dier Lebens N Friedberg * R 1 b R J 1 alen Sorten. 8 5 r t. wasset ee zadchel reger tatfpricher td. b. Bl. e. dum Landgerigh „Hedammt. 1— kilen gur nit solih lömich, a9 N. 1. 1869 Samstag den 3. Juli. 76. Oberhessischer Anzeiger. JEnthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag. Friedberger Intelligenzblalt. ————— Abonnements⸗ Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Das Abonnement beträgt bei den Poststellen vierteljahrlich 3s kr., mit Bestellgeld 47 kr.— Bei der Veilags⸗ Apedition kostet das Blatt halbjährlich 1 fl. 3 Auswärtige Abonnenten sind gebeten ihre Bestellungen bei den Poststellen oder Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Exemplare geliefert werden können. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir den Anzeiger auch für das zweite Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Die Expedition. iat k alen n Betreffend: Anmeldung und Prüfung der cinjährig Freiwilligen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach§. 20 der Miletär⸗ Ersatz⸗Instruktion für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 Regierungsblatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der§§. 148, 149, 151, 152, 153, 154 und 155 der erwähnten Militar-⸗Ersatz⸗Instruktion bis zum 1. August dieses Jahres dei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im September d. J. stattfindenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. Der Meldung sind beizulegen: A. ein Geburtszeugniß(Taufschein), b. eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes, C. ein Undbescholtenheitszeugniß, welches für Zeglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Direktor, be— iehungsweise Rektor der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen lungen Leute aber von der Polizeiobrigkeit auszustellen ist. Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Akten zu ver— »leiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglau— vigter Abschrift einzureichen. Bei Nichtbeobachtung der bestehenden Vorschriften oder Ein— beichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine kann die Zu— machung. Diejenigen, welche auf die ergangene Meldung den Berech⸗ tigungsschein nicht zugeschickt erhalten, haben demnächst zur Prüfung zu erscheinen, da eine spezielle Einladung hierzu nicht erfolgt. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahrs nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Dienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu ner men, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmel⸗ dung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatzbehörden dritter Instanz wieder verliehen werden, wenn der betheiligte Militär⸗ pflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. Im letzteren Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der deßfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militätpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis⸗Ersatz⸗Commission zu richten. — f 4 ö ö assung zu der nächsten Prüfung nicht stattfinden. sowie das Local, worin dieselbe vor— Der Prüfungstermin, Großherzogliche genommen wird, kann erst später bekannt gemacht werden. v. G Darmstadt den 24. Juni 1869. Prüfungs⸗Commission für einjahrig Freiwillige ro lm an. Set eat, Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ che Regierungsblatt Nr. 27 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Broßherzogl. Hauses und des Aeußern, die Telegraphen⸗ Ordnung für die Correspondenz auf den Linien des Tele⸗ aphen⸗Vereins betreffend. Mit Bezug auf die unterm 4. Januar l. J.(Reg.⸗Blatt Nr. 4) veröffentlichte Tele⸗ sraphen⸗Ordnung füt die Correspondenz auf den Linien es Telegraphen⸗Vereins ꝛc. wird die nachstehende, zusätz— che Bestimmung zu den betreffenden Paragraphen der tebachten Telegraphen⸗Ordnung enthaltende Bekanntmachung s Kanzlers des Norddeulschen Bundes d. d. Berlin 3. Juni 1869 hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Lach§. 15 der Telegraphen⸗Ordnung für die Correspon⸗ lenz auf den Linien des Telegraphen⸗ Vereines ꝛc. von 368 hat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe n tecommandiren. In diesem Falle wird die Depesche ton allen Stationen, welche bei der telegraphischen Beför⸗ rung, beziehungsweise Aufnahme mitwirken, vollständig vllaionirt, und die Bestimmungs⸗ Station sendet dem ufgeber telegraphisch, unmittelbar nach der Bestellung an len Abressaten oder nach der Abgabe an die Weiterbesör⸗ rungs- Anflalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe er Zeit, zu welcher die Depesche dem Abdressaten, bezie⸗ bungeweise der Weiterbesörberungs⸗Anstalt zugestellt wor⸗ ten ift. Die Einführung der recommandirten Depeschen tte den Zweck, dem correspondirenden Publikum ein Mittel zu bieten, die Wahrscheinlichkeit einer correkten Vebermiitelung seiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Natur der telegraphischen Betriebsmittel überhaupt zu erreichen ist, zu vermehren. Erfahrungs mäßig werben recommandirte Depeschen jeboch nur in sehr kringer Zahl aufgegeben, mutymaßlich weil die Taxe für lie Recommandation gleich derjenigen für die eigenkliche Apesche ist. Um nun dem correspondirenden Publikum em ferneres Hülfsmittel zu bieten, sich eine corrccte Ueber— mittelung seiner Depesche,— so weit es thunlich und nöthig ist,— zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versuchs⸗ weise im internen Verkehr das Recht der Recommandirung, wie solches durch§. 