tz nde dae ich Allen Ein dit. order 6 ers und dag a dendede z. at 1 don sint. Nel. A: b chim . ter vom er! m Vater“, erlinde heim finden nentgeltliche enhauer. ———̃æsỹüL det Post. le, Stern, gasse. 5 erkauft zu seht Stern, asse. ade „del Schimpf. — 1869. Samstag den 12. Juni. M 67. berhessischer Anzeig CK. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblall. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Darmstadt. Die Regierung lat den Ständen einen Gesetzentwurf, die Errich- hung von Kreiskassen betreffend, vorgelegt. Die- üben sind eine Consequenz der Einführung der sreußischen Militärgesetzgebung und haben die Bestimmung, bedürftige Familien der Reserve. landwehr- und Ersatz-Reserve⸗ Mannschaften im Falle der Einberufung zu unterstützen, Landlie- srungen zu Kriegszeiten zu bestreiten de. — 10. Juni. Zweite Kammer. Abgeordneter 5. J. Hoffmann richtet solgende Interpellation in das Ministerium: Die schon seit einiger Zeit son verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, saß die sog. vorläufige Convention zwischen der kegierung und dem Bischof von Mainz in Betreff er Regelung der Verhältnisse des Staates zur Auth. Kirche infolge von Bemerkungen des Papstes n wesentlich veränderter Fassung im Jahr 1856 sie Billigung der Gr. Regierung erhalten habe, ritt wiederholt und in sehr bestimmter Weise, ogar mit Aufzählung der einzelnen Aenderungen zuf, ohne daß die Gr. Regierung bis jetzt dieser Unnahme widersprochen hat. Bei der Wichtigkeit sieser Angelegenheit für das Großherzogthum er: aube ich mir, auf Art. 41 der landständischen ceschäftsordnung hinweisend, an den Herrn Ministerpräsidenten die Frage: 1) Hat die er- pähnte Convention im Jahre 1856 oder zu einer underen Zeit in einer anderen Fassung, als wie se in der Sitzung vom 26. Oktober 1860 der J. Kammer mitgetheilt wurde, die Billigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs oder der Gr. Regierung erhalten? 2) eventuell wann und in velcher Fassung geschah dies? 3) ist die Conven- ton von 1854 und eventuell auch die spätere, zachtrglich aufgehoben worden?— Die Kemmer seschließt sodann über den Antrag des Abg. Wadsack, betr. die Leitung der Gießen-Fuldaer Zahn über Schlitz und das Gesuch dieser Stadt und Führung der Bahnlinien über Schlitz, event. um Genehmigung einer Zweigbahn von Salz— schlirf aus und verwirft beide.— Die Kammer zimmt hierauf die Budgetberathung wieder auf and erledigt Hauptabiheilung XI(In Geschäfts⸗ weigen des Ministeriums der Finanzen). Ein yrincipieller Antrag des Berichterstatters Kraft: „die Regierung dringend zu ersuchen, eine im Sinne möglichster Vereinfachung der Verwaltung und dadurch zu erzielender Ersparnisse vorzuneh- mende Revision der dermaligen Personal- und Besoldungs⸗Etats der Verwaltungsbehörden über- haupt oder doch der Finanzbehörden inebesondere ter Kammer noch auf dem gegenwärtigen Land— lage vorzulegen,“ von der Majorität des Aus- schusses unterstützt, wird von dem Finanzminisler lebhaft bekämpft. Hunsinger stellt einen ganz allgemein gehaltenen Antrag, die Regierung auf zufordern, in Ersparungen fortzufahren, soweit es en Inter esse des Dienstes geschehen könne. Wernher schließt sich demselben an, da er unsere Finanz— verwaltung als eine wohlgeordnete, in festen und lreuen Händen liegende anerkennen muß. Du mont glaubt, daß Vereinfachungen recht gut sattfinden könnien, wenn er auch von allgemein gehaltenen Anträgen nicht viel hält und lieber an seden einzelnen Pesten die Sonde gelegt haben pill. Letzteres erklärt Volhard schon bei der jetzigen Berathung thun zu wollen, & Friedberg. Der Vorstand der evang. Conferenz für das Großherzogthum Hessen erläßt soeben eine Einladung an seine Mitglieder und Alle, die sich für die Sache interessiren, zu einer Hessen. außer ordentlichen Versammlung im Saale der drei Schwerter dahier auf Donnerstag den 24. Juni, Vormittags 10 Uhr. Die Tagesordnung bestimmt: Berathung von fünf Thesen über die in Aussicht stehende Verfassungsänderung der evangel. Kirche des Großherzogthums, mit Rücksicht auf die Stellung dieser Kirche zu dem Ultramontanismus und auf die inneren kirchlichen Verhältnisse. Be— richterstatter sind die Herren Pfarrer Linß von Freilaubersheim, Dr. Köhler von Friedberg, Hofg. Advokat Buchner II. von Darmstadt. Von dem ursprünglich in Aussicht genommenen