ug labert * Jindn ** üdein W. Han ee der S. 8 Sand 4 U Amduren 110 Heyde 1869. Donnerstag den 12. August. M 93. Oberhessischer Anzeiger. nmthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samfag. Für die Monate August und September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags- Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. — Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren: sub. 3. Bekanntmachung, den Nachtrag zu den Statuten der Hessischen Ludwigs⸗Elsenbahn-Gesellschaft. — sub. 3. Bekanntmachung, den Anschluß der Hamburgischen Vogtei sub. 2. Bekanntmachung, den zwischen Hessen und den vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Vertrag über die Staatsangehörigkeit ver 9 Ar. 34. sub. 1. Bekanntmachung, die Einführung von Telegraphen-Freimarken bett. Jworwärder ꝛc. an den Zollverein bett. Nr. 35. ö Aeswenderetr betr.— sub. 3. Bekanntmachung, Creditirung der Branntweinsteuer betr. Nr. 36. sub. 1. Gesetz 1: Die Ausgleichung und Vergütung der im Jabre 1866 durch die Königlich Preußischen und die mit denselben verbündeten Truppen whrend ihres Aufenthaltes im Großherzogthum verursachten Kriegs lasten, insbesondere die Gestattung von Fristen für die von den Gemeinden berauszuzahlenden Beträge ud die Verziasung derselben betr.— sub. 3. Bekanntmachung, den Courswerth der K. K. Oesterreschischen Sechskreuzerstücke mit der Jahreszahl 1848 u. 1849 betr.— ebe. 4. Bekanntmachung, die Hauptergebnisse der Rechnung der Staats Versicherungsanstalt für Stellvertretung im Militärdtenft für 1867 betr. Friedber g den 9. August 1869. Großberzogliches Kreisamt Friedberg Noe. Bac, a wem ma ch u n g. SDetreffend: Die Sitzung des Bezirksraths für den Kreis Friedberg im Jahre 1869. Wir bringen zur Kenntniß der Kreis- Angehörigen, daß der Bezirksrath des Kreises Friedberg zu seiner diesjährigen ordentlichen mentlichen Sitzung Donnerstag alf dem Rathhause zu Friedberg zusammentreten wird. Friedberg am 11. August 1869. den 19. Aug u st d. J., Vormittags 10 uhr, Großherzogliches Kreisamt Friedberg r. Wipp. ane Dreffend: Die Bildung der Bezirksräthe. e SWR Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß aue den gewählten Mitgliedern des Bezirksraths des Kreises Friedberg der Groß burzogliche Kammerherr Wilhelm Freiherr Löw von und zu Steinfurth barzogliche Hofgerichtsadvocat Trapp II. vin 6. d. M. ernannt worden sind. Friedberg den 11. August 1869. zu Staden zum Vorsitzenden und der Groß⸗ zu Friedberg zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Bezirksraths durch Decrete Großherzogliches Kreisamt Friedberg . Be a n es Lnreffend: Die Erhebung und Controlirung des der Stadt Friedberg zustehenden Mehlgeldes von Bäckern und Mehlhändolern. Da uns angezeigt worden ist, daß häufig gegen unsre Bekanntmachung vom 14. Juli 1863 in Nr. 57 des Intelligenzblattes von 1583 gefehlt wird, bringen wir diese nachstehend wiederholt zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg den 10. August 1869. 7 7 Nach der Organisationsurkunde vom 19. Januar 1809 hat die Sadt Friedberg von jedem für Bäcker und Mehlhändler in hiesige Sadt eingeführten Mehl eine Abgabe von 4 kr. von den Bäckern, u 6 kr. von den Mehlhändlern vom Malter zu beziehen. Diese Bestimmung wird hierdurch zur Nachachtung von Neuem öffentlichen Kenntniß gebracht und zugleich auf den Antrag des Du svorstandes und mit Ermächtigung Großherzogl. Ministeriums des mern vom 8. l. M. zu Nr. M. d. J. 6634 weiter das Folgende dur dnet: 1) Derjenige, welcher Mehl für Bäcker und Mehlhändler in die Siudt Friedberg einbringt, darf nicht eher abladen, als bis der städische Daagemeister die Säcke revidirt und gewogen hat. Bäcker und eam t Großherzogliches Kreisamt Friedberg n mn ern eee Mehlhändler, welche Mehl durch die Eisenbahn beziehen, sind ver⸗ pflichtet vor der Empfangnahme des Mehls von Seiten der Eisen⸗ bahn die Quantität des zu beziehenden Mehls schriftlich bei Großh. Bürgermeisterei Friedberg anzumelden. 2) Contraventionen gegen vorstehende Bestimmung werden mit einer Polizeistrafe von 1—5 fl. geahndet, sowie noch überdies bei vorkommenden Defraudationen der bezeichneten Abgabe der Defraudant mit dem zehnfachen Betrag der defraudirten Abgabe nebst 15 kr. Ge— bühr an den Denuncianten bestraft werden soll. Friedberg den 14. Juli 1863. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Aierungsblatt Nr. 36 enthält: „ Gesetz, die Ausgleichung und Vergütung der im Ihe 1866 durch die Königlich Preußischen und die mit eisüben verbündeten Truppen während ihres Aufenthalts anbem Großherzogthum verursachten Kriegslasten, insbe- sotdwe die Gestattung von Fristen für die von den Ge— den herauszuzahlenden Beträge und die Verzinsung leselben betreffend. Dasselbe bestimmt: Der letzte Satz ert. 10 des Gesetzes vom 12. Mai 1868 wird auf⸗ een und tritt an dessen Stelle folgende Bestimmung: „Au Gemeinden, welche Herauszahlungen zu leisten haben, (tlazen, soweit sie es wünschen, und gegen Verzinsung eau zahlenden Beträge mit fünf vom Hundert vom uli 1869 an, für ihre Zahlungen Frist in der Weise, ie die schuldigen Vekräge in brei gleichen Theilen je en. Juli der Jahre 1870, 1871 und 1872 zu ent- rigen haben.