Dienstag den 17. August. M 995. en 1 9 er 1 N en 0 berhessischer Anzeiger . N Dutwe Anthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Zntelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag. enz 0 i Für die Monate August und September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags- Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. — 1 Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren: Bekanntmachung, dle Formitrung der 1. Adr da Nr. 37. sub. 1. Die Quartierleißung für die bewaffnete Macht während des Friedenszuftandes betr.— sub. 3. rich andwehr deireffend. WeAderg Friedberg den 13. Augaft 1869. Groß herzoglichts Kreisamt Friedberg N„ e en T r g y. li Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: I Nr. 32. Nr. 332. Gesetz, bett. die Einführung der allgemeinen deutschen Wechselordnung, der Nürnberger Wechsel⸗Novellen und des allgemeinen deutschen 8 wandele⸗Gesetzbuchs als Bundeegesetze. Vom 5. Juni 1869. l a Hertsch Nr. 33. Nr. 333. Handels- und Zolldertrag zweschen dem Norddeutschen Bunde und der zu diesem Bunde gebörenden Mitglieder des Zollvereins einerseits — nd der Schwetz anderseits. Vom 13. Mat 1869.— Nr. 334. Uebereinkunft zwischen dem Norddeutschen Bunde und der Schweiz wegen gegenseitigen Schutzes der Fun Rechte an literarischen Erzeugnissen und Werken der Kunst. Vom 13. Mat 1869.— Nr. 335. Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Bevollmächtigten zum N 0 Zundesrath des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zollvereins. Vom 5. August 1869.— Nr. 336—341. Die Bestellung von Consuln betreffend. den seidende mufeh Hessen. Darmstadt. Ueber den Ausgang* Friedberg. Das Großherzogliche 1. In- zwischen dem König von Preußen und dem Kaiser „de es Metz⸗Fendt'schen Prozesses schreibt die„Darmst. fanterie-Regiment rückte gestern Vormittag in von Oesterreich im Juni 1866 gewechselte Briefe 1 dig.“ unterm 14. d.: In der Anklagesache gegen unsere Stadt ein, defilirte auf dem Paradeplatzef als plumpe Lüge ohne Schatten von Wahrheit, nudolph Fendt, angeschuldigt der Verläumdung und Ehrenkränkung des Hofgerichts-Advokaten lugust Metz I. wurde heute das Urtheil Großh. Sezirksstrafgerichts verkündigt. Der Staatsanwalt hatte mit Rücksicht darauf, daß bei Fendt von vissentlich falschen Vorwürfen wohl nicht geredet verden könne, nur eine Gefängnißstrafe von drei Wochen und eine Geldstrafe von achtzig Gulden seantragt. Das Bezirkstrafgericht erkannte, daß Fendt von der Anschuldigung der Verleumdung veizusprechen sei, indem bezüglich des dem Kläger orgeworfenen Ehebruchs und Ehrenwortbruchs er Beweis der Wahrheit erbracht sei; es sei urch Zeugenaussagen festgestellt, daß zwischen em Kläger und der Ehefrau des Fabrikanten H. en ehebrecherisches Verhältniß bestanden habe. Ebenso sei für den Vorwurf des Selbstlobes in er Presse der Beweis der Wahrheit erbracht. Dagegen wurde Fendt des Vergehens der Ehren- frkänkung für schuldig erkannt und mit Rücksicht urauf, daß die ineriminirten, in dem„Deutschen Vochenblatt“ veröffentlichten vier Artikel ein zu⸗ ummerhängendes Ganze bildeten, mithin eine ortgesetzte Ehrenkränkung nicht vorliege, zu 14 Tagen Gefängniß und dreißig Gulden Gelsstrafe terurtheilt. — Das Bundes ⸗Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes enthält unter Nr. 332 das Gesetz, be⸗ neffend die Einführung der allgemeinen Deutschen Bechsel⸗Ordnung, der Nürnberger Wechsel-Novellen und des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches als Bundesgesetze. Vom 5. Juni 1869. Die bei oder nach der Einführung der Wechsel⸗ Ord- nung, der Nürnberger Novellen und des Handels- gesetzbuches in die einzelnen Bundesstaaten oder deren Landestheile im Wege der Landesgesetz- gebung erlassenen Vorschriften bleiben nach§. 2 des Einführungsgesetzes als landesgesetzliche Vor scriften insoweit in Kraft, als sie nur eine Er⸗ zinzung und nicht eine Abänderung einer Be- ümmung der Wechsel⸗Ordnung, der Nürnberger Novellen oder des Han delsgesetzbuches enthalten. bas Gesetz tritt mit dem 1. Jan. 1870 in Kraft. — An Stelle des Herrn Oberstlieutenant „ Grolman vom 1. Reiterregiment, dessen Stab bekanntlich demnächst nach Babenhausen in Harnison kommt, ist Herr Oberstlieutenant von ründler vom 4. Infanterie-Regiment zum „ndentlichen Mitglied der Prüfungs Commission ir Einjährig⸗Freiwillige ernannt worden. voll bt Beis, tetrübtl. — bardberg, vor Sr. K. H. dem Großherzog und wurde theils da— hier, theils in Nauheim einquartiert. Heute Morgen 5 Uhr setzte das Regiment seinen Marsch nach Gießen fort; um 6 Uhr folgte ihm das hiesige Jägerbataillon. Preußen. Berlin. Seitens des Kanzlers des