1 — N. Sabridyrt Feriich *. itt u 4111 betg f 1869.- Nes * Dienstag den 9. November. M131. inthält bie amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Oberhessist er Anz Friedberger Zutelligenzblalll Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag unb Samstag. 17* 5 Für die Monate November und Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt. etreffend: Gesuche um Beurlaubung von Soldaten. In obigen Betreffe hat Großherzogliches Ministerium des Innern Friedberg am 4. November 1869. die im Abdruck nachfolgende Verfügung erlassen. Indem wir ynen dieselbe zur pünktlichen Darnachachtung, insoweit Sie es angeht, mittheilen, und zugleich auf unser Ausschreiben vom 6. August 1868 Nr. 93. des Anzeigers für Oberhessen Bezug nehmen, gewärtigen wir uns, daß Sie die bei Ihnen vorgebracht Beurlaubung von Soldaten längstens bis zum 15. Juli jeden Jahces vollständig begründet an uns einsendenz trist einhalten können. werdenden Gesuche um damit wir die festgesetzte Ter a p. p. Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Nach einen Mittheilung des Commando's der Großherzoglichen iwision werden am allgemeinen Entlassungstermin der Reserven im erbste jeden Jahres von den Regimentern ꝛc. auch eine Anzahl von daunschaften, welche ihre dreijährige Dienstzeit noch nicht beendigt aben, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt. Bei diesen Beurlaubungen werden zunächst die am besten Aus— bildeten berücksichtigt. Es können aber auch, wenn darum nachge— cht wird, solche Mannschaften Berücksichtigung finden, deren An— esenhelt zu Hause häuslicher Verhältnisse halber dringend wünschens— erth erscheint. Die deßfallsigen Gesuche sind jedoch nicht bei dem betreffenden Zegiment, sondern bei der Bürgermeisterei der Wohnorte der Bitt— eller einzureichen oder von der letzteren zu Protokoll zu nehmen. Perden dergleichen Gesuche unmittelbar bei dem Regimente eingereicht, werden sie von diesem künftig zurückgewiesen werden. In den Gesuchen ist das Regiment ꝛc., in welchem der betreffende Soldat dient und seit wann derselbe im Militär überhaupt dient, zenau zu bemerken und sind die Gründe bestimmt und deutlich anzu— ben, aus welchen die Anwesenheit des Soldaten zu Hause dringend othwendig erscheint. Die Bürgermeisterei hat sich zunächst über die Richtigkeit der ur Begründung des Gesuchs angeführten Thatsachen genau zu ver⸗ assigen und dasselbe sodann mit einem Berichte, in welchem sie sich über diese Thatsachen, sowie über die Familien-, Erwerbs- und Vermoͤgens⸗ verhältnisse der Bittsteller zu äußern hat, dem Kreisamte vorzulegen. Von dem Kreisamte sind diese Gesuche näher zu prüfen, geeig— neten Falles weiterer Nachweis zur Begründung der darin angeführten Umstände, wie die Beibringung eines kreisärztlichen Zeugnisses, zu veranlassen und die Verhandlungen sodann mit einer Liste der vorzugs⸗ weise zu berücksichtigenden Soldaten am 1. August jeden Jahres an das betreffende Regiment abzugebey. Mit Rücksicht auf diesen Termin sind die Gesuche der fraglichen Art in dem Monat Juli so frühzeitig anzubringen, daß die näheren Ermittelungen darüber bis zum 1. August beendigt sein können. Gesuche um zeit weise Beurlaubung sind künftig nicht mehr an das Divisions-Commando, wie in unserm Ausschreiben vom 1. August 1868(Nr. 9. des Amtsblatts) bemerkt ist, sondern an das betreffende Regiment, beziehungsweise Truppen-Commando zu richten. Indem wir Ihnen vorstehenden Bestimmungen zu Ihrem Bemessen und geeigneter Instruirung der Großherzoglichen Bürger— meistereien mittheilen, beauftragen wir Sie zugleich, bieselben in den Kreisblättern zur Nachachtung für die Betheiligten bekaunt zu machen. Darmstadt den 26. Oktober 1869. v. Dal wi g k. Ole Rautenbusch. etreffenb: Agrarverhältnisse im Großherzogthum Hessen. Friedberg den 6. November 1869. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg n die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Bodenrod, Bönstadt, Bruchenbrücken, Fauerbach b. F., Friedberg, Ilbenstadt, Nieder⸗Florstadt, Nieder⸗Mörlen, Rockenberg, Trais-Münzenberg. Die Erledigung unserer Auflage vom 22. v. M. Amlsblatt ohne Nummer erwarten wir unfehlbar binnen 3 Tagen. Ter a p. p. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche legierungsblatt Nr. 52 enthält: J. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der nanzen, die Steuervergütung bel der Ausfuhr von in⸗ ndischem Branntwein betreffend. Nachdem gemäß 8. 2 ir Bekanntmachung vom 27. Juli d. J., die Creditirung r Branntweinsteuer betreffend, die läugste Frist zur Be⸗ chtigung gestundeter Branntweinsteuer vom 1. September J. an bis auf Weiteres auf 6 Monate festgesetzt wor⸗ n ist, wird die wegen der baaren Auszahlung der An enuinisse über Branntweinsteuervergütung im§. 9 e r Bekanntmachung vom 16. Juni d. J. ertheille An⸗ nung in Betreff derjenigen Anerkenntnisse aufgehoben, elche für die nach dem 31. August d. J. erfolgenden ranntweinausfuhren werden ausgefertigt werden. Wegen ealisirung der letztgedachten Anerkenntnisse wird dagegen olgendes angeordnet: Der Inhaber eines Anerkenntnisses b Steuervergütung für Branntwein, welcher vom September d. J. ab zur Ausfuhr gelangt, kann, wenn von dem Anerkenntniß in der unter a und b des 8. 