15 der Telegraphen-Ordnung gewährt ist und auch noch fernerhin in Geltung bleiben wird, da— hin erweitert werden, daß der Aufgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innerhalb des Norddeutschen Telegraphen-Gebietes gerichtet ist, die Vortheile der Re— commandation auf einzelne Theile seiner Depesche beschrän- ken kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich das Doppelte der Gesammt-Taxe zu bezahlen. Zu diesem Zweck hat der Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben oder Buchstaben-Gruppen(efr.§. 14, 6 der Telegraphen-Ordnung) deren correcte Uebermittelung er vorzugsweise für nothwendig hält, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unter— strichene Wort ꝛc. wird bei der Ermittelung der Wortzahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen des F. 14, 7 der Telegraphen Ordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bei der Beförderung resp. Aufnahme der Depesche betheiligten Stationen collationitt werden. Gelangt trotz⸗ dem ein solches unterstrichenes Wort ꝛc. entstellt in die Hände des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden dem Aufgeber auf desfallsige rechtzeitige Reklamation die für die Depesche gezahlten Gebaͤhren zurückgezahlt werden. Im Falle der Verstümmelung nicht unterstrichener Worte ze, bei uncecommandirten Depeschen werden sortan die Ge— bühren nicht zurückgestattet. II. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern, das Octroi-Reglement der Kreisstadt Offenbach vom 19. Juli 1834 betreffend. III. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemaß— heit des Art. 30 des Strasgesetzbuchs im Regierungsblatt bekannt zu machender Straferkenntnisse der Gerichte der Provinz Starkenburg. Darmstadt, 30. Juni. In heutiger Sitzung der ersten Kammer wird das Ausgabebudget im Einklange mit der zweiten Kammer erledigt, nur wird die Beanstandung der für die den Jesuiten eingeräumte Psarrei von St. Christoph in Mainz gesorderte Summe von 232 fl. nicht ausgesprochen. Die Kammer gibt ferner ihre Zustimmung zu dem Gesetzentwurf, die Ausgleichung und Vergütung der Kriegslasten, insbesondere Gestattung von Fristen für die Gemeinden, ebenso zu dem Gesetze, die privatrechtliche Stellung der Erwerbs⸗ und Wirthschafts-Genossenschaften betr. Auch das Schullehrer-Pensionsgesetz wird angenommen, der Antrag Oechsners und Dumonts auf Erlaß eines neuen Gesetzes die Wahl des Mainzer Handelsgerichtes betr., wird abgelehnt, dagegen ein solcher desselben Abgeordneten, die Wahl der Mitglieder der Handelskammern betr., angenommen. Die verschiedenen Anträge der Abgg. Kempff, K. J. Hoffmann, Dumont, sowie die Bitte der Stadt Darmstadt hinsichtlich des Gesetzent⸗ entwurfes, die Aufbringung der Kosten für das zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Ge— lände betr., werden nach den Beschlüssen zweiter Kammer jedoch mit dem Strich der Worte,„noch auf diesem Landtage“ erledigt. Der Beschwerde von Einwohnern zu Nieder-Eschbach, die Zusam⸗ menlegung der Grundstücke in ihrer Gemeinde betr., wird keine Folge gegeben, — 30. Juni. Gegenstand der Tagesordnung in der zweiten Kammer ist der von dem Abg. Kraft erstattete Bericht des Finanzausschusses, das Verhältniß der früher landgräflich hessen⸗ homburgischen Domanialgüter Hötensleben und Oebisfeld betreffend. Die Regierung betrachtet diese etwa jährlich 70,000 fl. ertragenden Güter als Privat-Eigenthum des Großherzogs, während sie der Finanzausschuß als Staatsdomänen in Anspruch nehmen zu müssen glaubt und deßhalb weitere Verhandlungen mit dem Ministerium des Hauses einzuleiten seien. Legationsrath Neid⸗ bardt erklärt, daß jene Güter niemals Staats. eigenthum gewesen und mithin ihr Charakter als Privateigenthum begründet erscheine. Kraft tritt diesen Ausführungen entgegen. K. J. Hoff⸗ mann glaubt schon aus dem 1867 mit Preußen abgeschlossenen Friedensrezeß folgern zu können, daß die fraglichen Güter als Staatsdomänen zu behandeln seien. Dumont kommt nach Einsicht der betreffenden und staatsrechtlichen Verhältnisse zu der Ueberzeugung, daß der Ausschußantrag gerechtfertigt sei, ebenso W. v. Löw. v. Dal⸗ wigk rechtfertigt die Ansicht der Regierung Dern burg erklärt sich für den Ausschußantrag, Hallwachs und Riedesel halten die Sache für zweifelhaft und rathen deßhalb zu einer Ver⸗ ständigung. Bei der Abstimmung werden die Ausschußanträge mit 22 gegen 17 Stimmen an- genommen. Hitrauf tritt die Kammer in die Berathung der sog.„Stadecker“ Petition ein, welche ein neues Wahlgesetz und Aburtheilung der politischen Vergehen von Geschworenen ver- langt. Der Ausschuß beantragt, die Petition der Regierung zur Kenntniß zu geben. Hiergegen erklären sich Netz, Dernburg und Volhard. Auf eine Anfrage des Abg. Hallwachs erklärt Ministerpräsident v. Dalwigk, daß ein neuee Wahlgesetz noch diesem Landtag vorgelegt werden sosle, worauf der Ausschußantrag angenommen wird. Die Vorlage der Regierung, dem Provin— zialschulfond von Starkenburg und Oberhessen einen weiteren Staatszuschuß von 1900 fl. zu bewilligen, wird abgelehnt. — 1. Juli. Von neuen Eingaben ist zu er⸗ wähnen ein Antrag des Abg. Wadsack, die Ent⸗ lassung aus dem Militärdienste bei Auswanderung betr., sowie eine Petition von Einwohnern der Orte Assenheim, Vilbel und Niedereschbach, auf Vorlage eines Gesetzes, die Zusammenlegung der Grundstücke betr. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist eine Recommunication der ersten Kammer hinsichtlich des Gesetzentwurfes, die Pen— sionsverhältnisse der Offiziere betr. Die erste Kammer hat den Art. 2 des Gesetzes, der von der zweiten verworfen worden, in einer von der Regierung modisicirten Form angenommen und die Majorität des Finanzausschusses beantragt heute Beitritt zu diesem Beschlusse. Es handelt sich um die„wohlerworbenen Rechte“ der Offiziere und ihre etwaige Auslegung vor den Gerichten des Landes. Das Kriegsministerium möchte die Beschreitung dieses Rechtsweges apgeschnitten wissen im Interesse der Subordination. Wernher, Hallwachs vertheidigen heute, um über diesen Dissens hinguszukommen, die Annahme der Re⸗ gierungepropostlion. v. Biegeleben macht die sehr richtige Bemerkung, daß es sich ja nur um pensionirte Offiziere handele und hier komme die Disciplin doch nicht mehr in Frage. Dumont glaubt, daß die Kammer alle Ursache habe, auf ihrem prinzipalen Beschlusse, jede Uebergangs⸗ bestimmung zu verwerfen, zu beharren. Volhard stimmt Dumont vollständig bei. Regierungscom⸗ missär Hauptmann v. Hergeth erklärt, die Offiziere seien mit den Propositionen der Re⸗ gierung vollständig zufrieden. Schäfer findet die Sache mit den„wohlerworbenen Rechten“ durchaus nicht so klar. Im Interesse der Ver⸗ meidung von Streitigkeiten stimme er dem Be— schlusse der ersten Kammer heute bei. Kempff fügt sich heute ebenfalls der Majorität, weil er nicht das ganze Militärbudget in Frage gestellt wissen will. Die Abstimmung ergibt schkließlich Annahme der Regierungeproposition mit 23 gegen 17 Stimmen. Eine weilere Principienfrage er⸗ bebt sich bei einer abermaligen Recommunication der ersten Kammer bezüglich des Hauptetats der Militärverwaltung für 1869/71. Dumont und Volhard halten an der Verfassungsbestimmung fest, daß die erste Kammer nur über die Verwer⸗ fung oder Annahme des Budgets im Großen und Ganzen sich zu erklären habe, da der Schwer punkt der Budgetberathung in der 2. Kammer liege. Die Kammer tritt dieser Ansicht mit allen gegen 10 Stimmen bei.(Schl. f.) Von Seiten der hiesigen Hofgerichts-Ad⸗ vokaten ist an die beiden Kammern in Betracht des Vorbehalts des fünfjährigen Widerrufs bei Ernennungen von Anwälten eine Vorstellung ein gegangen, in welcher sich die Unterzeichner mit dem von dem Abg. Dernburg kürzlich eingebrach⸗ ten Antrage,„die Kammer wolle die Großherzogl. Staatsregierung ersuchen den Vorbehalt des Widerrufs bereits erfolgter Anwaltskrnennungen aufzuheben und bei künftigen Anwaltseinennungen nicht mehr zu machen“, vollständig einverstanden erklären. Die Adresse trägt die Unterschrift von 54 hiesigen Advokaten, 5 haben sich ausgeschlossen. * Friedberg. In den neu zum Groß- herzogtbum gekommenen kurhessischen und nassaui⸗ schen Orten wird demnächst die Wahl des Ge⸗ meinderäthe und Burgermeister nach den Bestim-⸗ mungen unseres für Bildung des Gemeindevor⸗ standes gültigen Gesetzes vorgenommen. Die Vorarbeiten sollen bereits begonnen haben. * Friedberg. Unsere Nachricht betreffs der Verhandlung über den Nauheimer Kurfonds in der zweiten Kammer der Stände bedarf einer Berichtigung. Der Abg. Curtman hatte bereits am 11. Januar d. J. einen allgemeinen Antrag auf Bildung eines solchen Fonds gestellt. Sowohl die Regierung wie der Finanzausschuß gingen darauf ein, und es wurde daher der Hauptantrag nach längerer Discussion einstimmig angenommen. Hierauf kam ein zweiter Antrag auf Verringerung der Ausgaben, welche für Bauzwecke vorgesehen, welcher gegen 4 Stimmen abgelehnt worde. Da- gegen wurde der dritte Antrag, durch thunlichste Ersparungen die Mittel des Kurfonds zu erhöhen mit 18 gegen 17 Stimmen angenommen, und der vierte, welcher dem Kurverein und dem Gemeinde— vorstand zu Nauheim die Theilnahme an der Verwaltung des Rurfonds sichern sollte, mit Rücksicht auf eine entsprechende Erklärung, der Regierung zurückgezogen. Die Einnahmen des Kurfonds würden hiernach aus den Zinsen des bis auf 50,000 fl. zu bringenden Kurfonds, aus einer von den Kurgästen zu erhebenden Taxe so⸗ wie Beiträgen des Kurvereins und der Gemeinde bestehen und unter der freien Verwaltung einer localen Behörde stehen. Preußen. Berlin. Die„Prov. Corrcsp.“ meldet: Graf Bismarck wünscht, in unumgänglicher Rücksichtnahme auf seine Gesundheit, soweit Exleich⸗ terung bei Erfüllung seines Beruses, als die Interessen des Staates irgend gestatten. Derselbe dürfte demgemäß für die nächste Zeit und bis zur ausreichenden Wiederherstellung seiner Gesund⸗ heit von den Geschäften ves Vorsitzes im Staats- ministerium beurlaubt werden. Die Leitung der Bundes angelegenheiten wird Graf Bismarck in bisheriger Weise fortführen.— Der König empfing den russischen Reichskanzler Gortschakoff, der am 30. Juni Abends weiter reiste.