1869. Dienstag den 12. October. 119. Sberhessiscer Anzeiger idea die„ no. enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Oer Jette, 8. 83 Amtlicher Theil. betreffend: Den im Monat October J. J. vorzunehmenden Wiesengang. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Friedberg den 9. October 1869. Bürgermeistereien des Kreises. F Im Monat October muß nach den Bestimmungen der Wiesen⸗ von Ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden. Lank volizeiordnung der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zu— Wir empfehlen den Wiesenvorständen hierbei besonders ihr Sil* ehung der Feldschützen und Wiesenwärter vorgenommen werden. Augenmerk auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, * Bir beauftragen Sie daher, dieselben hierzu aufzufordern und die Moos, die Entfernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus veineblut der den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis zum 10. November den Be- oder Entwässerungsgräben, die Verebnung der Maul⸗ gebüh J. längstens vorzulegen. 8 wurfshügel und dergl.(Art. 24 der Wiesenpolizeiordnung) und dem 6. Och In diesem Protokolle haben die Wiesenvorstände, was deuselben auf die Unterhaltung der Ent- und Bewässerungsgräben(Art. —— och besonders zu eröffnen ist, hauptsächlich folgende Punkte auf⸗ 28 und 29 der Wiesenpolizeiordnung) zu richten und hierbei nach 5. 7 ˖ unehmen: den bestehenden Bestimmungen zu verfahren. 1 l f t) Ob die Anordnungen, welche sie bei dem im Monat März l. J. 3) Verbesserungsvorschlage in Bezug auf größere Wiesenfluren, A1, epi vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind namentlich solche, zu deren Ausführung das Wiesenculturgesetz ld. Fertz und welche nicht, vom 7. October 1830 Anwendung finden muß. Wr) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung Man erwartet, daß die Wiesenvorstände hiernach genau verfahren. chu der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Mangel Trapp. f, ei ha vetreffend: Unterricht im Hufbeschlag 1869/70. 1 Der Unterricht im Hufbeschlag pro 1869/70 soll am Montag den 15. November d. J. zu Butzbach beginnen. Junge Schmiede isch, us Oberhessen, die an demselben Theil zu nehmen wünschen, haben sich zeitig beim unterzeichneten Präsidium schriftlich anzumelden und sich der Schulkenntnisse, bestandene Lehrzeit und gutes Betragen sowohl, als auch hinsichtlich der Mittel zur Bestreitung ihres Unterhaltes in m Kreutet. Zutzbach gehörig auszuweisen. Der Unterricht selbst wird unentgeltlich ertheilt; dagegen haben die Theilnehmer an demselben für ihren daß der letztere möglichst billig zu stehen kommt. Df. 14 k Unterhalt in Butzbach selbst zu sorgen; es werden aber Einrichtungen getroffen werden, Unbemittelte müssen sich mit Unterstützungsgesuchen an den betreffenden Vorstand de s landw. Bezirksvereins wenden, indem Seitens 14 U es Provinzialvereins für derartige Unterstützungen keine Mittel verwilligt sind. 4 7 0 Der Unterricht wird etwa 2½ Monat dauern. „ V. Laubach am 29. September 1869. Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen Ul. und Gef, Met Der * d. N Vicepräsident Dr. Gros. Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung noch besonders zur Kenntnit derjenigen jungen sich annehmen läßt, daß sie an dem Unterrichte in Butzbach Theil nehmen werden, zu bringen. ) Palla Schmiede ihrer Gemeinden, von denen 3 Unbemittelten sind Unterstützungen aus der Kasse des Bezirks-Vereins in Aussicht zu stellen. n Friedberg den 8. October 1869. Der Director des landw. Bezirks⸗Vereins des Kreises Friedberg 1 nd. art) dra Hessen. Darmstadt. Einer in der sich, daß die Zahl der Werke um 16 geringer, sei. Obwohl die neuen Ausgaben auf's Aeußerste — Darmst. Zig.“ enthaltenen ofsizibsen Berliner die Anzahl der Arbeiter aber nahezu dieselbe ist, beschränkt seien, so seien zu deren völliger Deckung hiffe Forrespondenz zufolge ist die Nachricht, daß dem und daß sich die Produktion um 15,558 Etr., noch 1,328,000 Thlr. erforderlich. Für Eisen⸗ 1 vreußischen Gesandten am hiesigen Hofe, geh. der Geldwerth um 65,444 fl. vergrößert hat. bahnausgaben solle eine Million durch ein beson⸗ t Sue Zegationsrath v. Wentzel, die Stelle eines bevoll. Diese Vermehrung gründet sich jedoch in der deres Anleihegesetz verlangt werden. Der dom enn mächtigten Ministers in Hamburg zugedacht und Hauptsache auf den Erwerb der Saline Nauheim Finanzminister dem Abgeordnetenhaus vorgelegte teinbausa als sein Nachfolger in der hiesigen Stellung Graff mit einer Produktion von 75,431 Ctr. Salz im Staatshaushaltsetat weist nach: Einnahmen im en, Solms ausersehen sei, thatsächlich unbegründet. Werthe von 113,734 fl. ohne diese Acquisition Betrage von 164,311,575 