“ II. Verordnung, die polizeiliche Aussicht über die Eisen⸗ bahn von Meckesheim über Rappenau und Wimpfen nach Jagstfeld betreffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Courswerth der k. k. österreichischen Sechskreuzerstücke mit den Jahreszahlen 1848 und 1849 betreffend. Dieselbe lautet: Es ist die Wahrnehmung ge⸗ macht worden, daß die k. k. österreichischen Sechskreuzer⸗ stücke mit den Jahreszahlen 1848 und 1849 neuerdings wiederum in das Gebiet des Großherzogthums eingeführt werden, und es werden deßhalb, um das inländische Pub⸗ likum vor etwaigen Verlusten zu bewahren, die Bestim⸗ mungen der Bekanntmachung vom 24. Mai 1866, wodurch der Curswerth dieser Münzen auf 5 Kreuzer füddeutscher Währung festgesetzt worden ist, in Erinnerung gebracht. IV. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Hauptergebnisse der Rechnung der Staats-Versicherungs— Austalt für Stellvertretung im Mililärdienste von dem Musterungs- und Ziehungsjahr 1867 betreffend. V. Namens veränderungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. Juli der Margarelhe Clisabethe Wich von Alsbach zu gestatten, daß dieselde künstig statt des bisherigen den Familiennamen Rippert, — und am 24. Juli dem Philipp Streb von Neu-⸗Isen⸗ burg zu gestatten, daß derselde künftig statt des bisherigen den Familiennamen Chandre führe. VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Juli dem Schulamtsaspiranten Franz Schader aus Hosheim die erledigte dritte katholische Schulstelle zu Bodenheim zu übertragen;— am 23. Juli den von dem Herrn Grafen zu Stolberg-Roßla und Ortenberg auf die erledigte zweite evangelische Schulstelle zu Ober-Seemen präsentirten Schulamtsaspiranten Friedrich Spitznagel aus Selters für diese Stelle zu bestätigen;— am 24. Juli den Obersörster der Oberförsterei Mörfelden Klipstein, in gleicher Diensteigenschast in die Oberförsterei Mönchbruch zu versetzenz;— am 27. Juli dem Schaffner bei der Main-Weser⸗Eisenbahn Huber II., und dem Bremser . 3* 8———* .——.... 3——— ——— ——ů 2 rr bei dieser Eisenbahn Metzger, die Stelle von Condukteuxen bel ter Main⸗Neckar⸗Eisenbdahn zu übertragen,— und den Eisatzbahnwärter bei der Main Neckar ⸗Eisenbahn, Huba, zum Portier auf der Station Eberstadt dieser Eisenbahn zu ernennen. 3 VII. Versetzung in den Ruheftand. S. K. H. der Großberzog baden allergnädigst geruht: am 24. Juli den Registrator bei der Registratur der Ober⸗Steuer-Direktion, Sbeuerrath Weyland, unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste auf sein Nachsuchen— in den Ruhe⸗ stand zu versetzen. a i f VIII. Concurrenz für die evang. Pfarrstelle zu Rum⸗ penheim, mii einem Gehalie von 723 fl. 57 kr. — Ueber den Metz⸗Fendt'schen Prezeß, welcher nach mehr als zweijähriger Voruntersuchung am 6. und 7. d. vor hiesigem Bezirkestrafgericht zur Verhandlung kam, entnehmen wir der„Darmst. Zig.“ folgende kurze Notiz; Herr Hofgerichtsad⸗ vokat A. Metz J. hatte gegen Herrn Kaufmann Rudolf Fendt wegen Ehrenkränkung und Ver⸗ läumdung, verübt durch die Presse, Anklage er⸗ hoben. Die incriminixten Artikel sind enthalten in Nr. 10, 11 und 13 des früher bei Schneider in Mannheim erschienenen„Deutschen Wochen- blattes,“ Hofgerichtsadvokat A. Metz J. wird in denselben als„Industrie-Advokat“ bezeichnet, des politischen Meinungswechsels, der politischen Re- clamenmacherei, des Ehrenwortsbruches und Ehe- bruches beschuldigt. Der Angeschuldigte trat den ihm nach Art. 33 des Preßgesetzes zustehenden Beweis der Wahrheit seiner Behauptungen an. Die Großh. Stoatsanwaltschaft, vertreten durch Herrn Staatsanwalt Maurer, fand den Beweis für nicht erbracht und beantragte, den Angeklagten wegen Ueberschreitung der Art. 31 und 32 des Preßgesetzes in eine Gefängnißstrafe von 3 Wochen und in eine Geldstrafe von 80 Gulden zu ver— urtbeilen. Der Vertheidiger, Herr Hofgerichts⸗ Advokat Emmerling II., fand den Beweis der Wahrheit für geliefert und beantragte, mit Rück⸗ sicht auf die verletzende Form der Artikel auf eine geringe Gefängniß oder Geldstrafe zu erkennen. Die Verkündigung des Urtheils wurde auf Sams- tag den 14. d. anberaumt. „Friedberg. Der Rayon für die Uebun⸗— gen der großherzoglich hessischen 2.(50.) In- fanteriebrigade vom 23. bis 26. August umfaßt die Gemarkungen der Orte Vilbel, Dortelweil, Klein⸗Karben, Kaichen, Bönstadt, Nieder-Florstadt, Dorn-⸗Assenheim, Dorheim, Friedberg, Ober-Wöll⸗ stadt, Nieder- Wöllstadt, Okarben, Kloppenheim, Massenheim. Zum Civilcommissär für die zur Abschätzung der bei den Truppenübungen ent stehenden Flurbeschädigungen und zur Ermittlung der Vergütungen für die Benutzung des Grund- Eigenthums zu den Truppenlagerungen zu bildenden gemischten Commission für diesen Bezirk ist der groß herzoglich Kreisassessor Haas in Friedderg ernannt und sind von großberzoglichem Kriegs Ministerium Major Kolb und Intendantursekretär Obermann derselben beigegeben. Die Haupt- übungen der Großherzogl. Division vom 27. bis 31. August, sowie die in Gemeinschaft mit den Königlich Preuß. Truppen vom 1. bis 3. Sept. finden namentlich in den Gemarkungen folgender Orte statt: Bruchenbrücken. Nieder-Florstadt, Stammheim, Rodenbach, Enzheim, Düdels heim, Hainchen, Höchst a. d. N., Eichen, Heldenbergen, Büdesheim, Rendel, Dortelweil, Nieder-Erlenbach, Nieder⸗Eschbach, Ober⸗Erlenbach, Rodheim v. d. H., Nieder ⸗Wöllstadt, Kloppenheim, Groß ⸗Karben, Ober⸗Dorfelden, Bergen, Harheim. genannten Herren.