— Der König reist definitiv den 8. Juli nach Bad Ems und wird von dort aus Wiesbaden und Homburg besuchen. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Besteuerung des Zuckers. — Die„Provinzial-Correspondenz“ schreibt: Der im Herbste bevorstehenden Landtagssession bleibt es vorbehalten, vor Allem den augenblick⸗ uchen Bedürfnissen der preußischen Verwaltung abzuhelfen, vorbehaltlich weiterer Verständigung über dauernde grundsätzliche Veränderungen und Verbesserungen des gesammten Finanzwesens des Nordbundes, Pteußens und des Zollbund es in ihrem Zusammenhang und in ihrer Wechselwirkung. — In der Untersuchungssache gegen Consi- storialrath Dr. Fournier, welcher s. Z. gelegent- lich einer Trauung die Braut vor dem Altare mißhandelte, hat das Criminalgericht sein Urtheil gesprochen und den Herrn Seelsorger zu hlr. Geldbuße resp. viermonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Der Gerichtshof gab dem Antrage des Staatsanwalts Simon v. Za om Monate Gefängniß nicht Folge. Immerhin 10 die Strafe noch sehr milde, zuwal Herr Fournier, ein wohlhabender Mann, natürlich nicht der Ge⸗ fängnißstrafe sich unterziehen, sondern 300 Thlr. zahlen wird. Oesterreich. Wien. Bezüglich einer von der in Bremen erscheinenden„Weserzeitung“ kücz⸗ lich mitgetheilten Enthüllung eines geheimen fran⸗ zösisch⸗österreichischen Bündnisses vom Jahre 1866, sagt die hiesige„Neue freie Presse“, in dem sie den betreffenden Artikel der Weserzeitung zum Abdruck bringt:„Die„Weser-Zeitung“, ein Blatt, welches, obwohl in einer„freien Stadt“ erschei⸗ nend, vor dem preußischen Könige bei dessen jüngster Anwesenheit in Bremen förmlich auf dem Bauche kroch, ihm den Staub von den Füßen küßte, bringt, um die Regierung an der Spre sich noch mehr zu verbinden, mit wichtigthuender Miene eine„Enthüllung aus dem Jahre 1860“%i. die den Stempel der Erfindung an der Stirn trägt, auch wenn man davon abstrahirt, daß es Berlin ist, von wo dieses Blatt die wundersame Mähr sich schreiben läßt.“— Ob diese sog.„Enthüllung“ wirklich ganz aus der Luft gepriffen war, muß indeß wohl noch abge- wartet werden. g Frankreich. Paris. Am 28. Juni fand die feierliche Eröffnung des gesetzgebenden Körpers statt. Die Polizei hatte ungewöhnliche Vorsichts⸗ maß regeln getroffen, doch verlief die Sache ruhig, wenngleich sich eine große Menschenmenge in den Straßen um den Palast des gesetzgebenden Körpers eingefunden hatte. Thiers nur wurde mit Hoch⸗ rufen begrüßt. Der, Zudrang zum Innern des gesetzgebenden Körpers war äußerst stark. Schon um 1 Uhr war der Saal gänzlich gefüllt. Die Deputirten hatten sich fast volzählig eingefunden. Punkt 2 Uhr eröffnete der Präsident Schneider, der von vielen Deputirten aufs herzlichste begrüßt wurde, die Sitzung, worauf Rouher, der feier⸗ lichst eingeführt ward, das Wort erhielt, um die Eröffnungsrede abzulesen, deren wesentlicher Inhalt bereits mitgetheilt worden ist. Es wurden darauf die Abtheilungen formirt und schon um 28/ Uhr war Alles zu Ende. — Das kürzlich wegen Mangels eines Druckers eingegangene Blatt„Rappel“ ist nach 14 tägiger Unterbrechung wieder erschienen und sand massen⸗ haften Absatz. Amerika. Die neueste Wendung des Glücks auf dem Kriegstheater in Paragray zu Ungunsten der Alliirten scheint den jüngsten Nachrichten aus Amerika zufolge von Dauer zu sein. Zu dem neulich gemeldeten mißlungenen Versuche Seitens der Brasilianer, sich der paraguitischen Dampf- schiffe zu bemächtigen, kommt jetzt noch die weitere Mittheilung, daß es Lopez gelungen ist, eine brasilianische Transportflottille zu erobern und ein Cavallerieregiment sowie eine Infanteritabtheilung vollständig zu umzingeln und gefangen zu nehmen. Friedberg, 1. Juli. Gestern hielt der seit ewa tinem Jahre in der Eaistehung begriffene„Hessische Landeslehrerverein? seine erste Hauptversammlung im „Hotel Trapp“ dahier ab. Der Obmann derselben, Lehrer Schmitt in Hergershausen, erstattete in einer längeren Ansprache an die zahlreich besuchte Versammlung Bericht über die Entstehungsgeschichte desselben und über die seitherige Tyäuigkeit selines provisorischen Vorstandes und sorderie unner Hinweis auf den Zweck und die Be⸗ deunung einer solchen Vereinigung zu weiterem Beitritt zu dem bereits beiläufig 500 Miiglieder zählenden Verein auf. Die define Vorstandswahl hat man bis zu Ende d. J. zu verschieben beschlossen, in der Voraussetzung, daß bis dahin noch recht viele weitere Mitglieder hinzukommen werden, denen man die Mitbetheiligung bei dieser Wahl zu ermöglichen wünsche. Daran schlossen sich zwei mit Roßem Interesse aufgenommene Vorträge der Herren, Lehrer Fidler von Viernheim„über die Anforderungen der Jetztzeit an die Bildung der Volksschullehrer, namenk⸗ lich in Bezug auf die Naturwissenschaften“ und Zeichen⸗ ihrer Kumpa aus Darmstadt„über die Methode des Zeichenunterrichts.