9 Bekanntmachung vom 16. Juni d. J. angegebenen zeise als Zahlungsmittel keinen Gebrauch macht, den zetrag der anerkannten Steuervergütung bei einer der hroßherzoglichen Obereinnehmereien nur für solchen Brannt— ein baar gezahlt erhalten, nach dessen Ausfuhr ein Zeit⸗ zum von mindestens 7 Monaten verflossen ist. Die be⸗ essenden Anerkenntnisse werden eine Fassung erhalten, us welcher der Ansangstermin für die Baarzahlung er⸗ chllich wird. In der Zeit vom 1. November d. J. bis zum 34. Januar 1870 kann die Baarzahlung der Steuer vergütung nur noch für Branntwein erfolgen, welcher nach Ausweis des Anerkenntnisses bis Ende August 8. J. aus- geführt worden ist. II. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 12. August laufenden Jahres ritt der zu Mainz in Dieusten siehende Kutscher Johann Chrysostomus Abberger aus Deltlingen unterhalb der Rheinbrücke zu Mainz sein Pferd zur Schwemme und gerieth hierbei in Gefahr zu ertrinken, indem ihn das Pferd, welches zu weit vom Ufer abkam, den Grund verlor und sich überschlug, in den an dieser Stelle sebr tiefen Strom abwarf. Der auf der Rhein⸗ brücke anwesende Packträger Johannes Zinkel aus Mainz bemerke alsbald die Gefahr, in welcher Abberger schwebte, eilte nach dem entsprechenden Userplatz, sprang vollständig angekleidet in das Wasser und schwamm auf den Ertrin— kenden zu. Es gelang ihm auch denselben, der bereits einmal untergesunken war, zu sassen und— an einem von einem Schiffe ihm zugeworfenen Seile sich anklam— mernd— so lange über dem Wasser zu halten, bis Brückenwärter Burg mit einem Nachen herbeikam, beide aufnahm und glücklich an das Ufer brachte. S. K. H. der Großherzog haben dem Johannes Zinkel zu Mainz für diese müthvolle, mit eigener Lebensgefahr verbundene That, neben der an denselben erfolgten Verleihung einer Geldprämie, das allgemeine Ehrenzeichen mil der Inschrift: „Für Reitung von Menschenleben“ Allergnädigst zu ver— leihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Entschlteßung wird dieses zur öffentlichen Keuntniß gebracht. III. Bekanntmachung der Großh. Commission für Post—⸗ Angelegenheiten, den Personenpostcours(hier die Personen⸗ geloͤsätze) zwischen Friedberg und Hungen betreffend. IV. Bekanntmachung derselben Behörde, den Personen⸗ postcours(hier die Personengeldsätze) zwischen Friedberg und Ortenberg betreffend. V. Bekanntmachung derselben Behörde, den Personen— postcours(hier die Personengeldsätze) zwischen Lollar und Londorf betreffend. VI. Erhebung in den Adelstand. S. K. H. der Groß⸗ herzog haben allergnädigst geruht: am 14. October den General- Cousul Georg Ferdinand Gorissen zu Hamburg für sich, seine Ehegatin und gegenwärtigen und zukünf⸗ tigen ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts in den Adelstand des Großherzogthums zu erheben. VII. Namens veränderungen. S. K. H. der Groß⸗ herzog haben allergnädigst geruht: am 7. Oklober dem Adam Gäriner zu Löctzenbach zu gestatten, daß derselbe statt seines bisherigen den Familiennamen Rhein— und am 18. Oktober dem Carl Lotz zu Villingen zu gestatten, daß derselbe statt seines bisherigen den Familiennamen Mattern— führe. VIII. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. Oktober den Gehülfen bei dem Katasteramt Göbel aus Darmstadt zum Kalaster⸗ Ingenieur,— den Domänenpfandmeister Jager zu Groß⸗ Gerau zum Distriktseinnehmer der Oistriktseinnehmerei Gernsheim,— der Steuerausseher Seitz zu Nidda zum Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Assenheim zu ernennen;— den Distriktseinnehmer der Distriktseinneh merei Gernsheim Schleußner in gleicher Diensteigenschaft in die Distriktseinnehmerei Offenbach,— und den Distrikts⸗ einnehmer der Distriktseinnehmerei Assenheim Köster in gleicher Diensteigenschaft tu die Distriktseinnebmerei Alzey II. zu versetzen;— an demselben Tage dem Schullehrer an der ersten Knabenschule zu Münster, Keilmann, die erste Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Gernsheim, — sowie am 18. Oktober dem Diakonus und ersten Lehrer zu Kirtorf Anton Orth die erledigte evangel. Pfarrstelle zu Hotrweiler,— und dem evangelischen Schullehrer zu Berghofen, im Königreich Preußen, Noos, die evangelische Schulstelle zu Geitenau zu übertragen;— an demselben Tage den von dem Fürsten zu Solms Braunfels auf die erledigte erste evangelische Schulstelle zu Wölfersheim prä⸗ sentirten Schullehrer an der evangelischen Schule zu Weckesheim, Hahn, für diese Stelle zu bestätigen;— am 19. October den Collegienhauswärter Schnarr zum Amis⸗ diener bei der Zollabfertigungsstelle im Eisendahnhof in Darmstadt,— und den Probator I. Klasse bei der Ju⸗ stificatur⸗ Abtheilung der Ober-Rechnungskammer Müllet zum Revisor bei dieser Justificatur-⸗ Abtheilung— zu er⸗ nennen;— am 20. Oklober dem siebenten Lehrer an der Musterschule zu Friedberg, Dörr, die fünfte Lehrerstelle an dieser Schule,— dem Schulamts-Aspiranten