ttz. an 1 Veste 3 * 4 ¹ ** . eeng Nun Ns n 4 ert; An We unt *g frten or. 2 kager, b andichuben tgenitnt 1 r Erinne- 1 1 1 N,. arjwaͤlbe⸗ 1. quet 15 2tit gen tt. Ing. uche N „ Ein e „ dalle Ane . lun. 9 3 Vonnerstag den 9. Dezember. M144. berhessist er Anzeiger. enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Hiedberger Intelligenzblalt. Eescheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 55. sub. 1. Friedberg den 6. Dezember 1869. Bekonk machung, die Steuervergütung bei der Ausfuhr von inländischem Bier betreffend. etreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unserer Verfügung vom 15. v. M. Oberh. Auzeiger Nr. 135 haben nur wenige von Ihnen entsprochen, weßhalb wir an deren ofortige Erledigung hiermit erinnern. getreffend: Die von den Großherzoglichen Bürgermeistern zu führenden Geschäfts bücher, Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg n die Großherzoglichen Bürgermeistereien Friedberg, Gambach, Hoch-Weisel, Ilbenstadt, Ober-Florstadt, Oppershofen, Rockenberg, Großherzogliches Kreisamt Friedberg g p p. Friedberg am 7. Dezember 1869. 1 Friedberg am 7. Dezember 1869. p p. Staden, Steinfurth, Weckesheim, Wisselsheim, Dorn-Assenheim. Die Erledigung unserer Verfügung vom 5. v. M., erinnert am 28. v. M., Oberhess. Anzeiger Nr. 140, bringen wir wiederholt in unregung und sehen umgehend den geforderten Berichten, bei Meidung der Abholung auf Kosten der Säumigen, entgegen. EN Hessen. Darmstadt. Das Großherzoglich“ kegierungsblatt Nr. 55 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der sinanzen, die Steuerverzütung bei der Ausfuhr von in⸗ andischem Bier betreffend. II. Bekanntmachung der Großh. Commission für Post⸗ ungelegenheiten, den Personenpostcours(hier die Personen⸗ eldsätze) zwischen Nieder-Wöllstadt und Hanau, sowie wischen Heldenbergen und Hanau betreffend. III. Bekanntmachung derselben Behörde, den Per- nenpostcouts zwischen Lauterbach und Nieber⸗-Wöllstadt elreffend. 5 IV. Ordeusverleihungen. S. K. H. der Großherzog Aben allergnädigst geruht: am 20. Sept. dem evangel. sarter Dr. Wägner in Kettenheim das Ritterkreuz zweiter lasse des Ludewigsordens,— am 11. Okt dem Geheime⸗ auth und Direktor der Oberrechnungskammer Wernher das omthurkreuz zweiter Classe des Philippsordens,— am 4. Okt. dem Geheimen Obersteuerrath in der Obersteuer— Direktion Hallwachs das Ritterkreuz erster Classe des zilippsordens,— dem evangel. Schullehrer Winter zu Zallerstädten in Rücksicht auf seine langjährigen treuen hienste das silberne Kreuz desselben Ordens,— am 3. Nov. em Wildmeister auf dem Forsthaus Einsiedel, Habich, in merkennung seiner treugeleisteten 50 jährigen Dienste die eldene Verdienstmedaille des Ludewigsordens,— dem Fangel. Schullehrer Ackermann zu Gronau das allgemeine (chrenzeichen mit der Juschrift:„sür langjährige treue snienste“. b 4 66 V. Ertheilung von Erfindungspatenten. S. K. H. Er Großherzog haben nachstehende Erfindungspalente aller⸗ mäbigst zu ertyeilen geruht: am 1. Oktober dem Isidor Jasch zu Berlin auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Vorrichtung an Nähmaschinen zur Er⸗ nugung von Knopflochnähten während der nächsten fünf hre;— dem Maschinenfabrikanten Georg Sebold zu Hurlach auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher tlläuterte Zündhölzer-Auslegmaschine, während der nächsten dei Jahre;— dem William Betts zu London auf die bͤrch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterten Con— suktionen einer Maschine zur Fabrikation von Kapseln in Flaschen, Krüge und ähnliche Gesäße, sowie eine Maschine zum Aufbringen der Kapseln auf diese Gefäße, nührend der nächsten fünf Jahre; 0 den Maschinen⸗ zabrikanten Schnabel