Thlr., laufende Aus⸗ duden d— Prinz Ludwig von Hessen ist über Aschaffen⸗ würde die Gesammtceeninerzahl um 59,973, der gaben 164,072,575 Thlr., außerordentliche Aus- eh»urg und München nach Venedig abgereist. Geldwerth um 48,290 fl. geringer sein. Ins- gaben 5,638,700 Thlr. Dieß ergab ein Defizit — Die Mittheilungen großherzoglicher Central-besondere sind dem Großherzogthum durch die von 5,400,000 Thalern, und da dessen Deckung stelle für die Landesstatistil bringen u. A. die Abtretungen vom Kreise Gießen mit einer Anzahl aus den finanziellen Beständen nicht zu er⸗ von 1867 mit derjenigen von 1865— also vor den Territorialveränderungen von 1866— zeigt Ergebnisse des Bergwerks-, Hütten- und Salinen⸗ Betriebs im Großherzogthum Hessen in den Jahren 1865—67, aus welchem zu entnehmen, Haß im letzteren Jahre im Ganzen 35 Werke mit 1522 Arbeitern vorhanden waren und daß das Produktions quantum 2,015,043 Ctr. mit 1 Mill. 406,3 10 fl. am Ursprungsorte betrug. Gruben gab es 21 mit 907 Arbeitern und 1,420,653 Etr. sbroduktion im Werthe von 355,128 fl., die Förderung stellte sich auf 943,850 Ctr. Braun⸗ ohlen, 358,872 Etr. Eisen und 118,931 Ctr. Manganerze. Hüttenwerken existirten 11 mit 391 Arbeitern und 310,181 Ctr. Produktion, worunter 269,353 Ctr. Roheisen in Masseln, Geldwerth 323,260 fl. Salinen zählte man 3 mit 324 Arbeitern und einer Ausbeute von 284,209 Ctr. Koch- und anderem Salz im Werth von 227,922 fl. — Bei einer Vergleichung der Gesammtproduktion bergbautreibender Gemarkungen, wie auch mit den Kreisen Biedenkopf und Vöhl unterirdische Werthe entzogen worden. Preußen. Berlin. Dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses wurde eine mit Unter— schriften aus allen Fraktionen versehene Inter- pellation überreicht, in welcher, Bezug nehmend auf die Zeitungs- Nachrichten über die Hundert— millionen⸗Anleihe, angefragt wird, ob das Gerücht begründet und wie die Staatsregierung eine solche Maßregel mit dem Wohle des Staates zu ver— einbaren gedenke. — In der dritten Plenarsitzung des Abgeord— netenhauses legte der Finanzminister den Etat für das Jahr 1870 vor. Hierauf erfolgte die Vor- lage eines Gesetzentwurfs, betreffend die Aufnahme einer Anleihe von 13 Millionen zur Einlösung der Schatzanweisungen. Der Minister hob hervor, möglichen sei, so bleibe nur ein Zuschlag von sehr bedeutende 25 Prozent zur Einkommen, Klassen, Mahl- und Schlachtsteuer als Auskunftsmittel übrig. Der Finanzminister überreicht ferner ein Grund- Steuer ⸗Gesetz für die neuen Provinzen, so wie einen Entwurf, betreffend die Abänderung des Einkommensteuer-Gesetzes. Die Vorlage basirt auf dem Prinzip der Selbsteinschätzung und ent⸗ hält eine Vermehrung der Steuerstufen. Der Minister des Innern legt alsdann den Entwurf einer neuen Kreisordnung für die sechs östlichen Provinzen vor, wonach die Auflage von Kreis- steuern nur noch in der Form von Zuschlägen zu den Staatssteuern gestattet ist. Die Ritterguts- Polizei und das Institut der Erbschulthetse werden aufgehsben und Amtsbezirke von 46000 Einwoh- nern organisirt. Die Kreistage werden aus 25 bis 50 zu wählenden Mitgliedern gebildet; der Kreis- daß das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben im Budget nicht herzustellen gewesen ausschuß ist das Hauptorgan für die Communal⸗ und Landesverwaltung in Kreis angelegenheiten. — A o — — r e —— Königsberg. Bei einem am 6. d. statt⸗ gehabten Brande der Flachswaage sind 30,000 Ctr. Flachs durch das Feuer vernichtet worden. Die Vorräthe waren mit 500,000 Thlr., die Gebäude mit 18,000 Thlr. versichert; von ersteren ist fast nichts gerettet. Durch den Brand, über dessen Entstehung bis jetzt noch nichts bekannt ist, sind 100 Arbeiter brodlos geworden. Frankfurt. Durch eine telegraphische Be⸗ nachrichtigung erklärte Dr. Guido Weiß in Berlin die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl zum Land⸗ tagsabgeordneten für Frankfurt. Derselbe hat bereits seinen Sitz im Abgeordnetenhause ein— genommen. Bayern München. Es bestätigt sich, daß die Regierung beabsichtigt, bei der demnächst bevorstehenden Anordnung der Neuwahlen für den Landtag mit einer Proklamation, welche das Programm der Regierung darlegen soll, vor das Land zu treten. Baden. Karlsruhe. Bei Empfang der Deputation der beiden Häuser des Landtags, welche die Adresse auf die Thronrede überreichte, drückte der Großherzog seine Freude über die Uebereinstimmung der Adresse mit den Intentionen seiner Regierung und zugleich darüber aus, seine Hoffnung auf ein einträchtiges Zusammenwirken der Regierung mit den Ständen bestärkt zu sehen. Oesterreich. Wien. Die Kaiserin empfing den Kronprinzen von Preußen bei seiner Ankunft auf der Treppe der Hofburg. Am folgenden Morgen stattete