Weinel aus Diebach am Haag die siebente Lehrerstelle an der Musterschule zu Friedberg,— dem Schulamts⸗Aspiranten Weitz aus Höckersdorf die zweite evangelische Schulstelle zu Dorheim, und dem Schulamts-Aspiranten Rumpf aus Butzbach die dritte evangelische Schulstelle daselbst,— zu übertragen. Am 9. Oktober wurde der Pfarrverwalter Mees aus Mainz zum katholischen Pfarrer in Rocken⸗ berg ernannt. IX. Concurrenz für: die mit einem Lehrer zu besetzende vierte katholische Mädchenschulstelle zu Bingen mit einem Gehalt von 314 fl. einschließlich der Vergütung für Heizung des Schullokals;— die Distrikiseinnehmerei Groß⸗Buseck, wofür eine Dienstcaution von 2000 fl. erfordert wird Concurrenzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden;— die Distriktseinnehmerei Acheilgen, für welche eine Caution von 3000 fl. ersordert wird. Con⸗ zurtenzsähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen an⸗ cumelden. — Die„Mag deb. Zig.“ meldet, daß„wahr⸗ scheinlich die schon oft wiederholt in Anregung gebrachte Organisation der Hessischen Truppen in drei Infanterieregimenter à 3 Bataillone und 1 Jägerbataillon zu erwarten sei, wovon die ersteren dann voraussichtlich die in der Regiments. nummerfolge der Norddeutschen Armee noch offen verbliebenen Nummern 97, 98 und 99 erhalten werden und womit zugleich thatsächlich die direkte Einverleibung der Hessischen Division in die Norddeutsche Armee als abgeschlossen angesehen werden könnte“— Das„Fr. J.“ berichtet hier- auf bezüglich vom 5. Nov.: Dem Vernehmen nach ist der Großherzog, dem Drängen des preußi⸗ schen Militärcabinets nachgebend, darauf ein- gegangen, daß die Infanterie unserer Division nach der preußischen Schablone neu organisirt, d. h. ein Regiment— man nennt bald das zweite, bald das vierte— aufgelöst und aus den beiden Jägerbataillonen dritte(Füsilier⸗) Bataillone für die verbleibenden drei Regimenter gebildet werden. Der Erlaß der bfzüglichen Ordre soll für die nächsten Tage bevorstehen. * Friedberg. Der„Wett. Bote“ bringt folgende Erklärung des Herrn M. Kuhl in Butzbach:„Wie ich aus öffentlichen Blättern er⸗ sehen, bin ich ohne mein Vorwissen in einer Bürgerversammlung in Friedberg als Kandidat zum Abgeordneten für die 2. Kammer empfohlen worden. Ich sehe mich deßhalb veranlaßt, hier⸗ mit zu erklären, daß mir meine gegenwärtigen dienstlichen und geschäftlichen Verhältnisse, die ich dermaleg zu ändern nicht im Stande bin, nicht gestatten, ein Mandat für den Landtag anzuneh⸗ men. Zugleich spreche ich denjenigen Herren, welche mir ihr Vertrauen zugewendet haben, meinen verbindlichsten Dank aus.“ Vom Rheine. Es heißt, daß in Rom beabsichtigt werde, die theologischen Facultäten an sämmtlichen deutschen Hochschulen aufzuheben und abgesonderte Bildungsanstalten für die künf⸗ tigen Seelenhirten einzuführen, um dieselben künftig von jeglicher Berührung mit der modernen Wissen⸗ schaft fern zu halten. Preußen. Berlin, 5. Nov. In dem Abgeordnetenhause wurde die Vorberathung, des Etats begonnen. Löwe⸗Calbe hält die Idee des Finanzministers für ausführbar, aber wegen der Mai ate hee jedoch auf die schwie⸗ rige Aufgabe des früheren Finanzministers nach den Umgestaltungen von 1866 und dem Einkreten der Nothstandsverhältnisse. Der Minister sagt, durch seinen Finanzplan werde sofort eine Er⸗ leichterung von 3 Millionen herbeigeführt. Er werde Alles thun, um eine wirkliche Controle zu schaffen.— Vor Schluß der Sitzung wurde noch der auf der Tagesordnung stehende Antrag Virchow's und Genossen(Abrüstung und Verminderung des Militär⸗Etats) berathen. Der Abg. Lasker ver⸗ theidigte seinen Antrag, über den Virchow'schen Antrag zur motivirten Tagesordnung überzugehen. Der Uebergang zur Tagesordnung wird nicht angenommen, der Antrag, Virchow hierauf mit 215 gegen 99 Stimmen abgelehnt. 0 — Die„Börsen-Zeitung“ meldet, aus London seien Depeschen eingetroffen, daß die Unistkation der amerikanischen Staatsschuld vermittelst des Hauses Rothschild eine festbeschlossene Sache sei — Die„Bank- und Holsztg.“ schreibt:„Die Direktion der Nauheimer Spfelbank erhebt eine Entschädigungsforderung an den norddeutschen Bund und die hessische Regierung und zwar aus Anlaß des von dem Bunde gefaßten Beschlusses für Aufhebung der Spielbanken im norddeutschen Gebiete; sie glaubt eine Entschädigung bean— spruchen zu können, da, wenn dieser Beschluß zur Ausführung gelangt, ihr Spielbank-Pachtvertrag lange vor der in ihrem Contrakte' mit der hessi⸗ schen Regierung festgesetzten Zeit gelöst würde. Die Direktion wird in einer auf den 3. Dezember anberaumten Generalversammlung der Nauheimer Kurhaus Aktiengesellschaft einen näheren Bericht in dieser Angelegenheit erstatten. — Der Kronprinz von Preußen wurde bei seiner Ankunft in Jerusalem von der Geistlichkeit, den Consuln und den Behörden der Stadt! be— grüßt. Der Kronprinz besuchte alsbald das hei lige Grab. — Den„Hamb. Nacht.