und Henning in Bruchsal auf die darch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Con⸗ snktion einer Hopfenpresse, während der nächsten drei zuhre;— am 2. Okl. dem Chemiker Julius Kircher aus zunnsiadt und dem Buchhändler Emil Ebner zu Stutt⸗ gert auf das durch Beschreibung näher exläuterte Ver schren zur Herstellung einer eigenthümlichen Druckerschwärze nührend der nächsten fünf Jahre;— dem Dr. Carl Gräbe und dem Dr. Cacl Liebermann zu Berlin auf das durch Leschreibung näher erläuterte Verfahren zur Darstellung un Alizarin aus Anthracen, während der nächsten fünf Auhre;— am 4. Okt. dem Carl Sparmann zu Dresden f die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Lonstruktion von Mühlsteinen mit verstellbaren, Valancir⸗ gzwichten, während der nächsten fünf Jahre— sämmtlichen f Nachsuchen und unter dem ausdrücllichen Vorbehalte, diß durch das erthellte Patent Niemand in der Anwen— dung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der drfindung gehindert werden soll. VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Okt. den Zollaufseher Loos zu Mainz,— den Gendarm zu Fuß Veiter aus Wenings,— den Gendarm zu Pferd Hensing aus Lau⸗ bach,— den Sergeanten in der Pionniercompagnie Ma⸗— chemer aus Bosenheim,— den Reservist-Gardejäger im 2. Landwehr-Regiment Kling aus Wieseck,— den Auf⸗ seher 1. Klasse in dem Landeszuchthause Marienschloß Kaiser aus Groß⸗Steinheim, den Sergeanten in der Feld⸗ artillerie Becker aus Griesheim,— den Sergeanten in der Pionnicrcompugne Bonn aus Größ Felda,— den Cor⸗ poral im 2. Infanterie-Regiment Fuchs aus Ulrichstein, — den Gendarm zu Fuß Junck aus Schotten,— den Sergeanten im 4. Insanterie-Regiment Bingmann aus Münzenberg,— den Musketier im 4. Jufanterie-Regiment Pons aus Walldorf, den Reservist-Corporal im 2. Land⸗ wehr⸗Regiment Schuchard aus Nidda,— und den Cor⸗ poral im 2. Infanterie-Regiment Schmahl aus Hirschhorn — zu Steueraussehern zu ernennen;— am 28. Oktober dem Schulamtsaspiranten Noth aus Schaafheim die er⸗ ledigte evangelische Schulstelle zu Worselden,— und am 30. Okt. dem evangel. Pfarrer zu Dalsheim Lehn, die erledigte evangel. Pfarrstelle zu Crainfeld zu übertragen; — an demselben Tage den Oberförster der Oberförsterel Eichelsachsen Fabricius in gleicher Diensteigenschaft iu die Oberförsterei Mombach zu versetzen;— den Forstaccessisten Sell aus Nieder-Ursel zum Oberförster der Oberförsterei Eichelsachsen,— den Forst-Accessisten Thaler aus Grün⸗ berg zum Oberförster der Oberförsterei Ortenberg,— und den Forst-Accessisten Schnittspahn aus Darmstadt zum Obersörster der Oberförsterei König— zu ernennenz— am 3. November den von dem Herrn Fürsten zu Men⸗ burg und Büdingen zu der erledigten Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Büdingen präsentirten Lehrer an dem Gymnasium zu Eutin Dr. Haupt für diese Stelle zu be— stätigen;— am 6. Nov- den Finanz-Aspiranten Leonhardt aus Groß-Gerau zum Ortseinnehmer der Ortseinnehmerei 2. Classe Alzey,— den Ortseinnehmer der Ortseinneh— merci Friedberg Battenfeld,— den Zollaufseher bei dem Hauptzollamte Mainz Jacob, den Steuerausseher Schreiber zu Haupfzollamts⸗-Assistenten 2. Classe bei dem Hauptzollamte Mainz,— und den Finanzaccessisten Fuhry aus Leiselheim zum Hauplzollamts-Assistenten 2. Classe bei dem Hauptzollamte Gießen zu ernennen. Am 26. Okt. wurde der Beneficiat-Verwalter Bernhard Philippi zum Beneficiaten in Gernsheim ernannt. — 6. Dez. 2. Kammer. Die Abgg. Goldmann, Hunsinger und Zimmer bringen einen Antrat ein auf Erbauung einer Eisenbahn von Alsfeld nach Friedberg. Dernburg interpellirt das Justizministerium, warum das im August zu Stande gekommene Gesetz über das Genossen⸗ schaftswesen