— Die fallen wird. Preußen. Berlin. Am Vormittag des 8 ds, wurde in der Domkirche während des Gottes- dienstes auf den Hülfsprediger Henrici ein Pistolen- wodurch der Genannte jedoch schuß abgefeuert, nicht verwundet wurde. Der Thäter ist verhastet — Der König hat sich am 9. b. nach Coblenz wird am 11. d. Mts. in zu begeben. Derselbe Wiesbaden, am 14. in Homburg, am 21. ir Die Ab- schätzungs Commission für diesen Mezirk besteht aus dem großherzoglichen Kreisrath v. Zangen, in Vilbel und militärischer Seits aus den schon Grundbesitzer der genannten Gemeinden werden gut thun, das Feld bis zu dieser Zeit so viel als möglich zu räumen, was wohl bei günstiger Witterung nicht schwer Düsseldorf. Der„D. A.“ meldet vom 7. d.: Gestern wurde das hiesige Dominikaner⸗ kloster von Polizeibeamten umstellt, um einige Herren Patres, die sich, wie verlautet, Vergehen gegen die Sittlichkeit haben zu Schulden kommen lassen, zu verhaften. Zweien derselben soll man habhaft geworden, jedoch vier, auf die man fahndete, sollen entkommen sein. Wiesbaden. Dahier hat sich ein„Verein zum Schutze gegen schädliches Creditgeben“ mit einer Mitgliederzahl von nahezu 50 den verschie⸗ densten Geschäftsbranchen angehörigen Personen constituirt. Hamburg. Die„Börsenhalle“ enthält ein Telegramm, wonach das der hamburgischameri⸗ kanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft Saint Johns angehörende Dampfboot„Germania“ in der Nähe von Cap Race total verunglückt ist. Passagiere und Mannschaft sind gerettet, und letztere bereits auf der Rückreise nach Europa. Sachsen. Leipzig. Die„Sächsische Zeitung“ bringt einen Briefwechsel zwischen dem König von Preußen und dem Kaiser von Oester⸗ reich vor der Katastrophe von 1866. Der Brief des Ersteren lautet in seiner Hauptstelle:„Wir sind jetzt Beide gerüstet, um einen großen Feld⸗ zug unternehmen zu können. Die Welt glaubt, wir werden uns gegenseitig bekämpfen. Beweisen wir, daß deutsche Fürsten keinen Groll gegenseitig hegen, sondern daß sie nur das Heil des gemein— samen großen Vaterlandes anstreben. Vereinigen wir unsere Streitkräfte und marschiren wir gegen den Erbfeind Deutschlands jenseits des Rheines. Durch diesen Krieg würden wir eine Neugestaltung Deutschlands, dem vorhandenen Drange nach Ein⸗ heit in den deutschen Volksstämmen entsprechend, herbeiführen können, indem Ew. Majestät die füddeutschen Staaten unter Ihrem Scepter ver— einigen, ich dagegen der Herrscher Norddeutschlands und der französischen Rheinprovinzen deutschen Ursprungs werden würde. Wäre dieses Ziel er— reicht, dann wäre Europas Schicksal in unseren Händen.“ Hierauf erfolgte von Wien nachstehende Antwort von Seiten Franz Joseph's:„Als mir Ew. Mojestät den Vorschlag machten, unsere auf den Kriegsfuß gebrachten Streitkräfte zu vereinigen, appellirten Sie an das Ehrgefübl eines deutschen Fürsten und stellten gleichzeitig die Möglichkeit der Annexion der süddeutschen Staaten Seitens Oester⸗ reichs in Aussicht. Als deulscher Fürst muß ich hierauf antworten, daß meine Gefühle und Ge— sinnungen mir verbieten, die Bundesgenossen Oesterreichs, die Beherrscher deutscher Stämme ihrer Fürstenrechte zu berauben.“ Die„Sächsische Zeitung“ bittet die preußische Oßffiziöse um ein Dementi statt des zu befurchtenden Todischwetgens. Dresden. Aus den v. Burgl'schen Kohlen- schächten im Plauen'schen Grande sind von den Leichen der dort verunglückten Bergleute bis zum 7. d. früh 7 Uhr 131(davon 19 in der Nacht vom 6. auf den 7.) zu Tage gefördert worden, darunter 4, welche bis zur Unkenntlichkeit verstüm⸗ melt waren. Die Arbeiten schreiten rüstig vor- wärts und man hoffte, im Laufe dee Tages die Verbindung zwischen den beiden Schächten her⸗ zustellen. Eisenach. In der Sitzung des Arbeiter— Congresses vom 7. d. führte gleich die erste Frage der Geschäftsordnung: ob die Mandate vor oder nach der Vorstandswahl geprüft werden sollien, zur Sprengung des Congresses. Die Anhänger Schweitzer's protestirten gegen die Gültigkeit der Abstimmung, sangen die sog. Arbeiter-Marseillaise u. dergl., worauf der Vorsitzende Geib die Ver⸗ sammlung schloß um am folgenden Tage die An⸗ hänger Bebel's und Liebknecht's zur Berathung zu vereinigen. Diese Versammlung des allgemeinen Arbeitercongresses verlief in Ordnung unter Theil⸗ nahme von 362 Delegirten aus 193 Orten. Die Organisationsvorlage wurde zum großen Theile mit geringen Modifikationen angenommen. Die [Schweitzerianer hielten sich fern. Die Berathungen wurden auch am 9. ohne Störung fertgesetzt und stulfindenden Brigade-Uebungen und cantonirt während Lorenz Brentano, der badische Dietator 1849, mit Frau und Kindern wieder in ale Lande und zwar in Konstanz. — Durch die am 5. August eröffnete 0 25 * linie Meckesheim-Jagstfeld ist der kürzest hergestellt, um den Nordwesten Würtembe mit dem Rhein und namentlich die beiden Han⸗ delsstädte Mannheim und Heilbronn mit einander zu verbinden. f Aus Wertheim wird gemeldet, daß die Gesellschaft der im Bau begriffenen oberhessischen Bahnen enischlossen sei, als Bewerberin für den Bau einer Lohr-Wertheimer Bahn durch das Mainthal aufzutreten.