“ zufolge wird Prinz Karl von Preußen in seiner Eigenschaft als Großmeister des Johanniterordens sich demnächst nach Jerusalem begeben, um das vom Sultan dem König von Preußen übermachte Terrain der alten Johanniterkirche zu übernehmen. Sachsen. Dresden. In der Sitzung der zweiten Kammer wurde der Antrag des Abg. Wigard auf Einberufung eines Landtags nach dem Wahlgesetze von 1848 mit allen gegen fünf Stimmen, der Antrag Biedermann's und Riedel's auf Vorlegung eines neuen Wahlgesetzes nach den Grundsätzen des Einkammer“ und Repräsentativ⸗ systems mit 40 gegen 37 Stimmen abgelehnt. Baden. Karlsruhe. Die„Karlsr. 3.“ bringt folgende halbamtliche Mütheilung:„Den Wunschen der badischen Regierung entgegenkom⸗ mend und in besonderer Würdigung der hoch- stehenden Leistungen unserer Polyptechnischen Schule hat die k. preußische Regierung darein gewilligt, daß Bautechniker, welche sich dem preußischen Staatsdienste widmen wollen und für welche sonst zweijähriger Zwangsbesuch preußischer Anstalten vorgeschrieben ist, ihre gesammtt Vorbereitung auf der polytechnischen Schule dahier nehmen dürfen. Diese Zusage bleibt vorläufig bis zum 1. Oktober 1873 in Kraft“ Hesterreich. Wien. Der„Karlsr. Z.“ wird von hier geschrieben: Auch die französische Regierung hat jetzt Anlaß genommen, dem Fürsten von Montenegro die zuversichtliche Erwartung auszusprechen, daß er alles Ernstes bedacht sein werde, die vollste Neutralität zu bewahren, und es ist diese Mahnung mit dem nicht mißzuver⸗ stehenden Hinweis verschärft, daß im anderen Falle die Pforte nicht behindert werden könne, aus ihren suzeränen Rechten alle diejenigen Consequenzen zu ziehen, die sie durch ihr Interesse geboten er⸗ achten möchte. f Cattaro. Am 4. d. war Waffenruhe, ein⸗ getreten. Die Insurgenten von Sisic und Ver- durch die Convertirung entstehenden Kosten und blaje hatten ihre Unterwerfung angekündigt und und bei der Lage des jetzigen Geldmarktes für sollten bis Abends ihre Waffen einliefern. Oberst bedenklich und die Controle durch die Staats⸗ Schönfeld macht von Budna aus eine Demön⸗ schuldencommission für nicht genügend. Der Finanz⸗ stration gegen Bretic. N minister erklärt, daß er die Denkschrift vom 18. Krakau. Das Landesgericht hat auf An⸗ klage der Staatsanwaltschaft beschlossen, die Oberinnen des Carmeliterklosters wegen der wider. rechtlichen und unmenschlichen Gefangenhaltung der Nonne Barbara Uöryk in den Anklagestand zu versetzen, und zwar wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens. Diese Anklage hat insoferne große Bedeutung, als die Angeklagten im Falle der Verurtheilung als Ausländerinng nach überstandener Strafe des Landes verwiesg würden. Der Tag der öffentlichen Schluß ven handlung wird in kurzer Frist bekannt gemach werden. ö Schweiz. Bern. Der vom Dundesralh durchberathene Budget- Entwurf für 1870 stelk den Einnahmebetrag auf 22,201,500 Fr. und die Ausgaben auf 22,652,000 Fr. fest, eine Ri, duktion der Militätausgaben soll aber das muth⸗ maßliche Destzit auf 300,000 Fr. verringern. Frankreich. Paris. Die Wahlversamg⸗ lungen wegen der Pariser Nachwahlen haben uf begonnen und schon geht es ziemlich heftig hu in öffentlichen wie in Privatversammlungen. Di erste Wählerversammlung ist aufgelöst worden, weil man die unbeeidigten, Candivaturen verthel, digen und empfehlen wollte. Dies Einschreiten dürfte den Unvereideten mehr genätzt haben, als irgend welche nutzlose, lange Rede.— In einer öffentlichen Versammlung des dritten Bezirks er⸗ klärte der Polizeicommissär, daß er die Discussion über die Frage der unvereideten Candidaturen nicht gestatte, weil dieselbe der Verfassung zuwider laufe. Die Versammlung fand sich darin und schnitt jedem Reoner, welcher diese Frage berühten wollte, selbst das Wort ab. In dieser Versamm⸗ lung empfing Herr Glais-Bizoin, der ihr nur als Zuschauer beiwohnte, eine wahre Ovation. Er ergriff hierauf das Wort und sagte:„Unvereidel oder nicht, empfehle ich Ihnen Eintracht und Ausdauer. Erinnern Sie sich, daß die Haun des Bären noch nicht zu verkaufen ist; er ist wohl sehr krank, aber noch nicht umgebracht, und da⸗ mit wir uns in seinen Balg theilen können, dazu bedarf es der Einigkeit unter allen Fraktionen In einer anderen Versammlung der Demokratie.“ wurde ein Brief Henri Rochesort's verlesen, U welchem derselbe erklärt, er werde je nach dem Wunsche der Wähler als vereideter oder unver⸗ eideter Candidat auftreten.— Die Meldung der „Liberte“, nach welcher Henri Rochefort in Paris eingetroffen sei, hatte sich bis zum 4. d. nicht bestätig. — Der„Constitutionnel“ theilt mit, Rochefom sei am 5. d. an der belgischen Gränze, sobald eg französischen Boden betreten, verhaftet, aber auf kaiserlichen Befehl wieder in Freiheit gesetzt wor den. Hiernach war die Nachricht, daß derselbs schon am 4. in Paris eingetroffen, unrichtig. Am 6. ist derselbe jedoch in Paris eingetroffen, wis nachfolgende Mittheilung bestätigt: Am 6. de Abends fand eine öffentliche Versammlung stath, unter Betheiligung einer ungeheuren Volks menge Rochefort sagte in einer Rede, sein dem Kaiser⸗ reich geleisteter Eid solle ihn nicht hindern, das selbe zu stürzen und die Republik an seine Stelln zu setzen. Der Polizeicommissär