“— Zei und Ort dieser Versammlung waren mit Rücksicht auf die heute, als am Jahrestage der Vermählungsfeier des hohen Protektor-Paares der„Ludwig und Alicen⸗ Stiftung“, ebenfalls hier, im Saale„zu den drei Schwer⸗ 2— wollen 1 demnach ein gun um 0b Culgegel usul der Sl uteress 1 Ml Theil de Abend d ut ö auf Sti, sunbe m derfelben, des Hei kläslige und Al peel de verscheu Volkoch sernechl empfohl 9 schrist, durch herauf Milthe. Soldate Persone überla parbeis wähnde Bezug Anzeige bel Gel sattgehg richligu gen we Sten den S ausge Artikel von G heftige vermti lärs w und fr. lustigte führten Aale sch v. ihren keicht — in de uns em 9 Dach I K r Frurnig 0 der Oh, 500 Tüle N einer voz ung“ lug, Auutn fran. are 1866 A dem l ung zun tin Blat eie erscht del dessen ic auf din den Füße der Sprit eugthuendn dre L8 8b“ ig an de n abstrahix Blat 1— 9 aus de. noch abgy Juni fand den Körper * Verschie⸗ dach ludig engt in da den Korp t nit Hog Innern dit ul. Schn füllt. Dit tingefundet Schneidn t begrüß dei du eu, us n lücher Jihel unden dall um 3/1. nes Druchut 5 ag and mastn⸗ 19 det Gludt ju Ungunfu dunchun a * acht Seilen en Damp die weilelt u ist, eint 10 und eil ache n eln del 1 hielt ke. * 1 niffent beser unmlund ern“, abgehaltene Jahresversammlung derselben gewählt. Die junge Siüßsung. gegründet zur Unzerstützung von zehrerwilwen und Waisen hat nach wenig Jahren schon wie der nach Eröffnung der Versammlung erstattete Rechen⸗ chaftsbericht nachweis't, recht erfreuliche Ziele erreicht. Sein Kapitalvermögen beläuft sich bereits auf 14,000 fl., und ist dasselbe in sietem Wachsen begriffen, da außer den Jahresbeittägen der Mitglieder, gegenwärtig 1300 au der Jahl, von Gönnern und Freunden der Volksschule all; ührlich zahlreiche Gaben eingehen. Dankbare Erwähnung verdient hier neben so vielen ähnlichen Zeichen von Wohl- wollen die Veransiallung eines vor Kurzem in Darmssadt fattgefundenen Concertes, dessen Reinertrag mit uber 200 fl. der Stiftung zugewicsen wurde.— So war es der heuligen Versammlung möglich, das Benefice für die pinterlassenen der in diesem Jahre sterbenden Mitglieder schon auf 40 fl. festzusetzen und außerdem, wie in den lietzlwerflossenen Jahren, noch 200 fl. zur Unkerstützung besonders bedrängter Lehrerwittwen zu beftimmen.— Hal demnach die beutige Versammlung nach dieser Seite hin ein günstiges Resultat ergeben, so war ihr Verlauf ein un so befriedigeneerer, als durch gegenseitiges versöhnliches Eutgegenkommen derselben gelungen in, tleine Differenzen auszugleichen, die einem einträchtigen Zusammenwirken der Stiftungsgenossen zur gedeihlichen Förderung ihrer Juteressen hätten hinderlich sein können.— Nach Schlug der Versammlung hielt ein einfaches Mahl einen großen Theil der Auwesenden noch vereinigt, kis der nahende Abend an den Heimweg mahnte. Von den Tischreden sei mur erwähnt ein Hoch des Präsidenten der Versammlung auf Seine Königliche Hobeit, den Großherzog, eines Vor— standsmitgliedes der Stiftung auf die hohen Protektoren derselben, Prinz Ludwig und Prinzeß Alice, und ein Toast des Hrn. Direklors Steinberger auf ine gesunde, kräftige Entwickelung der Volksbildung.— Die„Ludwig— und Alicen⸗Stiftung? sucht, ein anerkennenswerthes Bei⸗ sspiel der Selbsthülfe, Sorge und Noth in den Lehrerkreisen wericheuchen und edle Begeisterung für die Aufgaben der! Volksschulen wecken und fördern zu belfen; möge sie auch ssernerhin dem Wohlwollen aller Freunde der Volksbildung empfohlen sein. Aus Wölfersheim erhalten wir nachstehende Zu— sschrift, welche die in Nr. 73 d. Bl. von dort gemeldeten, idurch preußische Soldaten verübten Cxcesse als in weniger sheraussordernder Weise geschehen darstellt als die frühere Mittheilung, aber doch gleichfalls bedauern muß, daß die Soldaten mit blanken Waffen dreingeschlagen und mehrere Personen verwundet haben. Wir werden unseren Lesern uüberlassen dürfen, aus beiden Darstellungen sich ein un— parteiisches Urtheil über das Vorgefallene zu bilden. Er— wähnie Zuschrift lautiet: Der Wahrheit die Ehre. Bezugnehmend auf den Artikel in Nr. 73 des„Oberhessischen Anzeigers“ hinsichtlich der am 20. v. M. in Wölfersheim bei Gelegenheit der Feier des sogenannten Kirschenfestes stattgehabien Säbelaffaire diene Folgendes theils zur Be— richtigung, theils zur Entgegnung: Erstlich kann in Wahr— heit nicht gesagt werden, daß ohne allen vorhergegangenen Streit der Kampf zwischen Wölfersbheimer Bürgern und den Soldaten der preußischen Artillerie vom 11. Regiment ausgebrochen sei, was der Herr Einsender oben erwähnten Artikels behauptet. War auch der Streit anfänglich nicht von Gewallihäligkeiten begleitet gewesen, so soll er doch in heftigem Wortwechsel bestanden haken. Auch von einer vermeinten unverbolenen Kampflust von Seiten des Mili— tärs war keine Spur zu entdecken, da es ja in friedlichem und freundlichem Verkehre sich mit hiesigen Bürgern be— lustigte und nur 3 von elwa 12 ihre Waffen bei sich führten. Nachdem vielmehr Reibereien zwischen den Ar— tilleristen und Civilisten slattgefunden hatten, entfernten sich von eisteren mehrere heimlich, um ihre Säbel aus ihren Quartieren im benachbarten Södel zu holen. Ge— reicht es auch den Soldaten nicht zur Ehre ihre Wassen, die sie nur zur Vertheidigung des Vaterlandes und gegen die Feinde der gesetzlichen Ordnung führen sollen, bei dieser Gelegenheit mit Menschenblut befleckt zu haben, so können wir nicht umbin zu ihrer Rechtfertigung mit Gewißheit zu behaupten, um eben ihre Handlungsweise nicht in allzu⸗ dunkelem Lichte erscheinen