norddeutschen Bundes ist bestimmt worden, daß zur Unterstützung der Sammlungen von mil— den Beiträgen für die Hinterbliebenen der am 2. August in den v. Burgk'schen Kohlenwerken im Plauen'schen Grunde verunglückten Bergleute alle Geldbeiträge, welche an Sammelstellen gerichtet sind, bis zum 31. Dec. d. J. einschließlich Porto— freiheit genießen sollen, sofern die Sendungen mit der Bezeichnung„Collektengelder für die im Plauen'schen Grunde verunglückten Bergleute“ oder mit einer dieser Rubrik entsprechenden Be— zeichnung versehen sind. Diese Portofreiheit er⸗ streckt sich auf das ganze norddeutsche Postgebiet, findet jedoch auf Geldsendungen zwischen den hohenzollern'schen Landen und den übrigen Theilen des norddeutschen Postgebietes keine Anwendung. — Die„Spener'sche Ztg.“ veröffentlicht eine Note des Unierstaatssecretärs, Hrn. v. Thile, an den preußischen Gesandten in Wien, Freiherrn v. Werther, datirt 4. August. Dieselbe betont, gegenüber der Aeußerung des Grafen Beust, daß Preußen durch Allianzen mit den Südstaaten den Prager Frieden gegenüber Oesterreich von vorn— berein alterirt habe, wie der Prager Frieden die Freiheit der souveränen Südstaaten und Nord— deutschlands, ihnen beiderseitig zusagende Verträge abzuschließen, keineswegs beeinträchlige, sondern sogar die Aufforderung enthalte, eine nationale Verbindung der Südstaaten mit Norddeutschland herzustellen. Die Note hält es für nothwendig, die Behauptung des Grafen Beust, daß die Allianzverträge dem Prager Frieden widersprächen, formell zurückzuweisen, was voraussichtlich durch den preußischen Gesandten in Wien bereits per— sönlich geschehen sei. Bezüglich der weiteren Be— hauptung des Grafen Beust, daß seine versöghn- lichen Bemühungen von Preußen unerwidert geblieben seien, hebt die Note hervor, daß auch nicht die leiseste Andeutung eines Seitens des kaiserlichen Cabinets beabsichtigten Entgegenkom— mens bekannt wurde, und weist in dieser Beziehung auf die auffallende Zurückhaltung Oesterreichs hin. — Der„Staatsanzeiger“ bezeichnet die Mit— theilung der„Sächsischen Ztg.“ über angeblich und erklärt, daß Briefe derartigen Inhalis zwischen beiden Souveränen niemals gewechselt wurden und in den letzten Monaten und Wochen vor dem Kriege im Jahre 1866 zwischen denselben überhaupt kein Briefwechsel stattgefunden habe, und endlich die ganze in jene Fälschungen hinein- gelegte Tendenz eines gemeinsamen Angriffs auf Frankreich von Preußen niemals und von Oester— reich nicht nach dem Jahre 1859 vertreten wor- den sei. Düsseldorf. Die von dem„Düsseldorfer Anzeiger“ gebrachte Nachricht von der Verhaftung und der Flucht mehrerer Dominicanerpatres wird von einigen Blättern als entstellt bezeichnet, und bemerkt, daß durch die Polizeibehörde im Domi— nikanerkloster hierselbst eine Confrontation einiger Kinder im Alter von 3—6 Jahren, mit denen ein Dominicaner unsittliche Handlungen verübt haben soll, zwar stattgefunden, aber nichts ergeben habe.— Dieser Berichtigung folgt nun in der „Düsseldorfer Ztg.“ folgender Steckbrief: Der Pater des hiesigen Dominikanerklosters, Jordanus Cuchem, aus Morenhoven, Kreis Rheinbach, hat sich der gegen ihn wegen Verübung unzüchtiger Handlungen mit Kindern eingeleiteten Untersuchung durch die Flucht entzogen. Es wird ersucht, den- selben im Betretungsfalle verhaften und mir vor— führen zu lassen. Düsseldorf, 11. August 1869. Der Ober-Procurator. Bierhaus. Frankfurt. Der Polizeipräfident v. Madai hat an diejenigen Bürger, welche Söhne vor deren 17. Lebensjahre aus dem diesseitigen Unter- thanenverbande haben auswandern lassen, die nachstehende Verfügung erlassen:„Auf Ew. Wohl- geboren Antrag ist mittels Urkunde(folgt das Datum) Ihr Sohn—— zum Zöoecke seiner Auswanderung aus dem diesseitigen Unterthanen— verbande entlassen worden, ohne daß derselbe jedoch bis jetzt zur Auswanderung geschritten ist. Nach Lage der Sache muß angenommen werden, daß die Entlassung Ihres Sohnes zu dem Zwecke erwirkt worden ist, ihn der Erfüllung der allge⸗ meinen Wehrpflicht zu entziehen. Für diesen Fall ist höheren Orts die Ausweisung der Enklassenen angeordnet worden und indem ich diese hiermit gegen Ihren Sohn ausspreche, fordere Ew. Wohl- geboren ich ergebenst auf, gefälligst zu veranlassen, daß derselbe binnen längstens sechs Wochen die Stadt Frankfurt und den preußischen Staat ver- lasse, widrigensalls ich zu meinem Bedauern ee rr — genöthigt sein würde, zu den gesetzlichen Zwangs mitteln zu schreiten. gez. v. Madai.“ — König Wilhelm von Preußen wurde am Nachmittag des 14. d. auf dem Main- Weser⸗ Babnhof von der Generalität und dem Polizei- Präsidenten v. Madai empfangen und ist sofort nach Homburg weiter gereist. Sachsen. Das„Dresd. Journ.