intervenirte, Großer Tumult. ae Spauien. Madrid. Der Marineminisen Topete hat am 4. d. dem Regenten erklärt, en halte es nach reiflicher Ueberlegung für seinn Pflicht, seine Entlassung zu nehmen, werde indeß die Regierung auch ferner unterstützen. Das Marin Ministerium wurde vorläufig Prim übertragen. Italien. Aus Florenz wird gemeldel daß der König von Italien nicht unbedeutend erkrankt. Nachrichten dom 5. d. sagen: Dar König hatte eine schlaflose Nacht. Das Fiebur hat sich vermehrt. Der Kronprinz hat sich von Neapel nach Florenz zum König begeben. Die Viehversicherungeanstalt für dak Gtoßherzogizum Hessen wird am 15, d. M., Vor mittag 10 Uhr, im Saale des„Hotel Drexel“ in Fra nf fun ehre Generalversammlung abhalten. Da eine cheilwell Veränderung der Statuten beabsichtigt und es wünschens werth ist, die Ansichteu einer größeren Anzahl der— iheiligten Oberhessens kennen zu lernen, so hofft ma auf eine lebhaffe Theilnahme. 751 Bad Nauheim Die in verschiedene Bläthlt übergegangene Nachricht, die hiesige„Salzquelle sp ringe in Folge des letzten Erdbebens wieder, beruht auf einen » Friedberg. lingen ahre 1 tauft schein, ammen Gemeil auf eil schuitle sehr d werben Dab O welchen gewiön Tafelol Erster 6 f perl fe Huch als et ber zich niter! der Ti sieht g vollzog wie dle Man! Frankf Olte, Die Quelle war. seit längerer Zeit ausgeblieben rte sich dies aus einer Beschädigung der ot etwa 14 Tagen wurde die Verröhrung srausgenommen, wobei man aber auf dem Grund der alben eine ziemlich dicke Slange fand, die wahrscheinlich ie Veranlassung zur Verstopfung gegeben hatte. Nach⸗ em die nöthigen Reparaimren vorgenommen und die Ver⸗ zöhrung wieder eingelassen war, sprang die Quelle wieder ie früher, leider aber schon 3 Tage vor dem Erdbeben. —b— Aus Bönstadt ist uns folgende Mittheilung gegangen: Wir lasen in der Nr. 126 Ihres geschätzlen Zlaktes, daß die Aepfelernte in den Gemarkungen Sprend⸗ ingen und Laugen den Ertrag von 210,000 fl. in diesem Jahre gehabt habe. Sollie, was uns fast wahrscheinlich irscheinen mochte, ein Sersehen in dieser Angabe unter; lelaufen sein, da uns diese Summe allzu hoch zu sein cheint, so können wir doch nach einer glaubwürdigen Zu⸗ ummenstellung der Erträgnisse der Aepfelernte in unserer Hemeinde im laufenden Jahre mittheilen, daß sich dieselbe uf etwa 2600 Malter belief, und setzen wir den Durch schnittspreis zu 3 fl. 30 kr. pro Malter, wie er bei den ehr variirenden Preisen wohl annähernd angenommen werden kann, so stellt sich ein Erlös von 9,100 fl. hetaus. Das Obst in biesiger Gemarkung, namentlich die Aepfel, welchen von den biesigen Einwohnern eine besondere Pflege gewidmet wird, wird von den Käufern, desonders als Tafelobst, sowie zur Aepfelweinfabrikation gerne gesucht. Irsteres wurde von Seckbacher Händlern per Malter mit fl. bezahlt, und soll von denselben dis nach Paris zersandt worden sein. i g Frankfurt. Vor einigen Tagen wurde dahier ein krüchtigter Spitzbube, Siegler aus Ulm, verhaftet, der, is er hierher kam, erst einen Tag aus dem württem⸗ zergischen Zuchthause entlassen war und sosoct als Mecha⸗ ziker und Schlosser seine Thätigkeit mit dem Aussperren zer Thüren, Ausschneiden der Schlösser begang. Es be⸗ zeht gegründeter Verdacht, daß er sämmtliche, seit Kurzem zollzogene Einbrüche verübt hat, da die Art und Weise, gie dieselben ausgeführt wurden, ziemlich gleichmäßig war. Nan würde gar nicht gewußt haben, welchen Virtuosen sranksurt momentan beherberge, wenn er nicht an einem dte, wo er seine nächtliche Thätigkeit entfaltete, seinen er ihum. und man en Zerröhrung. Rock zurückgelassen hätte, in welchem eine Reihe von Empfehlungsbriefen steckten. Frankfurt. Die jüngst am Grindbrunnen statt⸗ gehabten Löschversuche mit Gasspritzen(Extincteurs) aus der Maschinenfabrik von Schäffer und Budenberg in Buchau bei Magdeburg baben in den verschiedensten Kreisen ein großes Interesse erweckt, und sahen sich die zu den angestellten Versuchen deputürten Sachverständigen veranlaßt, ihre Ansicht in einem Gutachten dahin aus⸗ n daß die unter Leitung des Herrn Direktor Löb aus genannter Fabrik veranstalteten Versuche in vollkommenster Weise die bereits vielsach erprobte außer— ordentliche Leistung der Gasspritze und deren vorzügliche Anwendbarkeit im Feuer-Löschwesen bestätrigt haben, und halten sie es für rathsam, die Anschaffung solcher Extiuc⸗ teurs in allen größeren Etablissements, als Kasernen, Fabriken, Archive, Magazine zu empfehlen. Von der Bergstraßse. Seit dem 1. Nov. ist die Worms-Bensheimer Bahn für den Personen- und Güter⸗ verkebr in regelmäßigen Betrieb gesetzt. Darmstadt. Ein hier wohnender Rentier hat in einer ihm drohenden Verhaftung„wegen unnatürlicher Verbrechen“ durch Erträuten sich dem Arm der Gerechlig— keit entzogen. Worms. Die Kosten des hiesigen Turnfestes belaufen sich in runder Summe(und nach Abzug des Erlöses für wiederverkaufte Hölzer u. s. w.) auf 3000 fl., während die Einnahmen nur 2000 fl. betragen haben, so daß ein Oefizit von 1000 fl. zu decken ist. Es müssen daher, nach einem Zuschuß