zu lassen, daß das Militär von der blanken Waffe wohl keinen Gebrauch gemacht haden würde, wenn es nicht durch Slichelworte und vielleicht auch durch brutales Benehmen dazu gereizt worden wäre. Auch soll namentlich erst dann zum Einhauen kommandirt worden sein, als von eintgen auf der Gallerie sich befindenden Personen mit Gläsern und Flaschen auf die Soldaten ge⸗ worsen wurde. Hieraus erklären sich also die vorgekom⸗ menen Auslassungen rohester Art seitens des Militärs. Dann möchte ich diese betheiligten Soldaten von dem Ver— dachte frei sprechen, als hätte es in ihrer Absicht gelegen, eine alte wehrlose Frau zu verwunden. Diese Verwundung soll nämlich entstanden sein, als besagte Frau sich in den Tumult gedrängt batte, um ihren Sohn von der Rauferei abzuhalten, bei welcher Gelegenheit sie einen Säbelhieb über den Kopf erhielt. Was ferner das Einhauen mit der blanken Wasse auf die weiblichen Personen beteifft, so kann hier an ernstliche Ausschreitungen wohl nicht gedacht werden, da auch nicht ein Frauenzimmer, ausgenommen der bejahrten Frau, erhebliche Verletzung davongeiragen hat, was doch bei dem mit Menschen strotzenden Saale und bei der vermeinten unverholenen Kampflust des Mili— lärs hälte unzweifelhaft geschehen müssen. Es wird viel⸗ mehr ven Augenzeugen versichert, daß das Mtlitäc seine Allaque nur mit flacher Klinge auszuführen bestrebt ge⸗ wesen sei. Auf unparthelischem Standpunkte stehend und die Trassache, wie sie vor uns liegt, im rechten Lichte be⸗ trachtend, muß man zu der Ueberzeugung gelangen, daß die Schuld dieses Seandals nicht einzig und allein auf die Schultern des Militärs zu wälzen ist, es ist ihm vülmehr zum Mißbrauch seiner Waffen Veranlassung ge⸗ geben worden und es können deßhalb nicht alle Bärger, welche auf dem Scherter'schen Tanzlocale anwesend waren, ihre Hände ob dieser Affaire in Unschuld waschen. Bei Schluß des Blattes kommt der Redaction noch die weitere Miltheilung in dieser Angelegenheit zu: Be— züglich der aus Wölsersheim gemeldeten Excesse von ein— quartierten preußischen Artllleristen kann ich Ihnen aus authentischer Quelle miuheilen, daß die Sache in keiner Weise die Bedeutung batte, welche ihr von dem Einsender des Artikels in Nr. 73 des Oberhessischen Anzeigers bei— gelegt wird, daß von Seiten der Vorgesetzten der Soldaten in loyalster Weise jede Beschädigung reichlich vergütet, sirenge Bestrafung der Schuldigen zugesagt und erfolgt ist, der ganze Vorfall von denselben lebhaft bedauert wurde, und es im Interesse der beiden Parteien, deren Schuld sich gegenseilig aufhobt, gelegen häue, wenn derselbe nicht in die Oeffentlichkeit gelangt wäre. Aus dem Kreise Büdingen berichten die„Hess. Volksbiäuter“: Am verwichenen Sonntag(27. Juni) Nach⸗ mittag hat zu Himbach ein ruchloser-Kert, der sich schon lange durch seine Robhelten auszeichnete, einen braven Joracliten ohne besondere Veraulassung erstochen. Neben der Schreckensthar hat es in der Umgegend großen Un— willen erregt, daß der Mörder im Schulzimmer gefangen gebalten, auch am solgenden Tag die Obduktlon der Leiche und Begräbnißanstalten in demselben Zimmer vorgenom men wurden, was umsomehr zu bedauern ist, als die Räume des dortigen Schulbhauses sehr beschränkt sind. Während der Uebelibäter im Schulzimmer unter großem Andrange der Dorfbewohner in Gewahrsau gehalten wurde, wurden im Wohnstüdchen des Schullehrers zwei Kinder gelauft. Es wäre zu wünschen, daß der Mißbrauch der Schulhäuser, wie er hier noch mehr vorkommt, abgestellt würde. „Gießen. Am 23. Juni wurde in hicsiger Stadt die 26. Inhreeversammlung des hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf⸗Stistung abgehalten, über dessen Verlauf wir nachträglich den Lesern dieses Blattes eine kucze Mit⸗ theilung geben. Die Festpredigt hielt Hofdiakonus Dr. Hase aus Weimar über die Schriftworte„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Herr Prä⸗ lat Dr. Zimmermann gedachte als Secretär des Vereins in seinem Jahresberichte des erfreulichen raschen Wachs— thums desselben seit seinem Entstehen. Die Verhandlungen bezogen sich zunächst auf die Abends vorberathene Ver⸗ theisung von 12000 fl., von welcher Summe 4980 fl. an bess. und 3020 fl. an ausländische Gemeinden gegeben wurden. Für die Verwendung des dritten Dritttheils, 4000 fl. betagend, über welche die in Baireuth demnächst tagende Generalversammlung zu verfügen haben wird, wurde die enistandene evangel. Gemeinde zu Madrid zu vorzüglicher Berücksichtigung empfohlen. Die nächste Jahresversammlung wird entweder nach Wolfskehlen oder nach Groß-Gerau berufen werden. Mainz. Der Nusschuß des Dombaupereins hat den Beschluß gefaßt, mit dem Abbruche des Pfarrtburms jetzt zu beginnen und das nöthige Gerüst sosort anfertigen zu lassen. Heidelberg Ein höchsi trauriger, mysteriöser Fall hat sich am 28. Juni hier ereignet. Der seit langen Jahcen hier residirende russische Staatlgroth Blum, dessen Gewohnheit es war, fast täglich den Schloßgarten zu be— suchen, wurde am genanntan Tage Nachmittag in dem unter dem Stückgarten am Ruprechtsbau belegenen min⸗ destens 30 Fuß liefen Graben zetschmettert und todt ge— funden. Oberhalb, an der Stelle des Stückgartens, von wo er