— Oesterreich. Wien. Der Gemeinderath über die Klosterfrage Beschluß gefaßt. Die von der Rechtssektion ausgearbeitete Petition wutht abgelehnt und beschlossen, die Regierung und den Reichsrath um Aufhebung aller Klöster, die nit der Krankenpflege gewidmet sind, zu ersuchen, Die Minderheit wollte die Aufhebung der Klöste ohne irgend eine Ausnahme. Die Mehrheit an wog die Thatsache, daß die„barmherzigen Brüder Volkes sehr beliebt sind, weil sie unentgeltliche Hülfe in Krankheitsfällen gewähren. Krakau. Zwei Schwestern der Barbarg Ubryk aus Warschau sind hier eingetroffen und sofort gerichtlich vernommen worden, worauf sie die Barbara Übryk im Irrenhause in Begleitung des Untersuchungs-Richters und des Gerichtsarztes besucht baben. Das Erscheinen der beiden Schwestern in der Zelle der Barbara Übrßk in Irrenhause machte auf dieselbe gar keinen Ein⸗ druck. Als ihr der Gerichtsarzt Dr. Blumenstok erklärte, es seien dies ihre Schwestern, meinte ste, dies sei nicht möglich, da ihre Schwestern bereits im Himmelreich wohnen. Dann faselte sie von der Seele ihrer Schwestern und erinnerte sich vieler Jugendgeschichten Später wollte sie die Schwestern nicht mehr empfangen, weil sie über⸗ haupt sehr mürrisch gestimmt war. Die meisten Nonnen im Kloster der barfüßigen Carmeliterinnen, sind bereits gerichtlich vernommen und haben ihre Aussagen beeidet. ihnen den Eid abzulegen. Wwe Frankreich. Paris. Wie aus gut unter- richteter Quelle verlautet, wäre der türkisch⸗ägyptische Conflikt als im Keime erstickt zu betrachten. Alle Mächte hätten beiden Theilen Rathschläge zur Mäßigung ertheilt und der Vicekönig hätte jede Absicht, einen Bruch herbeizuführen, in Abrede gestellt. 605 — Der Pole Berezowski, der im Jahre 1867 auf den Kaiser, Alexander in Paris das Attentat verübte, ist in Neu ⸗Caledonien, wohin er deportirt worden war, an der Schwind sucht gestorben. f g Spanien. Madrid. Es bestätigt sich, daß Forbes von Boston Zusammenkünfte mit Serrano und Prim betreffs des Verkaufs Cuba's an Amerika gehabt habe. Die Unterhandlungen dauern fort. Friedberg. Für nächsten Sonntag haben sämml⸗ liche Quaruernäger der Stadt Einquartierung hessischet Soldaten zu erwarten. Das großherzogliche 1. Infanterie, Regiment trifft nämlich auf seinem Marsche von Worms nach Gießen an genanntem Tage dahier ein; 6 Compag' nien desselden beziehen in unserer Stadt Quartier, 2 Con pagnien marschiren nach Nauheim. Unser Jäger Badaillo begibt sich ebenfalls Montag den 16. zu den bei Gießen dieser Zeit in Groß- und Klein Linden. 1 F. Friedberg. Nach deu uns zugekommenen Mi theilungen erfolgt die Cantonirung der Teuppeniheile det Großherzoglichen Diwision während der diesjährigen Herbs übungen im Kreise Friedberg in nachstehender Weise. erhallen: 1) Friedberg: 14. August 1 Brigadestab.— 15. Aug. 1 Regimenls- und 1 Balalllonssiab und 6 Kompaguün Jufanterte.— 20. Aug. 1 Rgiost. Stab der Feldartilleste, 1 Schwadron Reiterei und 1 Reitende Ballerie.— 2. bis 26. Aug. Bgdst. der Jus., 1 Rgsst., 1 Pionir⸗Abthel“ lung, Bodst. der Kavallerie, Stab der Feldart. und 1 Bal — 26. Aug. Divisionsst. 2) Assenheim: 24. bis 26. Aug. 1 Batst., 1 Komp. 1 Rgtost., ½ Schw.— 28. bis 31. Aug. 1½ Komp, ů7e. Schw. l Kassel und am 25. in Berlin eintreffen. Ende geführt. Man wäblte Braunschweig zum Vorort. Baden. Seit einigen Tagen befindet sich J) Vönstadt: 24. bis 26. Aug. 1½ Komp., ½ Schw, — 8. bis 31. Aug./ Komp., 1 1 850 N und Schwestern“ bei einem großen Theile des von Wien hat in einer außerordentlichen Sitzung Der Bischof Galeckt gestal. 10 90. . 5 1 tit sofot! samm Muh, ua bieseg gleilel, Rurlist Tage! M un für di wurde namha Dank F Woche susch den e M. welche Sumn raphs e dethaf * der J den 1 schast Der die E anal vorgun wigob⸗ gegen dabrt wurde Dübde din enzwe Bene! desseld . 1 fur a Ul. Etde wären buchst sere Num Aben! Orint Leher lags* Bank nahm Seen Bei dei derne beitatig ft N fte 0 ba fans Cuba rbandlung J) Bruchenbrücken: 24. bis 26. Aug. ½ Komp.,— 8. bis 31. Aug./ Komp.,/ Schw. 5 8* N 1 Fußbatt.,— 24. dis 26. Aug. 1 Komp., ½ Schw. N * deuß dag: 20. Allg. ½ Schw.— 24. bis 26. Aug./ Schw., 1 Komp. 7) Ilbenstadt: 23. Aug. 1 Komp., Stab der Feldart., 1 Fußbatt.— 24 bis 26. Aug. Ngisst., 1 Komp., „ Schw.— 28. bis 31. Aug. 1 Divistonsst., 1 Bgoͤst, 1 Batst., 1½ Romp., ½ Schw.. 8) Naubeim: 15. Aug. 1 Batst., 2 Komp.— 18. Aug. 2 Fußbatt.— 20. Aug. 1 Schw. 9) Nieder⸗Rosbach: 20. Aug./ Schw.— 28 bis 31. Aug. ¼ Schw., 1 Komp. 8 f 100 Milder Wölfl: 20. 2• ½ Schw.— 23. Aug. % Schw. 2 Komp.— 24. bis 26. Aug. ½ Schw., 2 Komp— 23. bis 31. Aug. ½ Schw., 1½ Komp. 11) Ober⸗Florstadt: 26. Aug. ½ Komp. 0 12) Oder⸗Rosbach: 20. Aug. ½ Schw.— 28. 31. Ang. 2 Komp., 1 Rglost., 3/1 Schw. 13) Ober- Wöllstadt: 20 Aug. ½ Schw.— 24. 26. Aug. 1 Batst., 1¼½ Komp., ½ Schw.