bis jetzt noch nicht zur Ausführung gekommen sei. Hierauf wird der neugewählte Abgeordnete der Stadt Friedberg, Hofgerichts— Advokat v. Wedekind dahier, verpflichtet. Ge⸗ genstand der Tagesordnung ist die Gesetzesvorlage der Ministerien des Innern und der Finanzen, den Steuerfuß bei außerordentlichen Steueraufschlägen und Gemeindeumlagen betreffend. Derselbe lautet: „Ludwig III. ꝛc. Nachdem durch Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer und Aufhebung der seither bestandenen Personalsteuer eine Abänderung der Bestim⸗ mungen des Gesetzes vom 30. Juni 1827 über den Steuerfuß bei außerordentlichen Steuerzuschlägen und Gemeindeumlagen nothwendig geworden ist, haben Wir mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit, wie solgt: Artikel 1. Die Bestimmun⸗ gen der Art. 1 bis 3 des oben gedachten Gesetzes vom 30. Juni 1827 werden dahin abgeändert, daß au die Stelle der darin genannten Personalsteuerkapitalien vom 1. Januar 1870 an die Einkommensteuerkapitalien bei den Gemeindeumlagen mit den in nachfolgenden Artikeln bestimmten Modifikationen treten. Artikel 2. Für die Communalsteuerausschläge bildet der Betrag von 1000 fl. das Maximum des einem Steuerpflichtigen in Ansatz kommenden Einkommensteuerkapitals. Artikel 3. Wohnt ein Einkommensteuerpflichtiger abwechselnd im Laufe des Jahres an verschiedenen Orten des Großherzogthums, oder wohnt er nur während eines Theils des Jahres im In⸗ land, so wird er an jedem der betreffenden inländischen Wohnorte nur mit derjenigen Quote seines Einkommen— steuerkapitals für die Communalumlagen zugezogen, welche dem Theil des Jahres, während dessen er im verflossenen Jahre daselbst wohnte, entspricht. Ueber die Größe dieser Quote entscheidet im Falle der Reklamation Seitens des Steuerpflichtigen oder der betheiligten Gemeinden der Ad- ministrativ⸗Justizhof. Arfikel 4. Gegenwärtiges Gesetz hat nur Wirksamkeit für die Jahre 1870 und 1871. Ur⸗ kundlich ꝛc.“ Der Ausschußberichterstatter, Abg. Gold— mann, gibt vorerst eine Uebersicht über die Steuergesetzgebung. Die Grund- und Personal— steuer ist erst seit 1827 gemeinschaftlich, und wur— den die Communalumlagen bis jetzt nach der Personalsteuer vertheilt. Diese fällt mit dem 1. Januar 1870 weg und würde alsdann nur die Grundsteuer als Maßstab bleiben. Da es aber doch der Gerechtigkeit entspricht, alle Lasten gleichmäßig zu vertheilen, so empfiehlt Redner mit der Ausschußmehrheit die Einleitung und den Art. 1 des Gesetzes anzunehmen, den Art. 2 aber abzu— lehnen und einen Art. 12, folgendermaßen lautend, einzuschalten: Bei denjenigen Einkommensteuer— pflichtigen, welche ein Einkommensteuerkapital von mehr als 1000 fl. haben und deren Einkommen ganz oder theilweise aus Grundeigenthum oder Gewerbsanlagen, welche in verschiedenen Gemeinden oder Gemarkungen liegen, fließt, soll in der Ge— meinde ihres wirklichen Wohnorts, sofern ein solcher vorhanden ist, behufs Zuziehung zu den Communal— umlagen ein Einkommensteuercapital von 1000 fl. im Voraus in Ansatz kommen. Der nach Abzug dieser 1000 fl. verbleibende Rest des Einkommen- steuerkapitals oder, wenn wegen mangelnden wirk— lichen Wohnorts kein Abzug stattfindet, das ganze Einkommenstenercapital, wird unter die Gemeinde 5 3. des Wohnorts und unter diejenigen Gemeinden, in welchen der Steuerpflichtige entweder in Ge⸗ mäßheit des Art. 1 des Gesetzes vom 3. Mai 1858, die Gemeindeausgaben zweiter und dritter Classe betreffend, als Ortseinwohner angesehen wird oder eine Gewerbsanlage besitzt, im Verhält. niß der ihm in diesen Gemarkungen zur Last stehenden Gebäude ⸗, Grund- oder Gewerbsteuer⸗ Capitalien getheilt und in diesem Verhältniß bei Berechnung der Communalumlagen