Tage, dem 22. Juni, mußte wegen des an diesem Tage in Gießen stattfindenden Concertes Umgang genommen werden. Mainz. Gleichzeitig mit der biesigen In- dustrie-Ausstellung im August nächsthin wird auch eine Ausstellung der Zeichnungen und Arbeiten aus den Hankwerkerschulen dee Großherzogthums hier stattfinden. Es ist diee ein gewiß nicht zu verkennender Vortheil des Wechsels in den Orten zur Abhaltung der Generalversammlung des Ge⸗ werbvereins, daß dabei eine größere Zahl von Industricllen aller Art sich durch eigene Anschau— ung von Dem überzeugen kann, was auf dem Wege der wissenschaftlichen Vor- und Ausbildung an den verschiedenen Orten des Landes geschieht. Die gleichzeitig beabsichtigte Verloosung soll eine größere Ausdehnung erhalten, indem man 25,000 Loose zu 1 Gulden per Stück ausgibt. Dadurch würde ermöglicht, eine größere Anzahl höherer. Preise in den Verloosungsplan aufzunehmen. Preußen. Berlin. Das Staatsministerium hat in diesen Tagen in Bezug auf das Defizit maßgebende Beschlüsse gefaßt. Auf Grund der- selben sind die Provinzialbehörden dahin instruirt worden: 1) Zur Verminderung des Defizits pro 1868 alle Restausgaben einer sorgfältigen Reviston zu unterziehen und überall, wo Geldverwendungen entbehrt oder vertagt werden können, dieselben auszusetzen; 2) zur Verminderung des Defizits pro 1809 die Ausgaben auf das äußerste Maaß zu beschränken, namentlich in Bezug auf die Bauten, die noch nicht angefangenen auf sich beruhen zu lassen, die angefangenen nur im mög— lich kleinsten Umfange fortzusetzen, von den kon— traktlichen Verflichtungen aber nur die unumgäng⸗ lichen auszuführen; 3) zur Verminderung des Defizits pro 1870 alle Geldverwendungen zu unterlassen, für welche keine gesetzliche Verpflichtung vorliegt. Die Königlichen Eisenbahn-Direktionen sind angewiesen worden, binnen kürzester Frist über die Beträge, welche bei den Eisenbahnbetriebs- fonds pro 1868 erspart worden sind, Bericht zu erstatten. — Der dem Bundesrathe unterbreitete, mehr— fach erwähnte Gesetzentwurf über die Besteuerung der Eisenbahnreisenden umfaßt neun Paragraphen. Danach sollen vom 1. Januar 1870 ab alle auf norddeulschen Eisenbahnen Reisende einer zur Bun— deskasse fließenden Steuer unterliegen. Dieselbe ist für jedes einzelne Billet zu berechnen und der Steuerbetrag dem Fahrpreise auf den Fahrkarten vorzudrucken. Das Reisegepäck unterliegt gleich- falls nach Maßgabe der zu entrichtenden Fracht sätze der Steuer, welche für jeden Gepäckschein besonders zu vermerken ist. Für Extrazüge wird die Steuer, wie der Fahrpreis in einer Gesammt— summe erhoben. Bei Eisenbahnfahrten über die Grenzen des Bundes hinaus wird die Steuer nur für die Strecke innerhalb des Bundesgebietes er— hoben. Reisende, welche kein Fahr- resp. Fracht— — geld entrichten, sowie Militärs, denen ermäßigte Preise gewährt werden, sind von der Steuer frei. — Im Zollparlamente wurden die von der hessischen Regierung übersendeten Akten über die Wahl des Abgeordneten Buff der Geschäfts-Com- mission zur Entscheidung darüber zugewiesen, ob der Reichstag oder das Zollparlament die Wahl- prüfung vollziebe. Die Handelsverträge mit der Schweiz und mit Japan werden darauf einstimmig angenommen. Eingegangen ist der Entwurf eines Zollgesetzes und ein Gesetzentwurf zur Abände— rung des Vereinszolltarifes. — Der Abgeordnete des Zollparlaments für Darmstadt⸗Großgerau, Fabricius, hat ein Schreiben an das Präsidium des Hauses gerichtet in Betreff der Frage, ob er in Folge seiner Be— rufung zum Vereins⸗Bevollmächtigten sein Mandat niederzulegen habe. Dasselbe wurde an die Ge— schäftsordnungs⸗Commission verwiesen. — In Abgeordnetenkreisen will man mit Be— stimmtheit wissen, daß der Abg. v Rothschild nicht daran denkt, hier in Berlin ein Grundstück zu erwerben und sich einen Palast bauen zu lassen. Er wird nach wie vor nur in Frankfurt ansässig sein. Fulda. Oberbürgermeister Rang dahier, welcher in Auftrag des hiesigen Stadtrathes der Volkoversammlung zu Kassel im verflossenen Monat beigewohnt hat, ist von der Regicrung zu Kassel zur Rechtfertigung über diesen Schritt aufgefordert worden, da der Volksverein zu Kassel, welcher diese Versammlung ausgeschrieben, der Staats- regierung entschieden feindlich gegenüberstehe und der Oberbürgermeister dies wissen müsse. 8 Hanau. Die„Hess. Volksztg.