— 28. 31. Aug. 1 Rgtost., 1 Baist., 1½ Komp., ½ Schw. 14) Ockstadt: 20. Aug. ½ Schw.— 24. bis 26. Aug. 1 Batst., 2 Komp., ½ Schw. 5 15) Ossendeim: 24. bis 26. Aug. ½ Fußbatt. 16) Reichelsheim: 26. Aug. 1 Rgtsst., 1 Batst., 1½ Romp.,/ Schw. 17) Staden: 26. Aug./ Komp., ½ Fußbatt. 18) Wohnbach: 24. Aug. 1 Komp., 25. Aug. 1 Komp. 19) Wölfersheim: 24. Aug. 1 Komp., 1 Fußbatt.— 25. Aug. 1 Komp., 1 Fußbatt. E. Nauheim. Sobald die erste Nachricht von dem misetzlichen Unglücke in dem Kohlenwerke im Plauen'schen Drunde unter unseren Kurgästen bekannt geworden, traten zofort eine Anzahl Herren zur Bildung eines Comites zu ammen, unb richteten einen Hülferuf an die Kurgäste Rauheims, in welchem sie um Beiträge zur Linderung der unsäglichen Noth baten. Das dankensweribe Bemühen ieses Comites war von den erfreulichsten Erfolgen be— leitet. In der heute ausgegebenen Annoncen-Veilage zur Rurliste bescheinigt das Comite, daß innerhalb weniger Tage der bedeutende Betrag von 66ʃ fl. 13 kr. eingegangen t und der größte Theil dieser Summe zur Verwendung ür die verlassenen Wittwen und Waisen bereits abgeschickt wurde. Dem Comite, dessen Mitglieder sich sämm lich mit zamhaften Beiträgen betheiligten, verdient der wärmste Dank öffentlich ausgesprochen zu werden. Frankfurt. In hiesiger Stadt sollte verflossene Joche ein großer Betrug mit Wechseln, welche sich als ulsch erwiesen, verübt werden. Es wurden nämlich bei en ersten hiesigen Bankhäusern, namentlich auch bet M. A. v. Roilhschild, Wechsel zum Verkauf präsentirt, welche den Stempel der Stuttgarter Bank trugen. Die Summe belief sich auf etwas über 100 000 fl. Auf tele⸗ sraphische Anfrage in Stuttgart stellte sich die Fälschung pfort heraus. Leider gelang es noch nicht, die Thäter zu verhaften. Darmstadt. Die diesjährige Generalversammlung der Mitglieeer des Landesgewerbvereius findet Samstag zen 14. August zu Mainz im Saale der Casino-Gesell⸗ chast„Hof zum Gutenberg“ statt und beginnt um 11 Uhr. Der Generalversammlung wird um 9 Uhr Vormittags tie Eröffnung der vom Localgewerbverein in Mainz ver⸗ unstalteten Gewerbausstellung für die Stadt Mainz zorausgehen. Der Verwalungsrath der Hessischen Lud— vigsbahn hat allen Besuchern der Generalversammlung gen Zahlung der einfachen Taxe der Hinfahrt freie Rück— uhrt gewährt, Darmstadt. Ver flossenen Freitag Nachmittags 1 Uhr wurde auf offener Straße einem Milchfuhrmann von Hüdelshofen, während er in einem Hause Milch abgab, in Fuhrwerk, Wagen sammt Pferd, mit 40 Maaß Milch mwendet. Man hat zwar Spuren des Diebes bis nach gensheim verfolgt, trotzdem ist es aber nicht gelungen, zesselben habhaft zu werden. Vom Bodensee wird gemeldet, daß sich am 5. d. un furchibares Gewitter über Konstanz entladen und der hlitz an zwei verschiedenen Stellen der Siadt eingeschlagen At. Der Bericht sagt: Es schien als ob Himmel und (ede in einem vernichtenden Kampf mit einander begriffen wären, denn das Feuer, in das das ganze Firmament zuchstäblich eingehüllt war, wälzte sich fortwährend unter Srecklichem Gekrache zur Erde hernieder. Und dieser bampf der Elemente dauerte fünf volle Stunden, von Ibends 8 bis Nachts nach 1 Uhr. Bern. Ueber einen schauderhaften Unglücksfall am Arindelwaldgleischer wird folgendes Nähere berichtet: Atzten Samstag, 31. Juli, langte im Laufe des Vormtt⸗ ugs von Interlaken, Herr Wanschaff, Direktor der sächsischen Lank in Dresden, in Grindelwald an. Kaum abgestiegen, mhm er Pferde zum oberen Gletscher, den er mit seiner zwau und einem dreizehnjährigen Knaben besichtigen wollte. det der zum Gletscher führenden Brücke angelangt, wollten bis bis bis sie eben hinübergehen, der Knabe voran, dann die Mutter, der Führer und zuletzt Herr Wanschaff, als ein Eisblock die seit der kürzlich Statt gefundenenen Ueberschwemmung provisorisch construirie Brücke wegriß. Kind und Frau verschwanden sehr schnell, dem Führer konnte der Herr die Hand reichen. Er selbst war noch mit einem Fuße auf dem Lande geblieben. Nichts mehr, als:„O Mann, Mann!“— und die Wasser hatten Mutter und Sohn verschlungen. Ein Herr aus Genf saud den trostlosen Mann am Ufer hinrennend und führte ihn nach Grindel— wald zurück. Samstag um 4 Uhr war die Leiche des Knaben, Sonntag um 11 Uhr die der Frau aufgefunden. Beide Leichen werden nach Dresden zurückgeführt. Ein gesendet. Schade, daß Professor Vogt, der bekanntlich den Stammbaum des Menschen, wenn auch nicht in den Höhlen der Reptilien, so doch in den Schlupfwinkeln des Gorillas und des Schimpansen endigen läßt, nicht schon vor Jahrtausenden gelebt hat. Die Gesetzgebung würde dann wohl unsre Affenahnen, sowie die Thiere überhaupt, als nächste Anverwandte, etwas galanter behandelt, und sie nicht unter die Sachen, also diejenigen körperlichen Gegenstände, welche dem Eigenwillen des Einzelnen auf Gnade und Ungnade ergeben sind, verwiesen haben. Die Stellung der Thiere unter den Sachen ist aber eine exceptionelle. Dem Dispositionsrecht über dieselben zieht die Warnung vor Mißbrauch des Thieres eine Gränze, deren Uebertretung mit Strafe bedroht ist. Man rechne es nicht der christlichen Religion oder christlichen