zugezogen. Hunsinger ist für die Vorschläge des Bericht⸗ erstatters. v. Löw will an der Fassung der Re⸗ gierung festhalten. Wernher ist gleichfalls für die Anträge der Ausschußmehrheit. Becker will jeden Communalsteuerpflichtigen bezüglich seiner Grund- und Gewerbsteuerkapitalien nur da belastet wissen, wo der Grundbesitz und die Gewerbeanlagen belegen sind, bezüglich seines sonstigen Einkommens aber nur da, wo er wohnt. Kraft ist im Wesentlichen mit der Ausschußmehrheit einver— standen, schlägt aber doch eine andere Fassung des Art. 1a. vor. Dumont hält es für ungerecht, Grundbesitz und Gewerbeanlagen noch einmal zu belasten, da dieselben einestheils schon durch die Grund- und Gewerbesteuer anderntheils durch die Einkommensteuer belastet seien. Redner stellt ein bezügliches Amendement, welchem sich zwei andere Amendements der Abgeordneten Möllinger und Becker im Wesentlichen anschließen. Der Re⸗ gierungscommissär, Geheimerath v. Biegeleben erklärt sich gegen alle Amendirungen des Entwurfs, da dieselben doch nicht alle Verhältnisse in Be⸗ tracht ziehen könnten und den Finanzbeamten nur eine ungeheure Last verursachen würden. Dern⸗ burg ist gegen das ganze Gesetz und will es bei der seitherigen Einrichtung belassen. K. J. Hoff⸗ mann schlägt vor die Vorlage nochmals an den Ausschuß zurückzuverweisen. Volhard glaubt auch, daß man die seitherige Grundlage der Per- sonalsteuerkapitalien beibehalten könne, wogegen Geheimerath v. Biegeleben erklärt, dies könne nicht geschehen, denn das Personalsteuergesetz sei aufgehoben. Volhard ist jedoch nicht der An⸗ sicht, daß sich die Regierung über das Gesetz von 1827 hinweg setzen könne. Hallwachs befür⸗ wortet dringend die vorgeschlagene Zurückverwei⸗ sung an den Ausschuß, damit die verschiedenen Amendement reiflich geprüft werden könnten. Es wird dies von der Kammer gebilligt und von dem Präftdenten die Fortsetzung der Berathung auf nächsten Donnerstag anberaumt. Offenbach. Das„Fr. J.“ schreibt: Die Lehre Lassalle's gewinnt hier trotz der vielen Ar⸗ beiter keinen rechten Boden, und um einmal die öffentliche Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, mußte ein tüchtiger Straßenlärm in Scene gesetzt werden, der am 4. d. Abends stattfand, indem eine An- zahl Lassalleaner dem von Frankfurt einrückenden Dr. v. Schweitzer entgegenzog und ihn durch mehrere Straßen der Stadt in den Saal„Zum grünen Baum“ unter Singen und Jubel begleitete. Auch der Ruf„Hecker hoch!“ ließ sich hören, ob⸗ gleich Niemand begreift, was Hecker mit der Schweitzergarde gemein hat. Die bekannten Grund⸗ sätze Lassalles wurden in der Versammlung er- läutert und noch spät machte sich die Begeisterung für Schweitzer auf den Straßen durch Lärmen Luft. Preußen. Berlin. Der„Nordd. Allg. Ztg.“ zufolge schreitet die Bearbeitung des Ent⸗ wurfs eines neuen Preßgesetzes im Ministerium des Innern vor. Man nimmt als gewiß an, daß der Entwurf in nächster Zeit an das Plenum des Staatsministeriums zur Beschlußnahme gelan— gen werde.— Die Bearbeitung des Entwurfs eines Strafgesetzes für den norddeutschen Bund ist ihrer Beendigung nahe. Der zwanzigjährige Gedächtnißtag der Freisprechung Waldeck's in dem berüchtigten Hoch⸗ verrathsprozeß ist von der gesammten preußischen Fortschrittepartei festlich begangen worden. Der Tag brachte Waldeck eine Reihe großartiger Huldigungen. Sachsen. In einer in Leipzig abgehaltenen Sitzung des social-demokratischen Arbeitervereins wurde eine Resolution angenommen, in welcher wird, weil der Arbeiterverein einen solchen als eine Schädigung der Gesammtheit, resp. des Arbeiter · standes, gegenüber dem Vortheil einzelner Groß⸗ tapitalisten ansiebht. Weiter protestirt dieselbe gegen den Bau des Dresdener Theaters, weil gegen⸗ wärtig die Steuerlast, welche das Volk zu tragen hat, schon bis zum höchsten Grade gesteigert ist. Bayern München. Die Ministerkrisis ist wahrscheinlich als beendet anzusehen. Der Staatsrath Schubert übernimmt das Portefeuille des Cultus, der Regierungspräsident Feder das Innere, die anderen bisherigen Minister bleiben auf ihrem Posten. — Ein Telegramm der„N. Fr. Pr.