“ meldet: Die hier in Philippsruh und Wilhelmsthal belegenen, zum kurfürstlichen Hausfideicommiß gehörigen Schlösser u. s. w., deren Verwaltung bisher noch von Prag nesp. Horsowitz aus geleitet wurde, sind kürzlich vom Haushofsmeister Rohde von Kassel im Auftrag der Generalverwaltung des kurfürstl. Hausfideicommisses für dieselbe, oder vielmehr, was identisch ist, für Herrn v. Heeringen über⸗ nommen worden. Oesterreich. Wien. Wie das klerikale Linzer Volksblatt mittheilt, erklärte Bischof Rudigier bei seiner nach zwangsweiser Vorführung erfolgten Vernehmung dem k. k. Landgericht, daß er ihm, da er es in der schwebenden Angelegenheit nicht als das kompetente Gericht anerkennen könne, auch nicht Rede stehen könne. Wiener Blättern zufolge suchte Graf Brandis an der Spitze einer Deputation bei der kaiserlichen Cabinetskanzlei eine Audienz in Sachen des Bischoffs von Linz nach. Derselbe wurde aber auf den für Deputationen vorgeschriebenen Weg durch die Landesbehörde und das Mini- sterium verwiesen. Frankreich. Parise. Nach Pariser Blättern soll sich Thiere in einer der letzten Wählerversammlungen des zweiten Bezirks in Paris auf eine an ihn gerichtete Frage, welches politische Prognostikon er der Zukunft stelle, in ernster Weise folgendermaßen ausgesprochen haben: Europa schreitet auf die Republik los; aber die jungen Leute mögen sich keinen Täuschungen hin— geben. Durch die Schuld der Regierungen, welche bald zurückweichen, wenn sie unerschütterlich bleiben sollten, bald Widerstand leisten, wenn sie sich nur an die Spitze der Bewegung stellen und diese in die rechten Bahnen leiten sollten, wird dieses Jahrhundert nur die gewaltthätige, blutige, für Alle schreckliche Uebergangsperiode kennen, und ich danke Gott, daß es mir nicht beschieden ist, sie mitzuerleben. Die Verwirrung der socialen und politischen, der innern und internationalen Probleme ist gegenwärtig eine solche, daß die Völker verhängnißvoller Weise gezwungen sind, Alles zu entscheiden, indem sie Alles abschaffen. Aber gewaltsame Abschaffung und Lösung sind zweierlei und wenn sie von ihrem Platze gerückt werden, so bleiben die Fragen darum nicht minder drohend aufrecht. Erst wenn die neue Welt, welche Europa in seinem Schooße trägt, Mann: barkeit und Reife genug erlangt haben wird, um zu stegen und zu lösen, erst dann wird die öko— nomische Republik Ordnung und Frieden in unsere Gesellschaft zurückführen. Sie sind jung, meine Herren, aber auch wenn Sie das höchste Lebens— alter erreichen sollten, werden Sie nur dem Prolog der Civilisation der Zukunft beiwohnen können! r Paris. Die Wahlen neigen sich ihrem Ende zu. Einige der letzten sind etwas gemäßigter ausgefallen. Thiers, Garnier⸗Pages, Jules Ferry gingen aus der Wahlurne hervor; Henri Rochefort, „der Laternenmann“, ist gegen Jules Favre unter- legen. Damit wäre der Unversöhnlichste unter den Unversöhnlichen vorläufig für die Tailerien beseitigt. Einige weitere Straßenunruhen, die dessen Verhaftung würde zur Folge gehabt haben, und die Veranlassung zu dem für das Regime immerhin peinlichen Schritt seiner Begnadigung find damit umgangen. Wird das kaiserliche Hof— lager einen besonderen Trost dacaus schöpfen? Das Wahlresultat bleibt im Ganzen zicmlich dasselbe: ein Absagebr'ef der Stadt Paris an den Napoleoniden, und die Arbeiterbevölkerung der größeren Städte schließt sich dem an. Bedeutet dies das nahe Ende der gegenwärtigen Regierung? Mit nichten. Die Landbevölkerung, die Armee, das haben die Wahlen ebenfalls wieder bewiesen, sind auf ihrer Seite. Zwar vollziebt sich dir Sturz einer Monarchie in Frankreich in den Straßen von Paris, und das Volk von Paris ist heute nicht weniger verzweifelt entschlossen wie sonst zu gewissen Zeiten; allein abgesehen davon, daß bei Weitem noch nicht ganz Paris auf Seiten der„Unvecsöhnlichen“ steht, ist ein Straßenkampf in Frankreichs Hauptstadt nunmehr ungleich schwie— riger als ehedem. Die militärische Taktik hat darin Forischritte gemacht, und Herr Haus— mann hat für die nöthige Lichtung gesorgt. Die Schlupfwinkel der Revolution sind meist durch⸗ brochen; lichte, breite Straßen durchziehen das Häusermeer. Da können Kanonen aufgefahren und die Massen mit Kartätschen niedergeschmettert werden, daß es eine Art hat.