von eirca 200 fl. aus der Kasse des Turnvereins, 800 fl. durch Erhebung von 50—60 Proz. auf die gezeichneten Verlustactien aufgebracht werden. Heidelberg. Kürzlich wurden dahier einige Knaben in dem Momente ertappt, als sie sich ein Vergnügen be— reiten wollten, das möglicherweise seine schrecklichen Folgen gehabt hätte. An einer Stelle, wo die Eisenbahn an der Südseite der Stadt über einen hohen Damm hinläuft, suchten die Verwegenen Steine auf den Damm zu schleppen, um, wie sie zur Rechenschaft gezogen angaben, zu sehen, wie die Eisendahn herunterfällt. Aus Baden. Der bekannte politische Schriftsteller J. Venedey, der schon vor 1848 aus Preußen flüchtig und dann Mitglied des Frankfurter Parlameuts war, lebt seit einer Reihe von Jahren in dem im babischen Oberlande gelezenen Orte Oberweiler, ganz nahe bei den bekannten Bade Badenweiler. Im Laufe dieses Jahres brannten Venedey's neu errschteten Gebäude zweimal nieder, wie man gleich vermuthete, in Felge von Brand⸗ legung. Der Thäter ist nun in der Person eines Ober- weiler Ortseinwohners, Schreiners und Familienvater s, entdeckt. Außer den erwähnten beiben Brandlegungen hat derselbe fünf weitere zugestanden und liegen denselben, so, weit die Untersuchung bis jetzt ergeben, keinerlel Rache⸗ gelüste, vielmehr eine boshafte Zerstörungsmanie, zu Grunde Von der Mosel schreibt man der„Nh. u. Ruhr Ztg. unterm 1. d.:„So sonderbar es auch erscheinen mag, so ist es doch wahr, die Lese der weißen Trauben an der untern Mosel ist noch nicht vorüber, sondern muß in diesem Jahce im Schnee geschehen. Die rothen Trauben sind bereits gelesen, und auch an der oberen Mosel wird wohl die Lese beendet sein. Uebrigens ist zu hoffen, daß der Schnee der mit Sicherheit erwarteten ausgezeichneten Qualität keinen Eintrag thut, während bekanntlich die Quantität äußerst gering ist. Einer Lese im Schnee weiß man sich hier nur aus den Jahren 1813 und 1829 zu erinnern. Verloosungen. Braunschweig, 31. Oct. Bei der heutigen Prä— mien-Ziehung der 20-Thlr.-Loose fielen Gewinne: 40,000 Tolr. auf Serie 3005 Nr. 18, 16,000 Thlr. auf Serie 5657 Nr. 14, 4000 Tölr. auf Serie 2374 Nr. 34, 1000 Tolr. auf Serie 4883 Nr. 49. Helsingfors, 1. Nov. Bei der heutigen Prämien⸗ Ziehung der Finnländischen 10-Thlr.⸗Loose fiel der erste Preis von 25.000 Thlr. auf Serie 7755 Nr. 7 und ein Preis von 2500 Thlr. auf Serie 11362 Nr. 20. Stockholm, 1. Nov. Bei der heutigen Prämien- Ziehung der Schwedischen 10-Thlr.⸗Loose fiel der Preis von 16,000 Thlr. auf Nr. 191545, ein Preis von 1000 Tolr. auf Nr. 58989 und ein Preis von 500 Thlr. auf Nr. 189677. ECdietalla dung. Den Concurs über das Vermögen des Gustav Vogt von Reichels heim im Kreise Friedberg dett. 2588 Nachdem dem Arrangement vom 5. Juli l. 3. die gerichtliche Bestätigung nicht ertbeilt werden konnte und Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen der das Vermögen des Rubrikaten den förmlichen Foncurs erkannt hat, werden dessen sämmtliche Gläu⸗ niger zur Anmeldung und Begründung ibrer Forderungen, wie zur Geltendmachung etwaiger Vorzugsrechte auf Mittwoch am 24. November l. J., Vormittags 9 Ubr, unter dem Rechtsnachtheile des ftillschweigend eintreten den Ausschlusses von der Concursmasse und beziehungs— weise des Verzichts auf vorzugsweise Befriedigung, ge⸗ aden. In der tewähnten Tagfahrt soll sedann über Ver— waltung der Masse, Wahl eines Gläubiger Ausschusses, tfinitive Bestellung eines Masseeurators verhandelt, nuch nochmals die vergleichsweise Erledigung des Con— urses versucht werden, was unter dem Anfügen bekannt emacht wird, daß in Ansehung der weder in Selbst— terson erscheinenden, noch durch gehörig bevollmächtigte Nandatarien vertretenen Gläubiger der stillschweigende geitritt zu dem von der Mehrheit der Erschienenen auch zezüglich eines etwa zu Stande kommenden Arrange— nients gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt werden Hürde. g Friedberg am 12. September 1869. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts-Assessor. Proel a m. 997 Bet mißlungenem Gäteversuch ist der förmliche zoncuis über das Vermögen der Ehefrau des Heinrich Rohlhepp, Margarethe, geb. Lenz, zu Kilianstädten kannt und Termin zur Anmeldung der Forderungen auf en 23. November 1869, Vormittags 9 Uhr, in dem Local des unterzeichneten Gerichts, Schloßstraße Ur. 26, beim Rechtsnachibeil der Ausschließung an— deraumt. Das Präclufivvekret wird nur durch Anheften in Gerschtslocal eröffnet. Hanau den 26. October 1869. Königliches Amtsgerscht Abtheilung II. eee vdt. Strobmaper. G eneralversammlung des Armenvekeins. 071 Zu der Dienssag den 9. d. M., Abends 7½ Uhr, in Lokal des Herrn Karl Walz fallsindenden General— versammlung des Armenvereins, in welcher 1) die Rechnung für 1868 vorgelegt, 2) die statutenmäßige Ergänzung des Vorstandes vorgenommen, 3) über eiwalge Anträge berathen werden soll, werden alle Mitglieder hierdurch ergebenst eingeladen. rkedberg am 6. November 1869. ür den Vorstand: Waaren-Versteigerung. 