der Kronprinz dem Kaiser einen Besuch ab, weicher eine Stunde dauerte. Hierauf besuchte der Kronprinz die Kaiserin und die Erz⸗ herzoge, empfing sodann eine Deputation seines Regiments, sowie das diplomatische Corps. Abends fand ein Hofgaladiner statt und sodann Besuch des Hofoperntheaters. — Am 8. d. empfing der Kronprinz von Preußen außer dem Grafen v. Beust noch den Grafen Taaffe und Dr. Giskra; später besichtigte der Kronprinz die Stadt, Abends fand große Hof tafel statt. Die Abreise des Kronprinzen war auf den 9. d. früh 9½ Uhr festgesetzt. — Das„Fremdenblatt“ meldet: der Kaiser sei entschlossen der Eröffnung des Suezeanals per— sönlich beizuwohnen, vorher jedoch dem Sultan einen Besuch in Konstantinopel abzustatten. — Der Kronprinz von Preußen ist am 9. d. nach Venedig abgereist. Den Morgenblättern zu- folge werden die Minister Beust, Plener und Gorove den Kaiser auf seiner Reise nach dem Orient begleiten. Frankreich. Paris. Ein Brief des Abg. v. Keratry, der unlängst eine Demonstration für den 26. Okt. angeregt hatte, verzichtet jetzt auf eine derartige Kundgebung und erklärt, daß er von der am 26. d. beabsichtigten Manifestation abstehe; es sei Sache der Opposition, solche Maßregeln zu ergreifen, welche ihrer Würde so⸗ wie der Wiedererlangung der öffentlichen Freiheiten entsprechender seien; für das Land sei es wichtig, daß der Kampf zwischen dem persönlichen Regiment und den Repräsentanten der Nation nicht durch eine Emeute zur Lösung gelange. Wie die „Opinion nationale“ meldet, hat die von Depu⸗ tirten der Opposition beabsichtigte Versammlung nicht stattgefunden.— Dem„Avenir national“ zufolge hat auch Peyrat sich gegen jede Mani⸗ festation für den 26. d. M. erklärt und eine solche als unnütz, inopportun und verhängnißvoll erklärt, zumal die überwiegende Majorität der demokra⸗ tischen Partei diese Sache von demselben Gesichts— punkte ansehe. — Das„Offizielle Journal“ meldet den Ausbruch von Unruhen anläßlich des Strikes der Bergleute zu Aveyron. Die Meuterer, ungefähr 1000 an der Zahl, wollten den Ingenieur ertränken und steckten die Magazine an. Am 7. d. hatte der Aufruhr seinen Höhepunkt erreicht, es kam zu einem Zusammenstoß mit den Truppen, bei welchem es 14 Todte und 22 Verwundete gab. Spanien. Madrid. Nachrichten vom 7. d. besagen, in Gandesa und Carolina sei die Republik proklamirt worden. Die Flucht der Insurgenten von Reus habe noch keine Bestätigung gefunden. Es sind Truppen nach Carolina ge- schickt worden, wo die republikanischen Freischaaren einen heftigen Widerstand zu leisten scheinen und Barrikaden erbaut haben. Das Standrecht ist in Catalonien, Aragonien, Alt-Castilien, Andalusien und Valencia verkündet worden. — In Saragossa leisteten die Freiwilligen der Freiheit dem Befehl der Entwaffnung Wider stand. Sie gaben Feuer auf die Truppen und ein heftiger Kampf entspann sich, der durch das energische Vorgehen der Truppen beendigt wurde. — Die Insurgenten wollen sich dem General Baldrik unterwerfen, welcher jedoch die des Meuchelmords schuldigen nicht begnadigen will. In der Stadt Vallo entgleisten die Insurgenten einen nach Andalusien bestimmten Soldatenzug, wobei ein Hauptmann und drei Soldaten den Tod fanden und eine größere Anzahl verwundet wurde. Die Freiwilligen von Valladolid und Granada widersetzten sich der Entwaffnung und entkamen bewaffnet. Frankfurt. Die Polizei hal dahier einen interessanten Fang gemacht. Auf der Post kam nämlich eine 200 Pfd. schwere Kiste an, welche an einen hiesigen Geistlichen adressirt war und angeblich Bibeln enthielt. Die Sache hatte an sich gar nichts Auffälliges, da an Frankfurter Seelsorger viel größere Büchersendungen kommen als diese. Die Revision war schon sast beendigt, als es doch den Aufseher gelüstete, einmal die große Schotter Buchhandlung kennen zu lernen, welche nach Frankfurt 200 Pfd. Bibein schickt, stait daß solche sonst von hier aus versandt werden. Der Sache wurde nun eiwas näher auf den Grund ge⸗ gangen, und es fanden sich statt Bibeln Schinken im Werthe des angegebenen Gewichtes vor. Daß auch die Adresse eine gefälschte war, stellte sich nachher heraus. An demselben Tage kam von Gotha eine angebliche Sendung gesalzener Därme. Das Gewicht schien für die geringe Quantität zu bedeutend, und es stellte sich heraus, daß die Därme prachtvolle Rindszungen deckten. Frankfurt. Der hiesige Gemüsemarkt war am Samstag massenhaft mit Blumenkohl befahren. Ganze Wagensendungen gingen nach auswärts. Die Preise waren billig, billiger als die meisten anderen Gemüse. Die ärmste Familie konnte sich für 6 bis 8 kr. dies schmack⸗ hafte Gemüse kaufen. Hanau. Der kürzlich in Wiesbaden verstorbene Schrift⸗ steller H. König, geb. zu Fulda, Verfasser