— Paris und Napoleon werden fortan auf dem Kriegsfuß leben. Was kümmert das Deutschland? Sehr viel. Ein mal hat dasselbe ein gewaltiges Interesse daran, wie die sociale Frage sich dort entwickelt und dann: so lange die Wogen des gegenseitigen Hasses in Frankreich hoch gehen, so lange ist die Kriegsgesahr eine permanente. Von Seiten der Herrschenden wird man den Krieg mit Deutschland immer als einen Blitzableiter, von Seiten der Revolution als eine Fallgrube für die Dinastie in Sicht behalten, und der ächte Chauvinismus braucht gar keinen besonderen Grund, um für denselben zu schüren. Deutschland aber mit seinen wirren, provisorischen Zuständen lockt und reizi dazu an. Wann dieselben einem heilbringenden Definttivum weichen werden, ist schwer abzusehen. Der Norobund existirt, und weder der Hof von Hietzing, noch der Ultramontanismus werden ihm sein Grablied singen. Dagegen scheinen leider die mancherlei preußischen Eigenthümlichkeiten, die in dem mit verhängnißvoller Ueppigkeit empor⸗ wuchernden Defizit und einer„wahren Leporello— Rolle“ von Steuerprojekten gipfeln, manchem ehrlichen Süddeutschen den Geschmack daran mehr und mehr zu verderben. Einstweilen aber blüht in Curopa geradt nicht Handel und Wandel, aber der Militarismus, und des Bürgers erste Pflicht ist Ruhe und Steuerzahlen. — Das Gesammtresultat der Wahlen in ganz Frankreich stellt sich folgendermaßen: Compacte Regierungsmajoritat 213, Mittelpartei und Unab⸗ hängige 42, Radikale 35. Eine vom Minister des Innern an die Präfekturen gesandte Depesche zeigt letzteren an, daß von 59 Rachwahlen 30 gierung gestützt wurden oder bei denen sie sich veutral verhielt.— Am Abend des 7. d. war es außer auf der Place de la Sorbonne und im Faubourg Montmartre auch auf dem Platze vor dem Stadthause zu einem Auflauf und in Folge der Absingung der Marseillaise zu Arrestationen gekommen, die nicht ohne Widerstand und Rei⸗ bungen zwischen der Polizei und dem Civil be— wirkt wurden. Mehrere Polizei-Agenten wurden verwundet; Verhaftungen fanden etwa 70 statt, von denen wohl die Hälfte im Laufe des folgenden Tages wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.— Am Abend des 9. war der Boulevard Mont— martre abermals der Schauplatz von Unruhen. Die Menge rief„Vive Rochefort“. Die Mar- seillaise wurde gesungen und erst gegen 1 Uhr war die Ruhe hergestellt, nachdem einige Verhaf⸗ fungen vorgenommen worden waren. Ein anderer von Belleville herkommender Volks haufe zerschlug die Gascandelaber, und beging andtre Unord— nungen, so daß er von Stadisergeanten zerstreut werden mußte. Auch hier fanden mehrfache Ver⸗ haftungen statt. — Gelegentlich der Nachwahlen sind auch in den Departements tumultoöse Scenen vorgekommen. In Nantes beruhigten sich die Volkshaufen, ohne daß die bewaffnete Macht einzuschreiten brauchte. In Bordeaux dagegen mußte die Gendarmerie die Ordnung herstellen und es wurden einige fünfzig Personen verhaftet. In Nantes wieder— holten sich am Abend des 9. die Unruhen. Die städtischen Arbeiter wollten nicht zugeben, daß der Regierungscandidat Gaudin durch die Stimmen ber ländlichen Wähler die Majorität erhalten habe; sie plünderten die Waffenläden, es kam zu Zusammenstößen mit den Truppen und mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. — Das„Journal offiziell“ veröffentlicht ein kaiserliches Decret, welches in der Erwägung, daß ein Zusammentreten des Gesetzgebenden Körpers zur Prüfung der Wahlen angemessen erscheint, den Gesetzgebenden Körper zu einer außerordentlichen Session auf den 28. d. M beruft. Großbritannien. 1 London. Die „Alabamafrage“ macht wieder ein ernsteres Gesicht. Sie besteht darin, daß während des nordameri— kanischen Krieges die Südstaaten von England als kriegführende Macht anerkannt wurden und englische Kreuzer, namentlich der„Alabama“, nord— amerikanische Interessen schädigten, wofür jetzt Entschädigungsansprüche an England gemacht werden. Nachdem eine Zeitlang, insbesondere durch die Bemühungen des vorigen amerikanischen Ge- sandten in England, auf beiden Seiten in ent— gegenkommendster Weise eine geeignete Ausgleichung gesucht wurde, ist nunmehr in Folge der Summer⸗ schen Rede in Washington und der Gegenerklärung im englischen Parlament die Stimmung wieder eine gereiztere. Damit im Zusammenhang stehen abenteuerliche Allianzgerüchte zwischen Frankreich, Rußland und den vereinigten Staaten, deren Spitze sich