder-Mörlen. 470 Bei der Taubstummen⸗-Anstalt in Emden ist die vacante zweite Lehrer-Stelle wieder zu be⸗ setzen, weiche bei freter Wohnung mit einem Gehalt don 450 Thalern dourt ist. Bewerber um diese Stelle wollen sich baldigst bei der Otreetzon der An⸗ stalt melden. Emden den 8. Februar 1869. Ein gebrauchtes Billard 474 steht zu verkaufen bei. Wittwe Abrie Nauheim. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 17. Februar. Waizen 11 fl. 35 fr., Kor! 8 fl. 40 tr.; Gerste 8 fl.— kr.; Hafer 6 fl.— kr. Frankfurt, 15. Februar. Waizen 11 fl. 45 kr.; Korn 9 fl. 40 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 10 kr. Grünberg, 13. Februar. Waizen 11 fl. 19 tr.; Korn 9 fl. Gtr.; Gerste 7 fl. 44 kr.; Hafer 5 fl. 40 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl. — kr.; Saamen— fl.— kr.; Kartofsely 1 fl. 56 kr. Mainz, 12. Februar. Waizen 11 fl. 42 kr.; Korn 9 fl. 15 kr. z Gerste fle:- ki Hafer 6 fl. 1 kr Kartoffeln 2 fl. 20 kr.; Roggenstroh per 100 Gebuns 25 fl.— tr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernage!& Schimpff. 5 He Der! versto tuf. Vorl feuer tions Abg. mung bon (Ble sack, Madda die Al het.), für N kerpel der „ün, hiessge sichun lasten Borbe Anwahl Alnes mahme Dem si Versas Helause And S klärt. wollste thahne dc. Hallig kiedigt zur, di der hnun Gesege bealr., bexänd ie Er betr., We