“ von hier meldet: Gutem Vernehmen nach wird die patriotische Partei nach Eröffnung des Landtags eine Verminderung des Präsenzstandes der Armee beantragen, um dadurch die Allianz⸗Verträge mit Preußen zu erschüttern. Würtemberg. Die Anfangs Januar zu sammentretende Kammer soll mit einem ganz nied⸗ lichen Neujahrspräsent überrascht werden. Es handelt sich nämlich um Deckung eines durch die vermehrte Militärlast auch hier flott gediehenen Defizits und um einen Steuerzuschlag von 400%. Nur immer lustig zu! Baden. Die neue Regierungsvorlage, betr. die Confession der an Gelehrtenschulen anzustellen⸗ den Lehrer, bestimmt, daß an den Gelehrtenschulen Lehrer jeder Confession angestellt werden können, wahrt aber vollkommen die Rechtsverhältnisse con- fessioneller Fonds und Stiftungen, indem da, wo solche bestehen, aus Mitteln derselben nur Lehrer dieser Confession besoldet werden dürfen. Oesterreich. Wien. Der Kaiser ist am 6 d. im besten Wohlsein hier eingetroffen. — Das Organ des Cardinals Rauscher berichtet u. A. über die Orientreise des Kaisers: „Vor dem Thore Davids angelangt, stieg Se. Majestät vom Pferde, fiel auf die Knie und be⸗ rührte den Boden mit seiner Stirne. Ueberwäl⸗ tigt von dem Eindruck, blieb er ziemlich lange in dieser Lage. Der hochwürdigste Bischof von Bracco hob den Kaiser in die Höhe, reichte ihm das Crucifix, welches Se. Majestät noch knieend und mit Thränen in den Augen lüßte. Diese demüthige Frömmigkeit verdoppelte den allgemeinen Enthusiasmus.“ Wir erfahren ferner, daß Franz Joseph I. die Klostecfrauen in Jerusalem gebeten hat, die Kaiserin Elisabeth und die Königin Marie von Neapel in ihr Gebet einzuschließen. Den beiden Franziskanerklöstern in Jerusalem und Bethlehem hat er 30,000 Frcs. gespendet. Für die Kaiserin, den Kronprinzen Rudolf und die Prinzessin Gisela bringt er Zweige von dem Marienbaum bei Cairo mit, unter welchem nach der Sage Joseph und Maria mit dem kleinen Jesus auf der Flucht vor Herodes geruht haben sollen. Frankreich. Paris. Die Kaiserin ist der Flottmachung am 5. d. von Toulon, wo sie einer neuen Panzerfregatte„Marengo“ beigewohnt hatte, in den Tuilerien eingetroffen. — Die Kammersitzung vom 3. d. macht viel Gerede. Sie brachte die gemeldete Kundgebung zum Andenken an den 3. Dez., doch eine so kluge und gemäßigte, daß ihr Urheber, Rochefort, sich durch dieselbe in politischer Hinsicht sehr be⸗ festigt hat. Man hatte einen Scandal erwartet und fand einen wohlberechneten Mißtrauensact, dem die Linke sich sofort anschloß, und den die Majerität zum Schaden ihrer Popularität in Paris verwarf. — Im vierten Wahlbezirk ist nun Glais— Bizoin mit circa 17,000 Stimmen zum Deputirten gewählt worden. Ungültige Wahlzettel waren circa 3000 vorhanden.