“ bringt weitere Berichte aus den Plauen'schen Bergwerken. Nach denselben sind am 12. d. die letzten, frei in den Schächten liegend aufgefundenen Leichname zu Tage gefördert worden, und die Gesammtzahl derselben beträgt 236. Die noch fehlenden liegen tief unter den Brüchen begraben und ihre Gebeine werden nach und nach, vielleicht erst in Wochen und Monaten, unter den Trümmern aufzufinden sein. Alle Strecken des„Segengottes-“ und „Hoffnungsschachtes“ sind nach Leichnamen durch⸗ sucht und leer befunden worden. Mit Ausnahme nur einiger weniger der Verunglückten haben die an den beiden Schächten am 2. August angefah- renen Bergleute einen plötzlichen und leichten Tod gehabt. Ein kleines Häuflein der Unglücklichen nämlich suchte sich in einer links vom„Hoffnungs⸗ schachte“ gelegenen Flügelstrecke vor dem furcht⸗ baren Andrange der brandigen Wetter und üre⸗ spirablen Gase zu retten. Sie waren nicht hinter Brüchen lebendig in einem großen Grabgewölbe begraben, wie man meinen sollte: nein, die ganz bruchsreie Wetterstrecke und der Weg zur Tages ⸗ strecke des„Hoffnungsschachtes“ stand ihnen offen; allein diese Strecken enthielten so concentrirte irrespirable Gase, daß sie dieselben zu ihrer Rettung nicht betreten konnten. Einige Verwegene haben es gewagt, wahrscheinlich im schnellen Laufe zur Tagesstrecke zu gelangen. Umsonst, sie bezahlten ihr Wagstück mit dem schnellen Erstickungstode. Bis gegen Mittag des 2. August haben einige derselben noch gelebt, wie aus dem hervorgeht, was sie in ihrer letzten Noth noch bei dem matt— brennenden Grubenlichte niedergeschrieben. Oesterreich. Wien. In der General— debatte der Reichsrathsdelegation über das Kriegs- Buget rechtfertigte der Kriegsminister die Höhe desselben gegenüber den beantragten Abstrichen mit der Nothwendigkeit der geforderten Ziffer und vertheidigte die neue Heeresorganisation, welche der politischen Weltlage und der staatlichen Neu- gestaltung Oesterreichs binsichtlich der militärischen und ökonomischen Anforderungen vollkommen ent- spreche. Die Reichsraths delegation bewilligte die Erhöhung der Offziersgagen bis einschließlich der Majorsgage nach den Ausschußanträgen. Prag. Die Nachricht, daß bei Untersuchung des Karmeliterinnenklosters auf dem Hradschin ein unterirdischer Gang zu den Capuzinern und ein gefüllter Weinkeller entdeckt worden sei wird nach dem„Mainz. J.“ durch eine amtliche Zuschrift des Strafgerichts⸗Präsidiums zu Prag in dem⸗ selben Blatte, welches erwähnte Nachricht brachte, für vollständig unwahr erklärt. — Die böhmischen Bischöfe veröffentlichen ein Pastoralschreiben, wonach die römische Curie dem Clerus gestattet, an der Schulaussicht im Sinne der liberalen Schulgesetze theilzunehmen. Krakau. Ueber den gegenwärtigen Aufent⸗ halt der unglücklichen Nonne Barbara Übryk in der Irrenanstalt gibt die„Schles. Ztg.“ eine grauenerregende Schilderung, der wir Folgendes entnehmen:„Glauben Sie ja nicht, eine deutsche Anstalt vor sich zu haben mit all der Reinlichkeit, dem Comfort und der liebevollen Behandlung, mit der Dienstbeflissenheil der Wärter und der hohen Bildung der ärztlichen Leiter. Ein Conglomerat von Käfigen, aus welchen Menschen wie Hyänen hinausschauen, unter mischt mit Hühnersteigen, hinter deren hölzernen scheibenlosen Gittern. Kranke zur Belustigung der Straßenjungen Possen treiben; Feuchtigkeit, schlechte Kost, Zwangsjacke, mangelhafte Verpflegung— das ist die hiesige Irrenanstalt. In diese Anstalt wurde Barbara Übrhk gebracht in Ermanglung einer anderen Unterkunft. Freilich wird sie besser gepflegt als die andern Kranken, welche sich erhenken oder fortlaufen und mit Knütteln verfolgt werden. Seit Menschengedenken verließ Niemand dieses düstere Haus geheilt. Einstweilen land richten würde. befindet sich die Unglückliche unter Aufsicht der Gerichtsbehörde und weiß somit noch nichts von Zwangsjacke und anderen dergleichen Annehmlich- keiten, die ihr später nicht vorenthalten werden dürften, wenn sie einmal aufhört, Gegenstand der Beobachtung, und anfängt, Gegenstand der„Be— handlung“ zu werden. — Volletzten Sonntag Nachts wurde ein fünfzehnjähriges Judenmädchen in einem nahe⸗ gelegenen Dorfe von zwanzig verkleideten Männern geraubt und in ein Krakauer Kloster gebracht. Zwei von den Thätern wurden in Wieliezka ver- haftet. Die Anverwandten der Entführten wendeten sich unverzüglich an den Polizeidirektor und baten, das Kloster der Visiterinnen untersuchen zu lassen und das Mädchen zu befreien. Der Direktor versprach, alles Mögliche zu thun, um die Schul— digen ausfindig zu machen, zur Revision eines