herabgefallen sein muß, lagen sein Rock, Hut und Stock, während seine goldene Uhr am Leichname vermißt wurde. Ob derselbe— vielleicht in einem plötzlichen An⸗ fall von Geistesstörung— den unglücklichen Sprung selbst gethan, oder ob er von tuchloser Hand hinabgestüszt worden ist, erhellt nicht, da kein Zeuge dabei gewesen ist. Eisenach. Ein am 29. Juni von bier in der Rich⸗ tung nach Coburg abgegangener Personenzug stieß auf dem Bahnhof zu Meiningen mit dem zu gleicher Zeit von Hilburghausen kommenden Personenzug zusammen. Zum Glück befanden sich beide Züge in langsamerer Bewegung, so daß die Passagiere nur leichte Contysionen erlitten und die Veschädigung an den beiden Locomonven sich ebenfalls als unbedeutend herausgestellt hat. Falsche Weichenstellung soll die Ursache diescs Zusammenstoßes gewesen sein. Vom Bodensee wird gemeldet: In den letzten Wochen war die Witterung fortwährend rauh und un⸗ freundlich; auf der Schweizer Seite hat mes überall auf den Vorelpen geschneit, Rigi, Mythen, der Kurort Davos, das Münsterthal waren mit Schnee bedeckt, in Folge dessen litt auch das auf die Alpen getriebene Vieh bedeutend an Kälte und Futtermangel, an einzelnen Alpen gab es Lawinenstürze. Wenn auch auf unserem Gebiete die rauhe Winerung nicht in solch heftiger Weise auftraß, so waren doch in den kältesten Tagen mehrere Höhen mit Schnee bedeckt. 1900 Frantfurt o. M. Laut des soeden erschlenenen siebenten Jahresberichtes der Dr. Steffan chen Augen- heilanstalt dahter bal sich auch im letzten Jahre(1. April 1868 bie 1. April 1869) die Zadl der Hülfe suchenden Augenkranken beträchtlich gehoben; sie stieg von 2514 im Vorfahre auf 2854. Davon kamen 1573 auf die Privat-Austalt(Krögerstraße 8 in Frankfurt, Sprechzeit 3— 5 Ühr Nachmittags) während die übrigen 1281 in der Armen-Augenklinik(Dreikönigstraße, Bäckergasse 2, in Sachsenhausen, Sprechzelt/ 12 dis ½1 Uhr Mirtags) vollkommen freie Behandlung und nach Erforderniß auch freie Verpflegung und Verköstigung fanden.— Operationen wurden in dem genannten Zeitraume 251 av sgeführt, 241 mit vollkommenem Erfolg, 6 mit Besserung und 4 obne Erfolg. Holzversteigerung in den Gräfl. Solms Rödelheimischen Waldungen. 1978 Donnerstag den 8. Juli l. J. kommen in dem Revier Wickftadt Distriet: Abtswald, Kühlwäldchen, Dachbaum und Hasenzahl nachverzeichnele Holzsortimente zur Versteigerung: 46 Stecken Buchen Scheitholz, 23„ Eichen 60 17„ Buchen Prügelholz, 39„ Eichen- 1 2„ Nadel⸗ 15 90„ Buchen⸗Stockholz, 59 5 Eichen ⸗„ 8 5 Nadel-„ 240„ Buchen⸗Reisholz, 82„ Eichen⸗ 1 1400 Wellen Nadel⸗ 1 6 Stück Kefernstämme von 12— 16“ mittl. Durch; messer 25 40“ lang, 8 Stisick Lärchenstangen von 3—4½“ mittl. Durch⸗ messer 30—40“ lang. Zusammenkunft und Anfang der Versteigerung Vor⸗ mittags 8 Uhr am Foragarten. Wickstadt den 28. Jun 1869. Großherzogliche Oberförsterei Assenheim Schal la é. Ein vollständiges Logis 1973 hat zu vermtethen 0 5 zrledberg. W. Hanstein. Wegen vorgerückter Saison Zurückgesetzte Kleiderstosfe elc. etc. 1966 zu sehr billigen Preisen Mayer J. Hirsch. Bekanntmachung. 1982 Die Verloosung der lardwirthschaftlichen Maschinen und Geräthe des Mechanikus Job. Fillmar dabler wird Mittwoch den 7. Juli l. J. im biesigen Rath ⸗ hause vorgenommen. Frtedberg den 1. Juli 1869. Großherzogliche Bülrgermetsterel Friedberg F o u e Ar, 7 378 Dle inter- 1 N nationale Jury n 4 M5 der letzten Welt uusstellung zu Parts ertbeilie 8 J 7 51 2 5 * 2 Franz Stoll⸗ —bwerdksöbue in Köln für ausgezeichnete Qualität ihrer Dampf⸗ Chochladen, die Prets-Medaille. Von den gangbarsten Sorten dieser rühmlichst bekannten Waare befinden sich Lager in Friedberg bet Wilhelm Fercsch. in Hungen bei A. Buch, in Nauhelm bel Ph. Jace. Weiß und in Butzbach bei Val. Wießler. Ge su cht 1971 ein ordentliches Mädchen von anftändigen Leuten, welches schon bel Kindern gewesen und in häuslicher Arbeit erfahren. Eintritt sofort. Wo? sagt die Exped. 2*— Vier Feusterläden, 1972 sehr gut erhalten, find wegen daullcher Ver⸗ änderungen dillig zu verkaufen. Das Nähere zu erfragen bei der Exped. d Bl. Ein Mädchen, 1965 das bübsch näben und gleich elntteten kann, kann das Kleidermachen erternen bei N f Anna Dieffenbach. 1 08 Bei dem Unterzetchneten kann ein braver Junge die Rothgerberei unter vortheilhaften Bedingungen er⸗ lernen und alsbald eintreten. Vilbel am 29. Junk 1869. Wilhelm Hinkel IV. Brauerei zur goldnen Reichskrone. Liede rkranz. b — 1976 Bei günstiger Witterung Illumination des Gartens. 1947 Bei günsiger Witterung Sonntag den 4. Jul, Samstag den 3. Juli Nachmitiage, Ausflug auf den Schwalbeimer Brunnen. Friedberg. Der Vorstand. 9 — Enthält ö — TCyroler-Uational- Concert, von der Innsbrucker Sänger⸗Gesellschaft Peter, Frl. Kathi und Frl. Nanni.„ d b unn Boiunog Anfang 8 Uhr. Entree frei. Vasa Sonntag den 4. Juli ud Inv usppae nid im Philippi'schen Felsenkel ler ang ung Anfang 4 Uhr. Entrée 6 kr. 8.. b Foclogischer Gatten in Frangut d. M. Casino. 1957 Sonntag den 4. Juli, Vormittags von 6 bis 12 Uhr, ist der Eintrittspreis auf 1255 dae gh en e e e 1 podion 28 vommen werden. Die Mitglieder werden deshalb nun ⸗ 6 Kreuzer per Person ermäßigt. 2 mehr zu einer Parthie auf den Johannis N Von 12 bis 2 Uhr bleibt der Garten geschlossen. 