gegen England zu kehren hätte. Sind dieselben auch durch die Bezeichnung„abenteuerlich“ hinlänglich charakterisirt, so wäre doch im In⸗ teresse des Weltfriedens eine baldige Ausgleichung dieser Angelegenheit angelegentlichst zu wünschen. Beachtenswerth sind die Aeußerungen des alten amerikanischen Senators Ben Wade in dieser Angelegenheit. Er meint, der Schaden, den enaglische Piratenschiffe der amerik. Schifffahrt zu⸗ gefügt, solle durch eine Regierungs- Commission festgestellt und dann England notificirt werden mit dem Bedeuten, daß bei der nächsten Gelegenheit Amerika dieselbe Handlungsweise einhalten würde, zu der sich Großbritannien durch Anerkennung des Südens als kriegführende Macht habe hinreißen lassen. Dieses Verfahren würde England mit Einem Schlage zu einer Macht dritten Ranges herabdrücken, es würde nicht im Stande sein, selbst nur in Neu Zealand eine Rebellion zu unterdrücken, ohne daß Amerika's„Yrivateers“ Candidaten fielen, welche entweder durch die Re⸗ kanischem Uebermuth gesprochen, aber doch darin. Spanien. Madrid. Di ist am 6. d. unter dem enthusiastischen Jubel d zahlreich versammelten Volkes feierlich und von den Inhabern der vollziehenden 91% beschworen worden. Deputationen aus allen Provinzen, die hiesigen Corporationen, so wie dit Vertreter der fremden Mächte wohnten der Feier⸗ lichkeit bei. Die Nationalgarde und die Truppen defilirtten unter dem begeisterten Rufe:„Es lebe die Verfassung!“ vor dem Palaste der Cortes. Auch in den Provinzen hat die Verkündigung der Verfassung, so weil die bisher eingegangenen Nachrichten melden, unter großem Jubel und ohne Störung der Ordnung Statt gefunden. Amerika. Von der Gränze von Kansas werden fortwährend Metzeleien Seitens der In— dianer gemeldet. In zwei Wochen wurden 30 Ansiedler getödtet, in Folge dessen ist eine Panik ausgebrochen und die Ansiedler fliehen nach Osten. Friedberg. Am letzten Sonntag feierte der Wellerauer Zweigverein der Gustav-Adolf⸗ Stiftung sein Jahresjest in Niederros bach. Die Bewohner dieses Dorfes halten zu Ehren des Tages fleißig geschmückt und fanden sich sehr zablreich zum Goftesdienste ein. Die kleine Kirche faßte kaum die ganze Schaar der einheimischen und aus⸗ wärtigen Festbesucher. Pfarrer Breitenstein aus Södel bielt die Predigt, wobei er den Text Joh. 21, 16:„Simon Johanna hast du mich lieb?“ zu Grunde legte. Nach Schluß dieser Predigt sang der Gesangverein des Ortes die Motette:„Hoch thut euch auf ihr Thore der Welt.“ Aus dem Jahresbericht, welchen Pfarrer Meyer aus Friedberg vorlrug, entnehmen wir folgende Notizen. Nach Aussage des auf der vorjährigen Hauptversammlung zu Hal berstadt erstatteten Berichts hat der Centralvorstind im letzten Rechnungsjahr verwandt: 306,594 fl. Mit dieser Summe sind 783 Gemeinden unterstützt worden. In demselben Jahre wurden 22 Kirchen, Kapellen und Bet⸗ häu er eingeweiht, 13 Schulen und mehrere Pfarrhäuser vollendet, zu 6 Kirchen wurde der Grundstein gelegt. Noch im Bau begriffen sind 59 Kirchen, 15 Pfarrhäuser und 30 Schulen. Dieser bereits gelristeten und ganz ansehnlich erscheinenden Hilfe steht aber freilich noch ein viel größeres Bedürfniß gegenüber. Nach den bereits vorliegenden Ge⸗ suchen erscheint gegenwärtig als nolhwendig die Erbauung von 149 Kirchen, 146 Schulhäusern und 64 Pfarrhäusern. Dazu kommen die absolut unentbehrlichen Dolationen, Reparaturen, Anschaffungen und Unterstützungen; 283 überschuldete Gemeinden bedürfen der Erleichterung. Von den 812 Gemeinden, weiche im vorletzten Jahre die Unter⸗ stützung des Vereins erbeten hatien, sind nur 3 aus der Pflege des Vereins entlassen worden, weil sie mit Hilse des Vereins das erwünschte Ziel erreicht hatten; dagegen sind 69 der Unterstüßung bedürftige Gemeinden zu der von früher gebliebenen Zahl neu hinzugekommen.— Der Wetterauer Zweigverein hat im verflossenen Jahre 472 fl. 20 kr. eingenommen; zu dieser Summe steuerte Friedberg 160 fl. 8 kr. an Jahresbeiträgen und 8 fl. 45 kr. an Collekte. Der Friedberger Frauenverein konnte im vorigen Sommer der Gemeinde in Karlsbad 70 fl. zur Gründung einec Schule überweisen. Diese Gabe wurde von Frau Regierungsrath Trapp persönlich an Ort und Stelle über⸗ reicht. Derselbe Verein hat im letzten Jahre 47 fl. 43 kr. eingenommen.