des bekannten Romanes„die Clubisten von Mainz“ u. A., hat Hanau und Fulda, bezw. die in diesen Städten befindlichen milden Sliftungen, sowie Wiesbaden, wo er seine letzten Lebens⸗ jahre verbrachte, auf die freigiebigste Weise bedacht. Ins⸗ besondere hat er vermacht: 2000 fl. der Armenverwaltung in Fulda, 2200 fl. den Armen- und milden Stiftungen in Hanau, 350 fl. dem Gustav⸗Adolphs-Verein in Wies⸗ baden, 175 fl. der Blindenanstalt dortselbst, 175 fl. der dortigen Versorgungsanstalt für alte Leute und 87 fl. 30 kr. der Kleinkinderbewahrungsanstalt dortselbst. Seine sämmtlichen Bücher hat er der hiesigen Stadtbibliothek vermacht. Darmstadt. An einem Uebergange in der Nähe der Stalson Griesheim wurde durch einen Eisenbahnzug ein Wagen Feldfrüchte überfahren und total zertrümmert. Der Fuhrmann und das Pferd entgingen glücklicherweise dem ihnen drohenden Untergang. Ersterer trägt an dem Unfall allein die Schuld, indem er nämlich, ohne auf den Haltepfahl zu achten, mit dem Pferde bis nahe an die Barriere heranfuhr; beim Herankommen des Zuges scheute dasselbe und setzte mit dem Wagen über letztere hinaus. Von der Bergstraße wird gemeldet, daß die Qualität der diesjährigen Weincrescenz eine anerkannt sehr gute sei. In den meisten Gemarkungen hat mit Beginn dieser Woche das Herbsten seinen Anfang genommen. Berlin. Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Das zungen⸗ fertige und großsprecherische Wesen einer gewissen Sorte von Berliner Handelsleuten und Vergnügungsreisenden trägt belanntlich nicht dazu bei, uns auswärts Sympathieen zu erwecken. In Sachsen sagt man den Berlinern nach, sie hätten„Zündnadelschnauzen“. Paris. Zum Morde von Pantin. Am 6. d. wurden wieder mehrere Personen in Mazas Traupman gegenüber gestellt. Es waren Leute, welche den Mörder während seines Aufenthaltes in Paris gesehen hatten. Unter denselben befand sich auch der Nachtwächter einer der Fabriken von Pantin, welcher in der Nacht vom 19. auf den 20. Sept. furchtbares Jammergeschrei gehört haben will. Aus dessen Aussagen ist Folgendes zu entnehmen: Am Sonntag Abend gegen 10½ Uhr fingen die Hunde der Fabrik und der Nachbarschaft an zu bellen und hörten erst gegen 113⅜ Uhr auf. Wahrscheinlich trafen während dieser Zeit die Mörder ihre Vorbereitungen. Etwas vor Mitternacht hörte der Wächter deutlich Hülferufe in der Richtung des Feldes von Langlois. Sie schienen von einer Frau herzurühren. Der erste schien der Angstruf vor einer plötzlichen Gefahr zu sein, die übrigen waren Rufe der Verzweiflung. Der Wächter, welcher unruhig wurde, hörte aufmerksam hin, und er vernahm die Rufe: Mama! Mama! die von Kinderstimmen ausgestoßen wurden. Der Wächter, welcher sich über das, was vorging, Rechnung ablegen wollte, stieg rasch auf einen Speicher, aber er konnte nichts gewahr werden. Todesstille war übrigens auf den Lärm gefolgt. Die Hunde bellten in hatte sie Blutgeruch außer sich gebracht.— Eine Ueberwachung wird auf allen Eisenbahnen, die nach häfen führen, ausgellbt, sich fünf Gendarmen, die jeden Reisenden scharf examinszen. In Pantin und Umgegend ist eine Masse des Gesinbels, welches sich dort herumtreibt, verhaftet worden. Es jedoch wenig Hoffnung vorhanden, daß man jetzt bort Mitschuldige auffindet. Die Polizei hat, wie in der ganzen Sache, ihre Maßregeln zu spät ergriffen. — Wie das Blatt„Elsaß“ mittheilt, erstrecken sich zwischen Bollwiller und Cernay zahlreiche Sümpfe, die dis 7 Meter tief Schlamm haben und stark mit Schilfroh, bewachsen sind. Einem Mörder ist es daher leicht, sein Opfer hier hineinzuwerfen und es solcherweise den Blicken der Justiz zu entziehen. Mit der Durchsuchung dieser Sümpfe ist schon seit mehreren Tagen begonnen worden, Die Spur von Kinck Vater konnte bestimmt bis nach Bollwiller verfolgt werden, wo er mit Traupman zusam⸗ mentraf und im Gasthaus mit ihm trank. Von da an hörte jede bestimmte Nachweisung auf. Es sind auch Nachforschungen in der Nähe von Namur und in andern Theilen Belgiens angestellt worden und werden noch forl⸗ während angestellt, aber seit Auffindung des Traupmanni⸗ schen Briefes glaubt man bestimmt, daß Kinck's Grab zwischen Bollwiller, Sultz, Ollwiller und Cernay zu suchen ist.