5 1 berg auf Dienstag den 6. Juli eingeladen und Angekommene Thiere: 3 Gemsen, 1 Seehund, 3 Flamingos. bofft man 0 zahlreiche 3 e 8 5 licher Abmarsch von der neuen Chaussee hr Na ch⸗ Der Verwaltungsrath. eib ee — 9 2 Holz-Versteigerung Aerztlicher Verein.— in der Oberförsterei Ortenberg. 1967 Nächsten Dienssag den 6. Juli Versammlung. 1) Montag den 12. Juli kommen aus den ee e Scheuerwald, Höchst und Esstruth A 7 zur öffentlichen Versteigerung: 9 558½ Stecken Buchen⸗Scheitholz, 43 Stecken Aspen⸗Prügelholz, N 5 0 j s 01 5 77 55 3 87 9„ Reisholz, 3 ene e arin e ö „„ eis holz, 1861 bei Wilh. 5 lung 10 Buchen Stämme, von 1428“ Durchmesser und 13—35, Länge mit= 930 Cubikfuß, 2 Wilh Tertsch 8. 4 27 0 5 77 810“ 7„ 8 f„— 7 te 1 E 0 3 1 2 b ienstag den 13. Juli aus den Distrikten Nauheimer chlag und Naumerts wald: 1 f it aum 25 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 117½ Stecken Buchen ⸗Stockholz, 4 N E 2 El 1 1 5 8„5 I. und II. Klasse, 20. 1— 1 d di 1 Veitufs 77 spen⸗ 5 4 7„ spen⸗ 15 W̃᷑ 425„Buchen- Prügelholz, 508 5 4 Buchen ⸗Reisbolz, und agen le E 8 20 CEichen⸗ 1 1⁵„ Eichen⸗„ 1981 zu billigen Preisen bei Gduard Ruths. 10* Side 1333 67„Aopen. ö 2 a Eichen Stämme, von 5½ 32“ Durchmesser und 10-50“ Länge mit= 321 Cubitsuß, G Ei ch 1 vom 2 2 Buchen⸗„„ 6½— 7½“„ 1 17„* N jr Si rr klee-& CInmachglaßet. ichen⸗Stangen,„ 41— 5 1 ue. 15—357 1 3 1 94 Buchen— 7 3 7 4½“*„ 12—20˙ 77 8 55 5— 252 2 Geert Groß. Geselle 5 775 75 e gemacht, daß der Baan Theil des D e„ 1 2 eine gen nittholz, das Stangenbolz vorzugswetse zu agnerholz, insbesondere zu Deichseln und denk: 1 1 7 des 5 wiede n eignet, sowie daß unter dem Prügelholz sich citca 30 Stecken bes. sortirtes, zu Wertholz geeignetes Ein kleines Logis 1 0. 5 Hainbuchen ⸗Prügelbolz befinden. Die Zusammenkunft findet am ersten Tage im Diftrikt Scheuerwald, auf der„Glashütter Straße“, 1985 in der Mansarde, aus Zimmer. Kammer und am zweiten Tage im Distrikt Naubeimerschlag, auf der„Hohen Straße“, jedesmal Vormittags 9 Uhr, flatt. Kuche destebend, ist an eine einzelne Person sosort zu ven“ getreff Ortenberg am 24. Juni 1869. miethen. Anmeldungen bei der Exped. d. Bl. Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg Das ö — rn 1975 Ein große Luswahl in Oval⸗ sowie Visitenkarten⸗ aun 986 8 Ausverkauf. 4 zu sehr billigen Preisen bringe in empfeblende Erinnerung. Louis Weis, 1 3 Ju Folge unseres baldigst bevorstehenden Ueberzugs in unseren neu errichteten Laden den Apotheken gegenüber. offeriren wir einem werthen Publikum nachfolgende Artikel zu den beigesetzten außergewöhnlich. 2?—— 75 f biligen Preisen! 5 Ein Kinderwägelchen,. Kleiderstoffe in Poplin und Rips in schöͤnsten Teppichzeuge in rein Wolle per Elle 24 kr. 1951 noch im guten Zuffande, wird bialg abgegeben. 988 u. modernsten Dessins von 12, 14, 16 u. 18 kr. ¾ breite Bettzeuge, ächtfarbig, schon von Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 1 0 Ae Thibet, braun, blau und pence, von 26 kr. an. 12 kr. an. 7 8 0 ad Schöne Lüstre 14, 16, 18 und 20 kr. Hausmacher⸗Leinen von 16 kr. an. Ein braves MWädchen dcn Doppel⸗Lüstre per Elle 15, 16 und 18 kr. Weißen Shirting per Elle 8. kr. 5 ö 5 l W. h. Carrirte Baumwollzeuge per Elle 11, 12 u. 14 fr. Halb Leinen per 30 Ellen fl. 3. fen N00 f nen feen Hendel d Aut —Dieselben in braun per Elle 8 kr. Rein Leinen„ 30„ fl. 8. Näheres bei der Erped. d. Bl.* . Jaconets, neueste Dessins, per(sowie in allen feinen e g* 0 00 d e kr.. 3 Elle Betttuch⸗Leinen von 48 kr. an. irchli f ö f I id N. Bareche in allen Farben per Elle 12 kr. Tischtücher von fl. 1. bis zu den feinsten. Kir 1 e 0 ird 5 Carrirte Seidenzeuge per Elle 45 kr.(Servietten per Dutzend von fl. 3. 30 an. vangtlischt Gemtindr. N— 10 Schwarzen Taffet per Elle fl. 1. Weiße leinene Taschentücher per halbes Dutzend Pfarramtswoche: Herr Pfatrer Bauer. 1 Roth und schwarze Cachemirdecken zu fl. 1. 45. fl. 1. 12. 6. Sonntag na ch Trinit a N Hesse und fl. 2. 30. Weiße baumwollene Tuschentücher per halbes Gottesdienst in der Stadtkirche: erung Möbeldamast in allen Farben, per Ueberzug] Dutzend 45 kr. 0 9 1 5 e. Publ 6 Ellen, fl. 8. 2 Ele breiten Bettzwillich von 34 kr. an. 1. 0 4. 9 gh fl Vorhänge in Ramage don 12 kr. an bis zu 2¼ Elle breiten Bucks kin per Elle von fl. 3 36 an. Eee oer e ib 1 Bordüren, per Fenster 10 Ellen, N baumwollen Hosenzeug per 4 Ellen Nachenuags Pert Fange este mann.* 1 3 48 kr.;; ö 5 eie Verard Sommermäntel, Mantillen, Tuch und seidene Palctots oertaufen wir, un 7 Se ene ee e damit unser Lager völlig zu räumen, bedeutend unter dem Preis. See n Uhr Beichte a U Auswärtige Aufträge nehmen nach wie vor gerne entgegen, dieselben werden prompt Vormittags: 8 Ur Hochamt und 1 n bett. gegen Postvorschuß expedirt. Proben können nicht versenden, nehmen jedoch etwaige nicht Nachmittags: Um hald 2 Uhr Christenlehre und mag convenirende Artikel jederzeit gegen Umtausch zurück. Beginn des Goltesdienstes an den Wochentagen Morgen h 0 6¼ Uhr. 5 1 I. p. Friedberg Becker S Engel. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. J d Druck und Verlag von Bindernagel& Schi mpff. (Hierzu Unterhaltungs⸗ Blatt Nr. 27 und eine Beilage.)