3003 Mittwoch den 10. November l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, werten in hiefigem Rathhause elne große Parthie Waaren, als: Meerschaumspitzen, Messer, Notizbücher, Bilderbücher, Albums, Reißzeuge, Farbenkaften, Griffel, Formular papiere, verschiedene Kinderspiele, Parfümeriewaaren, 1 Parthie franz. Tabak, 1 Ladeneiurichtung bestehend in 5 Glasschränken, 1 Steinkohlenofen, eine Gasein— richtung, verschiedene leere Kisten und sonstige Gegen⸗ stände öffentlich meifibietend gegen Baarzahlung versteigert. Friedberg den 27. October 1869. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Groß herzogliches Ortsgerichts Frtedberg F. ben rer Den Nachlaß des Heinrich Backes VI. von Ober Rosbach betreffend. 3038 Der mit unbekanntem Aufeythaltsorte in Amerika seit vielen Jahren abwesende Carl Backes von Ober⸗ Rosbach wird aufgefordert über die Antretung der ihm durch den im Juli l. J. erfolgten Tod seines Bruders des Heinrich Backes IV. von Ober-Rosbach deferirten Erbschaft binnen Frist von drei Monaten dahler fich zu erklären, als sonst Verzicht unterstellt und dieselbe dem bier aufgetretenen anwesenden nächten gesetzlichen Erben überlassen, auch das zur Erbschaft gehörige Grund— vermögen demselben in dem öffentlichen Buche zu⸗ geschrieben werden wird. Friedberg den 26. October 1869. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts-Assessor. 600 Gulden, 3040 im Ganzen auch getrennt, können Ende Januar 1870 aus der Kirchenkasse zu Wickstadt gegen gericht liche Sscherheit ausgeliehen werden. Ilbenstadt am 3. November 1869. Mar ger ae f, Kircheutechner. Pe tr. leg m e ien Mia rung. 3076 Mittwoch den 1. Derembur 1869, Vormittags 10 Uhr, soll die Meferung des Bedarfs an Petroleum und Lichtern für die Garntson Butzbach auf das erste Halbjahr 1870 auf dem Büreau der unterzeichneten Ver— waltung, woselbst die Bedingungen zur Einsicht offen liegen, durch Soumission vergeben werden. In den einzureschenden Soumissionen ist anzugeben, daß von den Bedingungen Kenniniß genommen. Butzbach den 6. November 1869. Großherzogliche Garmson-Verwaltung Sch abel, Wachtmeister. Schönes Weißkraut Sein b er gen 3078 hat zu verkaufen H. F. Müller i% Der u sagasse. Bekanntmachung. 3075 Donnerstag den 11. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause 2 Klafter Basaltsteine zum Aufsetzen, Kleinschlagen und Eindecken an den Wenigstnehmenden veraccordirt. Schwalbeim am 6. October 1869. Großherzogliche Bürgermelsterel Schwalheim Agne *— Mehrere Zimmer, 3024 in der schönsten Lage auf der breiten Straße, find mit oder ohne Möbel zu vermiethen. S. Katzenstein's Wittwe. Epileptische Krämpfe rasse 1343 heilt der Specialarzt für Epilepsie Dr. O. K l- liseh in Berlin, jetzt Mittelstrasse Nr. 6.— Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt. Kaiser⸗Auszug, 3053 das feinste Mehl, empfehle ich bestens auf bevor⸗ flehende Zesttage zur Verwendung von feinen Gebäcken. L. H. Strauß. Schwarze Kaiser-Cinte ist in Flaschen à 8 und 14 kr. stets zu haben bei Bindernagel& Schimpff⸗ Kirchen buchzauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 31. Octoder. Heinrich Ludwig Peter Karl Hohen⸗ stein, Bürger zu Hungen und Actuariats Aspirant zu Offenbach, Sohn des Bürgers und Landwirthes Konrad Hohenstein zu pungen, und Dorothea Füller, Tochter des verstorbenen hiesigen Bürgers und Zimmermeisters Leonbard Füller. 1. November(zu Nieder⸗Rosbach]). Johannes Hell, biefiger Bürger, jetzt Müller auf der Brunnenmühle bei Nieder- Rosbach, ein Wittwer, und Christiane Hulda Agnese Brieg, Tochter des Wachtmeisters August Brieg zu Buttstadt im Großberzogtbum Sachsen Weimar. east 1. November. Dem blesigen Bürger und Buchhändler Hermann August Schimpff ein Sohn Otto, Ludwig Wilhelm Auglist, geb. den 12. September Beerdigte: November. Elisabetha Sophie Anna Marla Zeh, Töchtelchen ves Bürgers zu Butzbach und Transport- begleiters bei der hirsigen Post Ludwig Zeh, alt 4 Jahre 2 Monate 24 Tage, t am 2 Nodember. 5. November. Margaretha Elisabetha Weith, geb. Bender, Wutwe des verst. hiesigen Bürgers und Schuh⸗ machermeisters Christtan Welth, alt 79 Jahre 8 Monate 17 Tage, am 2. November. Illustrirtes Familienmagazin des Lahrer Hinkenden Boten, Jahrgang 1870. 3072 Von 4 zu 4 Wochen eln Heft a 3½ Sgr. Gratisprämte in Stahlstich„Frühlingsluft.“— Ohne Politik. Ist nur durch Buch⸗ handlungen und deren Beauftragte zu beziehen. Illustrirte Dorfzeitung des Lahrer Hinkenden Boten, VIII. Jahrgang. Wöchentlich eine Nummer. Jährlich 1 Thlr. 12 Sgr. Von 4 zu 4 Wochen ein Heft 2 3½ Sgr. Gratisprämien in Stablstich„Frühlings luft“ (Pendant zu„Winterfreuden.“ Gleicher Inbalt, wie das Familtenmagazin, mit polittschet Rundschau.— Zu bezieben durch alle Buchhandlungen und Post⸗ anstalten. Wer durch die Post beziehen will, bestelle sof ort. Illustrirter Familien⸗Kalender des Lahrer Hinkenden Boten. Zu beziehen durch alle Buchhändler, Buchbinder u. Kalendet verkäufer. Zur Uachricht. 3088 Meine Sprechstunde habe ich auf die Zeit von 1— 2 Uhr verlegt. Dr. Weckerling. G. A. Velte, vorm. C. Huppuch, 3081 vis-à-vis der Post in Friedberg. Pelzwaaren& Kappenlager, reichhaltiges Sortiment, sowie große Aus wahl in Filz und Seidenhüten neuester Facçon. 