— Nach dem„Industriel alsacien“ hätte die Familje Traupmann letzten Sonntag ein anonymes Schreiben aus Arias erhalten, worin gesagt ist, daß der Sohn sehr wohl daran thue, seine Mitschuldigen nicht anzugeben. Der Schreiber des Briefs sügt hinzu, daß wenn Traupmann hingerichtet würde, daraus noch weit größeres Unheil als das bisherige hervorgehen würde. Der Brief ist in den Händen der Justiz. diesem Augenblicke nicht mehr, sie heulten; e ö nge 1 **„ Weitervorzeichen durch Thiere. Gutes Welter steht zu erwarten, wenn beim Regenwetter die Eulen schreien, Lerchen und Rothkehlchen hoch fliegen und dabei viel singen, Nachtigallen bis gegen Morgen flöten, Weihen, Reiher und Rohrdommeln mit lautem Geschrei fliegen, Kibitze und Sperber hochansteigen und laut schreien, Ferner ist auf gutes Wetter zu rechnen, wenn die Fleher⸗ mäuse Morgens früh und Abends spät fliegen, wenn die Johanniswürmer ungewöhnlich hell leuchten, Laubfrösche im Freien hochsitzen, Schafe auf der Weide hoch und munter springen, Roßkäfer Abends häufig fliegen, Hornisse und Wespen Abends noch reichlich fliegen, und Blutegel ruhig am Boden der Wassergefäße liegen. Schlechtes Wester steht dagegen in Aussicht, wenn die Finken vor Sonnen⸗ aufgang sich hören lassen, Krähen hoch über Felsen, Thürme und Gebäude fliegen, die Köpfe aufrecht tragen, und nach solchem Fluge Wasser aussuchen und die Köpfe eintauchen, Schwalben nahe an Mauern dorüberfliegen und dabei in nahe Gewässer tauchen, wenn sich die Tauben baden, spät Abends vom Felde heimkehren und die Störche ihre Jungen im Neste bedecken, wenn die Kraniche und Geier dei schönem Wetter schreien und das Haus⸗ Federvieh sich im Staube wälzt. Wenn die Hunde Gras fressen und die Katzen allzulange mit der Pfote sich putzen, Haushähne zur ungewöhnlichen Zeit und häufiger als sonst rufen und Regenwürmer in großer Anzahl aus der Erde kriechen, folgt bald anhaltender Regen. Vorübergehender Regen steyt bevor, wenn die Laubfrösche rufen und dabei niedrig sitzen, ins Wasser gehen und untertauchen, Kröten hervor⸗ kriechen, Mäuse laut pfeifen, Maulwürfe hoch aufwerfen, Mücken im Schatten spielen, sehr hartnäckig Menschen und Thiere verfolgen, und wenn die Flöhe stechen. Regen folgt bald, wenn das Hornvieh die Schnauze leckt, Schweine das Futter zerstreuen. Schafe bei der Rückkehr vom Weidengange sich das Grasfressen nicht wehren lassen, ungern in den Stall hineingehen, und Blutegel in den Wassergefäßen auf der Oberfläche des Wassers sich halten. Häufiges Fliegen der Roßkäfer am Morgen bringt am Mittag Regen; Gewitter entstehen binnen 24 Stunden, wenn der Schlammpeizker (Wetterfisch) unruhig wird und aus dem Wasser empor⸗ schnalzt, Blutegel aus dem Wasser wollen, convulsidisch sich bewegen und Bienen sich schon in der Früh nicht vom Bienenstocke entfernen, oder wenn sie Mittags schaarenweise heimkehren. Im letzteren Falle steht Sturm in Aussicht. Sturm sieht in Bälde zu erwarten, wenn die Drosseln, Finken und Ziemer sehr unruhig flattern, die Fische springen und das Wasserhuhn untertaucht. Stürme legen sich bald, wenn der Eisvogel während des Sturmgebrauses zur See fliegt, Spatzen fröhlich schwirren, See- und Flußfische nahe an der Oberfläche schwimmen, Delphine während des Sturmes Wasser spritzen und Maulwürfe aus ihren Gängen hervorkommen. Aber auch anerkannte Thalsache ist es, daß die Thiere nicht allein 12 bis 24 Stunden zuvor die Witterungsveränderung verkünden, sondern daß sie sich für längere Zeitabschnitte ob der kommenden Witterung vor sehen und so für uns bei richtiger und aufmerksamer Be obachtung auch die Jahreszeiten nach ihrem Vorgefühle voraus verkünden, ob kalt oder gelind, regnerisch ober trocken, warm oder heiß, Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden. In dieser Hinsicht sind uns die Zug⸗ oder Wandervögel vortreffliche Leiter. Viel Mäuse im Herbst und spät in den Winter hinein bockende Schase lassen mit Wahrscheinlichkeit auf einen gelinden Winter schließen. Guten Grund, einen gelinden Winter zu er⸗ warten, geben uns die Finken, wenn sie im December noch bei uns in unseren Gärten und Hainen weilen. Strenge und andauernde Kälte im Winter steht zu er warten, wenn die Vögel im Herbste fett sind, wenn die Zugvögel, namentlich die Störche, Schwalben, Kraniche und Schnepfen, ungewöhnlich frühe fortziehen und die heimischen Waldvögel im October und November ihre Nahrung in der Nähe menschlicher Wohnungen suchen. Auf jeder Hauptstation befinden g ö 0 ian O 29 conel Bade des Masse dahier 3 sucht, gewä imm Forde und Bezit werd als! 2 gesor widr Petso don! 8 wesel qus anhei pillse anzu don Schu 2 wesse laden 3 walst deff 829 . in fast untrügliches Merkmal ist aber für einen sehr er Nord- und Osisee erscheinen und lief in das Land hin⸗ Alten Winter, wenn die nordischen Zugvögel an den Küsten, unziehen, Moor-Elstern, Staare, Krametsvögel und Schnec⸗ zänse früb schon erscheinen und die Saatkrähen schon im Oktober wandern. Ungewöhnlich hohe Ameisenhaufen im Sommer und hochaufgebaute Mäusenester lassen einen alten Winter erwarten, und wenn der Fuchs bei strenger älte bellt, wird die Kälte zunehmen. Hornisse und Despen in großer Anzahl im Oktober noch, prophezethen nen kalten Winter. Rauhe Frühjahre verkünden