Moral zu Dank, der Thierwelt diesen Schutz zugewendet zu haben. Der Satz, du sollst das Thier nicht mißhandeln, lebte schon zu vor— christlicher Zeit in Sprüchwort und Lied, er ist ein Bestandtheil derjenigen Humanität, in welcher die ecivilisirte Welt sympathisirt mit dem wilden Bewohner des Urwaldes und der Steppe, er ist ein Gemeingut des menschlichen Herzens. Sage mir, wie Du mit dem Thier umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist. Dieser Ausspruch, mit welchem gewissermaßen unsre Feder uns eine Ueberraschung bcreitet hat, würde vielleicht, käme er aus der Feder eines Bismarck oder eines andern berühmten Mannes, eine Bereicherung der Sammlung geflügelter Worte enthalten. Da aber der Correspondent des Oberhessischen Anzeigers noch nichts für die Unsterblichkeit gethan, noch keinen Sitz in Wal— halla erworben hat, seinen Worten also schwerlich die Flügeldecoration zu Theil werden wird, so muß er sich damit trösten, daß gute, genießbare Speisen nicht absolut nur Geflügel sein müssen. Doch zurück zur Sache! Wiewohl die gute Behandlung des Thiers durch Religion, Moral, Gesetz und die laute Stimme der Menschenbrust verbrieft erscheint, gibt es doch kaum ein Gebot, das täglich empfindlichere Mißachtung zu erdulden hat, als grade dieses. Leider steht dieser Behaup⸗ tung die Statistik der Strafrechtspflege beweisend nicht zur Seite. Darin ist die Verurtheilung des Thierquälers nur spärlich verzeichnet. Dies jedoch aus keinem andern Grunde als dem, daß die betreffenden öffentlichen Diener, welche auch für das Thier auf dem Qui- vive stehen müssen, für dieses meist nur eine stiefmütterliche Fürsorge be— sizen, und das Publikum in angeborenem Wider— willen gegen das Denuncirea es vorzieht, die wahrgenommenen Marterscenen lieber jedem andern öffentlichen Ort, als der Gerichistube voczutragen. Diese Unterlassungen erzeugen namentlich das Schlimme, daß Auge und Herz sich nach und nach gegen die Leiden des Thieres abstumpft. Es verfällt dann die durch Mangel an Nahrung zum Zerrbild des Rosses herabgesunkene Mähre ungeahndet ihrem Peiniger, dessen Gewinnsucht von ihr die Leistungen der Dampfmaschine bean- sprucht. Das Symbol der Treue, welches uns die Thierwelt in dem Hund bietet, gibt mit dem Muth der Verzweiflung seine letzten Kräfte her, ganze Ladungen nach dem Markte zu ziehen und nach deren Verwerthung den Schnaps⸗ oder Bier⸗ rausch seines Eigenthümers wieder nach Hause zu schleppen. Der Kälberwagen, nach dem Prinzip des Möbelwagens vollgestopft, fährt dahin, wir achten nicht der Qualen, die da eingeladen sind; das durch Sonnenbrand und Schmerzen weit aus dem Kopse herausgedrängte Auge der Schlacht— opfer erfleht sich umsonst das Mitleid des vor- übergehenden Ebenbildes Gottes. Die Süßigkeit des Fleisches versöhnt den Gourmand damit, daß man den Aal lebendigen Leibes annagelt und ihm die Haut abzieht; daß man dem lebenden Krebse Schwanz und Scheeren ausreißt und seinen blu— tigen Rumpf im siedenden Wasser verzucken läßt. Und wie sieht es aus, wenn das Thier, oft der Ernährer der Familie, erkrankt? Beispiele mögen reden! Vor mehreren Wochen fiel dahier plötzlich ein dem Herrn Bailly vom Schwalheimer Brunnen gehöriges Pferd zusammen; das Hintertheil ver— sagte seine Funktionen; es wurde in ein benach— bartes Haus gebracht, wyselbst es sich in unsäg— lichen Schmerzen 24 Stunden lang auf dem Miste herumwarf. Am andern Tag wurde es auf einen Wagen verladen, nach Hause transpor- tirt und heute— zur Ehre des Herrn Kreis— thierarztes Dr. Born, welcher hinzugerufen sofort die eingetretene Lähmung erkannte und die richtigen Mittel anwendete, sei es erwähnt— heute ist der Anblick des wie verjüngten Thieres ein Memento an den zoologischen Garten in Haydn's Schöpfung, in der„mit fliegender Mähne springt und wiehert voll Muth und Kraft das edle Roß.“ Anders erging es einer Kuh in einem benachbarten Ort. Die gleichen Erscheinungen, wie bei jenem Pferd, traten bei ihr auf, allein der hinzugerufene Rusticus erkannte, die Beine des Thieres seien eingeschlafen; es wurden als Entschläferungsmittel gehörige Fußtritte angeordnet, und— heute lagert die Kuhhaut in der Lohe des Gerbers. Die Frage, wie solchen den Menschen ent— ehrenden Handlungen vorzubeugen sei, ist nicht so leicht zu beantworten. Strengere Handhabung der Gesetze, wie sie jetzt existiren, hilft wohl, reicht aber nicht aus. Was nützet es z. B. dem Hund, wenn man Menschen den Sitz in dem ihm an— gehängten Transportmittel verwehrt, aber das Gewicht der außermenschenfleischlichen Ladung nicht einmal annähernd begränzt? Was nützt es den Thieren, wenn das preußische Strafgesetzbuch nur die öffentliche Mißhandlung des Thiers ver- pönt? Dann wird unsere in hiesiger Gegend gemachte Wahrnehmung zur täglichen werden, daß nämlich der Führer des Pferdes, dem die Kräfte zur Lösung der gestellten Aufgabe untreu werden, aus Furcht, von den das Thier ob der schon erlittenen Mißhandlung bemitleidenden Zu— schauern zur Anzeige gebracht zu werden, dasselbe mit den Worten vertröstet:„Wart Os, kommst de mer ham.