(Dies sind die Stimmen für Barbes, den unvereidigten Candidaten.) — Wir vernehmen, schreibt die„Reforme“, daß Joseph Mazzini London vor einigen Tagen verlassen hat. In diesen Augenblicken reist er in Deutschland. Unermüdlich in seiner Arbeit, sucht er seine große Idee der Fusion der lateinischen Racen(Italien, Frankreich und Iberien) unter gegen den Verkauf der Staatseisenbahnen protestirt republikanischer Fahne zu verwirklichen. Ein Be⸗ richterstatter aus Rom schreibt der„Times“, daß die ultrapäpstliche Partei nicht mehr ihre frühere Zuversicht an den Tag lege. Die gallicanischen Bestrebungen der französischen Bischöfe, die Ab⸗ neigung der deutschen und österreichischen gegen die Unfehlbarkeit des Papstes, die Vorzeichen eines Abfalls selbst unter den italienischen Prälaten er⸗ füllen sie mit Sorge für den Ausgang des Con- cils; und Cardinal Antonelli, der Weltmann und Menschenkenner, schüttele sein Haupt über eine Versammlung, mit der er nie einverstanden war. Italien. Florenz. Cialdini hat die und Sella Mardini und Lambertico auf telegra⸗ phischem Wege die Ministerien des Innern und des Ackerbau's angeboten.— Die Kammern sind am 5. d. durch ein Dekret des Königs geschlossen worden. Türkei. Die Pforte erklärt in dem an den Vicekönig von Aegypten gerichteten Ferman, daß sie alle früher an Aegypten gewährten Pri- vilegien aufrecht erhalten will und die von dem Khedive in seiner Antwort an den Großvezier gegebenen Erklärungen annimmt, daß sie aber auch auf den beiden, vom Khedive nicht zugestan⸗ denen Punkten beharrt, nämlich daß derselbe ohne Genehmigung des Sultans keine neue Steuern auferlegen und keine Anleihen abschließen darf Amerika. Washington. Der Congreß hat sich am 6. d. versammelt. Grant's Botschaft empfiehlt stufenweise Rückkehr zur Baarzahlung und Steuerreduktion. Sie billigt Boutwell's Finanzpolitik und empfiehlt, durch Bildung einer Amortisationskasse alle Bonds zurückzukaufen. Die Botschaft sympathisirt ferner mit den Cubanern, erklärt jedoch, daß dieselben bis jetzt noch nicht anerkannt worden seien. Ferner erklärt sie, daß die Alabamafrage besser noch unentschieden bliebe, als daß unangemessene Verträge ratificirt würden. Die Botschaft erhofft jedoch die baldige Ordnung dieser Frage und nennt die sonstigen auswärtigen Beziehungen im Allgemeinen befriedigend. — Die Staatseinnahmen für 1869 betragen 160 Millionen, die für 1870 werden auf 175 Millionen geschätzt. Die Zunahme der letzten sechs Monate im Betrage von 26 Millionen wird hauptsächlich der besseren Operation der Steuer auf Spirituosen, Liqueurs und Tabal zugeschrieben. Afrika. Der Kronprinz von Preußen ist am 3. d. Abends in Cairo eingetroffen; er empfing den Besuch des Vicekönigs und dessen Sohn und erwiderte denselben alsbald. Am Abend wurde dem Prinzen von den daselbst wohnenden Deutschen eine Serenade mit Fackelzug gebracht. B. Friedberg. In einer der letzten Nummern d. Bl finden wir eine Notiz über die österreich. Sechser von 1848 und 1849, an deren Schlusse die Warnung ergeht, sich früyzeitig vor Schaden zu sichern. Die österteichischen 6⸗Kreuzerstücke von 1848 haben aber vollen Werth, die von 1849 fast vollen Werth, was ist hiernach einfacher, als sie im vollen Nennwerth gegenseitig auszugeben und an⸗ zunehmen? Außerdem gibt es aber auch keine andere Möglichkeit. Die österresch. Sechser werden zwar von der österreich. Regierung eingezogen, die andern Regierungen sind aber mii der Einziehung nicht betraut— wie ist es daher moglich, dieselben nach Wien zu schaffen? An der großherzoglichen Münze in Darmftadt werden die Sechser wohl angenommen, aber nur zum Silberwerthe, also mit Verlust für den Besitzer. Außerdem ist aber zu bemerken, daß die Banquiers die Sechser zum Cours von 97½ fl. gegenwärtig annehmen. Händler wechseln solche wieder an dieser Stelle mit 97¾ oder auch 98 fl. ein, um sie wieder in das Publikum zu bringen. Der Schluß zieht sich daher von selbst: Man nehme die verwaisten Sechser nach wie vor zum vollen Nennwerthe. Marienschloß. Durch die erfolgte Begnadigung von Seiten des Großherzogs ist vor Kurzem ein Sträfling aus der hiesigen Strafanstalt entlassen worden, welcher 31 Jahre darin verlebt hat. Es ist dies nämlich Katharina Jakob