uns is frühe Erscheinen der kleineren Vögel in Schwärmen u der Nähe der Häuser, namentlich der Rothkehlchen und Meisen. Arbeiter und Soldaten. zus der Schrift von Dr. Hegewald: Die„Friedens-Union“. Der effektive Militärstand in Europa beträgt ber vier Millionen Soldaten! Die jährliche Ver— nusgabung für dieselben ist über drei und eine zaalbe Milliarden Franken! So kommt auf sechs— undsiebenzig Menschen ein Soldat. Ein Drittel er Steuern wird verschlungen vom Unterhalt der Urmeen. Daraus folgt, daß die Steuerpflichtigen, ie nur hundert Franken jährlich dem Staate ahlen, nur sechzig jährlich zu zahlen hätten, wenn e Rationen nickt Männer besoldeten, die sich nander das Leben nehmen sollen! Und die Re- ——————— P— — duktion in den Ausgaben würde noch größer sein, wenn man die Summen erwägen wollte, die dazu bestimmt find, die individuellen und materiellen Verluste des Kriegs einigermaßen auszugleichen! Ja, man würde eine fabelhafte Summe als Ge— winn erzielen, wenn man außer dem ersparten Gelde auch noch das Kapital in Veranschlagung brächte, welches durch die Thätigkeit von mehr als vier Millionen junger, starker Männer dem Staate fruchten würde, das aber seither für ihn verloren ging! Die Unprodukt vität ist schon groß in der Werkstätte des Weltverkehrs. Man denke an die Frauen, an die Kinder, an die Greise, an die Siechen und die Schwachen, die nichts verdienen, und man findet, daß Ein Arbeiter vier Personen unterhalten muß. Mit andern Worten: Die Arbeit von 25 muß 100 Menschen ernähren. Das sind Thatsachen. Unter solchen Umständen wundere man sich noch, wenn bei der Vervoll— kommnung in der Industrie, bei der Vertheilung der Arbeit, bei dem Gewerbfleiß der arbeitenden Klasse die angewandte Thätigkeit dennoch nicht ge— nügt, auch das Nothwendigste, Unentbehrlichste gleichmäßig zu vertheilen. Und nun bedenkt, welches Elend entstehen muß, wenn man die an sich schon kleine Zahl Arbeiter noch verringert, indem man die kräftigsten Männer dem Pfluge und der Werkstätte entreißt; die Arbeit ihrer besten Jahre der menschlichen Gesellschaft entzieht; noch mehr, wenn man sie einer gesetzlich produktiven Arbeit entfremdet, um sie zu einem unfruchtbaren Handwerk zu verwenden. Der Kanal von Suez hat bis er fertig war, etwa vierhundert Millionen gekostet. Gerade so viel beträgt das Militär-Budget in Oesterreich. Zehn Milliarden Franken wurden seit fünfzehn Jahren in Frankreich von der Armee verschlungen; hätte man nicht diese Summe verwenden können um ein Eisenbahnnetz über das ganze Land aus⸗ zubreiten, die Urbarmachung der Landen und Moräste zu verwirklichen, den periodisch wieder kehrenden Ueberschwemmungen Einhalt zu thun und endlich die Schulen zu vermehren, die selbst zur Vertheidigung des Vaterlandes einen weit höheren Werth haben als die Kasernen. Man könnte diese Beispiele vervielfältigen, doch wozu? Der Satz steht fest: Die großen, stehenden Armeen und der Krieg sind die Hauptursachen des Elends und der Unwissenheit; schafft den Krieg ab und Ihr erweist der Menschheit eine der größten Wohl⸗ thaten die man ihr je erweisen kann! . Oeffentliche Aufforderung. 279 Forderungen und Ansprüche feder Art an das oncursfällige Vermögen des hiefsigen Bürgers und adewärters Wilhelm Kirchner sind bei Vermeidung 28 stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Nasse, im Termine Freitag den 5. November d. J., Morgens 9 Uhr, uhier anzumelden und zu begründen. Zugleich soll im nämlichen Termine die Güte ver— cht, in deren Entstehung aber ein Gläubiger Ausschuß wählt, sowie ein Massecurator bestellt und sollen Be— Emmungen über die Richtigkeit der angezeigt werdenden korderungen und Ansprüche, sowie über die Veräußerung und Vertheilung der Masse getroffen, und die in diesen beztehungen von der Mehrbeit der Gläubiger gefaßt nerdenden Beschlüsse auch für die übrigen Gläubiger us bindend angesehen werden. Der abwesende Schuldner wird gleichzeitig auf— (ordert, im nämlichen Termine seine Rechte zu wahren, zädrigenfalls nach den Anträgen des für ihn in der serson des Runde⸗Gradirers Johannes Kirchner nen hier bestellten Curators verfahren werden wird. Schließlich wird insbesondere noch der ebenfalls ab- wesenden Ehefrau des Schuldners, Adele, geb. Martini, als Cressier im Schweizer⸗Canton Neufchatel hierdurch biheimgestellt, ihre Ansprüche an die Masse, dei Meidung füllschweigenden Ausschlusses, damit im obigen Termine izuzeigen, resp. nachzuweisen, welches Alles hler auch won den zum Theil abwesenden Kindern erster Ehe des echuldners gilt. Bad Nauheim am 4. August 1869. Großberzogliches Landgericht Bad Nauheim rei ch. Dietel lad ung. Den Concurs über das Vermögen des Gustav Vogt von Reichels heim im Kreise Friedberg