Klosters bedürfe es aber einer Erlaubniß vom Bischofe. Man war nicht zufrieden mit dieser Erklärung und wendete sich an den Staatsanwalt. Dieser scheint die Sache energisch in die Hand genommen zu haben. Denn es verlautet, daß eine Commission an Ort und Stelle entsendet wurde. Man will auch wissen, daß die Nonnen das Mädchen aus dem Kloster entlassen haben. — Eine Correspondenz der„Presse“ von hier spricht die Ansicht aus, daß der Prozeß gegen die verhafteten Carmeliterinnen nicht den von der öffentlichen Meinung erwarteten Verlauf nehmen werde, indem der Thatbestand eine Anklage wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung bei dem gänzlichen Mangel der verbrecherischen Absicht um so weniger rechtfertigen würde, als die Thäterinnen ihre vorgesetzte Obrigkeit, d. h. den Ordensgeneral in Rom, von dem Verfahren gegen die Übryk unterrichtet hatten. Da bei Beurtheilung des Falls die letzthin erlassene Ministerialverordnung über die Klosterdisciplin noch nicht maßgebend sein darf, so stünde nach dieser Ansicht höchstens eine Anklage auf Uebertretung und die Entlassung der Nonnen aus der Untersuchungshaft bevor. Frankreich. Paris. Der Kriegsminister Marschall Niel ist am 13. d. Nachts um 12 Uhr gestorben. Man versichert, daß der Kaiser jetzt nach dem Tode des Marschalls es vorziehen wird, den militörischen Festlichkeiten im Lager von Chalons nicht beizuwohnen. — Die„France“ will aus Trouville, wo die Königin Isabella gegenwärtig weilt, erfahren haben, daß die Rathschläge zur Abdankung bei derselben endlich durchgedrungen wären und daß die Ab— dankung wenigstens im Princip beschlossen wäre. — Der Kaiser hat unter dem 14. d. folgen- des Dekret erlassen:„Indem wir durch einen Akt, der unseren Gefühlen entspricht, das hundertjährige Geburtsfest Napoleons J. feiern wollen, verordnen wir eine vollständige und unbedingte Amnestie aller Verurtheilungen für Verbrechen und Vergehen politischer Art, Vergehen der Presse, der öffentlichen Versammlungen und Vereine.“ Ein anderes Dekret gewährt den Deserteuren des Heeres und der Marine Amnestie.— Das„Journal officiell“ sagt, der Kaiser, der die Absicht gehabt, gestern ins Lager von Chalons zu reisen, habe seines rheumatischen Leidens wegen die Abreise verschie— ben müssen. Großbritannien. London.„Daily News“ bespricht die preußische Depesche vom 18. Juli in demselben Sinne wie die„Times“ und ermahnt den Grafen Beust, den gehässigen Federkrieg gegen Preußen einzustellen und seine Thätigkeit aus⸗ schließlich der Consolidirung der inneren Staats- verhältnisse Oesterreichs zuzuwenden. — Die„Times“ billigt vollkommen den Stand— punkt der preußischen Depesche vom 18. Juli gegenüber der Beust'schen Politik. Sie warnt Letzteren vor einem Bündniß mit Frankreich gegen Preußen, weil ein solches sich gegen ganz Deutsch— Schließlich ertheilt sie dem österreichischen Reichskanzler den Rath, diplomatische Streitigkeiten, wie sie in letzterer Zeit stattgefun⸗ den, so viel wie möglich zu vermeiden, Türkei. Konstantinopel. In dem Briefe des Großveziers an den Vicekönig von Aegyplen europäische Reise, und die Unterdrückungen, welche von der ägyptischen Verwaltung verübt wi und fordert eine kategorlsche Erklärung. Die Pforlt ist entschlossen, strenge auf den Bestimmungen des ägyptischen Ferman's zu bestehen. 1 Amerika. In den südlichen Staaten Nord- amerikas ist nach Aufhebung der Sklaverei ent, schiedener Mangel an Arbeitskräften eingetreten. Wie jetzt gemeldet wird, hat eine Gesellschaft von Plantagenbesitzern einen Vertrag über Einfuhr von 50.000 Arbeitern aus Ostindien abgeschlossen. Darnach sollte nun Ostindien die Westküste von Afrika ersetzen, welche früher die Südstaaten mit Arbeitskraft versehen hat, und es ist wohl Niemand darüber im Zweifel, daß auf diese Art di alte Sklaverei in neuer Form zur Geltung gelangen soll. Newyork. Von unterrichteter Seite wird wiederholt dementirt, daß in den Regierungs⸗ kreisen und im Congresse eine Agitation im Gange sei, um die im Auslande befindlichen Bonds zu besteuern. Frankfurt. Wie wir vernehmen wird kommenden Mitlwoch in der stehenden Halle des landwirthschaftlichen Vereins, welche ca. 7000 Menschen faßt, ein Concert (140 Musiker) für die Hinterbliebenen der im Jlauen'schen Grunde Verunglückten stat finden. Eine schönere Ein⸗ weihung hätte die Halle nicht finden können! Wiesbaden. Hans Wachenhusen erzählt vom Spiel- tisch in Wiesbaden eine kleine Anecdote, deren Held ein in der Theaterwelt sehr bekannter Herr aus Petersburg vor einigen Tagen war. Derselbe tritt nämlich unbe⸗ sangen an die Roullette, um als Zuschauer dem Spiele zu folgen. Plötzlich steht neben ihm eine junge Dame und lezt hastig die Hand auf seinen Arm.