— Nach dem Gottesdienst fand eine freie Vereinigung in einem Wirthsgarten staft. Hier theille Herr Direckor Schwabe mit, daß die in der Kirche ge⸗ sammelie Collecte von 35 fl.— darunter eine Gabe des Niederrosbacher Gemeinderaths von 10 fl.— der Ge⸗ meinde Tost in Oberschlesien zugewiesen worden sei, und schloß an diese Mittheilung eine Darstellung der Verhält⸗ nisse in jener Gemeinde und einen geschichtlichen Rückblick auf die seitherigen Schickeale der evangelischen Kirche Schlesiens. Herr Dircctor Steinberger wies in seiner Rede die allerdings niederschlagenden aber auch erbebenden und zumal erwecklichen Eindrücke nach, welche ein solches Vereinefest wie das gegenwärtige auf uns mache. Die Ansprache des Herrn Pfarrer Meyer betonte dagegen die Bedeutung des fortwährenden Protestes, welchen der Verein durch sein Wirken thatsächlich erhebe gegen die ultramon⸗ tanen Anmaßungen und Zumuthungen. Zum Schlusse wandie sich Hert Seminarlehrer Wahl mit einer sehr frisch und volksthümlich gehaltenen Rede an die versam⸗ melte ländliche Bevölkerung und schilderte die Schönheit des religiösen Sinnes und evangelisch⸗ kirchlicher Sitie, wie sie in einer rechten Landgemeinde sich finden oder finden sollten. Diese Ansprachen wechselten ab mit Vorträgen des Niederrosbacher Gesangvereins, und es verflossen der Ver⸗ sammlung die wenigen Stunden des Nachmittags rasch, bis der hereinbrechende Abend sie nach verschiedenen Rich⸗ tungen hin auseinander führte.— Endlich sei daran erinnert, daß am 23. d. M. das Jahresfest des Landes⸗ vereins in Gießen staltfinden wird. Der Wetterauer Zweigverein wird dort durch seinen Rechner, den Herrn Kaufmann Ferlisch von hier, vertreien sein. Wir hoffen und wünschen, daß diese Versammlung von hier aus zahl⸗ reich besucht werden möge. Butzbach. Das am letzten Sonntag dahier ab⸗ nicht losgelassen würden und Revanche für frühere Verluste nähmen. Das heißt freilich mit ameri- gehaltene Turnfsest ist, von dem herrlichsten Weiler begünstigt, in schönster Weise verlaufen und wird sowohl bei den Einwohnern unserer Stadt, als auch bei unseren lieben Waszen en 6 fte, Vesch reiß; l. belufshun Mattl“ at wirlöscesl 2 Uhr, al 10 wähtt 0 haben. 0 bcasen srofsenen Festpesuch Aus dem dorf 90 fl. b. Lebrerber vero pin Goßherze ff hier gaen schießen. Büchse versagt Mündun an betse der Schr die vor lleine V Vo! hause zu gehabten bezeichnet meister dis vor sammt beiden gekomm lichkeiten Aehnlich Obristen Mutler feierte dar tung fei dilses Dorstz tin aut Sh . 18:„Simon e legte. Nu. n des Orteh ole ber Welt. 0 „Ae der aus te Pfarrhanser i gel gl. Noch uitziuset und J Aischmich 1 glögeres genden Ge kic Erbauung Furbäusern. 1 Delnionen, zungen; 253 n tuen * an mit Hi umen— De Jubre 472 f. tte Fritdbeng 40 lr. utt le . din theilt Fesigästen und Turngenossen die freundlichsten Erinnerungen zurücklassen. Die gemeinschaftlichen Turnübungen führten uns recht erfrtuliche, tüchtige Leistungen vor, noch mehr aber befriedigte uns das von Herrn Ravenstein aus Frankfurt geleitete Preigturnen am Reck, Barren und Schwingel, sowie die meist mit viel Geschick und Gewandt⸗ heit ausgeführten Freiübungen. Aus dem Wetikampfe, an welchem sich 25 Turner betheiligten, gingen folgende 13 als Sieger hervor: 1. Wilhelm Schmidt, Friedberg. 2. Melchior Boll, Friedberg. 3. Karl Kalbfleisch, Butz⸗ bach. 3. Heinrich Varisch, Gießen. 5. Phil pp Förster, Lich. 6. Jakob Rumpf, Butzbach. 7. Heinrich Schäfer, Bußbach. 8. Jakob Schmidt Butzbach. 9. Ernst Engel, Friedberg. 10. Friedrich Weckerling, Friedberg. 11. Heintich Pfeffer, Nauheim. 12. Friedrich Winheim, Lich. 13. Karl Vetzberger, Butzbach. § Usingen. Die dieejährige Generalversammlung und Preisvertheitung des Vereins Nassauischer Land und Forstwirthe wird nächsten Montag und Dienstag, den 14. mnd 15. Juni, in unserer Stadt abgehalten. Das Pro⸗ gramm besagt: Montag Morpens 10 Uhr beratbende Ver sammlung im Schloßsaale, Nachmittags Festessen und mach demselben Besichtigung der consolidirten Gemarkung Usingen, gesellige Unzerhaltung. Dienstag Morgens 9 Uhr Besichligung der zur Preisbewerbung angemeldeten Thiere, Preis- und Probepflügen, Feuzug, Preisvertheilung, Volke⸗ belustigung. Am 15. Juni wird ein„Vieh- und Krämer⸗ markt“ abgehalten. Die Verloosung don Vieh und land— wirthschaftlichen Geräthen findet am 16. Juni, Mitlags 2 Uhr, auf der Festtribüne statt. Loose hierzu à 18 kr. find