“ Der wirksamste Schutz ist den Thieren in den sogenannten Thierschutz-Vereinen geboten. Fast jede größere Stadt, fast jede Gegend, in der Gefühl für das Thier wohnt, hat einen solchen besondern Verein oder gehört einem größeren an. Warum ist Aehnliches nicht auch schon hier zu Lande geschehen? Diesen Gegenstand in Anregung zu bringen ist Zweck dieser Zeilen, welche wir in der Hoffnung dem Drucke überliefern, daß sie, weil einer guten Sache gehörig, nicht ungeachtet bei Seite gelegt werden, und vielleicht Veranlassung geben, in diesem Blatte jenen Gegenstand weiter zu besprechen. Hofraithe-Versteigerung. 490 Freitag den 13. August d. J., Vormittags 11 Uhr, soll im hiesigen Rathhause die Hofraithe der Michgel Mrödels Kinder dahier, nämlich: Flur. Nr. Klftr. 2. 505, 5,5 Hofraithe in der Judengasse, babtbellungshalber öffentlich meistbietend verstelgert „erden. Frtedberg den 27. Juli 1869. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Lin“ sti Ein Postillon 2284 wird zum baldigen Eintritt gesucht. Butzbach den 9. August 1869. A. Joutz, Posthalter. Ein Logis 2281 ohne Möbel auf der breiten Straße, bestehend in großer Stube und Cabinet, kann sogleich bezogen werden. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 11447 zu allen Preisen Fur 1870 ist bereits erschtenen und bet Binder⸗ nagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim vorräthig: 5 Juustrirter Familienkalendet. Preis: I Cransparent-Glycerinseife Wilh. Sturmfels. E 2 — 3 2 Amerikanische Weltausstellun im alten Kursaale in Bad Nauheim 0 1 2273 wird Sonntag den 8. August eröffnet und ist täglich von Morgens 10 Uhr bis 8 Uhr Abends zu sehen. Näheres besagen die Programme. Lieferung für das Landeszuchthaus. 2259 Mittwoch den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird dahier die Lieferung von 26½ Fuder Roggenstroh, in Ausgedoten von 5 Fudern, öffentlich vrrsteigert. Marienschloß am 5. August 1869. Großherzogliche Landeszuchtbaus-Direction r Pferde ⸗Versteigerung. 2286 Mittwoch den 8. September, Vormittags 9 Uhr, werden in der Relter-Caserne zu Babenhausen 34 und in der Reiter Caserne zu Butzbach 23 Dienftpferde an den Metstbietenden gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert. Darmstadt den 10. August 1869. Groß berzogliches 1. Reiter-Regiment Freiherr Riede sel. Vergebung von Bauarbeiten. 2276 Die zur Unterhaltung der Burgkirche zu Fried⸗ berg erforderlichen Bauarbeiten, veranschlagt: Maurerarbeit 13 fl. 40 kr. Zimmerarbeit 11 Dachdeckerarbeit 713„ 33„ Scheeinerarbeit 45„ 38 Schlosserarbeit 8,„,— Glaserarbeit 25„—„ Weißbinderarbeit, Spenglerarbeit 124„ 36 sollen auf dem Submisfionswege an die Wenigstfordern— den vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen von heute auf dem Büreau der unterzeichgeten Stelle offen, woselbst auch die Offerten mit der Aufschrift: „Submission zur Uebernahme der Arbeiten bet Her— stellung der Burgkirche zu Friedberg“ versehen, versiegelt und fraukirt bis spätestens Dtenstag den 17. August 1869, Vormittags 10 Uhr, eingereicht sein müssen Friedberg am 7. August 1869. eee e Frtedberg e u Oeffentliche Aufforderung. 2279 Forderungen und Ansprüche jeder Art an das concursfällige Vermögen des hiesigen Bürgers und Badewärters Wilhelm Kirchner find bei Vermeidung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Masse, im Termine Freitag den 5. November d. J., Morgens 9 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen. Zugleich soll im nämlichen Termine die Güte ver⸗ sucht, in deren Entstehung aber ein Gläubiger Ausschuß gewählt, sowie ein Massecurator bestellt und sollen Be⸗ Fimmungen über die Richtigkeit der angezeigt werdenden Forderungen und Ansprüche, sowie über die Veräußerung und Vertheilung der Masse geiroffeu, und die in diesen Beztehungen von der Mehrheit der Gläubiger gefaßt werdenden Beschlüsse auch für die übrigen Gläubiger als bindend angesehen werden. Der abwesende Schuldner wird gleichzestig auf⸗ gefordert, im nämlichen Termine seine Rechte zu wahren, widrigenfalls nach den Anträgen des für ihn in der Person des Runde ⸗Gladirers Johannes Kirchner von hier bestellten Curators verfahren werden wird. Schließlich wird insbesondere noch der ebenfalls ab; wesenden Ehefrau des Schuldners, Adele, geb. Martini, aus Cressier im Schweizer⸗Canton Neusfchatel bierdurch anheimgestellt, ihre Ansprüche an die Masse, bei Meidung stillschweigenden Ausschlusses, damit im obigen Termine anzuzeigen, resp. nachzuweisen, welches Alles hier auch von den zum Theil abwesenden Kindern erster Ehe des Schuldners gilt. Bad Nauheim am 4. August 1869. a bandes aach Bad Nauheim Fire 2277 Zu den bevorstehenden Manövern halte ich mein Lager von Schweizer⸗ und Limburger⸗ Käsen bestens empfohlen. Neinhold Heydecke, Frankfurt a. M. Fahrgasse 115. Ein steundliches Logis 2283 in der Burg, bestehend in 4 Zimmern, 1 Küche mit Speisekammer, Magestube und Kammer, Waschküche und zwei Polzställen, nebst einem Gärtchen am Hause, ist bis zum 1. October zu vermietben. Näheres ist bei Herrn Martin Mondigler J. zu erfahren. E Pferde- und Fohlenmarkt zu Frankfurt a. M. am A., 5. und 6. October 1869 0 2282 Die vollständig für 400 Pferde hergerichteten, neuen prachtvollen Stallungen, umgeben mit schönsten Mufterplätzen, welche noch durch eine große bedeckte Reitbahn vermehrt wurden, find zur Aufstellung feinerer Pferde bestimmt. 