„Mein, Herr,“ ruft sie mit großem Ungestüm,„ich bitte, borgen Sie mir zehn Gulden!“ Der Herr blickte verdutzt auf die Dame herab, die er niemals gesehen.„Ich bitte geben Sie mir zehn Gulden, meine Mutter wird sofort zurückkehren; ich kann doch inzwischen die Chance nicht versäumen!“ wiederholte sie noch dringlicher. Der Herr blickte noch immer ganz erstaunt über diese Zumuthung auf die Sonderbare herab.„Aber mein Herr, Sie werden doch zehn Gulden bei sich haben!“ ruft sie so laut, daß die Umstehenden es hörten. In Verlegenheit greift der Herr in die Tasche und reicht ihr zehn Gulden. Die Dame setzt davon einen Gulden, gewinnt damit drei Gulden, streicht das Geld ein und geht, ohne den Darlriher auch nur eines Blickes zu würdigen. Seitdem ist sie tom täg⸗ lich in den Spielsälen begegnet. J'desmal, wenn sie an ihm vorübergeht, wirft sie ihm einen milleidig lächelnden Blick zu, und der Herr versäumt bei dieser Gelegenheit nie ibr für soviel Frechyeit schweigend seine Bewunderung zu zollen. f 5 Köln. Die„Kölner Ztg.“ bringt folgende Diebsge⸗ schichle:„Wir hatten seither zum Oestern Gelegenheit, das Publikum vor Taschendieben zu warnen und finden uns heute wiederum dazu veranlaßt. So passirte es gestern im zoologischen Garten, daß ein Herr nicht nur seiner Cylinderuhr, sondern des frisch bei Hutmacher Th. ge. tauften Hutes mit einer wohl selten beobachteten, schiet an Unbefangenheit gränzenden Dreistigkeit beraubt wurde. Obwohl der Streich sosoet bemerkt wurde und der Dieb, als ob gar nichts vorgefallen wäre, ruhig stehen blieb, konnte berselbe doch nicht ergriffen und der Polizei über⸗ geben werden, denn sein Nußeres ließ für kolossale Stärke schließen. Der Dieb nämlich, welcher an vorbemerkten Effekten Gefallen gefunden hatte, war kein anderer, als der Elephant des zoologischen Gartens, in dessen Rachen das gestohlene Gut wie im Nu verschwunden war. Der Wärler gab dem Beslohl nen den Trost, daß er die Uhr nach Verlauf von etwa acht Tagen wohl wieder zurück⸗ echatten köune; was aber den Hul anbelange, lo werbe der Hutmacher gewiß im Stande sein, aus der Verlegen⸗ heit zu helfen. Die Maul- und Klauenseuche. Man versteht hierunter eine unter Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen, dann auch bei Pferden vorkommende epizootische und ansteckende Krankheit, welche sich durch das Auftreten von Blasen auf der Schleimhaut des Maules und an der Krone der Klauen(bei den Pferden nur am Maule,) bei Rindern auch durch die Bildung eines Ausschsags am Euter charakterisirt. Die Krankheit herrscht meistens epizootisch und kommt nur selten,(besonders beim Pferde als Maulweh) sporadisch vor. Häufig herrscht diese Seuche gleichzeitig mit dem Anthrax(Milzbrand) oder sie geht dem Auftreten desselben voraus, Die einmal überstandene Krankheit! sichert jedoch nicht vor einem wieder— holten Ausbruche derselben. Die Krankheit beginnt meistens mit einem erwähnt Ersterer die Kreta-Angelegenheit, die letzte mäßigen Fieber, welches jedoch gewöhnlich über⸗ rtinen lung, peibe,! perden quf die Klauens im gür bei 5 Lostrer ganzen gelenke Tödlun Eit it in! Leldent genüge Maulet Be gründl erhalte Inpent Termin dahler solche l bezeichn Bal 9 Ansprc dau dert. 1 1 ( K en Nutz el und 1 dem Sy die D hen wirdz das Maul wird heiß, die Maul- Fleimhaut überzieht sich mit zähem Schleim, die hreßlust ist vermindert, das Wiederkauen unter- gochen; die Thiere spielen gerne mit dem Maule in Wasser. Nach 24—48 Stunden bilden sich auf der Maulschleimhaut und der Zunge kleine bläschen, welche allmählig größer werden und ann platzen. Nach dem Ausbruch der Blasen ehmen die Thiere wenig oder gar kein Futter u sich, geifern stark und haben vielen Durst. Bei der Klauenseuche stellt sich, nachdem einige lage Fiebererscheinungen zugegen waren, ver⸗ nehrte Empfindlichkeit, höhere Röthe und Schmerz in der Krone der Klauen, besonders im Klauen— alt eines oder mehrerer Füße und in Folge sssen Hinken und Neigung zum Liegen, ein. nuch hier entwickeln sich zunächst kleine Bläschen, nelche größer werden, platzen und eine gelbliche lüssigkeit aussickern. In der Regel ist der kwankheitsverlauf innerhalb 14 Tagen beendet. Unter ungünstigen Verhältnissen, z. B. in un⸗ inen Stallungen, bei unzweckmäßiger Behand- ung, oder wenn die Kranken auf eine Stoppel— teide, über unebene, schotterige Straßen getrieben terden u. s. w. verbreitet sich die Entzündung af die sogenannte Fleischwand innerhalb der Lauenschuhe; es bilden sich daselbst Abeesse, die in günstigen Falle an der Krone durchbrechen, ii Fortdauer der Schädlichkeiten jedoch zur lestrennung