während des Festes auf dem Bureau im Rathhause zu haben. Wenn das Welter unserem Feste günstig ist, o dürfen wir, nach den allseitig mit viesem Interesse ge— troffenen Vorbereitungen zu schließen, unseren Gästen und Festbesuchern ein schönes Fest in Aussicht steilen. Aus Laubach wird gemeldet, daß der Stadtverstand dem dortigen beinahe 50 Dienstjahre zählende Lehrer Schad 50 fl. bewilligt bal zum Besuche der allgemeinen deutschen Lebrerversammlung in Berlin. Wir haben bis jetzt nich! wernommen, daß Gleiches in anderen Gemeinden des Großherzogihums geschehen ist. Offenbach. Am 6. d. hatte eine Compagnie des hier garnijonirenden Jägerbalaillons Uebungen im Scheiben— schießen. Ein Lieutenant wollte bei dieser Gelegenheit die Büchse eines Jägers untersuchen, welche deim Abfeuern wersagt halte. Anstatt nun sich umzuwenden, oder die Mündung der Büchse in die Luft zu halten, arbeitete er an berselben im Rücken der Mannschaft. Plötzlich ging der Schuß los und traf einen Jäger mitten duich's Bein, die vor demselben Stehenden erhielten glücklicherweise nur kleine Verletzungen ihrer Kleider. Vom Rhein Ueber den im Eisenbahn-Stations⸗ hause zwischen den Orten Horchheim und Pfaffendorf stati— gehabten Morb berichtet die„Rhein-Zig.“: In dem bezeichneten Gebäude wotznten seit einiger Zeit der Bahn rneister mit dem genannten Assistenten und die Witiwe des vor Kurzem hier verstorbenen Artillerie-Obersten Igel sammt einem Sohne. Zwischen dem Letztern und den beiden Baubeamten war es schon häufig zu Reibereien gekommen, bei welchen sich der Assistent einigemale Thät⸗ lichkeiten erlarbt haben soll. Ob gestern oder heute Morgen Aehnliches vorangegangen und was den zweiten Sohn der Obristenwittwe, der zufällig zu einem Besuche bei seiner Mutter eingetroffen war, zu seiner That veranlaßt hat ist noch nicht ermittelt; nur soviel sieht fest, baß dieser heute Morgen gegen 7 Uhr in das Zimmer des Assistenten drang und diesen mit einem Degen um's Leben brachte, In Madrid's Mignlelpunkte, in der Straße Horta leza, befindel sich ein Nonnenkloster; in dem abgelegensten Theile desselben hat der Civilgouverneur, durch einen anonymen Brief davon benachrichtigt, eine kleine Zelle, kaum einen Meter im Geviert, entdeckt, die nur durch eine kleine Oeffnung dicht unter der Decke etwas Licht und Luft u erhielt. In dieser Gruft, so wird erzählt, fand man eine junge Nonne von 28 Jahren, die dort seit 5 Jahren lebendig begraben war. Die Unglückliche, einer reichen Familie Südamerika's angehörend, war jung und schön mit ihrem Gaiten nach Madrid gekommen, der eines Tages, weil er sie mit Unrecht eines Treubruchs schuldig hielt, sich mit dem Almosenier des genannten Klosters verständigte und ihm die Schuldlose zur ewigen Haft überwies. Das Opfer dieser Unthat befindel sich in einem surchibaren Zustande, und man erwartet, daß die Gerichte, welchen die Sache zur Aburtheilung überwesen ist, mehr Licht darüber verbreiten werden. (Eingesandt.) Das 16 Feldbergfest am A. Juli 1869. Gleich wie die Bläuler im Walde, so sind die Ge— schlechte der Menschen; Blätter verwehet zur Erde der Wind um, andere treibt dann wieder der knos— pende Wild, wenn neu auflebet der Frühling; so der Menschen Geschlecht, dies kommt und jenes verschwindet. Homer. Wieder ist der Ruf an das Vaterland ergangen, welcher die Turner, Sänger, Dichter und Schrifisteller einladet zur Feier des Felobergfestes. Diese herrlichen Feste, welche an die olympischen und isthmischen Spiele der Griechen erin—⸗ nern, haben den Zweck der Belebung des Gefühls deutscher Zusammengeßhörigkeit, der siulichen Würde des Volks und der Förderung der Turneret. Es sind schier 30 Jae, daß sie von Männern gegründet wurden, welche an die große Zukunft Deutschlands glauben; sie haben wie alles Gute den Kampf gegen den Unverstand und die Rohheit einzelner Menschen, welchen Vaterlandsliebe und sittliche Würde des Volks unbetannte Begriffe sind, zu bestehen gehabt und sie haben ihn siegreich bestanden; sie haben sich dermaßen eingelebt in die Sinen des Volks, daß sie so lange bestehen werden, als sie den Grundsätzen teu bleiben, denen sie ihren Ursprung verdanken. Viele der alten Freunde und ersten Begründer sind heimgegangen und vergebens wird das Auge des Freundes das Anllitz eines Schärtiner, eines Bell, eines L. Prätorius, eines A. May, eines