3 am 4. October nebst Vertbellung von Ehren⸗Prelsen an die Befitzer da 5 Prämiirung besten zu Markt gebrachten Pferde und Fohlen 41 am 6. October öffentlich vor Notar und Zeugen von 61 der schönsten Reit Verloosung und Wagenpferde, 10 vollständige vier⸗ zwei- und einspännige Eau 17 E pagen, nebst completten Gescherren, sowie sonstigen Reit⸗ und Fahr⸗Nequisiten im Werth von ca. fl. 70 000, wenn 40000 Loose vergriffen find. 750 Anfragen und Bestellungen auf Stallungen sowie auf Loose, Letztere 4 Thlr. 1.(fl. 1. 45) per Stück 6 beiiebe man franeo au den Secretair des unterzeichneten Vereins, Herrn C. Kappel, zu richten, Bette wo auch Uebernehmer einer größeren Anzahl don Loosen die näheren Bedingungen erfahren können. Den Aufnägen für Loose ist der Betrag franco mit deutlicher Angabe der genauen Adresse beizufügen, Aenntoiß Falls die Zusendung kranco und recommandirt gewünscht wird, sind die erforderlichen Marken einzusenden. C 1 Auswärtige Theilnehmer, welche ihre Loose durch das Secretarkat direct beztehen., werden, falls ihnen lasse weg ein größerer Gewinn zufällt, davon— sowett thunlich— mittelst Telegramm in Keuntniß gesetzt. Der Vorsitzende des Landwirtbschaftlichen Vereins e 2 uf dem Dr. Georg Haag. g 1 *— 2.* Kür das correspondirende Publikum!— g. 1 1 Hef Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim nehmen Subscription ssche Reg an auf den vierteljährlich erscheinenden 0 I. S0 — 3 7 während Brief⸗ und Fahrpost⸗ Bericht. N 0 2 f 7 8 Innern Nach amtlichen Unterlagen bearbeitet zum Handgebrauch für das correspondirende Publikum e n von Oden Selnet F. G. Anders. lun hesen Gn h a ee Fit Bend Ote Taxe für gewöhnliche und recemmandirte Briefe, Einzahlungen, Muster und Drucksachen unter Band, ferner a e die wesentlichsten Vorschriften über die Versendung von Fahrpongegennänden hinsichtlich ihrer Zuläsfigkelt, Ver. 475 1 packung, Signatur, Begleitadressen, Franktrungsweise, der Zollvorschriften, Post⸗Vorschüsse, Speditionswege u. n nach allen Ländern der Erde. i 3 Erscheint jährlich viermal, in der Regel beim Beginn eines Quartals, jedoch auch unmittelbar nach dem Ein. 111 8 treten größerer Veränderungen. f 115 Preis jedes Berichtes: 18 kr. en en D Nummer 1 liegt bei uns zur Einsicht offen. daß de d a der Ai 2233 Ich zeige hiermit ergebenst au, daß ich beauftragt bin, für die Maschinen ⸗Fabrik der une de Herren J. P. Lanz& Comp. in Mannheiu Bestellungen auf ihre Fabrikate, bestehend 12 27 A in landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthen, als: Pflüge, Eggen, 1 wan + 2 2—, 6 Mähmaschinen, Futterschneidmaschinen, Schrot⸗ 1 27 22* 2* 2 bb, am mühlen, Rübenschneidmaschinen ne ver auen: Hand- 77 2 2 2 6 5 1 um Tr u. Göpel⸗Dreschmaschinen in bewährter ausgezeichneter Eonstruc⸗ ce * 2 5 geggeus, tion, wie auch in Dampf⸗Dresch⸗Maschinen der Fabrik der Herren 1. Clayton, Shuttleworth& Comp. entgegen zu nehmen.— 6 5 ö 2 Einzelne Theile der bereits bezogenen Maschinen werden nachgeliefert, so daß eine welch 5 Reparatur möglichst vermieden wird. Außschen Jede gewünschte Nuskunft wird gratis gerne ertheilt. 0 2 2 00 Rockenberg, 2. August 1869. Fr. Wilh. Meistner. 15 — 8 00 des f Aufforderung. Ein goldner Ohrring 1 2280 Mit der Vermögens ⸗ Angelegenheit des Candi 2283 wurde verloren. Der redliche Finder wird ge⸗ me und daten der Theologte E. Pansult don Wieseck beauftragt, etsuche ich unbekannte Gläubiger innerhalb 8 Tagen ihre Forderungen bei mir anzumelden. Wieseck bei Gießen am 8. Auguft 1869. . Lang, Bürgermeister. Geschäfts-Empfehlung. 2256 Hiermit erlaube ich mir einem geehrten Publikum dle ergebene Anzeige zu machen, daß sch das Spengler⸗ Geschäft meines verstorbenen Mannes an Herrn Konrad Mat abgetreten babe und bitte ich, das mir seitber geschenkte Vertrauen auf denselben übertragen zu wollen. — Zugleich ersuche ich alle, welche noch Rechnungen an mich zu entrichten haben, solche daldigst ordnen zu wollen. Christine Steuernagel, geb. Reumer. Auf obige Annonce bezugnehmend, empfehle ich mich im Anfertigen aller in das Spenglergeschäft einschlagenden Arbeiten unter Zusicherung prempter Bedlenung. Bad Nauheim. Konrad Mai, Spengler. beten, denselben bei der Exped. d. Bl. abzugeben. 1 Könige weitere 6 Jahre verpachtet werden. VI. Cone Muschende im den 9. Auguft 1869. ide Maart Großherzogliche Bürgermeiflerei Muschenheim em Geha, Becker. Dust! 5 wichen g. Fruchtpreise. d don 2 Per Malter. gelisce Friedberg, 11. Augus. Walzen 11 sf. 45 kr. scort 8 fl. 25 kr.; Gerste 7 fl. 40 kr.; Haser 6 fl.— kr. ur dei Frankfurt, 9. August. Waizen 12 fl. 40 kr.; D Korn 9 fl. 30 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 42 kr. Grünberg, 7. August. Waizen 11 fl. 46 fr.; Korn 8 fl. 25 kr.; Gerste 7 fl. 47 kr.; Hafer 7 fl. 5 kr. Molter 8 fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl. — kr.; Saamen 17 fl. 45 kr.; Kartoffeln— fl.— kr. 6 Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.