eines größeren Theiles oder des tenzen Hornschuhes, zur Zerstörung des Klauen— llenkes, zu brandigem Aufliegen führen und die Gdiung des Thieres nothwendig machen. Eine eingreifende therapeutische Behandlung i in den meisten Fällen bei der Gutartigkeit des nidens nicht nothwendig. Bei dem Maulweh genügen gewöhnlich einfache Ausspielungen des Laules mit Salz- oder Essigwasser. Beim Klauenweh hat man zunächst die Klauen gündlich zu reinigen, zu trocknen und trocken zu halten, am besten indem man gutes zartes Werg(kein Hanf) öfter des Tages zwischen die Klauen steckt. Die Kranken hält man in mäßig warmen Stallungen, setzt ihnen leicht verdauliches, weiches Futter,(gekochte Knollengewächse, Rüben, Schrot, weiches zartes Grünfutter; Schweinen saure Milch, Buttermilch oder Molken und Kleie) vor. In der Reconvalescens ist die Ueberfütterung zu vermeiden. Da die Maul- und Klauenseuche meist weit verbreiteten miasmatischen Ursachen ihre Entstehung verdankt, so kann die selbststäudige Entwicklung derselben nicht hintangehalten werden. Da sie jedoch als eine ansteckende Krankheit, auch in Ortschaften, wo die Bedingungen zu ihrer Selbstentwicklung fehlen, durch Vieh, welches mit derselben behaftet ist, eingeschleppt werden kann, so ist die genaue Beobachtung der im Allgemeinen geltenden Vorschriften gegen die Einschleppungs— gefahr dringend nothwendig. Namentlich haben jene Ortschaften, welche öfters von Rindvieh-, Schaf⸗ und Schweineherden passirt werden, eine besondere Aufmerksamkeit auf solche Triebheerden zu wenden. Der Abverkauf der an Maul- und Klauenweh leidenden Thiere jeder Art, sowie jener der mit ihnen in einem Stalle untergebrachten, ist für die Seuchedauer zu verbieten. Dee Genuß der Milch, der Butter und des Fleisches von Thieren die an dieser Seuche leiden, ist nicht zu gestatten, weil oft schon schädliche Folgen darnach sich einstellten. In allen Fällen ist sofort die polizeiliche An- zeige zu machen oder ein von der Staatsbe— hörde anerkannter Sachverständiger zuzrziehen. (B. A.) Dringende Bitte an alle Menschenfreunde. Ein furchtbares bisher in Deutschland noch nicht dagewesenes Unglück hat sich leider abermals im Königreich Sachsen zugetragen. Durch schlagende Wetter sind in den Kohlengruben des sogenannten Plauen'schen Grundes bei Potschappel über 300 Menschen fleißige arme Bergleute lebendig begraben worden. Eine Anzahl Mütter, Kinder, Greise 1c. sind durch diese gräß⸗ liche Katastrophe ihrer einzigen Ernährer beraubt, und stehen ein Bild herzzerreißendsten Jammers an der Unglücksstätte. Lauter denn je ruft hier die Noth zur Mildthätigkeit auf. Der ganz ergebenst Unterzeichnete erlaubt sich bei diesem so furchtbaren in unserem Jahrhundert in Deutschland noch nie dagewesenen Ereignisse, an den bekannten und so oft bewährten Wohl⸗ thätigkeitssinn der Bewohner Fried bergs und Um⸗ gegend zu appelliren, und da nach den jüngsten Berichten die Noth an Ort und Stelle überaus groß ist, so ist„schnelle Hülfe doppelte Hülfe!“ Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers ist gerne bereit auch die geringsten Liebesgaben dankbar in Empfang zu nehmen. Frankfurt a. M. den 14. August 1869. Der Königl. Sächs. Generalconsul „ Ger Indem wir über nachstehende uns bereits zugekommene Beträge dankend quittiren, bitzen wir um Zusendung weiterer Gaben für die Unglücklichen. Wir empfingen von Pf. B. in Fbch. 30 kr., Gebr. Löb 1 fl., H. B. 1 fl. 45 kr., von Decan Görtz in Nieder- Florstadt ges. 4 fl., J. P. Schäfer 30 kr., Ungenannt 30 kt., Tbstlehrer Rühl 1 fl., Frau Schimpff 2 fl. Die Expeditton. Jür die Wittwe und Kinder des verunglückten Justus Seifert sind eingegangen bei Pfarrer Baur von Verwalter Gatzert 30 kr., von K. B. 30 kr.— Bei Adam Rausch II. von H. Grödel 18 kr., A. R. 30 kr., W. Kreuter 12 kr., J. Bender 18 kr.— Bei der Expedition gingen ferner ein von Frau Dr. Schäfer 1 fl., H. Flaschenträger 1 fl. Ungenannt 30 kr., J. P. Schäfer 30 kr., Revierförster Kirchner von Ziegenberg 1. fl., Tostlebrer Rühl 1 fl. Deffentliche Aufforderung. zus Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Juchlaß des am 9. November v. J. im Löwenthal dei Lisselsbeim verstorbenen Freiherrn August Löw von ud zu Steinfurth, welcher von dessen Sohn erster te, Max, ausgeschlagen, von dessen Tochter zweiter te, Klara, aber nur unter der Rechtswohlthat des ndentars angetreten worden ist, find sogewiß im zumine Freitag den 10. September d. J., Vormittags 9 Uhr, ler anzumelden und zu begründen, widrigenfalls ace bei der Feststellung und Auseinandersetzung des kweichneten Nachlasses unberücksichtigt bleiben. Bad Nauheim am 12. August 1869. Großherzogliches