betr. 88 Nachdem dem Arrangement vom 5. Juli l. 3. die gerichtliche Beslätigung nicht ertheilt werden konnte ud Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen ter das Vermögen des Rubrikaten den förmlichen Hencurs erkannt hat, werden dessen sämmtliche Gläu— ger zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, pie zur Geltendmachung etwaiger Vorzugsrechte auf Mittwoch am 24. November l. J., Vormittags 9 Uhr, iter dem Rechtsnachthelle des stillschweigend eintreten— zm Ausschlusses von der Concursmasse und beziehungs— visse des Verzichts auf vorzugsweise Befriedigung, ge⸗ en. In der cewähnten Tagfahrt soll sodann über Ver⸗ bvaltung der Masse, Wahl eines Gläubiger Ausschusses, fänttive Bestellung eines Massecurators verhandelt, züth nochmals die vergleichßweise Erledigung des Con— u ses versucht werden, was unter dem Anfügen bekannt macht wird, daß in Ansehung der weder in Selbst— on erscheinenden, noch durch gehörig bevollmächtigte Handatarien vertretenen Gläubiger der ftillschweigende Jaltritt zu dem von der Mehrheit der Erschlenenen auch üglich eines etwa zu Stande kommenden Arrange— umts gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt werden vurde. Friedberg am 12. September 1869. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Ein Ladentisch Kg ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. b. B. Be ka- n n-tm al ch uu. g. 2730 Die Ehefrau des Krämers Heinrich Koh lbepp— Margarethe, geb. Lenz, zu Kiltanstädten hat ihre Ueberschuldung bei Gericht angezeigt. Zur summartschen Anmeldung der Forderungen an dteselbe und zum Güle— versuch behufs Abwendung des förmlichen Concurses ist Termin auf den 26. October d. J., Vormittags 9 Uhr, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts— Schloß— siraße Nr. 26.— anberaumt. Die Gläubiger werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß die nicht Er— scheinenden als dem Beschlusse der Mehrheit beitretend angesehen werden, und der ergehende Vergleichsbescheid nur durch Anschlag im Gerichtslokal veröffentlicht werden wird. Hanau am 28. Seplember 1869. Königliches umtsgecicht Abtheilung II. C ster. dt. Strohmeper. Mobiliar-Versteigerung. 2772 Mittwoch den 13. October, Vormittags 9 Uhr anfangend, werden auf freiwilligen Antrag in der Behausung des Bäckermeisters Wilhelm Rumpf dahier verschiedene Mobiliar— gegenstände, als: Betten, Bettstellen, Tische, Stühle, Kleider— schränke, Commoden, Waschtische, Nachttische, Portraits, Weißzeug, Vorhänge, Glas, Por— zellan und sonstige Haus, und Kuͤchengeräth— schaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung ver— steigert. Friedberg den 6. October 1869. Geoßherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Steinkohlen⸗ Lieferung. 2839 Mittwoch den 13. October d. J., Vormittags 11 Ubr, soll im hiesigen Rathhause die Anlieferung von 200 Ceniner Steinkohlen I. Sorte für die städlischen Schulen dahier öffentlich an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden. Friedberg am 11. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg Foucar. Bekauntmachung. Betreffend: Die Verloosung der Stadt Alzeyer Obligattonen. 2830 Bei der diesjährigen Verloosung der Stadt Alzeper Obligationen wurden folgende Nummern ver dritten Serie gezogen, als: 64, 68, 79, 84, 93, 102, 106, 136, 193, 199 und 225. Den Inhabern dieser Obligattonen wird vom 1. Januar 1870 an gegen Aushändigung der Original Obligationen und der nicht fälltgeu Zinscoupons der Nenynwerth durch die Gemeindekasse zu Alzep oder das Handlungs⸗ haus S. Lindhelmer Söhne, seither in Friedberg fetzt in Frankfurt a. M., sogleich bel Anmeldung ausbezahlt. Vom 1. Januar 1870 an hört der Zinsenlauf der gezogenen obigen Nummern auf. Alzey am 6. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisteret Alzey .d. Gg. Maper, I. Beigeordneter. Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg in zu haben: Der Lahrer hinkende Bote für das Jahr 1870 Preis gestempelt: 1 kr. Steinkohlen-Liefetung. 2832 Freitag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Büreau des Garnsson-Lazareihs dahier 600 Ctr. Steinkoblen, Ruhrer Feitschrot 1. Qualität, durch Submission vergeben werden. Die Bedingungen können täglich auf dem genannten Büreau eingesehen werden. Friedberg den 10. October 1869. Großherzogliche Garnison-Lazareth⸗Commission Stock, Dr. Stein häuser. Dauptmann und Compagniechef. Veersst eig er und 2827 Mittwoch den 3. November, Vormittags 11 Uhr sollen auf dem Gemeindehause zu Reichelsbeim, Kreis Friedberg, die in dem Orte gelegenen, dem Großberzogl. Fiscus gehörigen Immobilien öffentlich an den Messt— bietenden verstetgert werden.