72 e lzrö ck e werden bei reellen Preisen möglichst rasch und nach Wuusch gefertigt. ö Reparaturen an Pelzwaaren werden nach der neuesten Mode möglichst rasch und billigst ausgeführt. —* 7— 7 Sanitäts⸗ Controle. 3074 Die täglich mehr um sich greifenden Fälschungen der Chocoladen machen ein Product wie es sein soll— pure Cacao mit Zucker— fast zur Seltenheit. Gemablene Cerealien, Fette, Farbe und Gewürze find oft der ausschließliche Bestand von Erzeugnissen, welche als Chocolade verkauft werden. i Es ist evident, daß auch der reelle Fabrikant hierdurch in Mitleidenschaft gezogen wird. Um unserfeits jedem Mißtrauen zu begegnen, haben wir unsere Chocoladen Fabrik in(hrem ganzen Umfange unter sanitäts polizeiliche Controle gestellt.— Die Aufsicht wird durch stetige Analyse, sowohl der zur Verwendung kommenden Rohsgoffe als der fertigen Producte gehandhabt und bietet den Consumenten die sichere Garantie, eine der Gesund⸗ heit durchaus zuträgliche Chocolade zu genießen. Wir empfehlen ganz besonders den Herren Aerzten und Apothekern, Verwaltungen ven Hospitälern und Penfionen unsere Cacao ⸗Erzeugnisse, welche in Tafeln, gepulvert und entölt in den bauptsächlichsten Geschäften Deutschlands käuflich find. Franz Stollwerck& Söhne in Cölu a. Rhein. 1Hofapotheke zum Mohren! mpfehle mein reichhaltiges Lager in den feinsten Chinesischen Thee-Sorten. g Nur durch den directen Bezug ist es mir möglich eine reine, ächte neue Waare um außerst billige Preise zu liefern; ferner feinsten Zeylon⸗ und Java Zimmt, Vanille, neue Mandeln u. s. w. Wilh. Sturmfels, Hofapotheker. 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Ferch, Uhrmacher. Terneaur- und Strick-Wolle 5 , Blaudruck und Kattun zu Fabritpreisen. Kalender für 1870. Landkalender A kr. 5 durchschossen 6 kr. Hessischer Hausfreund 8 kr. Gustav⸗Adolfs⸗ Kalender 8 kr. Lahrer Hinkende Bote 11 kr. Illustrirter Familienkalender 1 kr. Comptoir- und Etuis⸗Kalender zu ger, schiedenen Preisen. Zu haben bei Bindernagel& Schimpf. Casinuo. 3084 Wegen der voraussichllich eintretenden sehr geringen Bethelligung wird der auf den 10. November annoneste Bahl nicht abgehalten. Der Vorstand. Volkswirthschaftliches. 3073 Der Jahrgang 1853 des Friedberger Intelligenz, blattes enthält in einer seiner letzten Nummern die da— maligen Fruchtpreise und darunter bie Polizeitaxe ft Päcker ꝛc. ꝛc, und ist daraus ersichtlich, daß der Wazen damals 17 fl. 30 ke., Korn 13 fl. 20 kr. und Gerste 10 fl. 20 kr., der vierpfündige Laib Brod aber nach der Taxe 17 kr. gekostet hat. Gegenwärtig gilt der Walzen nur 11 fl. 10 kr., Korn 8 fl. 15 kr. und Gerste 7 fl. 45 kr., also im Durchschnitt über ein Drtttbeil weniger, gleichwohl aber kostet der Laib Brod, nach eigener Preisbestimmung der Bäcker, 16 kr., also beinabe eben so viel, wie damals, wo die Fruchtpreise um 50 Prozent höher standen.— Aehnlich ist es mit dem Bier— zu jener Zelt, wo die Gerste einen hohen Preis hatte, kostete der Schoppen Bier 3 kr. und war gut— gegenwörlig — wo die Gerste bedeutend billiger ist, nehmen unsert Brauherren 4 kr. für die braune Brühe, die sie Bier nennen, und wenn man einen einigermaßen genteßbaren Schoppen trinken will, muß man für irgend ein impor⸗ tirtes Fabrikat noch höhere Preise bezahlen.— Wenn Zahlen reden und aus Vergleichung derselten ein Schluß gezogen werden kann, so darf man annetmen, daß die: Befceiung der Gewerbe in dieser Beziehung nur dan benutzt wird, die Preise der Lebensmittel im Verhältniß“ zu den Fruchtpreisen über Gebühr hinauf zu schrauben, und konnte man sich versucht fühlen, dem Gedanken! Raum zu geben, ob nicht gerathen fel, hier in irgend einer Wesse Schranken zu ziehen.— Obstbäume. 3079 Ein Wagen Aepfel- und Birnbäume zum Setzen sind dahier zum Verkauf bei Herrn Metzgermeister Joh. Walz an der Eisenbahn angekommen. Friedberg den 7. November 1869. Ehr. Ochs aus Kronberg. Ein gesitteter Zunge, 3082 welcher das Schuhmacher-Geschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei G. Sellin, Schuhmacher in Friedberg. r Dankf agung. Allen Dexjenigen, weiche unsere gute Muttet: 3077 Schwiegermutter und Großmutter Maria Hermes zur letzten Rubestätte beglettet haben, fagen wir biels mit unsern innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. N 8 Codes-Anzeige und Danksagung. 3080 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Groß⸗ mutter Margarethe Weith, geb. Bender, nach langem, schweren Leiden in ihrem 79. Lebens⸗ jahre in ein besseres Jenseits abzurufen. 15 Indem wir um stille Theilnahme bitten, sagen wir Allen Denen, welche die Verstorbene während ihrer Krankheit unterstützten, sowie Denen, welche sie zu ibrer letzten Ruhestätte geleitet haben, unsern tiefgefühltesten Dank. N Friedbecg. Die trauernden Hinterbliebenen. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Bad Nauheim. Hellgebülfe. L. Rodaug. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. gol im 9 Belt in i Inu mein sch Ant Kas chu noch