Landgericht Nauheim HI i ch, ee e ee ee 2.9 Von nachstehenden zum Nachlaß der Conrad J llers Eheleute von Kirch⸗Göns gebörigen Liegen⸗ schaften in dasiger Gemarkung Flur I. Nr. 309 u. 310, vache dem Conrad Zöller im Flurbuch zugeschrieben ir und Flur XV. Nr. 219, welches auf den Namen ie Gemeinde eingetragen ist und von dieser an Conrad ziller verkauft worden sein soll, kann das Eigenthum ulundlich nicht nachgewlesen werden. Es werden daher alle Diejenigen, welche Eigentbums⸗ irsprüche an diese Parzellen bilden zu können glauben, ulderen Geltendmachung binnen 4 Wochen unter dem zulügen hiermit aufgefordert, daß nach deren Ablauf 0 Kaufbriefe über solche gerichtlich beftätigt werden len. Butz bach den 14. August 1869. Großherzoaliches Landgericht Butzbach Dr. Gil mer. Wei Bindernagel& Schimpff in Frsevberg n Nauheim ist wieder vorräthig: Neuster CTaschen-Fahrplan e — Mittel- Rheingegend, Sichere n e Aerztli ch 2274 unter der Devise: güter der Menschen.“ züglich bei Schwächezuständen des Bleichsucht und Blutarmuth, „ Nauheim„„ 7 für Magenleidende! Heilung et — empfohlen! Maxein's Lebenswein „Gesundheit und langes Leben sind die größten Glücks⸗ Hebt und regelt die Verdauung und bewährt sich vor⸗ Magens. Bestes Schutzmittel gegen sowie aus der daraus hervorgehenden Entkräftung. General- Depot: Quehl& Drinhaus, Cöln. In Friedberg zu haben bei Wilh. Sturmfels, Hof Apotheker. Ph. J. Weiß. 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Nachzahlungen und Gutschriften 110,852 fl. aus einer vollen Einlage von 200 fl. Summe der für 1869 aus in vorausbestimmten Beträgen und Aussteuer⸗ Verträge 367. Verfichertes Capital 139,202 fl. Versicherte Rente 13,187 fl Versicherte Rente 3633 fl Capftal 132.568 fl. b Zabl der bestehenden Hinterlegungoscheine 2671 mit einem Capital von 1,746,668 fl. Zahl der Ein zeschriebenen 802 mit 1435 Elufagen. Ausführlicheres enthält der Recheuschaftsbericht für 1868, welcher auf unserem Büreau zu Karls- ruhe und auswärts bet unseren Agenten und Geschäftsfreunden erhoben werden kann. Anstaltsstatuten und Prospeete abgegeben und Beltrittserklärungen zu neuen Verträgen entgegengenommen. Daselbst werden auch die Der Verwaltungsrath. Zum Abschluß von Verträgen empfiehlt sich der Agent Bitsch in Friedberg. Cransparent-Glycerinseife zessen, Nossan, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. 1447 zu allen Preisen Wilh. Sturmfels. bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg Herrenktragen * — 1 2—— —————— ————— * 5— ——— Für das correspondirende Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim nehmen Subseription Juustrirter Familienkalen an auf den vierteljährlich erscheinenden Brief- und Fahrpost Bericht. 1 In carn at, Nach amtlichen Unterlagen bearbeitet zum Handgebrauch für das correspondirende Publikum von F. G. An ders. Enthält: Die Taxe für gewöͤbullche und recommandirte Briefe, Einzablungen, Muster und Drucksachen unter Band, ferner die wesentlichsten Vorschriften über die Versendung von Fahrpossgegenfländen hinsichtlich ihrer Zulaͤssigkeit, Ver⸗ packung, Signatur, Beglettadressen, Franklrungsweise, der Zollvorschriften, Post-Vorschüsse, Speditionswege c. nach allen Ländern der Erde. Erscheint jährlich viermal, in der Regel beim Beglun eines Quartals, jedoch auch unmittelbar nach dem Ein— treten größerer Veränderungen. Preis jedes Berichtes: 18 kr. W Nummer 1 liegt bei uns zur Einsicht offen. n 2088 Bei Gelegenheit der Mainzer Industrie-Ausstellung findet mit Genehmigung der Groß herzoglichen Regierung eine Verloos ung statt und ist die Zahl der Loose auf 25,000 je zu fl. 1 festgesetzt.— Die Verloosung findet am 15. September in dem Lokale des Gewerbvereins öffentlich statt und werden die Ergebnisse der Ziehung in der Frankfurter Zeitung, Frankfurter Journal, Mainzer Zeitung, Mainzer Anzeiger, Mainzer Wochenblatt, Mainzer Abendblatt und mittelst Ziehungslisten bekannt gemacht. Die Gewinne müssen längstens einen Monat nach der Ziehung gegen Ueber— gabe der entsprechenden Loose abgeholt werden; die nicht erhobenen Gewinne werden alsdann zu Gunsten des Schulfonds des Mainzer Gewerbevereins wieder verwerthet. Als Gewinne kommen zur Verloosung;, sofern die Zahl von 25,000 Loosen vergriffen ist: Ein vollst Salon-Ameublement im Werthe von] Ein eleganter Bronzelustre nebst 4 Wandarmen circa fl. 1800. im Werthe von ca. 300 fl. Eine elegante Equipage im Werthe von circa] Ein Sopha nebst 2 Sesseln und 6 Stühlen fl. 1200. im Werthe von ca, fl. 300. 