— 1) Die frühere Amtshofraithe Nr. 6854 und 6856 des Stockbuchs, am südlichen Ende des Orts, an der Chausse nach Dornassenheim, zwischen Georg Stephans II. Witwe und der Straße gelegen, bestehend aus: a. Einem zweiftöckigen Wohnhaus 74“ lang und 39“ breit, aus Holz, mit Lehm und Baasteinfach⸗ werk erbaut, mit Ziegeldach und zwei gedielten Fruchtböden. b. Zwei rechtwinklich aneinander gebauten Scheuern; die eine 94“ lang und 38,5“ breit, enthält Pferdeställe, einen Holzstall, einen Schweinestall und zwei übereinander liegende gedielte Frucht⸗ böden.— Die andere Scheuer 62“ lang und 38,5“ breit, enthält zwei Barren, eine Tenne und einen ge— wölbten Keller.— e. Den mit Mauer umschlossenen Hofraithegrund 180,4[] Klitr., nebst Brunnen.— 5 Garten an der Hofraithe 8 1 Morgen 37,4 Klftr. Gr. Hess. Maaßes, ringsum eingefriedigt, mit Gartenhäuschen 13“ lang und 137 breit, Nr. 6859 und 6860 des Stockbuchs an der Straße neben dem Hause gelegen.— Einen Acker„der Stammgarten“ zwischen Heinrich Vogt und Friedrich Groß 20288 Klftr. groß.— Das sowohl zum Betriebe einer Oekonomie, als eines Geschäfts gut gelegene Haus kann jederzeit be— sichtigt werden, und wolle man sich deßhalb, sowte wegen der weiteren Steigbedingungen an Herrn Schmied⸗ meister Wilhelm Heß zu Reichelsheim oder an das unterzeichnete Rentamt wenden. Friedberg den 10. October 1869. Großberzogliches Rentamt Friedberg Lin deck. Oeffentliche Aufforderung. 2828 Fo derungen an das euratorisch verwaltete Ver⸗ mögen des Konrad Diehl J. von Friedberg sind innerhalb drei Wochen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung an gerechnet, bei dem unterzeichneten Ge⸗ richte anzumelden, widrigenfalls sie bei der Regulfrung der Vermögensverhältnisse nicht berücksichigt werden. Friedberg am 7. October 1869. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, Landgerichts Assessor. 2 3) — Unsere bis zu den allerneusten Romanen ergänzte Turnverein. 9 9 4 2837 In der am 8. d. M. stattgehabten General Versammlung wurden die Nummern: 22, 46, 167, 172, 218, 222, 340, 397, 426 der Turnhallactien zur Rückzahlung ausgeloost und kann ig kz; f 1 j ir di alli der Betrag derselben mit je fl. 5 bei dem Rechner ist für den Winter wieder hier in Friedberg und empfehlen wir dieselbe zur gefälligen e eee Jesevb. 5 Ae 1 Benutzung. Bindernagel& Schimpff. nommen werden. Die Verzinsung der gezogenen Aesien hört mit October d. J. auf. Mein . Der— Turnvereins. Putz- und Mode-Gese chäft ers. 2802 erlaube ich mir hiermtt für die Wintersalson in empfeblende Erinnerung zu bringen. Aufträge werden bei reellen Preisen geschmackooll und möglichst rasch ausgeführt. Friedberg. K. Friedrich, neben der Post. Briefcuuverts- und Pergament-Musterdüten- Fabrik. 2824 Briefcouverts in allen Formaten à 6 Qualitäten, à 6 Paptersorten. Briefcouverts 7 mit Druck(Druck fl. 1¼, bis fl. 1½. pr. Mille). Briefcouverts mit farbig geprägten Stempeln von fl. 3½. Flaschen 2 Etiquette pr. Mille bis fl. 6. pr. Mille bei mindestens 5 Mille. Pergament⸗Musterdtiten neuester Präparation. i Carl Koch's Siegeloblatenfabrik, Frankfurt a. M. pr. 100 Stück 36 kr. bis zu 2 fl. 48 kr, bei. NB. Agenten werden gesucht. Bindernagel& Schimpf, 2836 Vom 1. November an ertbeile ich wieder Unterricht im kaufmännischen Hammelfleisch, Rechnen, Correspondenz und Buchhaltung. 2826 das Pfund 13 kr., verkauft Am gleichen Tage beginnt der Unterricht an der, von dem Gewerbverein ins Leben Wilhelm Kreuter. gerufenen Fortbildungsschule für Mädchen. 0 S1 Anmeldungen nehme jeden Tag von 1 bis 2 Uhr entgegen. Grüfl. Hofgärtnerei Assenheim E. E r m U 8. 2688 empfiehlt zu der bevorstehenden Herbst⸗Salson Zimmerdecorations⸗Pflanzen, namentlich: Bei C. W. 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Schon über Hundert geheilt. 0—— 0 2 5 — 2 9— 2 8 8 1 5—— *—— 2 2 r— 22— 2 eee Jam jp e ov m ꝗ nd 25 N S De e 35 28 4 i—— 2 0 8 8 8 2 2 8 2 5 i naa S 8 3 2 0 Fri 11 0² Aufusgd 124 ugvgz 430 uv nrodozß uenlem— 2 D 1 8 2* 5 32 1 4 41 Lind II u eidusceß wn usboogs d spes mu ges 8 52 3 8 2 2 88 3 8 8 8. 0 41 3 0 13 S 5 2 4 8 219 bet K. Friedrich, neben der Post in Friedbem 2 FFF 2 8* *. ²— Ä leme l bel 1 90 5 15„„] aarlemer Plumenzwiebel. 1 32 32 8 28 28 . 25 2 S 5 3 J. Herrmann's Samenbandlung 8 0 88* 2 2 5— 8 8 0 2 2 2853 vis-A-vis dem Hotel Trapp. 7.— e 5 S 8 3 38 8— — St e b ö 0 dean in Todes ⸗Anzeige. 2840 Dem Allmächtigen hat es gefallen, nach langem Leiden unseren geltebten Gatten, Vater und Schwiegervater 206 Fertige Herren- und Knabenkleider. Anzüge e u d c n. e f, deere de zu Friedberg und Nanheim. 2821 Unsern verehrlichen Kunden theilen mit, daß von heute an nur von 1 Centner an Coaks verkaufen und zwar in einzelnen Centnern à 36 kr. pr.%, in Wagenladung à 33 kr. pr. C/. 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