Zais und unsers lieben Arnold Wendel suchen. Die Reihen der ersten Begründer werden immer lichter und ein neues Geschlecht tritt in die Schranken. Möchte diese Jugend im Sinne der Alten fortwirken! Möchte der Geist der Eintracht und der Sittlichkeit über dem geste schweben! Möchten sie, wie es ihr Zweck und ire Bestimmung ist, die Rohheit des Volks mindern und die Bildung fördern durch die Wettkämpfe des Gesanges und der körperlichen Kraft! * Ein seltsames Kerbholz. Vor einiger Zeit wurde ein Barbier vor das Polizeigericht in Paris citirt, unter der Anklage, lärmende Gäaͤste nach Mitternacht be— herbergt zu haben. Der Barbier replizirte:„Dieser Herr Merlon, welcher dort als Zeuge sitzk, trägt allein dir Schuld; er behauptet, keine andere Zeit zu haben, um sich rasiren zu lassen.“ Präsibent: Das ist aber kein Grund, die öffentliche Ruhe zu slören; es ist in Ihrer Barbierstube nach der Zeugenaussage so geschrie u worden, daß alle, die es hörten, einen Mord befürchteten. Zeuge Merlon: Er rasirte grade, und das ist so ziemlich dasselbe. Präsident: Haben Sie denn selbst, Zeuge Merlon, so furchtbaren Lärm gemacht? Merlon: Nasürlich! der Mensch hat mich fürchterlich geschnitten. Voila!(Er zeigt auf eine bedeutende Schmarre in seinem Gesicht.) Barbier: Das ist wahr; ich that es aus Versehen. Merlon: Wollen Sie etwa damit sagen, daß Sie gar nicht die Ausicht hatten mich zu schneiden? Barbier: Das will ich nicht behaupten; so tief aber wollte ich nicht schneiden, wirklich nicht! Präsident: Aber Sie wollten ihn doch verletzen? Barbier: Selbstverständlich, Herr Präsident! Ich muß doch auf den Vortheil des Geschäftes sehen? Präsident: Sprechen Sie deutlicher! Barbier: Die Geschichte liegt so: Monsieur Merlon ist, was wir so zu sagen pflegen, ein fauler Kunde! Pardon Mr. Merlon, wenn ich hier offen sprechen muß! Mehr als einmal ist es vorgekommen, daß er wich, wenn er endlich zahlte, über's Ohr gehauen hat. Halte ich ihn zwölfmal barbirt, so meinte er, es wären nur sechsmal, und ich halte Verlust an Zeit, Rafirmesser und Seife. Que faire! C'était bien simple! Jedesmal wo ich ihn wieder kasirte, schnitt ich ihm einmal leicht in die Backe. Auf dicse Art zählte ich ihm einfach die Schram⸗ men vor, wenn er zahlen wollte. Das Letztemal aver, — nun Mr le Président, es kommt ja'mal vor, daß man eiwas geirunken hat,— machte ich meinen Kerbstrich zu derb und da brüllte er denn, daß die ganze Nachbar⸗ schaft zusammenkam!— Unter allgemeinem Gelächter wird der Verklagte zur Geloͤstrafe verurteilt und vom Präsi⸗ denten mit der Mahnung entlassen, künftig sich ein anderes Kerbbolz zu erfinden. Rundgesang. Bei ber nächsten Festfahrt nach Kiel zu singen. So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage In der allerschönsten Parlamenllerei, Bevor der Reichslag fertig ist, kommt schon die Zöllnerei, Und rückt auch sie kein Geld heraus, die Kammer 1 und 2. Was treiben sie, was treiben sie, was treiben sie alle Tage? Ach die alleischönste Steuer macherei! Des Morgens von dem Branntewein, des Mittags von dem Bier, Des Abends vom Petroleum im Nachtquartier. Wofür denn nur, wofür denn nur, wofür denn alle Tage? Für die allerschönste Solidalerei. Für Infant⸗, Cavall⸗, Arüllerie, wie männiglich bekannt, Und für das floite Schießen auf— dem Panzerplatten⸗ stand. Wer gibt das Geld, wer gibt das Geld, wer gibt es alle Tage? Allerunterrhänigst sind wir so freih, Wir sind so frei, wir sind so gut und leben nach dem Spruch: „Wenn man uns nur den Bentel läßt, so läßt man uns genug!“ Futter knochenmehl. 1781 Dasselbe empfiehlt sich als kräftiges und billiges Futtermittel. Fär 2—3 kr. wöchent⸗ liche Ausgabe per Thier erzielt man ein rasches Wachsthum derselden und verhütet sie vor der Knochenbrüchigkeit. Ferner eignet sich dasselbe sehr zur Mäftung. Bei Schweinen, die an Schwäche der Beine leiden, hat es seither ausgezeichnete Wirkung gethan. 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M. findet bei mit gulbesetzle ö zum Aufbewahren der Eter nebst . 1 Enthält 0 2 Betteffe! Dos 6 Aufstellut Demgem⸗ dem Ver 9 uns bon nochmals 1) Gf Al 2 Daniel J) Freihet 40 Kona Wola 9) Nile Södel 0) Philip Friebb 7) Heinti. 0) Hani Wöllst 1 Ga 100 J 10) Fried 10) Hunti 10 Hen ) Henn 15) Karl , Ohe 10) Frei surth 100 Karl Dorl 18 Oeor 100 Geor 20 Peer 70 Kube 20 Gols