2320 vorzüglicher Qualtät, per Pfund 10 kr., be Ein vollständiges Ameublement eines Speise— zimmers im Werthe von circa fl. 1000. Ein vollständiges Ameublement eines Schlaf— zimmers im Werthe von ca. 900. Ein silberplattirtes Geschirr für 2 Pferde im Werthe von ca. fl. 300. Ein elegantes Buffet im Werthe von ca. fl. 300. Ein feiner Porzellan-Ofen im Werthe von Ein Pianino im Werthe von ca. fl. 400. ca. fl. 250. Ein seuerfester Cassenschrank im Werthe von Zwei elegante Spiegel im Werthe von circa ca. fl. 400. fl. 250. außerdem eine reiche Anzahl nützlicher Gebrauchsgegenstände im Werthe von fl. 11,000. — also im Ganzen fl. 19,000.— Loose sind zu haben: In Darmstadt bei Carl Gaulé, in Friedberg bei L. Weis, in Büdingen bei Steueraufseher Minzenberger, in Nieder- Mockstadt bei E. Hill, in Vilbel bei W. Cullmann, in Altenstadt bei Gebhardsbauer, polizeidiener, in Nidda bei Bürgermeister Reuning, in Gedern bei L. Stibbeling. Mainz, im Juni 1869. Der Vorstand des Mainzer Gewerbevereins. Winter-Ackerbauschule des landw. Vereins für die Provinz Starkenburg zu Varmstadt. 2314 Der Unterrricht an der Winter-Ackerbauschule zu Darmstadt beginnt für das nächste Winterhalbjahr in beiden Cursen am 1. November.— Derselbe wird von 12 Lehrern er— theilt, erstreckt sich auf die Fortbildungsfächer, die verschiedenen Zweige der Naturkunde und die Landwirthschaftslehre, und wird durch Excursionen und Demonstrationen unterstützt.— Aufnahmsfähig sind solche junge Männer, welche das 14. Lebensjahr uüͤberschretten haben und in der Landwirthschaft bereits praktisch thätig waren.— Neu Aufzunehmende treten, sosern sie nicht durch eine vorherige Prüfung den Besitz der Kenntnisse nachweisen, welche in der oberen Abtheilung verlangt werden, in den unteren Cursus ein. Diejenigen Schüler, welche diesen bereits mit Erfolg besuchten, rücken in dem zweiten Winterhalbjahre in den oberen Cursus auf.— Die Anstalt ist mit Lehr Hülfemitteln reichlich ausgestattet.— Die Schuler nehmen Wohnung und Kost in Privathäusern zu Darmstadt.— Das Verhalten der Schüler in und außer der Schule wird strenge überwacht.— Das Schulgeld beträgt für das ganze Winterhalbjahr im oberen Cursus 15, im unteren 25 fl., und ist beim Ein⸗ tritte in die Anstalt an die Vereinskasse zu entrichten.— Anmeldungen zur Aufnahme sind an das Büreau des landwürthschaftlichen Vereins zu richten, durch welches auch auf desfallsige Anfragen nähere Auskunft ertheilt wird. Darmstadt am 3. August 1869. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Starkenburg v Bechtold. Wollene Hemden,, Versteigerung. 2225 Mittwoch den 1. Sept. l. J., Vormittags 9 Uhr wollene und baumwollene ansangend, läßt der Unterzeichnele 7 Pferde nebst Ge Unterjacken 4 Unterhosen e e ee e e dabler schirren, 2 Cbaisen, 1 Omnibus und 1 Oeconomie- 210 zu verschiedenen Prelsen bei Lich den 1. August 1869. gur 1870 ist berelio ersclenen und bel, Binde Preis: 14 kr. Frledberg. A. Stahl Wittwe. 501 in Seide, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billige Preisen bei K. Friedrich, N neben der Post in Friedberg, 2315 Für einen mit guten Votkenntnissen versehens! braven fungen Mann ist eine Lehrstelle bei uns offen. Wetzlar den 15. August 1869. Georg Raab& Sohn, Tapisserte-, Manufactur⸗ u. Kurzwaaren handlung Jucarnatl- Samen! 2257 18691, schönste Waare, bel Wilh. Fertsch. Id= o un vg gg Daa n O mus l cee en wie ustv do unhun ur ue unt een een ee nu be! us igahgu tis 2277 Zu den bevorstehenden Manövern halte ich mein Lager von Schweizer- und Limburgen Käsen bestens empfohlen. Reinhold Heydecke Frankfurt a. M. Fahrgasse 115. Ein kleines Logis 1985 in der Mansarde, aus Zimmer, Kammer un Küche bestehend, ist an eine einzelne Person sosort zn vermiethen. Anmeldungen bei der Exped. d. Bl. Epileptische Krämpfe ese 1343 heilt der Speeialarzt für Epilepsie Dr. O. Kir. isch in Berlin, jetzt Mittelstrasse Nr. 6.— Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. 400 Körbe Spreu 2316 hat zu verkaufen Bönstadt. Pachter Alles. 5 Publikum bah Schimpf in Frledderg und Raubelg Uegenschirme Wohnungsveränderung. bei Mei belief an die 0 aufg fas Arik erthel zut beson Wir auf gedac Deiteß 11 1 9 Ober 10 Uh Werden Vertist fila 2317 Von heute an wohne sch in dem Hause des penn Kreigamtoagehülfen Fink. Matth. Ranft. 1 Repskuchen ( 2011 feets frisch von der Müble bet Wilb. Fertscht Tapeten, 448 per Stück von 7 kr. an bis zu den seinsten empfies Bad Nauheim. C. Horn, Tapezier. Kirchen buchsauszügt. Katholische Gemeinde. Getraut: Verantw. Red.: Hermann Schimpff. K. Friedrich neben der Poft in Briedberg. Henzel, Posthalter. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. — 8. August. Karl Joseph Kleintopf von Amönebur und Katharina Markel aus Strebeudorf. 10 B. de etre 5 aß in non O Friedbe U ref