von Wald⸗Erlenbach, die in ihrem 35. Lebensjahre wegen Ermordung ihres 1jährigen Kindes seit December vom 4. März 1840 zum Tode verurtheilt und dann im Wege der Gnade zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ver⸗ urtheilt worden war. Heidelberg. Vor einigen Tagen wurde auf dem Frühzuge von Karlsruhe nach Mannheim eine Casette mit 57,000 fl. Inhalt vermißt, welche wahrscheinlich hier ab— handen gekommen ist. 3383 Der Herriedener Laubfroschkalender und er auf das Jahr 1870 ist heuer wiede colossal Großbritannien. London. Neubildung des Cabinets deslnitiv übernommen 1838 verhaftet, durch Urtheil Großherzoglichen Hofgerichts 336 N sangend, ö liche den Jumobllee öffentlich e Nünf 3869 3 Rechnun bahn⸗St Zur mächtig Ein f behrlie 61 Te und Gen Angelthr Wirth. dune be I 3834 8 witder be daͤderti: dein Rein Kecht Be Aufl. Lahrer ö Vufta⸗ bessiche dent dl —— zuter Wtesen, aus freier Hand zu verkaufen. probesendungen per Post gegen Nachnahme. Bekanntmachung 359 Bei Großherzoglichem Landgerichts Actuariat Buß b ach sollen Mittwoch den 22. d. M., Vormittags 10 Ubr, wa 3½ Centner ausgeschiedene Acten unter der Be⸗ eingung der Einflampfung gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Butzbach den 6. Dezember 1869. Diefsenbach. Bekanntmachung. Den Conkurs des Conrad Henkelmann von Münster betreffend. 366 Das heute in rubrieirtem Conkurse zwischen den Dläudigern getroffene Arrangement, dessen Einsicht hier reifleht, ist so gewiß binnen 14 Tagen dahier anzufechten, uls sonst dasselbe bestͤtigt werden wird. Butzbach den 3. Dezember 1869. Großyerzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer, Fresenius, Landrichter. Landgerichts Assessor. Bekanntmachung. 3368 Montag den 13. d. M., Vormittags 9 Uhr an⸗ angend, sollen nach landgerichtlicher Verfügung sämmt⸗ iche dem Conrad Henkelmann zu Münfter zuflehende zmmobllten und Mobilien durch den Unterzeichneten ffentlich an den Meifibietenden versteigert werden. Münster den 6. Dezember 1869. Großberzogliches Ortsgericht Münster Der Vorsteber: Reineck. 369 In Folge Ablebens des pensionirten Ober⸗ Rechnungs⸗Probators Lehr in Nieder⸗Obmen(Eisen⸗ ahn⸗Station zwischen Gründerg und Alsfeln in Ober⸗ essen) ist dessen hinterlassenes Feldgut, beffehend in iner geräumigen, zu jedem Geschäft tauglichen, unweit es Stationshauses gelegenen Hofraitbhe mit etwa „0 Morgen Land, worunter eine entsprechende Anzahl Zur Auskunft erbötig und zum Verkaufs Abschluß ermächtigt ift: Dr. Schüler, Hofgerichts Advocat in Gießen. 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Deiker, Hiddemann, G. Süs, P. Meyerheim, C. Offterdinger, Th. Hose⸗ 2 mann c., enthalien u. A.: — Nr. 9 5 5 Lob der edlen Musica von C. Reinhardt. 1 S So e DG S- e De 3286 3357 Mit Beilrägen von W. Camphausen, Ad. Menzel, G. Pletsch, A. Schröder, E. Reinhardt, C. Scheuren, Hans im Glück von 0. Pletsch. . Grad aus dem Wirthshaus 5 . Wettlauf zwischen Haase und Swinegel v. G. Süs. Der Christbaum von T. Mintrop. Schneiders Höllenfahrt von Meurer. 10 u. 102. Deutsche Reiterhelden von W. Camphausen. 110. Friedrich der Grosse von A. Menzel. Jung und Alt. 5 120. David und Goliath von 0. Pletsch. Preis des Bogens schwarz 3 Kreuzer, color. 6 Kreuzer. 0— Ur Turnverein. 3374 Freitag den 10. Dezember Oeneralversamm⸗ lung.(Wahl des Vorstanves für 1870. Turntag in Lich u. s. w.) Danksagung. 3371 Allen Denjenigen, welche mir bei dem am 3. d. M. Abends ausgebrochenen Brande so treue und eifrige pülfe und liebevolle Aufnahme angedeihen ließen, sage ich hiermit meinen inutgsten Dank. Friedberg den 6. Dezember 1869. . Preußer 3362 5. Hurrah! Der Herriedener Laubfrosch⸗ kalender ist da! Preis: 11 Kreuzer. Zu haben bel Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Regen schir 9 ö f 501 in Seide, Alpaka und Baumwollt, zu sehr billigen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post, Ein steundliches Logis, 3367 an der breiten Straße gelegen und aus Wohn⸗ zimmer, Cabinet und Küche bestehend, ist zu vermlethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Verloren 3375 wurde eine schwarze lederne Brieftasche, einen von Heinrich Köhler aus Langsdorf auf 900 fl. aus⸗ gestellten Wechsel enthaltend. Der redliche Finder wolle dieselbe bei G. Philippi im steinernen Haus dabier gegen eine gute Belobnung abgeben Das allgemeine deutsche Heirathsvermittlungs-Institut in Darmstadt, 3211 welches durch seine allgemein bekannte Reellttät sich einen europälschen Ruf gegründet und seither mehrere Ebebündnisse in böchster und bürgerlicher Sphäre ab⸗ geschlossen hat, empfiehlt sich hlermit Heirathslustigen beiderlei Geschlechtes. Offerten in allen Ständen, vom höchsten Adel bis zum Bürgerstande.(Damen werden von der Frau des Directors beschieden; Comptoir für dieselben ganz appart.) 5 Keine Vorausbezahlung bie wirklich eine Ver⸗ ehelichung stattgefunden Statuten gratis. 35 Unsere Vermittlungen erstrecken sich auch in's Ausland. Jedem Brief ist eine Freimarke zur Francalur der Rückantwort beizufügen. Formular zu Todeszeugnissen, nach neuester Vorschrift, ist zu haben bei 5 Bindernagel& Schimpff. Danksagung. 3376 Allen Denjentgen, welche unserer geliebten Schwester und Tante, Frau Rentamtsdiener Heinrich Heß Witiwe, während ihrer Krankheit hülfreiche Hand geleistet, sowie fallen Verwandten, Freunden und Bekaynten, welche der Verfsorbenen die letzte Ebre erwiesen haben, sagen wir funseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Zu Festgeschenken eignen sich besonders die gebundenen Ausgaben: in Bänden von 25 Bog schwarz, Bd. L-IV., à 1 fl. 48 kr. 5 5„ col, Bd. I- IV., 2 fl. 54 kr. Verlag von Gustav Weise in Bog. 1— 100 in 1 Bande schwarz 6 fl. Stuttgart.„ 1100„ 5 col. 10 fl. 48 kr. Die Berliner Volkszeitung sagt über die ersten 100 Bogen: „Die Deutschen Bilderbogen geben ein neues glänzendes Zeugniß von der überall kundwerdenden Richtung „unserer Zeit, wie die echte Wissenschaft, so auch die beste Kunst zum wirklichen Gemeingut des ganzen Volkes „zu machen. Die beliebtesten und tüchtigsten Künster haben es nicht verschmäht, die Bilder zu zeichnen, die „man, 4—6 auf einem Blatt, für 8 Kreuzer kauft. Jede künflerische Richtung hat hier ihren Vertreter; und „wer den Ernst, wie wer den Humor und lustigen Spaß, wer Belehrung und wer Vergnügen, wer Schönheit und „Poeste, wie wer groteske Komik und treffende Wahrheit sucht, wird in diesen 100 Blättern seine Rechnung finden.“ 1 bis 150. FFFVFPPUUPPbCCCCCCCCCCCPbCbCbCCGGPbCbCGCGPTGbGTGTPGTGGTGTGGTGTGCTGTGTbTPTPTCTTCTGTGTGTCTGTGTTCTCTCTCTTTVTVTGT—TTV—T—T—T——— Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt und riskiren nichts bei Bezug einer Probesendung. Fruchtpreise. Per Maller. Friedberg, 8. Dezember. Waizen 11 fl. — kr.; Lor 8 fl. 10 tr.; Gerste 7 fl. 40 kr.; Hafer 5 fl.— kr. Frankfurt, 6. Dezember. Waizen 11 fl. 15 kr.z Kort 9 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 8 fl. 15 kr. Grünberg, 4. Dezember. Waizen 10 fl. 50 kr.; Korn 7 fl. 54 kr.; Gerste 6 fl. 30 kr.; Hafer 4 fl. 55 kr. Wolter 7 fl. 30 kr.; Erbsen 12 fl.— kr.; Linsen— fl. — kr.; Saamen 18 fl. 37 kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 5. Dezember. Waizen 11 fl. 11 kr. Korn 8 fl. 14 kr.; Gerste 7 fl. 4 kr.; Hafer 5 fl. 20 kr.; Kartoffeln 3 fl. 12 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund 23 fl.— kr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. — . —— R